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Tour de France - Rückreise

Paula und Lucas waren Tour de France schauen und sind dann noch Passefahren und Surfen. Ziel Bilbao. Dort machen wir eine Übergabe von unserem Bus und fahren über die Bretagne zurück. Meer informatie
  • Het begin van de reis
    5 augustus 2026
  • Bilbao - El Bote Tours

    6 augustus, Spanje ⋅ ☁️ 23 °C

    Nach unserer Ankunft in Bilbao ließen wir den Tag ganz entspannt beginnen. Nach einem gemütlichen Frühstück machten wir noch einen kurzen Spaziergang durch die verwinkelten Gassen der Altstadt, bevor das eigentliche Programm startete.

    Direkt an unserem Hotel begann die Bootstour mit El Bote Tours. Schon nach wenigen Minuten glitt das Boot am weltberühmten Guggenheim-Museum vorbei, dessen spektakuläre Titanfassade vom Wasser aus noch beeindruckender wirkt. Von dort aus führte die Fahrt den Río Nervión hinunter, der Bilbao über Jahrhunderte zum wichtigsten Industrie- und Handelshafen Nordspaniens gemacht hat.

    Je weiter wir Richtung Mündung fuhren, desto deutlicher wurde der Wandel der Stadt. Zwischen modernen Promenaden und neu gestalteten Uferbereichen tauchten immer wieder alte Werften, Kräne und Industrieanlagen auf – stille Zeugen der Zeit, als hier Schiffbau und Stahlindustrie das Leben bestimmten. Viele dieser historischen Bauwerke wurden erhalten und erzählen heute die Geschichte des wirtschaftlichen Aufstiegs Bilbaos.

    Schließlich erreichten wir den Hafen und passierten die beeindruckende Vizcaya-Brücke, die erste Schwebefähre der Welt und heute UNESCO-Welterbe. Noch immer transportiert sie Autos und Fußgänger über den Fluss – ein faszinierendes Stück Ingenieurskunst aus dem Jahr 1893.

    Die Bootstour war der perfekte Einstieg in unsere Reise: eine entspannte Mischung aus moderner Architektur, spannender Industriegeschichte und maritimem Flair. So lernt man Bilbao aus einer ganz besonderen Perspektive kennen.
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  • Bilbao - Monte Artxanda

    6 augustus, Spanje ⋅ ☁️ 24 °C

    Nach unserer Bootstour entlang der Ría de Bilbao zog es uns noch einmal in die Altstadt. Genau so, wie man sich einen Nachmittag im Baskenland vorstellt: ein paar Gläser Wein, dazu einige frisch zubereitete Pintxos.

    Anschließend ging es mit der Standseilbahn Artxanda hinauf auf den Monte Artxanda. Die Bahn verbindet seit 1915 das Stadtzentrum mit dem Hausberg Bilbaos und überwindet auf kurzer Strecke rund 220 Höhenmeter. Oben angekommen eröffnet sich einer der schönsten Ausblicke über die Stadt: Die Ría de Bilbao schlängelt sich durch das Tal, das markante Guggenheim-Museum glänzt in der Sonne, moderne Hochhäuser treffen auf die engen Gassen der Altstadt und im Hintergrund erheben sich die grünen Hügel des Baskenlands.

    Bilbao ist mit rund 350.000 Einwohnern die größte Stadt des Baskenlands. Im gesamten Ballungsraum leben über eine Million Menschen, was Bilbao zum wirtschaftlichen Zentrum der Region macht. Die Stadt entstand bereits im Jahr 1300, als sie von Diego López V. de Haro gegründet wurde. Über Jahrhunderte entwickelte sie sich dank ihres Hafens zu einer der wichtigsten Handelsstädte Spaniens.

    Besonders im 19. und 20. Jahrhundert prägten Eisen- und Stahlindustrie sowie der Schiffbau das Stadtbild. Der Hafen von Bilbao gehört noch heute zu den bedeutendsten Seehäfen Spaniens und verbindet das Baskenland mit zahlreichen internationalen Handelsrouten. Mit dem Niedergang der Schwerindustrie begann in den 1990er-Jahren ein beeindruckender Wandel: Aus einer Industriestadt wurde eine moderne Dienstleistungs-, Kultur- und Technologiemetropole. Als Symbol dieses Wandels gilt das 1997 eröffnete Guggenheim-Museum, das den sogenannten „Bilbao-Effekt“ auslöste und Besucher aus aller Welt anzieht.

    Heute zählt Bilbao zu den wirtschaftlich stärksten Regionen Spaniens. Das Baskenland erwirtschaftet eines der höchsten Bruttoinlandsprodukte pro Einwohner des Landes und ist Heimat zahlreicher international erfolgreicher Industrie- und Technologieunternehmen. Gleichzeitig gilt die Region als Vorreiter bei Innovation, nachhaltiger Stadtentwicklung und moderner Architektur.

    Von oben wirkt Bilbao fast wie zwei Städte in einer: Auf der einen Seite die historische Altstadt mit ihren engen Gassen und traditionellen Bars, auf der anderen Seite die moderne Architektur entlang des Flusses. Genau dieser Kontrast macht den besonderen Reiz der Stadt aus – eine gelungene Mischung aus Geschichte, Industrie, Kultur und baskischer Lebensart.
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  • Bilbao - Foodtour

    6 augustus, Spanje ⋅ ☁️ 26 °C

    Ab 18 Uhr stand unsere Foodtour durch Bilbao auf dem Programm. Treffpunkt war mitten in der Stadt, wo uns unsere sympathische Guide gleich um die erste Ecke in eine kleine Pintxos-Bar führte. Dort gab es zunächst eine kurze Einführung in die baskische Esskultur – und die hat es in sich.

    Viele setzen Pintxos mit Tapas gleich, doch es gibt einen wichtigen Unterschied: Während Tapas ursprünglich kleine kostenlose oder bestellte Häppchen sind, die in ganz Spanien verbreitet sind, stammen Pintxos aus dem Baskenland. Sie werden meist auf einer Scheibe Brot angerichtet, oft kunstvoll belegt und traditionell mit einem Holzspieß – dem Pincho – zusammengehalten. Bezahlt wird häufig nach der Anzahl der Spieße oder der ausgewählten Häppchen. In Bilbao gehören Pintxos zum Alltag: Man zieht von Bar zu Bar, genießt jeweils ein oder zwei Spezialitäten mit einem Glas Wein oder Txakoli und erlebt so die ganze Vielfalt der baskischen Küche.

    Der erste Stopp war gleich ein Volltreffer. Eine Softshell-Krabbe als Pintxo – außen herrlich knusprig, innen unglaublich zart. Besser hätte der Abend kaum beginnen können. Direkt daneben wartete schon die nächste Bar mit weiteren raffinierten Kreationen und einem Glas regionalen Rotwein aus der Rioja Alavesa. Genau so stellt man sich einen baskischen Abend vor.

    Von dort führte uns die Tour weiter durch die engen Gassen der Casco Viejo, der historischen Altstadt Bilbaos. Mittelpunkt ist die Plaza Nueva, ein quadratischer Platz aus dem 19. Jahrhundert, umgeben von eleganten Arkaden. Unter den Bögen reiht sich eine Pintxos-Bar an die nächste – einer der lebendigsten Orte der Stadt. Hier trafen sich Einheimische und Besucher gleichermaßen, überall wurde gelacht, diskutiert und natürlich gegessen.

    An jeder Station wartete eine neue Spezialität: kunstvoll belegte Brote, gegrilltes Fleisch, frische Meeresfrüchte und kreative Kombinationen, begleitet von regionalen Weinen. Gerade dieses Konzept machte den Abend so besonders – statt eines langen Menüs entdeckten wir Bilbao Bissen für Bissen und lernten gleichzeitig viel über die Geschichte und Esskultur des Baskenlands.

    Nach wenigen Stunden war klar: Wer Bilbao wirklich kennenlernen möchte, sollte nicht nur Sehenswürdigkeiten besuchen, sondern unbedingt einen Abend von Pintxos-Bar zu Pintxos-Bar ziehen. Zwischen gutem Wein, hervorragendem Essen und der entspannten Atmosphäre der Altstadt erlebt man die Stadt wahrscheinlich authentischer als auf jede andere Art.

    Lecker!
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  • San Juan de Gaztelugatxe

    7 augustus, Spanje ⋅ 🌙 20 °C

    Heute Morgen war früh aufstehen angesagt. Die Kinder waren bereits auf dem Weg zum Flughafen und flogen wieder nach Hause. Für mich stand dagegen noch ein kleiner Ausflug auf dem Programm: raus aus Bilbao, Richtung Norden an die baskische Küste zu einem der wohl spektakulärsten Orte der Region – San Juan de Gaztelugatxe.

    Also um sechs Uhr raus aus dem Bett und ab ins Auto. Bilbao lag noch im Dunkeln, als ich die Stadt verließ. Je weiter es Richtung Küste ging, desto heller wurde langsam der Himmel. Genau die richtige Zeit, um dort oben anzukommen.

    San Juan de Gaztelugatxe liegt rund 35 Kilometer nordöstlich von Bilbao zwischen Bakio und Bermeo. Eigentlich handelt es sich nicht wirklich um eine Insel, sondern um einen kleinen felsigen Küstenfelsen, der über eine spektakuläre steinerne Brücke mit dem Festland verbunden ist. Oben auf dem Felsen, etwa 80 Meter über dem Meer, steht die kleine Einsiedelei Ermita de San Juan de Gaztelugatxe, die Johannes dem Täufer gewidmet ist.

