Wie geht es weiter?
7. kesäkuuta 2025, Turkki ⋅ ☀️ 30 °C
Als wir nach dem Frühstück auf die Frau an der Rezeption zukommen, lächelt sie und ahnt bereits, was unser Anliegen ist: "Bir gece daha?" fragt sie und wir nicken wie jeden Morgen. Ja, wir wollen noch eine weitere Nacht bleiben. Heute soll aber auf jeden Fall eine Entscheidung fallen, wie es mit unserer Reise weitergeht. Die Optionen reichen von Abbruch und nach Hause bis zu verschiedenen Änderungen der geplanten Route. Auf jeden Fall werden nicht wie vorgesehen mit den Rädern über den Nemrut dağı fahren. Zu unvernünftig wäre es in unserer aktuellen Situation, den zwanzig Kilometer langen und sehr steilen Anstieg auf über 2000m bei Temperaturen um die 35 Grad in Angriff zu nehmen. Nach einigem Überlegen und Abwägen kommen wir zu dem Ergebnis, dass wir dennoch den Nemrut dağı von oben sehen möchten, wenn auch ohne Fahrrad. Wir gönnen uns stattdessen die Luxusvariante: Kurz unterhalb des Gipfels gibt es ein kleines Hotel, hier buchen wir ein Zimmer für morgen und gleich noch einen Shuttle dazu. Wir werden also morgen mittag hier in Adıyaman abgeholt und zum Hotel auf den Nemrut gebracht. Dort freuen wir uns vor allem auf die Stunden des Sonnenunter- und Sonnenaufgangs. Am Montag lassen wir uns zurück nach Adıyaman chauffieren und setzen dann endlich, mit leicht abgekürzter Route die Reise auf dem Fahrrad fort. Angesichts der Umstände scheint uns dies die vernünftigste Lösung, mit der wir auch gut leben können.
Den heutigen Tag verbringen wir überwiegend träge und faul: Wir kniffeln, lesen, essen. Erst am Abend raffen wir uns auf und spazieren nochmal in die Innenstadt. Wir essen eine Kleinigkeit, genießen den Sonnenuntergang vom Burghügel aus und kommen auf dem Heimweg erneut am Uhrenturm, diesmal beleuchtet, vorbei. Zurück im Hotel können wir noch mit dem Manager klären, dass unser Gepäck und unsere Räder während unseres Ausfluges auf den Nemrut dağı hier verwahrt werden können, super! Wir verbringen heute also die letzte Nacht im Whitestar Hotel und sind sehr gespannt auf den morgigen Tag.Lue lisää
Adıyaman
6. kesäkuuta 2025, Turkki ⋅ ☀️ 32 °C
Auch heute werden wir nicht weiterreisen, sondern in Adıyaman bleiben. Wir wollen zumindest abwarten, wie Claudia das Antibiotikum verträgt, bevor wir wieder vom chilligen Hotelmodus auf Radeln und Zelten wechseln. Nach dem Frühstück entscheiden wir uns dafür, die Innenstadt von Adıyaman zu besuchen. Sehenswürdigkeiten im klassischen Sinne hat die Stadt nicht zu bieten, bei entsprechender Recherche trifft man zuallererst auf den Uhrenturm, der seine Bekanntheit durch das Erdbeben 2023 erlangt hat. Dieses Thema begleitet uns dann auch auf dem folgenden Spaziergang:
Adıyaman liegt in der Nähe der Ostanatolischen Verwerfungslinie, die seit Jahrhunderten die Erde in der Region beben lässt, und ist auch eine der fünf türkischen Großstädte in der Osttürkei, die massiv von den verheerenden Erdbeben am 6. und 7. Februar 2023 getroffen wurden.
In der Stadt, die vor dem Beben etwa 300.000 Einwohner zählte, starben rund 8400 Menschen – ein Fünftel der Gesamtopferzahl von 51.000 im türkischen Erdbebengebiet. Mehr als 17.000 Menschen wurden in Adıyaman verletzt, fast 1500 Gebäude stürzten ein, 4100 Häuser wurden so schwer beschädigt, dass sie unbewohnbar sind.
Die Auswirkungen der Katastrophe sind nach wie vor deutlich erkennbar. Bereits auf unserer Reise im letzten Jahr durch das Erdbebengebiet Hatay haben wir viele erschütternde Eindrücke mitgenommen. Hier und heute wird uns nochmal vor Augen geführt, dass das Ausmaß dieses furchtbaren Erdbebens unsere Vorstellungskraft bei weitem übersteigt. Es ist erschreckend zu sehen, wir viele Lücken in den Straßen zu sehen sind, Flächen, auf denen vorher mal Häuser standen und nun nur noch Schutt und Asche liegt.
Wir halten inne vor dem Uhrenturm von Adıyaman, der auf einer kleinen Verkehrsinsel mitten auf dem großen Atatürk-Boulevard steht und seit dem Erdbeben als Wahrzeichen der Stadt gilt. Der große Zeiger steht auf der 17, der kleine zeigt auf die vier. Um 4:17 Uhr traf am 6. Februar 2023 das verheerende Erdbeben die Region im Südosten der Türkei und brachte für so viele Tod und Zerstörung. Und es brachte die große Uhr zum Stillstand. Die Zeiger des Uhrenturms sollen jeden Tag mahnend an den Zeitpunkt der Katastrophe erinnern. Wir lassen uns weiter durch die Straßen treiben, die angesichts des Opferfestes nicht sehr belebt sind. Die meisten Geschäfte haben geschlossen, es ist sehr ruhig in der Stadt.
Sehr viele der verbliebenen Gebäude, an denen wir vorbeikommen, weisen große Risse und andere Schäden auf. Nicht selten werden sie aber dennoch weiterhin genutzt. Wir sehen Geschäfte, die bis heute in kleinen Hütten oder Containern betrieben werden, so befindet sich auch die Praxis eines Psychologen in einem Container unmittelbar vor einem zerstörten Haus. Vom Burghügel der Stadt aus haben wir einen Rundumblick aus der Vogelperspektive. Neben den Bildern der Zerstörung sind auch die vielen neuen Gebäude auszumachen, die bereits stehen. In der Ferne auf einem großen Felsenhügel ist scheinbar eine riesige neue Stadt aus dem Boden gestampft worden. Wir stellen uns die Frage, wie erdbebensicher diese ganzen neuen Bauten wohl sein mögen..., und zweifeln. Durch kleine Straßen und Gassen schlängeln wir uns zurück in Richtung Hotel, wo wir Eindrücke erstmal sacken lassen. Die nächsten Stunden verbringen wir in unserem Zimmer, erst am Abend werden wir nochmal aktiv. Mit den Fahrrädern besuchen wir die fünf Kilometer entfernte antike Stadt Perre. Die Stadt verband in byzantinischer Zeit den alten Westen mit Persien und trug zu dieser Zeit den Namen Hierapolis , was so viel wie die heilige Stadt bedeutet. Leider können wir das weitläufige Gelände der Ruinensiedlung nicht lange besichtigen, da wir kurz vor der dem Ende der Öffnungszeit eintreffen. Einen kurzen Überblick dürfen wir uns aber glücklicherweise verschaffen. Wir radeln zurück und kaufen unterwegs noch ein nahrhaftes gesundes Abendessen: Eine Tüte Chips für jeden! Wir haben einfach keine Lust, ein drittes Mal Hackspieße zu essen, reichlich Obst hatten wir heute schon und so gibt's einfach frittierte Kartoffeln, was soll's. Den Rest des Abends verschwinden wir beide hinter unseren Kindles, bevor schließlich irgendwann das Licht ausgeht.Lue lisää
Krankenhaus oder Flughafen?
5. kesäkuuta 2025, Turkki ⋅ 🌙 24 °C
Wir stehen zeitig auf und bedienen uns am Frühstücksbuffet des Hotels. Anschließend erfragen wir beim Hotel-Manager, wo sich das nächste Krankenhaus mit einer dermatologischen Abteilung befindet. Wir erfahren, dass die Universitätsklinik nur etwa zwei Kilometer entfernt ist und machen uns zu Fuß auf den Weg. Vorsorglich haben wir bereits den Brief von "doctorderma" durch den Google-Überstetzer gejagt und Heiko hat das Ergebnis von einer türkischsprachigen Bekannten checken lassen. So haben wir etwas, was wir vorlegen können, um den Anlass unseres Besuches in der Klinik zu erklären. Bei Ankunft hätte man auch meinen können, an einem Flughafen gelandet zu sein und nun in dem bunten Treiben den richtigen Terminal finden zu müssen. Ratlos stehen wir in der großen Eingangshalle und blicken uns suchend um. Unserer offensichtlichen Hilflosigkeit nimmt sich ein freundlicher Klinikmitabeiter an, dessen Funktion wir nicht kennen. Nachdem er uns einen Tee angeboten hat (ach, die Tee-Kulter überall in diesem Land ist einfach wunderbar...), begleitet er uns in die Dermatologie und hilft und bei den Anmeldeformalitäten. Der Mann wird schließlich abgelöst von einem anderen Herrn, der als Dolmetscher in der Klinik arbeitet und super englisch spricht. Nach einer ersten Zahlung, die wir tätigen müssen, dauert es nicht lange, bis wir gemeinsam mit dem Dolmetscher im Zimmer der Hautärztin sitzen. Borreliose ist wohl in der Türkei nicht so verbreitet und die Ärztin entsprechend nicht wirklich sicher. Sie blättert in ihrem Buch und befragt anschließend "Dr. Google" - nicht wirklich vetrauenserweckend. Wir verweisen immer wieder auf den übersetzten Text des Briefes von der deutschen Hautarzt-App und die empfohlene serologische Diagnostik und Antibiotika-Therapie. Zunächst sollen wir aber weiter zur Abteilung für Infektiologie, wo wir leider keinen Dolmetscher mehr an der Hand haben, da dieser zu einem anderen "Fall" musste. Irgendwie und im Verlauf mit der zusätzlichen Hilfe einer jungen Frau, die eigentlich ihre kranke Mutter begleitet, schaffen wir aber die weiteren Schritte: Blutentnahme bezahlen, Barcodes in der Infektiologie für die Blutentnahme abholen, Blutentnahme im Labor und schließlich ein erneutes Gespräch mit der Dermatologin. Zu unserer Freude erhalten wir nun auch das Rezept für des empfohlene Antibiotikum, die Laborergebnisse können wir am Nachmittag in der Notaufnahme abholen. Alle Ambulanzen werden dann bereits geschlossen haben, denn heute ist der Vortag des viertägigen Opferfestes (Kurban bayramı), dem höchsten Fest im Islam. Gegenüber vom Krankenhaus reihen sich zahlreiche Apotheken aneinander, teilweise in direkter Nachbarschaft zu stark vom Erdbeben beschädigten Häusern, die mehr als einsturzgefährdet aussehen. Wir erhalten die Medikamente und gönnen uns ein Taxi zurück ins Hotel. Erste Antibiotika-Dosis, lesen, dösen, chillen, Obst mit Joghurt essen - so verbringen wir die nächsten Stunden. Gegen 16 Uhr machen wir uns erneut auf den Weg, um die Laborergebnisse abzuholen. Wir marschieren noch nicht lange, da hält ein Auto neben uns und der Beifahrer fragt, ob wir zur Klinik wollen. Wir bejahen und werden bis vor die Tür der Notaufnahme chauffiert. Die Blutwerte sind zuerst noch nicht fertig und später stellt sich heraus, dass zwar einiges untersucht wurde und diese Werte auch unauffällig sind, aber leider nicht der erforderliche Test auf die Borreliose-Antikörper IgM und IgG durchgeführt wurde. Diesbezügliches Nachfragen gestaltet sich zunächst schwierig, da niemand englisch spricht, irgendwann bringt man uns aber zu einem sprachkundigen Arzt. Hier erfahren wir aber auch nur, dass die gewünschte Untersuchung jetzt und in den kommenden vier Tagen angesichts des Opferfestes nicht nachgeholt werden kann. Also bleibt nur, der Diagnose von "doctorderma" zu vetrauen und die Antibiotika-Therapie durchzuführen. Da diese durchaus auch als Prophylaxe empfohlen wird, ist das wohl okay. Zu Fuß geht's zurück zum Hotel, später am Abend probieren wir dann noch die von gestern bekannten Kebab-Spieße mal in einem anderen, aber ebenfalls improvisierten Restaurant - auch lecker!Lue lisää
Hotel Whitestar in Adıyaman
4. kesäkuuta 2025, Turkki ⋅ ☀️ 24 °C
Auch heute klingelt der Wecker um 5 Uhr in der Frühe. So richtig Appetit haben wir beide nicht und so sitzen wir nach einem nur sehr kleinen Frühstück um viertel vor sieben auf den Rädern. Leider ist auch der Wind zu dieser frühen Stunde bereits wach und auch mächtig aktiv. Nur langsam kommen wir voran, aber glücklicherweise haben wir es ja heute auch nicht besonders weit. Bald ist Zeit für eine Verschnaufpause sowie eine Ladung Sonnencreme. Wir setzen uns zu diesem Zweck auf eine schattige Mauer vor einem kleinen Friedhof. Hier erleben wir einen Moment, der uns sehr betroffen macht. Erst stellt Heiko fest, dass eine Frau, die dort beerdigt wurde, nur 19 Jahre alt geworden ist. Direkt daneben lesen wir denselben Nachnamen, die Frau wurde 21 Jahre alt. Dann sehen wir die Daten auf diesen und weiteren Grabsteinen und uns wird klar: Viele der Menschen sind dem Erdbeben im Februar 2023 zum Opfer gefallen. Schon im letzten Jahr bei unserer Fahrt durch die Region Hatay haben uns der Anblick der Erdbebenfolgen und die Schilderungen der Einheimischen sehr berührt, hier ist es wieder so.
Einige Kilometer geht es für uns noch auf kleinen Straßen weiter, kurz vor einem winzigen Dorf treffen wir auf ein einsames Küken, das verloren auf der Straße steht. Claudia sammelt es ein und kann einen Mann ausfindig machen, der weiß, wo das kleine Hühnerkind hingehört.
