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  • Eva Leberer

Der Nase nach

Richtung Süden und dann? - Mal schauen. Lue lisää
  • Valencia - Potries

    6. helmikuuta 2024, Espanja ⋅ ☁️ 17 °C

    Heute ist eigentlich nichts Besonderes passiert.

    Naja, ein bisschen was zu schreiben gibt es natürlich trotzdem. Gegen 11 brach ich in Valencia auf. Fahre entlang des grünen Stadtbandes ans Meer und schließlich durch den Parc National de l'Albufera.
    Ein Mittagsabstecher nach el Palmar ist auch noch drin, leider nehme ich damit ein paar Kilometer mehr in Kauf, da die Reis-Feldwege leider überschwemmt sind und ich so in eine Sackgasse gelange. Aber das menu del fia ist top:)

    Nach dem Mittag geht's weiter wieder entlang des EV 8, der hier ganz gut ausgeschildert ist. Am Nachmittag kommen mir zwei Radreisende entgegen und wir halten - zum Ärgernis einiger Autofahrer - für einen kurzen Schnack. Laura, seit anderthalb Jahren mit dem Rad unterwegs, ist auf dem Rückweg in die Schweiz und wird das letzte Stück von einer Freundin begleitet. Wir tauschen kurz Tipps für Übernachtungsspots aus, dann gehts weiter die beiden Richtung Norden, ich Richtung Süden.

    Am Abend bin ich wieder spät dran und suche einen Übernachtungspot in der Dunkelheit. Glücklicherweise finde ich in lauter Orangenplantgen ein paar Picknickbänke. Direkt daneben ebener, geschottetter Boden. Bei sternklarer Nacht beschließe ich, unter freiem Himmel zu schlafen.
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  • Potries - ?: Gelbe Ortlieb Taschen

    7. helmikuuta 2024, Espanja ⋅ ☀️ 17 °C

    Nach einer windigen Nacht geht es tagsüber genauso windig weiter. Leider mit Gegenwind und überwiegend bergauf. Nachdem ich ein paar Dörfer durchquert und mich ein paar Höhenmeter in die Berge gekämpft habe, stoße ich auf die alte Bahntrasse, welche Gandia und Alcoi verband. Der Zug hier wurde wohl "the English People's train", gennant, da die Betreibergesellschaft aus London kam. Die alte Trasse führt durch eine meist enge Schlucht, in der man immer wieder auf alte Fabrikruinen stößt. Diese haben sich hier damals aufgrund des verfügbaren Wassers angesiedelt. Überhaupt scheint hier das Wasser für die Bewirtschaftung der küstennahen Landwirtschaft her zu kommen. Auch wenn die Umgebung nach wilder Natur aussieht - und erfreulicherweise Mal kein Müll in der Gegend liegt - wurde Wasser hier an vielen Stellen gestaut und durch eine Vielzahl offener Leitungen oder Aquädukten zu den Fabriken geleitet.

    Die Strecke ist sehr landschaftlich sehr schön und deutlich ruhiger als gestern an der Küste. Sie führt durch einige alte und teils stockfinstere Eisenbahntunnel. Lediglich die Wegbeschaffenheit bleibt zu kritisieren, da - trotz EV-Route - der Schotter so grob ist, dass es sich streckenweise eher zum Mountainbiken eignet. 

    Kurz vor Mittag leuchten gelbe Ortliebtaschen vor mir auf. Ein Radfahrer, diesmal sogar in meine Richtung unterwegs! Der Besitzer der leuchtenden Taschen stellt sich als Lech aus Polen vor. Wir beschließen, eine gemeinsame Pause einzulegen, bei der ich mich überzeugen lasse, Lechs Weg einzuschlagen. Dieser führt etwas nördlicher durch die Berge, hat weniger Höhenmeter und wurde ihm heute Morgen bei zwei Bier von ein paar Locals empfohlen. Das muss ja gut sein. Zur gemeinsamen Pause wurden übrigensein Bier und ein Cappuccino bestellt - es darf zugeordnet werden, wer was bestellte;-)

    Den Rest des Tages fuhren wir dann gemeinsam weiter. Die Locals hatten nicht zu viel versprochen und die Strecke war vor allem gut zu fahren. Am Abend suchten wir gemeinsam einen Lagerplatz und teilten Essen und Wein - Lech hatte selbstverständlich letzteren im Gepäck. Am Abend, sagte er, trinke er immer ein Schlückchen, um besser zu schlafen - na dann Prost!
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  • ? - Murcia: Ein kleiner Kulturschock

    8. helmikuuta 2024, Espanja ⋅ ☁️ 22 °C

    Die ersten 10 km fahren Lech und ich gemeinsam bis Villena. Die Sonne scheint, die Landschaft ist schön, wir überqueren eine kleine Schlucht und alles wäre perfekt, wenn nicht überall dieser Müll liegen würde. Es ist einfach unglaublich. Egal wohin man schaut, egal ob man in der Ebene durch Obstplantagen fährt oder weiter oben durch die Berge, überall liegt Müll. Mal "nur" ein paar Dosen und Flaschen, mal ganze Hausstände.

    In Villena trinken Lech und ich noch einen Kaffee, dann trennen sich unsere Wege. Er fährt nach Westen und ich Richtung Süden. Erst geht es ein Stück neben einer Autobahn entlang - nicht ganz so schön, weshalb ich zur Abwechslung noch einen Naturpark am Fluss in die Route einbaue. In meiner Übermotiviertheit wechsel ich schon früher auf kleinere Wege, die durch das Flussbett führen. Jene sind nicht immer direkt als solche zu erkennen, ganz schön steinig und am Ende muss ich mein Rad zwei Mal durchs Wasser schieben - zum Glück ist davon ja nicht so viel vorhanden.

    In Novelda folgt eine lang ersehne Mittagspause. Das Städtchen wirkt sowieso sehr nett, mehrere Autofahrer heben freundlich die Hand zum Grüßen - scheinbar kommen hier nicht so viele Radler oder generell Touris vorbei. Nach der Mittagspause geht es in die Berge - eine Abkürzung - zumindest auf die Distanz bezogen. Der Pass liegt an einem alten Steinbruch, wo sich scheinbar ein paar Leute niedergelassen haben.
    Ein paar Schafe und Ziegen werden hier gehalten und ein Mann gräbt mit einer Hacke Furchen in den steinigen Boden. Drumherum stehen einige, teils kaputte Wohnwagen und andere Container. Ein stechender Geruch liegt in der Luft und auch hier liegt eine Menge Müll herum. Wer sind diese Leute und was bringt sie dazu, hier oben in der kargen, steinigen, geradezu lebensfeindlichen Umgebung etwas aufzubauen?
    Salopp gesagt wirkt es hier wie in einem Dritte-Welt-Land. Ich stelle fest, dass man Europa für einen kleinen Kulturschock, gar nicht verlassen muss. Kulturschock ist vielleicht die falsche Wortwahl, aber ich bin schon sehr überrascht.

    Der Weg hinunter gestaltet sich schließlich etwas aufwändiger, als gedacht. Ich drehe mehrmals um, um nach anderen Wegen zu schauen. Keinem der Pfade will ich abkaufen, dass man hier heile mit Fahrrad herunter kommt. Schließlich kommen mir zwei E-MountainbikerInnen aus Jersey entgegen - genauso verloren wie ich, aber von der anderen Seite des Berges. So tauschen wir unsere Weginfos aus und es geht für alle weiter. Unten angekommen sind es noch ein paar Kliometer bis Murcia, wo ich eine spontane Warmshowerunterkunft bekommen habe. Die Straßen sind hier auch wieder deutlich besser und die letzten 15 km kann ich sogar auf einem gut ausgebauten EV in die Stadt rollen.

    Bei Juan angekommen gibt es noch ein schnelles Essen und dann ganz viele Radreisetipps: Ein bisschen Info für Marokko und ein Strandspot mit Höhle für morgen.
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  • Murcia - Mazzarón: Verkalkuliert

    9. helmikuuta 2024, Espanja ⋅ 🌬 16 °C

    Bevor ich mich auf den Weg mache, lasse ich mir von Juan noch seine Fahrradwerkstatt und sein Reiserad zeigen. Beides befindet sich direkt im Erdgeschoss seines Hauses. Hier ist wirklich alles vorhanden, sogar ein Schweißgerät. Hätte ich doch bis hier mit dem Anschweißen der Öse gewartet, es wäre bestimmt mit etwa mehr Liebe gearbeitet worden.
    Juans Reiserad ist schick und etwas oldschool. Es sind sogar noch Cantilever Bremsen dran:) Aber man kann eben mit allem durch die Welt fahren und es funktioniert (Nordkapp und Senegal waren seine großen Reisen). Jetzt verstehe ich auch, warum er gestern Abend meinte, die deutschen Radreisenden kämen immer mit den "modernsten" Rädern;)

    Dann gehts los, leider fühlte ich mich bereits nach dem Aufstehen nicht so fit. Dennoch beschließe ich erst noch kurz durch die Stadt zu fahren, um mir die Kathedrale anzuschauen. Die zusätzlichen Kilometer rächen sich später. Zusammen mit Gegenwind und weil ich unnötigerweise meine Route einige Male ändere, komme ich viel langsamer vorwärts und fahre unnötige Zusatzkilometer.