    Der Weg hinauf ist mindestens genauso berühmt wie die Kapelle selbst: Über die schmale Steinbrücke und anschließend mehr als 200 in den Fels gebaute Stufen geht es im Zickzack nach oben. Der Legende nach soll man oben dreimal die Glocke der Kapelle läuten und sich dabei etwas wünschen.

    Als ich ankam, war ich erst einmal überrascht. Große Parkplätze, Absperrungen, Besucherführung – der Ort ist touristisch wesentlich stärker erschlossen, als ich erwartet hatte. Um diese frühe Uhrzeit war davon allerdings noch nicht viel zu spüren.

    Die Küste lag in einer wunderschönen Morgenstimmung. Das Meer, die dunklen Felsen und langsam das erste Licht am Horizont – genau dafür hatte sich das frühe Aufstehen gelohnt.

    San Juan de Gaztelugatxe ist inzwischen auch international bekannt, vor allem durch Game of Thrones. In der siebten Staffel diente die Landschaft als Kulisse für Dragonstone, den Stammsitz des Hauses Targaryen. Besonders der spektakuläre Aufgang über die steinerne Brücke und die Treppen ist in der Serie gut zu erkennen. Die Gebäude auf dem Gipfel wurden für die Serie allerdings digital verändert – statt der kleinen Kapelle erhebt sich dort in Game of Thrones die mächtige Festung von Dragonstone.

    Danach fuhr ich noch ein Stück weiter die Küste entlang und suchte mir einen zweiten Aussichtspunkt von der anderen Seite. Jetzt stand die aufgehende Sonne im Hintergrund und tauchte die Landschaft langsam in warmes Morgenlicht. Überall waren erstaunlich viele Camper unterwegs – zum Glück müssen wir nich so reisen …

    Noch einmal die Aussicht genossen: steile grüne Hänge, dunkle Felsen, Atlantik und dahinter die aufgehende Sonne. Eine wirklich geniale Küstenlandschaft und definitiv einer der schönsten Abstecher rund um Bilbao.

    Danach ging es wieder zurück nach Bilbao zum Frühstück.
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  • Guernica

    7 augustus, Spanje ⋅ ☀️ 23 °C

    Nach einem gemütlichen Frühstück in Bilbao - wir sind der Empfehlung von Paule und Lucas gefolgt - machten wir uns auf den Weg Richtung Nordküste. Der Plan für heute war eigentlich ganz einfach: raus aus der Stadt, irgendwo einen schönen Strand suchen und einen entspannten Tag am Meer verbringen.

    Doch auf dem Weg kamen wir durch Guernica – auf Baskisch Gernika. Und wenn man schon einmal hier vorbeikommt: „Ach komm, das schauen wir uns noch schnell an.“ Aus dem kurzen Zwischenstopp wurden schließlich ein paar Stunden.

    Guernica ist für die Basken schon seit Jahrhunderten ein besonderer Ort. Unter der berühmten Eiche von Gernika trafen sich traditionell die Vertreter der baskischen Gebiete, um über ihre Angelegenheiten zu beraten. Bis heute gilt der Baum als Symbol der baskischen Freiheit und Selbstbestimmung.

    Weltweit bekannt wurde die Stadt allerdings aus einem sehr viel tragischeren Grund. Am 26. April 1937, mitten im Spanischen Bürgerkrieg, wurde Guernica von Flugzeugen der deutschen Legion Condor und der italienischen Luftwaffe bombardiert. Beide unterstützten die nationalistischen Truppen von General Francisco Franco im Kampf gegen die Spanische Republik. Über mehrere Stunden wurde die Stadt angegriffen und große Teile des Zentrums zerstört. Die genaue Zahl der Todesopfer ist bis heute umstritten, sicher ist aber, dass zahlreiche Zivilisten ums Leben kamen.

    Wir besuchten das Museo de la Paz de Gernika, das Friedensmuseum mitten in der Stadt. Sehr eindrucksvoll wird dort das Leben vor dem Angriff gezeigt, dann der 26. April selbst und schließlich die Tage und Jahre danach. Zeitzeugenberichte, Fotografien, Dokumente und multimediale Installationen machen aus den historischen Daten plötzlich persönliche Geschichten. Gerade weil wir eigentlich nur zufällig hier gelandet waren, hat uns das Museum ziemlich beeindruckt.

    Und natürlich begegnet einem überall ein Bild: „Guernica“ von Pablo Picasso. Picasso malte das monumentale Werk noch 1937 als Reaktion auf die Bombardierung für den spanischen Pavillon der Weltausstellung in Paris. In Schwarz, Weiß und Grau zeigt er keine realistische Kriegsszene, sondern Menschen und Tiere voller Angst, Schmerz und Chaos. Das Original hängt heute im Museo Reina Sofía in Madrid und ist wahrscheinlich eines der bekanntesten Antikriegsbilder überhaupt.

    Interessant ist auch, dass Guernica heute wieder eine lebendige kleine baskische Stadt ist. Vieles wurde nach dem Krieg neu aufgebaut, während einige wenige historische Gebäude den Angriff überstanden. Gleichzeitig ist die Erinnerung an den 26. April 1937 überall präsent.
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  • Einsamer Strand - Ogella

    7 augustus, Spanje ⋅ ☀️ 25 °C

    Nach unserem ungeplanten Abstecher nach Gernika sollte es jetzt aber wirklich ans Meer gehen. Unser Ziel war die Playa de Laga, die mitten im Biosphärenreservat Urdaibai liegt und als einer der schönsten Sandstrände der baskischen Küste gilt. Rund 574 Meter feiner goldener Sand, dahinter grüne Hügel und direkt daneben der mächtige, 279 Meter hohe Felsen von Ogoño – eigentlich genau das, was wir gesucht hatten. Außerdem ist Laga einer der bekannten Surfspots der Region.

    Das mit dem „einsamen Strand“ war allerdings eine kleine Fehleinschätzung. Schon rund anderthalb Kilometer vorher war praktisch jeder mögliche Parkplatz belegt. Offenbar hatten außer uns noch ein paar Tausend andere Menschen die Idee, Anfang August einen der schönsten Strände der Region zu besuchen. Überraschend eigentlich. 😂 Also umgedreht und Plan B.

    Wir fuhren weiter die Küste entlang und landeten schließlich bei Ogella Hondartza bei Ispaster. Die Straße wurde noch kleiner, das Auto musste ein gutes Stück oberhalb stehen bleiben und den Rest ging es zu Fuß hinunter. Dafür war hier tatsächlich deutlich weniger los.

    Mit dem erhofften Sandstrand war es allerdings auch hier nicht ganz so weit her. Ogella ist ein wilder Naturstrand aus Steinen, Kies, etwas Sand und vor allem Fels. Gerade diese Felsen machen den Strand aber besonders: Hier tritt sogenannter Flysch zutage – übereinanderliegende Schichten aus Kalk- und Sandstein mit Tonlagen dazwischen. Je nach Ebbe und Flut verändert sich der Strand außerdem erheblich.

    Und natürlich musste die Drohne noch einmal in die Luft. Erst von oben sieht man, wie spektakulär diese Küste eigentlich ist: glasklares, türkisfarbenes Wasser, der schmale Strand direkt unter den dicht bewaldeten Hängen und unter der Wasseroberfläche die langen, fast geometrisch wirkenden Felsplatten des Flysch. Auf dem Drohnenbild sieht es beinahe so aus, als hätte jemand riesige Steinplatten auf dem Meeresboden verlegt.

    Wegen der Warnungen vor Portugiesischen Galeeren und der gelben Flagge waren wir beim Baden etwas vorsichtiger. Dazu war es ordentlich windig. Also kurz rein in den Atlantik, abkühlen und wieder raus.
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  • Abendessen über dem Atlantik

    7 augustus, Spanje ⋅ ☀️ 24 °C

    Nach unserem Strand ging es weiter Richtung San Sebastián. Unser Hotel lag noch vor der Stadt oben auf dem Monte Igueldo, ziemlich genau auf der Bergkette über dem Meer. Eigentlich ein genialer Platz: weit weg vom Trubel der Stadt und mit fantastischem Blick auf den Atlantik und die Küste. Nur aus unserem Zimmer bzw. dem Hotelgarten war von dieser Aussicht leider nicht ganz so viel zu sehen wie erhofft. Aber egal – der eigentliche Höhepunkt des Abends wartete sowieso nur rund zwei Kilometer weiter.

    Und der hieß Akelarre⁠.

    Das Restaurant liegt spektakulär am Hang des Monte Igueldo, hoch über dem Golf von Biskaya. Große Fensterfronten, davor praktisch nur Meer – und wir hatten mit dem Wetter richtig Glück. Während des Essens ging langsam die Sonne über dem Atlantik unter. Viel besser kann man ein Restaurant eigentlich nicht platzieren.

    Akelarre ist das Restaurant von Pedro Subijana, einem der großen Namen der spanischen Küche und einem der Wegbereiter der sogenannten Nueva Cocina Vasca, der neuen baskischen Küche. Subijana übernahm bereits 1975 die Küche. Der erste Michelin-Stern kam 1978, der zweite 1982 und seit 2007 trägt Akelarre drei Sterne.

