Alzey
11–12 Dis 2025, Jerman ⋅ ☁️ 8 °C
(English Version Below)
Als ich irgendwann die letzten Tage mal mit jemandem gesprochen habe, der unlängst Geburtstag hatte, haben wir uns über das Dreivierteljahrhundert unterhalten, dass wir nunmehr in dieser Welt leben. Und tatsächlich sind wir uns darüber einig, dass dieser Zeitraum mit all seinen Unmöglichkeiten, aber auch mit dem, was durchaus möglich ist, insgesamt ein Plus verdient.
Nicht so eins kurz vor dem Absturz, sondern tatsächlich eher auf einem hohen Level, denn - und das ist uns bei allen Up and Downs bewusst - diese Zeit ist geprägt von der Hoffnung auf Veränderung. Wir haben geglaubt, wir könnten die Welt ändern, sie zu einem besseren Ort machen, mit all den Feinheiten, die wir in den Begriff der Liebe gewoben haben. Für die Menschen, zu den Menschen, mit den Menschen.
Auch wenn sich so manches nicht oder nur minimal verändert hat, ist das immer noch meine Hoffnung, dass meine positive Einstellung, mein zukunftsorientiertes Leben, natürlich auch mein Glaube, eine Basis sind, auf der eine klare Orientierung möglich ist.
Für mich und jedes Wesen, dass in meiner Nähe lebt. Und ich bin nicht alleine. Überall auf der Welt leben Menschen in diesem Bewusstsein, auch wenn sie viel jünger sind. Das stimmt mich froh und weckt mich auf, wenn ich müde werde.
Wir haben uns von Brigitte und dem Türken gestern verabschiedet. Irgendwo auf dem Col de Donon im leichten Nieselregen. Rückblickend war das eine gute Zeit miteinander, auch wenn Hilde dem Vasco am Ende keine freundlichen Worte ins Ohr geflüstert hat, weil sie einfach nichts abgeben will, der Papa sich aber nicht an diese Regel hält.
Die letzten Nächte haben wir in Dörfern hinter Kirchenglocken gestanden, heute morgen sind Hilde und ich im stillen elsässischen Ort Pfaffenhofen aufgewacht, jetzt stehen wir in Alzey auf einem großen Parkplatz mitten in Deutschland. Für eine Nacht ist das sicher in Ordnung, Hilde hat das letzte Grün begrüßt, die Nacht legt ihre zarten Hände über uns.
Ein paar Bilder von unterwegs, meine Gedanken waren vielfältig beschäftigt, sodass ich nicht viel gesehen habe. Aber die Nebel lüften sich, der Morgen wartet mit Vorfreude.
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When I spoke to someone the other day who had recently celebrated a birthday, we talked about the fact that we've now been alive for three-quarters of a century. And we actually agreed that this period, with all its impossibilities but also with what is quite possible, deserves a positive overall assessment.
Not one of those times on the brink of collapse, but actually rather at a high level, because—and we're aware of this despite all the ups and downs—this period is characterized by the hope for change. We believed we could change the world, make it a better place, with all the subtleties we wove into the concept of love. For humanity, to humanity, with humanity.
Even if some things haven't changed, or only minimally, it remains my hope that my positive attitude, my future-oriented life, and of course my faith, provide a foundation upon which clear direction is possible.
For me and every being that lives near me. And I'm not alone. People all over the world live with this awareness, even if they are much younger. That fills me with joy and awakens me when I feel tired.
We said goodbye to Brigitte and the Turk yesterday. Somewhere on the Col de Donon in a light drizzle. Looking back, it was a good time together, even though Hilde didn't whisper any kind words in Vasco's ear at the end because she simply doesn't want to share anything, but her father doesn't abide by that rule.
For the past few nights, we've been camping in villages behind church bells. This morning, Hilde and I woke up in the quiet Alsatian town of Pfaffenhofen, and now we're in a large parking lot in the middle of Germany. It's certainly fine for one night. Hilde greeted the last of the green, and the night gently embraced us.
A few pictures from the road; my mind was preoccupied, so I didn't see much. But the fog is lifting, and morning awaits with anticipation.Baca lagi
Hofmetzgerei Fürnstall
13 Disember 2025, Jerman ⋅ ☁️ 6 °C
(English Version Below)
Als wir Platz nehmen, sind die Gänse schon in ihrem Stall. Eine kleine Katze hat sich sehr beeilt, um vor uns den Hof zu überqueren. Noch lange geht immer wieder das Licht an, so ein Bauernhof kennt erst spät seinen Feierabend.
In der Metzgerei habe ich lecker eingekauft, unser Abendessen ist ein kleiner Spaziergang durch die verschiedenen Wurstsorten. Da muss ich gleich mit ein bisschen Ziege den Magen beruhigen. Die Nacht wird still, so wie die Hilde oft leise ist während des Tages, mich lange anschaut. Ob sie den Türken und Brigitte vermisst.
Wir überqueren den Rhein mit der Fähre bei Rüdesheim, zum ersten Mal heute kommt ein bisschen Sonne raus, legt sich in Hilde's Gesicht. Wir queren Richtung Bad Schwalbach durch einen langen, kahlen Wald, sehen oberhalb von Dietz die Sonne schlafen gehen, und den Himmel sich noch verfärben, als wir einige Zeit später spazieren gehen.
Facebook bietet mir heute eine alte Erinnerung an, meinen 66. Geburtstag in einem Hotel in Werder mit Menschen, die ich im Laufe der langen Reise verloren habe. Hilde ist knapp anderthalb Jahre alt, wir sind etwas sechs Monate im blauen Bus unterwegs. Ein bemerkenswertes Bild, und ja, die Haare sind renaturiert, die letzten Erinnerungen an eine vergangene Liebe, die mich nicht an ihrer Seite ergrauen lassen wollte.
Geschichte. Die Nacht wird kalt, Bodennebel kriecht durchs Gras, ich war noch kurz mit Hilde draußen, wir machen es uns gemütlich. Bisschen Standheizung, unter die Bettdecke kuscheln, der Nacht zuhören, wie sie vorsichtig in unsere Träume hineinschleicht.
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As we sat down, the geese were already in their barn. A small cat had hurried across the yard ahead of us. The lights kept switching on and off for a long time; a farm like this doesn't know when to call it a day until late.
I bought some delicious things at the butcher's; our dinner is a little stroll through the different kinds of sausage. I'll have to settle my stomach with a bit of goat's milk right away. The night is quiet, just as Hilde is often quiet during the day, looking at me for a long time. I wonder if she misses the Turk and Brigitte.
We cross the Rhine by ferry at Rüdesheim; for the first time today, a bit of sun comes out, warming Hilde's face. We cross towards Bad Schwalbach through a long, bare forest, watching the sun set above Dietz, and the sky still changing color when we go for a walk some time later.
Facebook offers me an old memory today: my 66th birthday in a hotel in Werder with people I've lost touch with over the course of this long journey. Hilde is almost a year and a half old; we've been traveling in the blue bus for about six months. A remarkable image, and yes, her hair has grown back naturally, the last vestiges of a past love who didn't want me to go gray by her side.
Story. The night is getting cold, ground fog is creeping through the grass, I was outside briefly with Hilde, we're getting cozy. A little bit of auxiliary heating, snuggling under the covers, listening to the night as it gently creeps into our dreams.Baca lagi

Pengembara
Ich dachte zuerst, daß muss dein Sohn sein, soooo eine Ähnlichkeit, dann habe ich den Text gelesen!😁
Schloss Pfaffenhofen
14 Disember 2025, Jerman ⋅ ☁️ 5 °C
(English Version Below)
Volltreffer. Der kostenlose Stellplatz in Bergheim ist Parkplatz für den beliebten Weihnachtsmarkt im gegenüberliegenden Schloßpark. Neben einem niederländischen Camper finde ich grade noch so ein Plätzchen für die Nacht. Ansonsten nur Partygäste.
Hilde bekommt einen Markknochen von der Hofmetzgerei zwischen zwei Spaziergängen, wobei dieser Ausdruck doch eher sehr hochtrabend ist für unsere Toilettengänge über die nahegelegene Wiese.
Ich bin verhustet, und mein Bauch hat die etwas übermäßig genossenen Wurstwaren nicht ganz verarbeitet. Wobei erst der Käsekuchen vom Edekabäcker an der Landstraße den Ausschlag gegeben hat.
Und der Bungalow liegt mir auch im Magen. Denn Montag geht der Bus in die Reparatur, und wir brauchen eine Übernachtung für vier Tage. Also haben wir uns auf dem Campingplatz eingenistet, was mich zu internen Listen führt, was ich alles mitnehmen muss.
Und überhaupt, von Wohlfühlen kann außerhalb des blauen Bus keine Rede sein, das ist einfach unser liebster Ort. Wir verabschieden uns mittags vom Hausherrn, der uns einlädt, jederzeit vorbei kommen zu können, wir müssen uns nicht anmelden, für uns sei immer Platz.
Das ist ein warmherziger Gedanke, der uns durch den kalten, nebligen Tag führt, den wir vom Westerwald über die Sieg bis nach St. Augustin tragen. Hier nehmen wir die Autobahn, die uns mit Stau auf der Gegenseite begrüßt.
Früher hat mich eine leichte Unruhe eingefangen, wenn ich in der Kölner Region unterwegs war, habe ich doch gute Jahre in der Stadt verbracht.
Prägende Jahre, wenn man genau hinschaut, das kann man wechselseitig sehen, denn es war alles dabei. Und das meine ich auch so. Heute versuche ich, mich an das Gute zu erinnern, das Andere als Lernmaterial zu betrachten. Und ja, es kribbelt auch nicht mehr.
Türen klappern, Motoren starten, irgendwann nach einundzwanzig Uhr wird es sicherlich hier still werden. Hilde schläft schon mal vor, der blaue Bus auch, während ich mich noch mit einigen Gedanken beschäftigen werde.
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Bullseye! The free parking space in Bergheim is for the popular Christmas market in the castle park opposite. I just barely manage to find a spot for the night next to a Dutch camper. Otherwise, it's all partygoers.
Hilde gets a marrow bone from the local butcher between walks, although that's a rather grand term for our trips to the toilet across the nearby meadow.
I have a cough, and my stomach hasn't quite digested the somewhat excessive amount of sausage I consumed. It was the cheesecake from the Edeka bakery on the main road that finally did the trick.
And the bungalow is also weighing on my mind. The bus is going in for repairs on Monday, and we need somewhere to stay for four days. So we've settled into the campground, which has led me to make internal lists of everything I need to bring.
And anyway, there's no question of feeling comfortable outside the blue bus; it's simply our favorite place. We say goodbye to the owner at midday, who invites us to drop by anytime; we don't need to let him know, there's always room for us.
That's a heartwarming thought that carries us through the cold, foggy day as we travel from the Westerwald region, across the Sieg River, to St. Augustin. Here we take the motorway, which greets us with a traffic jam on the other side.
I used to feel a slight restlessness whenever I was in the Cologne area, having spent some wonderful years in the city.
Formative years, if you look closely—you can see it that way both ways, because it was a mixed bag. And I mean that sincerely. Today I try to remember the good things, to view the other experiences as learning material. And yes, that familiar itch is gone now.
Doors rattle, engines start; sometime after 9 p.m., it will surely become quiet here. Hilde is already asleep, as is the blue bus, while I'll be pondering a few more thoughts.Baca lagi
Goch
15 Disember 2025, Jerman ⋅ 🌙 4 °C
(English Version Below)
Heute haben wir zwei kleine Abstecher gemacht. Vor einigen Tagen, als wir noch in Frankreich waren, hat mir ein sehr lieber Mensch erzählt, wie sehr ihr diese dunkle Jahreszeit zusetzt, in der sie ja wegen ihrer Lebensumstände nicht einfach mal eben in den Süden, in die Sonne und Wärme fahren kann.
Ich habe ihr versprochen, mal kurz vorbei zu kommen und ihr von allem ein bisschen mitzubringen. Vom Meer und dem Strand, von den Zedern in den Weinbergen, den Schafen in den Wäldern und Wiesen, den Bäumen der Walnuss, der Olive und der Kapern auf steinigem, kargen Boden des Südens. Ein bisschen was für Seele und Herz, für den Bauch und den Geschmack.
Wir treffen uns kurz hinter der niederländischen Grenze, Hilde bellt ihre Ankunft lauthals in den Mittag, lange bevor ich sie kommen sehe. Sie hat uns ein bisschen Weihnachten in den blauen Bus gebracht, ihr Lachen und ihre Augen, wenn sie erzählt, eine Umarmung zum Abschied, und ein Engel, der jetzt im Sonnenschein mit uns fährt.
Bis in die dunkle Nacht fahren wir nordwärts, die niederländische Grenze links von uns, nach Goch auf einen Stellplatz, dessen Preis sich überraschend verdoppelt hat. Nun, für zehn Euro hätte ich auch im Umland übernachten können, aber jetzt sind wir halt hier.
Es gibt einen anderen lieben Menschen in meinem Leben, den ich schon lange kenne, und der ein, vielleicht zwei Mal im Jahr anruft. Dann reden wir miteinander. So wie heute. Er war mein Pastor, ich war sein Dirigent in der Ausbildung zum Sozialarbeiter, zusammen haben wir viele Berührungspunkte gehabt.
Wenn es jemanden gibt, der viel von mir kennt, was sonst keiner weiß, dann er. Also möchte ich gerne, dass er auf meinem letzten Weg die Türen schließt. Daran erinnere ich ihn, und er fragt, wo kommst du her.