    Kilometerweise geht es heute durch Gemüsefelder. Die Gegend rund um Murcia stellt den Gemüsegarten Europas dar. Laut ZDF-Recherche werden 600.00 Tonnen jährlich allein nach Deutschland exportiert und das nicht ohne Folgen: Die Böden sind mit Fetzen schwarzer Folie durchsetzt und auch mit Pestiziden und Dünger [1] scheint es hier Probleme zu geben. Dann kommt noch der Wasserbedarf hinzu. Wenn ich zurück bin, wird es schwierig werden, ohne schlechtes Gewissen, Gemüse aus Spanien zu kaufen.

    Gegen 18 Uhr habe ich noch gute 30 km zur Höhle vor mir. Ich entscheide mich, die Route nochmal zu ändern und nicht über die Bergkette, sondern an der Küste entlang zu fahren. Nicht ganz so smart, der Wind ist hier natürlich noch stärker und am Küstenradweg besteht bei solchem Wetter (Regen kam auch noch dazu) Steinschlag und Erdrutschgefahr. Darauf habe ich nicht so wirklich Lust und drehe wieder um. Die Höhle werde ich heute nicht mehr erreichen. Auf einem Campingplatz sind nur Zeltplätze am Strand verfügbar, was bei dem Wind natürlich vollkommener Quatsch ist. Also radel ich gute 10 km zurück und ärgere mich über meine geniale Idee, den Weg an der Küste einzuschlagen und heute Morgen erst noch in die Stadt gefahren zu sein. Das kostet mich nun die Höhlenübernachtung und ich muss mich stattdessen mit einem straßennahen, aber immerhin windsgeschützen Rastplatz am Radweg zufriedengeben.

    [1] https://www.zdf.de/politik/frontal/verseuchte-u….
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  • Mazzarón - Aguilas: Höhlen und Palmen

    10. helmikuuta 2024, Espanja ⋅ ☀️ 15 °C

    Nach dem Frühstück radelte ich den Weg, den ich eigentlich gestern Nachmittag geplant hatte. Die erste Bergkette konnte ich freundlicherweise durch einen Tunnel passieren. Bis zur nächsten Bergkette reihten sich dann Gewächshäuser aneinander - das hier wieder ein riesiges Müllproblem bestand, muss ich wohl nicht erwähnen.

    Beim Pass über die zweite Bergkette schob der Wind in den richtigen Momenten, da die Serpentinen eine günstige Orientierung hatten. Auf der anderen Seite angekommen machte ich einen Abstecher zu den besagten Höhlen. Hier hatten sich Menschen ganz schön Mühe gegeben, ganze Gänge und sogar ein Kamin in die Felswände zu graben.

    An der Küste ging es dann bei starkem Wind weiter. Das ein oder andere Mal rollten ein paar Gestrüppkugeln, eine davon so hoch wie mein Rad, über die Straße und ich fühlte mich wie in einem Western. An den Stränden und Strandparkplätzen, an denen ich vorbei fuhr, fanden sich etliche Wohnmobile und ausgebaute Camper, auch wenn explizit verboten, schien es hier keine Probleme zu geben.

    In Àguilas war ich zunächst verwundern, dass mir Feuerwehrleute, Polizisten, Cowboys, Piraten und vieles mehr entgegenkamen. Ich dachte zuerst an eine Party in irgendeinem der Hotels, bis mir dann ein Licht auf ging: Hier wird Karneval gefeiert - scheinbar eine größere Sache in dieser Stadt.

    Um einen Übernachtungsplatz zu finden, fuhr ich aus der Stadt und ein paar Strände weiter. Ich tauschte mich mit ein paar Leute aus einem der Camper aus und erfuhr, dass sich in einigen der verlassenen Gebäude (genau genommen drei) Leute eingerichtet hätten. Der Stefan wohne da drüben, sei auch mal mit dem Fahrrad unterwegs gewesen und hätte bestimmt Platz für ein Zelt. Überrascht, dass man sich hier scheinbar kannte, versuchte ich den besagten Stefan ausfindig zu machen, traf ihn aber nicht zu Hause an. Stattdessen kehrte ich an den Strand zurück und machte es mir unter einem großen Palmenstrauch gemütlich, der gleichzeitig besten Windschutz bot. Mit Ostausrichtung und Meerblick verspricht der Platz auch einen optimalen Sonnenaufgang.
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  • Von Hausbesetzern und Aussteiger

    12. helmikuuta 2024, Espanja ⋅ 🌙 10 °C

    Die Nacht am Strand unter der Palme hat sich gelohnt, der Sonnenaufgang ist umwerfend. Ich frühstücke gemütlich und durchdenke meinen Tagesplan. Ich bin neugierig, was es mit dem besagten Stefan auf sich hat und was sich hinter dem Menschen wohl für eine Geschichte verbirgt. Nach dem Essen packe ich also meine Sachen und unternehme einen zweiten Versuch, ihn ausfindig zu machen.

    Ein weiteres Mal umrunde ich das von außen doch ziemlich verfallen aussehende Haus - kann mein eine Ruine überhaupt besetzen? Ich steige die Treppe in den Hinterhof hinab, klopfe an die Tür und rufe hallo, hello, hola. Ich bin mir unsicher, ob ich eine Stimme höre und rufe nochmal. Jetzt höre ich sie deutlicher. Er komme gleich, sei noch auf Toilette, was auch immer das in einem solchen Haus für eine Toilette sein mag.
    Eine Minute später öffnet sich die Tür, im Inneren ist es ziemlich dunkel, nur die nun offene Tür lasst etwas Licht herein. Ein Mann mit grünem Rollkragenpullover, leichtem Bart und etwas längeren Haaren, die unter einer schwarzen Mütze hervorstechen, begrüßt mich, als hätte er bereits einen Gast erwartet. Er stellt sich als Stefan vor und läd mich ein, auf einen Kaffee hereinzukommen. Im Wohnzimmer, das gleichzeitig als Küche dient, nehme ich Platz. Der Raum besitzt keine Fenster und auch sonst keine elektrische Lichtquelle. Lediglich in der mitte des Raumes hängt eine erloschen Laterne, sodass nur über den Flur und die geöffnete Eingangstür ein paar schwache Lichtstrahlen herein gelangen. Vielleicht ist es etwas heller, wenn über dem Holzherd gekocht wird, für den Kaffee wird allerdings ein Gaskocher verwendet. Der Raum wirkt aufgeräumt, organisiert und besitzt alles, was eine Kombination aus Küche und Wohnzimmer erwarten lässt. Im schemenhaften Licht erkenne ich Gewürzdosen auf einem Sims, Pfannen auf dem Herd, Bilder an der Wand, einen Teppich, darauf Stühle und ein kleiner Tisch und eine Art Sofa.
    Beim Erzählen geht der Kaffee in ein Frühstück über. Stefan kramt alles mögliche aus seiner Vorratskammer, ich steuere etwas Käse bei und scheue nicht zurück, zu fragen, wie er denn hier gelandet sei. Long story short: Stefan war über 20 Jahre Unternehmensberater, dann kam Corona, eine persönliche Krise, Burnout wie auch immer. Er lies alles stehen und liegen und fuhr mit dem Fahrrad nach Spanien, lernte Charly aus dem "besetzten" Nachbarhaus kennengelernt, fuhr weiter. Zwischenzeitlich wurde das Rad geklaut, die Reise ging mit einem Ersatzrad und Rucksack weiter. Später war er nochmal in Deutschland, stellte ein neues Fahrrad zusammen inklusive kleinem Kochgestell für den Gepkträger und es ging wieder los. Nun wurde Pfannenpizza verkauft, irgendwann kam er wieder am Strand bei Charlie an, der sagte ihm, dort drüben sei noch ein unbewohntes Haus, naja und dort ist er jetzt. Verrückt? Ja, das denke ich auch.

    Im Anschluss an die Erzählungen folgte eine Führung durch Haus und "Garten", währenddessen Stefan unermüdlich Zigaretten raucht und penibel darauf achtet, immer in eine kleine Blechdose zu aschen. Auch sonst fällt mir auf, wie ordentlich alles ist. Der ganze Müll, der einmal im Haus gelegen haben muss, ist verschwunden, Bauschutt, alte Steine, Fliesen oder Dachziegel sind feinsäuberlich aufgereiht. Selbst der Innenhof sieht wie gefegt aus, ebenso die Höhlen, die sich ganz hinten im Garten befinden. Als er hierher kam, sei hier noch alles überwuchert und voll mit Gestrüpp gewesen. Respekt, wie er das innerhalb eines guten Jahres bewerkstelligt hat, wo er doch gleichzeitig noch ab und an in die Stadt geht, um seine Klamotten und Lebensmittel zu containern, die Stadtgeschichte von Águilas zu studieren oder Leuten Führungen durch Haus, Garten oder eben Àguilas zu geben. Ich bekam übrigens Führung Numero zweihundertnochwas durch das Gebäude. Überhaupt wirkt Stefan organisiert und als hätte er alles genaustens durchdacht. Jedes kleine Detail, jeder Gegenstand zu gefühlt allem hat er sich bereits Fragen gestellt oder Antworten gefunden. Was bedeuten die Kerben in der nach hinten versetzten Wand? Warum sind die Fliesen in Raum A in schlechterer Qualität verlegt als in Raum B? Was die Metallstifte in den Höhlen? ...