In einem kleinen Laden versorgen wir uns mit Wasser und bekommen direkt noch zwei Gurken geschenkt. Vor dem Laden winkt uns dann noch ein Anwohner heran und schenkt uns frisch gebackenes Brot. Diese Herzlichkeit der Menschen fasziniert und freut uns immer wieder. Wir warten nicht lange mit dem Verzehr der Gaben, sondern nutzen sehr bald einen geeigneten Schattenplatz dafür, bevor es nämlich mit der Ruhe und Verkehrsarmut vorbei ist. Den Rest der Etappe bis in den Zielort Adıyaman absolvieren wir auf einer stark befahrenen Hauptstraße, nicht gerade ein Idyll. Eine letzte Rast machen wir am Straßenrand vor einer Mauer (immerhin neben einer Palme 🌴), bevor wir das Hotel Whitestar am östlichen Rand von Adıyaman ansteuern. Trotz der frühen Zeit, es ist ist elf Uhr, dürfen wir bereits ein Zimmer beziehen. Es folgt ausgiebiges Duschen und Chillen. Da bei Claudia die bereits zu Hause aufgetreten Hautveränderungen nach wie vor nicht verschwunden sind, sondern diese sich eher vermehrt haben, starten wir eine Online-Behandlung über die App "doctorderma". Mal sehen, was das wird...! Die Homepage macht zumindest einen seriösen Eindruck und innerhalb von 24h dürfen wir mit einer Diagnose rechnen, einen Versuch ist es also wert. Inzwischen ist es früher Abend und wir verspüren etwas Hunger. Wir verlassen also das Hotel und kehren für leckere Kebab-Spieße in einem eher behelfsmäßigen Restaurant ein. Zahlreiche Gebäude in Adıyaman sind durch das Erdbeben 2023 zerstört worden, so dass viele Laden- und Restaurantbetreiber bis heute improvisieren müssen, um das Geschäft fortführen zu können. Wir sitzen entsprechend in einer Mischung aus Baustelle und Kebab-Bude, in der Kunstrasen und nette Beleuchtung zu einer halbwegs angenehmen Atmosphäre beitragen sollen. Wir bereuen diese Einkehr definitiv nicht, das Essen ist köstlich und die Menschen sind ausgesprochen freundlich. Nicht so schön ist wiederum die Nachricht, die uns von "doctorderma" erreicht: Verdacht auf
Borreliose im Stadium I mit Wanderröte. Mist! Die Empfehlung lautet, zeitnah eine serologische Diagnostik durchführen zu lassen und eine Antibiotika-Therapie zu beginnen. Wir wissen also, was wir morgen zu tun haben..., gute Nacht!Lue lisää
Von Stoppelfeld zu Stoppelfeld
3. kesäkuuta 2025, Turkki ⋅ ☀️ 26 °C
Zu einer für uns unter normalen Umständen seeehr unüblichen Zeit, nämlich um 5 Uhr in der Frühe, klingelt der Wecker. Wir wollen die kühleren Morgenstunden zum Radeln nutzen, um dann in der Mittagshitze zu pausieren. Claudia geht es leider nicht besser, was ziemlich schade und ärgerlich ist. Wir machen uns dennoch auf den Weg und hegen die leise Hoffnung, es bis in die Stadt Adıyaman zu schaffen. Ein Zimmer wäre heute wirklich gut. Unsere Etappe beginnt direkt mit einem knackigen Anstieg, bei dem Claudia abermals auf Heikos tatkräftige Unterstützung angewiesen ist. Unser Weg führt uns weiterhin durch viele Pistazienplantagen, die im weiteren Verlauf durch Getreidefelder abgelöst werden. Die Ernte ist in vollem Gange, was wir nicht nur sehen und dank der Mähdrescher und weiterer Erntefahrzeuge hören, sondern in Form von feinsten durch die Luft wehenden Strohteilchen auch ziemlich unangenehm im Gesicht spüren. Grundsätzlich ist es aber mal wieder eine sehr schöne Landschaft, durch die wir in diesem Land radeln dürfen. Am Horizont sind stets fototapetengleiche Berge zu sehen und zwischendurch können wir tolle Ausblicke auf eine große Schlucht und sogar den durch diese hindurchfließenden Euphrat erhaschen. Weniger idyllisch ist es, als wir die asphaltierte Straße verlassen und auf eine Schotterpiste abbiegen. Diese führt uns nämlich geradewegs in ein sehr weitläufiges Kieswerk. Nicht mehr Stroh, sondern Staub wird uns fortan ins Gesicht geblasen, wenn die Lastwagen und Bagger an uns vorbeidonnern. Eine Weile rumpeln wir so vor uns hin, bis wir etwas abseits der Schotterstraße ausgiebig im Schatten eines Baumes pausieren. Etwas erholt stehen uns nun noch einige Kieswerk-Kilometer bevor. Wir arbeiten uns also Stück für Stück weiter durch den Staub, bis wir tatsächlich das Ende (fast) erreicht haben. Ein paar, diesmal sogar recht penetrante, Einladungen zum Tee müssen wir am Ende der riesigen Baustelle noch ausschlagen, dann ist der Asphalt nicht mehr weit. Tatsächlich nicht weit, aber dafür extrem steil präsentiert sich der letzte Schotterabschnitt. Schnaufend und schweißgebadet stehen wir aber schließlich oben und freuen uns, die Fahrt auf einer Straße fortsetzen zu dürfen. Auf die eine Herausforderung folgt jedoch die nächste: Heikos Endgegner, der Wind, bläst uns jetzt kräftig von vorne entgegen und erschwert das Radeln erheblich. Die Idee, heute Adıyaman zu erreichen, müssen wir spätestens zu diesem Zeitpunkt endgültig verwerfen. Unter den aktuellen Bedingungen und den noch vor uns liegenden Höhenmetern ist ein Erreichen der Stadt bei Tageslicht nicht mehr zu schaffen. Wir kämpfen uns also noch ein Weilchen durch den Wind und suchen uns dann ein Fleckchen für unser Zelt. Auch heute fällt die Wahl auf ein Stoppelfeld, direkt neben einem großen Strohballen lassen wir uns nieder und freuen uns auf den Feierabend.Lue lisää
Wenn der Wurm einmal drin ist...
2. kesäkuuta 2025, Turkki ⋅ ⛅ 29 °C
Eine gute Outdoor-Nacht, im wahrsten Sinne des Wortes, haben wir verbracht, und nun wird kurz nach dem Aufstehen bereits das Frühstück serviert. Unsere Gastgeberin packt uns noch etwas Proviant für die Fahrt ein und dann ist es an der Zeit, Abschied zu nehmen von dieser wahnsinnig netten Familie. Ein Selfie als Erinnerung wird noch gemacht, dann rollen wir vom Hof. Auch heute müssen wir es mit der einen oder anderen Steigung aufnehmen, gerade in Kombination mit der Hitze der Sonne kein wirklich leichtes Unterfangen. Gegen Mittag richten wir uns deshalb im Schatten eines Pistazienbaumes (welcher, was aber erst ziemlich spät auffällt, ein klebriges Harz auf Heikos Hemd tropfen lässt...) für eine längere Pause ein. Es wird gelesen, im Internet gesurft, gedöst und das heute Morgen erhaltene Proviant gefuttert. Als wir am Nachmittag weiterfahren, dauert es nicht lange, bis Claudias ohnehin schon nicht grandiose Form rapide abnimmt. Ob es an den gekochten Eiern liegt, die zum Proviant gehörten und die Heiko nicht gegessen hat, ob die Sonne der letzten Tage doch zu viel war oder ob es mit einem komischen Hautausschlag zu tun hat, der sich kurz vor Abreise eingestellt hat..., wir wissen es nicht. Fakt ist, dass das Radeln in diesem Zustand nicht wirklich eine Freude ist. Im Verlauf wird es dummerweise auch eher schlechter, so dass Heiko zwei Räder einen Anstieg hinaufbugsiert und Claudia zu Fuß folgt. Und wenn es etwas gibt, was man gar nicht brauchen kann, wenn man mit Magen-Darm-Problematik durch die Gegend fährt, dann sind das regelmäßige Einladungen zu Tee und Essen. "Çay? Yemek?" Immer mal wieder ereilen uns diese freundlichen Angebote, u.a. vor einem kleinen Laden, wo wir nur kurz Wasser kaufen wollen. Hier sind auch einige Polizisten an uns interessiert und stellen Fragen. Claudia will einfach nur weg. Wir fahren nur ein kleines Stück weiter, bis wir außer Sichtweite sind und begeben uns in den Schatten. Liegen, nur noch liegen ist der Wunsch und so gibt es bestimmt ein skurriles Bild ab, wie Claudia kurz darauf auf einer Isomatte neben NATO-Stacheldrahtzaun im Schatten der Mauer eines Militätgeländes liegt. Heiko macht sich große Sorgen und denkt ernsthaft über eine Rückkehr nach Gaziantep nach, diese Option verwerfen wir aber. Stattdessen begeben wir uns nach einer ganzen Weile wieder auf die Fahrräder, um den nächstmöglichen Zeltplatz zu okkupieren. Weit müssen wir dafür nicht mehr radeln. Wir sehen einen Kuhhirten auf einem Feld und fragen, ob wir dort die Nacht verbringen dürfen. Wie erwartet ist dies kein Problem und schon bald steht das Zelt auf dem Stoppelfeld. Heute passiert nix mehr, wir hoffen auf Besserung für morgen...Lue lisää
Nacht unter Sternen
1. kesäkuuta 2025, Turkki ⋅ ☀️ 30 °C
Beim morgendlichen Frühstück im Zelt bleiben wir nicht lange allein. Ein Hirte und sein Sohn tauchen mit ihrer Schaf- und Ziegenherde sowie zwei Hunden und zwei Eseln auf. Sie verweilen kurz bei uns und inspizieren sehr interessiert unsere Fahrräder (Menschen und Tiere!). Wir erfüllen dem Sohn seinen Wusch, Claudias Fahrrad zu fahren, das Gegenangebot eines Eselrittes schlagen wir allerdings aus. Zu Beginn unserer heutigen Etappe dürfen wir zunächst einige Kilometer bergab rollen. Leicht hügelig geht es weiter, angesichts der hohen Temperaturen wird dennoch jede Steigung zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Als wir den höchsten Punkt vor Erreichen der Römerfestung "Rumkale" erreichen, für die wir einen kleinen Abstecher in Kauf nehmen, lassen wir uns auf einer überdachten und folglich schattenspendenden Bank nieder. Um Rumkale zu erreichen, müssten wir ca. 230hm auf einer Strecke von 3km erst abwärts und nach Besichtigung auf selber Strecke zurück bergauf radeln. Heiko hatte bereits zu Hause die Idee, die Räder hier im Ort Beğendik zu lassen und den Rumkale-Ausflug zu Fuß in Angriff zu nehmen. Kaum sitzen wir auf der Bank, kommt ein älterer Herr aus dem Haus gegenüber und versorgt uns mit einer großen Kanne kaltem Ayran. Wir verpassen leider die Chance, ihn zu fragen, ob wir unsere Räder für ein paar Stunden auf seinem Hof abstellen dürfen. Obwohl wir mehrfach auf sein Grundstück spähen, sehen wir den Mann nicht wieder, auch ansonsten scheint das kleine Dorf ziemlich ausgestorben. Als wir noch recht ratlos auf der Bank hocken, knattern zwei mit vielen Menschen beladene Trecker heran und steuern das Tor zu einem Grundstück neben unserer Pausenbank an. Bei einem der Trecker wird die Rückwärtsgang eingelegt und das Gefährt kommt neben uns zum Stehen. Der Fahrer spricht uns an und möchte uns zum Essen einladen. Mit Hilfe seines in Berlin lebenden Neffen, den er zum Dolmetschen anruft, können wir unseren Wunsch äußern, zunächst Rumkale zu besuchen und unsere Räder währenddessen sicher untergebracht zu wissen. Problem yok - kein Problem heißt es wie erwartet. Zudem besteht der Mann, dessen Namen wir leider vergessen haben, darauf, uns die drei Kilometer zum Ziel im Auto zu chauffieren. Widerrede zwecklos! Wir schieben also unsere Fahrräder durch das Grundstückstor und stellen sie ab, packen noch ein paar Kleinigkeiten im unsere Rucksäcke uns schon sitzen wir im unserem ganz privaten Taxi. Als wir am Parkplatz abgesetzt werden, gibt unser Fahrer einem Mann vom Wachpersonal noch seine Telefonnummer, dieser solle sich melden, wenn wir wieder abgeholt werden. Was für ein Service! Wir beginnen unsere Erkundung mit einem Gang auf eine große gläserne Aussichtsterrasse, von welcher man einen großartigen Blick auf den Fluss Euphrat und Rumkale hat. Die Lage der byzantinischen Burg auf den Klippen rund um die Flusshalbinsel ist spektakulär. Als wir uns von oben satt gesehen haben, marschieren wir hinunter an den Fluss, um im Rahmen einer Bootstour auch die wasserseitige Perspektive zu genießen. Wir schippern nicht nur an Rumkale vorbei, sondern auch an der im Euphrat versunkenen Stadt Halfeti. Zunächst fahren wir entlang des alten Halfeti, wo das Minarett der Moschee noch immer aus dem Fluss herausragt. Im erhaltenen Teil von Halfeti legen wir an und haben eine halbe Stunde Zeit an Land für einen Rundgang, bevor es zurück zum Ausgangspunkt geht. Zurück am Parkplatz ist der Wachmann schnell gefunden, der uns auch gleich erkennt und unseren Fahrer anruft. Bereits wenige Minuten später befinden wir uns wieder auf seinem Grundstück und sitzen mit der Familie zusammen. Auf dem großzügeigen Areal steht eine Art Wohncontainer und abseits davon ein winziges WC-Gebäude. Wir erfahren, dass das Haus der Familie in diesem Dorf durch das Erdbeben 2023 zerstört wurde. Es gibt wohl noch ein weiteres Haus in Gaziantep, dennoch müssen hier vor Ort die Pistazienfelder bewässert werden. Genau das macht auch unser Gastgeber, während wir von seiner Frau und seiner Schwägerin mit reichlich köstlichem Essen und natürlich Tee versorgt werden und Bilder von unserer Familie zeigen. Irgendwann kommen die Männer von der Arbeit zurück und ein Teil der Familie verabschiedet sich. Wir sitzen schließlich mit unserem Gastgeberehepaar und deren Kindern vor dem Haus auf dem Boden und dürfen schon wieder essen. Ein sehr leckeres Abendessn und Ayran, im Anschluss Tee, türkischer Kaffee und Baklava wird serviert. Am Ende stellt sich nur noch die Frage, wo wir heute schlafen werden. Eine Einladung zur Übernachtung auf dem Grundstück wurde bereits ausgesprochen, unser Zelt sei nicht nötig, man würde uns ein Bett machen. Es stellte sich uns bloß die Frage: Wo? In dem winzigen Container ist mit Sicherheit kein Platz. Nach dem Essen sind wir schlauer, denn es entsteht ein Schlafzimmer unter freiem Himmel. Nur die Kinder nächtigen im Container, die Eltern schlafen draußen und wir teilen heute das Nachtlager mit ihnen. Gut gepolstert und unter warmen Decken schauen wir in die Sterne und beenden diesen Tag.Lue lisää
Endlich Asphalt unter den Reifen
31. toukokuuta 2025, Turkki ⋅ ☀️ 28 °C
Wie schon am gestrigen Tag sitzen wir auch heute um acht Uhr am Frühstückstisch. Wir quatschen noch etwas mit unseren Tischnachbarn, die ebenfalls aus Deutschland kommen und im selben Flieger wie wir in Gaziantep gelandet sind. Bereits am Flughafen hatten wir uns getroffen und wie der Zufall es wollte, bewohnen wir dasselbe Hotel. Die beiden werden heute ebenfalls aufbrechen, ihnen steht eine dreiwöchige Tour mit einem Mietwagen bevor. Vor unserer Abfahrt beschäftigen wir uns noch mit der Idee, neue Ortlieb-Packtaschen zu bestellen. Am gestrigen Abend haben wir bereits ein Hotel in Şanliurfa per E-Mail kontaktiert, um zu erfragen, ob wir die Taschen dorthin liefern lassen dürfen. Bislang haben wir noch keine Antwort erhalten, bekommen jetzt aber sehr nette Unterstützung von Fatma, einer deutschsprachigen Türkin aus Istanbul, die für einen Kurztrip mit ihrer Tochter in Gaziantep ist. Während Heiko sich dem letzten Fein-Tuning der Räder widmet, kümmert Claudia sich mit Fatmas Hilfe um die Bestellung der Taschen. Fatma telefoniert mit dem Hotel in Şanliurfa mit dem Ergebnis: Kein Problem! Super, denken wir, dann können wir ja bestellen. Gesagt, versucht, gescheitert..., wir haben das für die Kreditkartenzahlung nötige Passwort nicht dabei. Kein Problem für Fatma: Sie zahlt kurzerhand unsere Bestellung mit ihrer Kreditkarte und erhält das Geld in bar von uns. Sollten wir mal wieder nach İstanbul kommen, spricht sie auch direkt eine Einladung zu sich nach Hause aus.