Und so mache ich heute einen zweiten Abstecher in die Geschichte meiner Eltern, sofern ich sie miterlebt habe, und von dem, was ich mittlerweile weiß, der Rest ist reine Vermutung. Eine Story der losen Enden. Und wenn es nicht väterlicherseits einen Stammbaum gäbe, der bis ins 16. Jahrhundert zurückgeht, könnte es mich glauben machen, da wäre nichts vor meiner Geburt gewesen.
Lediglich ein Mann und eine Frau, die sich nach dem Krieg begegnet sind, ein Kind gezeugt haben. Wir haben ein gutes Gespräch, ich bin frei von Bitterkeit oder Verzweiflung, lebe immer noch als ein Geschenk Gottes, in großer Dankbarkeit, sein zu dürfen.
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Today we made two short detours. A few days ago, when we were still in France, a very dear person told me how much this dark time of year affects her, as she can't simply travel south to the sun and warmth due to her circumstances.
I promised her I'd pop over and bring her a little bit of everything. From the sea and the beach, from the cedars in the vineyards, the sheep in the forests and meadows, the walnut, olive, and caper trees on the stony, barren soil of the south. A little something for the soul and heart, for the stomach and the taste buds.
We meet just across the Dutch border. Hilde announces her arrival with loud barks long before I see her. She's brought a little bit of Christmas to our blue campervan: her laughter and her eyes when she talks, a hug goodbye, and an angel now riding with us in the sunshine.
We drive north until the dark of night, the Dutch border to our left, to Goch and a campervan site whose price has surprisingly doubled. Well, I could have stayed somewhere else for ten euros, but here we are now.
There's another dear person in my life, someone I've known for a long time, who calls once or twice a year. Then we talk. Like today. He was my pastor, I was his mentor during my social work training, and together we've had a lot in common.
If there's anyone who knows a lot about me that no one else does, it's him. So I want him to close the doors on my final journey. I remind him of this, and he asks, "Where are you from?"
And so today I'm taking a second detour into my parents' story, insofar as I experienced it, and from what I know now; the rest is pure conjecture. A story of loose ends. And if there weren't a family tree on my father's side that goes back to the 16th century, I might think there was nothing before my birth.
Just a man and a woman who met after the war and had a child. We have a good conversation; I'm free from bitterness or despair, still living as a gift from God, with immense gratitude for being here.Baca lagi

PengembaraWie schön, dass du so bereichernde, erinnerungsträchtige und liebevolle Begegnungen mit lieben Menschen hattest! ❤️
Datteln
16 Disember 2025, Jerman ⋅ ⛅ 8 °C
(English Version Below)
"Atme frische Luft und starte energiegeladen in den Tag." So begrüßt mich mein Schrittzähler, während ich nach der Körperwäsche erstmal auf dem Küchenstuhl ausruhe. Ich habe zugenommen. Waage und Spiegel sind kompromisslos. Mein Gesicht schaut mich an, ich kann nicht weg gucken. Beim Anziehen der Stützstrümpfe ist mir einer zerrissen, das hat mich verängstigt, ob ich sie besser nachts anlassen sollte.
Die erste Nacht im Bungalow, die Matratze ist hart, ich wache häufig auf, träume wirres Zeug, mir tut jeder Knochen weh. Aber ich fühle mich okay. Seit einigen Tagen kann ich nicht mehr gut hören, habe noch einen Arzttermin kurz vor Weihnachten, es wird was Mechanisches sein, ein Haar auf dem Gehörgang, das passiert mir immer mal.
Der blaue Bus ist in der Reparatur, für Hilde ein Schreckensmoment, dann fährt uns Peter zum Campingplatz, wir hatten am Nachmittag schon alles eingeräumt. Trotzdem sieht es provisorisch aus. Ein kleines Haus mit grünem Rasen drum herum, viele Fenster, aber nur Hecken mit Himmel. Neben anderen kleinen Häusern, in denen sich die Menschen eingerichtet haben, sieht gemütlich und geschmackvoll aus.
Mein Bungalow hat sich in die Ecke versteckt, dreht der Straße den weißen Rücken zu, der Eingang ist nach hinten, wie ein Schneckenhaus umgedreht. Vielleicht zehn Quadratmeter, weite Wege, ein breites Bad, offene Türen. Wohnküche, Schlafzimmer, Flur. Eine Heizung, zuviele Spiegel.
Es ist kalt draußen. Vier Grad, später soll die Sonne scheinen. Wir versuchen, mit dem kleinen Garten fertig zu werden, Hilde ist da anspruchslos, und ich kann hinterher alles reinigen. Für einen größeren Spaziergang fühle ich mich heute morgen viel zu schlapp. Ich habe heute schon darüber sinniert, ob ich es schaffe bis zum Feldweg zu kommen, vorbei an all den gepflegten Menschen, die um uns herum wohnen, und uns schon gestern keines Blickes würdigten.
Hier fühle ich mich verletzbar. Ganz anders im blauen Bus, in unserem Zuhause. Aber gestern musste ich ja schon vom Eingang hierher gehen, also werde ich es auch heute schaffen. Es ist wie mit dem Strand - nur anders herum.
Hilde hat gefrühstückt, ich stelle fest, dass ich meine Müslischale vergessen habe, zum Glück gibt es hier sowas ähnliches. Vorhin die Pflaster von Hilde's Krallenwunden in meiner Haut gewechselt, gemerkt, dass ich nur wenig Verbandsmaterial mitgebracht habe. So kommt eins zum anderen.
Gestern fahren wir zum Schrauber, gehen nochmal aus dem Bus heraus spazieren. Bei Edeka kaufe ich Küchenstücke ein, zwei Streusel, zwei köstliche Rosinenschnecken. Kleine Frustis, denn Frust dürfte programmiert sein, wenn wir außerhalb vom eigenen System verletzbar werden.
Der Schadensgeber ist gefunden, sagt der Schrauber, er hat die Ersatzteile bestellt, die Kosten halten sich in Grenzen. Ich bin glücklich. Lege die Beine hoch. Trinke einen leckeren Tee zum Frühstück. Hilde schläft.
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"Breathe fresh air and start the day full of energy." That's how my pedometer greets me as I rest on the kitchen chair after washing. I've gained weight. The scale and the mirror are unforgiving. My face stares back at me; I can't look away. I tore one of my compression stockings while putting it on, which scared me, making me wonder if I should just leave them on at night.
The first night in the bungalow, the mattress is hard, I wake up frequently, have crazy dreams, every bone in my body aches. But I feel okay. For the past few days, my hearing hasn't been great, I have a doctor's appointment just before Christmas; it'll be something mechanical, a hair in my ear canal, that happens to me every now and then.
The blue bus is in for repairs, a terrifying moment for Hilde, then Peter drives us to the campsite. We'd already unpacked everything that afternoon. Even so, it looks temporary. A small house surrounded by green grass, lots of windows, but just hedges and sky. Next to other small houses where people have settled in, it looks cozy and tasteful.
My bungalow is tucked away in the corner, its white back to the road, the entrance at the rear, like an upside-down snail shell. Maybe ten square meters, long corridors, a wide bathroom, open doors. Kitchen-living room, bedroom, hallway. One heater, too many mirrors.
It's cold outside. Four degrees Celsius, the sun is supposed to shine later. We're trying to get the small garden sorted; Hilde is undemanding, and I can clean everything afterwards. I feel far too weak for a long walk this morning. I've already been wondering whether I'll even make it to the country lane, past all those well-groomed people who live around us and didn't even glance at us yesterday.
I feel vulnerable here. It's completely different in the blue bus, in our home. But I had to walk here from the entrance yesterday, so I'll manage it today too. It's like going to the beach – only the other way around.
Hilde had breakfast, and I realized I forgot my cereal bowl. Luckily, they have something similar here. I changed the plasters on Hilde's claw wounds on my skin earlier and realized I only brought a small amount of first-aid supplies. One thing leads to another.
Yesterday we went to the mechanic and went for another walk outside the bus. At Edeka, I bought some kitchen roll, two crumbles, and two delicious raisin pastries. Minor frustrations are inevitable when we become vulnerable outside our own system.
The culprit has been found, says the mechanic, he's ordered the replacement parts, and the costs are reasonable. I'm happy. I put my feet up. I'm having a delicious tea for breakfast. Hilde is asleep.Baca lagi
Cohen
17 Disember 2025, Jerman ⋅ ⛅ 6 °C
(English Version Below)
Ich habe meine Gedanken in eine Gedichtform gelegt. Es hilft zu verstehen, wenn man sich das Gedicht laut vorliest, um in den Rhythmus der Worte zu kommen, dann erschließt sich auch der Sinn.
Lese Cohen
Blaues Licht
Das Bild vom Enkel
Letzten Weihnachten
Hilde auf dem Sofa
Am Fenster
Schläft
Stille nur der Kühlschrank redet leise
Essen Trinken Warten
Draußen ist Nacht
Die Zeit vergeht
Langsam
Ich kann sie kaum Aushalten
So nah kommt sie mir
Wenn ich sitze
Bin ich schmerzfrei
Stehe ich auf
Von oben bis unten
Ein Schmerz
Habe mich zur
Hundewiese geschleppt
Mittagsschlaf gemacht
Versucht die Zeit zu Beschleunigen
Uns fehlt der blaue Bus
Die Möglichkeit der Bewegung
Abends müde sein
Ziegenjoghurt
Mit Hilde geteilt
Nochmal raus ins Kalte
Kaum ist die Sonne weg
Wartet die lange Nacht.
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I have put my thoughts into the form of a poem. It helps to understand it if you read the poem aloud to get into the rhythm of the words; then the meaning will also become clear.
Reading Cohen
Blue light
The picture of the grandson
Last Christmas
Hilde on the sofa
By the window
Sleeping
Silence, only the refrigerator speaks softly
Eating, drinking, waiting
Outside it is night
Time passes
Slowly
I can hardly bear it
It comes so close to me
When I sit
Am I pain-free
When I stand up
From head to toe
A pain
Dragged myself to the
dog park
Took a nap
Trying to speed up time
We miss the blue bus
The possibility of movement
Being tired in the evening
Goat yogurt
Shared with Hilde
Going back out into the cold
As soon as the sun is gone
The long night awaits.Baca lagi
Atemlos
18 Disember 2025, Jerman ⋅ ☁️ 9 °C
(English Version Below)
Der Himmel ist massiv. Wie eine leuchtende Wand. In fast außerirdischen Farben aus den Kategorien Rot und Gelb mit allen Nuancen dazwischen.
Der Morgen kommt kalt aus der Nacht. Hilde muss raus. Zwei Uhr morgens. Schwarzer Himmel. Mir frieren die nackten Beine. Unter der Bettdecke wird es erst langsam warm. Die Knie schmerzen, es gab keine Zeit, Bandagen anzuziehen. Wenn Hilde nachts raus muss, dann aber sofort.
War ein paarmal wach in der Nacht. Kann dann nicht immer einschlafen. Entweder Traum oder die Wirklichkeit hält mich wach. Manchmal auch die Stille. Als würde niemand mehr atmen.
Als meine Tochter klein war, musste sie ein Gerät tragen, dass im Notfall einen Alarm gab, wenn die Atmung ausgesetzt hat. Oder wenn sie sich gedreht hat und das haltende Pflaster aufgegangen ist. Oft zwei bis dreimal in der Nacht.
Jedesmal musste ich das Kind wecken, um festzustellen, dass es atmet, weil sie so tief geschlafen hat. Immer die Anspannung mit dem Kind im Arm, bis es sich bewegt. Irgendwann kannst du nachts nicht mehr richtig schlafen.
Jetzt schaue ich auf Hilde, ob sie atmet. Grade wenn sie so tief in ihren Träumen ist, habe ich schon manchmal gedacht, es sei zuende. Erholsame Nächte kenne ich nicht. Draußen hörst du jedes Geräusch. Um den Bus herum, früher um den Schlafsack. Unterwegs sein heißt letztendlich immer wachsam sein.
Den Bus kann ich heute abholen. Gestern lange telefoniert, weil nicht alles repariert werden kann. Zu wenig Zeit, keine pünktlich uns erreichenden Ersatzteile, Weihnachten birgt immer ein Risiko. Aber erstmal können wir gut fahren, müssen vielleicht im Januar nochmals zu einer Werkstatt. Vielleicht nehme ich die in Stuttgart, nach der letzten, guten Erfahrung.
Aber noch so eine Entscheidung. Schweißüberströmt. Wie nach dem Spaziergang am Nachmittag. Hatte Ibu genommen, Mittagsschlaf, dann raus. Rücken hält, aber von innen dringt Körperwärme gegen warme Luft draußen. Keine gute Kombination.
Hilde ist nicht zufrieden, also spielen wir im Haus, bis sie wieder müde wird. Verstecken und suchen, finden und fressen. Kann ich auch. Sieht man, sagt der Bauch. Und mein Sohn. Alle anderen sind höflich genug.
Zweiter Tag im Bungalow, dritte Nacht. Im Preis drin sind vier Weizenbrötchen. Die schneide ich in Scheiben und trockne sie für Hilde. Mir mache ich stattdessen ein Porridge mit Erdbeermarmelade.
Die Farben am Himmel sind weg. Der Tag wird grau. Hilde schläft wieder. Ich frühstücke. Der blaue Bus wartet auf uns. Mit seinen neuen Stoßdämpfern sieht er glücklich aus.
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The sky is massive. Like a luminous wall. In almost extraterrestrial colors from the red and yellow categories with all the nuances in between.