    Der Tag war inzwischen schon weit fortgeschritten, sodass ich das Angebot, eine Nacht zu bleiben und mein Zelt hinten bei den Höhlen aufzubauen, gerne annahm. So konnte ich auch nochmal in die Stadt Àguilas fahren, bekam von Stefan eine Stadtführung und hatte die Gelegenheit den Karnevalsumzug am Abend anzuschauen. Und dann kam der Moment, der diesen spannenden und erlebnisreiche Tag für mich nochmal in eine unangenehme, nachdenkliche Richtung brachte. Während der Erzählungen ließen mich ein paar Äußerungen aufhorchen, die subtil ein absolutes Unverständnis bezüglich bestimmer politischer Entscheidungen andeuteten. Ich konnte nicht umhin, noch einmal nachzuhaken und so ging es plötzlich um Corona, Coronamaßnahmen, Russland, die Ukraine und die USA - und zwei Ansichten, die absolut gegensätzlich waren.
    Wie geht man nun damit um, wenn man mit Meinungen konfrontiert wird, denen man zu Hause nur auf der anderen Seite einer Demo begegnen würde? Zuhören, Schweigen, Gegenargumente liefern, postulieren, dass man die Dinge anders sieht? Ich glaube, an diesem Abend habe ich all dies probiert, zufrieden war ich nicht. Muss man überhaupt probieren, andere von ihren - aus meinen Augen absolut fragwürdigen - Ansichten abzubringen? Oder ist es nicht egal, was irgendein Deutscher, der ein Haus in Spanien "besetzt" hat, denkt? Das Kuriose ist, dass solche Begegnungen auf (Rad-)reisen gar keine Seltenheit sind. Im letzten Sommer gab es zwei ähnliche Situationen mit sonst gastfreundlichen, netten Menschen, mit denen man sich gut unterhalten konnte, bis es um politische Ansichten oder Ähnliches ging. Den Weg für den optimalen Umgang damit suche ich noch.
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  • Àgu. - ?: Vom Salat schrumpft der Bizeps

    12. helmikuuta 2024, Espanja ⋅ ☀️ 24 °C

    Ich freue mich, wieder unterwegs zu sein und strampel die Küste entlang. Die Sonne ballert und ich frage mich, wie man es hier eigentlich im Sommer aushält. Nach ein paar Kilometern wandelt sich die Landschaft. Die Sandstein und Sedimentküste wird von Schieferbergen abgelöst. Die Städte werden kleiner und insgesamt wirkt es etwas dünner besiedelt. Die ein oder andere landwirtschaftliche Fläche findet sich noch. Auf einem abgeerntetem Feld liegen noch ein paar einsame Salatköpfe, eigentlich zu schade, sie hier verderben zu lassen. Zwar wissen wir alle, dass vom Salat der Bizeps schrumpft, glücklicherweise wird der zum Radeln aber ja nicht benötigt. Kurzerhand packe ich also einen Salatkopf ein und überlege, was ich ohne Salatschüssel Schönes damit machen könnte, eine Dose Bohnen habe ich auch noch im Gepäck und ein paar Tomaten-Couscous-Reste. Wraps wären da doch eine gute Idee!

    Im nächsten Supermarkt werden noch ein paar Add-Ons gekauft. Ich radle noch ein wenig weiter, bis ich in ein paar Hügeln ein ruhiges Plätzchen finde, um meine Wraps zu rollen und das Zelt aufzuschlagen.
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  • ? - San Josè: Eine spontane Unterkunft

    13. helmikuuta 2024, Espanja ⋅ ☀️ 20 °C

    Der Morgen beginnt wieder mal mit einem wunderbaren Sonnenaufgang auf den nach einem kurzen Anstieg eine lange Abfahrt mit Blick auf das blaue Mittelmeer auf der einen und rundliche Hügel und Berge auf der anderen Seite. Überhaupt hat sich die Landschaft bereits wieder verändert. Die Berge sind weniger schroff, wirken naturbelassener und überhaupt scheint es hier dünner besiedelt zu sein.

    Um die Mittagszeit erspähe ich auf dem Hügel vor mir zwei Fahrräder mit Radtaschen - Cass und Philou aus Frankreich. Wir beschließen gemeinsam ins nächste Dorf zu fahren, werden aber wenige Meter weiter von einem lauten Zischen und platten Reifen aufgehalten. Die Mittagspause wird an den Straßenrand vorgezogen und ich bin schwer beeindruckt, als die beiden ihren Kocher und ein paar Eier auspacken - aber natürlich habe ich es mit Französinnen zu tun, da gibt es nicht einfach nur Brot. Aus dem Omelett oder Spiegelei wird dann allerdings doch nichts, da sich die Eier als bereits gekocht entpuppen. Nach dem Mittag trennen sich unsere Wege auch schon wieder, ich möchte noch einen kleinen Umweg über den südlichen Zipfel des Naturparks Cabo de Gata fahren, während die beiden dich ein paar Höhenmeter ersparen und direkt zur Westküste des Nationalparks aufbrechen. Aber mal schauen, unsere Route für die nächsten Tage ist ähnlich, vielleicht treffen wir nochmal aufeinander.

    Als ich von San José in die Schotterstraße des Naturparks einbiege, kommt mir ein weiterer Radfahrer entgegen - Martin aus Deutschland bzw. inzwischen Schottland. Er hat schon ein paar Tage niemanden mehr getroffen außer Rentner auf E-Bikes und läd mich kurzerhand ein, das Appartement, was er 10 Minuten zuvor gebucht hat, mit zu nutzen. So fahre ich mit zurück nach San José und nach anfänglichen Check-In Schwierigkeiten folgt ein gemeinsames Kochen und ein geselliger Abend.
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  • San José - Almeria: Cabo de Gata

    14. helmikuuta 2024, Espanja ⋅ ☁️ 26 °C

    Martin und ich brechen gemeinsam auf. Für ihn bedeutet das, die gestrige Strecke nochmals zu fahren, das Folgen der Küsten wäre jedoch keine Option gewesen, da die Zugverbindungen, die er in drei Tagen erwischen muss, wahnsinnig umständlich wäre (es scheint hier in Spanien wenige Querverbindungen zu geben, sodass viele Fahrten über Madrid laufen).
    Es geht also gemeinsam los durch die Südspitze des Naturparks Cabo de Gata. Die Landschaft ist hier einzigartig. Rötliches Lavagestein und eine geringe Vegetation lässt Wüsten oder Savannenatmospähre aufkommen. Auch Gebäude finden sich hier kaum und ein einzelner Hirte mit einer Herde weißer Ziegen ist der einzige Beleg, dass hier doch ein bisschen Landwirtschaft betrieben wird. Touris, die mit Autos über die Schotterstraße fahren, wirken wie auf Safari. Die Gegend ist auf jeden Fall eine Empfehlung für alle, die mal in der Gegend sind und eignet sich bestimmt auch hervorragend zum Wandern.

    Einmal über den Hügel verlassen wir auf der anderen Seite den Nationalpark. In der noch immer kargen Landschaft passieren wir eine (stillgelegte?) Saline, alte Baracken, eine einsame Kirche und verlassene und abgewrackte Boote. Sieht etwas aus wie in irgendeinem wie in einem Western nur mit einer einer Menge Rentner und vielen Wohnmobilen in der Szenerie.
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  • Alm. - Desierto de T.: Im wilden Westen

    15. helmikuuta 2024, Espanja ⋅ ☁️ 19 °C

    Heute früh trennten sich Martins und meine Wege wieder. Er fuhr mit dem Zug nach Granada und ich ritt auf meinem Drahtesel in den Wilden Westen. Ja, richtig, nicht weit von Almería liegt die Halbwüste Desierto de Tabernas, in der Klassiker wie Der Schuh des Manitu, Spiel mir das Lied vom Tod, Winnetou und viele mehr gedreht wurden. Die Landschaft sieht wirklich karg und auch wenn ich noch nicht in den USA war, stelle ich mir die Wüsten dort so ähnlich vor - nur vielleicht etwas größer.

    Von den vielen Westernstädten, die hier extra für die Filme gebaut wurden, werden drei mehr oder weniger gepflegt und für Touris zugänglich gehalten. Die anderen verwahrlosen. Fort Bravo ist eine der drei Städte. Auch wenn der Eintritt nicht ganz günstig ist, will ich mir - wo ich doch einmal da bin - das Ganze doch näher anschauen. Ich schlendere über staubigen Boden, passiere Saloons, Banken, kleine Kirchen und Geschäfte. Am Ende gibt es dann natürlich noch eine kurze Show, bei der die Bank ausgeraubt wird und die selbstverständlich in einer Schießerei endet.

    Nach meinem Aufenthalt im Wilden Westen fahre ich noch ein paar Kilometer weiter durch die Halbwüste. Kurioserweise bekomme ich hier die zweiten Regentropfen in Spanien ab, bevor ich einen geeigneten Zeltplatz finde - Halbwüstenübernachtung check.
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  • Desierto de T. - La Peza: Im Auenland

    16. helmikuuta 2024, Espanja ⋅ ⛅ 12 °C

    Heute gehts nach Mittelerde ins Auenland oder zumindest an einen architektonisch verwandten Ort, denn rund um Guadix gibt es viele Häuser, die in Fels und Erde gehauen sind.

