Auf nach Chile
2025年11月30日, チリ ⋅ ☀️ 25 °C
Unsere nächste Reise hat begonnen und diesmal geht es nach Chile. Ein Land was sich entlang der Anden von Nord nach Süd auf etwa 4200km erstreckt. Für fünf Wochen ein nicht so einfaches Unterfangen. So gab es im Vorfeld immer wieder Änderungen der Reiseroute und Verschiebungen der Prioritäten. Letztendlich fügten sich die Puzzelteile aneinander und dieses Gesamtbild, freuen wir uns erkunden zu dürfen. Im Gegensatz zu sonst, haben wir auch bedingt durch die Hauptreisesaison, alle Unterkünfte, Flüge und Mietwagen, sowie einen Camper vorher gebucht. Das reduziert die Flexibilität aber schafft auch mehr Zeit, da aufwendige Recherchearbeiten bereits im Vorfeld erledigt wurden. Und trotz der zeitlichen Eingrenzung haben wir und noch genügend Freiheiten offengelassen.
Aber was haben wir genau vor? Wir starten in Santiago de Chile, so ziemlich in der Mitte des Landes. Will man hierhin reisen, dann fliegt man aus internationalem Luftraum erstmal hierin. Bleibe werden wir aber nur wenige Tage. Die Stadt selbst aber auch das Umland und ein Kurztrip ans Meer steht auf unserer Agenda. Danach geht es in staubiges Gelände in die Atacama Wüste. Mit einem Allradfahrzeug gehen wir auf die Jagd nach Flamingos, surrealen Landschaften und wunderschönen Oasen. Anschließen geht es auf die Carretera Austral, eine berühmte Panoramastraße und dafür haben wir 14 Tage eingeplant und einen Camper, na gut Camperchen gemietet. Hier erwarten uns traumhafte Landschaften, Fjörde, Berge, Gletscher,… und vieles mehr. Als Abschluss geht es in den Süden, nach Punta Arenas. Ein paar ruhigere Tage mit vornehmen Tieren im Frack aber vielleicht auch ein paar Kolossen der Meere.
Heute, … nun ja, ein notwendiges Übel. Start 3:10Uhr in Oranienburg ging es per Zug zum BER und anschließend per Flugzeug über Madrid (Flugzeit 3:15h) nach Santiago de Chile (Flugzeit 13:20h). Mit den Flügen hat alles soweit geklappt, nur die lange Flugzeit und das ewige Sitzen waren dann doch etwas lästig. Mit circa 850km/h ging es über den Atlantik, wo uns ein paar Turbulenzen hin und wieder durchschüttelten. Die schweißigen Hände und das unwohlsame Behagen verschwand jedoch nach einiger Zeit. In Santiago angekommen warteten leider die ersten Herausforderungen auf uns, die etwas unbequem waren. Gepäck und Passkontrolle waren noch recht schnell abgehakt aber unsere Autovermietung HERTZ war leider nicht am Flughafen ansässig. Ein Taxifahrer zeigte sich hilfsbereit aber witterte wohl eher seine Chance. Nach Aussagen einer anderen Autovermietung vergreift der sich wohl gerne an den Kreditkarten. Trotz, dass wir nicht bei ihm ein Auto gemietet hatten, half er uns weiter und kontaktierte Hertz. Wir waren eine halbe Stunde zu spät, die Aussagen reichten von „ ihr könnt das Mietauto morgen abholen“ oder „wollt ihr ein anderes haben“ war vieles dabei. Aber letztendlich kam unser Shuttle und brachte uns da hin, wo wir hin wollten. Nach 15 min konnten wir auch einsteigen und zur Unterkunft fahren. Weit gefehlt, denn Caros E-Sim war zwar für Chile aktiviert aber konnte mir kein Hotspot geben. Zum Glück hatte ich noch ein Tab im Handy auf, wo ich die Adresse fand. Nach einer halbstündigen Fahrt durchs dunkle Santiago fanden wir unsere Unterkunft recht schnell. Das Auto konnten wir in der Tiefgarage abstellen und wir verschwanden nach 27h im Bett.もっと詳しく
Erste Eindrücke und ein paar Hinternisse
2025年12月1日, チリ ⋅ ☀️ 28 °C
Noch etwas geschafft vom Anreisetag, ließen wir den Tag entspannt angehen. Ich war bereits um 7 Uhr das erste Mal wach aber beim nächsten Mal stand eine 12 als erstes. Die erste Idee war bis 13 Uhr in den Tag zu starten und danach Organisatorisches zu erledigen aber auch die Stadt zu erkunden. Diesmal machte uns die Unterkunft einen Strich durch die Rechnung. Bei Caro reichte das Wasser noch aus aber danach versiegte jede Wasserquelle in der Wohnung. Der Kommunikationsweg mit der Vermieterin war einseitig geprägt und hier konnten wir leider keine neuen Infos bekommen. In Gedanken wollten wir bereits nach einer neuen Unterkunft suchen, bis dann endlich doch wieder Wasser aus den Leitungen kam, nur war es dann schon 14Uhr.
Eingecremt und mit Mückenschutz bewaffnet trauten wir uns nach draußen. Die Sonne drückte von oben und es waren warme 26°C (schönen Gruß nach Hause). Wir haben nur eine Bettdecke und Caro ist da etwas egoistisch in der Nacht veranlagt aber selbst in der Nacht ist es recht warm, sodass man auch ohne Decke schlafen kann. Wir waren nun auf dem Weg mir eine SIM-Karte von Entel zu besorgen und sammelten die ersten Eindrücke der Stadt. Der Verkehr kämpfte sich zäh durch die Straßen, die Hochhäuser ringsherum waren grau und die Substanz war nicht mehr die Beste. Viele Wege waren bereits beschädigt und wir waren schon auffällig mit unserem mitteleuropäischen Teint. Bei Entel angekommen mussten wir den nächsten Rückschlag in Kauf nehmen. Alle Prepaid Karten waren ausverkauft und wir sollten woanders schauen. Nach kurzer Recherche im Internet suchten wir die Einkaufspassagen ab, aber konnten an keinen Laden, die bekannten Anbieter finden. Letztendlich gingen wir in ein Handyreparaturgeschäft und Tatsache, ich konnte nun eine Entel Sim-Karte mein Eigen nennen. Muss ja nur noch aktiviert werden. Da kamen wir zum nächsten Hindernis, was ich nicht so arg erwartet hatte. Mit Englisch kommt man hier nicht weiter, von der Autovermietung durften wir uns auch schon einen Spruch anhören, dass hier Spanisch gesprochen wird. So war der Aktivierungsprozess in Spanisch und mit Caros Handy übersetzten wir jede Seite und scheiterten trotzdem an dem Videoverfahren. Weil wir hierfür Zeit brauchten, hatten wir uns in ein kleines Restaurant zurückgezogen, wo es die erste Stärkung des Tages gab. Käse-Empanadas und ein leckeres Sandwich landeten schnell in unseren Mägen. Nun ging es abermals zu Entel, wo nach erfolgter Registrierung die Benachrichtigungen eintrudelten und wir dachten einen Haken dran machen zu dürfen.
Nachdem wir den gestrigen Tag im Sitzen verbracht hatten, suchten wir uns einen entfernteren Park aus. Die meiste Zeit folgten wir einer Hauptverkehrsstraße, welche einen schönen Grünstreifen mit Brunnen, Statuen und schön gestalteten Parkflächen beinhaltete. Was mir jedoch auch aufgefallen ist, viele Obdachlose und auch sicherheitstechnisch war die Polizei sehr präsent. Selbst in normalen kleinen Supermärkten sah man voll ausgerüstete Security (Schutzweste, Helm) mit vermummtem Gesicht. Viele Wohnanlagen waren durch extra Zäune gesichert und die Fenster im Erdgeschoss vergittert. Nach einer längeren Wegstrecke erreichten wir unser Ziel und dachten schon wir würden nicht mehr reinkommen, denn dieser war ebenfalls gut gesichert. Durch zwei mächtige Stahltüren gelangten wir schließlich ins Innere. Der Park war sehr gepflegt, obwohl an vielen Ecken auch hier die Substanz sich dem Ende näherte. Palmen, blühende Sträucher und ein keiner See schufen eine Oase vom hektischen Stadtleben.
Aufgrund von Zeitmangel konnten wir nicht allzu lang verweilen und traten den Rückweg an. Im Zentrum selbst bestaunten wir noch bedeutende Gebäude, welche auch recht eindrucksvoll und im großen Kontrast zu den umliegenden Gebäuden standen. Auch hier sind die Weihnachtsvorbereitungen im vollen Gange. Weihnachtsbäume und -lieder gab es hier und da zu hören. Auf dem Rückweg ging es noch zu einem Supermarkt, wo wir uns für die nächsten Tage eindeckten und schließlich auf unseren kleinen Balkon den Tag ausklingen lassen konnten.
Beim Versuch die Entel App auf meinem Handy einzurichten, zeigte es mir an, dass die SIM nicht korrekt aktiviert wurde. Den Zugang brauch ich aber um weiteres Datenvolumen zu kaufen, denn das jetzige würde nur sieben Tage reichen aber die Geschichte geht morgen weiter.もっと詳しく
Über den Dächern Santiagos
2025年12月2日, チリ ⋅ ☀️ 27 °C
Ein strahlend blauer Tag erwartete uns aber bevor es ans Frühstück ging, musste unsere Schuld für die Unterkunft beglichen werden. Bei der Gelegenheit wollte ich gleich mal fragen, ob Jenny mir bei meinem SIM Karten Problem helfen kann. Nach ein paar Verständigungsschwierigkeiten, hangelte sie sich durch die Hotline, mit der Info, dass die Aktivierung und Prüfung wohl noch Zeit brauchen. Hmm, nicht ganz so zufriedenstellend aber es gab noch ein Plan B (Spoiler: der wird es auch nicht).
Wir wollten heute hoch hinaus, ein rundum Blick über Santiago erhaschen. Ziel war das Sky Costanera, ein Hochhaus mit 360° Aussichtsplattform aber auf unseren Hin- sowie Rückweg lagen ebenfalls das ein oder andere Ziel. Der Weg aus der Wohnung fühlte sich bereits vertraut an und die Orientierung viel nicht schwer. An dem Park, wo wir zuerst hinwollten, waren wir gestern bereits vorbei gegangen aber da war die Zeit zu knapp. Der Cerro Santa Lucia ist eine Stadtoase und Nationaldenkmal. Am Fuße dieses Hügels wurde 1541 Santiago gegründet. Der Park ist geschmückt mit prachtvollen Brunnen, Statuen und gepflegte Parkanlagen. Kleine schmale Wege führen stetig nach oben bis zu einer Aussichtsplattform, welche einen kleinen Vorgeschmack auf den Sky Deck geben sollte. Im gesamten Park waren Wasserleitungen verlegt, welche permanent die Pflanzen mit Wasser versorgten aber ein kühles Klima erzeugten.
Das kühle Klima lag hinter uns und nun war wieder betonierte Fläche unter unseren Füßen. Ein kleiner Schlenker führte uns durch das Stadtviertel Bellavista, welches bekannt für seine Bars und Restaurants ist. Wir bekamen davon nicht viel mit und folgten anschließend den Fluss Rio Mapocho flussaufwärts. Parallel verlief ein kleiner Grünstreifen, den wir dankend folgten. Das Hochhaus rückte nun immer näher und damit auch das größte Shopping Center in Santiago, wo mein Plan B ein weiteres Entel Geschäft zur Lösung meiner SIM Problematik wartete. Die Mitarbeiterin verstand schon einmal ein wenig Englisch und war schonmal bemühter. Ich sollte mir nun eine Guthabenkarte in einer Apotheke/ Drogerie holen. Wir schlenderten durch das weihnachtlich geschmückte Kaufhaus über 5 Etagen und klapperten ein Laden nach dem Nächsten ab. Keine Guthabenkarte war erhältlich. Also wieder zurück, diesmal bei einem anderen Mitarbeiter, der wollte uns wieder zu den gleichen Läden schicken. Mit der Aussage, dass es dort nichts gab, war nun ein großer Supermarkt das Ziel. Ein wenig hatten wir das Gefühl wie bei Asterix und Obelix mit dem Formular Passierschein A38. Im Supermarkt wurden wir Tatsache fündig, naja,… es gab weitere SIM Karten mit sieben Tage Kontingent an Datenvolumen von Entel aber darunter hing noch eine SIM Karte über 30 Tage mit 50GB von Claro. Uns war es nun auch egal, dann halt eine neue SIM Karte und wieder der Aktivierungsprozess aber ich wäre von dem sieben Tages Zyklus von Entel weg. In einem Claro-Geschäft führten wir die Aktivierung durch und nun „sollte“ die Problematik für den Urlaub gelöst sein. Durch das Hin und Her war mehr als eine Stunde den Bach runtergegangen und wir machten uns nun auf zur Aussichtsplattform. Über einen Fahrstuhl ging es nun in die 61 Etage auf 300m. Das Hochhaus ist das höchste Gebäude Südamerikas und bot eine beeindruckende Übersicht über Santiago aber auch die dahinterliegenden Anden.
Nach einer kleinen Stärkung und Bargeldbeschaffung, welche durch die hohen Gebühren schon lästig ist. Maximal kann man 200€ abheben und bezahlt dafür circa 8€. Summiert über den Urlaub wird hier auch eine nicht unerhebliche Summe rauskommen. In Santiago wird noch viel mit Karte bezahlt aber die kommenden Regionen werden da eher Bargeld bevorzugen. Der Rückweg führte uns nicht Flussabwärts, sondern über den Cerro San Cristóbal, ein Berg, welcher durch seine zentrale Lage das Stadtbild prägt. Am höchsten Punkt steht eine 22m Statue der Jungfrau Maria, welcher als Pilgerort bekannt ist. Bevor wir uns allerdings an die Höhenmeter machten, durchquerten wir den luxuriösen Stadtteil, geprägt von teuren Stadtvillen, wo die meisten Zäune, Sicherheitssystem und Gitter an den Fenstern installiert hatten. Zu unserer Überraschung purzelten die Höhenmeter schneller als gedacht und die Komoot Wege waren größtenteils auch kein Problem. In dem Park gab es gut asphaltierte Straßen, welche nicht mit dem Auto genutzt werden durften. Stattdessen waren viele Radfahrer zu sehen, ein wenig hatte man das Gefühl, dass es die Trainingsstätte der Gutbetuchten war. Da wir an diesem Tag schon viele schöne Ausblicke genießen durften, blieben wir nur kurz bei der Jungfrau Maria, stärkten uns und traten zeitnah den Rückweg an. Wir mussten schließlich noch einkaufen und die nächsten beiden Tage planen, denn morgen geht es raus aus Santiago und ab in die Anden.もっと詳しく
Offroad durch die Anden
2025年12月3日, チリ ⋅ ☀️ 13 °C
Raus aus der hektischen Großstadt und rein ins Gebirge. Bis es soweit war, mussten wir ein paar Kilometer hinter uns lassen. 100km klingen nicht viel aber warum wir 2:30 Stunden dafür aufwenden mussten, erschließt sich später. Der heutige Tag sollte eigentlich ein Wandertag werden aber die abendliche Planung kam zu einem anderen Schluss. Zwei Ziele weit voneinander entfernt und die eigentlich Wanderroute verworfen ließen den Tag zu einem Roadtrip werden. Der anfangs träge Stadtverkehr trug seinen Teil dazu bei, dass die Fahrzeit etwas länger wurde, aber war nicht der Übeltäter. Die Vororte lagen vergleichsweise schnell hinter uns. Ja, das Kurvengeschlängel durch die Täler war sicherlich auch ein Faktor aber der Hauptgrund war der letzte Teil der Strecke, welcher komplett offroad durch die Berge führte. Ich hatte mir vorher die Strecke auf googlemaps angeschaut und auch die Bilder, um zu schauen mit welchen Autos das Ziel erreicht worden ist und ja, man schafft es mit einem Suzuki Swift aber schön,… ist was anderes. Zweiter Gang, Erster Gang, das Ausweichen eines Schlaglochs führte ins Nächste. Unser Cityflitzer wurde hart auf die Probe gestellt aber überstand den Tag sehr gut. Der Ausblick auf die mächtigen Felswände war mehr als nur ein Ausgleich dafür.
Unser erstes Ziel waren die heißen Quellen von Valle de Colina, welche im Cajón del Maipo liegen. Verantwortlich für das Austreten der heißen Quellen ist der Vulkan San José. Das Wasser durchläuft mehrere natürliche Becken, ehe es wieder im Gestein verschwindet. Das oberste Becken, was wir nicht getestet hatten, soll eine Temperatur von 60°C besitzen. Über die verschiedenen Beckenstufen kühlt es sich auf bis circa 25°C ab. Die Badesachen waren schnell angezogen und beim Eintritt bekamen wir den Tipp uns langsam nach oben durchzuarbeiten aber wir wussten es besser um dann aber doch zeitnah wieder in ein kühleres Becken vorzuziehen. Die Beine nach oben treibend genossen wir die Kulisse. Das Wasser war milchig, hellblau und der Rand weiß von Mineralien. Wieder war keine einzige Wolke am Himmel und die massiven Felswände ragten in die Höhe, in weiterer Entfernung mit weiß bedeckten Gipfeln. Wir im mollig warmen Wasser, ließen die Beine nach oben treiben, genossen den Moment und so verging die Zeit wie im Flug (wobei unser letzter Flug nicht gemeint sein kann).
