• Spaziergänge mit Hilde
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  • Spaziergänge mit Hilde

Eine Pilgerreise ins Leben

Es wird ein Weg der kleinen Schritte sein. Im Inneren und im Äußeren. Leia mais
  • Atualmente em
    🇩🇪 Berenbrock, Deutschland

    Tag Neunundfünfzig

    Ontem, Alemanha ⋅ 🌧 23 °C

    Von dem
    SCANDINAVIEN TURN
    Day 63 zur
    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.710
    29/08/2026
    Sülfeld, Deutschland

    An der Fähre in Helsingborg komme ich mit einem belgischen Motorradfahrer ins Gespräch, der auf der Heimreise ist. Hinter ihm stehen zwei junge Frauen bei ihren Rädern, die von Stockholm per Rad auf dem Weg nach Kopenhagen waren, wo sie nachts eine Fähre erwischen mussten.

    Sie sind guter Dinge und in Helsingør haben wir uns noch fröhlich zugewinkt. Es ist bewölkt, aber mit angenehmen Temperaturen, und keiner von uns hat geahnt, dass keine zehn Minuten später der Himmel seine Schleusen öffnen würde.

    Es ist viel Verkehr. Rückreise aus Skandinavien, aber Wochenende in Dänemark. Ständig Staus und wiederholt Drängler, die den schnellsten Weg auskurven wollen, bis uns einer dabei fast trifft.

    Lerneffekt gleich null bei ihm, während ich noch aufmerksamer unterwegs bin, um möglichst viel vorauszusehen.

    Unser Parkplatz im Garten der lieben Menschen ist vorbereitet, die dunkle Nacht hat uns eingefangen, aber Inge geht im Licht der Laternen noch mit Hilde spazieren, und setzt sich dann noch für ein Schwätzchen zu uns in den Bus.

    Immer wenn ihr kommt, regnet es. Das sagt mein Sohn auch, der eigentlich mit mir angeln gehen will.

    Früh am Morgen klopft es am Bus. Inge hat mir den Topf Suppe, für den ich abends zu satt war, nun püriert und heiß mitgebracht, nimmt Hilde auf den Morgenspaziergang mit. Wir sind reich beschenkt.

    Als sie später noch mit ihrem Kaffee in den Bus kommt, löffele ich gerade die dritte Schale aus, der Topf ist leer. Köstlich und satt.

    Es sei Bettenwechsel in Dänemark, meint sie zum Abschied. Und das merke ich gleich, als wir auf die A7 fahren. Und mit der Vielzahl der Fahrzeuge kommt auch der Regen wieder.

    Kurz vor Rendsburg der erste längere Stau des heutigen Tages, wir wechseln über den Nord-Ostsee Kanal bei Sehestedt nach Kiel, um von dort südwärts zu fahren.

    Der Navi verlagert uns auf kleine Straßen durch kleine Orte, bis plötzlich der Stellplatz in Sülfeld auftaucht, wo wir schon mal über Nacht gestanden haben.

    Hier beenden wir die wunderschöne Reise durch die nordischen Länder und setzen das Pilgern fort, dem unsere Fahrten durch Deutschland mit den persönlichen Begegnungen eher entspricht.

    In Sülfeld kommt die Sonne raus, Hilde hat ausgeschlafen und ist wieder voller Tatendrang. Ich habe ein bisschen die vergangenen Tage aufgeräumt, der Platz füllt sich zusehends und wird ungemütlicher. Wir werden noch ein bisschen weiterfahren.
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  • Tag Achtundfünfzig

    15–16 de jun., Alemanha ⋅ ☁️ 17 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.639
    15/06/2026
    Braunschweig

    Hilde's letzter Spaziergang mit meiner Tochter ist zu früh für mich am Morgen. Wild kommt sie später übers Feld auf mich zugerannt. Glücklich.

    Wir verabschieden uns mit einer vagen Verabredung in dem Land, wohin wir tatsächlich beide reisen wollen. Zeitlich könnte es passen, das wäre sicher schön, der Familie meiner Tochter dort zu begegnen.