    Bis ich zu den Höhlen kam, musste ich mich allerdings erst über 60 km durch Gegenwind und bergauf kämpfen. Die Kombination war ganz schön lästig, zumal die Landschaft zunächst nicht besonders spannend war. Felder, großflächige Solaranlagen, Windräder und Autobahn.

    Gegen Nachmittag wurde es dann besser, die Belohnung eine wunderbare Landschaft. Rötliche Felsen, Schluchten wie kleine Canyons und Gras. Hier wächst tatsächlich grünes Gras. Vermutlich ist es genauso grün wie bei uns, wirkt aber durch die vorherigen eher kargen Landschaften umso grüner.
    In die rötlichen Felsen sind Häuser gehauen, üblich für die Region um Guadix. Auch finden sich viele Töpferwaren in den Läden der Dörfer und Städte. Töpferwaren und roter Fels, die Erde hier ist bestimmt sehr tonhaltig. Die Vermutung wird später bestätigt, als ich zufällig an einem privaten Höhlenmuseum vorbeikomme. Es ähnelt einem klassischen Heimatmuseum mit alter Einrichtung, alten Werkzeugen und eben all dem, was an Gegenständen aus der jüngeren Vergangenheit angesammelt und konserviert wurde. Das Museum besteht aus drei Höhlenwohnungen, wobei die unterste interessanterweise bewohnt und gleichzeitig Teil des Museums ist. Die Höhlenwohnungen bzw. Häuser haben hier Tradition, weil der Lehm- bzw. Tonboden so weich ist, lassen sich die einzelnen Räume einfach in die Berge schlagen. Die Schlafzimmer liegen übrigens immer innen, schließlich braucht man hier ja auch kein Tageslicht.

    Nach dem Museumsbesuch radel ich noch ein bisschen weiter. Die Landschaft wird hügeliger und etwas wilder, die Lehmberge bleiben und es zeigen sich einzigartige Lichtverhältnisse und Gebirgsformationen in der Abendsonne.
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  • Granada

    17. helmikuuta 2024, Espanja ⋅ ☀️ 18 °C

    Ich wache auf, noch vor meinem Wecker, den ich mir auf 6:10 Uhr gestellt habe. Es ist koch stockfinster, im Zelt und draußen ebenfalls. Dennoch will ich mich schon auf den Weg machen - so früh wie noch nie, denn um 10 Uhr bin ich mit Tanja und Jakob zum Kaffee in Granada verabredet. Die Sachen sind schnell gepackt - Vorbereitung am Vorabend ist die halbe Miete - noch kurz ein Brötchen und einen Muffin weggekaut und dann geht es los.
    Das Fahrgefühl ist zunächst gewöhnungsbedürftig, die Felsschluchten von gestern sehe ich nicht. Um mich herum ist alles dunkel, bis auf den kleinen Lichtkegel, den mein Dynamo vor mir erzeugt. Häufig sieht es aus, als ginge es schon bergab, doch die Geschwindigkeit, mit der ich voran schleiche, belehrt mich eines Besseren. Vor einer der Furten halte ich blitzartig an. Wasser reflektiert das Licht und die Tiefe lässt sich erst auf den zweiten Blick erkennen. Nur ein kleines Rinnsal, es geht weiter.

    Dann, nach einer guten Dreiviertelstunde Fahrt, wird es heller und ich fahre durch einzigartige Schluchten und wunderbare Berglandschaften. Die Höhenmeter, die mir OSM berechnet hat, scheinen übrigens auch nicht ganz zu stimmen, da es von nun an nur noch bergab geht, sehr erfreulich. So rolle ich bis nach Granada, genieße die Aussicht und bin pünktlich zum Kaffee da:)

    Nach dem schönen - wenn auch viel zu kurzen Treffen (Tanja und Jakob mussten heute schon weiter und ich hatte die letzten Tage ein bisschen zu viel getrödelt) - schiebe ich mit meinem Rad durch Granada, um mir einen schönen Park zu suchen. Dort werden Zelt und Schlafsack getrocknet, die vom Kondenswasser noch etwas feucht sind.

    Dann folgt mein klassisches Stadtprogramm: Essen bei TooGoodToGo bestellen und schauen, was es gibt und wo ich hin muss. Zufälligerweise werde ich direkt zum Aussichtspunkt Mirador de San Nicolas geführt, etwas kompliziert mit dem Fahrrad, aber eine unglaubliche Aussicht auf die schneebedeckten Berge der Sierra Nevada und die Alhambra.

    Bei Abholung des Essens dauert es etwas, bis ich verstehe, was man mir auf Spanisch mitteilen möchte: Es wird nach Behältern gefragt. Ein Glück schleppe ich einen halben Haushalt mit mir herum und kann mir die zwei Suppen eindosen lassen.
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  • Granada/Nìvar

    18.–21. helmik. 2024, Espanja ⋅ ☀️ 14 °C

    Jedes Warmshowererlebnis ist ein anderes. Dieses war wie ein Kurzurlaub mit Freunden. Aus einem geplanten Restday wurden drei aktive und gesellige Tage mit netten Menschen.
    Eine kurz Fahrradtour zum Aussichtspunkt um die Ecke, gemeinsames Kochen und zwei Wizard Abende, ganz viel tollen Gesprächen, eine Radtour zu den heißen Quellen bei Santa Fe, Reparaturen am Fahrrad und einem Landrover. Doch eins nach dem anderen. Zurück auf los und vorne angefangen:

    Nach meinem Tag in Granada fuhr ich am Nachmittag nach Nìvar, dort wartete meine warme Dusche. Gehhostet von Mareike (Mina), die gerade mit dem Fahrrad aus Marokko zurückgekommen ist, generell seit Jahren mit dem Fahrrad unterwegs ist (Blog unter [1]) und nun zusammen mit ihrer Schwester hier für einen Monat eine Wohnung, gemietet hat. Natürlich haben wir uns ganz viel übers Reisen unterhalten und ausgetauscht, für mich sehr inspirierend und noch mehr Vorfreude auf Marokko wurde geweckt.

    Neben Warmduschern hat sie auch ein paar Reisebekannte eingeladen und so vervollständigte Fabian direkt am ersten Abend das Quartett.

    Fabian ist mit einem ausgebauten Landrover und Dachzelt unterwegs, wurde in diesem Jahr allerdings von einer Pechsträhne verfolgt. Dies kaputt, das kaputt, hier ein Unfall, dort ein Krankenhausaufenthalt und so richtig wollte sich die Pechsträhne auch noch nicht verabschieden. Immerhin konnten wir gemeinsam mit ein bisschen Zeit und Tüftelei ein paar Arbeiten an seinem Dachzelt erledigen.

    Das Verrückte an Fabian ist übrigens, dass er in seinem Landrover eine ganze Werkstatt durch die Welt fährt, von Staubsauger bis zur Stichsäge ist alles dabei - auch alles, was man fürs Fahrrad braucht. So konnte ich auch ein paar Reparaturen erledigen. Eigentlich wollte ich nur die Kette wechseln, musste dann aber feststellen, dass das kleine Kettenblatt bereits so abgenutzt ist, dass die neue Kette klemmt. Aber kein Problem, Fabian hat sowohl Kurbelabzieher als auch Schleifpapier. Ich schliff also den Grat am Kettenblatt ab und drehe es einmal um. Zusammen mit Fabis Hund Luna unternahmen wir eine Testfahrt zum Aussichtspunkt Cueva del Agua, es lief alles wieder.

    Den Erholungstag in den heißen Quellen von Santa Fe hatten wir uns damit wohl verdient - allerdings kann man wohl darüber streiten, ob es bei einer Anfahrt mit 60 km und ca. 1000 hm wirklich als Erholung durch geht. Wie dem auch sei, die Quellen waren cool - also warm natürlich - aber faszinierend. Schon verrückt, wenn warmes Wasser aus der Erde sprudelt. Also nicht wirklich, aber wenn man es noch nie gesehen hat, eben doch verrückt.

    Die Abende kochten wir gemeinsam, spielten etwas Wizard und erzählten viel. Es war einfach wunderschön, wie gut wir uns alle verstanden und wie lustig es war, obwohl wir uns eigentlich noch gar nicht (lange) kannten. Wieder etwas, was man so häufig beim Reisen erfährt - wie viele nette und inspirierende Menschen es gibt.

    [1] https://minatravelstheworld.wordpress.com
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  • Nìvar - Loja: Oliven

    21. helmikuuta 2024, Espanja ⋅ ☀️ 21 °C

    Die Strecke entlang der Autobahn war wenig spektakulär, ermöglichte aber gutes Vorankommen, da es neben den Autostraße und -bahnen häufig die via de servicio gibt, die wenig befahren sind, aber sich gut fahren lassen. Also ein Kompromiss zwischen lauter Autobahn und gutem Vorwärtskommen.