    Damit gehört Akelarre seit Jahrzehnten zu den kulinarischen Institutionen des Baskenlands – und das will in San Sebastián etwas heißen. Kaum eine Region Europas hat eine derartige Dichte an Spitzenrestaurants.

    Unser Menü – einmal quer durch die baskische Küche

    Schon der Auftakt machte klar, wo die Reise hingeht. Kleine Snacks wie Duck MicroFoie mit Salz- und Pfefferflocken, Brot in drei Varianten, Consommé-Gelée mit Curry-Lumagorri-Huhn, Kabeljau mit violetten Kartoffeln und Kaviar, kleine Spider Crab und Idiazabal-Käse mit Anchovis.

    Danach wurde es noch besser: Hummer mit Venere-Reis und Salpicón-Sorbet, eine hauchdünne Gemüseschale, gefolgt von Leinen-gefangenem roten Thunfisch mit Rogen und Santolina-Oliva-Pil-Pil.

    Sehr spannend war die Neuinterpretation der französischen Tête de Veau mit Gribiche und Senfsprossen. Danach kam ein Gericht, das schon optisch großartig war: Squid „Handkerchief“, hauchdünn geschnittener Tintenfisch mit traditionellen baskischen Zutaten.

    Weiter ging es mit gegrillter Dorade und Meeresschnecken, anschließend weißer Entenbrust mit Zitrusfrüchten und Mini-Gemüse. Alles technisch unglaublich präzise, teilweise verspielt, aber nie nur Show. Man merkt bei vielen Gerichten, dass Subijana moderne Techniken benutzt, ohne die baskische Herkunft zu verstecken.

    Zum Abschluss wurde es süß: eine kalte Milch mit Zimt und Zitrone, Honig und Kräuter-Granita, angelehnt an die spanische Leche Merengada. Danach die angeblich „dünnste Apfeltarte der Welt“ mit Apfel-Gel, Cidre-Karamell und osmotisiertem Apfel.

    Dazu hatten wir einen richtig schönen Wein – und spätestens als draußen die Sonne immer tiefer über dem Atlantik stand, war der Abend perfekt.
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  • Sonnenaufgang über San Sebastián

    8 augustus, Spanje ⋅ 🌙 18 °C

    Manchmal muss man für die schönsten Momente einer Reise erstaunlich wenig tun - nur mal früh aufstehen und ein paar Schritte in den Garten unseres Hotels gehen.

    Von hier oben hatten wir einen genialen Blick über San Sebastián, die Bucht von La Concha und die dahinterliegenden Berge. Noch lag die Stadt im weichen Morgenlicht, das Meer war ruhig und langsam wurde der Himmel immer heller. Und dann, ziemlich pünktlich um 7:04 Uhr, spitzte die Sonne hinter den Bergen hervor. Erst nur ein kleiner heller Punkt, dann ging es erstaunlich schnell und die ersten warmen Sonnenstrahlen erreichten auch uns oben auf dem Hügel. Ein wunderschöner Moment – und wahrscheinlich einer der schönsten Ausblicke unserer bisherigen Reise.

    Unter uns lag die berühmte Bahía de La Concha, die ihren Namen tatsächlich ihrer Form verdankt: Von oben betrachtet erinnert sie an eine nahezu perfekte Muschel. In der Mitte liegt die kleine Insel Santa Clara, während die Bucht auf beiden Seiten von den Bergen Monte Igueldo und Monte Urgull eingerahmt wird. Direkt im Zentrum zieht sich der rund 1,5 Kilometer lange Strand La Concha entlang – einer der bekanntesten Stadtstrände Europas. (San Sebastián Turismo⁠)

    Das Meer hat San Sebastián schon immer geprägt. Donostia, wie die Stadt auf Baskisch heißt, war früher eine Stadt der Fischer, Walfänger und Seefahrer. Im 19. Jahrhundert änderte sich ihr Charakter grundlegend. 1845 kam die spanische Königin Isabella II. auf ärztlichen Rat zum Baden nach La Concha. Der königliche Hof und die Aristokratie folgten – und aus der Hafenstadt entwickelte sich nach und nach eines der elegantesten Seebäder Spaniens. Später verbrachte auch Königin María Cristina jahrzehntelang ihre Sommer hier. In der Belle Époque entstanden prächtige Hotels, Theater, Casinos und 1912 auch die Standseilbahn auf den Monte Igueldo. (San Sebastián Turismo⁠)

    Heute ist San Sebastián vor allem für diese außergewöhnliche Mischung bekannt: baskische Kultur, Atlantik, Strände, Berge und natürlich fantastisches Essen. Auf unserem langen nach Hause Weg haben wir leider nicht mehr viel Zeit und lassen die Stadt diesmal aus. Wir waren dann doch schon oft hier.
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  • Bayonne

    8 augustus, Frankrijk ⋅ ☀️ 25 °C

    Nach San Sebastián ging es für uns weiter Richtung Frankreich. Unser erster richtiger Stopp: Bayonne, nur rund 30 Kilometer hinter der spanischen Grenze.

    Allerdings führte uns der erste Weg noch nicht in die historische Altstadt, sondern erst einmal zum Shoppen in ein riesiges Einkaufszentrum. Und tatsächlich gab es dort auch gleich einen kleinen persönlichen Erfolg zu feiern: eine Starbucks-Tasse aus Bayonne! Juhu – Sammlung wieder um ein Stück erweitert. 😄

    Danach ging es weiter in die Innenstadt. Wir hatten Bayonne eigentlich eher als kurzen Zwischenstopp eingeplant und waren überrascht, wie voll es an einem Samstag im August war. Die Altstadt war aber auch deutlich schöner, als wir erwartet hatten.

    Bayonne hat rund 50.000 Einwohner und liegt am Zusammenfluss von Adour und Nive, nur wenige Kilometer vom Atlantik entfernt. Gemeinsam mit Biarritz und Anglet bildet die Stadt einen Ballungsraum mit weit über 100.000 Einwohnern und ist eines der wichtigsten wirtschaftlichen und kulturellen Zentren des französischen Baskenlands.

    Besonders schön ist die historische Altstadt mit ihren schmalen Straßen und den typisch baskischen Häusern mit bunten Fensterläden. Mittelpunkt ist die mächtige Cathédrale Sainte-Marie de Bayonne, deren zwei rund 85 Meter hohen Türme schon von weitem zu sehen sind. Die gotische Kathedrale entstand überwiegend zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert und gehört zusammen mit ihrem Kreuzgang zum UNESCO-Welterbe der französischen Jakobswege nach Santiago de Compostela.

    Wir sind einmal rund um die Kathedrale und durch die engen Straßen der Altstadt gefahren und gelaufen. Dabei merkt man schnell, dass Bayonne viel mehr als nur eine Durchgangsstation auf dem Weg von Spanien nach Frankreich ist.

    Die Lage an Adour und Nive machte Bayonne schon früh zu einer bedeutenden Handels- und Hafenstadt. Gleichzeitig ist die Stadt bis heute stark von ihrer baskischen Identität geprägt. Baskische Kultur und französische Einflüsse vermischen sich hier ziemlich selbstverständlich – und neben Französisch begegnet einem immer wieder auch die baskische Sprache.

    Kulinarisch hat Bayonne ebenfalls einen Namen: Berühmt ist vor allem der Jambon de Bayonne, der luftgetrocknete Bayonner Schinken. Außerdem gilt die Stadt als eine der historischen französischen Hochburgen der Schokolade. Jüdische Flüchtlinge von der Iberischen Halbinsel brachten im 17. Jahrhundert ihr Wissen über die Schokoladenherstellung mit nach Bayonne, und noch heute gibt es zahlreiche traditionelle Chocolatiers.

    Touristisch steht Bayonne ein wenig im Schatten des mondänen Nachbarn Biarritz – und genau das macht die Stadt interessant. Statt Strand und großen Hotels gibt es hier mehr Altstadt, Geschichte, kleine Geschäfte, Cafés und baskisches Alltagsleben. Richtig voll wird es allerdings jedes Jahr bei den berühmten Fêtes de Bayonne, wenn mehrere Tage lang Hunderttausende Besucher in Weiß und Rot durch die Straßen feiern.
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  • Château de Langoiran

    8 augustus, Frankrijk ⋅ ☀️ 33 °C

    Von Bayonne ging es weiter Richtung Norden, einmal quer durch das Département Landes. Und hier fährt man wirklich lange durch eine Landschaft, die fast nur aus Wald zu bestehen scheint: endlose, schnurgerade Reihen von Kiefern, dazwischen Seen, Feuchtgebiete und immer wieder große landwirtschaftlich genutzte Flächen.

    Dabei ist diese Landschaft keineswegs komplett natürlich entstanden. Große Teile der Landes waren früher Heide-, Moor- und Sumpfgebiete. Vor allem im 19. Jahrhundert wurden sie systematisch entwässert und großflächig mit Seekiefern bepflanzt. So entstand die riesige Forêt des Landes, heute eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Westeuropas. Die Kiefern lieferten zunächst vor allem Harz, heute ist die Holz-, Papier- und Zellstoffindustrie von großer Bedeutung. Auf den freien Flächen wird intensiv Landwirtschaft betrieben, besonders Mais sieht man hier immer wieder.

    Die Kiefern verschwanden, die Landschaft wurde hügeliger – und auf einmal standen überall Weinreben. Ein ziemlich abrupter und schöner Übergang: Wir waren im Weinland von Bordeaux angekommen.