Nach einem Abschiedsfoto mit unserem Hotelgastgeber machen wir uns dann gegen elf Uhr tatsächlich mit unseren bepackten Rädern auf den Weg. Noch etwas Obst und Gemüse laden wir ein, dann manövrieren wir uns durch die quirlige Stadt, endlich Asphalt unter den Reifen. Zwischen Bussen, Autos, Lastwagen und verschiedenen motorisierten Zweirädern bahnen wir uns den Weg stadtauswärts. Es hupt von allen Seiten, Händler bieten lauthals ihre Waren zum Kauf, Stimmengewirr dringt von überall in unsere Ohren. In der Luft liegen neben dem lästigen Geruch von Abgasen auch Düfte von frischem Obst, gerösteten Pistazien, orientalischen Gewürzen. Nach etwa zehn Kilometern nimmt der dichte Verkehr so langsam etwas ab, wir erreichen die Ausläufer der Stadt. Als wir schließlich Gaziantep vollständig hinter uns gelassen und den ersten recht steilen Anstieg dieser Tour bezwungen haben, werden erstmals die Campingstühle für eine schattige Tee-Pause aufgebaut. Unter blauem Himmel bei sommerlichen Temperaturen radeln wir bei inzwischen glücklicherweise sehr spärlichem Verhehr weiter. Durch überwiegend sehr karge Landschaft führt unser Weg, Eidechsen huschen vorbei und suchen Schutz zwischen den Steinen, mehrfach passieren wir Pistazienplantagen. Immer wieder halten Autos oder andere Gefährte an, begrüßen uns, fragen nach unserer Herkunft und unserem Reiseziel und erkundigen sich, ob wir etwas brauchen. Also: Alles wie immer beim Radreisen in der Türkei. Als wir uns nach Erreichen der nächsten Anhöhe erneut im Schatten niederlassen wollen, müssen wir leidvoll erfahren, dass es neben Pech und Dummheit auch noch Ungeschick gibt. Heiko rutscht beim Versuch, sich auf den Stuhl zu setzen ab und landet im Schotter..., mit der Handyvorderseite voran. Das Display ist gesplittert und ein großer streifenförmiger "Pixelfehler" ziert das Gerät. Schade Schokolade! Kurz überlegen wir, ob wir die Rubrik "Pech des Tages" einführen sollten. Naja, nun ist es, wie es ist und lässt sich nicht ändern. Auf dem weiteren Weg durch weite, karge Gegend überwinden wir noch einen letzten biestigen Anstieg, bevor wir abseits der Straße auf einer steppenartig anmutenden Fläche zwischen versprengten Felsbrocken unser Nachtlager aufschlagen. Der feurige Gemüsetopf vom Gaskocher heizt uns gut ein, morgen gibt's weniger Pfeffer. Tee und Kekse gönnen wir uns noch, bevor wir erstmals unser neues Zelt beziehen. Gute Nacht!Lue lisää
Auf Pech folgt Dummheit
30. toukokuuta 2025, Turkki ⋅ 🌙 17 °C
Nach unserer ersten Nacht in der Türkei stehen wir einigermaßen zeitig auf, um bereits unsere sieben Sachen für den Start der Reise in die Packtaschen zu sortieren, bevor wir uns um acht Uhr am Frühstücksbuffet stärken wollen. Der Plan geht leider nicht auf: Nachdem der Start unseres Urlaubes sich zunächst durch das Pech des Wasserschadens zu Hause verzögert hat, dürfen wir uns heute über unsere eigene Dummheit ärgern. Wer bis 8 zählen kann, hat am Reiseziel alle erforderlichen Fahrradpacktaschen dabei..., wir können es offensichtlich nicht. Eine der großen, hinteren Taschen ist scheinbar in Kronshagen geblieben. Irgendwie würde sich sicher all unser Hab und Gut auch in die 7 vorhandenen Taschen stopfen lassen, für die Gewichtsverteilung auf dem Rad ist das aber alles andere als optimal. Im Internet nach Läden zu recherchieren, die möglicherweise Fahrradtaschen führen, ist aktuell keine Option. Wir haben noch keine SIM-Karte für unseren mobilen WLAN-Router und das gestern abend noch schwach vorhandene WLAN des Hotels versagt am heutigen Morgen seinen Dienst. Nun gut, erstmal frühstücken, dann sehen wir weiter. Zu Fuß machen wir uns schließlich den Weg zu einem großen Einkaufszentrum, welches u.a. eine Decathlon-Filiale beherbergt. Unterwegs besuchen wir einen Turkcell-Laden, in welchem der Erwerb einer SIM-Karte aber aus unerfindlichen Gründen nicht möglich ist und wir also weiterhin offline bleiben. Im riesigen Einkaufszentrum "Sanko Park" ist Decathlon zwar schnell gefunden, Fahrradpacktaschen suchen wir aber vergebens. Immerhin haben wir im nächsten Turkcell-Laden Erfolg, so dass wir auf der Terrasse des Einkaufszentrums bei Tee und Kaltgetränk das Internat zu weiteren Möglichkeiten befragen können. Etwa drei Kilometer marschieren wir zu einem größeren Fahrradgeschäft, auch dort werden wir leider nicht fündig. Da uns auch die Menschen, die wir im Zusammenhang mit unserer Suche sprechen, keine Hoffnung machen, Packtaschen in Gaziantep zu finden, muss nun ein Alternativplan her. Zur Abwechslung steuern wir mal wieder den "Sanko-Park" an und kaufen einen billigen Rucksack, von dem wir uns vorstellen können, dass wir ihn irgendwie an eines unserer Räder "getüdelt" bekommen. Zusätzlich checken wir die Möglichkeit, Ortlieb-Taschen zu bestellen und sie an ein Hotel auf unserer Route schicken zu lassen. In der festen Absicht, morgen nun wirklich loszuradeln, erledigen wir noch einen Proviant-Einkauf, bevor wir uns auf den Rückweg zum Hotel machen. Ein erster Check am Fahrrad offenbart, dass unser neuer Super-Rucksack etwas überdimensioniert ist, aber was soll's, das muss jetzt erstmal irgendwie gehen. Nach diesem eher mittelmäßigen Tag, den wir zum größten Teil entweder im Einkaufszentrum oder durch die Straßen laufend verbracht haben, lassen wir uns am Abend eine üppige Mahlzeit im Restaurant schmecken. Gut gesättigt drehen wir noch eine Runde um die Festung von Gaziantep und "kontrollieren", wie weit die Arbeiten zum Wiederaufbau der Erdbebenschäden seit unserem letzten Besuch vorangeschritten sind. Besichtigen kann man das Wahrzeichen der Stadt nach wie vor nicht, aber es sind deutliche Unterschiede zum Stand des letzten Jahres erkennbar. Zurück im Hotelzimmer verteilen wir zum Abschluss des Tages unser überall ausgebreitetes Chaos auf Packtaschen, Pack-und Rucksäcke, soll es doch morgen endlich losgehen..., und diesmal wirklich!Lue lisää
Als wäre es gestern gewesen...
29. toukokuuta 2025, Turkki ⋅ 🌙 17 °C
Weiter geht's, es wird wieder geradelt!
Nach unserem ursprünglichen Plan wären wir heute eigentlich bereits seit vier Tagen unterwegs, zu unserem Leidwesen wurden wir aber wenige Stunden vor Abflug "ausgebremst". Ein Wasserschaden, der sich im Rahmen von Dachdeckerarbeiten an unserem Haus ereignete, hat uns zur Umbuchung gezwungen. Nun, vier Tage später, sind die Schäden zu Hause weitestgehend behoben und wir gut in Gaziantep gelandet. Immerhin können wir für die Anreise keine Katastrophen vermelden: Die Flüge verlaufen planmäßig, Gepäck und Fahrräder sind vollständig mit uns gemeinsam angekommen und auch der Transfer vom Flughafen zum Hotel ist schnell erledigt. Plötzlich stehen wir also wieder im Innenhof des "Şirvani Konağı Butik Otel", wo wir im letzten Jahr vor der Abreise ausgecheckt haben und denken uns: Als wäre es gestern gewesen...! Wir beziehen unser Zimmer, Heiko schraubt die Räder zusammen und es wird noch der eine oder andere Klönschnack mit Hotelgästen gehalten. Schließlich endet ein langer Anreisetag und nun dürfen wir gespannt sein, welche Abenteuer, Begegnungen, Landschaften etc. dieses Land in den kommenden sieben (!) Wochen für uns bereithält.Lue lisää

MatkaajaToll, dass es jetzt endlich losgeht! Ich werde euch gedanklich begleiten und freue mich schon auf eure Erlebnisgeschichten 😁 Gute Reise👋🏻
Görüşürüz Gaziantep
12. toukokuuta 2024, Turkki ⋅ ☀️ 18 °C
In aller Frühe stehen wir auf und packen unsere letzten Sachen zusammen. Pünktlich um halb sieben manövriert der von unserem Gastgeber bestellte Fahrer einen Mercedes Vito durch die engen
Gassen zum Hotel, um uns und unser dezentes Gepäck zum Flughafen zu bringen. Die etwa zwanzigminütige Fahrt verläuft reibungslos und auch am Flughafen können wir uns zügig und problemlos der Fahrräder und des Gepäcks entledigen. Ohne Verspätung hebt unser Flieger ab und wir schweben Richtung Heimat. Ein gutes Gefühl gibt uns, dass es kein endgültiger Abschied ist, sondern wir in einigen Monaten zur Fortsetzung unserer Reise genau hierher zurückkehren werden. Im Hotel werden uns dann sogar unsere übrig gebliebenen Gaskartuschen erwarten, die dort für uns verwahrt werden. In diesem Sinne: Görüsüruz Gaziantep, görüşürüz Türkiye!Lue lisää
Kultur und Kulinarik in Gaziantep
11. toukokuuta 2024, Turkki ⋅ ⛅ 24 °C
Anders als gestern frühstücken wir heute glücklicherweise wieder gemeinsam, anschließend planen wir unser Sightseeing-Programm. Die ersten Eindrücke der letzten beiden Tage von der Stadt haben schon ein positives Grundgefühl bei uns ausgelöst, entsprechend freuen wir uns auf die heutige ausgiebigere Erkundung von Gaziantep. Insgesamt gefällt uns der Mix aus traditionell alt und modern neu, auch wirkt es fast überall sehr "aufgeräumt" und freundlich. Ähnlich wie vor einigen Jahren in Edirne empfinden wir es als sehr angenehm, dass die Stadt scheinbar nur zu einem sehr geringen Grad touristisch frequentiert wird, sondern sich in den Straßen vielmehr der normale Alltag der Einheimischen abspielt. Nur wenige Schritte von unserem Hotel entfernt befindet sich die Zitadelle von Gaziantep. Die Burg wurde ursprünglich vom hethitischen Reich als Aussichtspunkt auf einem 25-30m hohen Hügel im Zentrum von Gaziantep erbaut, später im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. vom Römischen Reich zu einer Hauptburg ausgebaut und unter Kaiser Justitian I. im 6. Jahrhundert erweitert. In ihrer fast zweitausendjährigen Geschichte wurde die Zitadelle von Gaziantep mehrmals belagert, umkämpft und eingenommen. Heute wird sie eigentlich als Museum für den Verteidigungskampf Gazianteps und genutzt. Wir müssen uns aber mit einem Rundgang um den Burghügel und die sich bietenden Außenansichten begnügen, der Zugang zur Burg bleibt uns verwehrt. Leider haben die Erschütterungen des verheerenden Erdbebens vom 6. Februar 2023 auch das Wahrzeichen der Stadt nicht verschont, sondern an der imposanten Festung schwere Schäden hinterlassen. Auf allen Seiten sind Steine aus der Wand gebrochen und in Lawinen in den Burggraben gerollt. In der dicken Mauer
