3.650 Tage
9 agosto 2025, Germania ⋅ ☁️ 21 °C
Big Yellow. Der sanfte Wind auf nackter Haut. In der Ferne der Ruf von heimisch gewordenen Wildgänsen. Wir machen Spaziergänge mit den Hunden und Menschen der Familie. Lange Phasen mit Lesen und Musik. Schauen auf die Sonne, wie sie wandert. Den Tag über. Mit viel Blau und manchmal Wolken.
Die Tochter hat Geburtstag. Und Hilde feiert ihren Komm-Tag. Zehn Jahre. Fast 24/7. Dreitausend
Sechshundert Fünfzig. Habe Bilder angeschaut. Was wir alles zusammen gesehen, gemeinsam erlebt haben. Ein Gottesgeschenk. Davon hätte ich vorher nur träumen, es nie glauben können, hätte mir das jemand erzählt.
Empfinde das auch meinen Kindern, den Enkeln gegenüber. Wie sich ein Lebensbogen über so eine Zeit spannt, von der man früher glaubte, sie könne nie für ein langes Leben reichen. Höre 'Harvest Moon' von Neil Young, das 1992 erschienen ist, sozusagen mitten in meinem Leben.
https://youtu.be/6eXsn_1t0Go?si=4MaProV1mG9Svemw
Die Tage sind voll mit bunten Blumen und Sonnenschein blauer Himmel, Pferden und Hunden, dem Zwitschern aus den Lüften, und dem stillen Wachsen allen Lebens. Trotzdem gehen auch diese Tage zuende, der blaue Bus will wieder bewegt werden. Morgen.Leggi altro
Rolfshagen
10–11 ago 2025, Germania ⋅ 🌙 18 °C
Time to go. Die Sonne, der blaue Himmel, ein leichter Wind, die grünen Wiesen, die bunten Blumen, und die lieben Menschen und Hunde am Ort, haben unsere Tage erheitert und verschönt.
Jetzt ändert sich unsere Umgebung, wir begegnen anderen Menschen, der blaue Bus wird repariert, ein spannender Zeitraum liegt vor uns. Ob alles gut klappen wird. Ich bin ein bisschen aufgeregt, und auch die Hilde merkt sie Veränderungen.
Die Reisepläne schwanken wie die Gräser im Wind. Es bleibt spannend. Ich habe verschiedene Ideen. Erst wenn wir tatsächlich abfahren, wird sich zeigen, wohin es geht.
Das neue Handy ist eingeweiht, die Bilder sind gut, es ist komisch, plötzlich eine Tasche leer zu haben. Wolken ziehen auf. Der Wind frischt auf. Nach einigem Ruckeln springt der Motor an. Die Familie begleitet mich zur Tankstelle, noch ein zweites Mal schieben sie den Bus an, dann sind wir wieder unterwegs.Leggi altro
Haltern am See
12 agosto 2025, Germania ⋅ ☀️ 18 °C
3-3-3-3. Nachdem wir früh am Morgen in einer Siedlung in Haltern aufgewacht sind, versetzen wir den blauen Bus auf den nächsten Autobahnrastplatz in Höhe Mark, um dort entspannt frühstücken zu können. Paradox. Ja, aber ich muss den Motor laufen lassen, um Wasser zu kochen. Das wollte ich den Nachbarn nicht antun.
Der Name erinnert mich weit entfernt an ein Erlebnis meiner Kindheit, denn in diesem Landstrich gab es ein Sanatorium, in dem ich eine 'werweißnichtwarum' Zeit gewesen bin. Nebulös verschwimmt diese Erinnerung, die nie konkret zu werden scheint.
Ganz im Gegenteil dazu unsere Fahrt nach Haltern. Der Bus zieht immer schlechter, an Autobahnfahren ist gar nicht zu denken. Mühsam schleppen wir uns über verschwitzte Landstraßen, möglichst abseits vom Verkehr, in Bergundtalmanier, denn Deutschlands Mitte ist von gebirgiger Natur, sozusagen mittelgebirgig.
Nachdem ich in Rolfshagen zwei alte Männer zum Schieben aufgetan habe, der eine mit Braunschweiger Vergangenheit, an den wir ihn lebhaft erinnern, wobei er gleich den Bogen zum Lebensende spannt, dem Verfall des Seins. Sieh meine Zähne an, er ist jünger als ich, der Vater habe ihn früh rausgeworfen, weil er ein Wilder gewesen sei, der Onkel in Rinteln aber. So sei er hierher gekommen. Fünf-Minuten-Gespräche, ein ganzes Leben schnell erzählt.
Irgendwo in Bielefeld parken wir schräg an einer abschüssigen Straße, um endlich mal eine Pause zu machen. Die eine Packung Ziegenfrischkäse mit Orangensaft esse ich jetzt, die andere in der Siedlung spät in der Nacht.
Auf einem Parkplatz lasse ich den Motor laufen, damit Hilde es auch kurz laufen lassen kann, dann müssen wir mitten ins tiefste Blau von Gelsenkirchen. Da wo Schalke's Vereinsheim ist, finde ich Getec, einen Spezialisten für Anlasser und Lichtmaschinen. Barzahlung erwünscht, Karte geht gar nicht, na komm, dann überweise es einfach. Keine Sicherheiten, kein Name, vielleicht nur Vertrauen, oder er hat sich mein Kennzeichen gemerkt. Freundlich zurückhaltend.
Heute fahre ich trotzdem hin mit dem alten Anlasser, den Alex ausgebaut hat, zum Bezahlen. Bar. Denn das brauche ich die nächsten Tage noch. Da sind noch einige Probleme am blauen Bus, die zu beheben sind, damit wir weiterreisen können. Gravierend. Wie der Anlasser.
Hilde ist total happy, Alex und Peter mit der Hummel wiederzusehen. Als sie jung war, sind wir öfter zusammen gereist. Am Wochenende, in Norwegen, Schottland. Das prägt. Trotzdem, vom alten Vanlife ist nichts mehr zu sehen. Wo sind die alle hin. Hippie Trail und Mogli, eingetaucht in ein bürgerliches Dasein. Und wir. Reisen als Lebensinhalt. Nicht umsonst heißt die Hymne 'On the Road again' von Willie Nelson.
https://youtu.be/dBN86y30Ufc?si=auJfxiBBVprj8AoJ
Again ist das Zauberwort. Wieder auf der Straße. Das andere Zauberwort heißt Homebase. Und die Jungs hier arbeiten hart jeden Tag, da will man das Wochenende nicht auch noch auf überfüllten Straßen leben. Und wenn alle/viele etwas tun, dann verliert sich der Reiz im Besonderen.
Ich weiß, mir werden jetzt manche widersprechen, es gäbe Vanlife doch noch, das wäre doch ihr Leben. Für einige Wochen im Jahr, vielleicht sogar länger. Vielleicht liegt der Unterschied in einer Banane. Die sind alle gelb und leicht gekrümmt, schmecken ähnlich, und sind doch in ihrer Qualität verschieden.
Zum Abschluss des ölverschmierten Abends um den blauen Bus, geht's zum Essen bei Fastfood. Ohne Alex wäre ich verloren. Bestellung am Computer, Lieferung aufs Tablett zum Tisch. Unbequemes Sitzen fördert schnelles essen, vielleicht auch der Hunger, mir bleibt lediglich ein kleines Eis zum Nachtisch.
Ein besonderer Tag. Dreitausenddreihundertdreiunddreissig. 3.333 Tage sind wir unterwegs. Unser Festplatz ist ein Park unter Bäumen, eine Stille Nacht in einer Siedlung zwischen See und Stadt, ein laufender Motor, der uns die Freiheit bringt, Reisen zu können. Wo geht's hin, wenn das hier überstanden ist. Schweden nochmals vielleicht. Zur Abwechslung an beide Küsten. Von West nach Ost. Und vielleicht noch nen Abstecher nach Norwegen zwischendrin.
Die Welt ist groß.Leggi altro
ROTBACHSEE
13 agosto 2025, Germania ⋅ ☀️ 22 °C
Ich wünsche Dir einen guten Tag.
Wie Du sicherlich in den letzten Wochen mitbekommen hast, sind wir nicht ganz unbeschadet aus Skandinavien zurückgekommen.
Der blaue Bus hat ein paar Probleme aufgesammelt, die dringend repariert werden müssen.
Beim aktuellen Einbau des neuen Anlassers hat der Mechaniker festgestellt, dass die Bremsflüssigkeit über die linke Felge läuft, sodass der Bremssattel in einer Werkstatt erneuert werden muss. Ich hoffe auf einen kurzfristigen Termin.
Zudem verliert der Motor Luft durch einen defekten Ladeluftkühler und eine Unterdruckleitung. Diese Teile besorge ich jetzt, damit der Mechaniker den Einbau machen kann.
Abschließend ist noch ein Ölwechsel erforderlich. Wir rechnen insgesamt mit 1000 Euro.
Die Hoffnung ist, dass danach alle Probleme beseitigt sind, und wir zu neuen Küsten aufbrechen können, von denen wir Dir Bilder und Geschichten mitbringen.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Du Dich an unseren Kosten beteiligen würdest, sozusagen als kleines Dankeschön fürs Mitreisen.
Die Überweisung mit den entsprechenden Kontaktdaten auf mein Konto bei der
Nord LB Braunschweig
IBAN: DE72 2505 0000 0201 4093 07
BIC: NOLADE2HXXX
Kontoinhaber: Peter Kopfermann
Zahlungen per PayPal sind unter der E-mail Adresse möglich - bitte unter "Freunde" überweisen -
spaziergaenge.mithilde@gmx.de
Wir bedanken uns schon mal im Voraus für Deine Unterstützung.
Peter und HildeLeggi altro
Wipperfürth
15 agosto 2025, Germania ⋅ ☀️ 19 °C
Am Ende eines schönen Tages freue ich mich auf das charmante Lächeln der Nacht.
Der blaue Bus ist repariert. Den Abend haben wir im schönen Garten mit einer bezaubernden, herzlichen Frau zwischen Käse und Sonnenuntergang verbracht. Und zum Schlaf stehen wir an einem ruhigen Platz, mit Laternen, die kleine Bereiche des Parks beleuchten
Die Hitze haben wir gut überstanden. Wir sind beide müde und entspannt, warten auf den Schlaf, den ein kleiner Traum in unsere Augen legt. Um uns das Bergische Land, die Heimat der Kindheit, das leise Plätschern der Wupper, Schloß Burg mit seinen alten Sagen.
Ein kurzer Ritt über die Hügel, vorbei an den Kotten der Messerschleifer, durch den tiefen Wald des Wipperfürther Landes, in dessen Falten wir nächtigen.Leggi altro

ViaggiatoreIch hatte versucht, dich über eine Handynummer, die Alex mir gegeben hat, zu kontaktieren. Leider ist die Verbindung nicht zustande gekommen
Bad Wünnenberg
15 agosto 2025, Germania ⋅ ⛅ 20 °C
(ENGLISH VERSION BELOW)
Am frühen Nachmittag treffen wir uns mit einem lieben Menschen nicht weit entfernt von Siegen und plauschen uns durch den sonnigen Nachmittag, während sich eine halbe Melone von ihrer anderen Hälfte verabschiedet.
Wir queren das Sauerland unweit von Brilon, nachdem wir vorher wieder mal das Land von Lenne und Hundem passiert haben.
Die Sonne geht gerade unter, als wir südlich von Paderborn ins Wünnenbergische abbiegen, wo wir eine Nacht auf dem Stellplatz stehen, den sich auch ein halbes Dutzend andere Camper ausgesucht haben.
Mit Strom ist das Luxus für uns, das vereinfacht das Frühstück machen am Morgen, der Ventilator arbeitet ebenfalls mit höherer Energie. Der blaue Bus zieht deutlich besser, Hilde ist durchaus fröhlich heute, wir nähern uns einer zunehmenden Entspannung, kommen langsam wieder in den altbekannten Reisemodus.