    Kurz darauf ging es über die Garonne. Die Garonne kommt aus den spanischen Pyrenäen, fließt unter anderem durch Toulouse und Bordeaux und vereinigt sich nördlich von Bordeaux mit der Dordogne. Ab dort bilden beide gemeinsam die gewaltige Gironde-Mündung, die schließlich in den Atlantik führt.

    Auf dem Weg hatten wir eine alte Burgruine gesehen, Die haben wir uns noch angesehen: Château de Langoiran.

    Das Château de Langoiran ist tatsächlich viel bedeutender, als wir bei unserem spontanen Abstecher gedacht hatten. Die Festung wurde Ende des 13. Jahrhunderts von der Familie Escoussan errichtet und gehörte zu den mächtigsten Herrschaften des damaligen Herzogtums Aquitanien.

    Ihre Lage war perfekt gewählt: hoch über dem Tal der Garonne. Von hier konnte man die Landschaft und vor allem den wichtigen Verkehrsweg entlang des Flusses kontrollieren.

    Im Mittelalter gehörte Aquitanien über lange Zeit zur englischen Krone. Entsprechend geriet Langoiran während des Hundertjährigen Krieges immer wieder mitten in den jahrhundertelangen Machtkampf zwischen den Königen von England und Frankreich. Später gelangte die Burg unter anderem an die bedeutenden Familien Albret und Montferrand.

    Nach dem Ende des Hundertjährigen Krieges wurde Langoiran unter Karl VII. und Ludwig XI. sogar königliche Festung. Später gehörten die Herren von Langoiran zur politischen Elite der Region – darunter Kammerherren des Königs und Präsidenten des Parlaments von Bordeaux.

    Das markanteste Bauwerk ist der gewaltige runde Donjon. Mit rund 16 Metern Durchmesser gehört er zu den beeindruckendsten mittelalterlichen Rundtürmen Frankreichs. Dazu kommen Wehrgänge, Türme, ein Torbau und eine Kapelle.

    Das Ende der großen Zeit kam Mitte des 17. Jahrhunderts. Während der sogenannten Fronde, einer Reihe von Aufständen gegen die französische Krone, wurde das Château um 1650 angegriffen und schwer zerstört. Danach verfiel die Anlage über Jahrhunderte.

    Erst 1972 kaufte die Familie Bibonne die Ruine. Gemeinsam mit dem Verein Les Amis du Château de Langoiran begann sie mit der Restaurierung und Wiederbelebung der mittelalterlichen Anlage. Heute kann man große Teile wieder besichtigen.

    Denn unser Timing war natürlich wieder hervorragend: Wir kamen genau während der französischen Mittagspause an. Bis 14 Uhr geschlossen.

    Und bei inzwischen fast schon unerträglichen 36 Grad war die Motivation überschaubar, länger in der Sonne auf die Öffnung zu warten oder größere Wanderungen zu unternehmen.

    Also noch einmal hinunter zur Garonne, ein bisschen ans Wasser, die Landschaft genießen – und dann doch lieber zurück ins klimatisierte Auto.

    Von hier ging es weiter Richtung Saint-Émilion. Und jetzt war endgültig Schluss mit Kiefernwald: Weinberge, kleine Weingüter und Châteaux bestimmten die Landschaft.
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  • Saint-Émilion

    8 augustus, Frankrijk ⋅ ☀️ 36 °C

    In Saint-Émilion angekommen, haben wir kurz bei unserem Hotel angerufen. Das Auto wurde direkt entgegengenommen und geparkt, das Gepäck aufs Zimmer gebracht – sehr angenehm. Unser Hôtel de Pavie liegt perfekt mitten im historischen Zentrum, und wir sind direkt im Haupthaus untergebracht. Am Abend werden wir hier auch essen.

    Danach ging es noch auf eine kleine Runde durch Saint-Émilion. Klein musste die Runde allerdings wirklich bleiben: Es hatte immer noch 35 oder 36 Grad. Zum Glück ist das historische Städtchen nicht besonders groß und lässt sich gut zu Fuß erkunden.

    Saint-Émilion ist zwar klein, gehört aber zu den berühmtesten Weinorten der Welt. Schon die Römer bauten in der Gegend Wein an. Heute ist die Region vor allem für ihre Rotweine aus Merlot und Cabernet Franc bekannt. Namen wie Château Cheval Blanc, Ausone, Angélus und Pavie gehören zur Weltspitze. Seit 1999 steht nicht nur der Ort, sondern die gesamte historische Weinlandschaft rund um Saint-Émilion auf der UNESCO-Welterbeliste.

    Wir waren natürlich auch noch in der Kirche. Drinnen war es überraschend angenehm kühl – bei der Hitze draußen schon fast eine Sehenswürdigkeit für sich. Besonders schön war der direkt angrenzende mittelalterliche Kreuzgang mit seinen steinernen Arkaden, Spitzbögen und dem kleinen grünen Innenhof. Die Stiftskirche und der Kreuzgang stammen im Wesentlichen aus dem Mittelalter und erinnern daran, dass Saint-Émilion lange vor seiner heutigen Berühmtheit als Weinort auch ein wichtiges religiöses Zentrum und eine Station für Pilger auf dem Jakobsweg war.

    Der Ort selbst entstand rund um den Einsiedler Émilion, der sich der Überlieferung nach im 8. Jahrhundert hier niederließ. Besonders außergewöhnlich ist die große monolithische Kirche, die direkt aus dem Kalkstein herausgearbeitet wurde. Unter Saint-Émilion zieht sich außerdem ein weitläufiges Netz alter Steinbrüche und Gänge entlang. Der Kalkstein daraus wurde für viele Gebäude der Stadt und der Region verwendet.

    Nach Kirche, Kreuzgang und ein paar der steilen gepflasterten Gassen hatten wir bei 36 Grad dann aber auch genug Kultur. Also zurück ins Hôtel de Pavie und an die Hotelbar. Von dort hat man einen genialen Blick über die Dächer von Saint-Émilion und hinaus über die Weinberge.

    Ein kühles Getränk, Schatten und Saint-Émilion vor uns – für den Nachmittag definitiv der richtige Platz. Und am Abend bleiben wir gleich hier zum Essen.
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  • Abendessen in Saint-Émilion

    8 augustus, Frankrijk ⋅ ⛅ 34 °C

    Abends mussten wir zum Glück nicht mehr weit: Im Erdgeschoss unseres Hôtel de Pavie liegt direkt La Table de Pavie, ausgezeichnet mit zwei Michelin-Sternen und geführt von Yannick Alléno. Das Hotel selbst liegt mitten im historischen Saint-Émilion, direkt an der Place du Clocher oberhalb der berühmten Monolithkirche – besser kann man hier eigentlich kaum wohnen.

    Vor dem Essen ging es erst einmal auf die Terrasse. Noch ein Gläschen Wein, ein richtig warmer Sommerabend und der Blick über Saint-Émilion – ziemlich perfekt. Danach hinein in den Speisesaal: klassisch und gleichzeitig modern, sehr elegant, aber nicht übertrieben steif. Vielleicht 15 Tische, alles angenehm überschaubar.

    Und dann ging es los. Das Essen war wirklich genial. Vor allem geschmacklich hat uns das Menü überzeugt: Säure, Süße, Schärfe, unterschiedliche Texturen – bei jedem Gericht war richtig etwas los. Nicht nur schön angerichtet, sondern vor allem richtig lecker. Genau so soll es sein.

    Zum Glück hatten wir uns für das kleinere Menü entschieden. Nach ungefähr vier Gängen kam tatsächlich schon das Hauptgericht – und erstaunlicherweise können Hauptgerichte in einem Sternerestaurant sogar zu den Höhepunkten gehören. Sehr, sehr gut.

    Danach dachten wir langsam ans Ende. Falsch gedacht. Erst kam noch Käse, mit einer kleinen, feinen Käseauswahl. Und anschließend tatsächlich noch vier verschiedene Desserts. Eines besser als das andere. Spätestens da waren wir froh, nicht das große Menü genommen zu haben.

    La Table de Pavie gehört heute zu den großen gastronomischen Adressen von Saint-Émilion. Yannick Alléno, selbst einer der bekanntesten französischen Spitzenköche, prägt hier die Küche. Sein Stil ist bekannt für sehr konzentrierte Saucen und eine Küche, bei der Geschmack und insbesondere das Spiel mit Säure eine große Rolle spielen. Das hat man an diesem Abend definitiv gemerkt.

    Zum Abschluss wieder raus auf die Terrasse. Inzwischen war ein Sturm aufgezogen, der Himmel wurde dunkel, ein Gewitter begann – während wir noch unseren Absacker über den Dächern von Saint-Émilion getrunken haben. Eigentlich der perfekte Abschluss.

    Und dann kam der größte Luxus des Abends: keine Taxifahrt, kein Heimweg. Einfach ein paar Meter durchs Hotel und hoch aufs Zimmer.
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  • Ausschlafen? Ist ja Urlaub!

    9 augustus, Frankrijk ⋅ ⛅ 20 °C

    Urlaub!. Ausschlafen ist da nicht. Also um 6:30 Uhr wieder raus. Die Drohne musste schließlich in die Luft – Sonnenaufgang über Saint-Émilion war angesagt.

    Die Vorbereitung war allerdings eher ausbaufähig: Handy nicht geladen, Kamera nicht geladen und auch das Steuergerät hatte keinen Strom mehr. Beste Voraussetzungen also. Irgendwie haben wir es dann trotzdem hinbekommen und die Drohne in die Luft gebracht.