    Auf den Flächen und Hügeln links und rechts der Straße waren etliche Olivenbaumfelder zu sehen. Am Rande einer dieser Olivenhaine sprach mich ein Mann mittleren Alters an. Zunächst auf die Bereifung meines Rades, dann auf den Rahmen, die Bremsen und so weiter, wie es eben so ist zwischen Leuten, die fahrradinteressiert sind. Vom Kettenöl kamen wir schließlich aufs Olivenöl - möglicherweise fragte ich aber auch einfach nur nach, ob er die Olivenbäume hier bewirtschaftet. Ja, das tat er zusammen mit seiner Familie und zwar nicht nur diese, sondern auch jene einen Kilometer weiter, wobei er mit dem Finger über die Autostraße hinweg deutete. Normalerweise habe er einen Ertrag von 100 t pro Jahr. Letztes Jahr sei es aber so heiß und trocken gewesen, dass die Bäume zwar blühten, aber nur wenige der Blüten Früchte entwickelten - das führte zu 20 t in 2023. Kein Wunder, dass das Olivenöl teuerer geworden und auch in Spanien gar nicht so günstig ist, wie ich dachte. Kleine Fußnote, Spanien ist übrigens mit Abstand der weltweit größte Olivenölproduzent.
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  • Plines - El Torcal: Blüten und Früchte

    22. helmikuuta 2024, Espanja ⋅ ☁️ 18 °C

    Ich lasse mir Zeit beim Frühstücken und Zusammenpacken. Das Wetter ist sonnig, das Zelt kann trocknen und der Übernachtungsspot auf dem Hügel am Talrand bietet eine schöne Aussicht, vorausgesetzt man schaut in die richtige Richtung. An der Straße hinter mir liegen nämlich mal wieder etliche Müllberge. Schöner Platz, schlechter Platz, alles eine Frage der Perspektive.

    Heute Morgen gibts Griesbrei oder zumindest so etwas ähnliches. Harina Semolosa de Trigo, stand auf der Packung, also eigentlich Weizenmehl, aber je nach Mahlgrad ist es eben auch Gries. Ich streue noch etwas Haferkleie in den Brei und rühre Marmelade dazu. Griesbrei kann man auch ohne Zähne noch essen, wenn man alt ist. Im Umkehrschluss bedeutet, dass ja eigentlich, dass ich bis zu meinem Lebensende weiterradeln kann.

    Um halb 11 habe ich ausgefrühstückt. Es sind 16 Grad, warm genug, um zu starten. Ich durchquere blühende Landschaften. Kurze Verwirrung sollten die nicht bei uns in Deutschland entstehen? Egal, es blühen gelbe Blumen und Mandelbäume in weiß. An manchen lassen sich auch noch Mandeln aus dem letzten Jahr finden - die schmecken ganz gut.
    Inmitten der riesigen Olivenplantagen sehe ich - als wäre es die Fortsetzung von gestern - noch einige Leute bei der Olivenernte. Mit einem Traktor wird der Baum gerüttelt, drei weitere Männer durchkämmen die Äste mit einer Mischung aus Heckenschere und Kamm, nur eben ohne Schneiden. Unten drunter liegt ein riesiges Netz, in das die Oliven fallen. Ganz schön laut der Vorgang, aber nicht die einzige Erntevariante. Ein paar hundert Meter weiter höre ich nur Schläge und sehe in einiger Entfernung Menschen mit Stöcken an den Bäumen hantieren - so gehts scheinbar auch.
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  • El Torcal - ≈ El Chorro:

    23. helmikuuta 2024, Espanja ⋅ ☁️ 13 °C

    El Torcal soll für seine einzigartigen Felsenstrukturen aus Karstgestein bekannt sein. Allerdings muss man vom Fuße des Berges 600 hm zurücklegen, um zumindest in die Nähe des Gipfels zu kommen. Gestern Abend war es dafür leider schon etwas zu spät, zumal ich noch keinen Lagerplatz gefunden hatte. So fuhr ich dran vorbei und übernachte in der Nähe auf einem halboffiziellen Campingplatz.
    Ein kleiner Glücksfund, fließend Wasser, etliche Tische und Bänke und theoretisch auch einen Grillplatz. Der Ort zog auch etliche Camper mit ihren Vans und Wohnmobilen aus Deutschland und Frankreich an.

    Da das Wetter heute Morgen nicht so gut und der El Torcal in den Wolken lag, beschloss ich nicht hinauf zu fahren, ein To-do für ein anderes Mal. Stattdessen erkundete ich ein alte s Campingressort, welches ich gestern Abend ein paar hundert Meter weiter entdeckt hatte und das inzwischen als Lost-Place durchgehen konnte. Die Anlage war mittelgroß, damals wohl mit Restaurant, Clubraum und Pool, nun aber leider ganz schön zerstört. Bei pfeifendem Wind und klappernden Fensterläden durchstreifte ich die alten Räume. Glas und Keramikscherben knackten unter meinen Klickpedalschuhen - eine Neuinterpretation des Namens. Ich fragte mich, wie lange es wohl her ist, dass hier die letzten Leute übernachtet, gegessen oder gefeiert hatten. Auf Facebook finden sich letzte Einträge von 2015. Wenn hier vor 9 Jahren wirklich noch Betrieb herrschte, ist es echt krass, wie schnell Gebäude durch Witterung und Vandalismus zu Ruinen werden.

    Nach der kurzen Expedition breche ich auf. Zunächst durchquere ich Antequera, ein hübsches, mittelgroßes und mittelalterliches Städtchen. Von hier führt mein Weg weiter nach Südosten. Erst auf größeren und dann auf immer kleineren Straßen. Wieder wandelt sich die Landschaft, große felsige Berge auf der einen Seite und Hügel mit Ackerflächen und teils saftigen Wiesen (für spanische Verhältnisse) auf der anderen. Oberhalb der drei Stauseen bei El Chorro ändere ich die Route spontan. Statt oberhalb fahre ich zwischen den Stauseen durch Richtung Süden. Vor einigen Jahren war ich zum Klettern in der Gegend gewesen. Ein paar Straßen und Gebäude kommen mir noch bekannt vor. Nur die Stauseen sind kaum wiederzuerkennen, damals waren sie randvoll und es sprühten Wasserfontänen aus den Überläufen.

    Die Landschaft hier ist noch immer wundervoll und ich beginne nach einem Zeltplatz Ausschau zu halten. Zwischen Straße und Stausee entdecke ich eine Schafherde und zwei Hirten. Das Bild wie in einem Roman. Die Hirten stehen am Straßenrad und trinken etwas Warmes. Daneben drei Hunde und ein Pferd, bepackt mit Decke und Beuteln. Mit meinen paar Brocken Spanisch frage ich, ob ich hier irgendwo mein Zelt für eine Nacht aufschlagen könnte und interpretiere das 'No problema!' und ein paar andere Worte als ein Ja.
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  • ? - Ronda: Digitale Nomaden

    24. helmikuuta 2024, Espanja ⋅ ☁️ 10 °C

    Wenn man denkt, man würde etwas Besonderes oder Außergewöhnliches tun, während man mit Fahrrad oder Camper durch die Welt fährt, liegt man falsch. Es wimmelt einfach nur von Menschen, die dasselbe machen. Gestern Abend beim Kochen und Zeltaufbauen spazierten Therese aus Schweden und Tini aus Österreich vorbei, beide mit ausgebauten Vans unterwegs, standen sie zwei Hügel weiter und luden für den nächsten Morgen auf einen Tee ein.

    Den Tee ließ ich mir nicht entgehen und so fuhr ich heute Morgen auf Hügel Nummer zwei. Bessere, fantastische Aussicht, aber nicht so windgeschützt wie bei mir. Ich musste schmunzeln, als sie meinten, die Nacht wäre so windig und frisch gewesen und sie hätten alle nicht so gut geschlafen - ein gut gewählter Schlafplatz ist eben die halbe Miete und mit einem Zelt ist man eben doch ganz flexibel;-)

    Beim Tee kamen wir ins Quatschen. Therese lebt mit ihrer Katze im Van und produziert Filme. Mit Highspeed Internet durch eine tabletgroße Satellitenschüssel, Starlink machts möglich. Tini und ihr Freund Tom erzählen, dass sie "nutritionists" sind und irgendwas von Network Marketing sagen sie auch. Ich denke an einen ehemaligen Mitschüler, der seine Ausbildung bei der Sparkasse geschmissen hat, um Network Marketing zu machen. Am Ende hat er Pizza in Bremen ausgefahren - keine Ahnung, was das damit zu tun hatte. Der Tee ist alle und die Uhr schlägt zwölf, natürlich nur im übertragenen Sinne, denn weit und breit ist kein Kirchturmzu sehen. Ich verabschiede mich, bekomme noch ein bisschen Obst (das erste Mal probiere ich eine Cherimoya) und Gemüse mitgegeben und mache mich auf den Weg nach Ronda. Die Strecke genauso malerisch wie gestern, es geht durch lange, grüne Täler hindurch. Die gut asphaltierte Straße führt erst nach El Burgo, dort eine Mittagspause gemacht und Oma zum Geburtstag angerufen. Dann gehts weiter die letzten Höhenmeter bis zum Pass. Danach runter rollen bis Ronda. Ein schönes Städtchen, was in der Vergangenheit einige Mal die Besitzer gewechselt. Bekannt übrigens auch für die Puente Nueve, die Brücke, die altes und nicht ganz so altes Ronda über eine tiefe Schlucht verbindet. Und nur der Vollständigkeit halber für den Stierkampf soll die Stadt auch bekannt sein, gibt auch ne große Arena hier.
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  • Ronda - Taraguilla: Weiße Dörfer sammeln

    25. helmikuuta 2024, Espanja ⋅ ☁️ 15 °C

    Ich fahre ohne Frühstück los, woll heute ein paar Kilometer machen und gleichzeitig sind einige Höhenmeter zu schaffen. In den Bergen gerate ich auch direkt in die Wolken es wird nebelig und regnerisch. Leider nehme ich das nicht ganz so ernst und ziehe meine Regensachen erst spät an - das ich die in Spanien wirklich nochmal auspacken muss... Dadurch wird es dann ganz schön frisch. Auch wenn im ersten Bergdorf nach 20 km kein Café in den Karten verzeichnet ist, hoffe ich zumindest auf irgendeine Möglichkeit auf einen Kaffee einzukehren. Und ich hatte Glück, eine kleine Gaststätte hat offen. Ich versorge mich mit Kaffee und einem Bocadillo und trage den Ort in der Karte nach.
    Dann geht es auf der Panoramastraße weiter immer auf und ab von einem weißen Dorf zum nächsten.
    Die Abfahrt ist langezogen und durch etwas Gegenwind muss ich fast gar nicht bremsen, super schön und außerdem kann ich in weiter Ferne den Fels von Gibraltar erspähen - ein wahnsinnig cooler Moment zu sehen, wie weit ich gekommen bin.