Da wir die Zeit etwas aus den Augen verloren hatten, beschlossen wir gleich zum zweiten Ziel zu fahren und nicht erst in der Unterkunft einzuchecken, an der waren wir bereits vorbeigefahren. Der Weg zum Embalse el Yeso war zwar auch nur über eine Offroadstraße erreichbar aber diesmal deutlich besser. Der Embalse el Yeso ist ein Stausee, welcher zur Sicherung des Trinkwassers für Santiago de Chile dient. Die Wasserkapazität beträgt 250 Millionen Kubikmeter und er ist bekannt für sein türkisblaues Wasser und ein imposantes Bergpanorama und ja, wir sollte nicht enttäuscht werden. Am Stausee war rechts eine Offroadstraße aus dem Felsen geschlagen, welche wir nutzten und fast zu dessen Ende fuhren. Genutzt wurde diese auch von riesigen Lastern, wobei ich mit dem Gewicht da nicht langfahren würde. Sicherheitselemente gab es nicht, gibt die Straße nach, bist du im Wasser. Am anderen Ende hatten sich aber auch vereinzelt Camper am See niedergelassen.
Caro ging es über den Tag mit Schnupfen leider immer schlechter, sodass wir nun den Weg zur neuen Unterkunft in Angriff nahmen. Diese erreichten wir gegen viertel sieben. Eduardo, der Besitzer des Hostels begrüßte uns freundlich und mit der Übersetzungsapp konnten wir uns recht schnell austauschen. Die Rucksäcke waren verstaut und unser erster Sonnenbrand (leider) behandelt, fanden wir uns auf der Terrasse ein und genossen den Ausblick. Das Hostel hat einen sehr einfachen Standard, aber Eduardo und auch wie das Hostel gestaltet ist, verschaffen dem Ort eine urige Seele und man fühlt sich super wohl. Wir sind derzeit die einzigen beiden Gäste und bekamen für einen schmalen Taler ein leckeres Abendbrot zubereitet.もっと詳しく
Leider heute allein unterwegs
2025年12月4日, チリ ⋅ ☀️ 12 °C
Caro hatte sich heute geopfert und wollte das Gewicht der Backpacks ein wenig optimieren. Als erstes mussten eine ganze Reihe Taschentücher dran glauben, was Sie mit einer roten Nase im späteren Tagesverlauf unter Beweis stellte. Auch die Medizintasche sollte ihre Daseinsberechtigung bekommen, daher war Caro heute im Schlaf-Lese-Rhythmus gefangen.
Das Frühstück hatten wir für halb neun geordert und es war sehr lecker. In einer kleinen Pfanne, total verbeult, gab es Rührei mit Schinken und Käse, dazu ein selbstgebackenes Brötchen und leckeren Kaffee. Das war schonmal ein guter Start in den Tag, mit schönem Ausblick auf das benachbarte Bergmassiv. Die geplante Tour verlief im benachbarten Tal und führte über eine Route von circa 18km und 1000Hm zu einem kleinen Gletschersee. Bei der Hitze und Caros Zustand wäre das für den Genesungsprozess nicht wirklich förderlich gewesen.
Daher ging es für mich heute alleine in die Berge. Ob es bereits zu spät war, würde sich zeigen, denn ich kam erst 10:15Uhr los. Um in das Nachbartal zu kommen, musste ich wieder den Stadtflizer über die Offroadstrecke quälen, was er ein weiteres Mal gut hinnahm. Zum Glück war es diesmal nur die Hälfte der Distanz. Beim Abzweig ins Nachbartal und über den Tag wurde mir nochmal klar, wie massiv die Gefährdung durch einen Steinschlag in diesem Gebiet ist. Überall liegen diese großen Brocken, die sich mit der Zeit vom Felsmassiv gelöst haben. Die Leitplanke war quasi nicht mehr vorhanden, teilweise standen nur noch die Pfeiler, an denen diese montiert war oder sie war arg deformiert. Auch heute auf der Wanderung waren immer wieder das Scheppern und Donnern zu hören aber zum Glück in gewisser Entfernung.
Ich war an der Schranke zum Nationalpark angekommen. Nach kurzer Rücksprache mit dem Park Ranger (der zum Glück Englisch konnte) ließ ich das Auto dort stehen und startete meine Wanderung von da. Mit drei Litern Wasser, einen Apfel und zwei Riegeln ging es los. Meine Drohne hatte ich auch dabei und die Erlaubnis vom Park Ranger war eingeholt. Die erste Strecke ließ die Höhenmeter etwas schwinden aber war ansonsten unattraktiv. Der Weg führte gerade nach oben und umging die Serpentinen, welche die Autos nehmen mussten. So kreuzte ich die Straße um das ein oder andere Mal und war froh, als der Teil hinter mir lag. Nun führte ein Schotterweg stetig nach oben und bot die ersten Eindrücke vom umliegenden Felsmassiv, welches in den verschiedensten Farben zur Geltung kam, ocker, grün, braunrot, sind nur ein paar. Der nächste Abschnitt war sehr gediegen, leichte Steigung bei einem guten Weg, ließ die Wegstrecke dahinschmelzen. Das Tal, in dem ich lief war etwas breiter und ein Bach brauste von den oberen Schneefeldern nach unten. Ein paar wilde Pferde standen auf der Wiese und schauten mich verdutzt an, denn andere Leute suchte man vergebens. Die ersten sah ich erst viel später und außer der Gruppe war ich immer allein unterwegs. Die Pferde scheinen hier auch eine beliebte Alternative zum Auto zu sein. Bereits gestern fuhren wir an ein paar Reitern vorbei und als wir gestern von der Unterkunft zum Auto liefen, verliesen gerade drei Leute ein Lokal auf ihrem Pferd. Ich versuchte mein Tempo zu halten, denn die Info vom Park Ranger war, dass der Nationalpark zwischen 18Uhr und 19Uhr geschlossen wird. Nachdem die sachte Passage sich dem Ende näherte und das Tal in einer leichten Rechtskurve die ersten Blicke auf die schneebedeckten Gipfel freigab, wurde das Terrain steiniger und unbequemer. Die Steigung nahm zu und permanent drückte die Sonne von oben. Man hatte ja den ersten Sonnenbrand aber an was hatte man nicht gedacht, ein Langarmshirt oder vielleicht eine Sonnenbrille? Zudem gab es weit und breit keinen Schatten, erst weiter oben nutzte ich einen größeren Felsbrocken als Schattenspender. Die ersten Schneefelder lagen hinter mir und der Abschlussanstieg, welcher nochmal ein paar Höhenmeter abverlangte, war geschafft, auch wenn das Tempo sehr darunter gelitten hatte. Vor mir erstreckte sich nun der Gletschersee und der Gletscher selbst hing weiter oben zwischen zwei Bergspitzen. Ein paar Wasserfälle schossen nach unten und das umliegende Bergpanorama war sehr beeindruckend. Viel Zeit zum Genießen gönnte ich mir nicht, denn ich wollte zeitnah aus der Sonne raus und zum anderen noch Zeit mit Caro verbringen.
Der Rückweg zog sich aber war keine Herausforderung mehr, nur das Wasser wurde langsam knapp und rationierte ich mir nach Teilabschnitten. Am Auto angekommen (16:40Uhr), unterhielt ich mich noch kurz mit dem Park Ranger, ehe ich den Rückweg antrat.
In der Unterkunft angekommen und eine Dusche später, liefen wir noch eine kleine Strecke durch den Ort, ehe wir abermals ein leckeres Abendbrot von Eduardo serviert bekamen. Anschließend ging es noch mit einem Getränk auf die Terrasse, wo ich den Tag niederschrieb und Caro sich den Tolino schnappte.もっと詳しく
Aus den Bergen an den Pazifik
2025年12月5日, チリ ⋅ ☀️ 26 °C
Ein weiteres Mal zauberte uns Eduardo ein leckeres Frühstück, ehe wir unsere Sachen packten. Noch ein paar nette Worte und die Unterkunft bezahlt, saßen wir im Auto. Genau in dem Augenblick schrieb mir die nächste Unterkunft die Anreiseinformationen und eine Wegbeschreibung, top timing. Link geöffnet und ehmm, nee,… da stimmt was nicht. Ursprünglich hatten wir eine Weinverkostung in Casablanca geplant, damit wir danach nicht mit dem Auto fahren müssen, hatten wir dort eigentlich eine Unterkunft gebucht gehabt. Der Link zeigt allerdings an die Westküste, 45min Autofahrt entfernt. Nach kurzem hin und her beschlossen wir unseren Plan festzuhalten aber die neue Unterkunft zu inkludieren.
Vor uns wartete eine 3:30h Autofahrt. Durch die zahlreichen Serpentinen konnten wir uns in aller Ruhe von dem Ort verabschieden. Wobei ich mich schon stark nach vorne beugen musste, um etwas zu sehen, denn eine Höhenverstellung hatte der Sitz nicht. Nach der Bergregion schlossen sich das Land- bzw. Vorortleben von Santiago an, ehe wir auf die Schnellstraße abbogen. Eigentlich hatten wir ohne Mautstraßen eingegeben aber landeten doch auf einer. 700 CLP (0,70€) buchte es am Anfang ab (Tracker im Auto), und dann kamen nach regelmäßigen Abständen Checkpoints, wo unser Tracker immer wieder piepte und weitere Beträge zubuchte. Wo wir die Mautstraßen umgingen, waren die Tunnel. Das brachte uns nicht nur eine Ersparnis, sondern wunderschöne Ausblicke auf die Landschaft. Über Serpentinen schraubten wir uns hoch und wieder runter aber insgesamt haben wir dadurch nur eine halbe Stunde mehr gebraucht. Außerdem war es nicht so stressig wie auf der Schnellstraße, wo dann in einer 80er Zone die großen LKW`s auf der linken Fahrbahn mit circa 110km/h vorbeisausen.
Bereits vom letzten Hügel hatten wir in der Ferne die ersten Großplantagen an Weinstöcken gesehen, welche nun links und rechts von uns lagen. Ein Weingut nach dem anderen ließen wir hinter uns, denn wir wollten zum Weingut Vina Casas del Bosque. Dort hatten wir bereits einige gute Rezensionen gelesen und es machte einen guten Eindruck. Die Einfahrt war bereits imposant. Erst mussten wir an einer Schranke halten, ehe uns der Pförtner hereinließ. Danach fuhren wir eine fein hergerichtete Allee entlang, wo wir zum Hauptgebäude, mit vorgelagerten Springbrunnen kamen. Das Auto war rechterhand auf dem Parkplatz abgestellt und wir hatten schnell eine Tour in einer Stunde gebucht. Tscha,… so richtig waren wir aber für so ein Event nicht ausgerüstet. Sehr fein gekleidete Leute in edlem Restaurant und Gartenbereich. Wir ganz normal gekleidet, kurze Hosen, Standard T-Shirt, Flip Flops, Caro in Wanderschuhen. Wir entschieden uns dann für den Außenbereich und nutzten die Zeit für organisatorisches. Unsere Gruppe war nicht groß, zwei Britten, deren Guide und wir. Bei dem Weingut handelt es sich um ein mittleres Unternehmen, im regionalen Vergleich. Im nationalen, eher als kleineres zu zählen. Hauptsächlich werden hier Weißweine angebaut und Rebsorten, welche bei den kühleren Meeresklima gut gedeihen. Durch den Klimawandel werden jetzt schon von großen Weingütern im Süden Gebiete gekauft, welche in den kommenden Jahren die jetzigen ablösen könnten. Zuerst bekamen wir ein paar Erläuterung an der Rebe, bevor wir einen kurzen Eindruck zur Abfüllung und Lagerung bekamen. Abschließend folgte eine Weinverkostung mit zwei Weiß- und zwei Rotweinen. Wir lauschten den Erzählungen von unserem Tourguide aber selbst was einbringen war mit unserem Kenntnisstand schwierig. Die Weine waren lecker aber gingen auch etwas in den Kopf, wir hatten bis dahin nur Frühstück gegessen. Der Tourguide war bereits verschwunden und wir tauschten uns mit den anderen Teilnehmern noch ein wenig aus.
Wie durch Zauberhand sind wir dann am Supermarkt im Zielort gelandet und konnten uns für den nächsten Tag eindecken. Ich fühlte mich nicht beschwipst aber Null Prozent hatte ich definitiv nicht. Wir holten uns einen kleinen Snack, setzten uns ans Meer und genossen den Ausblick. Ich finde es unvorstellbar, welche Weite über dem Pazifik überwunden werden muss, ehe man wieder auf Land stößt. Anschließend ging es in 15min zur Unterkunft, wo wir zwei Tore passieren mussten, damit die freilaufenden Hunde nicht stiften gehen konnten. Wir können diesmal ein kleines Holzhäuschen unser Eigen nennen, in dem nur ein Bett Platz hat. Küche, Duschen und Toilette ist ein anderer Holzverschlag. Das Gelände ist liebevoll gestaltet mit diversen Aktivitätsmöglichkeiten, Billiard, Dart, Slag-line, Volleyball, Bademöglichkeit,… Wir haben kurz überlegt eine weitere Nacht hier zu bleiben aber haben uns dann dagegen entschieden.もっと詳しく
Auf zur kunterbunten Stadt am Meer
2025年12月6日, チリ ⋅ ☁️ 19 °C
Wir öffneten die Holztür von unserer kleinen Hütte und es war ruhig, nichts zu hören. Waren wir immer noch allein? Wir beschlossen zuerst das Waschprogramm durchzuziehen, ehe wir uns Frühstück machten. Entspannt saßen wir auf unserer kleinen Terrasse und hörten den Wind durch die Tannen wehen und die Vögel zwitschern. Durch die Abgeschiedenheit, war nichts anderes zu hören. Nach dem Frühstück wollte ich ein wenig Sachen am Laptop erledigen, als Caro meinte, wir müssten 11Uhr raus. Ich dann, „Wie spät ist es?“,… „äh, um 11Uhr“. Also schnell unsere Sachen gepackt und ins Auto verfrachtet. Übrigens mussten wir uns heute nicht einschmieren, denn es war komplett bewölkt, was uns und unseren Sonnenbrand ein wenig erfreute.
Heute geht’s nach Valparaiso, eine Küstenstadt, die vor dem Bau des Panamakanals eine wichtige Hafenstadt war. Heute ist sie besonders für ihre Kunstszene bekannt und ist UNESCO Kulturerbe. Das Stadtgelände ist auf circa 44 Hügeln erbaut, das heißt in der Stadt geht es sehr steil hoch und runter. Außerdem ist hier der Sitz des chilenischen Parlaments.
Um die Strecke nicht nur Stumpf nach oben zu fahren, nutzen wir eine kleinere Straße, die hin und wieder ans Meer führt. Wir erhaschten schöne Ausblicke aber gelohnt hatte es sich so mittel, weswegen wir 14Uhr bereits bei unserer neuen Unterkunft aufschlugen. Außerdem regnete es immer wieder zwischendurch. Um zur Unterkunft zu gelangen, ging es in dichten Stadtverkehr, irgendwie waren wir beide von einer kleinen süßen Hafenstadt ausgegangen aber weit gefehlt. Die Unterkunft hatte mir vorher noch geschrieben eine Straße für die Anfahrt zu meiden aber ich hatte nicht nochmal nachgeschaut. Folglich trafen wir genau auf die. Eine steile Straße, welche sich über mehrere Kurven schlängelte, aber wirklich steil ist. Ich wollte diese gerade in Angriff nehmen, da sprang eine Frau auf die Straße und zeigte mir die rote Seite ihres Schilds. Eine lebende Ampel, weil die Straße eng und steil war. So konnte ich erst nach den von oben kommenden Autos nach oben fahren. Erster Gang und genau in der Kurve rutschten mir die Vorderräder weg, welche sich zum Glück wieder fingen und wir uns weiter nach oben kämpften. Alle Autos sind hier so geparkt, dass als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme, die Vorderräder zum Bordstein eingeschlagen sind, um ein Wegrollen zu verhindern. Wir sind mal wieder in einem Hostel, mit einer chaotischen Geschichte der Eigentümer. Die Mutter von unserem Gastgeber (geboren in Venezuela), kann ganz gut deutsch sprechen und hat auch eine Schwester in Deutschland. Ihre Mutter kommt wohl aus dem Schwarzwald, wobei es bedingt durch den zweiten Weltkrieg verschiedene Herkunftsländer gab. So fand sie auch mal Tschechien und Österreich heraus. Valparaiso ist eine multikulturelle Stadt, nach dem Goldrausch sind viele hiergeblieben, welche nicht mehr zurückwollten, weshalb man hier verschiedenste Baustile findet. Was man hier auch findet, sind bunte Graffitis und das überall, selbst der Gehweg oder ein Rohr was an der Seite rausschaut, nichts ist vor den kreativen Köpfen sicher. Was auch nicht sicher ist, ist die Stadt selbst. Unsere Gastgeberin, zeigte uns relativ sichere Bereiche und mahnte mehrmals zur Vorsicht und wir sollten nichts Wichtiges mitnehmen. Am Tag sind viele Taschendiebe unterwegs und in gewissen Stadtteilen kann es auch unbequem werden, besonders wenn die Stadt den Abend zu geht.