    Hilde ist nicht so glücklich, als wir abfahren, das war schon ein kleines Paradies für sie. Die Spaziergänge mit und ohne Papa, die Schaufel mit dem Horn der Pferde, das sie liebt zu fressen. Ihren Freund Cronos, mit dem sie gerne rennt. Einfach den halben Tag draußen rumzuhängen, und die andere Hälfte im Bus zu verschlafen.

    Letzter Einkauf im NP, die Schränke sind voll. Jetzt fehlen nur noch die bestellten Joghurt und Käse vom Schaf und der Ziege, die wir morgen abholen.

    Der erste RLS seit einer Woche ist schwierig, weil Hilde Feld und Leine nicht in einen Zusammenhang bringen kann. Ständig muss ich sie zurückrufen, die Hälfte der Befehle ignoriert sie weitgehend bzw erfüllt sie grinsend halbherzig.

    Ich bin jetzt auch nicht so konsequent, weil ich mit mir selber beschäftigt bin, um einigermaßen vernünftig zu laufen. Naja, erster Tag, das muss ich langsam wieder angehen lassen.

    Weil mein Termin mit dem Bestatter von dessen Seite ausfällt, und wir Claus erst um fünf Uhr besuchen, parke ich gegenüber dem Tennisplatz in Schwülper, wo das Training des Nachwuchses stattfindet.

    Kleine Zwerge, die gerade eben die Hand der Eltern erreichen und vermutlich nur unwesentlich größer als der Schläger sind, aber die Namen der süd- und osteuropäischen Stars schon fröhlich vor sich hin plappern können.

    Ich schäle die Möhren für Hilde's Abendessen, höre ein bisschen Musik, und lass Hilde an ihrem nachträglichen Geburtstagsgeschenk naschen, einem schönen, frischen Markknochen.

    Der Besuch bei Claus ist immer zeitintensiv, oft mit einem gemeinsamen Abendessen verbunden, und nachts steht der blaue Bus vor dem Haus. Der Garten ist weitläufig und ein bisschen verwunschen, was Hilde besonders schätzt.

    Auch ich spaziere umher und finde hübsche Ecken, denen ich eine bildhafte Erinnerung vermache. Später erledige ich meine Steuererklärung und bin hocherfreut, als Claus mir anbietet, den Brief im Finanzamt einzuwerfen. Die Parksituation dort ist grauenhaft und kundenunfreundlich mit längeren Wegen verbunden.

    Hilde hat in den vier Stunden unseres Besuchs so viel Aktivitäten gehabt, dass sie jetzt froh ist über die Stille um blauen Bus.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,639
    June 15, 2026
    Braunschweig

    Hilde’s last walk with my daughter takes place too early in the morning for me. Later, she comes racing wildly across the field toward me. Happy.

    We say our goodbyes with a vague plan to meet up in the country where we both actually intend to travel. The timing might work out; it would certainly be lovely to meet my daughter’s family there.

    Hilde isn’t too happy when we drive off; this place was a little paradise for her. The walks—with and without Dad—and the shovel full of horse feed (specifically the grain mix) that she loves to eat. Her friend Cronos, whom she enjoys running with. Just hanging out outside for half the day and sleeping the other half away in the bus.

    One last shopping trip at the NP store; the cupboards are full. Now all that’s missing is the order of sheep and goat yogurt and cheese we’re picking up tomorrow.

    The first off-leash walk in a week is a struggle because Hilde can’t quite connect the field environment with the concept of the leash. I have to call her back constantly; she largely ignores half the commands—or carries them out half-heartedly with a grin.

    I’m not being particularly consistent either, as I’m preoccupied with managing my own movement to ensure I walk reasonably well. Oh well—it’s the first day back; I need to ease into it.

    Since my appointment with the funeral director has been cancelled on his end, and we aren't visiting Claus until five o'clock, I park opposite the tennis court in Schwülper, where the junior training session is taking place.

    Tiny tots—barely tall enough to reach their parents' hands and likely only a little bigger than their rackets—yet already happily chattering away about the names of Southern and Eastern European stars.

    I peel the carrots for Hilde’s dinner, listen to some music, and let Hilde snack on her belated birthday gift: a lovely, fresh marrow bone.

    Visiting Claus always takes a good deal of time—often involving dinner together—and at night, the blue bus sits parked outside the house. The garden is spacious and has a slightly enchanted feel, something Hilde particularly appreciates.