    Und es hat sich gelohnt. Schöne Morgenstimmung über Saint-Émilion, die ersten Sonnenstrahlen über den Weinbergen und das kleine Dorf unter uns. Saint-Émilion ist wirklich nicht groß – gerade einmal rund 2.000 Einwohner –, dafür aber weltberühmt. Die mittelalterliche Altstadt und die umliegende Weinlandschaft gehören zum UNESCO-Welterbe, und rundherum liegen einige der berühmtesten Weingüter von Bordeaux.

    Während des Flugs zogen schon die ersten Gewitterwolken auf. Und dann hatten wir tatsächlich Glück: Sonne, dunkle Wolken und das Gewitter gleichzeitig über der Landschaft – einen richtig genialen Moment erwischt.

    Danach zurück ins Hôtel de Pavie zum Frühstück. Wir hatten nur das französische Frühstück genommen, aber das war äußerst lecker. Guter Service, gemütlich sitzen und wieder der Blick über Saint-Émilion. Diesmal allerdings von drinnen, draußen war nach dem Gewitter alles ziemlich feucht. Während wir frühstückten, zog das Gewitter direkt über uns hinweg.

    Sonntagmorgen, Urlaub, gutes Frühstück, Gewitter über Saint-Émilion und vorher noch ein Sonnenaufgang mit der Drohne. Perfekter Start in den Tag.
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  • Château de la Mothe-Chandeniers

    9 augustus, Frankrijk ⋅ ⛅ 32 °C

    Von Saint-Émilion ging es für uns weiter Richtung Norden. Die Landschaft änderte sich dabei ziemlich schnell: Die Weinberge rund um Bordeaux verschwanden langsam und machten riesigen Getreidefeldern Platz. Rund um Loudun fuhren wir schließlich durch den Pays Loudunais, eine klassische französische Agrarlandschaft mit Weizen, Gerste, Raps und Sonnenblumen. Teilweise reichen die Felder gefühlt bis zum Horizont.

    Unterwegs machten wir einen spontanen Abstecher zum Château de la Mothe-Chandeniers. Schon von oben mit der Drohne war das Wasserschloss spektakulär: mitten im Grünen, vollständig von Wasser umgeben und mit seinen teilweise noch immer ruinösen Mauern wie aus einem Märchen. Das Schloss brannte 1932 fast vollständig aus und verfiel anschließend jahrzehntelang. Erst eine internationale Crowdfunding-Aktion rettete es – Tausende Menschen beteiligten sich daran, das Château gemeinsam zu kaufen und wiederaufzubauen. Heute wird überall restauriert, ohne dass der besondere Charakter der alten Ruine verloren geht.

    Ein richtig schöner Zwischenstopp auf unserer Fahrt nach Norden – und vor allem aus der Luft ein fantastisches Fotomotiv. Danach ging es weiter Richtung Loire, wo die endlosen Getreidefelder langsam wieder von Weinbergen abgelöst werden.
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  • Saumur

    9 augustus, Frankrijk ⋅ ⛅ 32 °C

    Nach unserem kurzen Stopp am Wasserschloss ging es weiter Richtung Norden – und irgendwann lag plötzlich Saumur vor uns. Schon die Anfahrt war richtig schön: oben auf dem Hügel thront das mächtige Château de Saumur mit seinen markanten Türmen, darunter ziehen sich die hellen Häuser der Stadt entlang der Loire und gegenüber führt die große alte Steinbrücke über den Fluss. Zusammen mit der Spiegelung im Wasser fast schon ein Bilderbuchmotiv.

    Saumur liegt mitten im Loiretal, das mit seinen Schlössern, historischen Städten und Weinbergen zu den schönsten Kulturlandschaften Frankreichs gehört. Große Teile des Loiretals gehören zum UNESCO-Welterbe. Saumur selbst war schon im Mittelalter strategisch wichtig, vor allem wegen seiner Lage an der Loire. Das Schloss entstand ursprünglich als Festung und wurde später zu einer repräsentativen Residenz ausgebaut. Heute ist es das Wahrzeichen der Stadt.

    Auch beim Wein sind wir hier in einer spannenden Gegend. Rund um Saumur dominiert vor allem Chenin Blanc, aus dem trockene Weißweine ebenso wie Schaumweine hergestellt werden. Besonders bekannt ist der Crémant de Loire bzw. Saumur Brut. Bei den Rotweinen spielt Cabernet Franc die Hauptrolle – unter anderem im berühmten Anbaugebiet Saumur-Champigny. Viele Weinkeller befinden sich in sogenannten Troglodytenhöhlen, die in den weichen Tuffstein der Loirehänge geschlagen wurden.

    Eigentlich hätte Saumur definitiv einen längeren Stopp verdient. Aber heute war dafür leider keine Zeit – schließlich müssen wir noch ein gutes Stück weiter und wollen irgendwann auch ankommen. Also einmal kurz die Aussicht auf Schloss, Loire und die alte Stadt genossen, ein paar Fotos gemacht und schon ging es weiter Richtung Norden.
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  • Audierne

    9 augustus, Frankrijk ⋅ ☀️ 21 °C

    Nach unserem Abstecher durchs Loiretal ging es weiter Richtung Bretagne. Eigentlich wollten wir noch nach Nantes, unter anderem natürlich wegen der Hoffnung auf eine weitere Starbucks-Tasse. Aber irgendwann war klar: Der zusätzliche Aufwand lohnt sich nicht wirklich – zumal es dort offenbar ohnehin keine passende Tasse für die Sammlung gegeben hätte. Also haben wir Nantes gestrichen.

    Stattdessen hielten wir vorher noch in Ancenis-Saint-Géréon, direkt an der Loire. Das Städtchen liegt ungefähr auf halber Strecke zwischen Angers und Nantes und war historisch durch seine Lage am Fluss und als Übergang zwischen Bretagne und Anjou durchaus bedeutend. Heute ist die Umgebung teilweise ziemlich industriell, aber direkt an der Loire ist es trotzdem schön. Wir haben einen kleinen Snack gegessen und uns ein bisschen umgesehen. Besonders schön waren die große Brücke über die Loire und das alte Château d’Ancenis direkt am Fluss. An der Brücke musste natürlich noch einmal die Drohne raus – von oben mit der breiten Loire und ihren Inseln ein richtig schöner Blick.

    Danach hieß es allerdings: Kilometer machen. Vor uns lagen noch fast vier Stunden bis Audierne ganz im Westen der Bretagne. Also ab ins Auto und erst einmal ordentlich Strecke fahren.

    Kurz vor dem Ziel gab es dann doch noch einen ungeplanten Stopp. An einem Fluss hatte ich aus dem Augenwinkel etwas Großes und Braunes gesehen und war mir sicher, dass dort irgendein ziemlich großer Vogel sitzt. Was hätte das sein können? Vielleicht ein Graureiher, ein großer Kormoran oder sogar ein Greifvogel – aus dem fahrenden Auto und auf Entfernung kann die Silhouette schon einmal täuschen. Die Neugier war jedenfalls groß genug, dass wir noch einmal umdrehten.

    Und gut, dass wir es gemacht haben: Der vermeintliche Vogel war eine Robbe! Eigentlich noch viel besser. Sie saß ganz gemütlich auf einer Sandbank im Fluss – sehr schön. Foto mit Tele doch nicht umsonst mitgenommen. War wohl ein Seehund. Kegelrobbe , die es wohl auch gibt, haben einen länglicheren Kopf.

    Am Abend kamen wir schließlich in Audierne an. Ein wunderschöner kleiner bretonischer Hafenort an der Mündung des Goyen in den Atlantik. Helle Häuser rund um die Bucht, Boote im Hafen und gerade liefen noch einige Segelschiffe ein. Dazu das Abendlicht – nach der langen Fahrt eine richtig schöne Ankunft.

    Unser Hotel liegt direkt am Wasser und vom Zimmer haben wir einen tollen Blick auf den Fluss und hinaus Richtung Meer. Nach dem Einchecken gab es noch ein sehr leckeres Abendessen im Hotel. Danach noch an die Bar, etwas trinken und den Tag langsam ausklingen lassen.

    Morgen wird wieder früh gestartet: zum Sonnenaufgang raus zur Pointe du Raz, danach zurück nach Audierne zum Schwimmen und Frühstücken. Wieder einmal ein richtig schöner Tag in Frankreich – und langsam geht es jetzt aber weiter Richtung Heimat. Weiter weg können wir nicht sein.
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  • Sonnenaufgang am Pointe du Raz

    10 augustus, Frankrijk ⋅ 🌙 18 °C

    Sonnenaufgang war heute für 7:05 Uhr vorhergesagt – also hieß es um 6 Uhr aufstehen. Mein Ziel: Pointe du Raz, einer der spektakulärsten Punkte der bretonischen Küste. Die Landspitze ragt ganz im Westen des Cap Sizun in den Atlantik hinaus. Vor ihr liegt der berüchtigte Raz de Sein, eine Meerenge mit starken Strömungen, Untiefen und ordentlich Seegang. Genau deshalb stehen hier draußen gleich mehrere Leuchttürme.