Die Rucksäcke waren im Zimmer, das Auto stand sicher und wir, mit dem Nötigsten und wertvollen Tipps bewaffnet, machten uns auf zur Stadterkundung. Zuerst ging es nach oben, um einen Überblick zu bekommen, was aber immer wieder nur Ausschnitte sein konnten. Man sah, die bunten Graffitis überall aber auch den Kontrast zwischen Arm und Reich, manchmal Slum ähnlich. So viele Eindrücke, leider auch öfter durch die Nase, eher die unschönen Gerüche der Stadt. Wir klapperten unsere Ziele nach und nach ab, kleinere Treppenpassagen hielten als Kunstsammlung her und waren besonders gefragt. Wir verirrten uns nach einer Zeit in eine kleine Gasse, keine dunkle, dreckige, sondern schön dekoriert. Die Treppe selbst waren die Sitzplätze von einem kleinen Café, wo wir einen Milchshake schlürften. Danach machten wir uns auf zum Hafen. Auf dem Weg sahen wir noch den Big Ben von Valparaiso und schon sahen wir uns im Boot zur Hafenrundfahrt wieder. Vor Anker lag gerade ein riesengroßer Frachter, welcher beladen wurde. Weiter fuhren wir an ein paar Marineschiffen vorbei, ehe wir ein paar Seelöwen auf einer Boje sahen, welche als Touristenhighlight herhielten. Anschließend traten wir wieder den Rückweg an, wo wir kurz vor Ankunft noch ein kleines Fest in einem Park lauschten. Dort heizte eine Band die Masse ein, welche fröhlich mitmachten.
Kurz entspannten wir uns auf dem Zimmer, ich am Schreiben und Caro am Lesen, ehe wir uns zum späten Abendbrot im Restaurant Hotzenplotz einfanden. Es war nur die Straße runter und die zählt zu den sicheren um die Uhrzeit. Das Restaurant wurde vor 10 Jahren von Hannes, einem Deutschen eröffnet, welcher aber an dem Abend ein anderes Restaurant eröffnete. Ein anderer Deutscher seit 22 Jahren in Chile beliefert ihn mit selbstgebrauten Hefeweizen, was wir natürlich kosteten. Wir saßen draußen, quasi auf der Straße, da drinnen kein Platz mehr zu finden war. Zu Essen gab es eine Leberkässemmel mit Pommes. Ein altgedienter Hund lag zu unseren Füßen und passte auf, dass alles seine Ordnung hatte und bellte folglich das ein oder andere Auto mal an. Wir hatten den Tag nicht viel gegessen und trinken ist auch nicht unsere Stärke gewesen, weshalb das Bier gut anschlug. Zur späteren Stunde ging es unseren Berg hinauf und wir kamen sicher in der Unterkunft an.もっと詳しく
Chaotisch aber schön
2025年12月7日, チリ ⋅ ⛅ 20 °C
Chaotisch aber schön, passt heute zu mehreren Themengebieten. Das eine ist ganz klar die Stadt Valparaiso. Der Verkehr, die angelegten Straßen, die gebauten Häuser und vieles mehr. Alles läuft hier etwas anderes. Unsere Gastgeberin hat schon zum Anfang gemeint, entweder man liebt es oder hasst es, wobei wir uns mittendrin einsortieren würden. Die vielen künstlerischen Gemälde, ob die Leinwand ein Haus, der Boden, eine Treppe ist, selbst Hundehütten oder rausragende Rohre sind davor nicht sicher. Wir hatten heute nochmal Zeit bis 15Uhr die Stadt auf ein weiteres zu erkunden. Begonnen haben wir mit dem alten Gefängnis, welches keines mehr ist. Von außen sieht man die hohen Gefängnismauern, die mitten in der Stadt nach oben ragen. Im Inneren steht noch ein altes großes weißes Gebäude mit vergitterten Fenstern. Statt dies dem Verfall zu überlassen, wurde es komplett entkernt und viele Studios integriert, sowie ein kleiner Sportbereich. Als wir gerade hindurchschlenderten sahen wir ein Töpferkurs, andere gingen mit Instrumenten in einen Raum. Der Platz hinter dem Gebäude zu den Mauern hin wurde in eine grüne Oase umgestaltet. Danach machten wir uns in den flacheren Bereich auf, der das ein oder andere imposante Gebäude beheimatete aber die Ansehnlichkeit sichtbar nachgelassen hatte. Unser Weg führte uns nochmal zu der steilen Straße, welche wir bei unserer Ankunft hochgefahren waren und ja, es war nicht nur das Gefühl im Auto gewesen. Heute ist Sonntag, dass merkt man auch in der Stadt, sowie hier, denn die menschliche Ampel hat ihre Arbeit noch nicht wieder aufgenommen. Der Stadtteil unter unserer Unterkunft war somit auch erledigt und wir mit Sinneseindrücken überflutet. Da wir noch Zeit hatten suchten wir uns noch ein nettes Café mit Blick über die Stadt und genossen den Vormittag. Heute war besseres Wetter, die Aussicht war demzufolge sehr gut. Kurzes Fazit zur Sicherheit: Wir haben uns zu keiner Zeit unsicher gefühlt aber haben uns an die Tipps gehalten und bestimmte Bereiche gemieden.
Eine Stunde eher als gedacht traten wir den Weg zum Flughafen an, was sich noch als Glücksfall herausstellen sollte. Der Weg war kein Problem, eine Schnellstraße verbindet Valparaiso und Santiago de Chile. Mit kleinen Mautpassagen hat sich die Strecke in 1:15h erledigt. Chaotisch passt auch zum Fahren auf der Schnellstraße. Nicht nur, dass links wie rechts überholt oder aufgefahren wird heute liefen (eher rannten) auch Menschen einfach so drüber. Der Standstreifen wurde von Fahrradfahrern und Fußgängern genutzt. Zwischen den Leitplanken in der Mitte wurden Marktzelte aufgestellt. Wir wussten nicht was für ein Fest anstand aber wir durften weiterhin 120km/h an allen vorbeifahren.
Das Auto stand vollgetankt auf dem Gelände der Autovermietung und ich hatte die Kaution zurücküberwiesen bekommen. Der Shuttleservice hatte uns am Flughafen abgesetzt, da bekam ich Tatsache die Meldung auf das Handy, dass der Flug gestrichen wurde. Also schnell zum Schalter, welche uns lediglich eine Nummer von der Hotline gaben. Da bei der Hotline immer derselbe Text zu hören war, versuchten wir unser Glück am Ticketschalter. Da könnte man uns helfen aber nur über die Hotline wäre es kostenlos. Auf die Frage wie viel es extra kosten würde, kam nur die Antwort „sehr teuer, da Umbuchung am aktuellen Tag“. Folglich wählte ich mich in die Hotline ein und übte mich in Geduld, während im Hintergrund fröhliche entspannte Weihnachtsmusik dudelte. Vom Ticketschalter hatten wir die Info, das bereits 18Uhr (unsere 19:50hr) eine Maschine über einen Zwischenstopp nach Calama fliegen würde, was uns bis jetzt nicht viel brachte, denn es wollte keiner so richtig am anderen Ende mit uns reden. Als dann doch sich jemand meldete, fragte er nur die Buchungsnummer ab und wir waren in der nächsten Schleife. Beim Nächsten bekamen wir die Option genannt, dass wir doch morgen 6Uhr einen Flug bekommen könnten, mit dem ich nicht einverstanden war. Jetzt war die Info mit dem 18Uhr Flug Gold wert. Ich sprach den Flug gezielt an und siehe da, wir bekamen unseren Flug umgebucht. Die Zeit war gut vorangeschritten und so mussten wir nach Gepäckaufgabe einen kleinen Sprint zum Gate hinlegen. Die Krux war, wir hatten lediglich Stand By Tickets bekommen. Das heißt, nur wenn Sitze frei bleiben können wir zum Schluss mit einsteigen. Der Wartebereich war gut gefüllt und es war schwer abzuschätzen. Die Arbeiter der Fluggesellschaft schauten zu uns rüber, schauten wieder weg aber kamen final doch noch mit zwei Tickets. Nun mussten wir nur noch bangen, ob unser Gepäck mitkommen würde. Denn ein anderer Reisender aus Frankreich sollte sein Backpack lieber perönlich mitnehmen.
Die Flüge waren relativ schnell. In La Serena landeten wir nach einer dreiviertel Stunde, eine Küstenstadt welche von einem Hügelmeer zum Landesinneren umgeben ist. Wir blieben im Flieger sitzen und wenig später hoben wir nach Calama ab. Währenddessen erlosch das Tageslicht, erst färbte sich die Landschaft rot ein, ehe die schwarze Nacht einzog hielt. Am Flughafen konnte wir trotz Bedenken unsere großen Rucksäcke abholen und bekamen gleich einen Uber zum nahegelegenen Hotel. Der Flug mit der Airline war chaotisch aber schön, da es doch noch heute geklappt hat und wir waren eine Stunde eher als gedacht da. Nach einem kleinen Snack im Restaurant und einem Willkommensgetränk machten wir uns schließlich nach dem chaotischen Tag, auf ins Bett.もっと詳しく
Die Misere geht weiter
2025年12月8日, チリ ⋅ ☀️ 26 °C
Drei Mal in Folge haben wir nun die Unterkünfte nach einer Nacht gewechselt und wir sind froh bei der nächsten Unterkunft wieder drei Nächte zu haben. Die jetzige war die luxuriöseste aber nur eine Durchgangsstation. Da der gestrige Tag auch ein wenig Nerven gekostet hatte, machten wir an dem Tag ruhig, Check Out war erst 12 Uhr. Frühstück war in Ordnung, gut geschlafen hatte wir auch und nun wollten wir zur Autovermietung. Hätten wir hier gewusst was kommt, wären wir wahrscheinlich liegen geblieben.
Der Anfang verlief vielversprechend. Wir riefen einen Uber, der uns schnell an die Adresse brachte, welche in den Unterlagen hinterlegt war. Am Ziel angekommen war jedoch keine Autovermietung. Der Uber Fahrer war hilfsbereit und wir riefen zusammen die chilenischen Nummern an aber da kam nur „kein Anschluss unter dieser Nummer“. Er rief auch noch paar Kontakte an, wir fuhren die Straße weiter ab, ohne Erfolg. Folglich kam uns die Idee am Flughafen zu schauen ob Europcar dort einen Stand hat. Also ging es wieder zurück, der Uberfahrer bekam extra Trinkgeld und wir suchten und hatten Tatsache auf dem Parkplatz des Flughafens Erfolg. In einem Container nahmen sie unsere Daten auf und mussten uns mitteilen, dass unser Fahrzeug leider schon weitervermietet wurde. Wir hatten ursprünglich 9Uhr angegeben, es war jedoch bereits kurz vor 13Uhr. Sie hätten wohl zwei Stunden gewartet und danach das Fahrzeug, trotz vollständiger Bezahlung wieder freigegeben. Wir waren bedient und ich versuchte den Kontakt zu Check24 herzustellen. Da wurde klar, dass wir von der Autovermietung kein Fahrzeug bekommen sollten aber Check24 könnte den Mietpreis für uns wiederholen. Nun klapperten wir die restlichen Firmen ab, welche alle kein Allradfahrzeug mehr für uns hatten. Schließlich fanden wir bei Avis online ein 4x4 Pickup und voller Freude Daten eingegeben und gebucht, um später am Schalter mitgeteilt zu bekommen, dass der Wagen nicht zurückgebracht wurde. Den Betrag hatten wir online bereits überwiesen, die Frau am Schalter konnte lediglich die Reservierung stornieren aber das Geld müssten wir über die Hotline wiederholen. Folglich dort angerufen und ein Mitarbeiter dran, welcher nur Spanisch sprach. Es wollte einfach nix mehr klappen.
Durch Zufall sprach mich ein brasilianisches Pärchen an, dass sie eine Mitfahrgelegenheit nach San Petro de Atacama bräuchte. Ich erzählte die Kurzfassung, worauf wir uns wieder verabschiedeten. Allerdings kam mir der Einfall, dass Sie mir vielleicht bei der Hotline aushelfen könnten. Gesagt, getan und angerufen, war leider über die Hotline keiner erreichbar aber trotzdem ein paar Informationen reicher, denn sie übersetzten mir auch ein paar Sachen mit der Avis Mitarbeiterin, welche auch nicht gut Englisch sprach. Zwischendurch hatte sich bei einer andern Autovermietung ein Toyota RAV 4 als Möglichkeit ergeben, wo wir nun zuschlugen und das dritte Auto buchten. Es war kein Allradfahrzeug aber eine Lösung. Dem brasilianischen Pärchen gaben wir als Dank einen kostenlosen Shuttleservice und wir konnten nach 4h Suche ein Fahrzeug, für den benötigten Zeitraum, unser Eigen nennen. Jetzt mussten wir uns nur noch zweimal das Geld wiederholen. Naja, … wir haben halt nicht genügend Erfahrungspunkte fürs Offroadfahren gesammelt, daher hat es nur für ein SUV gelangt.
Die Fahrt von Calama nach San Petro de Atacama ist sehr einfach, eine Straße führt so gut wie gerade 100km in die gleiche Richtung. Aber die Landschaft war bereits surreal. Sehr große Distanzen, welche kaum fassbar waren mit unterschiedlichen Gebilden von Hügeln und Bergen im Hintergrund. Während der Fahrt konnten wir uns mit dem Pärchen ein wenig austauschen, denn sie hatten die Atacama Wüste bereits erkundet. Sie erzählten auch von einem stornierten Flug nach Calama aber bei einer anderen Fluggesellschaft, was uns ein wenig, für die kommenden Flüge Sorgen bereitet. Ansonsten gaben Sie uns aber auch wertvolle Tipps, Highlights, welche Caro dankbar notierte.
Die beiden hatten wir abgesetzt und wir hatten das nötigste im Supermarkt geholt, da waren wir bereits bei unserer Unterkunft angekommen. Endlich alle Sachen raus, ankommen und den Tag abhaken, denn es war bereits kurz vor 18 Uhr. Der Sohn der Vermieterin gab uns die Führung durch das Gelände. Am Ende fragte ich ihn wegen der Avis Hotline Sache nach Hilfe, welche er zum Glück erstmal so hinnahm. Wir versuchten diverse Nummern und hatten irgendwann Tatsache Erfolg. So wie es aussieht, sollten wir das Geld in zwei Tagen wiederhaben, … mal schauen.
Um den Tag nicht ganz verstreichen zu lassen, präparierten wir uns für nahe Ziele in der Umgebung. Eine Gesteinsformation, welche wie eine Mondlandschaft aussieht, war das erste Ziel aber leider ist das bereits ein Park geworden, der Eintritt kostete und keine Leute mehr hereinließ (da, zu spät). Also ging es zu einem zweiten Ziel namens Magical Bus. Eine Karosserie eines alten Buses, inmitten der surrealen Landschaft. Wir bogen von der Hauptstraße ab und folgten einer Offroadstraße. Die Markierung war bereits erreicht aber kein Bus zu sehen, also fuhren wir weiter. Zwei kleinere Touristenbusse kamen uns entgegen aber wir kamen auch an drei Schildern vorbei, worauf stand, dass die Weiterfahrt verboten sei. Haben wir natürlich nicht gesehen, ich musste ja auf die Straße, Steine und Schlaglöcher achten. Ich war schon kurz davor das Unterfangen abzubrechen, da trotz langer Wegstrecke nichts zu sehen war. Dann trafen wir jedoch eine Bikertruppe und nach kurzer Abstimmung folgte ich denen weiter und siehe da, wir waren am Ziel. Sämtliche Touristenbusse waren bereits verschwunden, nur vier Autos und die Motorräder waren da. Wir machten unsere Bilder und staunten über die Umgebung, verloren die Zeit ein wenig aus den Augen und waren die Letzten, welche die Heimreise antraten. Das Problem, es hatte bereits angefangen zu dämmern und der Rückweg sah plötzlich ganz anders aus. An einer Abzweigung wussten wir nicht mehr weiter und da erschien die Autotruppe, welche sich wohl auch schon verfahren hatte. Wir schlossen uns dehnen an aber die gewählt Strecke passte nicht, worauf wir wieder umdrehten und die richtige Strecke fanden. Etwas später sahen wir die Kolonne wieder, also wäre das auch ein Weg gewesen. Irgendwann kamen wir auf der Hauptstraße wieder an und waren froh nicht bis morgen früh warten zu müssen.