klaffen grosse Löcher, manche Abschnitte sind ganz eingestürzt. Der Wiederaufbau ist bereits in vollem Gange, einige der beschädigten Wachtürme sind zu großen Teilen wieder aufgebaut. Auf den großen Planen, welche als Absperrung der zerstörten Burg dienen, sind Bilder von dem Komplex aus der Zeit vor dem Erdbeben zu sehen, wodurch das Ausmaß der Katastrophe deutlich wird. Nach dem Rundgang um den Burghügel spazieren wir durch verschiedene, perfekt in die Stadt integrierte und entsprechend belebte Parkanlagen. Der große Kulturpark (100. Yıl Atatürk Kültür Parkı) gehört zusammen mit dem Festivalpark und dem botanischen Garten zu den wichtigsten Veranstaltungsorten Gazianteps für Kunst, Kultur und Festivals. Und wie es sich für die „Pistazienhauptstadt“ der Türkei gehört, gibt es natürlich auch einen Pistazienpark (Fıstık parkı). Am Rande der großen Pistazienplantagen und dem Pistazienmuseum lassen wir uns im Schatten ein kühles Getränk schmecken, bevor wir ein kulinarisches Ziel anvisieren, auf welches wir uns besonders freuen. Nach etwa zwei Kilometern Fußmarsch erreichen wir das Lokal Koçak, das berühmt für türkisches Pistazien-Baklava ist. Das exquisite Dessert wird beschrieben als Verkörperung einer jahrhundertalten Tradition und jeder Biss erzähle eine Geschichte von Kultur und Handwerkskunst. Es heißt sehr vielversprechend, die handgefertigten süßen Meisterwerke seien "eine Symphonie von Texturen und Aromen, die Ihre Geschmacksknospen in neue Höhen transportiert". Mit entsprechend großen Erwartungen geben wir Liebhaber der klebrigen Köstlichkeiten unsere Bestellung auf. Auf der Terasse des Koçak nehmen wir unsere Teller in Empfang und schieben genüsslich die erste Gabel in den Mund, um dann entgegen aller Lobeshymnen und Vorschusslorbeeren festzustellen: "Joa, ganz lecker, hatten wir aber schon besser!" Ohne echte Geschmacksexplosion, aber um eine Erfahrung reicher, ziehen wir also weiter. Noch etwas Kultur darf nicht fehlen und so spazieren wie als nächstes zum 2011 eröffneten Zeugma-Mosaikmuseum (Zeugma Mozaik Müzesi), welches mit einer Ausstellung von römischen Mosaiken auf einer Fläche von 1700qm das weltweit größte dieser Art ist. Die hier ausgestellten Mosaike konzentrieren sich auf die Ortschaft Zeugma, das von Seleucus I. Nicator, einem General der Armee Alexanders des Großen, als "Seleucia am Euphrat" gegründet worden sein soll. Die archäologischen Funde einschließlich der Mosaike blieben bis zur Planung des Birecik-Staudamms und der damit verbundenen Überflutung eines Großteils von Zeugma weitestgehend unbekannt. Um das historische Erbe vor dem Staudammwasser zu retten, wurden seit 1992 Grabungen durch das bis dahin kleine Museum durchgeführt. Die Flutung war ursprünglich für das Jahr 1999 vorgesehen. Doch der Aufwand der archäologischen Arbeiten überstieg die Möglichkeiten des Museums bei weitem. Auf die in alle Welt losgeschickten Hilferufe der türkischen Archäologen reagierten nur wenige ausländische Kollegen. So kam es schließlich zu einem Wettlauf mit der Zeit. Erst im Oktober 1999 begannen umfangreichere Grabungen. Nach und nach beteiligten sich Australier, Franzosen, Engländer, Deutsche, Schweizer, Spanier und Amerikaner; verteilt auf bis zu zehn Grabungsgebiete arbeiteten zeitweise 300 Personen gleichzeitig an der archäologischen Stätte. Im Oktober 2000 wurde Zeugma schließlich geflutet und Wassermassen begraben. Die gesicherten Schätze, bestehend aus farbenfrohen und beeindruckend großen Mosaiken und Fresken bestaunen wir heute bei unserem Rundgang durch das sehr ansprechend gestaltete Museum. Als wir uns satt gesehen haben an den antiken "Pixel-Bildern", treten wir den Rückweg in die Altstadt an. Spontan lassen wir uns durch einen Basar treiben, saugen die Atmosphäre und die vorbeiziehenden orientalischen Düfte auf. Im Abendlicht peilen wir eine riesige türkische Flagge an, die etwas oberhalb der Altstadt weht. In der Hoffnung auf eine schöne Aussicht schlängeln wir uns durch ein Labyrinth aus schmalen Gängen empor und fühlen uns plötzlich wie in einer anderen Welt. Sehr ärmlich und zudem vom Erdbeben gezeichnet wirkt dieses Viertel. Einige Kinder spielen in den Gassen, die slumartig anmuten. Wir verweilen etwas auf dem höchsten Punkt und lassen nachdenklich den Blick über die Stadt schweifen, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machen und genauso schnell wie wir eben noch in diese gefühlt andere Welt entschwunden sind, nun wieder in das bunte Treiben der Altstadt eintauchen. Inzwischen ist es auch schon wieder Zeit, an das Auffüllen unserer Mägen zu denken und nach kurzer Genervtheit sind wir am Ende sogar fast froh, dass die Bedienung im erstgewählten Restaurant uns mehr oder weniger ignoriert oder einfach vergisst. Dieser Umstand lässt uns nämlich das Lokal verlassen und auf der Dachterrasse eines augenscheinlich bei den Einheimischen sehr beliebten Restaurants einkehren. Der Laden brummt, die Geräuschkulisse aus Geschirrklappern und Stimmengewirr ist beeindruckend und mittendrin sitzen wir und genießen ein ausgesprochen leckeres Essen an unserem letzten Abend in der Türkei. Auf dem Rückweg spricht uns kurz vor Erreichen des Hotels ein Mann an, der auf der Schwelle seines Hauseingangs hockt. Wir wechseln ein paar Worte, dann bittet er uns auf einen arabischen Tee hinein, der sogleich von seiner Frau zubereitet wird. Das Paar, das aus Syrien stammt, wohnt hier mit seinen Kinden in absolut ärmlichsten Verhältnissen. Während die Frau weder türkisch noch englisch spricht, ist eine Kommunikation mit dem Mann gut möglich. Er habe in Syrien mit Touristen gearbeitet und sich in diesem Rahmen Grundkenntnisse diverser Sprachen wie z.B. deutsch, französisch, türkisch etc. angeeignet. Wir trinken Tee, unterhalten uns und lassen uns die Katze der Familie mit ihren 15 Tage alten Jungtieren zeigen. Wir werden plötzlich skeptisch und es schrillen alle Alarmglocken, als das Paar uns zwei kleine Teppiche präsentieren will. Sofort drängt sich der Gedanke auf, dass wir es hier mit einer Abzockmasche zu tun haben. Umso schlechter ist dann aber unser Gewissen, als die beiden uns einen der Teppiche einfach nur schenken möchten. Wir mögen dies kaum annehmen, aber der Mann besteht darauf. Als wir nach der Verabschiedung schon fast wieder am Hotel sind, hegen wir unabhängig voneinander denselben Gedanken. Kaum laut ausgesprochen kehren wir um. Wir treffen den Syrer wieder auf der Schwelle vor dem Haus an und fragen, ob wir ihm den zweiten Teppich abkaufen dürfen. So tauschen Teppich und Euros die Besitzer und anschließend verabschieden wir uns endgültig. Im Hotel angekommen ist es dann an der Zeit, unsere Sachen für die morgige Rückreise zu packen. Während unser Hab und Gut zu kompakten IKEA-Tüten-Bündeln verzurrt wird, hören wir die Live-Übertragung des Fußballspiels zwischen Holstein Kiel und Fortuna Düsseldorf. Claudia blutet etwas das Herz angesichts des Umstandes, heute nicht im Stadion sein zu können, denn das Spiel endet dank eines 1:1 mit einem Platzsturm zur Feier des allerersten Aufstieges in die höchste Klasse der Bundesliga für einen Fußballverein aus Schleswig-Holstein. Mit der Hörversion dieses Moments für die Geschichtsbücher beschließen wir den letzten Urlaubstag und treten die kurze Nachtruhe an.Lue lisää
Erste Abreisevorbereitungen
10. toukokuuta 2024, Turkki ⋅ ☁️ 27 °C
Den Weg zum Frühstück in die zweite Etage des Hotels bestreiten wir noch zusammen, dann wird Claudia plötzlich von Übelkeit heimgesucht. Während sie zügig den Rückzug ins Zimmer antritt, muss Heiko leider alleine frühstücken. Das war so definitiv nicht geplant. In den folgenden Stunden liegt Claudia mit flauem Gefühl im Magen und Kopfschmerzen im Bett. Heiko widmet sich indes einer wichtigen Abreisevorbereitung: Im Innenhof des Hotels baut er die Fahrräder auseinander und verstaut sie sicher in den gestern organisierten Kartons. Erst am frühen Nachmittag geht es Claudia besser, so dass auch der Verzehr von Obst mit Joghurt möglich ist. So richtig viel passiert heute aber nicht mehr. Selbst das spätere Abendessen fällt für unsere Verhältnisse erstmal bescheiden aus, in einem hotelnahen Restaurant bestellen wir Pide und Lahmacun. Im Verlauf des Abends treibt es uns dann aber doch noch in ein weiteres Lokal. Obwohl wir eigentlich nur einen Tee trinken wollten, teilen wir uns noch eine Portion der herrlich aussehenden İçli-Köfte. Tatsächlich schmecken sie mindestens so gut wie sie auf der bebilderten Speisekarte angepriesen werden, so dass wir unsere zusätzliche Snack-Entscheidung keinesfalls bereuen. Zurück im Hotel läuten wir recht bald die Nachtruhe ein, morgen werden die Touristenschuhe geschnürt!Lue lisää
Ein letztes Mal...