    Gegen 6:30 Uhr war ich am Parkplatz – praktisch ganz allein. Von dort waren es noch rund 20 Minuten zu Fuß bis hinaus an die Steilküste. Schon auf dem Weg wurde langsam klar, dass sich das frühe Aufstehen gelohnt hatte. Die Aussicht war spektakulär: bis zu rund 70 Meter hohe Felsen, der offene Atlantik und draußen im Meer die Leuchttürme.

    Besonders markant ist der Phare de la Vieille, der seit Ende des 19. Jahrhunderts direkt auf einem Felsen vor der Pointe du Raz steht. Gleich daneben sitzt der kleinere Tourelle de la Plate, wegen seiner Form auch „Petite Vieille“ genannt. Noch weiter draußen erkennt man den Phare de Tévennec, einsam auf einer winzigen Felseninsel im Raz de Sein. Und bei klarer Sicht reicht der Blick sogar bis zur Île de Sein und ihrem Leuchtturm. Diese ganze Kette von Leuchtfeuern zeigt ziemlich eindrucksvoll, wie schwierig die Schifffahrt hier früher gewesen sein muss.

    Also Drohne gestartet und raus aufs Meer. Die Pointe du Raz von oben, die Felsen und die Leuchttürme im warmen Morgenlicht – richtig schöne Stimmung und genau die Bilder, die ich mir vorgestellt hatte. Von oben sieht man erst richtig, wie schmal und zerklüftet die Landspitze ist und wie die Felsen draußen wie eine Verlängerung der Bretagne im Atlantik liegen.

    Auf dem Rückflug dann allerdings eine kleine Schrecksekunde: Der Akku ging schneller zur Neige als gedacht. Noch rund 800 Meter bis zu mir und die Drohne wollte bereits zur automatischen Notlandung ansetzen. Mit den letzten Prozent hat sie es dann tatsächlich noch zurückgeschafft. Knapp, aber gut gegangen – und die Fotos natürlich gleich gesichert.

    Zurück bin ich über einen anderen Weg direkt an der Steilküste entlanggelaufen. Fast noch schöner als auf dem Hinweg: Morgenlicht über dem Atlantik, Vögel überall und zwischendrin erstaunlich große Spinnen. Die Pointe du Raz gehört zum Grand Site de France und ist heute weitgehend als wilde Küstenlandschaft geschützt. Eine herrliche Gegend – und zu dieser frühen Stunde fast menschenleer.

    Pünktlich um 9 Uhr war ich wieder zurück. Tamara hatte die Zeit für eine Runde Schwimmen genutzt – das Wasser war wohl eher auf der schattigen Seite. Wieder getroffen haben wir uns im Hotel. Und nach drei Stunden Morgenprogramm gibt es jetzt erst einmal Frühstück.
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  • Locronan

    10 augustus, Frankrijk ⋅ ☀️ 23 °C

    Nach dem Frühstück sind wir weiter nach Locronan gefahren, einem kleinen historischen Ort im Westen der Bretagne. Schon am großen Parkplatz war klar, dass wir nicht die Einzigen mit dieser Idee waren – ziemlich voll und entsprechend viele Leute in den Gassen.

    Locronan selbst ist aber wirklich hübsch. Der historische Ortskern ist fast vollständig aus alten Granithäusern gebaut, mit Kopfsteinpflaster, kleinen Plätzen und der großen Kirche Saint-Ronan mittendrin. Der Ort verdankt seinen früheren Wohlstand vor allem der Herstellung von Segeltuch: Ab dem 15. und 16. Jahrhundert wurde hier hochwertiges Leinen für die Segel großer Schiffe produziert. Heute gehört Locronan zu den „Plus Beaux Villages de France“, also den offiziell schönsten Dörfern Frankreichs, und wird entsprechend touristisch herausgeputzt.

    Fast ein bisschen wie ein Shoppingdorf: kleine Läden, bretonische Spezialitäten, Kunsthandwerk und Restaurants in den alten Steinhäusern. Wir sind gemütlich durch die Gassen gelaufen, haben uns die Kirche angeschaut und anschließend lieber das gemacht, was in der Bretagne sowieso dazugehört: hingesetzt, ein Glas Weißwein bestellt und eine ordentliche Portion Muscheln mit Pommes gegessen. Bei blauem Himmel und Sonne definitiv kein schlechter Mittagsstopp.
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  • Rüber zur Kanalküste

    10 augustus, Frankrijk ⋅ ☀️ 20 °C

    Nach Locronan ging es für uns einmal quer über die bretonische Halbinsel hinüber an die Kanalküste. Dabei hat man noch einmal gesehen, wie landwirtschaftlich geprägt die Bretagne abseits der Küsten eigentlich ist. Kilometerlang ging es durch eine überraschend grüne Agrarlandschaft mit großen Getreide- und Maisfeldern, Weiden und immer wieder riesigen weißen Rindern. Gerade diese hellen Charolais-Rinder fallen sofort auf – mächtige Tiere, die man hier immer wieder auf den Weiden sieht.

    Die Bretagne gehört zu den wichtigsten Landwirtschaftsregionen Frankreichs. Neben Getreide und Mais spielt vor allem die Tierhaltung eine enorme Rolle: Rinder und Milchvieh, aber auch Schweine und Geflügel. Dazwischen liegen immer wieder kleine Dörfer, einzelne Höfe und die für die Bretagne typischen, von Hecken und Baumreihen eingefassten Felder. Sobald man die touristischen Küstenorte verlässt, merkt man ziemlich schnell, dass die Bretagne eben nicht nur Meer, Felsen und hübsche Fischerdörfer ist, sondern vor allem auch eine große Agrarregion.

    An der Kanalküste angekommen, haben wir uns in der Nähe von Erquy erst einmal einen schönen Strand gesucht und ein paar Stunden entspannt. Herrlicher Sandstrand, wenig Programm – einfach liegen, aufs Meer schauen und Bretagne genießen. Dabei konnten wir auch gleich erleben, wie stark die Gezeiten hier sind. Das Wasser kam mit der auflaufenden Flut stetig näher und erstaunlich schnell. Irgendwann wurde unser Stück Strand immer kleiner und wir mussten langsam zusammenpacken.

    Danach ging es weiter zum Cap Fréhel und seinem großen Leuchtturm. Ganz anders als die Leuchttürme heute Morgen am Pointe du Raz, die draußen mitten im Meer stehen: Der Phare du Cap Fréhel thront hoch oben auf der Steilküste, rund 70 Meter über dem Meer. Der heutige Turm stammt aus den 1950er-Jahren und ist mit seinen gut 32 Metern Höhe schon ein ordentliches Teil. Von hier oben sichert sein Licht die Schifffahrt an dieser felsigen Küste und am Eingang zur Bucht von Saint-Brieuc.

    Auch die Landschaft rundherum ist spektakulär: hohe Klippen, weite Heideflächen und der Blick hinaus auf den Ärmelkanal. Nach den vielen flachen Agrarflächen im Landesinneren war das noch einmal ein ziemlicher Kontrast.

    Danach ging es weiter zu unserem nächsten Ziel: Saint-Malo. Hier bleiben wir nun etwas länger und haben Zeit, uns die alte Korsarenstadt und die Küste rundherum in Ruhe anzuschauen.
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  • Saint-Malo

    10 augustus, Frankrijk ⋅ ☀️ 21 °C

    In Saint-Malo angekommen – und das Hotel war schon mal genial: direkt am Strand. Kurz eingecheckt, Sachen ins Zimmer und dann zu Fuß am Wasser entlang Richtung Altstadt.

    Die Altstadt von Saint-Malo, Intra-Muros, liegt komplett hinter einer mächtigen Stadtmauer. Wir sind durch die alten Gassen gelaufen, oben und entlang der Befestigungen, mit Blick auf den Hafen und das Meer. Im Hafen lagen einige richtig große Schiffe und alte Fregatten – passt perfekt zu einer Stadt, deren Geschichte praktisch komplett mit dem Meer verbunden ist.

    Saint-Malo war über Jahrhunderte eine der bedeutendsten Hafenstädte der Bretagne. Berühmt wurde die Stadt vor allem durch ihre Korsaren. Das waren keine gewöhnlichen Piraten, sondern Seeleute, die mit offizieller Erlaubnis des französischen Königs feindliche Handelsschiffe kapern durften. Einer der bekanntesten war Robert Surcouf, der Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts von Saint-Malo aus operierte. Die Stadt wurde dadurch reich und entwickelte ein enormes Selbstbewusstsein – zeitweise bezeichneten sich die Einwohner angeblich lieber als Malouins denn als Franzosen oder Bretonen.

    Auch Entdecker starteten von hier. Jacques Cartier, der im 16. Jahrhundert den Sankt-Lorenz-Strom erkundete und damit den Weg für die französische Kolonisierung Kanadas bereitete, wurde in Saint-Malo geboren und brach von hier zu seinen Reisen auf.

    Was heute wie eine perfekt erhaltene mittelalterliche Stadt aussieht, ist allerdings teilweise eine gewaltige Rekonstruktion. Im Zweiten Weltkrieg wurde Saint-Malo 1944 bei den Kämpfen um die von deutschen Truppen besetzte Festung zu großen Teilen zerstört. Danach baute man die Altstadt über viele Jahre sehr originalgetreu wieder auf. Deshalb wirkt Intra-Muros heute trotzdem wie aus einem Guss.

    Am Abend natürlich Fisch. Wenn man schon direkt am Atlantik sitzt, gehört das einfach dazu. Der Hummer hätte zwar auch noch gut ins Programm gepasst, aber den haben wir uns dann doch nicht gegönnt.