Nun gab es 22Uhr verspätetes Abendbrot ehe Caro sich noch an die Planung für die Careterra Austral machte. Ich sortierte, sicherte Bilder, stellte Berichte online und schrieb den heutigen Tag nieder, der leider etwas anderes als geplant verlaufen war.もっと詳しく
Vulkane, ewige Weiten und blaue Lagunen
2025年12月9日, チリ ⋅ ☀️ 13 °C
Heute stand eine längere Fahrt an. Von San Petro de Atacama ging es zu mehreren Nationalparks, der weit entfernteste Punkt war 150km entfernt. Trotz Weckers waren wir etwas spät dran und hatten gerade vollgetankt. Die Tickets haben wir bereits in der Unterkunft online gebucht und alles was wir brauchten befand sich im Auto. Nun ging es quer durch die Atacama Wüste. Im ersten Abschnitt fuhren wir eine Ebene entlang, wo am Horizont etwas verschleiert die Hügelketten erkennbar waren. Die Straße ging geradeaus und verschwand am Horizont. Rechts von uns waren bereits weiße Bereiche in der Ferne erkennbar, die zu Lagunen gehörten, wo sich Salz abgelagert hatte. Diese ewige Weite ist schwer zu beschreiben und kaum fassbar. Selbst die Bilder können es nicht ansatzweiße rüberbringen. Dazu die aneinandergereihten Vulkane welche sich majestätisch emporhoben. Das Farbspiel war ebenfalls bemerkenswert. War die Wüste noch vor kurzem grau und staubig, verwandelte sie sich in kurzen Augenblicken mit gelben Grasbüscheln in verschiedenste Ockertöne, das Gestein in diverse Rottöne und der blaue Himmel von oben. Um den ungewöhnlichen noch die Krone aufzusetzen hörten wir in der Wüste Weihnachtslieder „Let it snow, let it snow, let it…“. Ich mein hier kannst du auch weiße Weihnachten haben, ist dann halt eher salzig…
Unser erstes Ziel hieß Piedras Rojas, eine Lagune auf über 4000Hm über den Meeresspiegel, welche ein imposantes Farbspiel bot. Das rote Eisenoxid der Gesteinsformationen, der türkisfarbene See, sowohl die weißen Salzablagerungen verschaffen diesen Ort eine schillernde Erscheinung. Bevor wir jedoch diesen bestaunen durften, mussten wir unterwegs unser online Ticket in ein geschriebenes Ticket eintauschen und die Lagune selbst durften wir nur auf vorgeschriebenen Wegen und mit bestimmten Restriktionen bestaunen. Wir haben uns diesmal lang angezogen, da die Sonne hier sehr aggressiv ist und wir zudem nicht einen weiteren Sonnenbrand riskieren wollten. Außerdem pfeift hier ein kälterer Wind. Mit der Ankunftszeit hatten wir Glück, denn genau wo wir ankamen, waren so gut wie keine Touristenbusse vor Ort. Vom Parkplatz führte ein Rundweg zur Lagune, welcher circa eine dreiviertel Stunde dauerte. Wir schlenderten den Weg entlang aber merkten beide die Höhe, welche unserer Kondition zusetzte, zudem plagen uns beide immer noch Husten und Schnupfen. Während andere nur vorbeiliefen, versuchten wir die Stimmung aufzusaugen.
Ich war ein wenig genervt, dass alles so limitiert war, denn meine Drohne durfte ich auch nicht benutzen, wofür ich aber Verständnis habe. Die Magie eines Ortes, kann ganz einfach durch ein hochfrequentes Summen ruiniert werden, was ich auch nicht wöllte. Aber, wir waren ja mit einem eigenen PKW unterwegs und fuhren die Straße in Richtung Argentinische Grenze weiter und siehe da, eine weitere türkisfarbene Lagune eröffnete sich vor unseren Augen. Kein Eintritt, keine anderen Leute, nur wir und die wunderschöne Natur.
Unser zweites Ziel waren zwei dunkelblaue Lagunen (Miscanti und Minques) zwischen zwei Vulkanen, welche fast auf bis zu 6000Hm reichten. Um zu dem Nationalpark zu gelangen, mussten wir das erste Mal an diesem Nachmittag einen Offroadstraße fahren und ich muss sagen, mit dem Toyota ist es sehr komfortabel. Auch der zweite Nationalpark war sehr beschränkt, so durfte man sich nur mit Auto von Spot zu Spot bewegen und von den Parkplätzen nur kurze vorgeschriebene Wege nutzen. Wir sahen ein paar Lamas, welche uns auch schon auf der Herfahrt hin und wieder am Straßenrand begegnet waren und jüngere Flamingos.
Es war bereits gegen 15:30 Uhr und wir hatten ein letztes Ziel, das Valle de la Luna. Letzter Einlass war 17Uhr und wir schafften es 16:40Uhr da zu sein. Am Eingang bekamen wir jedoch die Information, dass wir vermutlich nicht alles sehen werden, denn 18:30Uhr werden hier alle rausgekehrt. Wir fuhren mit dem Auto durch die Gesteinsformationen, welche abstrakte Gebilde schufen. Es sah wirklich wie eine Mondlandschaft aus, schroffe spitze Felsen, dunkle Dünen erschufen eine lebensunfreundliche Kulisse. Insgesamt gibt es circa sechs Parkplätze an denen man kleine Wanderungen oder die Aussicht genießen kann. Wir entschieden uns für eine größere und eine kleine Wanderung. Aufgrund der Uhrzeit waren wir hier fast allein unterwegs. Im Park selbst gab es auch eine Art Halbbogen, welcher sich nach oben etwas verjüngte. Wenn man leise war, konnte man hier das Knacken der Felsen hören. Bis zum Sonnenuntergang war es nun nicht mehr lang und wir erledigten noch paar Pflichtsachen, ehe wir uns nah der Schnellstraße einen Hügel für den ersten Sonnenuntergang in diesem Urlaub sicherten. Mit einem Eis bewaffnet, beobachteten wir, wie sich der Tag dem Ende näherte. Caro konnte leider den Moment nicht so genießen, denn die Erkältung kam leider wieder zurück, so machten wir uns dann zeitnah auf zur Unterkunft.もっと詳しく
Ruhetag und das Tal des Todes
2025年12月10日, チリ ⋅ ☀️ 27 °C
Eigentlich stand heute eine weitere Fahrt ins Hinterland der Atacama Wüste an aber wir hatten beide gestern bereits gemerkt, dass die letzten Tage uns mit Eindrücken derart überflutet haben, dass wir mal eine Auszeit bräuchten bzw. einen nicht so stressigen Tag. Daher ging es heute gemütlich zum Frühstück, brachten danach unsere Wäsche zum Wäscheservice, was per Express 28€ kostete (5kg). Ohne Express wäre es gerade mal 5€ weniger gewesen. Danach ging es ins Valle de la Muerte. Der Nationalpark war ähnlich wie der gestrige, deutlich kleiner aber mit einer längeren Wanderung. Die Schlucht, welche man hindurchfuhr war an vielen Stellen enger aber die Aussichtspunkte weitläufiger. Um die Zeit war so gut wie nix los und wir konnten entspannt die Natur (Steine und Sand) genießen. Zuerst ging es einen steinigen, sandigen Weg mit sachter Steigung nach oben, von da aus konnte man über die Hochebene und Salzflecken schauen. Auch bot der Aussichtspunkt einen guten Ausblick auf San Petro de Atacama. Der Rückweg führte in einem Bogen auf dem Grad des Felsmassivs fort. Wir liefen quatschten und orientierten uns an zwei Französinnen, welche in geringer Entfernung vor uns liefen. Der Weg kam uns langsam etwas lang vor und der Parkplatz geriet in weite Ferne. Ein paar Spuren verrieten, dass an dem Punkt schon welche die Düne runter sind. Wir blieben stehen und die beiden Mädels kamen auch zurück. Wir entschieden die Düne hinab zu gehen, wobei die Französinnen nur Sandalen anhatten. Wir konnten es nicht nachvollziehen aber das sollte sich schnell ändern. Wie wir die Düne herunterliefen, kroch der heiße Sand an die freien Bereiche unsere Beine und das brannte verdammt stark. Durch kleine Pausen konnten wir den Schmerz immer wieder ein wenig abklingen lassen, ehe wir die nächsten Meter machten. S arbeitete wir uns langsam vorwärts. War natürlich super für einen ruhigen Tag, mit anschließender Wegstrecke im sandigen Bereich. Am Auto gab es erstmal was zu trinken und den Sandkasten im Schuh mussten wir auch loswerden.
Für den morgigen Tag müsse wir zum einen sehr früh raus, zum anderen ist die Beschaffenheit der Straße ein großes Fragezeichen, daher entschieden wir dafür eine Stunde zu opfern und fuhren bergauf tiefer in die Anden. Mit positivem Fazit verbrachten wir den Nachmittag in unserer Unterkunft. Caro nutzte die zeit im Traumland, während ich organisatorisches erledigte.
Zum späten Nachmittag schmissen wir uns ins Badeoutfit. Eine halbe Stunde entfernt gab es eine Lagune, welche auch zum Baden genutzt werden konnte. Wir hatten uns im Vorfeld aber zu wenig damit beschäftigt, sodass wir hier leider keinen Platz mehr fanden. Die Nachmittage sind für die Reiseagenturen reserviert und so mussten wir 11km weiterfahren. Da war eine weitere Lagune aber nur zum Beobachten aus der Ferne. Imposant war sie, trotz der vorangegangenen Lagunen. Das türkise Wasser und die große weiße Salzfläche in der Umgebung waren sehenswert. Hatten wir Am Vormittag die große Ebene von oben bestaunt, waren wir jetzt mittendrin. Flamingos sahen wir leider keine.
Danach ging es ans Packen und Präparieren, denn in der Nacht müssten wir 4Uhr aufstehen und alles gleich mitnehmen. Ein kleinen Programpunkt gab es jedoch noch. San Petro de Atacama ist für leuchtenden Sternenhimmel bekannt und dafür brachten wir ein paar Kilometer zwischen die Stadt und uns. Wir stiegen aus, die Augen brauchten kurz aber dann begann der Himmel über uns zu funkeln. Ein Lichtermeer über unseren Köpfen, wo man nicht wusste wo man hinsehen sollte. Danach ging es aber wirklich ins Bett.もっと詳しく
El Tatio und ab nach Puerto Montt
2025年12月11日, チリ ⋅ 🌬 11 °C
Wie schon am Vortag erwähnt klingelte der Wecker 4Uhr. Die Sachen waren schnell im Auto verstaut, noch was Kleines für den Magen und schon ging es los. In der Stadt sahen wir bereits viele Tourbusse, welche die Leute für das gleich Highlight einsammelten, wo wir hinwollten. Der El Tatio ist ein Geothermalgebiet auf 4300 Meter Höhe. Damit ist es mit circa 80 Geysiren das höchstgelegene Geysirfeld und das drittgrößte der Erde. Besonders zum Sonnenaufgang sind die zahlreichen Dampfsäulen gut sichtbar.
Wir hatten ein gutes Timing, nur ein Tourbus fuhr vor uns und wir konnten uns an diesem orientieren. In völliger Dunkelheit ist es nicht schlecht, wenn einer vorausfährt, der die schlechten Straßenabschnitte kennt. Die Anfahrt hatte es auch in sich, es waren circa 80km aber etwas länger als anderthalb Stunden zu fahren. Manchmal war die Straße gut und man konnte Meter machen, hin und wieder ein größeres Schlagloch aber der Zeitfresser waren das Kurvengeschlängel und die Offroadpassagen mit starken Spurrillen. Durch die Dunkelheit sah ich auch nicht alles schnell genug. Was der Mietwagen die letzten Tage geschont wurde, bekam er nun doch zu spüren.
Meine Müdigkeit hielt sich in Grenzen und wir kletterten stetig nach oben. Was eher nach unten kletterte war die Temperatur. Oben angekommen standen -5°C in der Multimediaanzeige des Autos. Die Schranke war noch zu und wir eines der vorderen Fahrzeuge in der Reihe. Wir nutzen die Zeit, um ein paar Wärmeschichten hinzuzufügen. Als die Schranke öffnete ging alles recht fix. Wir bekamen eine Übersichtskarte, mussten unsere Daten angeben und am Ticketschalter circa 30€ löhnen und schon durften wir rein. Beim Hereinfahren, war unsere Position gegenüber des Geysirfeldes erhaben und wir sahen die zahlreichen Dampfsäulen emporteigen. Das Auto war abgestellt und nun ging es zu Fuß weiter. Es hatte bereits angefangen zu dämmern, als wir die ersten Dampfsäulen passierten. Blubbernde und zischende Geräusche kamen aus der Erde. Wasserflächen dampften und manche Geysire spritzen ihr Wasser bis circa zwei Meter in die Höhe. Manche Geysire produzierten so viel Wasserdampf, dass man nicht hindurchblicken konnte. Der Himmel färbte sich allmählich hellblau und die ersten Sonnenstrahlen trafen auf die umliegenden Vulkane. Ein mystisches Spektakel, welches wir später noch von einem anderen Punkt beobachteten. An diesem war ein Becken erbaut worden, wo man hätte Baden gehen können aber es war geschlossen. Die Sonne schien nun auf das Geysirfeld und die kleinen Dampfwolken verschwanden, dafür kamen Farbspiele des mineralhaltigen Wassers zum Vorschein. Ein schöner Abschluss, denn unsere zweite Etappe neigt sich bereits dem Ende.
Jetzt ging es direkt zum Flughafen in Calama. Direkt hieß 137 km und circa zweieinhalb Stunden Fahrtzeit. Der erste Abschnitt war derselbe, ehe wir rechterhand in die Berglandschaft abbogen. Der Weg hätte beinah ein kurzes Ende gefunden, denn der Seitenweg (auf dem wir waren), war plötzlich vom Hauptweg durch eine Böschung, mit Steinen getrennt. Zum Glück fanden wir eine Lücke und wir konnten weiterfahren. Die Straßenverhältnisse waren besser als auf dem Hinweg, so ging es etwas schneller voran. Wir befanden uns noch immer in dieser beeindruckenden Landschaft, welche sich immer wieder änderte. Schluchten, Ebenen, Vulkane, grau, grün, gelblich, felsig, sandig. Die einzigen welche uns entgegen kamen waren Baufahrzeuge, da die Tour wahrscheinlich nur sehr selten von Calama durchgeführt wird. Dementsprechend waren wir größtenteils allein unterwegs, nur ein paar Esel bremsten uns einmal aus.
Die Abgabe des Mietautos verlief entgegen der Abholung ohne Probleme. Ob es bei den Flügen auch so sein würde, werden wir sehen. Insgesamt erwarteten uns heute drei Flüge und das Gepäck wird automatisch weitergeleitet. Von Calama – La Serena – Santiago geht es nach Puerto Montt. In La Serena hatten wir einen längeren Aufenthalt, den wir mit Empanadas und einen Kaffee füllten. Unser zweiter Flug hatte bereitsein wenig Verspätung aber zum Glück brauchten wir bei Ankunft nur aus dem Flugzeug aussteigen und waren gleich am richtigen Gate für den letzten. Es gab keine Überraschungen, alles lief sehr gut und auch unsere Rucksäcke haben keinen Flug verpasst. Begrüßt wurden wir in Puerto Montt von einer regnerischen Nacht, es war bereits kurz vor Mitternacht. Noch schnell mit dem Uber zum Ibis Hotel. Nochmal in einer qualitativ höheren Unterkunft schlafen, bevor es in den kleinen Camper geht. Der eigentliche Grund war, dass die Rezeption rund um die Uhr besetzt war und wir dadurch keinen Stress mit dem späten Check In hatten. Der lange Tag neigte sich dem Ende und wir fielen müde ins Bett.もっと詳しく
Guten Morgen Patagonien
2025年12月12日, チリ ⋅ ☁️ 16 °C
Viel Schlaf konnten wir uns nicht gönnen, denn um 11Uhr wollte wir den Camper abholen. Was wir uns gönnten, war ein leckeres ausgiebiges Frühstück, welches wir im Hotel dazu gebucht hatten. Da gab es auch selbstgebackene Plätzchen. Mit einem Uber hatten wir Puerto Montt nach Puerto Varas verlassen, um zur Autovermietung zu kommen. Nach einer ausführlichen Einweisung und unterschriebenen Dokumenten durften wir mit nun unseren kleinen Camper vom Hof fahren.
Unser Ziel würde sich im Laufe des Tages ein paar Mal ändern. Zuerst wollten wir eigentlich auf die Insel Chiloe, welche wir nun eher zum Schluss in Angriff nehmen werden. Der zweite Plan war, nach Hornopiren zu fahren, da bleiben wollten wir nicht. Das lag nicht etwa an der Stadt, welche klein und niedlich am Fjord liegt, sondern am Starkregen. Insgesamt ist Patagonien das komplette Gegenteil, wo wir gerade herkommen. War es gerade noch heiß und musste man sich vor der Sonne schützen, ist es nun stark bewölkt und frostige 10°C, war es bis jetzt immer trocken, regnet es nun in strömen, war alles weitläufig, kahl, schroff, ist es nun saftig grün und dicht bewachsen.