Morning dawns cold after the night. Hilde needs to get up. Two o'clock in the morning. Black sky. My bare legs are freezing. It's only slowly getting warm under the covers. My knees ache; there wasn't time to put on bandages. But when Hilde needs to get up in the night, it has to be right away.
I woke up a couple of times during the night. I can't always fall back asleep. Either a dream or reality keeps me awake. Sometimes it's the silence. As if no one is breathing anymore.
When my daughter was little, she had to wear a device that sounded an alarm in an emergency if she stopped breathing. Or if she turned over and the adhesive bandage came undone. Often two or three times a night.
Each time, I had to wake her to find out she was breathing because she was sleeping so deeply. Always the tension with the child in my arms, waiting for her to move. Eventually, you just can't sleep properly at night anymore.
Now I'm checking on Hilde to see if she's breathing. Especially when she's so deep in her dreams, I've sometimes thought it was all over. I don't know what a restful night's sleep is like. You hear every sound outside. Around the bus, and before that, around my sleeping bag. Being on the road ultimately means always being vigilant.
I can pick up the bus today. I spent a long time on the phone yesterday because not everything can be repaired. Too little time, no spare parts arriving on time, and Christmas always carries a risk. But for now, we can drive without any problems; we might have to go to a garage again in January. Maybe I'll use the one in Stuttgart, after our last good experience.
But another decision to make. I'm drenched in sweat. Just like after the afternoon walk. I took ibuprofen, had a nap, then went out. My back is holding up, but my body heat is escaping against the warm air outside. Not a good combination.
Hilde isn't happy, so we play in the house until she gets tired again. Hide and seek, find and eat. I can do that too. "You can see that," says my tummy. And my son. Everyone else is polite enough.
Second day in the bungalow, third night. Four wheat rolls are included in the price. I slice them and dry them for Hilde. I make myself porridge with strawberry jam instead.
The colors in the sky have faded. The day is turning gray. Hilde is asleep again. I have breakfast. The blue bus is waiting for us. With its new shock absorbers, it looks happy.Baca lagi

PengembaraJa, das ist der erste Schritt. Am 12. Januar habe ich noch einen Termin im der Werkstatt bei Stuttgart, wo wir zuletzt auch waren. Da wird die Vakuumpumpe erneuert, dann dürfte das Ölproblem Geschichte sein.
Berenbrock
21 Disember 2025, Jerman ⋅ ☁️ 5 °C
(English Version Below)
Als ich aufwache, fahre ich den blauen Bus aus dem kälteschützenden Carport zwischen den Häusern aufs freie Feld, um ja nicht den Sonnenaufgang zu verpassen. Das sei um sechs Uhr morgens noch ziemlich früh, sagt Hilde, so lege ich mich nochmals unter die Decke zu ihr, während die Standheizung ihr morgendliches Ständchen bringt.
In der Ferne, am Horizont, die Lichter des nächsten Ortes, von der Landstraße streift hin und wieder ein Frühaufsteher den blauen Bus mit seinem Licht. Es ist Sonntag morgen, der vierte Advent, der blaue Bus fährt wieder.
Noch nicht vollständig geheilt, können wir aber bis in den Januar hinein unterwegs sein, dann muss noch die Vakuumpumpe erneuert werden, die leider auch im Laufe der Jahrzehnte und der über achthunderttausend Kilometer undicht geworden ist.
Der letzte Tag im Erholungspark Wehlingsheide, abends bringt uns der liebe Peter zurück zum Bus, wo der Schrauber den Schlüssel aus der Hand legt, wir uns herzlich bedanken, und die üblichen Jahresendwünsche hinterlassen, bevor wir zur letzten Nacht zum Bungalow fahren.
Am Morgen regnet es, ich packe unsere Sachen in den Bus, wir verabschieden uns. Zwei Stunden später halte ich auf einem Autobahnrastplatz an, um ganz in Ruhe meine Sachen aus dem Bungalow wieder an ihre angestammten Plätze zurück zu stellen.
Wir besuchen die liebe Dominice' Familie am Steinhuder Meer, wo ich meinen Vorrat an Fitlineprodukten für die nächsten vier Monate auffülle, und mit der Familie einen gemütlichen Abend genießen kann. Später kommen Freunde, mit denen Sebastian ein hochinteressantes Kartenspiel aus den verschwunschenen Zeiten geheimnisumwobener Welten spielt, das ich zwar nicht verstehe, aber Fetzen ihrer Gespräche mit in meine Träume nehme, wo sie ihr Eigenleben führen, sodass ich morgens froh bin aufzuwachen.
Hilde hatte es sich vorm Kamin gemütlich gemacht, während Dominice und ich miteinander plaudern, bis alle müde sind und schlafen gehen. Als ich aufstehe, ist die Sonne gerade aufgewacht und beginnt, den Horizont hinauf zu klettern, während der Nebel auf den Feldern liegt. Der Feldweg ist trocken, und wir spazieren in das spektakuläre Geschehen hinein, während der neue Tag erwacht.
Kurzer Stop in Braunschweig bei der Familie vom Sohn, um einige bestellte Waren mitzunehmen. Manches ist so für uns viel günstiger zu bekommen, was wir unterwegs benötigen. Wir wollen aber zuerst das Wochenende bei der Tochter' Family verbringen, um dort den Weihnachtsmann dieses Mal zeitnah zu spielen.
Hatte richtig Freude, ein paar Leckereien unterwegs zu kaufen, um sie zu erfreuen, heute Vormittag gibt's am blauen Bus Bescherung, bei der Sohn' Familie wird es der erste Weihnachtstag sein.
Ist schon lange her, dass wir uns an so einem Spiel erfreut haben, aber mit dem Überschreiten der diesjährigen Altersbarriere bin ich noch mal ein bisschen sentimental geworden. Die Kinder spielen mit, und die Enkel erfreut es
sowieso.
Ich bin ja kein typischer Opa, sondern eher schon einer, der mit draus vom Walde komme ich her, seine Geschichten beginnen könnte, aber sich dann doch aus dem Staub machen muss, bevor ihn die eigene Vergangenheit einholen könnte.
So werden wir den Heiligen Abend alleine im blauen Bus sein, wie die meisten Tage des Jahres, und das ist gut so. Hilde liegt dicht an meinem Bein und schläft noch tief und fest. Der Morgen graut langsam aus der Nacht heraus, und ich nehme die Gelegenheit wahr, dir einen guten, segensreichen vierten Advent zu wünschen.
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When I wake up, I drive the blue bus out of the sheltered carport between the houses and into the open field, so as not to miss the sunrise. Six o'clock in the morning is still quite early, says Hilde, so I lie down under the covers with her again while the auxiliary heater serenades her morning.
In the distance, on the horizon, the lights of the next town; every now and then, an early riser's headlights brush against the blue bus from the country road. It's Sunday morning, the fourth Sunday of Advent, and the blue bus is back on the road.
Not yet fully repaired, we can still travel until January, when the vacuum pump, which unfortunately developed a leak over the decades and more than 800,000 kilometers, will need to be replaced.
Our last day at the Wehlingsheide Recreation Park. In the evening, dear Peter drives us back to the bus, where the mechanic puts down the keys. We thank him warmly and leave the usual New Year's greetings before heading to our bungalow for the last night.
It's raining in the morning. I pack our things into the bus, and we say our goodbyes. Two hours later, I pull into a motorway rest stop to calmly put my belongings back in their usual places in the bungalow.
We visited Dominice's lovely family at Lake Steinhude, where I restocked my FitLine supplies for the next four months and enjoyed a cozy evening with them. Later, friends arrived, and Sebastian played a fascinating card game with them, a game from the enchanted past of mysterious worlds. I didn't understand the game, but snippets of their conversations drifted into my dreams, where they took on a life of their own, making me glad to wake up in the morning.
Hilde had settled down comfortably in front of the fireplace while Dominice and I chatted until everyone was tired and went to bed. When I got up, the sun had just risen and was beginning to climb the horizon, while the mist lay over the fields. The path was dry, and we strolled into the spectacular scene as the new day dawned.
A quick stop in Braunschweig at my son's family's house to pick up some ordered goods. We were able to get some things much cheaper this way, which is something we needed on the road. But first we want to spend the weekend with our daughter's family so we can play Santa Claus in a timely manner this time.
I really enjoyed buying some treats along the way to make them happy. This morning we'll exchange gifts at the blue bus; it will be my son's family's first day of Christmas.
It's been a long time since we enjoyed a game like this, but crossing the age barrier this year has made me a little sentimental again. The children are playing along, and the grandchildren are delighted by it anyway.
I'm not your typical grandpa; I'm more the type who could start his stories with "I come from the forest," but then has to make a run for it before my own past catches up with me.
So we'll be alone in the blue bus on Christmas Eve, like most days of the year, and that's just fine. Hilde is lying close to my leg, still fast asleep. Dawn is slowly breaking out of the night, and I'm taking this opportunity to wish you a good and blessed fourth Advent.Baca lagi
Hof im Greth
23 Disember 2025, Jerman ⋅ ☁️ 1 °C
(English Version Below)
MEIN WEIHNACHTSGRUSS
Weiße Weihnacht. Der Kindertraum. Von den Temperaturen her hoffen wir jedes Jahr, aber meist kann man sich gar nicht mehr erinnern. Oder fährt in die Berge, in den Norden. Vielleicht direkt in den Süden, dann ist das Thema Hoffnung auch vor Weihnachten schon durch.
Hoffentlich wird es ein ruhiges Fest, dass wir uns alle verstehen. Also zumindest, dass mich jeder versteht. Und ich trage ja den Frieden in mir.
Friedlich soll die Welt werden. Das ist unser Traum. Also neben Schnee halt. Und Hoffnung. Glaube, Liebe. 1.Korinther 13. Muss ich auch immer erst nachlesen. Geht oft im Laufe des Jahres aus dem Kopf.
Denn die Welt trägt vieles in sich, was mich ablenkt, verwirrt, zerstört, ängstigt, auffrisst. Und so ein Jahr geht jetzt grade zu Ende. Zeit, mich zu besinnen.
Neu auszurichten, Ordnungen wieder aufbauen. Über Weihnachten nachdenken, die Botschaft des Kindes.
Wie gehst du mit den Heiligen Tagen um, fragt mich ein lieber Mensch am Ende einer Reise. Weihnachten meide ich meist, keine gute Erinnerung.
Aber die Botschaft, dass Jesus für mich geboren ist, gestorben und auferstanden, bei Gott wohnt, und wieder zurückkommen wird. Die ist jeden Tag aktuell. Für mich. Auch an Weihnachten.
Ich grüße Dich herzlich und wünsche Dir eine gesegnete Zeit in diesen turbulenten Tagen.
Bis bald
Peter und Hilde
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MY CHRISTMAS GREETINGS
A white Christmas. The childhood dream. We hope for it every year, judging by the temperatures, but most of the time we can't even remember it anymore. Or we go to the mountains, to the north. Maybe even straight to the south, then the whole "hope" thing is pretty much over before Christmas.
Hopefully, it will be a peaceful holiday, that we all understand each other. Or at least, that everyone understands me. And I do carry peace within me.
The world should be peaceful. That's our dream. Well, besides snow, of course. And hope. Faith, love. 1 Corinthians 13. I always have to reread that. It often slips my mind over the course of the year.
Because the world holds so much within it that distracts me, confuses me, destroys me, frightens me, consumes me. And such a year is drawing to a close right now. Time to reflect.
To realign, to rebuild order. To think about Christmas, the message of the child.
"How do you deal with the Holy Days?" a dear friend asked me at the end of a trip. I usually avoid Christmas; it's not a good memory.
But the message that Jesus was born for me, died, and rose again, dwells with God, and will return. That's relevant every day. For me. Even at Christmas.
I send you my warmest greetings and wish you a blessed time during these turbulent times.
See you soon,
Peter and HildeBaca lagi
Christmas
24 Disember 2025, Jerman ⋅ 🌙 -4 °C
(English Version Below)
In so manchem lieben Gruß zu Weihnachten wünschen mir die Menschen eine schöne Zeit mit meiner Familie. Das ist lieb gemeint, entspricht aber nicht der Realität. Und das ist auch gut so. Mein Sohn arbeitet über die Festtage immer, sodass wir morgen früh uns treffen, um einander ein bisschen zu beschenken.
Danach fahren Hilde und ich in die Mitte Westdeutschlands, wo die Temperaturen um null Grad liegen, und nicht wie hier bei minus acht Grad. Das ist vielleicht nachts mit Standheizung grade so zu ertragen, wobei ich daran zweifele, dass die schwachen Batterien solange aushalten. Ergo, verkürze ich die Schlafenszeit auf wenige Stunden und bleibe entsprechend lange unterwegs.
Auch bei der Tochter finden unsere Begegnungen fast immer draußen statt, was auch am Vorhandensein hauseigener Hunde liegt.
Aber wie gesagt, es ist alles gut so. Festliche Tage vermeide ich gerne, das erspart mir negative Gefühle, die ich zur Genüge kenne.
Heute habe ich den festlichen Gottesdienst mit einem Bachchor am Livestream besucht. Das war sehr schön, einfach gemütlich im blauen Bus auf einem stillen Parkplatz in dunkler Nacht.
Keine festliche Kleidung, keine Menschenmenge, kein Gedränge, kein Gequassel hinterher oder zwischendrin. Worte und Musik auf mich wirken lassen. Ich verlinke den Gottesdienst hier, vielleicht hast du auch Lust drauf.
https://www.youtube.com/live/YCf3aKulnlk?si=zro…
Gestern haben wir beim Schafbauern übernachtet, sind in den Sonnenaufgang hinein losgefahren, haben den ganzen Tag zwischen kalten Spaziergängen und ruhigen Stunden auf jenem Parkplatz verbracht. Bisschen was Leckeres gegessen, viel nachgedacht, und ein wenig ins neue Jahr hinein organisiert.