    Unten im Tal stelle ich fest, dass heute Sonntag ist. Vorräte habe ich genug. Nur an Wasser mangelt es und die öffentlichen Wasserhähne lassen mich im Stich. Das erste Mal in Spanien klopfe ich an eine private Haustür, um nach Wasser zu fragen. Wie selbstverständlich kommt man meiner bitte entgegen, ich bedanke mich hnd die Tür schließt sich wieder, nur um sich kurz darauf wieder zu öffnen. Man bietet mier noch ein süßes Gebäck an - vielleicht sollte ich öfter nach Wasser fragen.

    Die folgende Schlafplatzsuche nahm dann irgendwie mehr Zeir in Anspruch, oder mein Anspruch war zu hoch. Ein Park mit Bußgeldschild schreckte mich ab, ein Parkplatz neben einer Gaststätte war mir zu laut und als ich dachte einen Platz gefunden zu haben und bereits fröhlich unter ein paar Korkeichen gekocht hatte und am Essen war, viel neben mir plötzlich eine Raume auf den Tisch. Bei genauerem hinsehen, fand ich unten am Boden etliche weitere Raupen in trockenem knusperzustand. Eichenprozessionsspinner? Vielleicht doch nicht der optimale Platz, in der Dunkelheit fuhr ich weiter und nahm die nächstbeste, halbwegs gerade Stelle, genau in dem Moment wo es zu regnen begann.
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  • - Algericas: Gibraltar nein doch nicht

    26.–28. helmik. 2024, Espanja ⋅ 🌬 16 °C

    Eine standardmäßig winig und regnerische Nacht. In einer Regenpause am Morgen packe ich schnell alles zusammen und fahre los Richtung Gibraltar. Nach 2 km finde ich einen Vogelbeobachtungsstand, wie dafür gemacht das Zelt zu trocknen und Frühstück zu kochen - und keine Minute zu spät, Wind und Regen werden heftiger.

    Ich überdenke meine Pläne, es soll noch bis zum Mittag regnen.
    Morgen soll die Sonne scheinen, Gibraltar bei Sonne ist bestimmt angenehmer. Das bescheuerte ist nur die Infrastruktur hier. Luftlinie sind es nur 6 km bis Gibraltar und 6 km bis Algericas, wo ich heute Abend ankommen möchte. Dazwischen liegt allerdings ein Fluss und man ist lediglich auf die Idee gekommen eine Brücke für die Autobahn und eine für eine Pipeline zu bauen. So werden aus 6 km 30 km. Zusätzlich Gibraltar in den einzubauen, wäre dann doch etwas stressig. Also kehre ich um, fahre direkt in mein Airbnb nach Algericas und vertage Gibraltar auf morgen - Pläne müssen flexibel sein!
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  • Gibraltar

    27. helmikuuta 2024, Gibraltar ⋅ ☀️ 16 °C

    Mit dem Bus ging es heute von Àlgericas nach La Líena. Der Grenzübertritt nach Gibraltar in das Vereinigte Königreich geht ganz schnell, scheinbar wird hier nicht mal ein Pass benötigt oder zumindest nicht weiter angeschaut. Nun muss ich noch einmal zu Fuß die Landebahn des Flugplatzes überqueren und finde mich in einer anderen, bekannten Welt wieder. Es ist alles British hier, die Telefonzellen, Briefkästen, Litterbox, Währung und auch die Sprache, es ist nicht einfach nur Englisch, sondern Britisches Englisch ein Wohlklang in den Ohren. In den Supermärkten findet sich alles, was man auch in England finden würde, erweitert um spanische Produkte.

    Im UK-Fieber angekommen, kann ich mich nicht zügeln und gönne mir ein English Breakfast, da ich schon etwas spät dran bin, erwecke ich damit den britischen Humor des Kellners. Neben mir sitzen zwei Gibraltarianerinnen mit denen ich mich nach dem Essen kurz unterhalte. Sie scheinen sich definitiv als Britinnen zu identifizieren und sind gar nicht gut auf die Spanier zu sprechen. Das liegt wohl an der jüngeren Vergangenheit in der Spanien, nach einem Referendum über die Zugehörigkeit Gibraltars, die Grenze schloss (1968-1983) - fanden die beiden wohl nicht so lustig, ebenso wie die Interaktion mit den Grenzbeamten.

    Nach dem Essen geht es weiter auf den Fels, die meisten nehmen hier kleine Busse, um sich über die kleinen, aber gut ausgebauten Straßen über den Felsen von Gibraltar von Attraktion zu Attraktion fahren zu lassen. Ich gehe zu Fuß, stolpere über den Botanischen Garten, wandere zu den Herkulessäulen, von denen sich wunderbar das afrikanische Festland erblicken lässt und schlendere von dort weiter zu einer riesigen Tropfsteinhöhle, der St. Michael's Cave. Einige der Stalagtiten haben hier - mit ein ganz wenig Fantasie - die Gestalt eines Engels, welche mit ein paar Lichteffekten untermalt wieder. Daher der Name der Höhle.

    Beim Weiterwandern treffe ich einige Gibraltar-Äffchen, die hier von allen Touris gesucht werden - sind aber auch wirklich süß!
    Dadurch, dass ich zu Fuß unterwegs bin (und mich vorher nicht wirklich über die Öffnungszeiten informiert habe), schaffe ich es nach dem Besuch von ein paar guten Aussichtspunkten nur noch, die "Great Siege Tunnels" zu besichtigen. Interessant so wie die gesamte Geschichte Gibraltars, welches in der Vergangenheit ein paar Mal die Hände wechselte, seit 1713 in britischen Händen ist und seitdem militärisch - vor allem durch Tunnelsysteme - ausgebaut wurde. Die WW II Tunnels und die Maurische Burg wären sicherlich auch noch spannend gewesen, allerdings bin ich hier eben in der UK und nicht mehr in Spanien, sodass alles etwas früher schließt - muss wohl nochmal hier her kommen.

    Ich schlendere zurück in die Stadt und schließe den Abend natürlich mit eine Portion Fish & Chips (und irgendeinem englischen Bier) ab, bevor es mit dem Bus zurückgeht.
    Gibraltar war klasse und ich habe richtig Lust auf Großbritannien bekommen...Mal schauen wie lang die Reise geht.

    In der Unterkunft angekommen, bemerke ich beim Packen einen Platten am Vorderrad. Woher kommt der denn? Heute bin ich doch gar nicht gefahren? Und zählt das dann überhaupt in die Statistik? Vor dem Schlafen gehen wird also koch einmal der Schlauch geflickt.
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  • Bilanz Spanien - Ankunft Marokko

    28. helmikuuta 2024, Marokko ⋅ ☀️ 16 °C

    Algericas - Tarifa - Tanger:

    Heute geht es nach Marokko, zunächst muss ich allerdings nochmal den Reifen flicken. Die selbstklebenden Flicken scheinen nicht so gut zu funktionieren. So langsam kommt auch etwas Aufregung dazu, während der Fahrt nach Tarifa (Fährhafen Spanien) wird diese aber etwas unterdrückt. Es gibt lediglich eine Schnellstraße mit kleinem Seitenstreifen, das erfordert höchste Aufmerksamkeit.

    Tarifa stellt sich als wunderschönes kleines Städtchen heraus. Einige Läden haben geschlossen, da heute scheinbar Feiertag (Andalusien Day) ist. Dafür finde ich aber viele niedliche Cafés und Bäckereien, die mich nicht ohne zwei Mal anzuhalten und ein paar Leckereien zu kaufen, vorbeiziehen lassen;-) Natürlich gibt es auch einige Kunsthandwerk- und sogar Vintage Läden fühlt sich an wie in einem hippen Dorf. Und auch wenn sehr viele Touris herum laufen, wirkt es doch nicht überfüllt oder unangenehm.

    Ansonsten treffe ich heute auch auf viele nette Leute, morgens im Airbnb auf Jasmin, die am nächsten Tag ebenfalls nach Marokko zum Backpacken möchte, ein tschechisches Ehepaar, das unglaublich von meinem Fahrrad bzw. der Tour begeistert ist, Ben aus der Schweiz ebenfalls mit dem Rad unterwegs, aber leider nicht mit genügend Zeit für Marokko, einen netten spanischen Polizisten, mit dem ich mich beim Warten an der Fähre unterhalte und auf marokkanischer Seite folgen weitere, doch dazu weiter unten.