In Puerto Varas haben wir schnell unsere Basics besorgt, denn wir wollen uns weitestgehend selbst versorgen. Der Camper verfügt über einen kleinen Kühlschrank, sowie eine herausziehbare kleine Küchenzeile. Darüber ist die Liegefläche und auf dem Dach ist ein kleines Solarmodul. Ansonsten ist der Camper sehr, sehr einfach von der Ausstattung, was ich ein wenig schade finde. Fenster zum Kurbeln, das billigste Radio, wo man sich nicht mit dem Handy verbinden kann und Zentralverrieglung schließt nicht den Kofferraum. Was allerdings schön war, der erste Weg entlang am Fjord. Da verwundert es nicht, dass wir zeitnah die erste Fähre nehmen mussten. Durch den Starkregen konnten wir draußen nicht viel unternehmen, weswegen wir uns entschieden gleich die lange Fähre zu nehmen (Fahrzeit 4h) + kleine Fähre (40min), um morgen eine gute Ausgangsposition für die erste Wanderung zu haben. Immerhin die Meereswelt begrüßte uns freundlich, ein Delphin sprang beim Ablegen mehrmals aus dem Wasser. Die Natur verspricht jetzt schon einiges, auch wenn die Wolkendecke das meiste verdeckt. Dicht bewachsen tiefgrüne Hügel ragen steil ins Meer, hin und wieder sieht man Wasserfälle, welche ins hellblaue Wasser stürzen. Die Wolken werden durch den Wind über die Hügel gedrückt, dass es fast so aussehen lässt, als würde der Hügel qualmen.
Freundlich begrüßt wurden wir auch von den bisher getroffenen Menschen. Viele sprechen hier Englisch oder auch in Wortfetzen noch Deutsch. Zum Beispiel unser erster Taxifahrer, dessen Großmutter kam aus Dortmund und ist damals vor dem Krieg, wie viele andere, nach Chile geflohen. Die Mutter konnte wohl auch noch gut Deutsch sprechen aber in der dritten Generation ebbt es stark ab. So ist es nicht verwunderlich, dass es im Supermarkt viele deutsche Produkte gab.
Auf der Fähre realisierten wir, wie lange wir noch unterwegs sein werden. Wir hatten es sicherlich schon einmal gewusst aber es war in diesem Moment nicht so wichtig. Vier Stunden dauert die Überfahrt, welche bei schönem Wetter sicherlich eine Augenweite ist. Wir fingen hingegen an zu frieren, weswegen wir uns an Board zwei Nudelsuppen organisierten. Mit etwas Warmen im Baum war es schon erträglicher. Durch die Fenster konnten wir die Landschaft an uns vorbeiziehen sehen, manchmal trieb es mich auch kurz nach draußen. Es war nun kurz vor 22Uhr und alle gingen zu ihren Fahrzeugen zurück. Ehe wir uns ein Schlafplatz suchen konnten, mussten wir nochmal 25min. mit dem Auto zur nächsten Fähre fahren. In völliger Dunkelheit fuhren wir in Kolonne über die asphaltierte Straße aber die war immer wieder mit tiefen Schlaglöchern gespickt. Ein paar Mal polterte es schon heftig, so war es nicht verwunderlich, dass auch andere Fahrer die Reifen auf der nächsten Fähre checkten. Die zweite Fähre war auch geschafft und nun ging es darum einen Schlafplatz zu finden. Gleich nach der Fähre wäre eine Möglichkeit aber ohne Toilette gewesen, weswegen wir ein ganzes Stück weiterfuhren. Alle anderen Autos hatten wir vorbeigelassen und nun waren wir allein auf der Carretera Austral unterwegs, welche sich inzwischen in eine Offroadstraße verwandelt hatte. Es ging hoch und runter und der dichte Regenwald ragte auf die Straße. Handynetz gab es schon eine Weile nicht mehr und so ging es langsam Kilometer, um Kilometer voran. Wir erreichten schließlich den von Caro ausgesuchten Stellplatz, welcher Wasser und Toiletten hatte. Neben uns stand nur ein weiteres Fahrzeug. Nachdem wir uns kurz im Auto organisieren mussten, konnten wir die Augen um circa ein Uhr schließen.もっと詳しく
Vulcan Chaiten und das sehr nass
2025年12月13日, チリ ⋅ 🌧 9 °C
Die erste Nacht im Camper?.. war super. Nach drei nicht so langen Nächten schliefen wir aus und wir hatten beide super geschlafen. Unsere Nachbarn waren auch schon wach, ein französisches Pärchen, welche sich ihren Camper gekauft haben, aber sie wollen auch 3 Monate damit umherfahren. Ein wenig neidisch auf unser Auszugssystem waren sie aber. Wir entschieden uns für das Frühstück, während die beiden über einen kleinen Waldweg zum See gingen. Der Kaffee war mit der Bialetti schnell gekocht und wir stärkten uns mit Müsli für den Tag. Danach stand für uns ebenfalls die Seetour an. Ein kleiner schmaler Weg, kaum breiter als die Schultern führte an einem kleinen Bach entlang. Der umliegende Regenwald war so dicht, dass man nicht weit schauen konnte. Völlig bemooste Bäume und Sträucher. An einer Stelle traten im Bach Blasen nach oben, welche wir nicht verifizieren konnten. Der See selbst war sehr idyllisch. Ein schmaler Steg, führte zu einer teilweise überdachten Plattform. Das Schilf überdeckte den Uferbereich und im Hintergrund ragten stolze Berge empor, welche durch die niedrigen Wolken immer wieder verdeckt wurden. Lange konnten wir nicht verharren, denn es fing schon wieder an stärker zu regnen.
Der Vulkan Chaiten war das nächste Ziel. Ein kurzer aber steiler Weg (650Hm, 5km). Aber zunächst waren wir ziemlich unentschlossen, denn der Regen war heftiger geworden. „Hey der Regen wird weniger“ um anschließend wieder stark auf die Frontscheibe zu prasseln. In einer kleinen Regenpause schnappten wir unsere Sachen und liefen los, wohl wissend, dass es gleich wieder anfangen würde. Der Hauptteil des Weges verlief unter dem dichten Blätterdach, was nicht hieß, dass wir geschützt waren. Der Weg war über die Zeit schon sehr in Mitleidenschaft gezogen worden. Gut präparierte Holzstufen waren nicht mehr da oder weggespült. Manche Vorsprünge ging somit bis zur Hüfte und das Regenwasser floss langsam den Weg nach unten. Die Pflanzen ragten auf den so schon engen Weg und gaben ihr gesammeltes Wasser gern weiter. Wir waren schnell pitschenass, aber wollten es dennoch bis nach oben schaffen. Langsam aber stetig kamen wir schließlich oben an. Nun im freien, trieb der Wind die Kälte noch weiter in unsere Glieder. Wir standen vor dem Vulkan und konnten einen kleinen Vulkansee ringsherum erkennen, aber dieser selbst war in Wolken gekleidet. Der Ausblick ins Tal war zugezogen damit wurden wir leider nicht belohnt. Wir entschieden uns für einen schnellen Abstieg.
Am Auto wieder angekommen, waren wir froh wieder trockene Sachen anziehen zu können. Was nun mit den Nassen? Diese legten wir nacheinander auf das Armaturenbrett über die Lüftung. Mit geringer Geschwindigkeit und maximaler Lüftung auf Heiß dauerte es circa eine Stunde, bis alles wieder trocken war, fast alles, außer die Schuhe.
Die nächste Stadt war unweit entfernt und wir besorgten ein paar Dinge und nutzten ein Restaurant für eine kleine Recherche für den nächsten Tag. Da es aber bereits sehr spät war, entschieden wir nicht selbst zu kochen und das gleich abzuhaken. Der Camper war durchgelüftet und vollgetankt und für die nächsten Tage gewappnet. Einen Schlafplatz fanden wir gleich in der Nähe der Stadt. Diesmal wollten wir nicht wild campen, da uns hier eine warme Dusche erwartete, welche wir dringend nötig hatten. Nach Hilfe von einem anderen jungen Camper, welcher den Kontakt zum Vermieter herstellte (es war bereits 21Uhr) konnten wir nun den Tag ausklingen lassen.もっと詳しく
Immer wieder Chaiten
2025年12月14日, チリ ⋅ 🌧 8 °C
Die Tropfen, welche von oben auf dem Camper trafen, weckten uns heute Morgen. Die Hoffnung, trocken in den Tag zu starten, schwand bevor die Tür des Campers auf war. Das Frühstück gab es somit vorn im Camper. Ich war zu dem Zeitpunkt aber schon ein wenig in Sorge, denn mein Touchdisplay vom Handy wollte nicht mehr funktionieren. Die Hoffnung durch die Lüftung das Handy weiter zu trocknen und wieder funktionsfähig zu bekommen, schlug leider fehl. Ich hatte mein Handy gestern erst in der Hosentasche und später in der Tasche der Regenjacke. Leider war diese gestern total durch gewesen und das Wasser konnte somit ungehindert eindringen. Beim Ablösen des Displays sah man bereits korrodierte Stellen. Ein Neustart sollte die Lösung bringen, weswegen wir zurück nach Chaiten fuhren. Kurz recherchiert und das Handy ohne Touchdisplay neu gestartet aber ohne Erfolg.
Das Problem, über mein Handy laufen so gut wie alle Dinge. Wichtige Dokumente, Emailverkehr, Buchungen, Bankkonto für unser Reisekonto, Fotos, Verifizierungen für Zahlungen und 2 Wege Verifizierung für diverse Konten. Daher war das schon ein größeres Problem.
Wir beschlossen, das Handy weiter zu trocknen und zu unserer ersten Wanderung aufzubrechen. Auf dem Weg kam uns der Gedanke vorübergehend Caro ihr Handy umzufunktionieren. Also wieder kehrt, denn ohne mobile Daten war schlecht. Wieder in Chaiten angekommen, installierten wir Apps, konnten meine Chile Sim Karte in den Laptop einstecken und zum Laufen bringen. Daher hatte ich wieder Zugang zu meinen Mails und Sicherheitsabfragen. Meine Sim Karte von Zuhause wanderte in Caros Handy, somit waren die Sicherheitscodes per SMS wieder möglich und so hangelten wir uns durch verschiedene Sachen, Navigation, Barclays, Postfach, Booking und vieles mehr. Statt eine Runde mit Gletscherblick zu erleben, standen wir am Straßenrand, zugegeben mit Meerblick, aber den konnten wir in dem Moment nicht genießen. Als die Übernahme von Caros Handy erfolgreich abgeschlossen war, sollte es diesmal zu dem Pumalin Nationalpark auf die Gletscherrunde gehen. Halt, Stop, … meine Drohne kann ich nicht mehr mit meinem Handy steuern und das Kabel für Apple hatte ich leider Zuhause gelassen. Heute ist Sonntag aber vielleicht haben ja trotzdem in den kleinen Ort Chaiten ein paar Läden auf. Ein Minimarkt hatte die Türen geöffnet und Handysachen im Angebot, das gesuchte Kabel, USB C Stecker auf Lightning Stecker war nicht dabei. In der Einkaufsschlange hatte jemand das Problem mitbekommen. Während wir uns eine Kleinigkeit kauften, wurde eine weitere Person kontaktiert und diese sollte das Kabel haben und in einer Stunde vor Ort sein. Wir nutzten die Zeit und machten einen kleinen Strandspaziergang, wofür wir gestern keine Zeit mehr gehabt hatten. Im bisherigen Tagesverlauf, türmten sich die Wolken und ergossen sich immer mal wieder. Am Strand war es zum Glück relativ trocken geblieben. Viel Treibholz lag am Strand verteilt, welches durch die Witterung seltsame Strukturen ausgebildet hatte. Die Zeit war schneller rum als gedacht und wir fuhren skeptisch zu dem besagten Laden. Tatsache es passt, kostete sieben Euro, nehmen wir.
Nun mit einem Handy weniger, aber so gut wie allen notwendigen auf dem Anderen, schafften wir es über die Stadtgrenzen hinaus aber hatten immens an Zeit verloren. Erst 15:15Uhr konnten wir wirklich zu unserem Ziel aufbrechen. Am Eingang am Punmalin Nationalpark wollten wir uns kurz informieren, wo wir die Info bekamen, dass die geplante Wanderroute auf unbestimmt gesperrt ist. Wegen der fortgeschrittenen Zeit wäre aber selbst die kleinste Runde nicht mehr möglich gewesen, denn der Park schließt bereits 17:30Uhr. Also sagten wir uns, „vielleicht auf dem Rückweg“. Das wir den Spruch noch öfter an diesem Tag sagen werden, war uns zu dem Zeitpunkt nicht klar.
Die vor uns liegende Wegstrecke führte uns mehr in die Berge, welche aber nur teilweise sichtbar gewesen waren. Tiefhängende Wolken und andauernder Regen machten schöne Aussichten zu Nichte. Links und rechts erhoben sich tiefgrüne Berge empor und kurz vor der Wolkendecke konnte man Ausschnittsweise die ersten Schneefelder erkennen aber das Bergpanorama blieb uns leider verborgen. Wir schlängelten uns Berge empor und sahen immer wieder Radfahrer, welche sich an den Steigungen im strömenden Regen abmühten und hatten schon ein wenig Mitleid. Ein paar Motorradfahrer hatten sich das bestimmt auch anders vorgestellt. Aber ein paar schöne Flecken gab es trotzdem. Täler mit breiten, türkisfarbenen Flüssen, worüber alte Stahlbrücken gebaut waren. Ausgewaschene Flusslandschaften, welche nur erahnen lassen, welche Wassermassen hier runterkommen müssen und wunderschöne Seen, welche sich um die Berge ausgebreitet hatten. Die Drohne musste im Trockenen bleiben, „vielleicht auf dem Rückweg“, sowie die Hoffnung auf die etlichen Bergpanoramas.
Insgesamt ging es heute 204km durch dir bergige Landschaft von Patagonien. Die Straße war asphaltiert und in einem guten Zustand. Mein Gemütszustand verbesserte sich, trotz Caros Versuche nur langsam.
Die heißen Quellen, ein Ziel, welches wir heute auch schaffen wollten, verpassten wir ebenfalls. Kurz vor unserem Zeltplatz schauten wir uns noch die Stadt Puerto Puyuhuapi an. Viele alte, einfache Holzhäuser, welche den nächsten Anstrich schon gebraucht hätten und einen kleinen Dorfplatz, mehr gab es nicht zu sehen und so ging es weiter entlang des Fjords, an welchen wir Übernachten werden. Mit dem Campingplatz hatten wir Glück. Ich brauchte Strom und WLan für den Videoschnitt und eine schöne Lage, sowie heiße Duschen bekamen wir dazu. Unser Essen genossen wir am See und wir konnten mittlerweile auch wieder lachen.もっと詳しく
Die Sonnenseite Patagoniens - Coyhaique
2025年12月15日, チリ ⋅ ⛅ 15 °C
Wir wurden diesmal nicht von dem Regen geweckt,… soweit so gut. Die Wolkendecke war trotzdem noch bedrohlich und ragte tief ins Tal. So langsam an den Camperstatus gewöhnt verliefen viele Handgriffe schon schneller. Während Caro noch in der Dusche festhing, kümmerte ich mich ums Frühstück, welches wir mit unseren Campingstühlen am Ufer aßen. Wir beobachteten wie die ersten Boote ihre Wege erledigten und die Wolken versuchten am gegenüberliegenden Berghang aufzusteigen. So lang wie wir noch Internet hatten recherchierten wir die nächsten Schritte, ehe wir als letztes den Campingplatz verließen (Mit uns waren wir allerdings nur zu acht).
Unser erstes Ziel, der Queulat Nationalpark, war nur ein paar Kilometer entfernt. Leider verfiel das Wetter in alte Muster aber das traf die Radfahrer, welche wir heute öfter überholen sollten, schlimmer. Was auch in alte Muster verfiel war unser Pech, denn der Nationalpark war montags generell geschlossen. So mussten wir unverrichteter Dinge wieder fahren. Statt zu den heißen Quellen zu fahren, schoben wir beide Themen in die Rubrik „machen wir auf dem Rückweg“. Auf gings nach Coyhaique, Hauptstadt der Region Aysén, welche 203km entfernt lag.
Wir waren nun sehr unentschlossen. Fahren wir bis Coyhaique durch, legen wir einen Stop ein, bei dem Regen brauchen wir die größere Wanderung nicht machen, wollen wir noch eine Gletchertour machen, wie passt das überhaupt in die restlichen Tage. Planen konnten wir während der Fahrt nicht, denn nirgendwo hatten wir Empfang. Also… nächstes Ziel Coyhaique.
Um zu der Stadt zu gelangen, ging es ein weites Stück ins Landesinnere. Wir durchfuhren Tal für Tal und nahmen mehrere Passstraßen und siehe da, die Regenwand, welche permanent von der Meeresseite gedrückt hatte, wurde aufgehalten und wir waren endlich auf der Sonnenseite angekommen. Sonne, wolkenfreie Gipfel, Wärme, wunderschöne Aussichten. Unsere Gemüter wurden wieder gnädig gestimmt. Das Camperleben war gleich viel freundlicher.