Hilde schläft derweil in den dunklen Ecken, für die der blaue Bus bekannt ist, während ich immer mal die Blicke schweifen lasse. Interessant, wie viel Bewegung am Stadtrand ist. Hunde und eilige Busläufer, Pkws stadteinwärts und umgekehrt. Rascheln einer Tüte Chips, das Hilde weckt, mein Weihnachtsbraten.
Dir wünsche ich gute Gedanken, die zu richtigen Entscheidungen führen, die dein Wohlgefühl stabilisieren, damit dein Morgen mit einem Lächeln beginnen kann.
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Many people send me kind Christmas greetings wishing me a wonderful time with my family. That's well-intentioned, but it doesn't reflect reality. And that's perfectly fine. My son always works over the holidays, so we'll meet up tomorrow morning to exchange a few gifts.
After that, Hilde and I are driving to central West Germany, where the temperatures are around zero degrees Celsius, not minus eight degrees like here. It might be just about bearable at night with the auxiliary heater, although I doubt the weak batteries will last that long. Therefore, I'm cutting my sleep time to just a few hours and staying on the road for a correspondingly long time.
Our visits with my daughter almost always take place outdoors, partly because of the dogs they have.
But as I said, it's all good. I prefer to avoid festive occasions; it spares me the negative feelings I know all too well.
Today I attended the festive church service with a Bach choir via livestream. It was lovely, simply cozy in the blue bus in a quiet parking lot on a dark night.
No formal attire, no crowds, no jostling, no chatter afterward or during. Just letting the words and music wash over me. I'll link the service here; perhaps you'd like to join.
https://www.youtube.com/live/YCf3aKulnlk?si=zro…
Yesterday we spent the night at the sheep farm, set off at sunrise, and spent the whole day alternating between cold walks and quiet hours in the parking lot. We ate some delicious food, did a lot of thinking, and made a few preparations for the new year.
Hilde is asleep in the dark corners the blue bus is known for, while I keep glancing around. It's interesting how much activity there is on the outskirts of town. Dogs and hurried bus passengers, cars heading into town and back. The rustling of a bag of chips wakes Hilde—my Christmas roast.
I wish you positive thoughts that lead to the right decisions, that stabilize your well-being, so that your morning can begin with a smile.Baca lagi
Vielbach
26 Disember 2025, Jerman ⋅ ☀️ -1 °C
(English Version Below)
Sie habe es uns weihnachtlich gemacht, sagt die Bäuerin, die pünktlich zum Fest des Friedens von der Grippe seitlich erwischt wurde. Keine Familienfeiern, dafür abends nach der Arbeit früh ins Bett, um gesund zu werden.
Die Kühe müssen gemolken werden, und alle Tiere benötigen Wasser aus dem Haus, weil der frostige Wind die Leitungen im Stall hat einfrieren lassen. Winterzeit ist nichts für Romantiker. Vielleicht hinterm warmen Ofen durchs Fenster geblickt, lassen sich schöne Geschichten erzählen, aber im wahren Leben vergeht im peitschenden Schneegestöber jede gute Laune, wenn deine Arbeit davon betroffen ist.
Wir wünschen gute Besserung und stellen uns auf den stillen Platz neben der Lichterkette, die die Nacht ein wenig erhellt. Erster Weihnachtstag, eine schöne Bescherung bei der Familie meines Sohnes, den ich danach zur Arbeit bringe. Dann noch ein bisschen aufräumen, während wir in Thiede auf dem Rastplatz parken.
Sechs Grad minus, die Nacht haben wir gut überstanden, irgendwann war die Luft im Bus durch die Standheizung aufgebraucht, sodass wir in die frühen Morgenstunden hinein, uns tief unter die Bettdecke verkrochen haben.
Jetzt also einige Stunden Autobahn fahren, um nach Vielbach zu kommen, wo wir uns für die Winterreise mit Apfelsaft und Bratwurst in Gläsern eindecken. Ich mag die Art der Würzung, ein leckerer Aufstrich für meinen Zwieback.
Der Navi lässt uns über Kassel nach Gießen fahren, also sozusagen außen rum, und plötzlich bin ich in meiner alten Geschichte. Orte, an denen ich vor mehr als fünfzig Jahren gearbeitet, gefeiert, gereist bin.
Nach dem Abitur eine Ausbildung bei Karstadt. Gießen ist plötzlich mein Lebensmittelpunkt. Jahre später, die Mauer ist gerade gefallen, fahre ich ein letztes Mal an Weihnachten zu meiner Mutter, der Vater ist ein Jahr vorher gestorben.
Vor zehn Jahren Jubiläum in Braunfels, die Realschule habe wir fünfzig Jahre vorher abgeschlossen, heute sehe ich das alte Schloß, in dem ich mit sechszehn Jahren als Guide gearbeitet habe, zwischen den Bäumen auftauchen.
Autobahnauffahrt in Limburg. Wie oft bin ich zum Studium,zur Arbeit nach Köln getrampt. Oder in Gegenrichtung vom Rastplatz aus nach Süden. Auch an jenem 21. September 1979, an dem ich zur ersten langen Europareise aufgebrochen bin. Oft hat mich mein Vater zur Autobahn gebracht in seinem kleinen Japaner, das waren unsere besten Zeiten.
Tatsächlich gäbe es noch viele Geschichten zu erzählen, Erinnerungen, die aufploppen, Menschen kommen und gehen, geblieben ist tatsächlich niemand. Ich allerdings auch nicht. Daran hat sich bis heute nichts geändert.
Nur das Wissen, dass wir immer wieder zurückkehren können, zu lieben Menschen, besonderen Orten, innerem Frieden. Hier in Vielbach ist ein guter Ort, und weil es leckere Sachen zum Einkaufen gibt, verlinke ich den Hof einfach mal. Der Stellplatz ist über Landvergnügen zu erreichen, da verbindet sich das eine mit dem anderen.
Quelle: naturgenuss partner https://share.google/52VWC5x8tFK1u4kRX
https://www.instagram.com/hofladen_allers.aller…
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"She made it feel like Christmas for us," says the farmer, who was struck down by the flu right on cue for the holiday season. No family celebrations, but instead early to bed after work to get better.
The cows need milking, and all the animals need water from the house because the freezing wind has frozen the pipes in the barn. Wintertime isn't for romantics. Perhaps gazing out the window from behind a warm stove, one can tell beautiful stories, but in real life, any good mood vanishes in the lashing snowstorm when your work is affected.
We wish everyone a speedy recovery and stand in the quiet spot next to the string of lights that illuminate the night a little. Christmas Day, a lovely gift exchange with my son's family, whom I then take to work. Then a bit of tidying up while we park at the rest stop in Thiede.
Six degrees below zero, we made it through the night well; at some point, the air in the bus was used up by the auxiliary heater, so we crawled deep under the covers into the early hours of the morning.
So now it's a few hours' drive on the motorway to get to Vielbach, where we'll stock up on apple juice and bratwurst in jars for our winter trip. I like the way it's seasoned; it makes a delicious spread for my rusks.
The GPS takes us via Kassel to Gießen, so basically bypassing the city, and suddenly I'm immersed in my old life. Places where I worked, partied, and traveled more than fifty years ago.
After graduating from high school, I did an apprenticeship at Karstadt. Gießen suddenly became my home. Years later, the Berlin Wall had just fallen, I drove to my mother's for the last time at Christmas; my father had died a year earlier.
Ten years ago, I celebrated an anniversary in Braunfels. We had graduated from secondary school fifty years prior. Today, I see the old castle, where I worked as a guide at sixteen, emerging from the trees.
The motorway entrance in Limburg. How often I hitchhiked to Cologne for university or work. Or in the opposite direction, south from the rest stop. Even on that September 21, 1979, when I embarked on my first long trip through Europe. My father often drove me to the motorway in his little Japanese car; those were the best of times.
Ten years ago, we celebrated our anniversary in Braunfels. We had graduated from secondary school fifty years earlier. Today, I see the old castle, where I worked as a guide when I was sixteen, emerging from the trees. There are indeed many more stories to tell, memories that resurface, people come and go, but no one has truly stayed. And neither have I. That hasn't changed to this day.
Just the knowledge that we can always return to loved ones, special places, inner peace. Vielbach is a good place, and because there are delicious things to buy there, I'm simply linking to the farm. The campsite can be reached via Landvergnügen, so it's a perfect fit.
Source: naturgenuss partner https://share.google/52VWC5x8tFK1u4kRX
https://www.instagram.com/hofladen_allers.aller…Baca lagi
Bingen
27 Disember 2025, Jerman ⋅ ⛅ 2 °C
(English Version Below)
Neben mir liegt die Hilde und quietscht. Ich streichele und knuddele sie, um herauszufinden, was sie denn hat. Vorhin hat sie an einem ihrer Markknochen gekaut, es ist immer schwer für mich, ihr den richtigen zu geben. Heute ist es der Letzte, also räume ich alles andere danach wieder in ihren Eimer ein.
Wir stehen auf einem günstigen Stellplatz mit Blick auf den Rhein bei Bingen. Grade eben ist meine Nachbarin noch ein Stück zurück gefahren, damit wir einen freien Blick auf Rüdesheim behalten. Sehr nett.
Eigentlich wollten wir mit zwei Campern über Sylvester nach Frankreich fahren, aber ich habe kurzfristig eine Absage bekommen. Es mag für alles Gründe geben, trotzdem ist es ärgerlich und bestätigt mich wiederholt, möglichst alleine zu reisen. Ich bin da auch nicht mehr so flexibel, und brauche immer länger, um mich umzustellen.
Nachdem ich eine Viertelstunde verschiedene Varianten durchdacht habe, beschließe ich, die Landstraße Richtung Luxemburg zu nehmen, nicht ahnend, wo wir am Abend landen. Wir fahren gemütlich durch den sonnigen zweiten Weihnachtstag, die Straßen sind überraschend nur mäßig befahren.
Bad Ems, die Lahn überquert, und herrlich bergauf durch den Wald der hohen Bäume, dann runter bis Braubach am Rhein, wo die erste der schönen Burgen über einem Fabrikgelände wacht. Hier ist die Marksburg, später kommt die Burg Maus und die Inselburg bei Kaub im Rhein.
Eigentlich soll es schon recht früh über den Rhein gehen, aber nur jede zweite Fähre ist in Betrieb. Und ich treffe erstmal die "falsche" Entscheidung, was zu einem langen Umweg führt.
In Lorch überlege ich ernsthaft, nach Idstein zum Stellplatz abzubiegen, etwas näher wäre Taunusstein oder eben Baccarach, wo wir zuletzt gegenüber für einen längeren Spaziergang am Rhein entlang geparkt haben.
Natürlich gäbe es Alternativen, aber manchmal ist da ne Blockade im Blick. Und wir stehen halt nicht gerne alleine über Nacht. Aber plötzlich sehe ich diesen Platz hier, wo gerade die Lichter eines Frachters das Wasser erhellen.
Jemand schreibt zwar von fünfhundert Züge, die in der Nacht hinter der Platz entlang rattern, während vorne die leistungsstarken Motoren der Schiffe die Nachtruhe stören sollen.
Aber wir schlafen keine zehn Meter vom Nord-Ostsee-Kanal entfernt genauso selig und ruhig, wie an einer stark befahrenen Landstraße. Viele Menschen, viele Sorgen.
Kurz vor der Abreise aus Vielbach hat mir die liebenswürdige Bäuerin noch ein warmes Weihnachtssüppchen in angenehmer Schärfe vorbeigebracht, sozusagen als Abschiedsgeschenk. Im Rückblick gesehen ist das ein schöner Tag für uns mit Spaziergängen im Sonnenschein und einem guten Schlafplatz.
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Hilde is lying next to me, squeaking. I stroke and cuddle her to try and figure out what's wrong. A little while ago she was chewing on one of her marrow bones; it's always hard for me to give her the right one. Today it's the last one, so I put everything else back in her bucket.
We're at a great-value campsite overlooking the Rhine near Bingen. My neighbor just drove back a bit so we could keep an unobstructed view of Rüdesheim. Very kind of her.
We had originally planned to go to France with two other campers for New Year's Eve, but I got a last-minute cancellation. There may be reasons for everything, but it's still annoying and reinforces my desire to travel alone whenever possible. I'm not as flexible anymore and it takes me longer and longer to adjust.
After considering various options for fifteen minutes, I decide to take the country road towards Luxembourg, little knowing where we'll end up that evening. We drive leisurely through the sunny Boxing Day; the roads are surprisingly quiet.
Bad Ems, across the Lahn River, and a wonderful climb through the forest of tall trees, then down to Braubach on the Rhine, where the first of the beautiful castles overlooks a factory complex. This is Marksburg Castle; later we'll see Maus Castle and the island castle near Kaub in the Rhine.
We were supposed to cross the Rhine quite early, but only every other ferry was running. And I made the "wrong" decision, which led to a long detour.
In Lorch, I seriously considered turning off towards Idstein to the campervan site; Taunusstein would be a bit closer, or even Baccarach, where we last parked opposite for a long walk along the Rhine.
Of course, there are alternatives, but sometimes there's a roadblock in sight. And we don't like being alone overnight. But then I suddenly see this spot here, where the lights of a freighter are illuminating the water.