9. toukokuuta 2024, Turkki ⋅ ☁️ 23 °C
Der heutige Tag lädt dazu ein, wehmütig zu werden…: Ein letztes Mal beginnt der Morgen mit dem
Öffnen des Reißverschlusses und dem verschlafenen Blick aus dem Zelt ins Freie. Es gibt ein letztes Outdoor-Frühstück, ein letztes Mal wird das Zelt abgebaut und schließlich starten wir in die letzte Radel-Etappe dieses Urlaubs. Es ist nicht mehr weit bis zu unserem Zielort Gaziantep, wir wollen uns aber auf jeden Fall Zeit lassen und diese letzte Fahrt einschließlich Pausen noch einmal genießen. Bereits kurz nach Abfahrt staunen wir nicht schlecht, als plötzlich ein großer Krebs am Straßenrand unterwegs ist. Ganz so kurios wie von uns zunächst wahrgenommen ist diese Begegnung aber nicht. Laut dem Ergebnis der „Google-Bildersuche“ handelt es sich
nämlich nicht um einen weitgereisten Sylter Taschenkrebs, sondern um eine Süßwasserkrabbe mit
dem wissenschaftlichen Namen Potamon potamios, die in Süßgewässern des nördlichen
Mittelmeerraums verbreitet ist. Wir radeln weiter und versäumen es dabei nicht, einen letzten Blick über die Schulter zurück in die herrliche Weite zu werfen, bevor wir in Richtung des Ortes Burç abdrehen. Hier legen
wir einen letzten Einkaufsstopp ein, um für unsere letzte Pause gewappnet zu sein. Diese steht an, nachdem wir
ein letztes Mal die 1000m-Höhenlinie überquert haben und es versteht sich von selbst, dass wir hier nach
dem letztmaligen Aufbau unseres mobilen Esszimmers standesgemäß die letzten "Gipfelchips“ vernichten. Am Horizont ist die Silhouette von Gaziantep auszumachen, als wir die knisternden Tüten leeren und Heißgetränke schlürfen. Wir nehmen die letzten Kilometer in Angriff, unser Weg führt uns nun erwartungsgemäß durch zunehmend besiedelte Gegenden. Gegen Mittag rollen wir dann in die sechstgrößte Stadt der Türkei mit etwas mehr als 2 Millionen Einwohnern, Gaziantep ist erreicht. Während wir uns von den Navigationsgeräten zum vorab gebuchten Hotel lotsen lassen, knacken wir nebenbei noch die Marke von 10.000 Kurs-Südost-Radelkilometern. Am Demokrasi Meydanı halten wir kurz an, um vor den großen weißen Buchstaben, die den Namen Gaziantep bilden, ein "We did it"-Foto zu machen. Durch die engen Gassen der Altstadt schlängeln wir uns anschließend zum Şirvani Konağı Butik Otel. Im hübschen Innenhof des altehrwürdigen und ziemlich verwinkelten Gebäudes dürfen wir unsere Räder abstellen und bekommen einen Tee serviert. Nach Bezug unseres Zimmers wollen wir nicht viel Zeit verlieren, sondern zügig die eher lästigen, aber notwendigen Abreisevorbereitungen in Angriff nehmen. Eine Dusche genehmigen wir uns noch, dann machen wir uns auf den Weg. Ein Fahrradgeschäft ist unser Ziel, wo wir hoffentlich große Kartons zum Verpacken unserer Räder ergattern können. Im ersten Geschäft kann man uns zwar den Wunsch nicht erfüllen, aber die Mitarbeiter sind dennoch sehr hilfsbereit. Ein Herr nimmt telefonisch Kontakt zu einem anderen Fahrradladen auf, sichert uns zwei Kartons zu und erklärt uns den Weg. Nach zwei Kilometern Fußmarsch erreichen wir das Geschäft und erhalten auch prompt die gewünschte Ware, perfekt! Das Tragen zu zweit erweist sich als nicht wirklich praktikabel, so dass Heiko schließlich allein die ineinander gesteckten riesigen Kartons abwechselnd auf Kopf und Schulter durch die Straßen zum Hotel balanciert, während Claudia auf Hindernisse und Verkehr achtet. Froh über den Erfolg widmen wir uns nun wieder den angenehmen Dingen des Lebens. Eine gewisse Vorfreude hatte sich bereits eingestellt, als wir folgendes gelesen haben: "Die antike anatolische Stadt Antep, heute bekannt als Gaziantep, gilt als die gastronomische
Hauptstadt der Türkei und ist unter anderem als Heimat der besten Pistazien der Welt und für
köstliches Baklava bekannt." Die UNESCO hat Gaziantep gar als eine der weltweit bedeutendsten
gastronomischen Städte ausgezeichnet und 2015 zur «Creative City of Gastronomy» ernannt. Das
muss unbedingt getestet werden! In einem nicht weit vom Hotel entfernten Restaurant probieren wir uns erst durch eine Auswahl empfohlener traditioneller Köstlichkeiten und genehmigen uns danach ein paar Straßen weiter eine üppige Portion Baklava. Satt und zufrieden beenden wir den heutigen Tag...Lue lisää
Berg- und Talfahrt
8. toukokuuta 2024, Turkki ⋅ 🌙 16 °C
Auch am heutigen Morgen sind wir nicht weniger begeistert von unserem Zeltplatz als am gestrigen Nachmittag bzw. Abend. Folglich haben wir es auch nicht eilig mit der Abfahrt, sondern genießen ausgiebig den herrlichen Tagesbeginn. Einzig merkwürdig mutet ein kurzer Besuch am Zelt an: Ein Mann hält mit seinem Auto an, kommt zu uns, fragt Heiko nach seiner Herkunft und seinem Ausweis (Claudia hat er vermutlich im Zelt gar nicht wahrgenommen). Dabei ist er nicht unfreundlich, aber von seinem Auftreten so bestimmt, dass Heiko der Aufforderung folgt. Der Mann macht ein Foto vom Ausweis, damit ist er dann zufrieden und verabschiedet sich. Komische Geschichte! Später fragen wir uns, warum wir nicht einmal gefragt haben, wer der Mann ist, was seine Funktion ist oder ob es ein Problem gibt. Wir waren wohl einfach zu perplex. Möglicherweise steht diese "Kontrolle" im Zusammenhang mit der Nähe zur syrischen Grenze. Heute morgen sind schon diverse Lieferwagen an uns vorbei in Richtung Ortaklı gefahren, wo wir gestern bei der Durchfahrt eine große Polizeistation gesehen haben. Vielleicht wurde hier auf unser Zelt hingewiesen, wodurch eine Überprüfung veranlasst wurde?!? Wir wissen es nicht und werden es wohl auch nie erfahren. Es ist ungefähr elf Uhr, als wir auf die Fahrräder steigen. Die ersten zehn Kilometer rollen wir überwiegend bergab durch ein weites Tal. Bald haben wir statt Asphalt sandigen Boden unter den Reifen und zweimal müssen wir uns der Herausforderung stellen, einen Fluss ohne Brücke zu queren. Eine Durchfahrt ist jeweils nicht möglich, also bleibt uns mal wieder nur, Taschen und Räder einzeln auf die andere Uferseite zu verfrachten. Auf unbefestigten Wegen geht es weiter, gerne auch steil bergauf. Wir hatten die Hoffnung auf eine heutige Einkaufsgelegenheit schon fast aufgegeben, da entdecken wir in dem kleinen Dorf Tahtalıkaradut doch noch einen Laden. Das Sortiment gibt nicht allzu viel her, aber immerhin können wir Chips und Wasser ergattern. Das Ladebetreiber-Paar lädt uns noch zum Tee ein. Nicht zum ersten Mal wird auch ein Teller mit den in der Türkei sehr gern geknabberten Sonnenblumen- und Kürbiskernen angeboten, was uns jedes Mal etwas verzweifeln lässt. Wir werden es wohl nie lernen, so geschickt und irre schnell wie die Einheimischen die Kerne mit den Zähnen zu knacken und im gleichen Zuge den kleinen Kern "herauszubalacieren". Nach drei Gläsern Tee verabschieden wir uns von der Familie, die kleine Tochter beschenkt uns noch mit einem (vor Flüssigkleber triefenden) Bild, das sie gerade fertig gebastelt hat. Beginnend mit steil hinauf geht unsere heutige Berg- und Talfahrt weiter. Nach einer Abfahrt auf unbefestigter Piste liegt der tiefste Punkt mal wieder unter Wasser, aber das kennen wir ja inzwischen: Abladen und hin und her durch den Fluss waten, bis alle Einzelteile trocken drüben sind, aufladen, weiterfahren. Stetig bergauf geht's weiter, so langsam sehnen wir den Feierabend herbei. Leider passieren wir in schöner Regelmäßigkeit kleine Dörfer, was die Suche nach einem "nicht sichtbaren" Zeltplatz deutlich erschwert. So ist es dann auch bereits 19 Uhr, als wir kurz hinter einem Ortsausgang eine halbwegs geeignete Stelle entdecken. "Nicht perfekt, aber wird gehen", lautet Heikos Einschätzung der Lage. Etwas oberhalb der Straße lassen wir uns an einem Feldrand neben einer kleinen Olivenbaumplantage nieder und gegenüber der Ersteinschätzung erweist sich der Platz doch als ziemlich gut. Viel Zeit bleibt uns nicht mehr, bis das Pensum an Tageslicht für heute "verbraucht" ist. Die Küche bleibt kalt, wir genehmigen uns stattdessen ein eher weniger vorbildliches Abendessen: Chips, Weißbrot mit Sesampaste, Kekse..., nicht besonders nahrhaft, macht aber satt. Als letzte Aktion des Tages wird das Zelt aufgebaut und eingerichtet, dann ist Feierabend!Lue lisää
Mohn-Tag & Premium-Zeltplatz*****
7. toukokuuta 2024, Turkki ⋅ ☀️ 17 °C
Wie so häufig starten wir entspannt in den Tag. Fast elf Uhr ist es, als wir nach unserem Frühstück im Hotel unsere Fahrräder aus der Tiefgarage holen und beladen. Die Abfahrt verzögert sich dann noch einmal, weil der Hotelbesitzer auf uns zukommt und auf einen Kaffee einlädt. Für einen Moment setzt er sich zu uns, um zu erzählen und anhand von Fotos zu zeigen, an welchen Orten des Planeten Erde er bereits Marathonläufe absolviert hat. Als die Tassen leer sind folgt noch ein Halt am benachbarten provisorischen „Container-Supermarkt“, dann endlich steht dem Start der heutigen Etappe bei herrlichem Wetter nichts mehr im Wege. Wieder vorbei an den Neubaugebieten und den Weinfeldern navigieren wir uns als erstes zurück auf unsere geplante Route. Diese führt uns auf den nächsten Kilometern durch eine weite Ebene, die uns landschaftlich begeistert. Es radelt sich wunderbar vor einem Fototapeten-Bergpanorama, ein ganz besonderer Hingucker sind aber vor allem die Mohnblumen, welche in sattem Rot die Wiesen zieren. Ganze Mohn-Teppiche laden dazu ein, gefilmt und fotografiert zu werden. Die Fahrt bleibt entspannt, bis wir das Städtchen Ortaklı durchquert haben, ab jetzt wird es sportlich. Die nächsten Kilometer führen ausschließlich bergauf, und das bisweilen biestig steil. In 830m Höhe erreichen wir schließlich ein kleines Plateau und da passt es ganz hervorragend, dass die Bewohner des einzigen hier stehenden Hauses uns heraufschnaufen sehen und zum Kaffee einladen. Nach der willkommenen Verschnaufpause bündeln wir noch einmal unsere Kräfte und nehmen die nächsten gut 200 Höhenmeter in Angriff. Auf der Passhöhe angekommen, bietet sich ein sehr schöner Platz mit grandioser Aussicht für eine verdiente Pause an. Schnell ziehen wir in Betracht, die Pause deutlich auszudehnen, vielleicht sogar einfach bis morgen. Als dann noch ein Auto anhält und die Insassen uns auf eine etwas versteckte Wasserstelle in unmittelbarer Nähe aufmerksam machen, steht die Entscheidung fest. Wir bleiben! Und so wird dieser wunderbare Pausenplatz gleichzeitig der perfekte heutige Premium-Zeltplatz*****! Da es noch einigermaßen früh am Tag ist, haben wir viel Zeit für Dinge wir lesen, Drohne fliegen, Kaffee und Tee trinken, Kekse essen, den Moment genießen…, herrlich! Am Abend brutzelt Heiko das Gemüse, welches wir schon seit einigen Tagen spazieren fahren, da wir dank der verschiedenen Einladungen nicht in die Verlegenheit kamen, kochen zu müssen. Zum krönenden Abschluss des Tages dürfen wir noch in unseren gemütlichen Campingstühlen sitzend einen ziemlich hübschen Sonnenuntergang bestaunen. Und als es schließlich dunkel ist und am Himmel die ersten Sterne funkeln heißt es für uns: „Gute Nacht!“Lue lisää
Hotel Nikopolis
6. toukokuuta 2024, Turkki ⋅ ☀️ 17 °C
Als wir am Morgen aufstehen, ist der Familienvater bereits wieder bei der Arbeit und einige Kinder schon in der Schule, Zeynep und Betül verabschieden sich gerade und verlassen das Haus. Sultan verzichtet heute auf den Schulbesuch, weil wir da sind, wie sie uns erklärt. Ein wunderbares Frühstück genießen wir noch in diesem gastfreundlichen Haus, bevor die Zeit des Aufbruchs gekommen ist. Sultan zeigt uns noch kurz die zwei Kühe der Familie und wie üblich wird noch das eine oder andere Foto gemacht. Ein bisschen bereuen wir, nicht gestern schon ein gemeinsames Bild gemacht zu haben, wo am heutigen Morgen diverse Familienmitglieder leider nicht mehr da sind. Zum Abschied werden uns noch reichlich Geschenke überreicht: Neben Socken für uns beide gibt es zwei Gläser Oliven, ein Glas Sesampaste, Kuchen und reichlich Sesamkekse alles aus eigener Produktion…! Wir verstauen alles in den Packtaschen, verabschieden uns und radeln schließlich winkend vom Hof. Ein paar kleine Wattewölkchen zeigen sich am ansonsten blauen Himmel, als wir wieder über den Asphalt rollen. Nach etwa drei Kilometern erreichen wir den Ort Aktepe, wo wir unsere Wasservorräte auffüllen. Es ist ein sehr quirlig lebendiger Ort. Rechts und links der Straße herrscht emsiges Treiben, während auf dem Mittelstreifen viele Menschen auf kleinen Holzstühlen unter Palmen sitzen und Tee trinken. Nachdem Aktepe hinter uns liegt, werden wir doch etwas überrascht von der Landschaft die uns nun erwartet. Auf einmal befinden wir uns inmitten riesiger Lavafelder, die gespickt sind mit kleinen Olivenbäumchen. Eine Recherche zu dieser Gegend in der Provinz Hassa ergibt, dass wir hier in einer Ova („Landschaft, Ebene“) tektonischen Ursprungs unterwegs sind, die in seismisch aktiven Teilen der Türkei vorkommen. Der durch Hassa ziehende Antakya-Kahramanmaraş-Graben ist ein Gebiet, in dem verschiedene tektonische Strukturen nebeneinander existieren und die tektonische Aktivität sehr intensiv ist. Auf beiden Seiten des Grabenfeldes existieren Verwerfungslinien. Während die Verwerfungszone des Toten Meeres den östlichen Teil der Grabenlinie begrenzt, begrenzt die ostanatolische Verwerfungszone den westlichen Teil des Grabens. Fasziniert radeln wir durch die an Island erinnernde „Mondlandschaft“, durch die auch die eine oder andere Ziegenherde getrieben wird. Die heutige Etappe konfrontiert uns aber mit noch einer weiteren Besonderheit, nämlich der unmittelbaren Nähe zur syrischen Grenze. Diese Tatsache stimmt uns angesichts der Lage in diesem Land mal wieder nachdenklich und die Brisanz dieses Grenzgebietes wird durch folgende Begegnung verdeutlicht: Der Fahrer eines Traktor fährt hinter uns her und hält an, um uns davon abzuhalten, dieser Straße weiter zu folgen. In der Richtung würde es nach Syrien gehen und wir sollten unbedingt umkehren und einen anderen Weg einschlagen. Er gibt uns einen Tipp, wie wir am besten zu einer größeren Straße gelangen, der wir dann über die Stadt Kilis nach Gaziantep folgen können. Obwohl laut unseren Navis die von uns gewählte Strecke lediglich parallel zur Grenze verläuft und die empfohlene Route auf den Geräten gar nicht verzeichnet ist, vertrauen wir dem sehr eindringlich formulierten Rat des Traktorfahres und folgen einer kleinen Straße durch die Lava. Als wir ein kleines Dorf erreichen und in einem Laden Wasser kaufen wollen, werden wir direkt von drei Männern zum Tee eingeladen. Auch sie erwähnen, dass wir an dieser Stelle nur drei Kilometer von der syrischen Grenze entfernt sind und bestätigen die Empfehlung der Route über Kilis nach Gaziantep. Um uns auf den rechten Pfad zu bringen, begleitet uns einer der Männer auf seinem Moped ein Stück des Weges. Wieder zu zweit erreichen wir nach einer Weile eine Kreuzung, an der wir eine Entscheidung hinsichtlich der weiteren Fahrt treffen müssen. Biegen wir auf die Hauptstraße ab und radeln auf direktem Weg über Kilis weiter nach Gaziantep oder überqueren wir die Kreuzung, um wieder auf unsere ursprünglich geplante Route zu stoßen, um dieser zu folgen? Während wir diesbezügliche Überlegungen anstellen, kommen mehrere Menschen aus einem sich in Sichtweite befindlichen Zeltlager mit Eimern und anderen Gefäßen vorbei, um auf der gegenüberliegenden