Auf dem Weg hielten wir noch an zwei Wasserfällen und mehreren Aussichtspunkten. Für den einen Wasserfall ging es 5min durch den dichten Regenwald. Alle Sträucher und Bäume waren bemoost und das Wasser tropfte von oben herab. Das Tageslicht suchte seinen Weg durch die dichte Pflanzenwelt. Der Wasserfall war nicht groß aber schob trotzdem gewaltige Wassermassen den kleinen Absatz hinunter. Er befand sich gegenüber von uns und fiel in eine Vertiefung, wo sich das Wasser in einem kleinen Becken sammelte. Der andere Wasserfall, auf der anderen Bergseite, schoss einen Vorsprung weit über uns herunter und verursachte beim Auftreffen ein lautes Getöse.
Heute sind wir durch zahlreiche Landschaften gefahren. Die Bergwelt wechselte von großen dichtbewachsenen Bergen zu steilen schroffen, wo kaum noch Vegetation zu finden war. Die Täler einst eng und ebenfalls dicht bewachsen, wurden weitläufiger. Große Wiesen mit Kühen, alte Holzhäuser, ein wenig Alpenfeeling und im Hintergrund die großen Berge mit ihren schneebedeckten Gipfeln. Hätten wir an jeder schönen Aussicht angehalten, wären wir wohl heute nicht angekommen, es war jedenfalls traumhaft und vielfältig.
In Coyhaique suchten wir zuerst ein Cafe, um unsere Planung zu sortieren und einen neuen roten Faden zu etablieren. Tatsache schafften wir das recht schnell. Für die große Wanderung fehlt nur noch ein Baustein, morgen schauen wir uns Coyhaique an und die Gletschertour steht auch. Heute ging es ausnahmsweise in eine feste Unterkunft. Denn alles muss nochmal geladen werden, Die Wäsche ist auch in der Unterkunft abgegeben und ich muss nochmal Video schneiden. Die Unterkunft ist ein klein wenig wie die Villa Kunderbunt. Alles ein wenig zusammengeschustert und passt manchmal nicht wirklich zusammen aber es erfüllt seinen Zweck. Auf der anderen Seite kommen bei bestimmten Sachen die Liebe zum Detail durch. Einen kleinen Stromausfall gab es auch aber war in wenigen Minuten gefixt.もっと詳しく
Auf zum Cerro Castillo – Vorbereitungen
2025年12月16日, チリ ⋅ ☁️ 14 °C
Aufgewacht in der Villa Kunderbunt, streifte ich den Vorhang vom Fenster zur Seite und ließ das Licht in unser Zimmer. Mein erster Gedanke „zu früh gefreut“. Die Wolken hatten uns gefunden und das in voller Stärke. Was war heute unser Plan? Wir müssen unsere 4 Tageswanderung vorbereiten und für die fehlte es an vielen Enden.
10:30Uhr waren wir aus der Unterkunft raus und hatten bereits die wichtigsten Sachen beiseitegelegt. Die erste Aufgabe, wir brauchten ein Zelt, 2 Schlafsäcke (am besten bis -4°C), Isomatten und einen Kocher. Im Internet waren wir bei unserer Recherche nur semi erfolgreich gewesen. Unsere erste Anlaufstelle, ein Fahrradverleih, welcher auch Ausrüstung für Bikepacking haben sollte. Wir hatten Glück und bekamen gleich alles und das ganze Equipment für circa 100€ für 5 Tage. Das Zelt wollten Sie nochmal aufbauen und so war der Abholtermin auf 14:45Uhr gesetzt. 15Uhr wollten wir noch unsere frisch gewaschene Wäsche aus der Unterkunft abholen, sodass wir die restliche Zeit für einen Stadtspaziergang, sowie den Einkauf hatten. Coyhaique ist zwar in dem Bereich die größere Stadt aber sehr überschaubar. Ein kleiner grüner Stadtpark mit ein paar Marktständen, eine Einkaufspassage und damit näherte sich es bereits dem Ende. Viele Wohnhäuser waren Eingeschossig und überwiegend aus Holz. Wir liefen noch zu einem Aussichtspunkt, einen Holzsteg entlang der Stadtgrenze. Nach diesem viel das Gelände ab, unten floss ein kleiner Fluss und auf der gegenüberliegen Seite schlossen sich die nächsten Hügel an. Also Traumhaft gelegen ist Coyhaique schon.
Die Zeit war schneller vorbei als gedacht. Das Equipment war bereits im Auto und wir wollten unsere Wäsche abholen. Die Vermieterin meinte, ein paar Sachen wären noch nass aber, dass es alle sein werden … Uns viel auf, dass noch was fehlte, erst mit Nachfragen, erfuhren wir wo der Rest war. Etwas verpeilt und nicht ganz zuverlässig. Mit Sachen trocknen im Auto hatten wir bereits Erfahrung und so landete ein Kleidungsstück nach dem Nächsten auf dem Armaturenbrett. Immer wieder hielten wir kurz an, nicht um die wunderschöne Umgebung zu bestaunen, welche jetzt sehr weitläufig geworden ist, sondern um die Wäsche durchzutauschen. Auf dem Weg wurden wir das erste Mal von der Polizei angehalten, Fenster runter und auf Spanisch versuchte er zu kommunizieren, da er kein Englisch konnte. Wir gaben alle Dokumente, wie es auch bei uns gewesen wäre und damit war er zufrieden. Die Boxershorts auf dem Armaturenbrett waren nicht zu übersehen aber eine Miene verzogen, hatte er nicht.
Vor uns lag der Cerro-Castillo-Nationalpark, wo wir morgen und die nächsten Tage unterwegs sein werden. Der Berg ragte weit nach oben und der Gipfel war weitreichend mit Schnee bedeckt. Wir fuhren zuerst nach Villa Cerro Castillo, eine winzige Stadt, zum Fuße des Berges. Es wirkte, als wäre der Ort ausgestorben. Wir bemerkten, dass wir kein Netz hatten und zwar nirgends. Daher war es mit Taxi rufen für den Einstiegspunkt etwas schlecht und der Ausstiegspunkt war demnach auch unsicher. Daher suchten wir die Touristeninformation auf und wir hatten verdammtes Glück. Die Mitarbeiterin hatte bereits ihre Tasche umgeworfen und wollte gerade abschließen, als wir sie hilfesuchend anschauten. Sie war sehr freundlich und gab uns wichtige Informationen an die Hand. Erstens wir mussten den Eintritt online buchen, ohne Empfang schlecht. Hier ist nur der Anbieter Entel vertreten und wir waren bei Claro. Zweitens, sie gab uns die Telefonnummer und Preise für die Taxis und drittens, wir können den Camper am Einstiegspunkt abstellen, der Parkplatz ist sicher. Viertens, morgen wird es genauso stürmisch wie heute. Unser Camper wurde auf der Straße bereits paar Mal vom Wind versetzt. Als wir die Passstraße nach unten fuhren, sahen wir am See Wolken aufsteigen, nur dass es keine waren, sondern angefüllt Böen. Wir waren inzwischen nach draußen getreten, damit die Mitarbeiterin in den wohlverdienten Feierabend konnte. Wir buchten vor der Tür noch unsere Tickets, welche mit 35€ pro Nase zu Buche schlugen und mit dem Wlan der Touristeninformation kein Problem mehr war.
Wir fuhren zu unseren Campingspot, nicht auf dem Campingplatz, sondern ein wenig abseits von der Hauptstraße gelegen. Vom Ausblick wäre der schön gewesen aber lag voll im Wind. So entschieden wir uns für einen Campingplatz und konnten unseren Camper geschützt hinter ein paar Bäumen und Sträuchern parken. Während ich die Sachen für morgen final packte, kochte Caro lecker essen, welches wir entspannt draußen genießen konnten. Nur ein paar kleine freilaufende Ziegen wollten auch etwas abhaben. Wir verschwanden anschließend im Camper, für unsere Verhältnisse recht zeitig. Draußen hörte man den Wind, welcher den Camper immer wieder zum Schwingen brachte. Die erste Etappe verläuft im Tal, mal schauen wie stark der Wind da sein wird.もっと詳しく
Las Horquetas Trek - Day 1
2025年12月17日, チリ ⋅ 🌬 8 °C
Wie der Wind uns gestern in den Schlaf gewogen hatte, so tat er es heute Morgen beim Aufwachen. Der Wind hatte ganze Arbeit geleistet und hatte fast alle Wolken weggeblasen, nur wollte er auch sehr gründlich sein und blies immer noch. Duschen, Zähneputzen, Frühstücken und schon ging es los zum Einstiegspunkt, welcher circa eine halbe Stunde Fahrtweg entfernt war. Das Bergpanorama in voller Pracht zu sehen, schuf extra Motivation für den 4 Tagesmarsch. Insgesamt erwarten uns in den nächsten Tagen 54km, 2370Hm aufwärts und 2840Hm abwärts.
Am Parkplatz angekommen, waren wir das einzige Fahrzeug und packten unsere Rucksäcke final um. Nochmal alles gecheckt, alles mit? Die Rucksäcke waren auf dem Rücken und wir startklar. Die heutige Etappe geht über 16,9km (320Hm↑ 160Hm↓) und soll circa 6h dauern. Besondere Highlights, neben der wunderschönen Kulisse? … eiskalte Bachquerrungen, auf welche unsere Füße sich ganz sicher freuten. Eine wartete gleich am Anfang, bevor wir zu dem ersten Rangerhütte kamen. Dort trugen wir uns ein und bekamen eine kleine Einweisung zur Strecke. Caro ging ehemals von zwei Bachquerrungen aus aber es sollten viele mehr werden.
Der Weg führte entspannt im Tal entlang und neben uns verlief der größere Bachlauf, welcher unsere Füße heute ein paar mal sehen sollte. Durch die Sonne, welche ungehindert von oben herab schien, war das nur in dem Moment des Querens ein Problem. Mal tiefer, mal flacher, fingen die Füße an zu zwicken und der ein oder andere spitze Stein wollte ebenfalls seinen Spaß haben. Mal liefen wir im Freien, manchmal im dichten Wald, welcher auch ein Wald bei uns um die Ecke hätte sein können. Aber die fortwährende Sicht auf die umliegenden Berge war schon einzigartig.
Zwischendurch machten wir zwei Pausen, denn ich wollte mein Rucksack etwas erleichtern. Am Flughafen war er immer so bei 17kg aber nun mit Essen Zelt und Isomatten, war er deutlich schwerer als normal, daher schätze ich knapp oberhalb von 23kg. Auch wenn die Wegstrecke nicht weit und die Höhenmeter nicht viel waren, schlauchte es und wir waren froh 16:30Uhr am Camp anzukommen. Mit 5:30h lagen wir super im Schnitt. Das Zelt war fix aufgebaut und alles verstaut. Naja, ein wenig eng war es mit den großen Rucksäcken schon. Die Sonne versteckte sich nun doch hinter ein paar Wolken, sodass eine warme Nudelsuppe uns von Innen wärmte. Danach verschwanden wir für ein kleines Schläfchen im Zelt.
Für einen kleinen Spaziergang pellten wir uns heraus. Die Temperaturen hatten bereits deutlich angezogen aber im Zelt bleiben war auch keine Option. Ein kleiner Pfad führte uns durch den Wald, wobei wir rückzu über das Geröllfeld liefen, welches bei der Schneeschmelze vermutlich unter Wasser steht. Der Ausblick war super aber der Wind trieb uns zum Abendbrot. Kartoffelbrei mit Thunfisch, ist zwar kein Festessen aber für uns ein gelungener Abschluss. Bis zum Abend zählten wir gerade mal fünf Zelte. Es wurde immer kälter und der Wind tat sein Übriges, weswegen wir uns sehr zeitig ins Zelt verkrümelten.もっと詳しく
Las Horquetas Trek - Day 2
2025年12月18日, チリ ⋅ ☁️ 10 °C
Trotz mehr als 11 Stunden Schlaf krochen wir müde aus dem Zelt. Naja die Augen waren immer wieder offen gewesen und die benachbarten Zelte wurden langsam aktiv, sodass wir uns genötigt fühlten und taten es den anderen gleich. Die Kälte war der Übeltäter, hielt sie uns am Morgen in den Schlafsäcken, konnten wir in der Nacht, trotz -4°C Schlafsäcke, nicht erholsam schlafen. Den Wetterdaten nach lag die Temperatur bei 3°C bis 5°C. Daher gab es zum Frühstück einen warmen Tee und anschließend Porridge. Caro verlor leider ihre zweite Kontaktlinse und war nun auf Brille umgestiegen. Die heutige Tour führt uns über einen Pass, insgesamt geht es 13,1km (750Hm↑ 630Hm↓) durch die Berglandschaft
Als wir losgingen, waren wir bereits die letzten. Einige hatten eine nahe Lagune bereits am Vortag erledigt, für uns war es heute der erste Weg. Die Sonne schien und erwärmte unsere Gemüter allmählich. Caros Rucksack hatten wir am Abzweig gelassen, da wir dorthin wieder zurückkommen. Der Weg, über ein Geröllfeld, war ziemlich beschwerlich und immer wieder musste man nach diesem suchen, denn es sah alles gleich aus. Ein wenig merkten wir die schlechte Nacht, hoffentlich wird die nächste besser.
Die Lagune war recht klein aber trotzdem imposant. Sie selbst war türkisgrün und danach erhoben sich die Berge mit ihren weißen Schneemassen. Ich ließ meine Drohne steigen aber musste sie gleich zurückholen, denn der Akku war von 70% auf 0% gedroppt. Der nächste Akku hat leider auch gesponnen. Könnte sein, dass durch die niedrigen Temperaturen die einen Treffer wegbekommen haben.
Der Rückweg war schnell erledigt und wir nun auf der Strecke, von unserer eigentlichen Route. Zuerst ging es einen Waldweg allmählich nach oben, welcher aber immer weiter an Steigung gewann. Irgendwann passierten wir die Waldgrenze und damit kehrte der Wind zurück. Von oben wurden wir von der Sonne gebrutzelt und von vorn kam eisige Böen. Der nun vor uns liegende Weg war ein Geröllfeld und führte steil bergauf (Zwischenzeitlich bis zu 33%). Wir mussten bis zur anderen Bergseite, was uns nach und nach die Kräfte raubte. Oben schloss sich ein Schneefeld an und der Wind wurde stärker und stärker. Der Ausblick von oben war aber grandios. Das grüne Tal, der große Flusslauf und ringsherum die Berge mit ihren Gletschern. Auf dem Schneefeld fanden wir noch eine Wasserflasche, welche wir später den eigentlichen Besitzern zurückgeben werden. Die Zwei waren das Schneefeld heruntergerutscht und hatten die Flasche dabei verloren.
Auf der anderen Seite erwarteten uns die nächsten schönen Ausblicke aber leider das nächste Geröllfeld und das war unbequemer als das erste. Ein Abschnitt war mit einem Seil gesichert, was aber nicht viel brachte, denn die Befestigungspunkte lagen zu weit auseinander. Teilweise ging es bis zu 46% nach unten. Als Klettersteigbewertung wäre das wohl eine B/C gewesen. Irgendwann passierten wir die Baumgrenze und hatten wieder Schutz vor Wind und Sonne. Unsere Kräfte waren ziemlich gesunken und der Ab- und der anschließende Aufstieg führte durch unwegsames Gelände. Bäche mussten immer wieder gequert werden, welche durch die Schneeschmelze tiefe Forschen gezogen hatten. Trittsicherheit wurde auch trainiert, nicht nur bei den Geröllfeldern, sondern beim Überqueren der Bäche über abgestorbene Baumstämme, welche als Brücke ihren letzten Dienst taten. Die letzten Meter, 150Hm auf 1km verlangten nochmal viel und dann konnten wir endlich das Camp sehen. Ein schöner Platz am rauschenden Bach war schnell gefunden. Kurz hinsetzen, ausruhen und dann ging die Prozedur wieder los. Alles stand, eingeräumt und zur Belohnung gab es Nudeln mit Tomatensoße. Mit 5:30h (mit Lagune 8h) waren wir super in der Zeit geblieben aber sparten uns Am Abend den einstündigen Weg zur zweiten Lagune.もっと詳しく
Las Horquetas Trek - Day 3
2025年12月19日, チリ ⋅ ☁️ 11 °C
Eine wieder nicht so schöne Nacht neigte sich dem Ende aber wir warteten, bis die ersten Sonnenstrahlen das Zelt trafen. Am Bach ging es zum Zähneputzen. Caro zauberte das nächste Porridge, während ich alles zusammenpackte. Auf einer Holzbank, welche nicht wirklich stabil war, genossen wir unser Essen, mit der Menge hatte Caro es sehr gut gemeint.