    I wander around too, finding lovely spots that I capture in photos to preserve the memory. Later, I work on my tax return and am delighted when Claus offers to drop the letter off at the tax office for me; the parking situation there is atrocious and inconvenient, requiring a long walk.

    After four hours of activity during our visit, Hilde is now glad for the quiet inside the blue bus.
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  • Tag Siebenundfünfzig

    14–15 de jun., Alemanha ⋅ 🌬 17 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.638
    14/06/2026
    Berenbrock

    Vorne rechts stehen drei Pferde auf der Weide, hinter uns auf dem gemähten Feld sind zwei Störche unterwegs, und vor mir sitzt die kleine Hilde, die heute ihren elften Geburtstag hat. Ein Wunder seit anderthalb Jahren, dass sie lebt.

    Ich weiß noch, als sie neun Jahre alt war und ihren ersten Schub hatte, dass ich dachte, Herr, lass sie nicht so früh sterben. Da war ich ganz verzweifelt. Meine Hündin Tossi war ihr Leben lang auf Medikamente angewiesen und ist fünfzehn Jahre alt geworden. Blacky ist mit zwölf in meinen Armen gestorben, als der Leberkrebs innerhalb von zwei Wochen das Ende bedeutete.

    Und jetzt Hilde. Mit neun Jahren. Damals war ich ganz verzweifelt. Dann hat sie sich wieder gefangen, und einige Monate später brach der Krebs aus. Und heute wird sie elf Jahre alt. Ein Wunder, das ich jeden Tag erlebe. Oder besser gesagt, ich erlebe jeden Tag, an dem sie lebt, ein neues Wunder.

    Sie strotzt vor Vitalität auf der einen Seite, wie sie vom Spaziergang mit meiner Tochter quer über das Feld zu mir zurückjagt. Aber dann auch wieder in einen so tiefen Schlaf fällt, dass ich schauen muss, ob sie atmet.

    So war sie schon immer, voller Elan und tiefer Erschöpfung. Ein Wunder an Energie und an Friedfertigkeit. Was sich nicht unbedingt positiv auf andere Hunde auswirkt, die sie schnell mal anknurrt, weil sie weniger Lust auf tierische Gesellschaft hat.

    Während nachts der Wind abgeflacht ist, wird er im Laufe des Morgens wieder stärker. Böen bis 55 km/h sind den Tag über angesagt, dazu heftige Regenschauer. Und kalt ist es geworden, der Wind aus dem Westen bringt das Kühle mit sich. Obwohl die Temperatur durchaus bei dreizehn Grad liegt.

    Die Pferde stört es nicht, sie sind mit ihrem leckeren Gras beschäftigt. Ich habe mir einen Kalender voll mit Arbeit mitgebracht. Manche Sachen kann ich nur hier machen, wo mir der Schwiegersohn das Anschreiben fürs Finanzamt ausdrucken kann.

    Gestern hat meine Tochter die neue Premiumkarte vom ADAC im Wallet abgelegt. Was vielen Menschen nicht mal ein Lächeln abfordert, führt bei mir zu einem mittleren Ausbruch von Begeisterung. Toll, was es alles gibt.

    Regen, Sonne, Wind. Ich habe fast alles erledigt, was übers Wochenende dran war. Gestern habe ich drei Baguettes gekauft für Hilde, die ich jetzt geschnitten habe und zum Trocknen am Fenster aufgereiht habe.

    Deutsche Baguettes enthalten mehr Flüssigkeit, was den Trocknungsprozess verlangsamt. Der Teig ist knuffiger, was dem Käufer besser bekommt, aber eben zum Trocknen sich nachteilig auswirkt.

    Im Moment kann man sich überhaupt nicht auf das Wetter einstellen. Den ganzen Tag heftiger Wind, die Haare kann ich nur mit der Mütze festhalten. Und immer wieder die schnell heranfliegenden, heftigen Schauern. Einer entkommen wir gerade im letzten Moment, in den wir beide in den Bus hinein springen

    Zum Abendspaziergang nimmt uns der Schwiegersohn mit. Heute bin ich nicht sehr viel gelaufen, da tut mir die Abendrunde gut. Erst mit dem Wind muss ich den Rollator festhalten, da der auch alleine ziemlich flott unterwegs ist.