Straßenseite an einem Brunnen Wasser zu holen. Bei diesem Lager scheint es sich nicht um eine Unterkunft für Erdbebenopfer zu handeln, ohne es genau zu wissen vermuten wir eher ein syrisches Flüchtlingscamp. Wir entscheiden uns schließlich gegen die verkehrsreiche Hauptstraße und für die weitere, aber vermutlich ruhigere Nebenstrecke, die auf unseren Navis gespeichert ist. Mittlerweile ist die Zeit auch so weit fortgeschritten, dass die Suche nach einem Zeltplatz eingeläutet werden sollte. Die eine oder andere Option wird inspiziert, aber irgendwie kann Heiko sich nicht mit dem Gedanken anfreunden, hier die Nacht zu verbringen. Manchmal ist es einfach so, dass man sich aus rational nicht erklärbaren Gründen in einer Umgebung nicht wohlfühlt, so geht es Heiko hier und heute. Obwohl die Landschaft total schön ist und faktisch eigentlich nichts anders ist als sonst, passt einfach das Gefühl nicht. Da es aber wichtig ist, dass wir uns stets beide wohlfühlen, beschließen wir, heute auf eine Übernachtung im Zelt zu verzichten und einen kleinen Umweg zu einem Hotel in Kauf zu nehmen. Das übliche Päuschen findet natürlich trotzdem statt, schließlich muss ja auch der geschenkte Kuchen verzehrt werden. Nicht weit vom Ziel entfernt durchqueren wir ein Weinanbaugebiet, wo wir einen deutschsprachigen Türken treffen. Er erzählt uns, dass er durch das Erdbeben sein Haus verloren hat und sich daraufhin eine Hütte auf seinem Weinfeld gebaut hat, was eigentlich nicht erlaubt ist. In der Ferne können wir bereits die gleichförmigen großen Häuser an unserem Zielort İslahiye ausmachen. Je näher wir kommen, desto deutlicher erkennen wir, dass hier riesige neue Wohngebiete gebaut werden und zu einem großen Teil bereits fertig sind. Das schicke, neu eröffnete Hotel Nikopolis befindet sich in unmittelbarer Nähe. Wir checken ein, beziehen unser geräumiges Zimmer und stellen einen Kontrast bei den verschiedenen Ausblicken aus den Fenstern des Hotels fest, der wahrlich bizarr ist: Schaut man aus dem Fenster des Speisesaals, blickt man auf den Hotelpool und die dazugehörigen Sonnenliegen. Zieht man hingegen die Gardine am Fenster unseres Zimmers zurück, schauen wir direkt auf das benachbarte Containerlager für Erdbebenopfer. Das Lager scheint nicht mehr vollständig bewohnt zu sein, aber vereinzelt hängen durchaus bestückte Wäscheleinen in den Gängen zwischen den Containern, spielen Kinder und parken Autos davor. Wir können uns nicht ganz frei machen von diesen Bildern, als wir am Ende eines langen Tages in die Hotelbetten fallen...Lue lisää
Kinderreiche Regenrettung
5. toukokuuta 2024, Turkki ⋅ ☁️ 16 °C
Wie mit unserer Gastfamilie verabredet stehen wir um 8 Uhr auf und bekommen als erstes einen türkischen Kaffee serviert. Es folgt ein reichhaltiges Frühstück und dann ist es an der Zeit, Abschied von Burak und seiner Familie zu nehmen. Die Räder, die wie wir in der Wohnung übernachtet haben, werden in den Vorgarten verfrachtet und beladen. Um das Erinnerungsfoto kümmert sich Beyzan, die angesichts einer allergisch bedingten "dicken Lippe" lieber hinter der Kamera bleiben möchte. Wir rollen winkend vom Hof und zurück auf die uns von gestern bereits bekannte Hauptstraße. Am Ortsende ändert sich die Größe der Straße ebenso wie der Untergrund drastisch. Fortan haben wir auf einer schmalen Piste Schotter unter den Reifen, hin und wieder abgelöst durch Wasser. An mehreren Stellen ist der Weg überflutet und wenn die Bodenbeschaffenheit oder die Wassertiefe kein vorsichtiges Durchfahren oder Durchschieben erlauben, ist Abladen und Einzelteile tragen angesagt. Für ein Teilstück wechseln wir kurzzeitig wieder auf die Hauptstraße, dort nervt aber der Verkehr. Also holpern wir doch auf Schotter weiter und kühlen zwischendurch beim Durchwaten der überschwemmten Abschnitte unsere Füße, wir haben ja Zeit...! Entlang des Weges kommen wir an vereinzelten kleinen Häusern vorbei, plötzlich rufen uns von zwei Grundstücken Menschen zu. Sowohl auf der rechten als auch auf der linken Wegseite winkt man uns heran und möchte uns zum Tee einladen. Die Entscheidung ist nicht leicht, wir wollen ja niemanden vor den Kopf stoßen. Ganz pragmatisch biegen wir auf das Grundstück ab, dass am dichtesten liegt. Während die Frau uns türkischen Kaffee vorbereitet, führt der Mann uns durch seinen Garten. Dieser dient der Selbstversorgung und es wächst dort tatsächlich von Obst bis Gemüse alles, was das Herz begehrt. Dazu wuseln noch ein Hund, eine Katze und viele Hühner auf dem Grundstück herum. Wir erfahren, dass die Familie durch das Erdbeben ihr Haus verloren hat und deshalb nun hier lebt. Eine Weile sitzen wir mit dem Ehepaar sowie einem etwas größeren und einem kleinen Mädchen am Tisch, trinken Kaffee und essen die ebenfalls servierten Süßigkeiten. Im Verlauf gesellt sich noch der Bruder unseres Gastgebers, der auf einem Traktor angeknattert kommt (und unbedingt fotografiert werden will) dazu. Als wir die Weiterfahrt antreten wollen, müssen wir feststellen, dass die Nachbarn des schräg gegenüberliegenden Hauses uns nicht vergessen haben. Erneut winken sie und rufen: „Çay, Çay!“ So nett und durchaus verlockend das natürlich ist, wir können einfach nicht alle paar Meter Tee trinken und türkische Köstlichkeiten futtern. So belassen wir es bei einem Gruß und radeln weiter. Der Himmel zeigt sich zunehmend bewölkt und es fallen zwischendurch immer mal wieder ein paar wenige Regentopfen. Am frühen Nachmittag nimmt die Anzahl der Tropfen dann aber leider in einem solchen Umfang zu, dass wir von echtem Regen sprechen müssen und der dunkelgraue Himmel verheißt für den Rest des Tages nichts Gutes. Wir sind schon reichlich nass, als wir eine überdachte hölzerne Sitzgruppe auf einem Schulhof erreichen und Schutz suchen. Abwarten und im wahrsten Sinne des Wortes Tee trinken, so lautet zunächst unserer Devise. Die Zeit verstreicht und es wird weder trockener noch gemütlicher, obendrein frieren wir inzwischen nicht zu wenig. Nun ist guter Rat teuer, zumal unser Zelt zwar bei gutem Wetter super ist, aber bei ausgeprägter Nässe von oben dezente Schwächen aufweist…! Idee Heiko: „Wir könnten zu einem Hotel fahren. Das nächste ist 38km entfernt, um acht könnten wir da sein.“ Claudia reagiert mittelbegeistert und formuliert eine halbherzige Gegenidee: „Ich gehe mit dem Regenschirm durch das Dorf und guck mal, ob ich eine überdachte Zeltoption sehe.“ Gesagt, getan, Claudia stapft in Flipflops mit Regenschirm durch die nassen Straßen. Nach wenigen Schritten ist die Sackgasse einer kleinen Straße erreicht, wo eine Frau auf Claudia aufmerksam wird und sie anspricht. Und da haben wir den Salat…, GUCKEN wollte Claudia nach einem möglichen Lagerplatz, SPRECHEN in türkischer Sprache ist dagegen ganz klar Heikos Fachgebiet. Der sitzt aber auf dem Schulhof und die Frau versteht natürlich kein Englisch. Okay, dann also die wenigen bekannten türkischen Vokabeln „turistler, Almanya, bisiklet, çadır, bir gece, eşim, okul“ aufsagen und mit mehr oder weniger gekonnter Mimik und Gestik zu einem Anliegen verbinden, das hoffentlich zumindest ansatzweise verstanden wird. Inzwischen hat sich auch eine Schar von Kindern unterschiedlichen Alters eingefunden und beteiligt sich rege an der Auflösung des Rätsels. Um dem Scharade-Spiel im Regen auf die Sprünge zu helfen, zückt die Frau ihr Telefon, ruft jemanden an und hält Claudia das Telefon hin. Bei der Stimme am anderen Ende handelt es sich um ihren Bruder, der ein Juweliergeschäft in Antalya betreibt und deutsch spricht, juhuuu! Alles kein Problem heißt es am Ende und dann werden wir (mal wieder) von einer riesigen Welle Gastfreundschaft überrollt. Die Kids wollen Claudia nicht mal mehr zurück zur Schule gehen lassen, sondern am liebsten Heiko und die Räder allein abholen. Der Kompromiss ist ein gemeinsamer Gang zur Schule, wo Heiko kurz darauf von einer Horde Menschen überrascht wird. Zurück am Haus wird uns eine große Garage geöffnet, wo wir unsere Räder parken können, dann werden wir in das sehr geräumige Wohnzimmer gebeten. Schon auf dem Weg zum Haus hat ein Junge Heiko als Fußballgesprächspartner auserkoren, nun schenkt er ihm ein Trikot seines Lieblingsvereins Fenerbahçe Istanbul, welches sofort angezogen wird. Wir werden auf dem Sofa platziert und alle Menschen, ob groß oder klein, sind um unser Wohlbefinden bemüht. Ein Heizstrahler wird eingeschaltet und direkt vor uns aufgestellt, wärmende Kleidung wird herangeschafft, die wir anziehen sollen (Widerstand zwecklos…) und in der Küche wird Tee und etwas zu essen vorbereitet. Innerhalb kürzester Zeit steht eine komplette Mahlzeit vor uns. Die Herzlichkeit dieser Menschen, bei denen sich uns die familiären Zusammenhänge nicht vollständig erschließen, ist kaum in Worte zu fassen. Wir verleben, vor allem auch dank der vielen Kinder, einen kurzweiligen Abend. Ob es der geschätzt dreijährige Junge ist, der mit uns herumtobt, die etwa zehnjährige Betül, die mit Heiko Bilder malt, die hinreißende zwölfjährige Sultan oder die etwas älteren Mädels (leider erinnern wird nur den Namen Zeynep…), die ihre Schulenglischkenntnisse zum Besten geben, sie alle machen den Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis. Uns beschleicht eine leise Vorahnung, als wir plötzlich wieder verdächtige Geräusche und Gerüche aus der Küche wahrnehmen, die Bestätigung lässt schließlich nicht lange auf sich warten. Noch satt von der üppigen Begrüßungsmahlzeit teilt man uns mit, dass das Abendessen nun fertig sei. Auch der Familienvater ist inzwischen eingetroffen und nun sitzen wir alle gemeinsam auf dem Fußboden um eine Decke herum, auf der immer mehr gefüllte Schüsseln und Teller abgestellt werden. Das Essen erweist sich als Hochgenuss, von der perfekt gewürzten Suppe und dem Hühnchengericht mit orientalisch angehauchtem Reis bis hin zu den vielen Beilagen sind wir restlos begeistert. Satt, satter, am sattesten – wir sind definitiv bei Stufe 3 angekommen. Im Hinterkopf schwirrt allerdings noch leise und bedrohlich die Frage, die Zeynep irgendwann zwischendurch gestellt hat: „Mögt ihr Pudding?“ Es ist kaum zu glauben, aber auch an dieser Stelle haben wir die Familie unterschätzt. Der nächste Gang wird hereingetragen, jeder erhält einen Teller mit zwei Stücken von in Sirup getränktem Kuchen und uns beiden wird ZUSÄTZLICH noch je eine rosa Schale mit selbstgemachtem Schokoladenpudding kredenzt, puh! Um zu verhindern, dass wir platzen, verschieben wir den Verzehr des Puddings auf das morgige Frühstück und lassen auch die Finger von den im Raum verteilten Nusstellern. Ein paar Gläser Tee schlürfen wir noch in Gesellschaft, bevor die allgemeine Nachtruhe eingeläutet wird. Mitten im großen Wohnzimmer richtet man uns ein Lager her. Müde und reichlich übersättigt, aber auch unfassbar dankbar für diese Begegnung machen wir die Augen für heute zu.Lue lisää
Überraschung in Kırıkhan
4. toukokuuta 2024, Turkki ⋅ ☀️ 22 °C
Nach dem einigermaßen faulen gestrigen Tag, klingelt uns der Wecker heute um sieben Uhr aus dem Bett. Wir machen uns wieder ein kleines Frühstück im Hotelzimmer, bevor wir packen, auschecken und um neun Uhr in die Pedale treten. Einen kurzen Stopp legen wir noch an einem Supermarkt ein, dann steht Frühsport auf dem Programm. Mit Verlassen der Stadt und Erreichen der Hauptstraße beginnt sofort der Anstieg, von Meeresniveau sollen wir uns auf 700m hinauf arbeiten. Nicht lange dauert es, bis wir beim Blick zurück İskenderun nur noch aus der Ferne/ Höhe sehen. Durch den hübsch anzusehenden Ort Belen, wo wir kurz abseits der Hauptstraße radeln, führt unser Weg weiter hinauf. Wie immer ist auch diese Bergauffahrt irgendwann geschafft und mit Erreichen des höchsten Punktes verlassen wir auch die Hauptstraße - perfekte Voraussetzungen für eine ausgedehnte Chips- und Teepause. Während wir hier sitzen, wird uns bewusst, wie nah wir uns nun an der syrischen Grenze befinden, möglicherweise gehört die am Horizont sichtbare Hügelkette schon nicht mehr zur Türkei. Wir machen uns Gedanken über die weltpolitische Lage, stellen uns Fragen über mögliche zukünftige Szenarien und sind uns einig in der Feststellung, dass das Radreisen und damit verbunden auch die Vorausplanung der gewünschten Fortsetzung unserer Tour deutlich an Unbeschwertheit eingebüßt hat. Im Gegenteil: Zunehmend mischen sich Sorgen in die Urlaubsgedankenspiele, die eine längerfristige Routenüberlegung kaum zulassen angesichts der gefühlt unberechenbaren Lage. Bleiben wir aber zunächst im Hier und Jetzt und folgender Regel: Wo es hinauf geht, geht's auch wieder hinunter! Unter strahlend blauem Himmel und umgeben von herrlicher Natur folgen wir einer Schotterpiste, die uns Meter um Meter an Höhe verlieren lässt. Eine ganze Weile betreiben wir "Genussradeln", bis wir geplantermaßen auf die Hauptstraße in Richtung Kırıkhan stoßen. Diesen Ort wollen wir für einen Einkauf nutzen und dann auch möglichst bald die Suche nach einem Lagerplatz für die Nacht starten. Bei extrem angenehmem und hilfreichem Rückenwind nähern wir uns Kırıkhan, mehr noch als in İskenderun gewinnen wir auf dieser Fahrt Eindrücke des vergangenen Erdbebens, die nicht spurlos an uns vorbeigehen: Große Schuttflächen, Container-Lager, zerstörte Gebäude. Am scheinbar provisorisch errichteten Supermarkt BIM halten wir an und Claudia, die in der Regel die "Einkaufsbeauftragte" der Reisegruppe ist, verschwindet im Laden. Als sie mit vollen Tüten wieder herauskommt, ist Heiko nicht mehr allein. Er stellt Claudia Burak vor, der ihn während des Wartens vor dem Supermarkt angesprochen und auch direkt eingeladen hat. Was für eine Überraschung! Wir nehmen die Einladung an und folgen Burak zu seinem Haus, welches zwei Kilometer entfernt in der Richtung liegt, aus welcher wir gerade gekommen sind. Nicht viel später parken unsere Fahrräder vor dem Haus und wir sitzen auf dem großzügigen Balkon der Hochparterre-Wohnung unter einem Maulbeerbaum. Buraks Vater ist ebenfalls vor Ort und per Video-Telefonat wird auch noch seine Schwester, die in New York lebt, zugeschaltet. Wir knabbern leckere Maulbeeren, bis auch Buraks Mutter sowie seine jüngere Schwester Beyza eintreffen, die uns zusätzlich mit Tee versorgen. Wir verbringen einen netten gemeinsamen Abend, essen zusammen im Wohnzimmer Baklava und Sesamgebäck bei türkischem Kaffee und nach einer Dusche reichlich Kebab mit Brot und Salat, was Buraks Mutter spontan hat liefern lassen. Burak erzählt sowohl von vielen Reisen innerhalb der Türkei sowie in Europa, die er unternommen hat, als auch von seiner Stationierung als Soldat auf Nordzypern. Das gold verzierte Geschirr, welches wir heute nutzen, habe Burak seiner Mutter aus dieser Zeit in Nordzypern mitgebracht, berichtet sie uns und erwähnt in diesem Zusammenhang, dass viele Teile davon leider während des Erdbebebens zu Bruch gegangen sind. Wir erfahren, dass die Familie vor dem Erdbeben eine Wohnung im 7. Stock bewohnt und dort auch die Katastrophe erlebt hat. Das Haus ist nicht mehr bewohnbar, weshalb sie nun hier leben und wohl auch eine Wohnung in einem Hochhaus keine Option mehr ist. Wir merken es inzwischen immer wieder: Das Erdbeben hat Spuren hinterlassen, in der Landschaft, den Städten und nicht zuletzt bei den Menschen.