----
In the early afternoon, we meet up with a loved one not far from Siegen and chat through the sunny afternoon while half a melon says goodbye to its other half.
We cross the Sauerland region not far from Brilon, having once again passed through the land of the Lenne and Hundem rivers.
The sun is just setting as we turn south of Paderborn into the Wünnenberg region, where we spend the night at the same spot as half a dozen other campers.
Electricity is a luxury for us; it makes making breakfast easier in the morning, and the fan also runs on higher power. The blue bus pulls much better, Hilde is quite cheerful today, and we're approaching a state of relaxation, slowly getting back into our familiar travel mode.Leggi altro
Braunschweig
17 agosto 2025, Germania ⋅ ☁️ 18 °C
Nieselregen an einem Sonntagvormittag im braunschweiger Norden. Die Nacht an der Ausfallstraße ist ruhig, obwohl in unregelmäßigen Abständen ein Auto vorbeifährt.
Wir kommen aus dem Paderborner Land, wo demnächst ein Reisender, dem ich von Beginn an folge, eine sicherlich interessante und informative Veranstaltung durchführen wird, die ich hier verlinke.
https://www.instagram.com/p/DNbD5lSsi3s/?igsh=a…
Leider werde ich zu diesem Zeitpunkt schon weiter weg sein, wobei ich immer noch mit mir hadere, ob Schwedens- oder Frankreichsküste das aktuelle Ziel wird. Von der Zeit her wäre auch Spaniens Nordküste möglich oder Norwegens Westküste. Du kannst ja mal mit abstimmen, wohin die Reise denn gehen könnte.
Auf jeden Fall habe ich gestern schon mal die Schränke gefüllt, und die Ziegen- und Schafskäsevorräte aufgestockt. Ein letzter Einkauf würde kurz vor der deutschen Grenze erfolgen, aber vorher gibt es noch eine kurze Stippvisite nach Berlin, und von dort nach Kiel.
Überraschenderweise scheint die Sonne, als wir in den Norden kommen, sodass wir in diesem grandiosen Abendhimmel unseren Spaziergang machen. Doch selbst als die Nacht schon herein gebrochen ist, wird es plötzlich strahlend hell um mich, als mir mein Sohn auf den Kontoauszügen zeigt, auf welche wunderbare Weise unsere Reparaturkosten jetzt, und im Dezember die notwendig neuen Bremsen gedeckt sind, sodass die Reise weitergehen kann.
Wir sind so froh, dass es Menschen gibt, denen unser Leben und Reisen so wichtig ist, dass sie dem alten Bus immer wieder auf die Sprünge helfen. Und ich muss zugeben, dass ich vor der Fahrt zu Alex doch schon ein bisschen verzweifelt war, ob die Reise weitergehen kann. So ein bisschen denke ich manchmal schon über Alternativen nach, wobei keine Möglichkeit in der Seßhaftigkeit liegt.
Erster Spaziergang am stillen Feld im grauen Morgen, dann stehen wir an der Waschmaschine auf dem Autohof Schwülper, die noch im halben Nachtschlaf ist, weil die Lastwagenfahrer dies ebenfalls tun. Anderthalb Stunden später ist alles gereinigt und trocken, wir fahren auf einen Platz fürs Frühstück, und um Hilde Zeit für den Afterbreakfastsleep zu geben.
Auf dem Parkplatz ist ein alter Wasserwerfer abgestellt, dessen Hinterrad grobflächig aufgeschlitzt ist, sodass das historische Fahrzeug erstmal nicht weiterfahren kann. Ich hatte schon gerätselt, ob hier vielleicht ein verrückter Camper die Nacht verbracht hat.
Aber die Einzigen sind wir.Leggi altro

SchönwetterwandererVotum für F-E! Liegt aber daran, daß wir lieber in die wärmeren statt kälteren Zonen reisen. 🙋🏻♂️
Erinnerungen
18 agosto 2025, Germania ⋅ ☀️ 23 °C
(Englisch Version Below)
Letztens hat mir jemand erzählt, dass man von den Reisen auf Findpenguins sich jeweils zur Erinnerung ein eBook runterladen könnte, das man dann auf einer Festplatte speichern kann.
Lange habe ich darüber nachgedacht, bis mir klar geworden ist, dass das für mich gar keinen Sinn macht. Der Freund hat Familie, einen Jungen, der mit ihnen aufwächst, eine Zukunft, die sich auf eine Vergangenheit aufbaut.
Ich habe das nicht, mein Leben spielt in der Gegenwart, und es wäre Phantasie zu glauben, dass meine Kinder und Enkel meine Erinnerungen brauchen würden, um sich ihrer Beziehungen mit mir zu vergewissern.
Natürlich hebe ich Bilder von Hilde und den Reisen auf. Früher hat mein Sohn sie auf eine Festplatte gelegt, mittlerweile schaue ich die Bilder auf dem Handy in größeren Abständen durch, und lösche diejenigen, die ich nicht mehr zuordnen kann.
Was bleibt in einem so langen Leben. Manchmal gucke ich Bilder in meiner Kiste an. Von früher. Um mich zu erinnern, wie meine Tiere ausgesehen haben, meine Kinder, vergangene Weggefährten. Eigentlich brauche ich das nicht, weil sie alle vor meinem inneren Auge auftauche, wenn ich an sie denke, und für die Trauer nach dem Verlust eines Lebewesens habe ich nie Bilder gebraucht.
Tatsächlich sind meine Bilder immer nur Tagesmomente, Augenblicksaufnahmen, die schon eine Stunde später (oder spätestens nach dem jeweiligen Text) Geschichte sind, bedeutungslos werden.
Im Herzen trage ich die Gefühle weiter, die letzte Umarmung vor dem Abschied, ein Lächeln, das weiche Fell unter meinen Händen. Ich spüre noch meinen letzten Hund, den Blacky, in meinen Armen sterben, höre die Abschiedsworte eines sterbenden Freundes, wenn ich an ihn denke, er mir einfällt.
Ich kann so vieles in mir sehen, in mir hören, das nur mein Leben betrifft, und mit meinem Tod zuende geht. Was den Menschen bleibt, die mit mir verbunden sind, mag durch ein Bild an Aussagekraft gewinnen. Wenn es sich nicht mit ihrem Herzen verbindet, wird es langsam verblassen. Das ist manchmal gut so.
Die Tage in Braunschweig sind zuende, über Calvörde und Berlin fahren wir nach Kiel, und an die nächste Küste.
---
Someone recently told me that you could download an eBook of your travels on Findpenguins as a souvenir, which you could then save on your hard drive.
I thought about it for a long time until I realized that it made no sense for me at all. My friend has a family, a boy who's growing up with them, a future built on a past. I don't; my life takes place in the present, and it would be fantasy to think that my children and grandchildren would need my memories to confirm their relationships with me.
Of course, I keep pictures of Hilde and the travels. My son used to put them on a hard drive, but now I look through the pictures on my phone at longer intervals and delete the ones I can no longer identify. What remains after such a long life?
Sometimes I look at pictures in my box. From the past. To remember what my animals looked like, my children, past companions. Actually, I don't need them, because they all appear in my mind's eye when I think of them, and I've never needed pictures to grieve after the loss of a living being.
In fact, my pictures are always just moments of the day, snapshots that are history an hour later (or at the latest after the respective text), meaningless.
I carry the feelings in my heart: the last hug before saying goodbye, a smile, the soft fur under my hands. I can still feel my last dog, Blacky, dying in my arms, hear the parting words of a dying friend when I think of him, when he comes to mind.
I can see and hear so much within myself that concerns only my life and will end with my death. What remains for the people connected to me may gain meaning through a picture. If it doesn't connect with their hearts, it will slowly fade. Sometimes that's a good thing.
The days in Braunschweig are over; we drive via Calvörde and Berlin to Kiel and the next coast.Leggi altro
Berenbrock
19 agosto 2025, Germania ⋅ ☀️ 19 °C
(English Version Below)
Überwiegend Sonne. Letzte Arbeiten am blauen Bus durch den freundlichen Thomas, der sich auch nochmal unser schwankendes Stromproblem anschaut. Nach zwei, drei Jahren schwächeln die Wohnraumbatterien, aber bis zum 26er Tüv müssen sie durchhalten.
Ein letzter Abendspaziergang mit Tochter' und Hunden, eine ruhige Nacht auf dem Feld zwischen Untergang und Aufgang der Sonne, ein kalter Morgen unterhalb von zehn Grad. Ein früher Weg am Morgen,die Hunde sind happy, und mir tun am Ende die Knie weniger weh als vorher.
Die Sonne gibt ihr Bestes, wir suchen den Schatten und freuen uns trotzdem am Licht. Abends habe ich endlich mal ein heißes Fußbad, morgens ein erfrischendes Haarewaschen, das Leben fügt sich in gute Ordnungen ein.
Rituale vernachlässigen hat weitreichende Folgen. Ich muss mich erinnern, für mich, für Hilde, für den blauen Bus Sorge zu tragen. Dann fügt sich das Leben in geruhsame Bahnen.
"Rituale öffnen immer wieder den Himmel über uns. Sie verheißen uns, dass unser Leben gelingt. Und sie helfen uns, selber zu leben, anstatt von Außen gelebt zu werden." (Anselm Grün)
---
Mostly sunny. Final work on the blue bus by the friendly Thomas, who also takes another look at our fluctuating power problem. After two or three years, the living area batteries are weakening, but they have to last until the 26-year-old Tüv.
A last evening walk with my daughter and dogs, a peaceful night in the field between sunset and sunrise, a cold morning below ten degrees. An early morning run, the dogs are happy, and my knees hurt less than before.
The sun shines its best, we seek shade but still enjoy the light. In the evening, I finally have a hot foot bath, in the morning, a refreshing hair wash, life falls into a good order.
Neglecting rituals has far-reaching consequences. I have to remember to take care of myself, Hilde, and the blue bus. Then life falls into a peaceful cycle.
"Rituals continually open the heavens above us. They promise us that our lives will be successful. And they help us live our lives ourselves, instead of being lived from outside." (Anselm Grün)Leggi altro
Havel
20 agosto 2025, Germania ⋅ ⛅ 19 °C
(English Version Below)
Morgenspaziergang an der Havel. Im Blau der spiegelnden Sonne liegt die Elbe in Rogätz, während die kleine Fähre leise über sie hinweg gleitet. Mittags sind wir in der heißen Sonne vom Hof der Tochter gestartet, wo wir die letzten Stunden im Schatten geparkt haben.
Ein letzter Spaziergang, beim NPBäcker einen günstigen Hefestreuselteller mit einem Hauch von Süße mittendrin, dann links aus dem Ort ausbiegen.
Berlin. Wir treffen Sigrid, die mir zur Begrüßung ihr erstes Buch schenkt. Vor drei Jahren sind wir in Frankreich am Atlantik zusammen gefahren, als sie daran geschrieben hat. Wir haben das Glück, einander immer mal in dieser Welt wieder zu begegnen.
So wie heute auf einem Platz oberhalb der Havel, wo wir übernachten. Wo wir morgens spazieren gehen, während die Freundin noch schläft. Als ich aufwache, liegt die Sonne zweifach zwischen den Geräten des Spielplatzes. Dann wird es grau und bleibt still.
Hilde schnüffelt am Ufer, wo Enten und Stand ups wellend auf dem Wasser liegen, das sich um Bäume und Gräser windet, Räume bilden sich und lösen sich auf. Später ist die Sonne wieder da, Boote queren meinen Blick, wir frühstücken leise, hören stille Musik. Holy day. Lebensfreude.
---
Morning walk along the Havel. The Elbe River lies in Rogätz, reflected in the blue of the sun, while the small ferry glides quietly overhead. At midday, we set off in the hot sun from the daughter's farm, where we'd parked in the shade for the last few hours.