Someone writes about five hundred trains rattling past the site at night, while the powerful engines of the ships in front are supposed to disturb the peace.
But we sleep just as soundly and peacefully less than ten meters from the Kiel Canal as we would next to a busy main road. Many people, many worries.
Just before leaving Vielbach, the lovely farmer's wife brought me a warm Christmas soup with a pleasant spiciness, as a sort of parting gift. Looking back, it was a lovely day for us, with walks in the sunshine and a good place to sleep.Baca lagi

PengembaraEigentlich müsste die Überschrift ja lauten „Europa - kreuz und quer“ 🫣
Oberthal
28 Disember 2025, Jerman ⋅ ☁️ 1 °C
(English Version Below)
Manchmal stehen wir auf einem Platz alleine. Das fühlt sich nie so gut an. Aber mit den Häusern im Halbrund und den positiven Bewertungen kann ich mich manchmal dazu durchringen. Ich weiß, das sind für manche Reisende, die es bevorzugen, alleine zu stehen, Luxusprobleme. Aber jeder muss den Weg gehen, auf dem er sich wohlfühlt.
Ich habe kein Bauchweh. Also ist der Platz erstmal gefahrlos. Und neben einer schwarzen Katze verändert sich meine Stimmung nicht. Allerdings hebt hier die Hilde lautstark Einspruch. In Oberthal im Saarland gibt es einen kostenlosen Stellplatz hinter den Supermärkten und vor den Häusern. Ein paar Jugendliche auf den Bänken in der Ecke, eine selten angefahrene Bushaltestelle am Ring, auf dem hin und wieder Fahrzeuge fahren, einige parkende Pkw, und uns gegenüber ein Dutzend Garagen im unauffälligen Vergangenheitsbraun.
Wir hatten beide Hunger, als wir um kurz vor fünf Uhr ankamen, neunzig Minuten später habe ich meine Medizin genommen, Hilde hat sich in der Ecke hinten ausgestreckt, ich stelle die Heizung ab, in der Nacht soll die Temperatur nur knapp unter null Grad sein.
Wir gehen nochmal für Hilde raus, ich koche Wasser für die Körperwäsche morgen früh, baue den Bus um, wir gehen heute früh schlafen.
Von Bingen bis Rheinböllerhütte gibt es Photos, danach fahren wir noch hundert Kilometer bilderlos durch den Hunsrück und ins Saarland. Interessant die alten Fabrikgebäude der Stromberger Neuhütte, deren interessante Geschichte ich hier verlinke.
https://share.google/icRzZYM44kvJxt13A
Und nach einer stillen Talfahrt am Ortseingang von RBH in der Tevesstrasse die Steingebäude einer früheren Fabrik aus der Wende zum 19.Jahrhundert, in denen heute wohl Wohnungen zu finden sind, die zu einem modernen Firmeninhaber gehören mögen.
Zuletzt nach einem Knick der Straße, vor weiteren Fabrikgebäuden der gleichen Firma, steht die
Gruftkapelle St. Maria und St. Michael, von der Familie Puricelli gestiftet und zwischen 1864 und 1891 erbaut. Das Gebäude ist im byzantinisch - romanischen Stil errichtet.
Die Ortsdurchfahrt mit den wacklig wirkenden Häusern ist in Stromberg, wobei manche Straßen in Bingen auch ziemlich abenteuerlich waren.
Beim Abendspaziergang läuten die Glocken einer Kirche im Hintergrund der Häuser zur Messe, in einigen Häusern verlöschen die Lichter, wenn man genau hinhört mögen Türen klappern und Schlüssel sich umdrehen, eilige Schritte auf dem Trottoir folgen.
Ich denke da immer an den wunderschönen Song von Züri West, 'Heiwäg'
"... U du loufsch u bisch wieder allei
Dini schritt töne unaaschtändig lut
U du fragsch di öb ächt si scho schlaaft."
https://youtu.be/oFs3tvgYU1w?si=y33IU8AVv_3B9wcH
---
Sometimes we end up alone in a campsite. That never feels quite right. But with the houses arranged in a semicircle and the positive reviews, I can sometimes bring myself to do it. I know these are luxury problems for some travelers who prefer to camp alone. But everyone has to follow the path that makes them feel comfortable.
I don't have a stomachache. So, for now, the spot is safe. And my mood doesn't change next to a black cat. However, Hilde loudly objects. In Oberthal in Saarland, there's a free parking area behind the supermarkets and in front of the houses. A few teenagers are sitting on the benches in the corner, there's a rarely used bus stop on the ring road where vehicles occasionally drive by, a few parked cars, and opposite us, a dozen garages in an unremarkable, old-fashioned brown.
We were both hungry when we arrived just before 5:00 a.m. Ninety minutes later, I took my medicine, Hilde stretched out in the back corner, I turned off the heater; the temperature is supposed to drop just below freezing tonight.
We went out again for Hilde, I boiled water for her to wash in the morning, rearranged the van, and we went to bed early tonight.
From Bingen to Rheinböllenhütte, there are photos; after that, we drive another hundred kilometers without taking any pictures through the Hunsrück region and into the Saarland. The old factory buildings of Stromberger Neuhütte are interesting; I've linked their fascinating history here:
https://share.google/icRzZYM44kvJxt13A
And after a quiet descent at the entrance to RBH on Tevesstrasse, the stone buildings of a former factory from the turn of the 19th century appear, now likely housing apartments belonging to a modern-day business owner.
Finally, after a bend in the road, in front of more factory buildings belonging to the same company, stands the St. Mary and St. Michael crypt chapel, donated by the Puricelli family and built between 1864 and 1891. The building is constructed in the Byzantine-Romanesque style.
The main road through the village, with its seemingly rickety houses, is typical of Stromberg, although some streets in Bingen were also quite adventurous.
During an evening stroll, the bells of a church in the background ring for Mass; in some houses, the lights go out; if you listen closely, you might hear doors rattling, keys turning, and hurried footsteps on the sidewalk.
I always think of the beautiful song by Züri West, 'Heiwäg'
"... You run and you're alone again
Your footsteps sound uncontrollably loud
And you ask yourself if she's already asleep."
https://youtu.be/oFs3tvgYU1w?si=y33IU8AVv_3B9wcHBaca lagi

PengembaraSchwarze Katzen sind auf jeden Fall gefahrlos! Wir hatten schon zweimal hintereinander, jeweils eine schwarze Katze als Haustier und dadurch bestimmt kein Unglück! 😆

PengembaraDas war auch eher spaßig gemeint, ich hab's nicht so mit Aberglauben. Glauben alleine an Gott reicht mir schon aus!
Lironville
29 Disember 2025, Perancis ⋅ ☀️ -3 °C
(English Version Below)
Einen halben Tag lang bin ich unzufrieden. Das liegt zum einen an der trostlosen Landschaft im Grenzgebiet zu Frankreich, aber auch an der Industrielandschaft um Dillingen. Fabriken muss man mögen, ganz besonders wenn sie so vor sich hin rosten, oder Dämpfe ausstoßen, die dem wolkenlosen Himmel ein Muster geben.
Das können natürlich die Franzosen auch und bieten gleich ein Atomkraftwerk bei Thionville auf. "Die elektrische Nettoleistung der vier Reaktorblöcke liegt bei jeweils 1300 Megawatt, die Bruttoleistung bei 1362 MW. Die gesamte installierte Bruttoleistung des Kernkraftwerks liegt bei 5448 MW, womit es das drittgrößte in Frankreich und das siebtgrößte der Welt ist. Durchschnittlich werden pro Jahr 35.200 GWh in das Netz eingespeist, das entspricht etwa 8 % des unter der EDF erzeugten Stroms in Frankreich."
(Wikipedia -Kernkraftwerk Cattenom)
Dann geht mir der Diesel aus, und weil der Liter in Schengen 1,373 Euro kostet, entscheide ich mich für eine kleine Straße im Grenzgebiet. Fotografisch wäre das eigentlich so das Richtige für mich gewesen, aber ich habe es ja so eilig, dass ich nicht mal mit Hilde rausgehen will, obwohl sich da mehrfach was anbietet. Später muss ich einen notdürftigen Weg am Feld entlang gehen, und könnte mich vor Ärger gerne mehrfach beißen.
Überhaupt diese Unentschlossenheit. Ich bin ja nur wegen Sylvester in Frankreich, weil da allgemeines Feuerwerk verboten ist, und in einem Naturschutzgebiet, wie am Lac d'Orient, absolute Ruhe herrscht.
Viel lieber wäre ich zur belgischen Grenze gefahren, um die Küste bis hoch nach Holland entlang zu tingeln, bis ich dann zur Werkstatt in Aktkirch bei Stuttgart fahren muss. Aber die haben leider kein Verbot.
Als der erste wunderschöne Kircheneingang dann rechter Hand liegt, beginne ich mich zu entspannen. Denn plötzlich sind wir in Asien.
"Seit Mitte September 2023 steht neben der Tu-Dung-Pagode am Stadtrand von Charey an der Straße nach Saint-Julien-lès-Gorze eine beeindruckende Buddha-Statue. Sie wurde von Arbeitern einer chinesischen Firma in dem kleinen Garten des Mitgefühls aufgestellt.
Die Statue ist 16 Meter hoch. Sie ist die größte in Europa. Sie wiegt 600 Tonnen. Der Stein stammt aus China.
Diese Statue stellt den Bodhisattva des Großen Mitgefühls dar. 'Der Bodhisattva ist ein erhabenes Wesen, das nach Erleuchtung strebt, um alle Lebewesen zu retten. Im Westen sprechen wir allgemein von Buddha. Doch in Wirklichkeit durchläuft er verschiedene Stufen. Mut, Weisheit zum Beispiel. Hier ist es das Mitgefühl', erklärt Thich Chu Nhuan." (Ausschnitte des Artikels)
https://www.estrepublicain.fr/societe/2023/11/0…
An Größe kann die Kirche in Thiaucourt durchaus mithalten, und über Schönheit lässt sich bekanntlich streiten. Das sieht auch der kleine Bunker im Sonnenlicht am Straßenrand so.
Überhaupt Sonne. Die macht mich jetzt richtig fröhlich, obwohl ich durch die verschmierte Windschutzscheibe eine ganz schlechte Sicht habe. Aber dann kommen wir zu dem Bauernhof im kleinen Ort Lironville, wo der Farmer einen schönen Stellplatz mit fünf Plätzen neben seinen Tieren in den offenen Ställen eingerichtet hat. Fünf Euro im Winter mit Strom, zwei Nachbarn rechts und links, ein Spazierweg in die Felder hinein.
Den Platz findest du auf Google Maps unter dem Kurzcode "VWC4+CW2 Lironville, Frankreich"
Unter sternklarem Himmel wird die Nacht sehr kalt. Aber wir haben es schön warm und gemütlich im blauen Bus.
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For half a day I'm dissatisfied. This is partly due to the bleak landscape in the border region with France, but also to the industrial landscape around Dillingen. You have to like factories, especially when they're rusting away like that, or emitting fumes that create patterns against the cloudless sky.
Of course, the French can do that too, and they offer a nuclear power plant near Thionville. "The net electrical output of the four reactor units is 1300 megawatts each, the gross output is 1362 MW. The total installed gross capacity of the nuclear power plant is 5448 MW, making it the third largest in France and the seventh largest in the world. On average, 35,200 GWh are fed into the grid annually, which corresponds to about 8% of the electricity generated in France by EDF."
(Wikipedia - Cattenom Nuclear Power Plant)
Then I run out of diesel, and since a liter costs €1.373 in Schengen, I decide to take a small road in the border region. From a photographic perspective, that would have been perfect, but I'm in such a hurry that I don't even want to go out with Hilde, even though there are several good spots. Later, I have to walk along a makeshift path by the field, and I could kick myself for being so annoyed.
And this indecisiveness! I'm only in France for New Year's Eve because fireworks are banned there, and in a nature reserve like Lac d'Orient, there's absolute peace and quiet.
I would have much preferred to drive to the Belgian border and meander along the coast all the way up to Holland, until I had to go to the repair shop in Aktkirch near Stuttgart. But unfortunately, they don't have a ban on cars.
When the first beautiful church entrance finally appears on the right, I begin to relax. Because suddenly we're in Asia.
"Since mid-September 2023, an impressive Buddha statue has stood next to the Tu Dung Pagoda on the outskirts of Charey, on the road to Saint-Julien-lès-Gorze. It was erected by workers from a Chinese company in the small Garden of Compassion.
The statue is 16 meters tall. It is the largest in Europe. It weighs 600 tons. The stone comes from China.
This statue represents the Bodhisattva of Great Compassion. 'The Bodhisattva is a sublime being who strives for enlightenment in order to save all living beings. In the West, we generally speak of Buddha. But in reality, he passes through various stages. Courage, wisdom, for example. Here, it is compassion,' explains Thich Chu Nhuan." (Excerpts from the article)
https://www.estrepublicain.fr/societe/2023/11/0…
The church in Thiaucourt is certainly comparable in size, and beauty, as they say, is subjective. The little bunker by the roadside, bathed in sunlight, seems to agree.
Sunshine in general. It's really cheering me up, even though the smeared windshield makes visibility terrible. But then we arrive at the farm in the small village of Lironville, where the farmer has set up a lovely campsite with five pitches next to his animals in the open barns. Five euros in winter, including electricity, two neighbors on either side, and a walking path leading into the fields.
You can find the site on Google Maps using the short code "VWC4+CW2 Lironville, France".