    Bilanz Spanien:
    Kürzeste Strecke:  500 m
    Längste Strecke: 119 km
    Platten: 1
    Reisetage (davon Radeltage): 40 (30)
    Zelt (davon Campingplatz): 19 (2)
    Unter freiem Himmel: 2
    WarmShowers und Leute: 9
    Hostel/Hütte: 3
    Airbnb: 7
    Verloren: Geschierhandtuch
    Mit dem Rad umgefallen: 1
    Kaputgegangen/Ersetzt: Isomatte
    Wetter: Angenehm warm, manchmal etwas windig 
    Essen: Empanadas (interessanterweise vorwiegend im Norden), etliche Kaffees, Paella, Bocadillos/Bocata, Churros, Roscos, Statt Porridge: gabs irgendwann feinen Hafergries oder Weizengries (Harina de trigo para freír - harina semolsa): richtig legga

    Die Fähre von Tarifa nach Tangier ist ein wahres Speedboot und benötigt nur eine Stunde - zugegeben, es schwangt etwas durch den Wind, aber mein Magen scheint es noch okay zu finden.

    Als die Fähre anlegt, muss ich noch ein, zwei Mal meinen Pass vorzeigen, bevor ich den afrikanischen Kontinent betrete. Es fühlt sich schon verrückt an, hier nun mit dem Rad angekommen zu sein. Es bleibt allerdings gar nicht viel Zeit, dies wirken zu lassen. Ein Mann möchte mir direkt eine SIM-Karte verkaufen - für 30 Tage Marokko bräuchte ich mindestens eine mit 30 Go (GB) für 25 Euro. Ich lehne dankend ab und suche den nächsten Orange-Store auf, den ich mir zuvor auf meinen offline Karten abgespeichert habe. Dort erhalte ich meine SIM-Karte für umgerechnet 5 Euro - Augen auf beim SIM-Kartenkauf. Noch etwas Bargeld abgehoben und dann gehts zum Bahnhof ein Ticket nach Fes organisieren.

    Nun erlebe ich das erste Mal richtig den Straßenverkehr hier. Ist schon etwas wuseliger, funktioniert aber aus welchen Gründen auch immer - zumindest sieht es so aus. Mitten auf einer Kreuzung ist ein Taxifahrer unter seiner Motorhaube am hantieren, es wird viel, aber nicht unangenehm laut gehupt und alle scheinen einen Überblick über das Geschehen zu haben.
    Am Bahnhof angekommen bin ich etwas verwundert, dass ich mein Rad nicht mit in die Bahnhofshalle nehmen darf (wo dort doch das Ticketoffice des Busunternehmens ist). Die "strenge" Regel steht im Kontrast zu dem zumindest gefühlt sehr ungeregelt Verkehr. Allerdings finde ich einen freundlichen Polizisten, der während meines Ganges zum Schalter um mein Fahrrad patrouilliert.
    Das Busticket, was ich brauchte, gabs hier leider nicht, also fuhr ich nochmal durch die Stadt zum nächsten Busbahnhof, wo mein Ticket nach Fes für den nächsten Tag bekomme (Fahrräder gehen nicht im Zug, daher Bus).
    Im Anschluss gehts dann zurück in die Medina (Stadt - meist ist damit die Altstadt gemeint) in der Nähe des Hafens, wo ich mein Hostel habe. Auf dem Weg wollen mit etliche Menschen den Weg zeigen. Alle kennen Berlin, Hamburg, Hannover, Dortmund und haben komischerweise einen Bruder in München - es müssen wirklich viele Marokkaner in München leben. Ein Glück wurde ich vorgewarnt, dass die freundlichen Hilfsangebote immer an die Erwartung einer kleinen Spende gekoppelt sind. Auch hier lehne ich dankend ab, was manchmal gar nicht so einfach ist, da ich einfach begleitet werde.
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  • Tangier - Fes: Beschmuh in die Medina

    29. helmik.–2. maalisk. 2024, Marokko ⋅ ☀️ 17 °C

    Heute Morgen geht es direkt wieder zum Busbahnhof. Das Rad passt entspannt rein und dann beginnt die 6-stündige Fahrt nach Fes. Interessanterweise an der Küste entlang, wo wirklich alles grün ist. Auch wenn ich nur nicht radel, ist die Busfahrt quer durchs Land eigentlich ganz cool, so sehe ich schon einiges und bekomme auch einen Eindruck von den Straßenverhältnissen beim Radfahren.

    Neben den vorgesehenen Haltestellen gibt es nur eine längere Pause an einer Art Raststätte. Der Bus hält mit der Windschutzscheibe 5 cm vor ein paar herabhängenden Schafhälften. Dahinter das Restaurant oder der Imbiss, wo diese gegrillt und Tajine zubereiter wird, ein kurioses Bild.
    Die Busfahrt verbringe ich vorwiegend damit, aus dem Fenster zu schauen. Es ist interessant zu beobachten, wie sich die Landschaft verändert. Und es ist verrückt, wie viele Menschen draußen auf den Straßen unterwegs sind. Manche zu Fuß, manche mit Eseln, manche mit Fahrräder, andere im Auto oder auf der Ladefläche, Hirten mit Schafen und Leute die Felder bestellen. Auf jeden Fall wimmelt es nur so von Menschen.

    Beim Aussteigen aus dem Bus treffe ich noch Julian aus der Schweiz, mit dem ich mich noch zum Abendessen und schlendern durch die Medina von Fes verabrede. Erst aber muss ich ins Airbnb, welches in der Nähe der Medina liegt, einchecken. Mit dem Fahrrad bin ich schnell da, in den kleinen Gassen ist die Orientierung jedoch gar nicht so einfach. Diesmal möchte ein Mann mir wirklich helfen und bringt mich zum Eingang des Airbnb - gar nicht so einfach zu unterscheiden, wer freundlich Hilfe anbietet und wer einfach nur Geld verdienen oder etwas verkaufen will.

    Später treffe ich mich mit Julian. Wir schlendern durch die Medina und essen in einem Restaurant eine leckere Tajine - nachdem uns der Koch mit einem günstigen Angebot gelockt hat. Beim Essen werden die Restaurantbesucher noch von zwei Musikern überrascht. Da auch die Marokkaner selbst ordentlich mitklatschen und singen, fühlt es sich nicht nach irgendeinem Touri-Abklatsch an. Ein schöner erster Abend.

    Den nächsten Morgen beginne ich mir einer Freewalkingtour durch die Medina. Hier werden natürlich die 'wichtigsten' Sights abgeklappert und es gibt ein paar interessante Infos. Zum Beispiel, dass es in Fes drei Medinas gibt (eine alte aus dem 9. Jahrhundert, eine aus dem 13. Jahrhundert und eine aus der französischen Zeit) oder dass man sich in den schmalen Gassen zurecht finden kann, wenn man auf die Formen der Straßenschilder achtet: Sechseckig bedeutet Sackgasse, viereckig und quadratisch bedeutet Durchgang. Ansonsten gibt es eine Berber Apotheke, die (älteste) Universität, eine der für Fes berühmten Gerbereien und noch mehr zu sehen. Der Freewalkingtourguide ist allerdings mittelmäßig ambitioniert, telefoniert immer wieder und spult ansonsten sein Programm herunter. So ganz lässt sich auch nicht sagen, wie viel Wahrheitsgehalt seine Erzählungen oder Antworten auf Fragen haben und wie er mit den Besitzern der Shops, die wir besuchen unter einer Decke steckt - die wollen nämlich eher etwas (zu teilweise utopischen Preisen) verkaufen, statt über ihre Arbeit zu berichten - ist ja auch verständlich.

    Am Nachmittag kommen dann Christoph und David an. Wir schlendern nochmals durch die Altstadt und gönnen uns dann eine riesige Portion Couscous in unserer Unterkunft - yummy.

    Ansonsten kommen mir noch ein paar gemischte Gedanken bei den vielen Eindrücken in den Kopf: Ist es gut als Touri hier die Arbeitsbedingungen z. B. in der Gerberei zu unterstützten, den Müll, der im Fluss landet und was ist mit der Hygiene bei Essen vom Markt? Katzen stöbern im Müll und springen eben auch mal auf die Gemüsestände, die Säcke mit Oliven sehen so aus, als würden sie nachts draußen auf dem Boden gelagert - nur eine Plastikschicht trennt sie von den Steinen über die morgens das Spülwasser und Müllreste schwimmen. Wem kann man 'trauen' und wer will einem nur etwas andrehen? Ich wurde noch nie so oft gefragt, ob ich nicht Cannabis kaufen möchte wie hier. Oder überhaupt, ob ich nicht irgendetwas kaufen möchte. Man fällt eben auf als Touri.
    Was sind normale Preise und wo wird man über den Tisch gezogen? Wo verhandelt man, wie stark und wo nicht? Vielleicht werde ich das ja in den nächsten Wochen herausfinden.
    Wie passen die schmucken Moscheen, Innenhöfe in der Altstadt und die Touristen zu den teils wirklich arm aussehenden Menschen, streunenden Katzen und Müllbergen zusammen?
    Ich bin nicht überrascht über diese Dinge, ich habe sie erwartet, aber sie zu sehen macht nachdenklich.
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  • Fes - Immouzer Kandar: Rokko Rider

    2. maaliskuuta 2024, Marokko ⋅ ☀️ 13 °C

    Früh morgens schlendern Christoph und ich nochmal durch die Medina. Die Straßen sind nun viel leerer, nur die Händler bauen ihre Stände auf oder Lieferungen werden per Handkarren oder Esel durch die Gassen transportiert. Gemüsehändler waschen ihre Waren und der ein oder andere Stand wird von Katzen durchstöbert oder diente diesen als Nachtlager.