One last walk, a cheap plate of yeast crumble with a hint of sweetness at the NPB bakery, then turn left out of town.
Berlin. We meet Sigrid, who gives me her first book as a welcome gift. Three years ago, we traveled together on the Atlantic coast in France while she was writing it. We're lucky enough to run into each other again and again in this world.
Like today, at a square above the Havel, where we're spending the night. Where we go for a walk in the morning while my friend is still asleep. When I wake up, the sun is doubled between the playground equipment. Then it turns gray and remains silent.
Hilde sniffs the water's edge, where ducks and stand-up paddleboards undulate on the water, which winds around trees and grasses. Spaces form and dissolve. Later, the sun returns, boats cross my view, we eat breakfast quietly, listening to quiet music. Holy day. Joy of life.Leggi altro
Esel auf einer Weide
21 agosto 2025, Germania ⋅ ☀️ 15 °C
(English Version Below)
Letztens hat mir jemand erzählt, sie würde gerne nach Madagaskar gehen, um die tollen Baobabbäume zu sehen. Als wir heute aus Berlin herausfahren, sehe ich den Hinweis auf die Botschaft von Madagaskar und komme auf die irrewitzige Idee, doch mal zu schauen, ob sie dort nicht ein Exemplar haben.
So passieren wir die bemalte Kantschule und fahren über ein dermaßen holpriges Kopfsteinpflaster, das alle Teile im Bus vibrieren, obwohl die Geschwindigkeit gen null tendiert. Es gibt interessante Gebäude, nur bei der Botschaft ist es langweilig, denn niemand will gerade nach Madagaskar.
Wir besuchen einen lieben Menschen irgendwo draußen auf dem Land, wo der Esel über einen Berg fliegt. So merke ich mir jedenfalls den Ort, dessen Namen ich sonst immer vergessen habe.
Familiengrillen ist angesagt, das ist für die ortansässigen Mücken ein großes Fressen, eine feiert noch die ganze Nacht im blauen Bus weiter.
Wir spazieren durch den riesigen Garten, in dem ein Dachs seine nächtlichen Spuren hinterlassen hat, die Hilde den Nachmittag versüßen. Die hauseigenen Katzen dürfen nicht raus und verschnurren den angenehmen Sonnentag auf einem Sofakissen oder zwei.
Kein Wind und trotzdem schwingen die Lianen der Weiden unter Vogelbesuch, im Astloch gähnt die Leere, eine Kanne voller Pfefferminze wartet auf dem Tisch.
Über Land haben wir bei einem einzelnen Baum unter dramatischem Himmel gehalten, um der Wiese mit dem hohen Gras einen Besuch zu gestatten. Ein Tor ins Nichts versperrt den Durchgang, Hilde findet im harten Lehm keinen Weg zu den Mäusen und wälzt sich stattdessen auf ihrem Ausgang.
Alles meins lautet das Fazit. Beim Essen verschwinden Fleisch und Gemüse, Kartoffeln und Salat im Gespräch über den Holztisch zwischen jungen und alten Menschen, Technogeschichten und Festivalregenfällen.
In der Nacht kommen die Träume, real unwirklich, wie Baobabbäume in Berlin. Am Morgen will ich nicht aufwachen müssen, ein Sandkorn juckt im Augenwinkel, an der weißen Mauer ruht ein stilles Gras.
---
Someone recently told me she'd like to go to Madagascar to see the amazing baobab trees. As we leave Berlin today, I see the sign for the Madagascar embassy and have the crazy idea to see if they have one there.
So we pass the painted Kant school and drive over cobblestones so bumpy that every part of the bus vibrates, even though we're slowing down. There are some interesting buildings, but the embassy is boring because no one wants to go to Madagascar right now.
We're visiting a loved one somewhere out in the countryside, where the donkey flies over a mountain. At least that's how I remember the place, whose name I've always forgotten.
A family barbecue is on the agenda, which is a big feast for the local mosquitoes; one of them continues to party all night long in the blue bus.
We stroll through the huge garden, where a badger has left its nighttime tracks, sweetening Hilde's afternoon. The house cats aren't allowed outside and are purring away the pleasant sunny day on a sofa cushion or two.
No wind, yet the willow vines sway with bird visits, the knothole yawns empty, and a pot of peppermint awaits on the table.
Overland, we stopped by a lone tree under a dramatic sky to visit the meadow with its tall grass. A gate to nothingness blocks the passage; Hilde can't find a way to the mice in the hard clay and instead rolls around on their exit.
All mine, that's the conclusion. At dinner, meat and vegetables, potatoes and salad disappear into conversation across the wooden table between young and old people, techno stories and festival rains.
Dreams come at night, real and unreal, like baobab trees in Berlin. In the morning, I don't want to have to wake up; a grain of sand itches in the corner of my eye; a quiet patch of grass rests against the white wall.Leggi altro
Mühlenfrühstück
22 agosto 2025, Germania ⋅ ⛅ 17 °C
(English Version Below)
I felt lost. Neunzehn Prozent Steigung, zwölf Prozent Gefälle. In den Tiefen der hohen, alten Bäume sind die Temperatur bei die magische Zehn, im August das Synonyme für kalt. In der Nacht, in den tiefen Tälern des bayrischen Frankenwaldes. Mich fröstelt und in gewisser Weise habe ich mich verirrt.
Hilde haart, stresslange Haare springen aus dem Fell, sie will nicht auf den Behandlungstisch, weigert sich das erste Mal komplett. Trotzdem kann die Tierärztin den Brustbereich abtasten. Der Tumor habe seine Form geändert, er sei gewachsen. Das ist ein schlechtes Zeichen. Ich möge in Ruhe nachdenken, der Oktober wäre auch ein kühlerer Monat für eine Operation.
Alex hat gesagt, ich möge den blauen Bus mal richtig ausfahren. Paar hundert Kilometer mit hundertzwanzig, damit der Turbo mal richtig durchgeblasen wird. Autobahn Berlin Leipzig Hof. Dreihundertfünfzig Kilometer, vier Stunden, zweihundertvierzig Minuten. Mit Pausen und Landstraße.
Ich denke und fahre. Fahre und denke. Instinktiv treffe ich eine Entscheidung, verwerfe sie wieder. Versuche, nicht darüber nachzudenken, sind schwierig. In einem Ort nahe Berlin kaufe ich Gepäck, bin hungrig, nach dem langen Morgen in Ute's Garten, von dem ich mich mit Bildern verabschiede.
Ich habe noch Ziegenmilch aus Evessen, die nach ein paar Tagen die Geschmacksnerven so richtig lecker kitzelt. Die Autobahn ist weitgehend frei, Urlaubstourismus im Süden, Lastwagenreisen nach Tschechien und Co.
Muss reden und nachdenken, beten und die Entscheidung ruhen lassen. In Gottes Händen, meinem Herzen. Aber ich spüre, dass ich immer lost sein werde, wenn sich die Dinge falsch entwickeln
Wir finden einen Platz für die Nacht in Leupoldsgrün, fahren durch Schwarzenstein, biegen nach Waffenhammer ab, und enden an einer laufenden Wassermühle, nicht fern von Kulmbach.
Ein stiller Ort. Zwischen zwei Wasserläufen. Auf einer Seite Wald mit Sonne, die zwischen den Blättern leuchtet. Gegenüber ungemähte Wiese, ein Insektenparadies. Hilde schläft, wir haben gefrühstückt, sie hat in den Morgenstunden bei mir gekuschelt.
Ein Hautschnitt, der schnell heilen sollte. Natürlich gibt es Risiken, so oder so. Eigentlich hatte ich mich entschieden, und gehofft, die Entzündung würde nicht so schnell wachsen. Jetzt muss ich neu denken. Und hoffen, für uns einen Weg zu finden.
Je älter ich werde, desto unentschlossener präsentiere ich dem Leben meine Entscheidung. Selbst kleine Dinge, wie ein vernünftiger Spazierweg, kommt einer großen Entscheidung nahe. Das ist nicht gut. Und eben auch ungewohnt, weil ich immer klare Antworten geben konnte. Mir, anderen, dem Leben.
Wir fahren nicht nach Schweden, ich muss uns den Oktober frei halten. Für den Fall. Hilde schläft. Das könnte ich jetzt auch. Schlafen.
---
I felt lost. Nineteen percent incline, twelve percent decline. In the depths of the tall, old trees, the temperature is at the magic ten, synonymous with cold in August. At night, in the deep valleys of the Bavarian Franconian Forest. I shiver, and in a sense, I've lost my way.
Hilde is shedding, stress-long hairs are jumping out of her fur, she doesn't want to get on the treatment table, and for the first time, she refuses completely. Nevertheless, the vet can palpate her chest area. The tumor has changed shape, it's grown. That's a bad sign. I should think about it calmly; October would also be a cooler month for an operation.
Alex said I should really drive the blue bus. A couple of hundred kilometers at 120, so the turbo can really get going. Autobahn Berlin Leipzig Hof. Three hundred and fifty kilometers, four hours, two hundred and forty minutes. With breaks and country roads.
I think and drive. Drive and think. Instinctively, I make a decision, then discard it. Attempts not to think about it are difficult. In a town near Berlin, I buy luggage, hungry after the long morning in Ute's garden, which I bid farewell to with pictures.
I still have goat's milk from Evessen, which, after a few days, tickles my taste buds with a truly delicious taste. The Autobahn is largely clear, holiday tourism in the south, truck trips to the Czech Republic and the like.
I have to talk and think, pray, and let the decision rest. In God's hands, my heart. But I feel that I will always be lost if things go wrong.
We find a place to stay the night in Leupoldsgrün, drive through Schwarzenstein, turn off towards Waffenhammer, and end up at a working watermill not far from Kulmbach.
A quiet place. Between two streams. On one side, a forest with sun shining through the leaves. Opposite, an unmown meadow, an insect paradise. Hilde is asleep, we've had breakfast, and she cuddled with me in the morning hours.
A cut in the skin that should heal quickly. Of course, there are risks, either way. I had actually made a decision and hoped the infection wouldn't spread so quickly. Now I have to rethink. And hope to find a way forward for us.
The older I get, the more indecisive I am about presenting my decision to life. Even small things, like choosing a sensible walking route, feel like a big decision. That's not good. And also unusual, because I've always been able to give clear answers. To myself, to others, to life.
We're not going to Sweden; I have to keep October free for us. Just in case. Hilde is sleeping. I could do that now, too. Sleep.Leggi altro

ViaggiatoreLucie hat mit ihrem Tumor unter der Brust 6 Jahre gelebt und ist 14 Jahre alt geworden, sie hat der Tumor nicht gestört ,wir haben uns damals gegen eine OP entschieden und das nie bereut , letztendlich muss du entscheiden LG

ViaggiatoreJa, eigentlich denke ich ja auch so und war mir meiner Entscheidung ja auch bewusst, aber dann haben mich die Aussagen der Tierärztin wieder verwirrt und desorientiert gemacht. So eine Operation ist ein großer Eingriff, wie auch immer. Und wenn der Krebs gestreut hat, dann würde man vermutlich Hilde gar nicht erst wieder aufwachen lassen. So kann und will ich ihr Leben nicht enden lassen, so will doch niemand sterben, einfach verlassen zu sein. Das würde ich nie überwinden. Ich lege uns Gott jeden Tag in Seine segnenden Hände, und bin eigentlich der Überzeugung, dass Er der bessere Arzt ist. Das schließt medizinische Hilfe nicht aus, aber ist in dieser Situation wohl die bessere Entscheidung.

ViaggiatoreAlles Gute für Hilde.Du wirst sicher die richtige Entscheidung treffen.