Under the starry sky, the night will be very cold. But we're nice and warm and cozy in the blue campervan.Baca lagi

PengembaraAm Lac de Madine kann man auch gut stehen. Grüße an den Lac d‘Orient! Dort waren wir letzten Juni schwimmen und haben Radtouren unternommen. Im Winter lassen sie allerdings das Wasser sehr stark ab. Es hat auch Vorteile, dass Shira taub ist. Sie bekommt von dem Feuerwerk nichts mehr mit! Ich wünsche dir und Hilde ein möglichst ruhiges Silvester!
Nozay
30 Disember 2025, Perancis ⋅ ⛅ 1 °C
(English Version Below)
Jetzt liegt die kleine Maus ausgestreckt auf dem Deckbett, es ist kurz vor 21 Uhr, wir sind endlich auf einem guten Platz angekommen. Sieben Euro für einen Stellplatz auf einem privaten Bauernhof, dieses Mal ohne Strom. Aber wir sind zufrieden.
Das war ich nicht so ganz, als wir losgefahren sind, also habe ich mir vorgenommen, Aufnahmen vom Wegesrand zu machen, die mir doch ganz gut gelungen sind.
Der Anfang war nicht einfach, denn als ich den Bus ausrollen lasse, muss ich heftig die Bremse treten. Eine Katze liegt auf dem Parkstreifen, so als wäre sie in der Sonne eingeschlafen.
Mit dem Tod kann ich nicht mehr so einfach umgehen, nachdem er mir dieses Jahr so nahe gekommen ist. Und wenn es dann noch so ein friedliches Bild ist, dann brennt das erst recht in meinem Herzen.
Wir erreichen den fast ausgetrockneten Lac d'Orient, der Stellplatz ist leer, die ganze Gegend wirkt unglaublich trostlos. Im Gegenteil dazu der grandiose Sonnenuntergang auf den Weg nach Troyes, wo wir auch mit dem Stellplatz nicht glücklich sind, sodass wir weiterfahren.
Genieß die Bilder, lass sie auf dich wirken, sie zeigen ein Frankreich des 'Großen Osten' auf den kleinen Straßen, in den beschaulichen Orten, an einem Montag, kurz vor Jahresende.
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Now the little mouse is stretched out on the duvet; it's almost 9 p.m., and we've finally arrived at a good spot. Seven euros for a pitch on a private farm, this time without electricity. But we're happy.
I wasn't quite myself when we set off, so I decided to take some roadside photos, which turned out quite well.
The beginning wasn't easy, because as I let the bus coast to a stop, I had to slam on the brakes. A cat was lying on the shoulder, as if it had fallen asleep in the sun.
I can't cope with death so easily anymore, after it came so close to me this year. And when it's such a peaceful scene, it burns even more in my heart.
We reached the almost completely dried-up Lac d'Orient; the campsite was empty, the whole area seemed incredibly desolate. In contrast, there was a magnificent sunset on the way to Troyes, where we weren't happy with the campsite either, so we continued on.
Enjoy the pictures, let them sink in; they show a France of the "Great East" on the small roads, in the tranquil towns, on a Monday, just before the end of the year.Baca lagi
Gurgy
31 Disember 2025, Perancis ⋅ 🌙 -4 °C
(English Version Below)
Morgens wachen wir auf einem verlassenen Bauernhof auf, und abends werden wir am Ufer der Yonne einschlafen. Dazwischen gibt es Geschichten, die die Bilder schreiben. Und solche, die sich in unseren Gedanken abspielen, im Herzen, in der Seele.
Hilde ist glücklich auf dem einsamen Feld, um nach Mäusen zu schnüffeln, und genervt von den Radfahrern, die unsere Wege kreuzen.
Wir sind heute nochmals Père Noel begegnen, haben eine verblüte Rose gefunden, die den Mond eingefangen hat, und einen kahlen Baum, in dessen Geäst sich die Sonne verfangen hat.
Mitten am Waldrand steht ein kleines Haus, und in Hanglage liegt ein zauberhaftes Gehöft in Frühlingsfarben. Ein Kreuz mit Blumenblättern am Wegesrand, an so vielen Häusern sind die Fensterläden so verschlossen, als würde niemand mehr zurückkommen.
Auf Holzstapeln liegt der Schnee der letzten Nacht, und vom Dach laufen Tränen an der Hauswand hinunter. Der Fluss, breit wie ein See zeigt uns sein blaues Gesicht und seine goldene Haut, mittig hinter Bäumen geht die Sonne unter.
Hilde liegt neben mir im Bus, sie hat eine Maus aus ihrem Loch vertrieben, und noch Stunden später finden sich Lehmbällchen zwischen ihren Ballen. Die Nachbarn stellen Kerzen auf den Weg und fotografieren ihren Schein, bevor sie alles wegräumen.
Ich habe die kleine Lichterkette vom Enkelzwerg mit seinem blauen Licht ins Fenster gestellt, von den hohen Straßenlaternen tropfen die Lichtstrahlen auf den Boden, der Fluss bleibt schwarz.
Wir gehen ein letztes Mal heute kurz raus, dass Hilde sich erleichtern kann, die Luft ist kalt und wird im Laufe der Nacht auf minus sechs Grad Celsius fallen. Im blauen Bus ist es deutlich wärmer, unter der Bettdecke geradezu kuschelig, sofern ich nicht mitten in der Nacht raus muss. Dann macht sich Hilde auf dem Bett besonders breit und grinst mich an. Kannst doch auf dem Beifahrersitz schlafen!
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In the mornings we wake up on an abandoned farm, and in the evenings we fall asleep on the banks of the Yonne. In between, there are stories that the pictures write. And others that unfold in our thoughts, in our hearts, in our souls.
Hilde is happy in the lonely field, sniffing for mice, and annoyed by the cyclists who cross our paths.
Today we encountered Father Christmas again, found a faded rose that seemed to capture the moon, and a bare tree whose branches held the sun.
A small house stands at the edge of the woods, and a charming farmstead, awash in spring colors, nestles on the hillside. A cross adorned with flower petals marks the roadside, and so many houses have their shutters closed, as if no one will ever return.
Snow from last night lies on stacks of wood, and tears trickle down the sides of the house from the roof. The river, as wide as a lake, reveals its blue face and golden skin, and the sun sets behind the trees.
Hilde is lying next to me in the bus; she's chased a mouse out of its hole, and even hours later, little balls of mud are still scattered between her paws. The neighbors place candles on the path and photograph their glow before clearing everything away.
I've put my grandson's little string of lights with its blue glow in the window. The light from the tall streetlights drips onto the ground, the river remains black.
We go out briefly one last time today so Hilde can relieve herself. The air is cold and will drop to minus six degrees Celsius during the night. It's considerably warmer in the blue bus, downright cozy under the covers, as long as I don't have to get up in the middle of the night. Then Hilde sprawls out on the bed and grins at me. "You can sleep in the passenger seat!"Baca lagi
Mitternacht vorbei
1 Januari, Perancis ⋅ 🌙 -4 °C
Meine Neujahrs Gedanken
Natürlich freue ich mich auf jeden neuen Tag. Ich möchte es ganz langsam angehen, um jeden Moment genießen zu können. Von den Jahren vorher weiß ich noch, wie schnell manchmal die vierundzwanzig Stunden an mir vorbei gerannt sind. Trotzdem möchte ich es wieder versuchen.
Während der gestrigen Fahrt habe ich viel nachgedacht. Also mehr in großen Blöcken, denn in den kleinen Einzelheiten, von denen mir eher die prägnanten einfallen würden, die unser Leben massiv beeinträchtigt haben.
Stattdessen habe ich in dankbaren Sprüngen gedacht. Wie Gott uns bewahrt hat, auf allen Wegen und Umwegen, auf jedem Schlafplatz, in allen Situationen. Dass immer genügend Geld und Hilfe da war, um den Bus in Bewegung zu halten. Und natürlich unsere Gesundheit, die immer auf wackeligen Beinen steht, aber mit uns weiter durchs Leben geht.
An die Familien, die Kinder, die Enkel, habe ich gedacht, dass in allem sie mich voller Freude erfüllt haben. Auch wenn das Leben harte Ecken und Kanten hat.
Niemand weiß, was im nächsten Moment passieren wird. Deshalb feiere ich in der Stille jeden Morgen Geburtstag. Und jeden Abend beende ich in Dankbarkeit.
Insofern ist der Neujahrsmorgen nur ein Tag in meinem Kalenderjahr, aber einer, für den ich extra nochmal aufgestanden bin. Denn auch ich möchte nicht nur Freude und Dankbarkeit verschenken, sondern bin tief in mir gerührt über all die guten Wünsche, die uns geschenkt werden.
Wie fast immer in den letzten Jahren auf unseren Reise haben wir einen stillen Platz für die Nacht gefunden. Am Ende eines kleinen, französischen Dorfes mit der blinkenden Weihnachtsbeleuchtung und einem viereckigen, leicht zugefrorenen See.
Neben uns ein deutsches Ehepaar mit Hund in ihrem Camper, grüne Wiesen und braune Felder, über die die Sonne ihr letztes Licht ausgestreckt hat. Wie eine Hand ins neue Jahr.
Ich wünsche Dir ein gutes Jahr, in dem alles drin ist, was Du brauchst, um glücklich zu sein. Obendrauf lege ich Dir meine Hoffnung, damit sie zu Deiner Hoffnung wird.
Mit einer virtuellen Umarmung, einem fröhlichen Bellen, und dem lustigen Hupen vom blauen Bus
Peter und HildeBaca lagi
Cérilly
1 Januari, Perancis ⋅ ⛅ -5 °C
(English Version Below)
Wir waren schon fast vorbei, da ist mir der Camper aufgefallen, der am Feld hinter dem zugefrorenen Teich parkt. Ein kurzer Blick in die App bestätigt mich, dass die Bewertungen gut sind, und wenn wir heute Nacht hier nicht alleine stehen, ist das doch auch gut.
Ein deutsches Ehepaar mit Hund, das von einer traumhaften Winterreise an die Dordogne auf dem Heimweg ist. Wir unterhalten uns freundlich über die vage Möglichkeit, uns ggf um Mitternacht zu begegnen, doch werden vermutlich die Minusgrade uns eher veranlassen, in den Fahrzeugen zu bleiben.
Mit dem letzten Licht machen wir noch einen Spaziergang um den Platz herum, der nach den Dorfhunden riecht, die wohl gerne hier entlang gehen. Wir sehen nur einen Jagdhund, der gerade da unseren Bus passiert, als die örtliche Gendarmerie langsam das Gleiche tut.
Ich neige zu einem freundlichen Peacezeichen, das ja auch als Victory gelesen werden kann, und lass vorsorglich eine Friedenstaube aufsteigen. Sie fahren weiter.
Der frühe Morgen an der Yonne ist eisig, trotzdem kommen schon die ersten Spaziergänger aus dem Wald zum Ort hin spaziert. Wir fahren zeitig ab und tauchen im nächsten Ort geradezu in die berufliche Rushhour der Bürger umliegender Dörfer.
Es gibt wieder schöne Ansichten, die ich mitnehmen darf, bis wir gegen späten Vormittag eine längere Pause im angenehmen Sonnenschein machen. Ich probiere mich heute durch mein Sortiment an leckeren Brühen, die ich geschenkt bekommen habe. Das wärmt sehr angenehm und macht mich ganz zufrieden.
An einem Weinberg im berühmten Chablis ist ein Gedenkstein für ein getötetes Mitglied der Résistance. Solche Erinnerungen bekommen in diesen Zeiten eine ganz eigene Dynamik.
Wir spazieren an einem Feld, wo Hilde berechtigterweise Mäuse vermutet, und auch gleich mal auf die Suche geht. Ich ruhe auf meinem Wanderstab, denn heute bin ich von Kopf bis Fuß auf Schmerzen eingestellt. Vielleicht war es gestern Nacht mit minus sieben Grad im Bus zu kalt gewesen, da wir ja auch nicht die Heizung durchlaufen lassen. Zumindest sind am Vormittag noch lange die Seitenfenster zugefroren.
Wir fahren eine kleine Runde durch Cérilly, um einen Eindruck von dem Ort zu bekommen, wo wir übernachten. Mit blauen und roten Fensterläden macht er auf sich aufmerksam, hat aber auch eine Kirche mit Baugerüst zu bieten, die zur sechsten Stunde des Abends uns zum Essen ruft, und so manches rostige Eisentor.
Heute ist Sylvesterabend, die farbig blinkende Weihnachtsbeleuchtung an den Masten für Strom und Licht wird vermutlich unser stilles Feuerwerk sein. Den beiden Hunden dürfte dies sehr recht sein, Hilde liegt schon ausgestreckt im Eck, es tut mir fast leid, sie später noch mal an die frische Luft zu schicken, damit es morgens nicht so eng wird. Sie träumt schon ganz aufgeregt, ist ja auch ein besonderer Abend.
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We were almost past it when I noticed the camper parked in the field behind the frozen pond. A quick look at the app confirmed that the reviews were good, and if we're not alone here tonight, that's a good thing.
A German couple with a dog, returning home from a wonderful winter trip to the Dordogne, meet us. We chat amiably about the vague possibility of bumping into each other around midnight, but the sub-zero temperatures will likely keep us both indoors.
As the last light fades, we take a stroll around the square, which smells of the village dogs that seem to frequent this area. We only see a hunting dog, which passes our bus just as the local police slowly do the same.
I'm inclined to flash a friendly peace sign, which can also be interpreted as a victory sign, and release a dove as a precaution. They drive on.
Early morning on the Yonne is icy, yet the first walkers are already strolling from the forest towards the town. We leave early and, in the next town, find ourselves right in the middle of the commuter rush hour for the residents of the surrounding villages.