    In unserer Unterkunft gibt es dann leckeres Frühstück - Meloui, unser späteres Marokko-Food-Highlight. Die kulinarische Melange aus Naan, Pfannkuchen und Crossaints.

    Wir radeln los und stoppen nochmal an einem Supermarkt, um uns mit Proviant einzudecken. Ein westlicher Supermarkt, im 'modernen' Fes. Hier alles, was es bei uns auch gibt oder sogar noch mehr. Westliche Produkte scheinen allerdings einen stolzen Preis zu haben, warum auch immer. Vielleicht eine Art Lifestyle. Auf jeden Fall denke ich nicht, dass es gerechtfertigt ist, MarokkanerInnen für eine Nivea Sonnencreme 20 Euro zahlen zu lassen, aber vielleicht gibts sie ja auch nur für uns Europäer hier.

    Es dauert eine Weile, bis wir aus der Stadt kommen. Das Stadtumland ist dicht besiedelt und mit landwirtschaftlichen Flächen durchsetzt. In einem Wasserloch vor der Stadt waschen einige Bauern und Bäuerinnen ihr Gemüse. Etwas später werden wir dann auch direkt vom ersten Hund 'attackiert', der schlüpft bellend unter einem Zaun des Grundstücks hindurch. Absteigen, umdrehen, Fahrräder zwischen ihn und uns und er weicht zurück.

    Die abendliche Unterkunftssuche gestaltet sich etwas schwieriger als gedacht. Der auf der Karte verzeichnete Zeltplatz stellt sich als Dorfspielplatz mit viel Müll heraus, auf dem noch reges Leben herrscht. Unser Booking.com versuch wird uns quasi vor der Nase weggebucht. Wir sehen noch das Auto in die Unterkunft fahren, die wir buchen wollten. Doch gleichzeitig treffen wir dort einen Mann, der uns weiter hilft. Er spricht gutes Englisch und kenne jemanden, der eine Unterkunft hätte. Ein Anruf, dann folgen wir ihm zum Marktplatz. Dort wird uns ein recht wohlhabend aussehender Mann vorgestellt, es folgt ebenfalls ein Telefonat. Er könne uns ein Zimmer vermieten und seine Kinder würden auch Deutsch sprechen. Klingt gut, er schickt uns mit einem Jungen, der uns den Weg zeigen soll, los. Im Dunkeln folgen wir ihm durch die Stadt in eine Wohngegend, etwas unheimlich ist es schon, insbesondere, als er dann in den Hof einbieg und gleichzeitig eine kleine Gruppe Menschen die Straße kreuzt. Wir zögern ihm durch das Tor zu folgen. Dann erklingt ein paar Worte auf deutsch, die besagten zwei Kinder begrüßen uns. Erleichterung. Sie zeigen uns das Zimmer, welches sich als ganze Wohnung herausstellt. Luxus und was für ein Zufall, dass hier Leute Deutsch lernen - warum? Darauf gibt es Morgen eine Antwort.
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  • Imouzzer - Ifrane: Regen im Skiparadies

    3. maaliskuuta 2024, Marokko ⋅ ☁️ 8 °C

    Der Tag beginnt wie vorhergesagt und trotzdem nicht gewollt: regnerisch und kalt. Nach der vertagten Entscheidung, wie wir den Tag verbringen möchten, grübeln wir ein wenig mehr und entscheiden uns für eine Lösung zwischen einfach weitermachen und im Ort bleiben. Wir werden zur nächst größeren Stadt fahren, um wenigstens ein paar Kilometer zu schaffen. Vor dem Losfahren verabschieden wir uns von der Tochter der Wohnungsbesitzer*innen, Sheymae. Sie erzählt uns auf gutem Deutsch, dass sie Krankenschwester ist und in 9 Monaten nach Stuttgart für die Arbeit zieht.

    Wir machen das Beste aus dem Regen und fahren zügig eine kleine wenig befahrene Straße Richtung Süden. Der Weg führt uns zunächst zwischen Apfelplantagen so weit das Auge blicken kann entlang. Wahrscheinlich bekommen wir in Deutschland von hier unsere Äpfel her, wenn Marokko als Ursprungsland genannt wird. Christophs Regenjacke gibt als erstes den Geist auf und wird undicht. Hände und Gesicht sind aber bei uns allen sowieso schon durchnässt und kalt. Nach 40 km und ein paar netten Aussichten erreichen wir mit plötzlich auftretendem starken Verkehr Ifrane. Trotz des Regens sehen wir viele Leute auf der Straße, sogar Menschen die bei dem Regen picknicken.

    Nach einer kleinen Aufwärmpause in einem Kaffee finden wir nach zwei Anläufen eine nette Unterkunft bei einer Familie. Mit Gasheizung in unserem Zimmer und Dusche geht's uns bald schon viel besser. Uns wird erzählt, dass die Stadt voller Menschen ist, weil alle dachten, dass es schneien würde und deshalb Menschen aus den großen Städten für das erhoffte Spektakel hier her kamen. Und auch sonst ist Ifrane sehr speziell. Stark ausgebaut unter der französischen Kolonialherrschaft hat sie ein sehr europäisch geprägtes Stadtbild, Parks und Satteldachhäuser inklusive. Das Schnee- und Skiresort in direkter Nachbarschaft zum Ort lässt die gesamte Stadt ein wenig wie ein Kitzbühel Marokkos erscheinen.

    Am Abend machen wir einen kulinarischen Rundgang auf dem Zentralmarkt mit Meloui, Tajine und Minztee und freuen uns auf das warme und vor allem trockene Bett danach.
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  • Ifrane-Itzer: Wer hat das Sagen im Dorf?

    4. maaliskuuta 2024, Marokko ⋅ ☀️ 17 °C

    Ein Beitrag von David:

    Die Ortsdurchfahrt von Itzer ist eigentlich viel zu breit für ein so kleines Dorf… in der Schweiz wäre das hier eine vierspurige Autobahn - Itzer soll noch ein paar weitere Besonderheiten für uns parat haben.

    Morgens starten wir knapp 100 km nördlich bei einer sehr gastfreundlichen Familie im Whistler Marokkos: Ifrane. Nach unserer Leibspeise Meloui und Cafe gehts vorbei an einem Löwen, dem Wahrzeichen der Stadt, Richtung Süden.

    Wir fahren endlich in die Berge. Die Bergstraße schlängelt sich durch Wälder, wir kommen an einem Parkplatz voller Nobelkarossen mit europäischen Kennzeichen vorbei - nicht gerade unser Highlight des Tages. Doch das erste folgt schon nach einem kleinen Anstieg - wir sehen die ersten Affen. Leider scheinen sie nur hier zu sein, weil sie von Menschen gefüttert werden. Wenigstens ist hier auch die Hütte des Skivereins Ifrane.

    Anschließend öffnet sich die Landschaft, es gibt kaum mehr Bäume. Wir sind auf einer Hochebene, die von Schäfern mit großen Herden durchkämmt werden.

    Nach einer ersten Abfahrt geht es weiter nach oben für uns… die Landschaft bleibt karg, hier fließt nur noch ein kleines Rinnsal. Und doch gibt es jetzt für uns etwas zu feiern - die 2000er (Höhenmeter) Party.

    Es folgt eine atemberaubende Abfahrt durch eine bewaldete Schlucht, an deren Ende wir über eine Hochebene blicken. Am anderen Ende türmen sich schneebedeckte Gipfel auf.

    Wir verlassen die Hauptstraße zu einem Dorf. Hier wollen wir einen Campspot für die Nacht finden. Zwei französische Motorräder sind ein guter Anhaltspunkt am Ortseingang von Itzer. Bei Ihnen sitzt Mumi, der uns gleich sein Grundstück hinter dem Dorf zum Zelten anbietet. Wir fahren euphorisch wegen des schnellen Erfolges los. Auf der Schotterpiste zum Grundstück überholt uns ein Polizeiauto passieren und hält vor uns an. Nach einer Passkontrolle wird klar, wir dürfen nicht einfach bei jemandem zelten - zu gefährlich. Stattdessen sollen wir auf dem Marktplatz unsere Zelte aufschlagen. Frustriert erzählen wir das Mumi, der uns dort passiert. Schnell wird klar, wer der Chef im Dorf ist: Christoph fährt mit ihm und unseren Pässen zur Polizeiwache. Nach einer kleinen Ewigkeit kommen sie zurück mit freudiger Botschaft: Wir bekommen die Wohnung von Mumis Mutter für die Nacht. Den Abend in Itzer lassen wir mit Tee in Mumis Küche ausklingen, zusammen mit seinen französischen Gästen Valerie, Denis, Max und Mumis Frau Fatima. Warum die Straßen hier so breit sind, konnte uns Mumi aber auch nicht so genau erklären.
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