ViaggiatoreLass dir ruhig noch etwas Zeit mit der Entscheidung, aber ich würde dann doch auf den Rat der Tierärztin hören, denke ich. Leider weiß man oft erst im Nachhinein, ob eine Entscheidung gut oder nicht so gut war…
Feuchtwangen
23 agosto 2025, Germania ⋅ ☁️ 13 °C
(English Version Below)
3.17 a.m. Hilde klingelt, sie müsse unbedingt raus. Kniebandagen, Jacke, Schlüssel, Handy. Tür auf, Tür zu. Tür auf, die Leine ist eingeklemmt. Tür zu. Auf dem nahen Wiesenhügel liegt das Ziel ihrer Bedürfnisse.
Ein grauer Morgen, windstill, mäßig kalt, die Umgebung des Feuchtwangener Stellplatz, der kostenlos ist, wirkt trist. Kik nach hinten raus, im Büro ist Licht, weißer Schotter, ein Multifunktionsplatz der liebloseren Art. Grüne Hecken, Mülltonnen jeder Sorte. Viele parkende Camper. Vorne stehen wir.
Tür auf, Tür zu. Wer früh aufstehen wollte, hat jetzt die Gelegenheit. Hilde kuschelt die ganze Nacht unter der Decke neben mir. Das hat sie monatelang nicht getan, vielleicht mal ein kurzes Viertelstündchen, aber nicht fast die ganze Nacht.
Wir kommen vom Frankenwald, vorbei an der Burg bei Kulmbach, durch kleine Orte wie Struppendorf. Überall schöne Kirchen, das können die Bayern, pittoreske Orte im Blick der Menschen vorm blauen Himmel.
Einmal ein Kirchturm, der sich als Wohnhaus outet, direkt neben der Feuerwehr, im Bogen der Straßenführung, halb versteckt von dem Nachbarn, nur der Turm schaut dich an.
Um kurz nach vier Uhr nachmittags beginne ich die Stellplatzsuche, sie endet zweieinhalb Stunden später. Trau niemals den Kommentaren in den Apps, was Reisende für ansprechend halten, entspricht oft nicht mal dem Mindestmaß an Gemütlichkeit und einer gepflegten Umgebung.
Unter Menschen würden wir von billigen Absteigen reden, Degenhardt's 'Schmuddelkinder' kommt mir in den Sinn. Mich zieht's jetzt auch nicht in die Oberstadt, aber doch an einen schönen Ort.
Feuchtwangen ist das wahrlich nicht, eher dem Erschöpfungszustand und der fortgeschrittenen Uhrzeit geschuldet. Die Nacht ist weitestgehend ruhig bis auf das Türknallen eines VW Busses, das sich um halb acht wiederholt.
Aber mich stört das nicht. Ein Umgebungs - Spaziergang ist möglich, sogar mit Wiesengrün und dem Blick auf eilige Kunden am frühen Morgen. Was kauft man denn beim Kik, statt Samstags gemütlich am Frühstückstisch zu sitzen.
Der Tag bleibt grau. Bus umgebaut. Frühstück. Geschichte schreiben. Hilde schläft wieder. Es stimmt. Mit zehn Jahren kann Hund jung sein. Aber so ein Busleben ist viel aufwendiger als hinterm Ofen die Familie zu bespaßen. Ich würde jedem Jahr noch ein Viertel dazulegen. Bei ihr und sicher auch bei mir.
---
3:17 a.m. Hilde rings the bell, saying she absolutely has to go out. Knee braces, jacket, keys, cell phone. Door open, door closed. Door open, leash clipped in. Door closed. On the nearby meadow hill lies the object of her needs.
A gray morning, windless, moderately cold, the surroundings of the Feuchtwangen campground, which is free, seem dreary. A look out the back, there's light in the office, white gravel, a multifunctional space of the lesser kind. Green hedges, trash cans of all kinds. Lots of parked campers. We're standing in the front.
Door open, door closed. Anyone who wanted to get up early now has the opportunity. Hilde snuggles up next to me under the covers all night. She hasn't done that for months, maybe a quick quarter of an hour, but not almost the entire night.
We're coming from the Franconian Forest, past the castle near Kulmbach, through small towns like Struppendorf. Beautiful churches everywhere – that's what the Bavarians are good at, picturesque towns in the eyes of the people against the blue sky.
Once, a church tower that turns out to be a residential building, right next to the fire department, in the curve of the road, half-hidden by the neighbor, with only the tower looking at you.
Shortly after four in the afternoon, I start looking for a parking space; it ends two and a half hours later. Never trust the comments on apps; what travelers consider appealing often doesn't even meet the minimum level of comfort and a well-kept environment.
Among people, we'd call it cheap lodgings; Degenhardt's "Schmuddelkinder" springs to mind. I'm not drawn to the upper town right now, but I'm still drawn to a nice place.
This certainly isn't Feuchtwangen, more due to exhaustion and the late hour. The night is mostly quiet except for the repeated slamming of a VW bus door at 7:30.
But that doesn't bother me. A walk through the surrounding area is possible, even with green meadows and a view of hurried customers in the early morning. What do you buy at Kik instead of sitting comfortably at the breakfast table on a Saturday?
The day remains gray. Bus converted. Breakfast. Writing history. Hilde is asleep again. It's true. At ten years old, a dog can be young. But life in a bus is much more demanding than entertaining the family behind the stove. I would add a quarter to every year. For her and certainly for me too.Leggi altro
Leinecksee
24 agosto 2025, Germania ⋅ ⛅ 12 °C
(English Version Below)
Ganz stiller Morgen nach einer dunklen Nacht mit einem halben Dutzend Camper an einem ruhigen See, an dem gestern eine Hochzeitsfeier stattgefunden hat. Kein Windhauch, aber blauer Himmel mit weißen Säckchen voller Wolkenschönheiten.
Hilde schläft noch, und ich liebe diese Momente, sie einfach anzuschauen. Wir sind auf dem richtigen Weg. Obwohl die Freundin aus Berlin, die wir in Frankreich treffen wollten, unsere gemeinsame Reise abgesagt hat.
Ich könnte mich ärgern um die tausend Kilometer, die wir in eine andere Richtung gefahren sind. Aber ich freue mich stattdessen, welchen Verlauf unser Weg genommen hat. Gute Begegnungen, schöne Plätze, ein überraschender Einkauf in Frankreich, ein kleiner Karton mit Kuchen zum Sommernaschen, eine andere Zeit zum Denken und Entscheiden.
Ein wunderschöner Reisetage mit überraschenden Ansichten, stillen Spaziergängen zwischen Wald und See, nette Nachbarn zwischen Heilbronn und Rumänien, ein geruhsamer Nachmittag im blauen Bus.
Heute und morgen treffen wir noch nette Menschen, zu deren Begegnung es nicht gekommen wäre, wenn wir gleich unser Septemberziel angefahren hätten. Einer der Mückenstiche aus Ute's Garten hat sich seitlich am Bauch entzündet. Das wäre nicht passiert, wenn ich schlank wäre, aber so gibt's die sitzende Oberschenkel - Berührung.
Manchmal träume ich davon, ich sei noch jung und schlank, und würde Manches anders machen. Aber wie hätte ich dann hierher kommen können mit dem Wissen, es ist Alles gut wie es ist, nur die Stelle am Bauch juckt.
Nein. Ich bin zufrieden. Weder glücklich noch frei. Aber zufrieden. Das Höchste der Gefühle meines Lebens. "Der Weg, so zu leben wie Gott es uns zutraut und von uns verlangt, besteht darin, bei allem in Beziehung zu sein, zu Gott und zu den Menschen." (Anselm Grün)
---
A very quiet morning after a dark night with half a dozen campers at a tranquil lake where a wedding reception had taken place yesterday. Not a breath of wind, but a blue sky with white puffs of cloud beauty.
Hilde is still asleep, and I love these moments, just watching her. We're on the right track. Even though the friend from Berlin we were supposed to meet in France canceled our trip together.
I could be annoyed about the thousand kilometers we drove in a different direction. But instead, I'm happy about the course our journey has taken. Good encounters, beautiful places, a surprising purchase in France, a small box of cake for summer snacking, another time for thinking and deciding.
A wonderful day of travel with surprising views, quiet walks between forest and lake, friendly neighbors between Heilbronn and Romania, and a relaxing afternoon in the blue bus.
Today and tomorrow we'll meet some nice people we wouldn't have met if we'd driven straight to our September destination. One of the mosquito bites from Ute's garden has become infected on the side of my stomach. That wouldn't have happened if I were slim, but this is how I get that sedentary thigh touch.
Sometimes I dream I'm still young and slim and would do some things differently. But how could I have gotten here knowing that everything is fine as it is, except for the spot on my stomach that itches?
No. I'm content. Neither happy nor free. But content. The highest feeling of my life. "The way to live as God trusts us and demands of us is to be in relationship with everything, with God and with people." (Anselm Grün)Leggi altro
Nehren
25 agosto 2025, Germania ⋅ ☀️ 11 °C
(English Version Below)
Alle zwei Wochen schreibe ich für die Menschen, die unseren Reisen nicht folgen, aber trotzdem Interesse an unserem Leben haben, einen kleinen Brief mit den Bildern der vergangenen Tage. Daraus nehme ich den Text für meinen heutigen Beitrag mit den Bildern von gestern.
Wenn ich die letzten zwei Wochen zurückschaue, dann beginnt die Geschichte da, wo nichts mehr ging, weil der Anlasser wieder kaputt war. Nämlich am 3333. Tag unserer Lebensreise im blauen Bus, an dem wir zu unserem Schrauber gefahren sind, der das neue Teil eingebaut hat. Zudem waren einige andere Teile defekt, der Bus hat Öl und Bremsflüssigkeit verloren und zog überhaupt nicht mehr.
Der Bremssattel musste gewechselt werden und der Ladeluftkühler, sowie ein Unterdruckschlauch. Jetzt schnurrt er wieder wie ein Kätzchen und hat uns zu netten Menschen in Dinslaken, im Bergischen Land, nach Braunschweig, Calvörde, Berlin, am Leinecksee und bei Reutlingen gebracht, wo wir gestern noch am Gönninger See einen Spaziergang machen konnten. Die letzte Nacht haben wir auf dem kostenlosen Stellplatz in Nehren übernachtet.
Wir waren auch nochmal bei der Tierärztin, die von einer Vergrößerung des Tumors an Hilde's Bauch spricht, was mich viele Stunden des Nachdenkens gekostet hat, um eine halbwegs klare Entscheidung zu treffen, wie ich damit umgehen kann.
Ich möchte sie nicht operieren lassen, aber ggf weitere Untersuchungen machen lassen, um Klarheit über ihren Zustand zu bekommen. Sie ist weiterhin ein fröhlicher Hund, der am liebsten mit mir alleine ist, weil sie alles andere sehr anstrengend findet. Also andere Hunde insbesondere. Sie ist ja immerhin schon zehn Jahre alt, und das Leben im Bus ist im Vergleich zum Leben im Haus deutlich anstrengender für Hund und Mensch.
Auch meine Tendenz ist deutlich Rückzug. Mal nette Menschen treffen, aber gerne auch viel alleine sein. Zeit mit mir, Zeit für uns zu haben. Zeit für Gott zu nehmen, und Zeit zum Lesen und Zuhören zu haben.
Mal hier und da ein Gespräch am Wegesrand, viele Spaziergänge, und immer gerne mich umzuschauen, in welch einer schönen Welt wir leben.
Ich vergesse nicht, dass das nicht weit von uns weg ganz anders aussieht, und ich bin entsetzt über das unglaublich lebensverachtende Verhalten in aller Welt.
Trotzdem möchte ich meinen Beitrag zum Frieden leisten, zum freundlichen Umgang mit Jedermann, zur Achtung der Natur, die uns so offen entgegen kommt. Gott hat uns das Leben in Seiner Schöpfung geschenkt, ich kann sicherlich nur wenig zurückgeben, aber mit großer Dankbarkeit reagieren dafür, hier leben und reisen zu dürfen.
---
Every two weeks, I write a short letter with pictures from the past few days for those who don't follow our travels but are still interested in our lives. I'm taking the text for today's post with yesterday's pictures from that.