There are more beautiful views to enjoy before we take a longer break in the pleasant sunshine late in the morning. Today I'm sampling my assortment of delicious broths that I received as gifts. They're very warming and make me quite content.
At a vineyard in the famous Chablis, there's a memorial stone for a member of the Resistance who was killed. Such remembrances take on a unique dynamic these days.
We stroll past a field where Hilde rightfully suspects mice and immediately goes to look for them. I rest my walking stick, as I'm prepared for aches and pains from head to toe today. Perhaps it was too cold in the bus last night at minus seven degrees Celsius, since we haven't been running the heater. At least the side windows were still frozen over for a long time this morning.
We drive a short loop through Cérilly to get a feel for the place where we'll be spending the night. With its blue and red shutters, it draws attention to itself, but it also has a church with scaffolding that calls us to dinner at the sixth hour of the evening, and quite a few rusty iron gates.
Tonight is New Year's Eve, and the colorful, flashing Christmas lights on the power poles will probably be our silent fireworks display. The two dogs will likely be quite happy about this; Hilde is already stretched out in the corner. I almost feel bad about letting her out again later so it's not so crowded in the morning. She's already dreaming excitedly; it is a special evening after all.Baca lagi
Colombey - les - Deux - Eglises
2 Januari, Perancis ⋅ ☁️ -1 °C
(English Version Below)
Der zweite Morgen. Wieder ist die Windschutzscheibe gefroren. Obwohl die Temperatur nur um ein Grad unter Null gefallen ist, nachdem der Himmel sich am Abend mit dunklen Wolken überzogen hat.
Der erste Tag im neuen Jahr war voller Schmerzen. Rücken. Knie. Irgendwann ist mir Hilde auf die Hand getreten, jetzt ziert ein Pflaster den Handrücken. Abends habe ich eine zweite halbe Ibu genommen, weil ich nicht mehr sitzen konnte.
In der Nacht habe ich vom König geträumt, der über mein Leben bestimmt wegen einer Handvoll Bananen, die für ein kleines Kind gekauft wurden. Hoch über den Ort thront ein doppeltes Kreuz, das Memorial "Charles de Gaulle", eine Gedenkstätte der Franzosen.
Es ist verborgen hinter den Bäumen und den Häusern des Ortes Colombey-de-deux-Eglises, der auf zwei versteckten Ebenen, umrandet von Kiefern dem Camper einen kostenlosen Schlafplatz bietet.
Es war schon dunkel, als wir ankamen, ein paar Lichter zur Straße hin, ein beleuchtetes Haus zwischen den Ebenen, der Garten geschmückt von Weihnachten her. Frankreich bietet dir alles zum Anfang des Jahres. Der Aufbruch, die Ankunft, der Lichterglanz, die Einsamkeit.
Im Dunkeln sehe ich eine junge Frau auf dem Trottoir, die Jacke am Hals festhalten wegen dem kalten Wind, geht sie nahe der Mauern an den Häusern entlang. Ich sehe nicht ihr Gesicht, aber sie strahlt eine Anmut aus, alleine aus der Tatsache, wie verloren sie zwischen den Häusern wirkt.
Ein Zug im Sonnenuntergang, der nirgendwo mehr hinfährt, eine alte Papierfabrik, durch deren Fenster das Licht hindurch scheint. Eine unbewohnte Leere.
Das alte Château Bussy-Rabutin hinter Mauern verborgen, auf denen der Schnee der letzten Nacht überdauert. Wir fahren kleine Straßen zwischen Feldern hindurch, kleine Orte mit Schatten voller Eis, eine gefährliche Kurve, ein steiler Hang, unten eine Kreuzung, ich versuche vorsichtig bergab zu fahren, ohne zu rutschen. Schweiß auf der Stirne, wir halten kurz an, der Weg ist frei.
Das ganze Land ist voller Erinnerungen, Kreuze und Kriege, Denkmäler und Weihnachtsdekoration, da ist jemand geboren, viele gestorben, heute meint man manchmal, das kaum noch einer hier lebt. Mit Fensterläden verschlossene Häuser, vernagelte Türen, fröhliche Weihnachten.
"Ici on ecrit votre histoire". Hier wird unsere Geschichte geschrieben, steht an einem alten Haus. Vor der Mairie, dem Haus des Bürgermeisters, eine bunt blinkende Weihnachtsgeschichte. Nicht die der Bibel, eher der Phantasie von Geschichtenerzählern entsprungen.
Viel Lichter, blinkende Lichter, beleuchtete Fenster und Bäume, Kircheneingänge, Kreuzungen. Ich liebe es, in dieser Zeit in Frankreich unterwegs zu sein. Ein bisschen Märchen, ein Hauch Paradies, eine Messerspitze Wahrheit, und über allem der kalte Wind.
Das Eis an der Frontscheibe ist getaut, schemenhaft die Lichter an der Rue de Pisseloup, wo der Bürgermeister wohnt. Wenn du dort bergauf gehst, da oben auf dem Berg, da lebt der Geist des Generals, der tief im Tal, versteckt hinter Häusern, an denen gerade der Morgen in den Fenstern erwacht, den blauen Bus entdecken würde, der uns Schutz in der Nacht geschenkt hat.
Hilde schläft unter der Decke, dieses Mal halte ich die Wacht.
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The second morning. Again the windshield is frozen. Even though the temperature has only dropped by one degree below zero, after the sky became overcast with dark clouds in the evening.
The first day of the new year was full of pain. My back. My knee. At some point, Hilde stepped on my hand, and now a bandage adorns the back of it. In the evening, I took another half-tablet of ibuprofen because I couldn't sit anymore.
During the night, I dreamt of the king who holds my fate in his hands because of a handful of bananas bought for a small child. High above the town stands a double cross, the Charles de Gaulle Memorial, a French monument.
It's hidden behind the trees and houses of Colombey-de-deux-Églises, a town that offers campers free sleeping quarters on two secluded levels surrounded by pine trees.
It was already dark when we arrived, a few lights facing the road, one illuminated house nestled between the levels, the garden decorated for Christmas. France offers you everything at the beginning of the year: the departure, the arrival, the glittering lights, the solitude.
In the darkness, I see a young woman on the sidewalk, clutching her jacket around her neck against the cold wind, walking close to the walls of the houses. I can't see her face, but she radiates a grace, simply from the fact that she seems so lost among the buildings.
A train at sunset, going nowhere, an old paper mill with light filtering through its windows. An uninhabited emptiness.
The old Château Bussy-Rabutin, hidden behind walls where the snow of the previous night lingers. We drive along small roads between fields, through small villages with shadows filled with ice, a dangerous bend, a steep slope, an intersection below, I try to drive carefully downhill without slipping. Sweat on my forehead, we stop briefly, the way is clear.
The whole country is full of memories, crosses and wars, monuments and Christmas decorations, someone was born here, many died, today you sometimes get the feeling that hardly anyone lives here anymore. Houses closed with shutters, nailed-shut doors, merry Christmas.
"Here our story is written," it says on an old house. In front of the Mairie, the mayor's house, a brightly flashing Christmas story. Not the one from the Bible, but rather one born of the imagination of storytellers.
Lots of lights, flashing lights, illuminated windows and trees, church entrances, intersections. I love being in France at this time of year. A touch of fairy tale, a hint of paradise, a pinch of truth, and above it all, the cold wind.
The ice on the windshield has melted, the lights on Rue de Pisseloup, where the mayor lives, are shadowy. If you walk uphill there, up on the hill, the ghost of the general lives, who, deep in the valley, hidden behind houses where morning is just beginning to break through the windows, would discover the blue bus that gave us shelter in the night.
Hilde is asleep under the covers; this time I'm keeping watch.Baca lagi

PengembaraGute Besserung dir! Das klingt ja nicht so gut… Fahr außerdem vorsichtig, aber das machst du ja sowieso…
Saint-Dizier
3 Januari, Perancis ⋅ ☁️ -2 °C
(English Version Below)
Heute hat es geschneit, im Sturm fliegen mir die Flocken entgegen, setzen sich in Hilde's Fell.
Wir sehen Kraniche in großen Formationen auf dem Weg zurück zum See sich zurufen. "Der Lac du Der liegt in der südlichen Champagne, in der Region Grand Est und ist mit knapp 48 km² der größte Stausee in Frankreich...Bei Vogelfreunden ist der Lac du Der in der französischen Champagne vor allem wegen der durchziehenden und rastenden Kraniche bekannt. Hier sammeln sich jährlich im Herbst Tausende von Kranichen...Von der Champagne fliegen die Kraniche dann in zwei weiteren Etappen bis zu ihren Winterquartieren in Südfrankreich und der spanischen Extremadura, einige fliegen noch weiter bis nach Marokko. Inzwischen verbringen auch etwa 8.000 Kraniche den Winter am Lac." (Auszüge aus Wikipedia)
Wir passieren ein kleines Dorf, in dem jedes Haus Farbe trägt an den Fensterrahmen oder den Fensterläden, am Gartentor oder der umgebenden Mauer. Die Gärten wirken gepflegt, ohne besonders herausragend zu sein, aber insgesamt ist das Dorf hell und lebendig.
Ganz anders die meisten anderen Dörfer in Umgebung, bei denen die tristen Farben einen allgemein langweiligeren Eindruck hinterlassen.
Dagegen sind die Schafe ganz neugierig, wenn wir anhalten, vielleicht sind sie auch kurzsichtig und erkennen ihren Hirten erst, wenn er aufs Feld kommt.
Wir sind im Land des Champagners, den ich schon nicht mochte, als ich noch Alkohol getrunken habe. Aber seine einfache Landschaft spricht mich an, die jetzt mit Schnee noch ein wenig abwechslungsreicher wirkt.
Das Wetter erholt sich übers Wochenende, was die tiefen Temperaturen angeht, sodass die Nächte ein bisschen entspannter werden. Hilde schläft wie immer schon tief und fest, aber wenn ich den Kühlschrank öffne, riskiert sie gerne mal ein Auge.
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It snowed today; the flakes flew towards me in the storm and settled in Hilde's fur.
We see cranes in large formations calling to each other on their way back to the lake. "Lac du Der lies in the southern Champagne region, in the Grand Est region, and at almost 48 km², it is the largest reservoir in France... Birdwatchers know Lac du Der in the French Champagne region primarily because of the migrating and resting cranes. Thousands of cranes gather here every autumn... From Champagne, the cranes then fly in two further stages to their wintering grounds in southern France and the Spanish Extremadura; some even fly as far as Morocco. Around 8,000 cranes now spend the winter at the lake." (Excerpts from Wikipedia)
We pass a small village where every house is brightly colored, whether on the window frames or shutters, the garden gate, or the surrounding wall. The gardens appear well-tended, without being particularly outstanding, but overall the village is bright and lively.
This contrasts sharply with most of the other villages in the area, where the drab colors create a generally more dull impression.
In contrast, the sheep are quite curious when we stop; perhaps they're nearsighted and only recognize their shepherd when he enters the field.
We're in the land of Champagne, which I didn't like even when I still drank alcohol. But I'm drawn to its simple landscape, which now seems a bit more varied with the snow.
The weather is improving over the weekend, at least as far as the low temperatures are concerned, so the nights will be a bit more relaxed. Hilde is already sleeping soundly, as usual, but she likes to peek under the hood when I open the refrigerator.Baca lagi

PengembaraDann grüße mal den Lac du Der von uns, den wir sehr gut kennen! Ich hätte nichts gegen ein Glas Champagner… 🍾🥂
Gron
4 Januari, Perancis ⋅ ⛅ -3 °C
(English Version Below)
Vom Schnee zur Südroute. Während wir gerade eben der durchziehenden Eisfront entkommen konnten, hat uns der Schneefall auf der N4 noch so eben erwischt. Schlagartig werden die Straßen weiß, aber da sie vorher trocken waren, ist das kein großes Problem. Die meisten Autofahrer tun eh so, als seien sie im Sommer der Geschwindigkeiten unterwegs.
Die Strecke ist oft zweispurig, sodass ein träumender Busfahrer nicht so ins Gewicht fällt. Trotzdem bin ich froh, auf die D5 abzubiegen, wo wir in der Nähe des kleinen Ortes La Chapelle - Lasson bei einer Templerkirche aus dem 12. Jahrhundert anhalten, und auch noch ein letztes Mal im Schnee spazieren gehen.
Wir passieren Romilly-sur-Seine und kommen in Sens auf die Routen West/Ost und Nord/Süd, was sich gleich in zunehmendem Camperverkehr sichtbar macht. Zur Nacht stehen wir in Gron auf einem kleinen Platz in einer Siedlung mit Belgiern und Deutschen, die auf dem Weg mindestens nach Spanien sind, gerne aber Marokko ansteuern.
Der Mond ist voll und schön, wie er über den Horizont wandert und im Laufe der Nacht den Himmel erklimmt. Die Sonne schenkt uns ein bisschen Freude und einen blauen Himmel zeitweise, doch die Temperatur liegt um null Grad bei Tag und soll erneut auf minus fünf Grad fallen.
Also Standheizung und Bettdecke, die üblichen Wärmequellen für die Nacht. Und wenn es eben geht, hilft da besonders ein guter Schlaf.
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From the snow to the southern route. While we had just barely escaped the passing ice front, the snowfall on the N4 caught us just in time. The roads suddenly turned white, but since they were dry before, it wasn't a big problem. Most drivers were acting as if they were driving at summer speeds anyway.