    Danach ging es zu Fuß zurück zum Hotel. Noch einmal die Abendstimmung am langen Strand genossen, das Licht über dem Meer, die befestigte Altstadt im Hintergrund und langsam Ruhe an der Promenade. Saint-Malo hat uns wirklich gut gefallen – maritim, historisch und gleichzeitig ein klassischer französischer Badeort.

    Allzu spät durfte es allerdings nicht werden. Am nächsten Morgen stand schon das nächste Highlight an: Mont-Saint-Michel. Und natürlich bedeutete das wieder einmal: früh raus. Urlaub eben.
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  • Mont-Saint-Michel

    11 augustus, Frankrijk ⋅ ☀️ 16 °C

    Ausschlafen ist auf dieser Reise irgendwie nicht vorgesehen. Um 5:30 Uhr klingelte mal wieder der Wecker. Kurz fertig gemacht und gegen sechs Uhr ging es von unserem Hotel in Saint-Malo los. Direkt am Meer entlang führte die Strecke zunächst aus der Stadt hinaus und dann immer weiter Richtung Osten. Knapp eine Stunde Fahrt lag vor uns.

    Je näher wir Mont-Saint-Michel kamen, desto flacher wurde die Landschaft. Die Bucht ist riesig, und irgendwann tauchte er dann schon von Weitem am Horizont auf: dieser einzelne Felsen mitten in der Ebene, oben drauf die gewaltige Abtei. Genau dieses Bild kennt man von unzähligen Fotos – in echt wirkt es trotzdem noch einmal ganz anders.

    Am großen Parkplatz war trotz der frühen Uhrzeit schon einiges los. Von dort ging es zu Fuß weiter. Wir wollten natürlich nicht einfach den Shuttlebus nehmen, sondern den Weg zum Mont-Saint-Michel richtig erleben. Über den langen Damm und später die Brücke kommt der Berg Schritt für Schritt näher. Mit Fotostopps und immer neuen Perspektiven waren wir fast eine Stunde unterwegs. Aber genau das war eigentlich schon ein Teil des Erlebnisses – und es entstanden richtig schöne Bilder.

    Mont-Saint-Michel liegt auf einer kleinen Felseninsel in einer der gezeitenreichsten Buchten Europas. Der Tidenhub kann hier bei besonders starken Gezeiten rund 14 Meter erreichen. Früher konnte das Wasser den Mont bei Flut tatsächlich vollständig vom Festland abschneiden. Heute sorgt die auf Stelzen gebaute Brücke dafür, dass das Wasser wieder weitgehend frei um den Felsen strömen kann und sich weniger Sand und Sedimente ablagern.

    Die Geschichte des Ortes reicht mehr als 1.300 Jahre zurück. Der Überlieferung nach erschien im Jahr 708 der Erzengel Michael dem Bischof Aubert von Avranches und forderte ihn auf, auf dem Felsen eine Kirche zu errichten. Daraus entwickelte sich über die Jahrhunderte eines der wichtigsten Pilgerziele Frankreichs. Ab dem 10. Jahrhundert siedelten sich Benediktinermönche hier an und bauten den Felsen immer weiter aus.

    Besonders beeindruckend ist, wie man überhaupt auf die Idee kam, auf diesem schmalen Granitfelsen ein solches Bauwerk zu errichten. Da kaum ebene Fläche vorhanden war, wurden Gebäude teilweise übereinander gesetzt und der Felsen mit gewaltigen Unterkonstruktionen erweitert. Ganz oben thront die Abteikirche, darunter liegen Klostergebäude, Säle und Gewölbe, und ganz unten drängen sich die Häuser des kleinen Ortes zusammen.

    Durch das große Tor ging es schließlich hinein und sofort in die engen Gässchen. Kopfsteinpflaster, alte Steinhäuser, kleine Läden und Restaurants – und natürlich Treppen. Viele Treppen. Wir schlängelten uns langsam nach oben und erkundeten den Mont Stück für Stück.

    Im Mittelalter hatte Mont-Saint-Michel neben seiner religiösen auch eine enorme strategische Bedeutung. Während des Hundertjährigen Krieges hielt die stark befestigte Insel den englischen Angriffen stand und wurde dadurch zu einem Symbol französischen Widerstands. Später verlor das Kloster an Bedeutung und wurde nach der Französischen Revolution sogar als Gefängnis genutzt. Erst im 19. Jahrhundert begann man, den historischen Wert des Ortes wieder richtig zu erkennen und die Anlage umfassend zu restaurieren.

    Heute gehört Mont-Saint-Michel gemeinsam mit seiner Bucht zum UNESCO-Welterbe und ist mit mehreren Millionen Besuchern pro Jahr eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Frankreichs.

    Das frühe Aufstehen hatte sich jedenfalls gelohnt. Schon der lange Fußweg durch die Bucht mit dem Mont-Saint-Michel vor uns war mindestens genauso schön wie das eigentliche Ankommen.

    Zurück ging es mit dem Shuttle-Bus. Zum Glück waren wir so früh dran. Jetzt war es so voll, es gab schon eine Riesenschlange für die Busse …
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  • Die Abtei von Mont-Saint-Michel

    11 augustus, Frankrijk ⋅ ☀️ 20 °C

    Fast hätten wir uns die Abtei gespart. Vor dem Eingang zog sich eine ziemlich lange Schlange den Berg hinauf, und unsere Begeisterung, uns dort anzustellen, hielt sich zunächst in Grenzen. Aber wenn man schon einmal hier oben ist … also doch angestellt. Am Ende waren es vielleicht 20 Minuten – dann doch nicht so schlimm.

    Dann ging es allerdings überraschend schnell. Drinnen direkt die Tickets gekauft, praktisch keine weitere Wartezeit, und schon waren wir in der Abtei. Und spätestens da war klar: Das Warten hatte sich gelohnt.

    Die Abtei sitzt wirklich spektakulär auf der Spitze des Felsens. Der älteste Teil der Anlage geht auf das 10. Jahrhundert zurück, als sich Benediktinermönche auf dem Mont niederließen. Im 11. Jahrhundert begann der Bau der großen romanischen Abteikirche. Das Verrückte dabei: Auf dem Gipfel gab es überhaupt nicht genügend Platz für eine Kirche dieser Größe. Also wurden zunächst gewaltige Krypten und Unterbauten errichtet, die den eigentlichen Felsen künstlich erweiterten. Darauf setzte man dann die Kirche. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte wurde immer weiter angebaut, sodass heute romanische und gotische Architektur übereinander und nebeneinander zu sehen sind.

    Besonders berühmt ist der gotische Klosterkomplex „La Merveille“ – das Wunder – aus dem 13. Jahrhundert. Und der Name passt tatsächlich. Höhepunkt ist der Kreuzgang ganz oben auf dem Felsen. Die filigranten Säulen, die offenen Bögen und dazwischen immer wieder der Blick über die riesige Bucht – schon ziemlich spektakulär. Direkt darunter befinden sich unter anderem das Refektorium der Mönche und weitere große Säle. Man merkt erst beim Rundgang, wie unglaublich verschachtelt dieses ganze Bauwerk ist.

    Auch die Aussicht von hier oben war genial. Weit über die flache Bucht, die Salzwiesen und das Watt bis zum Festland. Von unten sieht Mont-Saint-Michel schon beeindruckend aus, aber von ganz oben versteht man erst richtig, wie isoliert dieser Felsen früher bei Flut gewesen sein muss.

    Die große Abteikirche selbst war bei unserem Besuch teilweise ganz anders inszeniert, als wir erwartet hatten. Statt ausschließlich klassischer Kirchenatmosphäre gab es Kunstinstallationen und Lichtspiele, die den riesigen, schlichten Raum noch einmal ganz anders wirken ließen. Gerade der Kontrast zwischen fast tausend Jahre alten Mauern und moderner Kunst hatte etwas.

    Eine der spannendsten Entdeckungen kam später: das gewaltige hölzerne Tretrad, das fast wie ein überdimensionales Hamsterrad aussieht. Es stammt aus der Zeit, als Mont-Saint-Michel nach der Französischen Revolution nicht mehr als Kloster, sondern als Gefängnis genutzt wurde. Gefangene liefen im Inneren des Rades und trieben damit eine Winde an. Über eine schräg am Felsen verlaufende Rampe wurden auf einem Lastenschlitten Lebensmittel, Baumaterial und andere schwere Güter vom unteren Bereich bis weit nach oben gezogen. Das Rad ist mehrere Meter hoch und zeigt ziemlich anschaulich, welches logistische Problem dieser Berg schon immer hatte: Alles, was oben gebraucht wurde, musste irgendwie dort hinauf.

    Die Nutzung der Anlage hat sich überhaupt mehrfach komplett verändert. Jahrhundertelang war Mont-Saint-Michel eines der bedeutenden religiösen Zentren und Pilgerziele Frankreichs. Während des Hundertjährigen Krieges wurde der Berg zusätzlich zur Festung und widerstand den englischen Angriffen. Nach der Französischen Revolution wurden die Mönche vertrieben und die Abtei 1793 in ein Gefängnis umgewandelt. Zeitweise saßen hier mehrere Hundert Gefangene, darunter auch politische Häftlinge.