When I look back over the last two weeks, the story begins where nothing worked anymore because the starter motor broke again. Namely, on the 3333rd day of our life's journey in the blue bus, when we drove to our mechanic who installed the new part. In addition, several other parts were defective; the bus was leaking oil and brake fluid and no longer pulled at all.
The brake caliper had to be replaced, as did the intercooler and a vacuum hose. Now it's purring like a kitten again and has taken us to nice people in Dinslaken, in the Bergisches Land region, to Braunschweig, Calvörde, Berlin, at Leinecksee, and near Reutlingen, where we were able to take a walk at Gönninger See yesterday. We spent the last night at the free parking lot in Nehren.
We also went back to the vet, who mentioned that the tumor on Hilde's stomach had grown larger, which took me many hours of reflection to make a somewhat clear decision about how to deal with it.
I don't want to have her operated on, but I would like to have further tests done if necessary to gain clarity about her condition. She is still a happy dog who prefers to be alone with me because she finds everything else very stressful. Other dogs in particular. She is already ten years old, after all, and life in a bus is significantly more stressful for both dog and human than life in a house.
I also tend to withdraw significantly. I like to meet nice people now and then, but I also enjoy being alone a lot. Time with me, time for ourselves. Time for God, and time to read and listen.
A chat here and there along the way, lots of walks, and always enjoying looking around at what a beautiful world we live in.
I don't forget that not far from us, things look very different, and I'm appalled by the incredibly life-despising behavior all over the world.
Nevertheless, I want to make my contribution to peace, to friendly interactions with everyone, to respecting nature, which embraces us so openly. God has given us life in His creation; I can certainly give little back, but I respond with great gratitude for being allowed to live and travel here.Leggi altro
La France
26 agosto 2025, Germania ⋅ ☁️ 27 °C
(English Version Below)
La France. Es gibt einige wenige Menschen, die uns immer mal wieder nach der Möglichkeit eines Wiedersehens fragen, und uns dann irgendwo begegnen. Die liebe Brigitte gehört dazu, mit ihren beiden Hunden, und ihrem Minicamper, dessen rote Farbe gut zum blauen Bus passt.
Da sie gerade im Westen unterwegs ist, bietet sich die Möglichkeit eines Abstechers nach Frankreich geradezu an. Nördliche Vogesen, mit Blick auf die Berge hier und da. Da kommen wir her, von Nehren durch den oberen schwarzen Wald, mit den unglaublichen Serpentinen in stiller Einsamkeit, die in Reichenbach sich verlaufen, während die Skulpturen auf dem Hügel gen Rastatt blicken.
Dann kommt die Rheinbrücke, und kurz darauf in Hatten treffen wir uns. Frankreich hat höhere Temperaturen und eine blanke Sonne am Himmel, wir brauchen ein bisschen, bis wir letztendlich in Hunspach im Gemeindegarten unter hohen Bäumen im Schatten landen.
Walnüsse, eine ausgelaugte Mirabelle, ein Birnbaum in voller Frucht, während die Äpfel am Boden modern. Die Hunde halten ihr Gegenüber durchaus aus, wir essen zusammen, reden und verstehen uns.
Eine ruhige Nacht mit der Laterne am Fachwerk, das am Morgen die Sonne genießt, wie sie hinter seinem Rücken über den Giebel blinzelt. Beim Carrefour nehmen wir früh am Morgen Contact auf, und leeren die Ziegen- und Schafregale. Noch hier und da ein paar Leckereien, dann ist der Kühlschrank voll.
Zum nächsten Einkauf im Land von Baguette und Camembert wird es wohl erst im neuen Jahr kommen, vielleicht ja auch ähnlicher Konstellation. Für heute trennen wir uns nach einem ruhigen Frühstück auf einem Parkplatz im Wald.
Während sie mit ihren Hunden nach Südosten fährt, queren wir die Grenze in Lauterbourg, und passieren Germersheim, mit dem mich eine frühe Liebe verbindet. Ich habe dazu einen Augenzeugenbericht ausgegraben, den ich mal verlinke, weil ich mich in einigen Aussagen durchaus wiederfinde.
https://share.google/g1rthjhl3beJ6H165
Lange her, aber durchaus mehr als eine schöne Erinnerung wert.
---
La France. There are a few people who ask us every now and then about the possibility of a reunion, and then they bump into us somewhere. Dear Brigitte is one of them, with her two dogs and her mini-camper, whose red color matches the blue bus well.
Since she's currently traveling in the west, the opportunity for a detour to France is a perfect fit. Northern Vosges, with views of the mountains here and there. That's where we come from, from Nehren through the upper Black Forest, with the incredible serpentines in quiet solitude that end in Reichenbach, while the sculptures on the hill look towards Rastatt.
Then comes the Rhine bridge, and shortly after, we meet in Hatten. France has higher temperatures and a bright sun in the sky, so it takes us a while until we finally land in Hunspach in the community garden, shaded under tall trees.
Walnuts, a drained mirabelle plum, a pear tree in full fruit, while the apples rot on the ground. The dogs are quite tolerable; we eat together, talk, and get along.
A quiet night with the lantern on the half-timbered house, which in the morning enjoys the sun peeping over the gable behind its back. We make contact early in the morning at the Carrefour supermarket and empty the goat and sheep shelves. A few more treats here and there, and then the fridge is full.
The next shopping trip to the land of baguettes and Camembert will probably not come until the new year, perhaps with a similar constellation. We part ways for today after a quiet breakfast in a forest parking lot.
While she drives southeast with her dogs, we cross the border in Lauterbourg and pass Germersheim, with which I had a connection from an early age. I dug up an eyewitness account, which I'm linking to because I definitely identify with some of the statements.
https://share.google/g1rthjhl3beJ6H165
A long time ago, but definitely worth more than just a fond memory.Leggi altro
Mainhausen
27 agosto 2025, Germania ⋅ ☀️ 23 °C
(English Version Below)
Rodgau Monotones. Wir frühstücken in Mainhausen, nachdem wir in Habitzheim einen Morgenspaziergang gemacht haben. Die Nacht war nochmal richtig warm und leider für Eintracht Braunschweig nicht erfolgreich. Dafür war ich lange wach und Hilde extrem erschöpft.
Wir haben liebe Menschen besucht und in ihrem Garten gesessen, bis die Nachtglocke geläutet wurde. Die vielen Geräusche und Gerüche um uns haben Hilde ermüdet, die, kaum im Bus, sich hinten zusammen gerollt und später ausgestreckt, einem unruhigen Schlaf hingegeben hat.
Wie immer übernachten wir im Zufahrtsbereich bei den Bienen, von deren Honig uns Heike ein Glas schenkt für Unterwegs. Mit einer großen Tüte Hundeleckerlis, vollroten Tomaten und lecker gelber Marmelade. Ich bin tief bewegt ob der liebevollen Zuwendung und der Zeit, die sie und ihr Mann sich für uns nehmen.
Mit der elektrischen Brotschneidemaschine sind drei Baguettes für Hilde im Nu in saubere Scheiben geschnitten, die jetzt im Bus trocknen müssen, während sich die Sonne grade zu verabschieden scheint. Ja mehr noch, zum Abend hin ist eine gewaltige Gewitterfront angesagt, die sich erst unterhalb der A44 zu verflüchtigen scheint.
Das dürfte das Ziel für unseren Tag werden, und über zweihundert Kilometer bedeuten. Vielleicht sind wir dann gerade an der Landesgrenze von Hessen, über deren Bewohner sich eine Band ausgebreitet hat, deren Ursprungsort Luftlinie knapp fünf Kilometer entfernt ist.
"Un de eins und de zwei un de Äppelbrei
Un de drei un de vier schmeckt besser wie Bier
Un de Hipp un de Hopp un de Schoppe in de Kopp
Un de fünf un de Sechs, ja da lacht die Gummihex
Erbarmen - zu spät! - die Hesse komme!"
https://youtu.be/F3uAGhWdrxo?si=MByBtxL--L4YHufo
---
Rodgau Monotones. We're having breakfast in Mainhausen after a morning walk in Habitzheim. The night was really warm again and unfortunately not successful for Eintracht Braunschweig. On the other hand, I was awake late, and Hilde was extremely exhausted.
We visited some dear people and sat in their gardens until the night bell rang. The many sounds and smells around us tired Hilde, who, barely on the bus, curled up in the back and later stretched out, giving in to a restless sleep.
As always, we spend the night in the driveway with the bees, whose honey Heike gives us a jar of for the road. Along with a large bag of dog treats, bright red tomatoes, and delicious yellow jam. I'm deeply moved by the loving care and time she and her husband take for us.
With the electric bread slicer, three baguettes for Hilde are cut into neat slices in no time, and they now have to dry on the bus while the sun seems to be about to say goodbye. What's more, a massive thunderstorm is forecast for the evening, which only seems to dissipate below the A44.
That should be our destination for the day, and it will mean over 200 kilometers. Perhaps by then we'll be at the border of Hesse, where a band has spread across its residents, whose origins are a mere mile away.
"Un de eins und de zwei un de Äppelbrei
Un de drei un de vier schmeckt besser wie Bier
Un de Hipp un de Hopp un de Schoppe in de Kopp
Un de fünf un de Sechs, ja da lacht die Gummihex
Erbarmen - zu spät! -die Hesse komme!"
https://youtu.be/F3uAGhWdrxo?si=MByBtxL--L4YHufoLeggi altro
Das Grandhotel der Gefühle
29 agosto 2025, Germania ⋅ 🌧 18 °C
(English Version Below)
Ein kleines Lebenszeichen von uns. Viel gibt es nicht zu erzählen. Sonntag wird der neue Kraftstofffilter eingebaut, Dienstag haben wir einen Termin in einer Tierklinik, wo eventuell mit einem Röntgenbild geklärt werden kann, ob der Krebs gestreut hat. Dann kann ich neu die Situation überdenken.
Die Zeit dazwischen sind wir entweder in Braunschweig oder Calvörde, also Besuche bei meinen Kindern, so ist die Wartezeit sinnvoll genutzt. Ich räume auf, im Bus, bei meinen CDs, in der Sammlung von Links und interessanten Texten, für die ich bisher noch keine Zeit hatte.
Dabei bin ich auf ein Buch gestoßen, das mir ein Freund schon vor über einem Jahr empfohlen hat. "Das Grandhotel der Gefühle".
"Eine Geschichte voller Gefühle
Willkommen im Grand Hotel der Gefühle, in dem alle Arten von Gefühlen ein- und ausgehen.
Jeder Gast hat seine eigenen Bedürfnisse. Wut zum Beispiel ist sehr laut und braucht viel Platz, um sich Luft zu machen. Ihr ein zu kleines, abgelegenes Zimmer zu geben, ist keine gute Idee. Traurigkeit dagegen spricht mit leiser Stimme und überschwemmt gelegentlich das Badezimmer. Dankbarkeit streift gerne draußen umher; man weiß nie, wann sie kommt und sich an deine Seite setzt.
Manche Gefühle sind pflegeleichte Gäste, angenehm und unterhaltsam, wie Zuversicht, Gemütlichkeit oder Freude, andere sind anspruchsvoll und verlangen viel Aufmerksamkeit, wenn man nicht auf sie eingeht, werden sie kompliziert - aber kein Gefühl wird hier abgewiesen. Im Grand Hotel der Gefühle gibt es Platz für alle!
Das perfekte Buch, um mit Kindern ab 4 Jahren in die komplizierte Welt der Gefühle einzutauchen."
https://share.google/uMPCBRGEbJAwKC2BX
Sind wir nicht alle Kinder, die von Zeit zu Zeit in den Arm genommen werden wollen. Wie gehen wir mit unseren Gefühlen um, wenn sie größer werden, als wir das zu ertragen in der Lage sind.