The road is often two lanes wide, so a daydreaming bus driver isn't such a big deal. Nevertheless, I'm glad to turn onto the D5, where we stop near the small town of La Chapelle-Lasson at a 12th-century Templar church and take one last walk in the snow.
We pass Romilly-sur-Seine and in Sens join the east-west and north-south routes, which is immediately noticeable in the increasing number of campervans. For the night, we park in Gron at a small campsite in a settlement with Belgians and Germans, who are at least on their way to Spain, but are mostly heading to Morocco.
The moon is full and beautiful as it rises over the horizon and climbs higher in the sky during the night. The sun gives us a bit of joy and a patch of blue sky at times, but the temperature is around zero degrees Celsius during the day and is expected to drop again to minus five degrees.
So, it's time for the auxiliary heater and a duvet, the usual sources of warmth for the night. And if possible, a good night's sleep is especially helpful.Baca lagi
Aubigny-sur-Nère
5 Januari, Perancis ⋅ ⛅ -5 °C
(English Version Below)
In diesen Wintertagen sieht man die Sonne nur manchmal, und auch dann nur kurz, oder schemenhaft.
So wären die Bilder denn auch fast nur schwarz-weiß, wenn wir nicht die Gelegenheit gehabt hätten, einigen Gemälden zu begegnen.
Wir fahren südwestlich und sind aktuell zwischen Orleans und Bourges, immer noch auf der Spanienroute, unterwegs.
Natürlich mit zahlreichen Abstechern auf den kleinen Straßen zwischen ebenso unscheinbaren Orten, die uns aber immer wieder in ihrer Schönheit begeistern.
Die Temperaturen halten sich den ganzen Tag jenseits der ominösen Null auf, das verändert die Landschaft zusehends, sodass wir vereiste Bäume genauso haben wie grüne Felder.
Mit wenigen Ausnahmen habe ich mich schon seit einer Woche mit keinem Menschen unterhalten, dafür aber um so mehr mit Hilde.
Wir übernachten auf dem kostenlosen Stellplatz in Aubigny-sur-Nère, der in der Nähe eines weißen Sees liegt, den Hundespaziergänger lieben.
"Aubigny-sur-Nère liegt an einem kleinen Fluss, der den Ort durchquert. Zu den Sehenswürdigkeiten gehört das Schloss der Stuarts im Renaissancestil: Hier sind die Aubusson -Wandteppiche zu sehen, die Ludwig XIV. Louise de Keroual schenkte. Und Louise war gleichzeitig Geheimagentin und Mätresse von König Karl II. von England. Weitere Sehenswürdigkeiten in Aubigny sind das Maison François 1er mit einer Kunstgalerie, die Grands Jardins, entworfen von einem Schüler von Le Nôtre, das Monument der Auld Alliance, das die Freundschaft und den Beistand zwischen Schottland und Frankreich besiegelt..."
Mehr zum Ort und der schottischen Verbindung findest du unter
https://www.gites-de-france.com/de/franzoesisch…
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During these winter days, the sun is only seen occasionally, and even then only briefly, or as a shadowy outline.
So the pictures would be almost entirely black and white if we hadn't had the opportunity to encounter some paintings.
We're driving southwest and are currently between Orléans and Bourges, still on the Spain route.
Of course, with numerous detours on the small roads between equally unassuming towns, which nevertheless never fail to impress us with their beauty.
The temperatures remain above freezing all day, which is visibly changing the landscape, so that we see icy trees alongside green fields.
With few exceptions, I haven't spoken to anyone for a week now, but I've been talking to Hilde all the more.
We're spending the night at the free campervan site in Aubigny-sur-Nère, near a white lake that's popular with dog walkers.
"Aubigny-sur-Nère lies on the banks of a small river that runs through it. Among the sights is the Renaissance-style Stuart castle, home to the Aubusson Tapestries, a gift from Louis XIV to Louise de Keroual. Louise was also a secret agent and mistress of King Charles II of England. Other attractions in Aubigny include the Maison François Ier, which houses an art gallery; the Grands Jardins, designed by a student of Le Nôtre; and the Monument to the Auld Alliance, which commemorates the friendship and mutual support between Scotland and France..."
You can find out more about the town and its Scottish connection here. at
https://www.gites-de-france.com/de/franzoesisch…Baca lagi
Châteaudun
6 Januari, Perancis ⋅ ☀️ 1 °C
(English Version Below)
Bilder. Heute gibt es nur Bilder. Aus der Sologne. Von der Loire nördlich von Blois. Auf der morgendlichen Fahrt zum Frühstück in Châteudun.
Bilder bei Temperaturen zwischen minus drei und minus zehn Grad Celsius. Mit Sonnenschein und dichten Wolkenbändern, einem Hauch Wind und viel Stille.
Bilder von einer Nacht am stillen Fluss, von Spaziergängen unter schneekristallisieren Bäumen. Schafe mit Nachwuchs auf schneebedecktem Gras, Vogelflug über dem Wasser, im stillen Fluss ruhende Boote.
Bilder von den Wundern des Winters. Bilder.
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Pictures. Today there are only pictures. From the Sologne region. From the Loire north of Blois. On the morning drive to breakfast in Châteudun.
Images taken at temperatures between minus three and minus ten degrees Celsius. With sunshine and thick bands of clouds, a gentle breeze, and profound silence.
Images of a night by the still river, of walks beneath snow-covered trees. Sheep with their lambs on snow-covered grass, birds flying over the water, boats resting on the tranquil river.
Images of the wonders of winter. Images.Baca lagi
Nonancourt
7 Januari, Perancis ⋅ 🌨 -1 °C
(English Version Below)
Ich bin so glücklich und dankbar über all die schönen Stellplätze, auf denen wir in dieser kalten Zeit in einer Region in Frankreich übernachten dürfen, die ich bisher noch nicht einmal im Sommer gerne durchquert habe.
Jeder Ort hat einen besonderen Flair, eine einzigartige Umgebung, ein Spektrum voller schöner Bilder, kleine, angenehme Spazierwege, entweder die Sonne am Morgen oder am Abend, oftmals noch ein schöner Mond dazu.
Hier in Nonancourt ist das Bürgermeisteramt abends beleuchtet, nachdem die Sonne zwischen den Bäumen untergegangen ist, wir sind zu dritt. Der Deutsche mittig zwischen Engländer und Franzosen, es überrascht mich immer wieder, wie viele Reisende in diesen unwirtlichen Zeiten unterwegs sind.
Ebenso wie über die Stellplätze bin ich auch wiederholt sehr glücklich über die Spazierwege mit Hilde. Gerade heute Nachmittag finde ich einen unbenutzten Weg zwischen den schneebedeckten Feldern, auf denen Hilde sich wild schnüffelt und meint, nochmal in die Erde reinschauen zu müssen.
Und dazu die schönen Bilder, die mir begegnen, und in mir soviel Resonanz hinterlassen von der Welt, in der wir leben und reisen dürfen.
Das alles ist nicht selbstverständlich für mich. Ich erlebe unser Reisen als ein Geschenk, das uns Gott in die Augen, unter die Füße, in die Gedanken legt. Dafür darf ich sehr dankbar sein, und die Gelegenheit nutzen, von meinem Erleben etwas an Dich weiterzugeben!
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I am so happy and grateful for all the beautiful campsites where we are allowed to stay during this cold time in a region of France that I have not even enjoyed crossing in the summer.
Every place has a special flair, a unique setting, a spectrum of beautiful scenes, pleasant little walking paths, either bathed in morning or evening sunlight, often accompanied by a beautiful moon.
Here in Nonancourt, the town hall is illuminated in the evening after the sun has set among the trees. There are three of us. The German is sandwiched between the English and the French. It always surprises me how many travelers are out and about in these inhospitable times.
Just as I'm delighted with the campsites, I'm also repeatedly thrilled with the walks I take with Hilde. Just this afternoon, I find a deserted path between the snow-covered fields, where Hilde sniffs around excitedly, seemingly determined to dig into the earth again.
And then there are the beautiful scenes I encounter, which resonate so deeply within me, reflecting the world in which we are privileged to live and travel.
All of this is not something I take for granted. I experience our travels as a gift that God places in our eyes, under our feet, and in our thoughts. I am very grateful for this and would like to take the opportunity to share some of my experiences with you!Baca lagi
Saint-Imoges
8–9 Jan, Perancis ⋅ 🌧 6 °C
(English Version Below)
Wir haben Regen, und es ist kalt, obwohl die Temperatur deutlich über null Grad Celsius ist. Und ich starre auf die Wetterkarte und bin vollkommen entsetzt.
Damals am ersten Weihnachtstag bin ich extra früher losgefahren, weil Frost um minus 5°C angesagt war. Das ist lächerlich angesichts der Verdopplung in den französischen Tagen.
Und das soll jetzt noch getoppt werden, just wenn wir wegen dem Reparaturtermin nach Stuttgart fahren müssen. Ja, der Termin ist eingeplant, wir können auf dem Firmengelände übernachten, und während der Reparatur im Verkaufsraum sitzen. Sagt die Firma heute.
Und weil wir dann eh schon in Deutschland sind, habe ich meinen Kindern einen kleinen Besuch angesagt. Mindestens sieben Grad sollen dann gemessen werden, sagt die App heute. Und dieses Mal glaube ich ihr sogar.
Ist ja nicht das erste Mal, dass mein Wintertiming konträr läuft, aber mindestens schon das dritte Mal, dass ich mir vornehme, es anders zu gestalten.
Pech gehabt. Wie gesagt, jetzt wird es einfach nur getoppt. Nicht, dass ich mich vor elf Grad fürchte, mit der Standheizung passt das schon. Und bislang habe ich meine Wintersachen noch gar nicht ausgepackt, laufe sogar weiterhin in Sandalen (manchmal mit Socken) rum. Aber lustig ist es schon!
Wir haben gerade Paris von Norden her überwunden. In Nonancourt gestartet, hat der Schnee es fertig gebracht, dass wir in einem Tag bis fast nach Reims gefahren sind. Lediglich in dem Ort mit der hübsch geschmückten Tanne, Muizon, haben wir über Nacht angehalten.
In einer hübschen Siedlung hat es beleuchtete Parkstreifen, sodass jeder sehen konnte, wer dort übernachtet. Die Nacht war wunderbar ruhig, der Schnee weitgehend getaut, die Straße nach Reims ein nichtendender Stau.
Also zurück nach Fismes mit dem lachenden Entenvogel und Reims weiträumig umfahren, kommen wir letztendlich nach Épernay, dessen Umgebung voller Weinberge uns gleich drei angenehme Stellplätze anbietet, die alle kostenlos sind.
Noch drei Tage bleiben uns für die Fahrt, und das ist mein zweiter Schreck heute, denn es sind etwa fünfhundert Kilometer zu bewältigen. Das war so nicht geplant, aber da ich immer ohne Vorbereitung fahre, muss ich mit solchen Umständen rechnen.
Aber die Stimmung im blauen Bus ist gut. Und das ist doch das Beste!
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It's raining, and it's cold, even though the temperature is well above zero degrees Celsius. And I stare at the weather map and am completely horrified.
Back then, on Christmas Day, I left extra early because frost of -5°C was forecast. That's laughable compared to the doubled temperature during the French holidays.
And now it's going to get even worse, just when we have to drive to Stuttgart for the repair appointment. Yes, the appointment is scheduled; we can stay overnight on the company premises and sit in the showroom while the repair is being done. That's what the company says today.
And since we'll already be in Germany, I've arranged a short visit for my children. The app says it's supposed to be at least seven degrees then. And this time, I actually believe it.
It's not the first time my winter planning has backfired, but it's at least the third time I've intended to do things differently.
Tough luck. Like I said, now it's just getting worse. Not that I'm worried about eleven degrees; with the auxiliary heater, that'll be fine. And so far I haven't even unpacked my winter clothes; I'm still walking around in sandals (sometimes with socks). But it's funny!
We've just crossed Paris from the north. Starting in Nonancourt, the snow managed to push us almost to Reims in a single day. We only stopped overnight in Muizon, the town with the beautifully decorated Christmas tree.
In a pretty housing development, there were illuminated parking spaces, so everyone could see who was staying there. The night was wonderfully quiet, the snow had mostly melted, but the road to Reims was a never-ending traffic jam.
So, back to Fismes with its laughing duck symbol, and giving Reims a wide berth, we finally arrived in Épernay, whose surrounding vineyards offered us three pleasant campsites, all free of charge.
We have three more days for the journey, and that's my second scare today, because we still have about 500 kilometers to cover. That wasn't the plan, but since I always travel without preparation, I have to expect such circumstances.
But the mood in the blue bus is good. And that's the best thing!Baca lagi




































































































































































































































































































































































