Eine Lagune stand noch aus aber der heutige Tag sollte sehr fordernd werden, daher wendete sich Caro dem Tolino zu und ich zog ohne Rucksack los. Wie sollte es anders sein, ein weites Geröllfeld und ein neues Suchspiel. Die grobe Richtung war klar und so ging es auch teilweise neben „dem Weg“ zur Lagune. Diese war größer und von der Umgebung schöner als die Letzte. Ich verweilte nur kurz, da ich Caro nicht zu lang warten lassen wollte und unklar war wie viel Zeit wir heute benötigen werden.
Die heutige Etappe führt zum Highlight der Route, dem Cerro Castillio, welcher mit 2675m über der Landschaft thront. Die schneebedeckten Zacken erinnern an ein burgähnliches Gebilde, so wundert es nicht, dass er übersetzt Schlossberg genannt wird. Der heutige Abschnitt ist der fordernste der Route. Nur 9,9km aber 750Hm↑ bergauf und 930Hm↓ herunter, auf unbefestigten Wegen galt es zu überwinden. Der erste Teil verlief neben dem Bach, neben dem wir gezeltet hatten. Sukzessive brachten wir die ersten Höhenmeter hinter uns, ehe wir am oberen Bachlauf auf eine idyllische Atmosphäre trafen. Grüne Wiese, vereinzelt ein paar Bäume, die Berge im Hintergrund und rechts neben uns erhob sich eine gewaltige Wand aus Stein, wo ein paar Wasserfälle ihren Weg nach unten suchten. Über diesen thronte ein großer Gletscher. Zum Berg Cerro Castillio war es nicht mehr weit, ein kleines Geröllfeld hochzu brachte uns zu der gleichnamigen Bergsee Cero Castillio und dem gewaltigen Gletscher. Unser Weg führte uns weiter bergauf und das war ziemlich happig. 200Hm ging es ein Geröllfeld sehr steil (35%) nach oben. Es war kein Weg mehr und wir konnten uns lediglich am Wegweiser orientieren, welcher in weiter Entfernung zu sehen war. Auch war das ziemlich gefährlich, da es viele lose Steine gab. Für mich trotzdem ok, wurde es für Caro zur ersten Mutprobe. Gemeinsam meisterten wir auch diesen Abschnitt, wobei ich mich echt wundere, wie man das als offiziellen Weg deklarieren kann. Oben machten wir eine kurze Pause und bestaunten nun den Cerro Castillio mit bester Aussicht.
Die Wolken schoben sich enger zusammen und wir mussten noch einen Gipfel queren. 300Hm trennten uns von unserem Punkt und es war bereits 12Uhr. Ab 12Uhr werden die Winde zum Nachmittag stärker und wenn dieser in den Wolken verschwindet, sollte man die Überquerung nicht fortsetzen, so stand es im letzten Camp. Also ging es weiter, Schritt für Schritt, einen staubigen Pfad in Serpentinen nach oben. Unsere Schrittfrequenz hatte bereits gelitten, aber der Ausblick war der Wahnsinn. Diesmal nicht der Berg Cerro Castillio, sondern die Sicht hinunter auf die andere Talseite. Kleinere Hügel, ein größerer Fluss, kleinere Ebenen und dahinter ein Felsmassiv mit weißen Gipfeln. Ich wusste nicht was ich zuerst bestaunen sollten, links, rechts? Die Höhenmeter schwanden und wir liefen mittlerweile auf den Scherben von Gesteinsplatten, welche mit jedem Schritt klirrten. Wir hatten es geschafft und es scheint ein guter Tag zu sein, denn von den starken Winden blieben wir vorerst verschont.
Komoot hatte bereits verraten, dass der Abschnitt nicht so schön werden würde. Gaaaaaanz weit unten konnten wir erahnen, wo wir hinmussten. 400Hm ging es ein Geröllfeld in mehreren Absätzen nach unten. An jeder Kante machten wir kurz halt, um Füße und Knie zu schonen. Hier bekamen wir dann doch ab und zu die starken Winde zu spüren, einmal konnte ich mein Cap gerade noch mit der Hand fangen. Teilweise gab es auch ein Sicherungsseil, was bergab wegen der wenigen Befestigungspunkte für uns keine große Rolle spielte. Gemeinsam überwanden wir Stück um Stück und kamen an der Baumgrenze an. Kurz ging es ein gerades Stück entlang, ehe der Weg staubig, teilweise steinig die restlichen 400 Hm nach unten führte. Der Weg war aber deutlich besser als das Geröllfeld aber trotzdem steil. Aber so schwanden die Höhenmeter wenigstens schneller.
Das Camp erreichten wir bereits 15:30Uhr, was für uns eher ungewöhnlich ist. Das Zelt stand und die Sachen waren verstaut. Was machen wir jetzt? Erst laß Caro im Tolino, während ich den Tag niederschrieb, ehe wir uns dem kalten Wind und Nieseln geschuldet ins Zelt zurückzogen. Unsere Körper fuhren langsam herunter und so wurde uns auch im Zelt kalt und wir entschieden uns für das Abendessen. Mit uns war nur ein weiteres Zelt in dem Camp. Bei uns gab es wieder Nudeln mit Tomatensoße und eine Nudelsuppe als Nachspeise. Mit gefülltem Magen verzogen wir uns in die warmen Schlafsäcke, quatschten noch ein wenig aber 19Uhr fielen dann die Augen zu.
Morgen steht lediglich der Abstieg an. Ein optionales Ziel der Route haben wir ausgelassen. Von unserem Camp führt ein weiterer Weg zu einer Lagune, welches nochmal 12km (560Hm↑ 560Hm↓) bedeutet hätte und wir bereits vom Gipfel aus, gesehen hatten. Da wir aber von den drei Tagen etwas gezeichnet waren, ließen wir das Ziel aus.もっと詳しく
Las Horquetas Trek - Day 4
2025年12月20日, チリ ⋅ ☁️ 13 °C
Logbuch Tag X, wir haben nicht gefroren, …. aber trotzdem schlecht geschlafen. Durch das sehr frühe zu Bett gehen, waren wir früh wach und das mussten wir, um unseren Plan umsetzen zu können. Der Plan, so schnell wie möglich runter, ein Taxi zum Einstieg (35km entfernt) bekommen, nach Coyhaique fahren, Wäsche waschen, Equipment abgeben und einkaufen gehen. Was auch wichtig war, eine Dusche wäre nett.
Unser letzter Platz für unser Zelt war ein wenig staubig und in Kombination mit dem an der Zeltinnenwand kondensierten Wasser, eine ungünstige Kombination. Wir versuchten es etwas zu trocknen, mussten es aber etwas feucht zusammenfalten. Die letzte Etappe war nicht weiter wild (4,2km, 0Hm↑ 560Hm↓), keine steilen Passagen, sei es hoch oder hinab. Ein kleiner schmaler Pfad führte uns nach und nach, nach unten. Immer wieder konnten wir ins Tal blicken und die Umgebung wechselte mehrmals. War es vor kurzem noch der Waldboden mit lichtem Wald, ging es danach durch dichtere Sträucher oder sandiges Terrain. Die Höhenmeter waren innerhalb von circa 1:30h abgespult. Der Weg auf dieser Seite war viel besser präpariert. Es ist aber auch die Seite, welche für Tageswanderer attraktiv ist. So gab es Infotafeln, Kilometeranzeigen, Stufen und keine Unwegsamkeit. Letztendlich kamen die letzten Tage 41,7km zusammen, wobei es 1800Hm↑ bergauf und 2270Hm↓ bergab ging. Wir hatten es geschafft und waren froh, dass insgesamt alles doch recht gut geklappt hatte und wir diese wunderschöne Natur hautnah bestaunen konnten.
Am Eingang des Nationalparks angekommen, mussten wir uns auschecken und unser Ticket vorzeigen, ehe wir ein Taxi gerufen bekamen. 35km entfernt stand unser Camper, dementsprechend kam das Taxi circa 40€. Ein wenig unangenehm war es uns schon, dreckig und stinkend in das Auto einzusteigen, aber der Fahrer schaltete lediglich die Lüftung an und verzog keine Miene. Auf dem Rückweg zog die Bergkulisse nochmal an uns vorbei und wir konnten uns von diesem schönen Ort verabschieden. Jedenfalls von dem, was zu sehen war, denn eine dichte, niedrige Wolkendecke verdeckte ein Großteil des Panoramas. Von daher haben wir das Wetterfenster ideal getroffen.
Am Camper zogen wir schnell neue Wäsche an, sodass wir in Coyhaique gleich zur Wäscherei fahren konnten. Noch waren wir unsicher, kurz vor Weihnachten, an einem Samstag, können wir da noch was abgeben und am selben Tag zurückbekommen? Da wir kein Empfang hatten, konnten wir diese Frage erst in Coyhaique beantworten. Ich fuhr ein wenig schneller als erlaubt und fuhr mit 65km/h in einen Vorort ein, da erinnerte ich mich daran, dass sie hinzu an dem Punkt bereits gelasert hatten. Also stärker in die Bremsen und da standen sie schon, der Arm kam raus und Fahrzeugschein und Reisepass bitte. Wie auch hinzu, war es aber nur eine allgemeine Verkehrskontrolle und wir durften weiterfahren. In Stadtnähe fanden wir online eine Wäscherei und Tatsache, wir konnten die sehr stinkende Wäsche abgeben und abends 18 Uhr wieder abholen. Der Einkauf, sowie das Abgeben verlief auch ohne Probleme und so konnten wir unseren Campingplatz anfahren. Das Einkaufen war diesmal nicht so entspannt, an einem Samstag vor Weihnachten sollte man die Orte eher meiden.
Der Campingplatz liegt am Stadtrand und hat einen wunderschönen Ausblick. Wir stellten unseren Camper ab und verschwanden unter eine heiße Dusche nach 4 Tagen, herrlich. Nach einem kleinen Snack ging es zurück in die Stadt, denn 18Uhr mussten wir die Wäsche abholen. Eine halbe Stunde Fußmarsch später war auch die Aufgabe erledigt und zur Abwechslung ging es heute in eine Pizzeria zum Abendbrot. 20 Minuten ging es wieder in Richtung Zeltplatz, als wir feststellten, dass diese schon geschlossen hatte. Also wieder ins Stadtzentrum, wir müssen ja noch auf unsere Kilometer kommen. In einer Einkaufsmeile, fanden wir schließlich eine andere und wurden mit leckeren Pizzen belohnt. Eigentlich viel zu viel aber alles verschwand im Magen.
Auf dem Zeltplatz setzten wir uns nach draußen, genossen den Abend bei einem Getränk. Ich schrieb zwischendurch noch weiter an den Tagesberichten und so wurde es immer dunkler, bis wir im Camper verschwanden, mit der Hoffnung auf eine erholsame Nacht.もっと詳しく
Ruhetag – Coyhaique National Park
2025年12月21日, チリ ⋅ ☁️ 11 °C
Zum Sonntag ein Ruhetag, … passt doch. Wir schliefen gemütlich aus, ehe wir uns für den Tag vorbereiteten. Das Frühstück genossen wir im Freien, an einer kleinen Sitzgruppe gleich neben dem Camper. Zur Bespaßung dienten drei ältere Herren, die jedoch gestern nicht so angenehm waren. Mit einem Auto mit Dachzelt, einem kleinen Zelt und ein sehr großes Zelt schlugen sie gestern ihr Basislager auf, welches sie nur mithilfe von Wein irgendwie aufgebaut bekamen. Man hatte den Eindruck, dass jeder sich die Sachen erst gekauft hatte und einer musste den anderen übertreffen. Abends wurde 22Uhr noch mit der Drohne geflogen und die Flutlichter in zwei Richtungen angebracht. Lautstark feierten sie sich selbst, … Als wir gestern ins Bett gingen, waren sie zum Glück leiser. Heute früh konnte man das Chaos wieder beobachten.
Wir waren fertig, der Camper umgepackt, da viel mir ein Mann auf, welcher eigentlich oben mit seiner Freundin im Camper schläft und weiter unten, an einem schönen Ausblick arbeitete. Lukas, kommt aus Bayern und hat seine Zelte in Deutschland vorerst abgebrochen. Mit dem Camper waren sie schon in vielen Teilen Südamerikas unterwegs und er hat eine Ausbildung als Zimmermann. So verwundert es nicht, dass er gerade die Geländer-Konstruktion für eine Aussichtsplattform für freie Unterkunft und gelegentliche Essen baute. Sie mussten in Coyhaique Papiergram, sowie den TÜV für ihr Auto in Angriff nehmen und verbrachten hier eine längere Zeit. Unterhaltskosten für Autos, sind quasi nichts, mit unter 100€ im Jahr ist alles abgedeckt (20€ der TÜV mit Mängelliste, ohne 20€ mehr). Bei den Handwerkern oder Mechanikern muss man vorsichtig sein, denn eine Qualitätssicherung der Berufe gibt es nicht. Er hatte sein Fahrzeug schon das ein oder andere Mal reparieren lassen und es manchmal in schlechteren Zustand zurückbekommen. Einmal mit höherem Kriechstrom bei ausgeschaltetem Fahrzeug, das andere Mal, hatte es die gesamte 12V Elektrik zerhauen, mit der Antwort der Werkstatt „Ist doch gar nicht so schlimm“. Wir verquatschten uns sicherlich über eine Stunde und kamen von einem Thema ins nächste. Er gab uns für den Rückweg noch einen wertvollen Tipp, da wir noch ein Thermalbad besuchen wollten. Anschließend verabschiedeten wir uns, da wir in den nahegelegenen Coyhaique National Park wollten. Wenn Zeit kein Thema gewesen wäre, hätten wir sicherlich spontan verlängert, denn der Zeltplatz war zudem idyllisch gelegen.
Wir standen vor der Schranke im National Park und gingen zu den Rangern. Wir hatten uns einen Rundweg 12km, 380Hm herausgesucht. Eine gemütliche Runde, welche das meiste abdeckte. Dann hieß es jedoch wir könnten nur zur Lagune. „Was ist mit den anderen Wegen?“, „die sind nicht offen“. Da es schon nach 12:30Uhr war und der National Park nicht so lange geöffnet war, ahnte ich, dass sie es nur wegen der Zeit nicht wollten. Ich fragte nochmal nach, keine andere Antwort. Als ich fragte, ob diese versperrt wären, nahmen sie die Begründung dankend auf. Gut, wir gehen nur zur Lagune, kauften das Ticket und wanderten schnellen Schrittes los. Der Hinweg, mit sachter Steigung führte durch einen Nadelwald, welcher irgendwann in einen Laubwald überging. Auch Bambussträucher wuchsen vereinzelt. Es war verrückt wie schnell die Biome wechselten. Die Lagune selbst war ein größerer See mit Schilf bewachsenem Ufer und der Wind fegte kräftig darüber hinweg. Der Weg um den See war mit interaktiven Tafeln versehen, welcher insbesondere auf die Geräusche der Umgebung einging. Durch den starken Wind, musste man aber schon sehr genau hinhören. Beim rumschlendern genossen wir einen Apfel und die Atmosphäre.
Nach der Lagune suchten wir den Weg zu unserem Rundweg. Gesperrt war er nicht, so setzen wir unseren ursprünglichen Plan um. Schnellen Schrittes, durchquerten wir den National Park auf gut präparierten Wegen und es war nichts blockiert oder bedrohlich. Der Wald hatte aber sichtlich gelitten, so gab es eine Menge umgestürzter und toter Bäume. Der Wald ist gerade im Wandel. Es wurden vor einer Weile viele Bereiche durch ein Feuer zerstört und anschließend mit nicht heimischen aber schnellwachsenden Bäumen aufgeforstet. Diese werden aber jetzt zum Problem der heimischen Bäume, sodass es nun ein Programm gibt, diese wieder wegzubekommen. Trotz schnellen Schrittes genossen wir die Umgebung, welche auch zahlreiche schöne Ecken hatte. Wir kamen an weiteren kleinen Lagunen vorbei, ehe wir wieder am Parkplatz ankamen. Wir waren das zweitletzte Auto und verließen den National Park, glaub ich, noch pünktlich.
Morgen starten wir zu einer Tagestour. Da diese sehr früh beginnt, fuhren wir nach Puerto Chacabuco, welches 77,6km entfernt lag. Leider ist es auch die Richtung, welche uns zurück auf die Regenseite Patagoniens schickte. Unsere Vermutung der Wettergrenze hatte Lukas heute früh bestätigt. So fuhren wir nicht weit und die ersten Tropfen prallten auf unsere Frontscheibe. Die Landschaft war auch im Vorbeifahren schön, so verging die 1:15h ziemlich schnell.