Emotional geht es grade hoch her, da spitzen sich die Gefühle immer wieder geballt zusammen, wenn ich warten und hoffen muss, mir die Hände gebunden sind. Deshalb suche ich Alternativen. Eine davon ist Aufräumen.
Und so finden sich durchaus kleine Schätze und Erinnerungen, die mich bewegen. Du willst nicht wissen, was ich mit deinen Sachen mache, wenn es dich nicht mehr gibt. Sagt eine erwachsene Tochter zu ihrer hübsch gebliebenen Mutter, obwohl der Zahn der Zeit an niemanden spurlos vorüber geht, und der letzte Weg durchaus noch Jahrzehnte auf sich warten lassen wird.
Aber sie hat recht, was sollen die Kinder mit Bildern meiner Freundinnen anfangen, mit irgendwelchen Sonnenuntergängen an Meeren, an denen ich mal verliebt war. Und mir tun Erinnerungen auch nur periphere gut, zu sehr lebe ich im Jetzt.
Das füllt eigentlich schon mein ganzes Denkvermögen. Und teilen kann ich die Vergangenheit mit niemandem mehr, weil all die Menschen nicht mehr in meinem Leben sind. Das macht höchstens einsamer. Und das brauche ich nun gar nicht.
In den letzten Tagen regnet es manchmal, trotzdem bleibt die Tagestemperatur für uns zu hoch. Hilde schläft viel, weil auch wenig um uns herum passiert. Wir leben introvertiert, was nur bedingt gut ist, und sehnen und nach Meer und Strand.
---
A little sign of life from us. There's not much to tell. The new fuel filter will be installed on Sunday, and on Tuesday we have an appointment at a veterinary clinic, where an X-ray might determine whether the cancer has spread. Then I can reassess the situation.
In between, we'll be in either Braunschweig or Calvörde, visiting my children, so the waiting time is being put to good use. I'm tidying up the bus, my CDs, and the collection of links and interesting texts I haven't had time to read yet.
I came across a book that a friend recommended to me over a year ago: "The Grand Hotel of Emotions."
"A story full of emotions
Welcome to the Grand Hotel of Emotions, where all kinds of emotions come and go.
Every guest has their own needs. Anger, for example, is very loud and needs plenty of space to vent. Giving it a room that's too small or isolated isn't a good idea. Sadness, on the other hand, speaks in a quiet voice and occasionally floods the bathroom. Gratitude likes to roam outside; you never know when it might come and sit by your side.
Some emotions are easy-care guests, pleasant and entertaining, like confidence, comfort, or joy. Others are demanding and require a lot of attention. If you don't respond to them, they become complicated—but no emotion is turned away here. There's room for everyone in the Grand Hotel of Emotions!
The perfect book for immersing yourself in the complicated world of emotions with children ages 4 and up."
https://share.google/uMPCBRGEbJAwKC2BX
Aren't we all children who want to be hugged from time to time? How do we deal with our feelings when they become more than we can bear?
Emotionally, things are running high right now, and feelings keep coming together when I have to wait and hope, my hands are tied. So I'm looking for alternatives. One of them is tidying up.
And so I do find little treasures and memories that move me. You don't want to know what I'll do with your things when you're no longer here. A grown daughter says to her still-beautiful mother, even though the ravages of time leave no one unscathed, and the final journey will certainly take decades to arrive.
But she's right: what are the children supposed to do with pictures of my friends, with some sunsets by the sea where I once fell in love? And memories are only peripherally good for me; I live too much in the present.
That actually fills my entire mind. And I can't share the past with anyone anymore because all those people are no longer in my life. At most, that makes me lonelier. And I don't need that at all.
It's been raining occasionally over the past few days, but the daytime temperature remains too high for us. Hilde sleeps a lot because not much is happening around us. We live an introverted lifestyle, which is only partially good, and we long for the sea and the beach.Leggi altro

ViaggiatoreEs wäre halt wichtig zu wissen, ob es wirklich Krebs ist, ob gut- oder bösartig… Danach fällt ja auch die Entscheidung bezüglich einer OP aus. Aber du weißt es vielleicht...

ViaggiatoreJa da gibt es die Möglichkeit der Biopsie mit einer ambulanten Betäubung

ViaggiatoreIch würde das zur Entscheidungsfindung erstmal abchecken… Ich denke, dass das keine so große Sache ist. Alles Gute für Hilde!
Der blaue Bus
31 agosto 2025, Germania
(English Version Below)
Der blaue Bus. Seitentür auf und Wind rein. Es kommt mir deutlich entgegen, dass es dieses Jahr an den Orten wenig Wespen gibt, an denen wir uns aufhalten. Zudem sollten die Ospen auch nicht stechen, sagt die Familie der Tochter.
Ich mag das nicht überprüfen und halte weiterhin Abstand. Die Familie ist ausgeflogen, und wir hinein. Sitzen im Grünen und Warten. Der Bus fährt also, der Kraftstofffilter hat's nur bedingt gebracht, für eine weitere Reparatur müssen wir zur Mitte des Monats ins Westliche fahren, dann hat der Mechaniker Zeit.
Kleine Wege, den Motor weniger beanspruchen, leider nicht ans Meer. Vorerst. Mit dem Enkelzwerg sind wir gestern spazieren gefahren. Über Land. Auf der Suche nach Eisenbahnen, Pferden, Kühen und Schafen.
Dabei sind uns Kirchen in Rot und Wege in Grün begegnet, die mit dem Blau des Himmels gut harmonieren. Abends am Yachthafen in Bortfeld sind die Farben dunkler, intensiver, der Mond steht tief und hat sich zur Hälfte versteckt.
Morgens Sonne. Überm reifen Mais, den abgeernteten Stoppelfeldern, dem ausgewachsenen Spargelgrün. Ein Hase quert gemütlich unsere Wege. Hilde hat ihn nicht gesehen, aber nun verfolgt sie seine Spuren.
Wir wechseln die Standplätze auf der Suche nach Schatten. Die Menschen sprechen vom nahenden Herbst, während wir noch mitten im Sommer sind, die Hitze des Tages macht uns schläfrig.
Ein Sperling setzt sich auf den Zaun, mir fällt auf, wie still es ist, wenn der Wind die Luft anhält. Der Vogelflug in den Süden hat den Norden entzwitschert. Dafür rasten Schmetterlinge hier und da. Die üblichen Arten, die mir auffallen.
Wir müssen warten. Einer meiner Übungen. Schwierig. Aber ohne Alternative. Leisten dem blauen Bus Gesellschaft, der ja auch nicht reisen mögen kann.
---
The blue bus. Side door open, and the wind blows in. It's a real relief that there are few wasps in the places we're staying this year. Besides, the wasps shouldn't sting, says the daughter's family.
I don't want to check it out and continue to keep my distance. The family has flown out, and we're inside. We sit in the countryside and wait. So the bus is moving; the fuel filter only partially helped; we have to head west for another repair in the middle of the month, then the mechanic will have time.
Small roads, less strain on the engine, unfortunately not to the seaside. For now. We went for a walk with our little grandchild yesterday. Across the country. Looking for trains, horses, cows, and sheep.
We came across red churches and green paths that harmonize well with the blue of the sky. In the evening at the marina in Bortfeld, the colors are darker, more intense, the moon is low and half hidden.
Sun in the morning. Above the ripe corn, the harvested stubble fields, the fully grown asparagus greens. A hare leisurely crosses our path. Hilde didn't see it, but now she's following its tracks. We change our positions in search of shade. People talk about the approaching autumn, while we're still in the middle of summer, and the heat of the day makes us sleepy.
We change our positions in search of shade. People talk about the approaching autumn while we're still in the middle of summer, and the heat of the day makes us sleepy.
A sparrow lands on the fence; I notice how quiet it is when the wind holds its breath. The birds' flight south has silenced the north. Instead, butterflies rest here and there. The usual species that catch my eye.
We have to wait. One of my exercises. Difficult. But there's no alternative. We keep the blue bus company, which, after all, can't possibly want to travel.Leggi altro
100
1 settembre 2025, Germania ⋅ ☁️ 20 °C
(English Version Below)
Hundert Tage. Sitzen abends mit der Tochter' Familie draußen bei den Pferden. Der Rauch vom Grillfeuer wird vom Wind verweht. Ein milder Abend beschließt den August. Wir sprechen über 75 Jahre. Unfassbar. Für jeden am Tisch. So lange ist die Party zum Sechzigsten schon her.
Fast fünfzehn Jahre, da war die Enkeltochter schon mehr als eine Hoffnung. Ich weiß noch, dass die Kinder gedrängt haben, ich möge dieses besondere Alter feiern, wer wisse schon, ob es das letzte Mal sei, dass wir zusammen sitzen.
Und jetzt sind es grade mal hundert Tage, die mich von 75 trennen, ich muss tief durchatmen, um das zu begreifen. Wir sitzen lange zusammen, die Sonne ist schon untergegangen, der Mond schaut übers Feld. Hilde und ich gehen zum blauen Bus, der auf una wartet. Wie wir jetzt auf ihn warten müssen.
Vorerst kein schwedischer Strand, auch der muss auf uns warten. Die Nacht ist still und der Morgen traumhaft. Die Knie schmerzen und der Spaziergang strengt mich an. Folge meinem Schatten und sehe, wie mir die Leichtigkeit fehlt.
Trotzdem gehe ich weiter. Hilde wartet. Ab und zu, dass ich näher kommen kann. Frühstück und Fliegen im blauen Bus. Wenn es mir zuviel wird, werfe ich sie raus. Leider gehen sie oft nicht freiwillig.
Wolken streifen über den Himmel. Ein leichter Wind. Das Leben bleibt ein Abenteuer, auch wenn wir nicht von Ferne erzählen. Aber auch die Nähe trägt Tiefe in sich. Manchmal zuviel. Hundert Tage. Damit muss ich jetzt umgehen lernen.
---
One hundred days. Sitting outside with the daughter's family in the evening by the horses. The smoke from the barbecue is blown away by the wind. A mild evening brings August to a close. We're talking about 75 years. Unbelievable. For everyone at the table. That's how long it's been since the 60th birthday party.
Almost fifteen years ago, my granddaughter was already more than a hope. I still remember the children urging me to celebrate this special age; who knows if it will be the last time we sit together. And now it's only one hundred days between me and 75, and I have to take a deep breath to take it in. We sit together for a long time, the sun has already set, the moon peeks over the field. Hilde and I walk to the blue bus waiting for Una. How we have to wait for it now.
No Swedish beach for now; that too will have to wait for us. The night is silent and the morning is dreamy. My knees hurt, and the walk is tiring. I follow my shadow and see how I lack lightness.
Still, I keep going. Hilde is waiting. Occasionally, so I can get closer. Breakfast and flying in the blue bus. When it gets too much, I throw them out. Unfortunately, they often don't leave voluntarily.
Clouds drift across the sky. A light breeze. Life remains an adventure, even if we don't talk about distance. But even closeness has depth. Sometimes too much. One hundred days. I have to learn to deal with that now.Leggi altro
Great gig in the sky
3 settembre 2025, Germania ⋅ ⛅ 24 °C
(English Version Below)
So spektakulär wie der Tag begonnen hat, so grandios endet er mit einem mittelschwerem Gewitter von Sonnenuntergangs - Poesien. Ich liebe diese Himmel da draußen auf dem flachen Land, weit genug entfernt von Großstadt und Industrie. Eine Stille wie eine Geschichte voller stummer aahs und oohs, selbst die tiefe Nacht hallt noch wieder von der Unendlichkeit der Schöpfung.
Abschied am Morgen, rücksichtsvoll wie ein gewünschtes Wiedersehen, dem kleinen Zauberwort bis bald, was alles heißen kann. Auch etwas ganz Nahes. Wir fahren in den Harz, erledigen wichtige Verpflichtungen, besuchen liebe Menschen. Hilde genießt den Garten als wäre es ein letztes Mal. Am liebsten mit mir. Wir spielen Ball, und ich muss aufpassen, ihn nicht bis runter zur Dorfstraße zu werfen.