Beyzan stellt uns ihr Zimmer für die Nacht zur Verfügung und nachdem wir uns auf eine Frühstückszeit geeinigt haben, wünschen wir uns alle für heute: "İyi geceler!"Lue lisää
İskender-Kebab in Iskenderun
3. toukokuuta 2024, Turkki ⋅ ⛅ 20 °C
Frühstück hat unser Hotel leider nicht im Angebot, so kommt der Gaskocher heute auch mal zu einem Indoor-Einsatz. In typischer Zeltmanier genießen wir spät und ausgiebig die erste Mahlzeit des Tages im Hotelzimmer. Die folgenden Stunden gestalten wir sehr entspannt. Sowohl den Fahrrädern als auch uns sei nämlich heute mal wieder ein "Ruhetag" gegönnt. Wie bereits in Adana gibt es auch in İskenderun keine Sehenswürdigkeiten in Hülle und Fülle, so dass wir tatsächlich einen sehr gemütlichen Tag verleben. Bei einem Spaziergang entlang der Uferpromenade lassen wir uns unter blauem Himmel den recht kräftigen Wind um die Nase wehen. Nachdem wir gestern Abend bereits den İskenderun Monument Square besucht haben, stehen heute weitere kleine Sehenswürdigkeiten auf dem Programm. Mit dem "Şehitler Abidesi" und dem "Şehitler Anıtı" besichtigen wir auf unserem Spaziergang zwei weitere Denkmäler der Stadt İskenderun, wobei wir den näheren Hintergrund leider nicht eruieren können. Weiter am Wasser entlang passieren wir die "Nihal Atakas Camii", die im Vergleich zu den meisten bislang gesehenen Moscheen durch eine außergewöhnliche Architektur besticht. Auf der Terasse eines Cafés kurz hinter der Moschee lassen wir uns die steife Brise um die Nase wehen und genießen köstlichen Zitronen-, bzw. Käsekuchen und schlürfen den einen oder anderen Tee. Wir schwenken etwas landeinwärts an, um natürlich noch einen Blick auf den nicht mehr in Betrieb befindlichen Leuchtturm zu werfen. Gewisse Bauwerke darf man als gute Tochter einfach nicht auslassen...! Damit der Ruhetag seinem Namen am Ende auch alles Ehre macht, begeben wir uns nach diesem absolvierten "Gewaltmarsch" von bestimmt drei Kilometern erstmals wieder in unser Hotelzimmer und machen Pause. Naja, und als wir das "Päuschen" für beendet erklären, ist es auch schon wieder Zeit für das Abendessen, was für ein Zufall...! Im Gegensatz zu gestern bleiben wir heute der türkischen Küche treu: Zum Abschluss des Tages gibt es passenderweise İskenderkebab in İskenderun.Lue lisää
Provinz Hatay und İskenderun
2. toukokuuta 2024, Turkki ⋅ ☀️ 21 °C
Claudia wird am Morgen davon wach, dass irgendetwas laut des Abhang zu unserem Zeltplatz hinunterpoltert. Der erste Verdacht, dass es sich um einen Traktor handeln könnte, bestätigt sich nicht und wäre bei etwas logischem Nachdenken auch gar nicht möglich gewesen. Der Blick aus dem Zelt offenbart, dass stattdessen eine Schafherde die kleine steile Rampe runtergetrieben wird. Schnell Heiko wecken, denn es dauert nicht lang, bis auch die bellenden Hunde und der freundliche Hirte unser Zelt erreichen. Letzterer möchte uns zum Frühstück zu seinem Haus einladen, was Heiko aber dankend ablehnt und den Kocher für die Zubereitung unserer morgendlichen Heißgetränke anwirft. Es dauert keine zehn Minuten, da steht der Hirte wieder vor unserem Zelt und informiert uns darüber, dass seine Mutter bereits das Frühstück vorbereitet. Also gut: Kocher wieder aus, Sachen packen, Zelt abbauen, Räder beladen...! Der Hirte sitzt etwas abseits im Gras und wartet geduldig, bis wir fertig sind. Im seinem und dem Geleit von einer Herde Schafen und zwei Hunden marschieren wir schließlich zum 400m entfernten Hof. Neben der mähenden Schafherde muhen auch Kühe und gackern Hühner auf dem Gelände, über unseren Köpfen schwirren und zwitschern reichlich Schwalben und Spatzen. Wir lernen die Mutter des Hirten kennen, die uns vor dem Haus ein herrliches Frühstück mit Brot, Schafskäse, eingelegten Oliven von eigenen Bäumen, gekochten Eiern und natürlich Tee serviert. Heiko hat in der Nacht neben bellenden Hunden auch ein Heulen gehört, jetzt erfahren wir, dass diese Laute wohl von Schakalen stammen. Außerdem berichtet der Hirte von etwa 60 Wildschweinen, die hier im Umkreis unterwegs sind. Da die Tiere das Getreide zerstören, werden sie geschossen und angesichts des Umstandes, dass Türken kein Schweinefleisch essen, an Chinesen verkauft, die in unmittelbarer Nähe ein Kraftwerk betreiben. Als wir dem Hirten auf Nachfrage unsere weitere Roure zeigen, empfiehlt er uns eine Änderung. Auf der von ihm empfohlenen Strecke sei weniger Verkehr und es sei insgesamt schöner als auf der von uns vorgesehenen Route, die wohl an einem Kraftwerk vorbeiführt und stark von LKW frequentiert wird. Wir folgen der Empfehlung, die sich auch als absolut richtig erweist. In der Ferne sehen wir deutlich die Rauschschwaden der Industrieanlagen, von denen wir auf der Nebenstraße (noch) verschont bleiben. In einem winzigen Dorf legen wir eine kleine Rast an einer Bushaltestelle ein. Inzwischen war unsere Entscheidung gefallen, durch die Region Hatay zu fahren. An der Beschriftung der Bushaltestellenbänke erkennen wir nun, dass die Provinz Adana hinter uns liegt und das Dorf bereits zu Hatay gehört, wo in der Nacht auf den 06. Februar 2023 die Erde bebte. Der Gedanke, dass durch dieses verheerende Erdbeben hier im letzten Jahr tausende Menschen ihr Leben und unzählige ihr Zuhause mit allem Hab und Gut verloren haben fährt fortan mit. Während wir hier noch so sitzen, kommt ein junger Mann vorbei und stellt interessierte Frage. Ein Viertelstündchen später taucht er erneut auf, um uns eine große Tüte voll mit Orangen zu schenken. Mit reichlich Vitamin C im Fahrradkörbchen radeln wir weiter und erreichen kurz darauf die Hauptstraße, der wir nun bis zum Zielort İskenderun nicht mehr entkommen können. Viel lauter Verkehr, vor allem LKW, braust an uns vorbei und der erste Mittelmeerblick (wir sind nur einen Steinwurf von der Küste entfernt...) wird durch mächtige Industrieanlagen in der Freihandelszone verhindert. Kurz vor Erreichen der Stadt können wir dann doch noch einen Blick auf das Mittelmeer erhaschen, wenn dieser auch bei weitem nicht so grandios und besonders ist wie der bei Erreichen des Schwarzen Meeres im letzten Jahr. Mit der Einfahrt in İskenderun sind dann auch für uns erstmals die durch das Erdbeben angerichteten Folgen nicht mehr zu übersehen: Lücken, wo einst Häuser standen, zerstörte Gebäude, nach wie vor Container- und Zeltunterkünfte in der Stadt. In zentraler Lage liegt das Diamond Palace Hotel, wo wir gegen 19 Uhr einchecken. Unser Zimmer ist sehr groß und geräumig, darüber hinaus aber eher "mittelmäßig". Im letzten Abendlicht zieht es uns nach einer Dusche noch einmal hinaus an die Promenade. Wir besuchen einen bedeutenden Platz der Stadt, den
İskenderun Monument Square (İskenderun Anıt Meydanı), auf dem natürlich auch ein Mahnmal des Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk nicht fehlen darf. Leider stehen das auf einem Marmorsockel montierte Bronzewerk von Atatürk im Militäranzug auf einem sich aufbäumenden Pferd sowie der größte Teil des Platzes unter Wasser, was wir zunächst auf Regenfälle in den letzten Tagen zurückführen. Später erfahren wir allerdings, dass der Küstenstreifen an dieser Stelle durch das Erdbeben um einen Meter abesackt ist. Das erklärt natürlich einiges...!
Zum Abschluss des Tages wird es dann tatsächlich türkei-untypisch: In einer recht belebten Straße, man könnte fast "Partymeile" sagen, bestellen wir Burger und Pizza und sogar auf die geliebte türkische Nachspeise verzichten wir. Vielleicht morgen wieder...Lue lisää
Catering-Day
1. toukokuuta 2024, Turkki ⋅ ☁️ 23 °C
Das flaue Gefühl, speziell in Claudias Magen, ist zwar noch nicht vollständig verflogen, aber ein kleines Frühstück im Hotel geht heute immerhin wieder.
Wir entscheiden uns dafür, Adana zu verlassen und die Fahrt fortzusetzen.
Viertel nach zehn ist es, als wir auf den Rädern sitzen und uns über einige Kilometer aus der Stadt herausnavigieren. Die Gegend wird nun dominiert von Kleininustrie und Landwirtschaft. Viele Menschen sind zur Kartoffel- und Zwiebelernte auf den Feldern, auf den weitläufigen Obstplantagen geben die Bewässerungsanlagen ihr Bestes. Die wenigen Häuser entlang der Straße, auf der wir parallel zu Hauptstraße rollen, wirken deutlich heruntergekommen, außerdem fällt in diesem Abschnitt wie schon das eine oder andere Mal zuvor ein hohes Maß an "Vermüllung" auf. An einem Feldrand lassen wir uns zu einer ersten Pause nieder, der Bauer blockiert extra einen der vielen kleinen Wassersprenger, um uns vor einer Dusche zu bewahren. Anlass zu Freude und Erleichterung gibt die Feststellung, dass Claudias Befinden sich im Tagesverlauf zunehmend bessert, es kann also weitergehen.