In Puerto Chacabuco fuhren wir die wichtigsten Punkte ab, Tanken, wo können wir das Auto tagsüber parken, wo müssen wir uns anmelden. Das ging sehr schnell, denn der Ort ist winzig. Da wir Zeit hatten, stellten wir uns am Hafen an den Fjord, öffneten die Heckklappe und schauten nach hinten aufs Wasser, während wir ein Stück Kuchen aßen. Rechterhand lag ein älteres großes verrostetes Schiff, was nun kleinere Booten als Schutz vor den Wellen diente. Ein Problem hatten wir noch. Wo sollten wir die nächste Nacht verbringen? Wir taten uns schwer und konnten nichts so richtig finden. Entnervt stellten wir uns an den Rand und planten noch die beiden übernächsten Tage. Am Hafen fanden wir letztendlich einen Platz, welcher seinen Zweck erfüllen sollte. Das Wetter war wechselhaft und wir wollten uns gerade Abendbrot machen, da kam eine starke Böe nach der nächsten und es fing wieder an mit Regnen. Wir kochten nur noch schnell paar Eier und aßen unsere Brötchen auf den Frontsitzen im Camper. Die darauffolgende Zeit verließen wir den Camper nicht mehr, da die Geräuschkulisse des Campers erahnen ließ, wie ungemütlich es draußen war.もっと詳しく
San Rafael Gletscher
2025年12月22日, チリ ⋅ 🌧 7 °C
Um 6Uhr klingelte der Wecker. Ein weiteres Mal umdrehen war nicht drin. Die Sachen für heute hatten wir bereits bei Seite gelegt, noch schnell Zähne geputzt und schon standen wir in der Lobby eines vornehmen Hotels. Hier war der Startpunkt für unsere heutige Tour zum San Rafael Gletscher. Der San Rafael Gletscher gehört zum Nördlichen Patagonischen Eisfeld, einem der größten zusammenhängenden Eisgebiete der Erde außerhalb von Antarktis und Grönland. Der Gletscher ist rund 15–17 km lang und bis zu etwa 2 km breit an seiner Front. Seine Eismassen reichen direkt bis auf Meereshöhe und kalben ständig in die Laguna San Rafael, wobei regelmäßig große Eisberge abbrechen.
Wir waren etwas zu früh und nahmen in der Lobby Platz. Das Besondere der Tour, eine fünfstündige Fahrt durch die Fjordlandschaft Patagoniens mit dem Katamaran Aysen. Nach und nach wurden die Personen mit einem Kleinbus nach unten zum Hafen gebracht und wir bekamen zwei Plätze im oberen Deck. Gegenüber setzte sich ein Pärchen aus North Carolina, wobei sie Chilenin ist und nun als Spanischlehrerin in den USA arbeitet. Sie waren auf Heimaturlaub um Coyhaique und zeigte ihm ihr Heimatland. Auf der Hinfahrt würden wir uns noch öfter über unsere Urlaube, sowie Heimatländer austauschen, was eine angenehme Bekanntschaft war. Welches Essen wird zu Heiligabend serviert, wie sind die Rituale, … am Ende ähnelte es doch sehr stark, ob Chile, Deutschland oder USA. Er, mit medizinischem Hintergrund hatte drei Jahre in England gearbeitet und dadurch ein paar Tage in Deutschland verbracht.
Die Zeit der Hinfahrt sollte irgendwie überbrückt werden. Daher gab es zu Beginn ein Sicherheitsvideo über den Katamaran. Unsere Aufmerksamkeit hatte das Video, denn draußen war es zugezogen, regnerisch und stürmisch. Danach wurde uns die Arten von Gletschern und deren Eigenschaften nähergebracht, ehe wir unser Frühstück serviert bekamen. Wir saßen direkt am Fenster und konnten am Anfang direkt ein paar Robben beobachten. Die weitere Zeit vertrieben wir uns durch Herumlaufen, hinten gab es ein Außendeck, quatschten mit den beiden aus den USA oder genossen die Fjordlandschaft. Später wurde das Mittag serviert, welches, wie das Frühstück lecker schmeckte. Ab da an waren es lediglich noch 1:30h Fahrt bis zum Ziel. Das Wetter klarte ein wenig auf und verschaffte uns Hoffnung die in den Fjord ragenden Eismassen bei guter Sicht bestaunen zu können. Nun kamen die ersten Eisschollen links und rechts des Boots, welch sich sehr rasch wie ein Flickenteppich ausbreiteten.
Wir waren da und die gewaltige Eiswand baute sich vor uns in mittlerer Distanz auf, davor trieben viele kleine aber auch sehr große Eismassen, welche sich bereits gelöst hatten. Wir waren in der ersten Gruppe und durften als Erstes in die Beiboote. Mit diesen ging es sehr nah an das Eisgebilde. Ein wenig unbequem war der stetige Nieselregen, von welchen wir uns aber nicht ablenken ließen. Immer wieder kratzten Eisschollen am Rumpf des kleinen Bootes, während wir die verschiedenen Strukturen und Blautöne, sowie die schiere Größe fasziniert bestaunten. Ein paar Daten gab es noch von unserem Guide, bevor wir nach 20min zum Katamaran zurückkehrten.
An Board gab es den nächsten Snack und das nächste Gespräch. Ein älteres Pärchen aus Meißen, besuchte den Bruder, welcher seit zwei Jahren in Cerro Castillio lebt und gerade eine Chiletour unternahmen. Da sie auch in der Atacama Wüste oder Patagonien unterwegs waren, hatten wir viel Gesprächsstoff über die derzeitige Reise aber auch vergangenen. So kam eins zum anderen und die anderen Gruppen kehrten nach und nach zurück. Das Wetter hatte sich verbessert, so standen wir auf dem Außendeck, wo die Sonne eine Lücke in der Wolkendecke fand und wir uns an ihr wärmen konnten. Zudem ließ es die Eismassen ganz anderes erscheinen.
Die fünf Stunden Rückfahrt standen an und das Pärchen aus den USA gab uns den Tipp, dass wir noch auf die Brücke könnten. Das nutzten wir und die Hauptmassen waren bereits durch. Oben angekommen verquatschten wir uns mit einem Chilenen, welcher deutsche Vorfahren hatte, die um 1900 nach Chile gekommen waren. Sie hatten viel Wert auf deutsche Schule gelegt, sodass er selbst eine besuchte und auch gut deutsch sprechen konnte. Er hat nun eine brasilianische Freundin und Kinder und lebt zurzeit in Brasilien. Sie besitzen aber noch ein Haus, oberhalb von Puerto Montt, in einer Seenlandschaft, wo sie regelmäßig nach Chile zurückkehren. Wir tauschten uns aus und versuchten so viel wie möglich über Chile und deren Kultur zu erfahren. Was er uns auch Bestätigte ist, die schnell wechselnden Biome, in kürzeren Distanzen. Die deutsche Sprache wird auch hier weitergegeben, denn die beiden Töchter gehen auf deutsche Schulen. Er gab uns ein paar Tipps rund um die Umgebung, um sein Haus, welche wir wohl nicht mehr nutzen konnten.
Der Rückweg gestaltet sich sehr viel freundlicher als der Hinweg. Waren wir hinzu der Spielball der Wellen, war der Fjord fast glatt und erlaubte Blicke in die Ferne. Auf dem Hinweg gab es bereits zweimal Wein, nun Whisky auf Eis (Vom Gletscher). Caro und ich teilten uns aber ein Glas, denn ich musste heute noch fahren. Snack um Snack wurde uns gereicht, das Abendbrot konnten wir bei den Massen gediegen abhaken. Die weitere Rückfahrt unterhielten wir uns mit Bea und Charles, währenddessen im Hintergrund Karaoke und andere Spiele stattfanden.
Die einen gingen nach Hause, die anderen ins Hotel. Wir allerdings traten weiter unsere Rückreise an und fuhren zweieinhalb Stunden in Richtung Puerto Montt. Als es hell war, konnte ich km um km abspulen aber in der Dunkelheit sah das anders aus. Wir hatten ein Ziel, eine Wanderung im Queleut National Park, welche uns auf dem Hinweg verwehrt blieb, daher hielt ich die Augen offen, auch wenn eine längere Offroafpassage mehr Zeit in Anspruch nahm. Unweit vom Ziel fanden wir am Fjord einen Platz zum Schlafen.もっと詳しく
Termas El Sauce - Entspannung pur
2025年12月23日, チリ ⋅ 🌧 11 °C
Entgegen des Titels mussten wir mitten in der Nacht (3Uhr) den Stellplatz wechseln. Der eiskalte Wind wehte vom Wasser und kühlte unseren kleinen Camper herunter, außerdem brachte er ihn immer wieder zum wanken. Ich räumte den Fahrersitz, Caro blieb hinten liegen und so fuhren wir bis zum Eingang des Nationalparkes, welcher geschützt im Wald lag. Augen wieder zu ….
Von da an hatten wir durchgeschlafen. Morgens hatte wir den Wecker gestellt, denn 9Uhr wollten wir sofort rein, unser Zeitplan war straff. Die Onlinetickets waren zwingend erforderlich, aber wir hatten diese vergessen, zudem war hier weit und breit kein Empfang. Zum Glück war unser Campingplatz von der Hinfahrt in der Nähe, wo wir kurzer Hand das W-Lan anzapften.
Wir waren mit die ersten im Nationalpark und wurden gleich wieder ausgebremst. Der eigentliche Weg, welcher zu einer erhöhtem Aussichtsplattform führt, um einen Gletscher und einen Wasserfall zu sehen, war mit Baustellen übersät und dadurch gesperrt. Es gibt einen neuen alternativen Weg, welcher nicht fertig ist und sehr matschig sei. Diesen nahmen wir sofort in Angriff aber das er derart nass und matschig sein würde, hätten wir nicht gedacht. Wir kämpften uns ein ganzes Stück nach oben aber hielten es für das Beste umzukehren. Wir hätten keine große Möglichkeit gehabt, unsere Schuhe wieder sauber und trocken zu bekommen. Die restliche Zeit, die wir hatten, vertrieben wir uns an einer Hängebrücke, welche über einen türkisen Wildwasserfluss hing und anderen kleinen Wegen, welche aus der Entfernung ein Blick auf den Gletscher erlaubten.
Warum wir so zeitlich gebunden waren, waren die heißen Quellen … Hierfür ging es weitere Kilometer, mit einem kleinen Haken in Richtung Puerto Montt. Die Offroadpassage brachten wir auch hinter uns, welche an einen größeren Fluss, rechter Hand von uns die Umgebung prägte. Wir waren etwas früh und kamen mit dem Angestellten in Kontakt. Dieser kam aus Südtirol und war schon vor über zehn Jahre nach Chile ausgereist. Ein Eigenbrötler, welcher sich dem Wasserrafting bereits in Italien verschrieben hatte. Nebenbei arbeitete er bei den heißen Quellen. Zum Thema Regen, meinte er, dass der November ungewöhnlich trocken gewesen sei und dafür der Dezember regnerischer war. Ein wenig neben der Spur wirkte er schon, was uns nicht weiter stören sollte, denn umgezogen, waren wir bereit für Entspannung. Die Becken waren nicht tief aber mit Holzbrettern voneinander getrennt, so gab es heißere und kältere Becken. Der Ursprung war an einer Steinkante und ist dem Vulkan Cerro Macá zu verdanken. Um das Erlebnis nicht den Massentourismus zu überlassen, war die Besucheranzahl stark begrenzt. In unserem Fall waren wir allein, denn die andere Gruppe verspätetet sich um circa eine Stunde. Wir lagen im heißen Wasser und schauten direkt in den Regenwald und hörten den Tieren bzw. den Geräuschen des Waldes zu. Wenn uns zu heiß wurde, speiste ein Bach ein anderes Becken mit kaltem Wasser, wo wir in ein paar Sekunden abkühlten. Das Spiel konnten wir lange treiben, denn unser Time Slot war 3h lang. Mit der anderen Gruppe wurde es markant lauter, aber wir machten weiter unser Ding. Ab und zu regnete es und kühlte die Köpfe ab, während der restliche Körper weiter erhitzt wurde.
Auch heute blieben wir von einem größeren Ritt, in Richtung Puerto Montt nicht verschont. Die morgige Fähre war bereits für 12:30Uhr gebucht und um den Morgen nicht so stressig zu gestalten fuhren wir nach Chaiten. In der Stadt hatten wir auf dem Hinweg gezeltet und wurden wie so oft vom Regen geplagt. Diesmal war der Weg fast regenfrei und die Wolkendecke um einiges höher. Dadurch konnten wir die Umgebung auf der Rücktour bestaunen, weite Seen aber auch Gletscher auf den Bergen kamen zum Vorschein. In der Stadt gingen wir kurz einkaufen und fanden uns unweit vom Strand, wo auch die LKW Fahrer schlafen, ein. Während Caro eine leckere Gemüsepfanne zauberte, entspannte ich kurz. Die Hälfte des Essens mussten wir dann im Auto genießen, denn die vorherige Sonne war schlagartig einem Starkregen gewichen.もっと詳しく
Transfertag
2025年12月24日, チリ ⋅ ⛅ 15 °C
Mit nur 1:15h zu fahren und einer Abfahrtzeit von 12:30Uhr war der Morgen sehr entspannt. Nur der Nieselregen störte ein wenig beim Aufräumen und Frühstücken. Ein Straßenhund leistete uns Gesellschaft, welcher danach von Bus zu Bus zog, mit der Hoffnung einen Bissen abzubekommen. Auf dem LKW-Stellplatz war bereits reges Treiben. Es wurden Waren abgeholt oder die LKW-Fahrer brachen auf, um einen weiteren Arbeitstag zu beginnen.
Wir ließen Chaiten hinter uns mit dem Ziel, heute, so fern möglich, in einem Ritt über Straße und Fähren nach Chiloet? überzusetzen. Auf der Straße zur Fähre waren wir schon gewesen, aber vieles kam einen neu vor, da wir die Strecke entweder aus der Dunkelheit oder mit tiefhängenden Regewolken kannten. Jetzt jedoch war sehr schönes Wetter und der blaue Himmel ließ sich ab und zu blicken. Wir hatten es so zeitlich abgestimmt, dass wir eine Stunde früher an der Fähre wären, umso mehr staunten wir, dass wir gleich auf diese drauf fahren konnten. Wir waren das letzte Auto, danach wurde die Rampe hochgezogen und die Fähre legte eine Stunde früher ab. Daher, ist eine Onlinebuchung dringend erforderlich, sonst steht man da und wundert sich, wo die Fähre ist. Bei sehr gutem Wetter verbrachten wir die Zeit oben bei der Aussichtsplattform und genossen die Umgebung. Auch bei der zweiten Fähre blieb das Wetter stabil und wir konnten in der Sonne uns den Wind um die Nase wehen lassen. Am hinteren Deck, war der Wind kaum spürbar und wir blickten in die Ferne. Wasserfälle, Fischaufzucht, massive grünbedeckte Berge, schroffe Felsen, wilde Natur zog an uns vorüber. Die zweite Fähre war derart ausgebucht, dass eine kleine Kappe auf dem Parkdeck aufging (circa Fahrzeugbreite) und wir mit dem Camper eine Etage tiefer in den Rumpf fuhren. Auf dem Weg checkten wir unseren Zeitplan und änderten kurzfristig unsere Pläne. Statt zur Insel Chiloet überzusetzen werden wir zwei Fähren auslassen und über Puerto Varas in einen Nationalpark fahren. Statt einen weiteren Tag im Camper, wollen wir in die Natur und uns bewegen. Nach den letzten Tagen erscheint uns das als entspannterer Abschluss der Carretera Austral. Das Abenteuer neigt sich bereits dem Ende entgegen, denn am 26.12. müssen wir unseren Camper abgeben.
Die zweite Fähre hatte eine Fahrzeit von vier Stunden. Teilweise waren wir drin, um Geräte zu laden aber hauptsächlich verbrachten wir die Zeit draußen. Ob mit einem Kaffee oder einfach so, es war wunderschön.
Wir saßen im Auto und checkten kurz den Fahrtweg, welcher nun nur noch über Land weiterging. Die erste Strecke kannten wir, bevor wir in den Fjord einbogen und diesem am Ufer entlangfuhren. Die Straßenbedingungen hatten sich inzwischen zu einer Kiesstrecke mit vielen Schlaglöchern geändert aber die Ausblicke waren es allemal wert. Uns war klar, dass wir die gesamte Strecke nicht mehr schaffen würden und wir fanden einen sehr schönen Platz neben der Straße. Wir stellten den Camper auf der Wiese ab und konnten auf ein Panorama aus Fjord, grünen und weiß bedeckten Bergen schauen. Während Caro kochte, nutzte ich die Zeit mit der Drohne. Das Essen genossen wir, während die Sonne langsam hinter den Bergen verschwand. Ein ganz anderer Heilig Abend aber mit einem wunderschönen Abschluss, hier in der Natur, traumhaft.もっと詳しく















































































































































































































































































































