Das sei lächerlich. Am nächsten Morgen kann ich den Arm kaum anheben. Er hat sich in einem Traum verhakt, und der hat Spuren in meinem Gesicht hinterlassen. Erst als ich ganz geweckt bin, entspannen sich meine Gesichtszüge beim Kräutertee.
Die Nacht war kühl, der Weg führt nach Braunschweig, noch vor Mittag steigt der Enkelzwerg in unseren Bus, wo er kurz nach Mittag einschläft. Wind ist aufgekommen.
Als wir vom Spaziergang zurück sind, begegnen wir einem 86 Jahre alten Mann, der runter zur verfallenen Brücke fahren will. Dort ist sein Freund kurz nach dem Krieg ertrunken, seine Trauer bleibt auch achtzig Jahre später aktuell.
Als er zurückkommt, sie er verweint aus, er erkennt mich nicht mehr, fährt grusslos weiter. Hilde hechelt, liegt ganz nah bei mir, will sich verstecken. Vielleicht der Wind oder das hohe Wiesengras, trocken und eng gewachsen. Angst und Stress. Ich habe ihr einen Markknochen mitgebracht, sie beginnt langsam zu fressen. Meditation.
Die Sonne scheint und blau ist der Himmel zwischen dem Weiß der Wolken. Ich hoffe, wir haben noch genügend Zeit fürs Meer.
---
As spectacular as the day began, it ended just as magnificently with a moderate thunderstorm of sunset poetry. I love these skies out there in the flat countryside, far enough away from the big city and industry. A silence like a story full of silent aahs and oohs, even the deep night still echoes with the infinity of creation.
Farewell in the morning, considerate like a desired reunion, the little magic word "see you soon," which can mean anything. Even something very close. We drive to the Harz Mountains, take care of important obligations, visit loved ones. Hilde enjoys the garden as if it were one last time. Preferably with me. We play ball, and I have to be careful not to throw it all the way down to the village street.
That's ridiculous. The next morning, I can barely lift my arm. It got caught in a dream, and it left marks on my face. Only when I'm fully awake do my features relax while drinking herbal tea.
The night was chilly, the route leads to Braunschweig. Before noon, our little grandson gets on our bus, where he falls asleep shortly after noon. A wind has picked up.
When we return from our walk, we meet an 86-year-old man who wants to drive down to the dilapidated bridge.
His friend drowned there shortly after the war, and his grief remains even eighty years later.
When he returns, he bursts into tears, no longer recognizes me, and drives on without a word of farewell. Hilde is panting, lying very close to me, trying to hide. Maybe it's the wind or the long meadow grass, dry and close together. Fear and stress. I brought her a marrow bone, and she slowly begins to eat it. Meditation.
The sun is shining, and the sky is blue between the white clouds. I hope we still have enough time for the sea.Leggi altro
Brakel
5–6 set 2025, Germania ⋅ 🌙 16 °C
(English Version Below)
Um fünf Uhr am Nachmittag sind wir auf unserem Stellplatz an einer Wiese mit schönem Hundeweg angekommen, stehen zwischen zwei Camper im heißen Sonnenschein, durch den wir noch kurz vorher einen herrlichen Spaziergang genossen haben.
Mäuse buddeln, einen Hang runterrollen, die Radfahrerin mal kurz erschrecken. Auf einer Weide toben schwarze Pferde, ein Reiher breitet seine Flügel aus, mit einer Staubfahne hinter sich ackert ein Trecker übers Feld, der Himmel spielt mit seinen Wolken.
Ich höre Musik. Foy Vance ist eine gute. Empfehlung. Hier eine Playlist seiner interessantesten Musikstücke.
https://youtube.com/playlist?list=RDEMXFxUlO0-c…
Hilde schläft. Heute habe ich noch ein entzündungshemmendes Schmerzmittel bei der Tierärztin abgeholt. Vorher war ich bei meinem Pastor im Büro, der für ihre Heilung, für den problemtragenden blauen Bus, und für mich gebetet hat. Gott ist größer als Menschen ihn oft machen, und er macht sich gerne so klein, um uns auf Augenhöhe zu begegnen. Wir sind ihm nicht egal. Und was immer sich ergeben wird, wir sind unter seinem Segen sicher.
Der Krebs ist (wird) erfahrungsgemäß bösartig sein. Eine Operation macht keinen Sinn, weil man auch nicht ausschließen kann, dass er an der anderen Milchleiste auftreten kann. Zudem hat sie einen fühlbaren Knoten im Bauchrippenbereich, der aber noch beweglich ist. Wie weit der Krebs fortgeschritten ist, lässt sich nicht sagen. Ich habe auch weitere Behandlungen abgelehnt, um Hilde nicht mehr zu belasten.
Sie ist sehr anhänglich und ängstlich geworden, sobald ich den Bus verlasse. Heute habe ich nochmal eingekauft, wir haben uns von meinem Sohn und dem Enkelzwerg verabschiedet, mit denen wir schöne Tage erlebt haben. Sind auf dem Weg nach Westen, wo der Bus hoffentlich nächste Woche Hilfe bekommt, damit wir endlich wieder an eine schöne Meeresküste fahren können.
Hilde darf ihr Leben genießen, solange das eben möglich ist. Das ist mein Wunsch für sie. Wenn der entsprechende Zeitpunkt gekommen ist, werde ich handeln. Das bin ich ihr schuldig, das ist meine Verantwortung als Mensch und Papa.
Keiner kann uns sagen, wohin der Weg gehen wird, und wann es Zeit sein wird, uns zu verabschieden. Jeder Tag ist ein Geschenk und unser gemeinsames Leben war von Beginn an ein kleines Wunder. So will ich jeden Tag annehmen, den wir zusammen reisen und leben können.
---
At five o'clock in the afternoon, we arrived at our campsite in a meadow with a lovely dog path, standing between two campers in the hot sunshine, through which we had just enjoyed a wonderful walk.
Mice dig, roll down a hill, and briefly scare the cyclist. Black horses romp in a meadow, a heron spreads its wings, a tractor plows across the field with a trail of dust behind it, the sky plays with its clouds.
I'm listening to music. Foy Vance is a good recommendation. Here's a playlist of his most interesting pieces.
https://youtube.com/playlist?list=RDEMXFxUlO0-c…
Hilde is sleeping. Today I picked up some anti-inflammatory painkillers from the vet. Beforehand, I went to my pastor's office, where he prayed for her healing, for the blue bus with the problem, and for me. God is greater than people often make Him out to be, and He likes to make Himself small so that He can meet us at eye level. He cares about us. And whatever happens, we are safe under His blessing.
Experience has shown that the cancer is (and will be) malignant. Surgery doesn't make sense because it can't be ruled out that it could spread to the other mammary gland. She also has a palpable lump in the abdominal rib area, but it's still movable. It's impossible to say how advanced the cancer is. I also refused further treatment so as not to burden Hilde any more.
She has become very clingy and anxious as soon as I leave the bus. Today I went shopping again, and we said goodbye to my son and our little grandchild, with whom we had wonderful days. We are on our way west, where the bus will hopefully receive assistance next week so we can finally go to a beautiful seaside again.
Hilde can enjoy her life as long as possible. That is my wish for her. When the right time comes, I will act. I owe it to her; it is my responsibility as a person and a father.
No one can tell us where the path will lead, or when it will be time to say goodbye. Every day is a gift, and our life together has been a small miracle from the very beginning. So I want to embrace every day that we can travel and live together.Leggi altro

ViaggiatoreAlles Gute für Hilde, hoffentlich helfen die Medikamente, sodass sie schmerzfrei ist🧡

ViaggiatoreIch kann gar nicht sagen, ob sie Schmerzen hat, aber vielleicht geht es ihr dann mental besser
Albersloh
6–7 set 2025, Germania ⋅ ☁️ 18 °C
(English Version Below)
Als wir Ende Juni 2016 aufgebrochen sind, kannte uns fast niemand. Nur ein kleines, tapferes Völklein, nunmehr nahezu ausgestorben, hat unsere Wege aus der Ferne begleitet, und Abend für Abend auf unsere kleinen Reisegeschichten gewartet.
Auf den Straßen war selbst im Sommer wenig Reiseverkehr, und im Winter habe ich oft genug alleine an einem Platz gestanden. Wir sind in Deutschland gereist, in den Niederlanden. Es gab viel zu entdecken, was mir in den Jahrzehnten vorher nicht aufgefallen war.
Gleichzeitig habe ich meine Vergangenheit abgesucht. Orte der Kindheit, meine Jugend, die Schnittstellen, von denen einige noch lange geblutet haben, manche schlecht verheilt sind. Orte wie Gräber, die Menschen gestorben, ich schließe die Türen.
Seit einiger Zeit merke ich, dass unsere Reise sich verändert. Wir kommen zurück, ist eine schlechte Umschreibung. Der Kreis schließt sich, ebenso. Dennoch ist in allem ein Funken Wahrheit, ein Hauch Entgültigkeit.
Nach einer unruhigen Nacht ist die Wiese noch leicht vernebelt, die Luft ist kalt, eine neue Sonne bleibt lange hinter den Bäumen versteckt. Frühstück mit Medizin, honigsüss tropft das Schmerzmittel auf die Fleischstücke, zeigt überraschend schnell eine gute Wirkung.
An einer frühen gelben Gründüngung steht der blaue Bus auf Schotter im warmen Sonnenschein des späten Vormittags. Im Tal der Ort Steinheim am Oberlauf der Emmer, Traktoren mühen sich bergauf, der Mais trocknet im leichten Wind.
Wir kommen vom alten Backhaus in Bellersen, der Rochuskapelle in Bergheim, dem Friedhof in Sommersell mit seiner weißen Kirche, die mich an ein weit aufgerissenes Maul erinnert. Später die vier Türme der Kirche in Wadersloh, der Spaziergang in Albersloh, die Nacht im Landkreis Sendenhorst, nicht weit entfernt von Schaf und Bock.
Wir sind guter Laune. Ich versuche mich zu erinnern, wie das damals war, die junge Hündin, der flotte Rentner, unsere stundenlangen Spaziergänge. Da konnte ich noch das Hochdach vom Bus öffnen, und Sonne, Mond und Sterne durchs Moskitonetz beobachten.
Was ich für ein Zeug damals mitgeschleppt habe, darüber muss ich heute schon schmunzeln. Aber ich hatte einen Traum. Davon habe ich Katja von "Peace, Love and Om" im August 2018 erzählt, als wir uns in Schweden getroffen haben. Wenn es dich interessiert, dann schau rein.
https://youtu.be/P_mg7jxjZ9Y?si=fqx7hJRBbr5f6KX1
---
When we set out at the end of June 2016, almost no one knew us. Only a small, brave tribe, now almost extinct, accompanied our journeys from afar, waiting night after night for our little travel stories.
Even in summer, there was little traffic on the roads, and in winter, I often found myself standing alone in a place. We traveled in Germany and the Netherlands. There was much to discover that I hadn't noticed in the decades before.
At the same time, I searched through my past. Places of childhood, my youth, the intersections, some of which bled for a long time, some of which healed poorly. Places like graves, where people have died—I close the doors.
For some time now, I've noticed that our journey is changing. "We're coming back" is a poor euphemism. "The circle closes," likewise. Yet there's a spark of truth in everything, a hint of finality. After a restless night, the meadow is still slightly foggy, the air is cold, and a new sun lingers hidden behind the trees for a long time.
Breakfast with medicine, the honey-sweet painkiller dripping onto the pieces of meat, takes surprisingly good effect quickly. The blue bus stands on gravel next to an early yellow green manure patch in the warm late-morning sunshine. In the valley, the village of Steinheim on the upper reaches of the Emmer River. Tractors toil uphill, the corn dries in the light breeze.