Wir erreichen bald den etwas größeren Ort Ceyhan, wo wir uns mit Proviant eindecken wollen. Vor einem kleinen Markt treffen wir einen in Stuttgart lebenden Türken und kommen ins Gespräch. Unter anderem warnt er uns vor Starkregen, der für die nächsten drei Tage in dieser Region angekündigt sei. Auch das Erdbeben des letzten Jahres wird kurz thematisiert. Jetzt, wo wir uns inzwischen merklich dem Gebiet Hatay nähern, welches von der Katastrophe betroffen war, haben wir immer mal wieder überlegt, ob das Radeln durch diesen Bereich wirklich eine gute Idee ist. Wie stellt sich die Situation dort heute dar? Sind wir als Touristen willkommen oder könnte unser Besuch als pietätlos wahrgenommen werden? Viele Gedanken haben wir uns in den letzten Tagen gemacht und immer wieder abgewogen, ob wir das Gebiet lieber meiden und umfahren sollten oder nicht. Der Mann aus Stuttgart sieht überhaupt kein Problem darin, durch Hatay zu reisen: "Alles gut, die Straßen sind alle wieder befahrbar, der Schutt ist weggeräumt, die Menschen leben ihr Leben." Mit weiterhin eher gemischten Gefühlen radeln wir weiter. Kurz vor der Stadtausfahrt werden wir von einem Auto überholt, aus dem Beifahrerfenster grüßt uns eine Frau und winkt uns freundlich zu. Als wir an der folgenden Ampel das Auto erreichen und daneben zum Stehen kommen, reicht die Frau einen großen Teller voll mit Kuchen aus dem Fenster, von dem wir uns bedienen sollen. Was für eine Szene: Viel Verkehr, mehrspurige Straße, große Hauptstraßenkreuzung..., und wir suchen uns mittendrin leckere Brownies vom Kuchenteller aus. Die Ampel springt auf grün, wir winken der Frau zu, mampfen schon Kuchen und überqueren einhändig, weil Kuchen in der anderen Hand, die Kreuzung. Herrlich! Der weitere Streckenverlauf ist unspektakulär, unser Fokus liegt bald der Suche nach einem Schlafplatz. Eine ganze Weile halten wir vergeblich die Augen offen, nirgends bietet sich auch nur ansatzweise ein Platz für unser Zelt an. Als die Situation gerade etwas auf die Stimmung zu drücken droht, wird dies vom nächsten "Überraschungsauto" verhindert. Das Fahrzeug überholt uns und kommt dann zum Stehen. Zwei Männer steigen aus und fragen, ob wir Lahmacun essen möchten. Einer der Männer öffnet die hintere Wagentür und präsentiert uns die Köstlichkeit. Und so kommt es, dass wir zum zweiten Mal in diesem Urlaub am Straßenrand mit warmen Lahmacun verwöhnt werden und zum zweiten Mal an diesem Tag mit Leckereien aus dem Auto bedient werden. Die Männer fahren schließlich in die gleiche Richtung zurück aus der sie gekommen sind. Scheinbar haben sie uns vorher gesehen und sind extra hinter uns hergefahren. Irre! Ist denn heute Catering-Day? Auf jeden Fall ist die türkische Pizza ausgesprochen lecker und das Erlebnis stimmungsaufhellend, nun brauchen wir nur noch ein Nachtlager. Kurz vor Sonnenuntergang werden wir schließlich fündig. Einen kleinen Abhang rumpeln wir herunter, um eine Wiese unterhalb der Straße zu erreichen. Das Zelt wird aufgebaut und es gibt noch einen abendlichen Tee mit Keks, satt sind wir dank des Caterings ja bereits. Viele umherschwirrende Glühwürmchen leisten uns Gesellschaft, als wir auf unseren Campingstühlen den Tag ausklingen lassen.
GlühwürmchenLue lisää
Ausgebremst...
30. huhtikuuta 2024, Turkki ⋅ ☁️ 30 °C
Ob es der gestrige Adana-Kebab oder etwas anderes war - wir wissen es nicht...! Auf jeden Fall bremst uns heute ein reichlich irritierter Magen-Darm-Trakt aus. Heiko, den es im Gegensatz zu Claudia nur leicht erwischt hat, besucht im Tagesverlauf einmal einen nahegelegenen Supermarkt, um uns mit Getränken und Salzstangen zu versorgen, ansonsten bleiben wir dem Hotelbett treu. Auf dem kleinen Handybildschirm schauen wir den Tatort vom letzten Sonntag, am Abend zeigt ein türkischer Sender das Champions-League-Halbfinale zwischen Bayern München und Real Madrid. Ja, und damit sind die High- und Lowlights des Tages auch bereits erzählt. Gute Nacht!Lue lisää
Aller guten Dinge in Adana sind drei
29. huhtikuuta 2024, Turkki ⋅ ☀️ 32 °C
Ausgeschlafen begeben wir uns an das Frühstücksbuffet des Hotels und dieses lässt keine Wünsche offen. Wir bedienen uns an den vielen Köstlichkeiten und schlagen uns die Bäuche so voll, dass wir im Anschluss nicht sofort in Aktionismus verfallen können. Stattdessen geben wir uns im Zimmer unserer Trägheit hin und verlassen erst am frühen Nachmittag das Hotel. Immerhin wussten wir durch unsere Recherche bereits, dass die Anzahl an Sehenswürdigkeiten im fußläufig erreichbaren Umkreis eher begrenzt ist. Als erstes steuern wir die Sabancı Zentralmoschee (Sabanci Merkez Camii) an, bei welcher es sich um die größte Moschee der Stadt Adana handelt. Baubeginn des im osmanischen Stil erbauten Gebäudekomplexes war 1988, die Eröffnung erfolgte zehn Jahre später. Oft wird die für 28.500 Betende ausgelegte Moschee mit der Selimiye Moschee in Edirne, die wir 2021 besucht haben, verglichen. Die Zentralmoschee liegt am Ufer des Flusses Seyhan im Zentrum der Stadt, in Sichtweite befindet sich bereits unser zweites Ziel. Die Taşköprü (Steinbrücke) in Adana ist das wichtigste Wahrzeichen von Adana und angeblich eine der ältesten noch in Betrieb befindlichen Brücken der Welt. Eher traurig anzusehen ist der Umstand, dass der Fluss Seyhan kaum Wasser führt, sondern sich vielmehr als fast trockenes Flussbett präsentiert. Die bunten Tretboote, die wie an einer Perlenkette aufgereiht im Gras liegen, wo sie eigentlich auf dem Wasser schaukeln sollten, bieten einen ziemlich skurrilen Anblick. Wir spazieren weiter zu einem historischen Turm in Adana, dem großen Uhrenturm (Büyük Saat Kulesi), der im Jahr 1882 fertiggestellt wurde. Der 32 Meter hohe Backsteinturm, für den ein spezielles Uhrwerk aus Deutschland erworben wurde, hat die Form eines quadratischen Prismas, die Fundamenttiefe soll 35 Meter betragen. Selbst einem schweren Erdbeben in Adana im Jahr 1998 konnte der Uhrenturm dank seiner soliden Bauweise standhalten.
Nach diesen drei Wahnsinnsattraktionen erklären wir unser Touristenprogramm für beendet und schlendern noch ein wenig ziellos durch die Gegend. Tatsächlich sind wir ganz froh, dass Adana nicht sehr viele interessante Schauplätze bereithält. So ergibt sich für uns gar nicht erst die Situation, dass der "Ruhetag" in Stress ausarten könnte, weil wir unbedingt alles sehen möchten, sondern wird seinem Namen sehr gerecht. In der Nähe unseres Hotels finden wir schließlich ein nettes Lokal in einer kleinen Seitenstraße, vor welchem wir uns erneut Adana-Kebab gönnen, während unter den Tischen sehr niedliche Katzenkinder herumtoben. Satt und zufrieden sind nun nur noch wenige Schritte nötig, um im Hotel ins Bett zu fallen.Lue lisää
Adana-Kebab in Adana
28. huhtikuuta 2024, Turkki ⋅ ☁️ 25 °C
Erfreut stellen wir am Morgen fest, dass vom Gewitter nichts mehr übrig ist und im Zelt, dass bekanntermaßen bei Regen die eine oder andere kleine Schwachstelle aufweist, alles trocken geblieben ist. Nach dem Frühstück machen wir uns im wahrsten Sinne des Wortes vom Acker. Sehr entspannt geht es los, wir müssen eine ganze Weile lediglich auf dem Fahrrad sitzen und lenken. Aus 1300m Höhe geht es nämlich erst einmal hinab bis unter 500m. Ein bisschen ist es so, als würden wir mit der Abfahrt in eine neue Welt eintauchen. Wir lassen die felsige und eher karge Gebirgswelt hinter uns und finden uns inmitten völlig anderer Vegetation wieder. Oliven-, Feigen-, Granatapfel- und Zitrusfrüchtebäume sehen wir nun rechts und links der Straße, außerdem reichlich bunt blühende Blumen, Büsche und Kakteen sowie Palmen. Selbst die Luft ist irgendwie anders, ein erstes "Mittelmeer-Gefühl" kommt auf. Etwas weniger idyllisch gestaltet sich ein Abschnitt, den wir auf der Bundesstraße radeln, dafür kommen wir hier aber ziemlich flott voran. Wieder abseits des Autoverkehrs folgen wir einer Schotterpiste. Unterbrochen wird unsere Fahrt auf dieser Nebenstrecke kurz, weil eine Senke überflutet ist. Also: Räder abladen, mit den Taschen durch das Wasser waten und schließlich Fahrräder ans andere Ufer tragen. Weiter geht's durch eine überwiegend landwirtschaftliche Gegend, bis wir das Bedürfnis nach einem Päuschen verspüren. Kaum steigen wir vom Rad ab, wird ein Autofahrer auf uns aufmerksam, der gerade in die Einfahrt zu seinem Grundstücks abbiegen will. Er spricht uns an und fragt, ob er uns auf ein Getränk einladen darf. Wir nehmen das Angebot an und schieben unsere Fahrräder durch das große Eisentor auf das Grundstück. Von der Straße konnte man nicht erkennen, dass sich hier ein kleines Paradies verbirgt. Onur bietet uns Stühle im herrlichen Garten unter einem Maulbeerbaum an und serviert uns ein Glas Wasser. Kurz darauf gesellen sich seine Frau, seine Schwägerin und seine Schwiegereltern zu uns. Wir erfahren, dass Onur Sales Manager bei Audi ist und dadurch auch schon oft in Deutschland war. Seine Frau arbeitet als Englischlehrerin, was die Kommunikation sehr erleichtert. Die beiden wohnen eigentlich im Mersin und sind aktuell zu Besuch hier. Während wir gemeinsam im Garten sitzen, bringt man uns nacheinander frisch gepressten Saft von Grapefruits aus dem Garten, Kaffee, selbstgemachte Börek sowie diverse Früchte direkt vom Baum. Wir sind beeindruckt, was alles in diesem Garten wächst: Zitronen und Pfirsiche in rauen Mengen, die auch verkauft werden, daneben für den Eigenbedarf Grapefruits, Orangen, japanische Pflaumen in süßer und saurer Form, Maulbeeren, uns unbekannte Früchte sowie verschiedene Gemüsesorten. Mit Plastiktüten bewaffnet machen wir alle zusammen einen Rundgang durch diese herrliche Oase, es soll fruchtiges Proviant für die Fahrt gepflückt werden. Auch die Börekreste sollen wir uns einpacken, verhungern werden wir also heute definitiv nicht. Nach einem Abschiedsfoto verlassen wir dankbar diese supernette Familie und setzen unsere Etappe fort. Mit Rückenwind düsen wir in flotter Geschwindigkeit durch ebenes Terrain in Richtung Adana. Nach dem ständigen Wechsel von bergauf und bergab genießen wir es sehr, mal wieder durch eine "platte Gegend" zu fahren, ganz simpel Fahrradfahren, herrlich. Während wir auf einem Hauptstraßenabschnitt unterwegs sind, passiert es uns nicht zum ersten Mal, dass wir bei einer Polizeikontrolle herausgewunken werden. In der Regel scheint dies stets neugierig motiviert zu sein, die schwer bewaffneten Polizisten wirken zwar etwas befremdlich auf uns, sind aber immer sehr freundlich, heißen uns willkommen und zeigen sich interessiert an unserer Reise. An einer Kontrollen bekamen wir zwei Flaschen Wasser geschenkt, heute dient das Herauswinken dazu, uns beiden jeweils einen Pfirsich in die Hand zu drücken und uns eine gute Reise zu wünschen. Kurz vor Erreichen der Millionenstadt Adana wollen wir am Straßenrand noch eine kleine Rast mit Heißgetränk und etwas Obst einlegen. Es dauert allerdings nicht lange, bis ein Transporter hält und der Fahrer sowie sein kleiner Sohn aussteigen. Der Fahrer möchte uns in sein Haus zum Essen einladen. Das ist zwar total nett, aber wir können uns nicht von einer Einladung zur nächsten hangeln. Irgendwann würden unsere Mägen streiken und unser Ziel würden wir auch nicht erreichen. Heiko lehnt also auf türkisch dankend ab, was in diesem Fall aber nicht wirklich akzeptiert wird. Immer wieder redet der Mann auf uns ein, dass wir doch zum Essen kommen sollen, sein Sohn übersetzt uns das Anliegen auf seinem Handy. Er lässt nicht locker und als wir das Ganze irgendwann als etwas zu aufdringlich empfinden, brechen wir unsere Pause ab, verabschieden uns und radeln weiter. Nach etwas mehr als zehn Kilometern auf teilweise palmengesäumten Straßen erreichen wir Adana, wo wir das Hotel İbis ansteuern. Unsere Räder parken wir in der Tiefgarage und uns selbst in einem netten Zimmer in der vierten Etage. Nachdem wir uns einer Grundreinigung unterzogen haben, verlassen wir das Hotel, um in der Stadt essen zu gehen. Kaum aus der Tür heraus treffen wir auf einen Taxifahrer, der eine Empfehlung für uns parat hat. Das Elem-Restaurant ist schnell gefunden und der Tipp erweist sich als ausgezeichnet. Wir sitzen bei angenehmen Temperaturen draußen und genießen hervorragenden Adana-Kebab in Adana. Ein paar Straßen weiter genehmigen wir uns dann noch einen türkischen Kaffee und die hier typische Nachspeise Kadayif mit Sahne, köstlich! Was geht es uns doch gut! Auf dem Rückweg zum Hotel machen wir noch einen kleinen Umweg an der beleuchteten Sabancı-Moschee und dem Fluss Seyhan entlang. Morgen werden wir noch einmal bei Tageslicht wiederkommen, denn geplant ist ein Ruhe-, bzw. Sightseeingtag hier in Adana.Lue lisää


































































































































































































































