    1863 wurde das Gefängnis schließlich geschlossen. Wenige Jahre später begann die systematische Restaurierung, und 1874 wurde die Abtei als historisches Monument unter Schutz gestellt. Seit 1979 gehören Mont-Saint-Michel und seine Bucht zum UNESCO-Welterbe. Seit 2001 lebt mit den „Fraternités Monastiques de Jérusalem“ sogar wieder eine kleine religiöse Gemeinschaft auf dem Mont.

    Geniales Gebäude!
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  • Canale

    11 augustus, Frankrijk ⋅ ☀️ 24 °C

    Auf dem Rückweg vom Mont-Saint-Michel machten wir noch einen Abstecher nach Canale – und tatsächlich gilt der kleine Hafenort als eine der großen Austern-Hochburgen Frankreichs. Schon bei der Anfahrt kamen wir an riesigen Austernfeldern vorbei. Bei Ebbe allerdings nicht besonders beeindruckend: Wasser mal wieder komplett weg, dafür Schlamm, Gestelle und Austernbänke so weit man schauen konnte.

    Cancale lebt seit Jahrhunderten von der Austernzucht. Vor allem die großen pazifischen Felsenaustern werden hier auf Gestellen in Säcken gezüchtet. Daneben gibt es noch die traditionelle flache europäische Auster, die im tieferen Wasser auf dem Meeresboden wächst. Insgesamt werden in der Bucht jedes Jahr mehrere Tausend Tonnen Austern produziert. Die starken Gezeiten sind dafür ideal – und erklären auch, warum bei unserem Besuch mal wieder weit und breit kein Meer zu sehen war.

    Wir suchten uns einen Parkplatz und liefen hinunter zum alten Hafenviertel Port de la Houle. Auch dort herrschte komplette Ebbe. Die Boote lagen einfach auf dem Trockenen, was inzwischen irgendwie schon zum gewohnten Bild unserer Bretagne-Tour gehört. Dafür reiht sich unten am Hafen ein Restaurant ans nächste – Seafood natürlich überall.

    Also gönnten wir uns ein ausgiebiges Mittagessen mit einer kleinen Flasche Wein dazu. Einmal quer durchs Meer: Austern, Seeschnecken, Muscheln, Langustinen und noch einiges mehr. Die Austern waren erstaunlicherweise richtig lecker. Cancale scheint seinen Ruf also tatsächlich verdient zu haben.

    Ich hatte danach noch eine ziemlich ungewöhnliche Kombination: Choucroute de la mer – Sauerkraut mit Fisch und Meeresfrüchten. Klingt zunächst etwas abenteuerlich, ist in der Bretagne aber tatsächlich eine Spezialität. Und überraschenderweise hat die Kombination richtig gut funktioniert.

    Cancale war damit ein schöner ungeplanter Zwischenstopp: Austern, Seafood, Wein, ein Hafen ohne Wasser und jede Menge Bretagne. Viel Zeit zum Trödeln blieb allerdings nicht. Wir waren schon wieder in Zeitnot, denn als Nächstes wartete noch unsere Bootsfahrt.
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  • Bootstour rund um Saint-Malo

    11 augustus, Frankrijk ⋅ ☀️ 26 °C

    Nach unserem Seafood-Mittagessen in Cancale mussten wir uns schon wieder etwas beeilen. Schließlich hatten wir in Saint-Malo noch eine Bootstour gebucht. Am Hafen angekommen, war die Parkplatzsuche erstaunlich unkompliziert – zumindest wenn man unseren etwas improvisierten Parkplatz als legal durchgehen lässt. Irgendwie reingequetscht, Auto abgestellt und los. Pierre hatte schon angerufen und gefragt, wo wir denn bleiben. Ein paar Minuten später saßen wir aber bereits in seinem kleinen, ziemlich schnellen Schlauchboot.

    Kaum aus dem Hafen heraus, kam als Erstes die Jungfrau von Bizeux in Sicht. Die Marienstatue steht weithin sichtbar auf einem Felsen mitten in der Mündung der Rance und wacht dort seit dem 19. Jahrhundert über die Seeleute. Pierre erzählte uns von den alten Fischern aus Saint-Malo, die für Monate bis nach Neufundland und Kanada zum Kabeljaufang aufbrachen. Vor der gefährlichen Überfahrt gehörten solche religiösen Rituale und Bitten um eine sichere Rückkehr zum Leben der Seeleute.

    Danach ging es weiter die Rance entlang zum gewaltigen Gezeitenkraftwerk. Über den Damm waren wir mit dem Auto schon gefahren, ohne groß darüber nachzudenken. Vom Wasser aus erklärte Pierre dann begeistert, was da eigentlich unter der Straße steckt. Das Kraftwerk wurde 1966 von Charles de Gaulle eröffnet und war damals das erste große Gezeitenkraftwerk der Welt. Mit seinen 24 Turbinen und 240 Megawatt Leistung war es mehr als 40 Jahre lang sogar das leistungsstärkste der Welt. Die Turbinen nutzen den enormen Tidenhub der Gegend und können Strom erzeugen, wenn das Wasser durch den Damm strömt. Die Jahresproduktion reicht rechnerisch für ungefähr 225.000 Menschen. Schon erstaunlich, dass wir vorher einfach darübergefahren waren.

    Dann drehten wir um und fuhren hinaus Richtung offene See. Vorbei an Saint-Servan, der Tour Solidor und schließlich an Saint-Malo selbst. Vom Wasser aus bekommt man erst ein richtiges Gefühl dafür, wie sehr diese Stadt vom Meer geprägt ist. Die gewaltigen Mauern von Intra-Muros stehen praktisch direkt auf den Felsen, davor liegen kleine Inseln und Festungen wie Außenposten im Meer.

    Einige dieser Forts entstanden Ende des 17. Jahrhunderts nach Plänen von Vauban und seinem Ingenieur Siméon Garangeau. Sie sollten Saint-Malo und seinen wichtigen Hafen gegen Angriffe englischer und niederländischer Flotten schützen. Bei Ebbe kann man manche der Inseln sogar zu Fuß erreichen, wenige Stunden später sind sie wieder komplett vom Meer umgeben.

    Wir kamen auch an der kleinen Île Harbour mit ihrem Fort vorbei. Pierre hatte dazu natürlich noch eine passende Geschichte: Das Fort gehörte tatsächlich einmal Alain Delon. Der französische Filmstar kaufte es in den 1970er-Jahren und besaß es einige Jahre. Pierre erzählte, Delon habe daraus eine private Partyinsel machen wollen. Ob das wirklich sein großer Plan war oder inzwischen zur lokalen Legende gehört, lässt sich schwer belegen – die Geschichte passt aber hervorragend zu so einem einsamen Fort vor Saint-Malo. 1981 wurde es jedenfalls wieder verkauft.

    Dann ging es hinüber nach Dinard. Vom Wasser sieht man besonders gut, warum der Ort im 19. Jahrhundert zu einem der mondänsten Seebäder Frankreichs wurde. Oberhalb der Strände stehen noch immer die riesigen Villen wohlhabender französischer und vor allem britischer Familien. Türmchen, Erker, große Fensterfronten – eine Villa extravaganter als die nächste. Dazwischen die großen Hotels und Strände, die Dinard bis heute den Charakter eines klassischen Belle-Époque-Seebades geben.

    Langsam kam dann auch die Sonne richtig heraus und plötzlich wurde es angenehm warm. Pierre meinte, selbst das Meer habe momentan rund 22 Grad und sei für diese Gegend außergewöhnlich warm. Nach dem zunächst eher frischen Start war es auf dem Boot schließlich richtig angenehm.

    Zum Abschluss ging es noch einmal an Saint-Malo vorbei. Vom Wasser aus waren die Stadtmauern und die großen alten Häuser dahinter noch einmal spektakulär. Gleichzeitig erzählte Pierre von der weniger schönen Vergangenheit der Stadt und empfahl uns unbedingt noch das Mémorial 39–45 auf der Cité d’Alet.

    Also nach der Bootstour wieder ins Auto und noch hinauf zur Cité d’Alet. Die Ausstellung im Mémorial war leider bereits geschlossen, aber das Gelände selbst war trotzdem sehenswert. Die Deutschen hatten den strategisch perfekt gelegenen Felsen ab 1942 zu einer massiven Festung des Atlantikwalls ausgebaut: mehr als 30 Bunker, Artilleriestellungen, Beobachtungsposten und ein weit verzweigtes System unterirdischer Gänge.

    Im August 1944 wurde die Gegend bei der Befreiung Saint-Malos zum Schlachtfeld. Amerikanische Truppen griffen die deutsche „Festung Saint-Malo“ an, während sich die deutschen Soldaten unter anderem auf der stark befestigten Cité d’Alet verschanzten. Die Altstadt von Saint-Malo wurde während der Kämpfe und Bombardierungen zu großen Teilen zerstört und später nahezu vollständig wieder aufgebaut. Die Geschichte, dass Saint-Malo nur aufgrund eines Übersetzungsfehlers bombardiert worden sei, wird zwar erzählt, lässt sich historisch aber nicht zuverlässig belegen.

    Heute stehen auf der Cité d’Alet noch zahlreiche Bunker und zerstörte Stellungen. Überall sieht man Einschusslöcher und Spuren der Kämpfe. Und gleichzeitig hat man von dort oben einen fantastischen Blick über genau die Gegend, durch die wir kurz vorher mit dem Boot gefahren waren: Saint-Malo, Dinard, die Rance, die vorgelagerten Inseln und das offene Meer.
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