We're coming from the old bakery in Bellersen, the Rochus Chapel in Bergheim, the cemetery in Sommersell with its white church, which reminds me of a wide-open mouth. Later, the four towers of the church in Wadersloh, the walk in Albersloh, the night in the Sendenhorst district, not far from the sheep and the billy goat.
We're in a good mood. I try to remember what it was like back then: the young dog, the lively pensioner, our hour-long walks. Back then, I could still open the high roof of the bus and watch the sun, moon, and stars through the mosquito net.
The stuff I lugged around back then makes me chuckle. But I had a dream. I told Katja from "Peace, Love and Om" about it in August 2018 when we met in Sweden. If you're interested, check it out.
https://youtu.be/P_mg7jxjZ9Y?si=fqx7hJRBbr5f6KX1Leggi altro
Schüttorf
7–8 set 2025, Germania ⋅ 🌙 20 °C
(English Version Below)
Während die meisten Paare kurz nach der Ankunft in ihrem Camper nach hinten verschwunden sind, sitzt ein älteres Ehepaar mir gegenüber direkt hinter ihrer Windschutzscheibe, beobachtet das Geschehen auf dem Platz, und gestikuliert weitschweifig die Ereignisse.
Sie im Quergestreiften, er Feinripp von Schiesser. Ihr Platz ist ideal, besser als jedes Fernsehprogramm, aber letztendlich ist das Geschehen genauso weit entfernt. Allemal unterhaltsamer als der eigene Garten, die Wohnung im ersten Stock. Auch für mich. Das muss ich ehrlich zugeben. Zumindest für einen Moment.
Denn eigentlich möchte ich meine Geschichte schreiben, von unserem heutigen Tag, die aber eher im Rückblick beginnt. In den ersten Jahren habe ich Lesesessions veranstaltet, ein Mitbringsel aus meinem Berufsleben. Zehn, zwölf Bücher gleichzeitig zu lesen ist ausgesprochen spannend, insbesondere wenn das Genre eine große Bandbreite hat. Jeweils ein Kapitel, da sind wir schnell bei vier, fünf Stunden. Manchmal länger. Möglichst einmal pro Woche, damit der zeitliche Abstand nicht zu groß wird.
Heute ist Konzentration angesagt, um überhaupt ein Buch in einem absehbaren Zeitraum zu lesen. Einhalten einer konsequenten Ordnung ist etwas, was mir deutlich schwer fällt. Das fängt schon beim Zähneputzen an, zieht sich über die Fenster, bis hin zum Kochen, das ich ja längst eingestellt habe.
Demgegenüber steht Hilde, deren Tage sehr unberechenbar sind, die meine ganze Aufmerksamkeit braucht. Während gestern der Eindruck entstanden ist, dass das Schmerzmittel wirkt, ist heute das Gegenteil der Fall.
Wieder große Ängste, fast körperliche Anhänglichkeit, dass ich kaum meine Beine bewegen kann. Erst nachmittags ist ein entspannter Spaziergang möglich, ein längerer Schlaf folgt. Vorher geht's nur für beim Fahren, da liegt sie still zwischen den Sitzen, lang ausgestreckt.
Nur viel Fahren ist grad nicht gut, deshalb braucht es ruhige Schattenplätze mit kühlen Seitentürwind. Die Nacht ist voller Licht, der Morgen ein Gedicht, in Farb und Ton, mit Vogelflug und Glockenläut.
Ein Spaziergang im Viertel, eine weiße Feder auf dem Trottoir, Hilde frisst, ich bin leicht verschwitzt, das Aufziehen der Spritze ist Geschichte. Für heute.
Wir fahren ein Stück der Straße, mit dem Wald und der Christusfigur, das Wasser für mein Porridge kocht derweil. Am nächsten Parkplatz ist Schatten, eine Jugendmannschaft in Blau begrüßt ihren Trainer, Fahrt zum Spiel. Sonntagsgeschichten.
Telgte mit dem beschrankten Bahnübergang mitten im Ort, das Bioenergetische Zentrum bei Saerbeck schenkt uns eine Leseecke nach dem Spaziergang unter hohen Bäumen. Wir suchen einen Schlafplatz, finden einen spurenreichen Wiesenweg am Maisfeld, einen Stellplatz nicht fern der niederländischen Grenze.
Das alte Ehepaar ist beim Abendbrot, zwei Finnen machen einen Spaziergang im Ort, dazwischen kommt jemand aus Mainz, lässt den großen Oyster drehen, bis das Fernsehbild scharf ist. Heute gibt es Fußball, Tatort und Nachrichten. Man weiß auch nicht, was besser ist, habe ich reden hören.
Wir spazieren ein letztes Mal um den Block. "Krisen gehören zum Wachstumsprozess des Lebens", schreibt Anselm Grün, "es gibt keine absolute Sicherheit. Wie die Schiffe ist auch der Mensch nicht dazu geschaffen, sicher im Hafen zu liegen."
---
While most couples have disappeared to the back of their camper van shortly after arriving, an older couple sits opposite me directly behind their windshield, observing the activity on the campsite and gesticulating ramblingly about the events.
She's in her horizontal stripes, he's in fine rib from Schiesser. Their spot is ideal, better than any TV program, but ultimately the action is just as far away. Certainly more entertaining than their own garden, their first-floor apartment. Even for me. I have to honestly admit that. At least for a moment.
Because I actually want to write my story, about today, but it begins more in retrospect. In the first few years, I organized reading sessions, a legacy from my professional life. Reading ten or twelve books at once is extremely exciting, especially when the genres are broad. One chapter at a time, and we quickly reach four or five hours. Sometimes longer. If possible, once a week, so the time gap doesn't become too great.
Today, concentration is required to even read a book in a foreseeable period of time. Maintaining consistent order is something I find particularly difficult. This starts with brushing my teeth, extends to cleaning the windows, and even cooking, which I stopped doing long ago.
In contrast, Hilde has very unpredictable days, demanding my full attention. While yesterday it seemed like the painkillers were working, today the opposite is true.
Again, I feel so anxious, almost physically clinging to myself, that I can barely move my legs. A relaxed walk isn't possible until the afternoon, followed by a longer sleep. Before that, it's only possible while driving, where she lies still between the seats, stretched out.
But a lot of driving isn't good right now, so I need quiet, shady spots with a cool breeze from the side door. The night is full of light, the morning a poem, in color and sound, with birds flying and bells ringing.
A walk in the neighborhood, a white feather on the sidewalk, Hilde is eating, I'm slightly sweating, drawing up the syringe is history. For today.
We drive a bit along the road, past the forest and the statue of Christ, while the water for my porridge is boiling. There's shade at the next parking lot, a youth team in blue greets their coach, and the drive to the game. Sunday stories.
Telgte, with its gated railway crossing in the middle of town, the Bioenergetic Center near Saerbeck offers us a reading corner under tall trees after our walk. We look for a place to sleep, find a track-filled meadow path by a cornfield, and a parking spot not far from the Dutch border.
The elderly couple is having dinner, two Finns are taking a walk in the village, and in between, someone from Mainz arrives, turning the large Oyster until the TV picture is sharp. Today there's football, Tatort (a crime scene), and the news. I've heard people talk about it.
We take one last walk around the block. "Crises are part of life's growth process," writes Anselm Grün, "there is no such thing as absolute security. Like ships, humans are not designed to lie safely in harbor."Leggi altro
DHL
8–9 set 2025, Germania ⋅ ☁️ 18 °C
(English Version Below)
Aus dem Nichts schießt Hilde zur Mitte des Weges, wo ich den sparsamen Blick einer jungen Frau erhasche, die grade noch einem Sturz entkommen ist. Es tut mir leid, rufe ich ihr nach, ich habe dich nicht gehört. Da ist sie schon weiter weg. Aber ein junger Mann auf dem Radweg dreht sich zu mir um und schenkt mir einen erhobenen Daumen.
Ich achte sehr darauf, dass Hilde niemandem in die Quere kommt, aber bei so stillen, schnellen Fahrzeugen bin ich einfach machtlos. Und verstehe Hilde's Reaktion, die diese Roller als Bedrohung erlebt, wenn sie plötzlich an uns vorbeischießen.
Bei diesen Geschwindigkeiten müsste man sie grundsätzlich auf die Straße oder auf Radwege verordnen, sie haben einfach auf Wegen nichts zu suchen, wo Fußgänger unterwegs sind.
Es ist wieder warm geworden, schwül nach dem Regen am Vormittag, dem wir auf einem Parkplatz zugeschaut haben. Vor einigen Jahren bin ich mit einer Frau gereist, die mit ihrem Hund von einem Parkplatz zum nächsten gefahren ist. Sie wollte nichts erleben, sondern nur ihre Ruhe haben.
Heute geht es uns ähnlich, wir flüchten allerdings nicht vor den Menschen, sondern vor lauten Geräuschen. Dazu zählt der Regen ebenso nicht, wie die tieffliegenden Flugzeuge, die nahe der niederländischen Grenze sich austoben.
Die ängstliche Phase ist heute deutlich kürzer, vielleicht hervorgerufen durch einen nahen Laubbläser auf dem Parkplatz des heimischen Fußballteams. Zwischen den Bauernhöfen ist es ruhiger, im Regen strampelt ein älteres Ehepaar im Regenumhang vorbei. Sie komplett in quietschegelb, er im herrlichsten Blau von Kopf bis Fuß.
Wer noch Mitte September tourenmäßig auf dem Rad in der norddeutschen Tiefebene unterwegs ist, wäre ein Gespräch wert. Aber sie sind in Eile, ein Zustand, der uns sichtlich fremd ist. Zumindest gerade, denn noch ist das Ersatzteil nicht angekommen.
---
Out of nowhere, Hilde darts to the middle of the path, where I catch the sparing glance of a young woman who's just barely escaped a fall. "I'm sorry," I call after her, "I didn't hear you." She's already farther away. But a young man on the bike path turns to me and gives me a thumbs-up.
I'm very careful that Hilde doesn't get in anyone's way, but with such quiet, fast vehicles, I'm simply powerless. And I understand Hilde's reaction, which she perceives as a threat when they suddenly whizz past us.
At these speeds, they should basically be confined to the road or bike paths; they simply have no business being on paths where pedestrians are walking.
It's warm again, humid, after the rain this morning, which we watched in a parking lot. A few years ago, I traveled with a woman who was cycling from one parking lot to the next with her dog. She didn't want to experience anything, she just wanted to be left alone.
We feel the same way today, but we're not fleeing from people, but from loud noises. This doesn't include the rain, nor the low-flying planes roaring around near the Dutch border.
The anxious phase is much shorter today, perhaps triggered by a nearby leaf blower in the parking lot of the local sports club. It's quieter between the farms; an elderly couple in raincoats pedals past in the rain. She's completely in bright yellow, he's in the most glorious blue from head to toe.
Anyone who's still cycling in the North German lowlands in mid-September would be worth a chat. But they're in a hurry, a state of affairs that's clearly foreign to us. At least not right now, because the spare part hasn't arrived yet.Leggi altro





































































































































































































































































































































































ViaggiatoreSchön