    Und zurück gegen den Wind fliegen mir die Haare wenigstens nicht mehr in den Mund, denn wir haben eine gute Unterhaltung miteinander.

    Natürlich guck ich Fußball auf dem Handy. Hilde ist müde und schläft schon auf ihrem Fahrersitz .
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,638
    June 14, 2026
    Berenbrock

    Up ahead to the right, three horses stand in the pasture; behind us, two storks are roaming the mowed field; and sitting right in front of me is little Hilde, who is celebrating her eleventh birthday today. The fact that she is alive has been a miracle for the past year and a half.

    I remember when she was nine and had her first flare-up; I thought, "Lord, please don't let her die so soon." I was utterly distraught. My dog Tossi relied on medication her whole life and lived to be fifteen. Blacky died in my arms at twelve, when liver cancer brought the end within just two weeks.

    And now Hilde. At nine years old. Back then, I was in despair. Then she rallied, only for the cancer to strike a few months later. And today, she turns eleven. A miracle I witness every day. Or rather, I experience a new miracle with every day she stays alive.

    On one hand, she is bursting with vitality—like when she races back to me across the field after a walk with my daughter. Yet, at other times, she falls into such a deep sleep that I have to check to see if she is breathing.

    That’s just how she’s always been—full of zest yet deeply exhausted. A marvel of energy and peacefulness. That doesn’t necessarily sit well with other dogs, though; she’s quick to growl at them, as she isn’t particularly keen on canine company.

    While the wind died down overnight, it is picking up again this morning. Gusts of up to 55 km/h are forecast for the day, accompanied by heavy rain showers. It has turned cold, too; the westerly wind is bringing a chill with it—even though the temperature is actually around thirteen degrees.

    The horses don’t mind; they are busy munching on the delicious grass. I’ve brought along a schedule packed with work. There are some things I can only get done here, where my son-in-law can print out the letter I need to send to the tax office.

    Yesterday, my daughter added my new ADAC premium card to my digital wallet. Something that wouldn’t even elicit a smile from most people sparks a genuine burst of excitement in me. It’s amazing what’s available these days.

    Rain, sun, wind. I’ve finished almost everything that needed doing over the weekend. Yesterday, I bought three baguettes for Hilde; I’ve sliced them now and lined them up by the window to dry.

    German baguettes contain more moisture, which slows down the drying process. The dough is softer—which is nicer for the consumer—but works against the drying process.

    Right now, it’s impossible to know what to expect from the weather. Strong winds all day long; I have to keep my hat on just to keep my hair in check. And there are frequent, fierce showers sweeping in fast. We manage to escape one at the very last moment by jumping onto the bus together.

    My son-in-law takes us along for an evening walk. I haven’t walked much today, so the evening stroll does me good. At first, I have to hold tight to my walker because of the wind—it tends to pick up speed on its own.

    On the way back, heading into the wind, at least my hair doesn't blow into my mouth anymore—and we’re having a good conversation.

    Of course, I’m watching the football match on my phone. Hilde is tired and has already fallen asleep in her driver’s seat.
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  • Tag Sechsundfünfzig

    13–14 de jun., Alemanha ⋅ 🌧 18 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.637
    13/06/2026
    Berenbrock

    Am Morgen bekomme ich neue Füße. Hilde sitzt derweil im verdunkelten Bus, auf den der Regen klatscht. Später, bei Aldi, wo ich Hundefutter für die nächste längere Reise kaufe, hat der Regen aufgehört, und Hilde ist sehr froh, dass die Zeit des Alleinsein jetzt erstmal zuende ist.

    Wir fahren nach Braunschweig, wo wir meinen Sohn kurz treffen, und meine Post abholen. Er hat auch nicht viel Zeit, weil er arbeiten gehen muss. Von dort geht's zu meiner Tochter, wo wir ganz liebe Menschen treffen, die uns heute besuchen.

    Ach, ist das schön!

    Meine Tochter bringt mir vom Einkaufen noch Schafsmilchjoghurt und Ziegenkäse mit, und wir machen abends einen Abendspaziergang zusammen, nachdem unser Besuch leider wieder gefahren ist.

    Hilde hatte die ganze Zeit auf diesen gemeinsamen Spaziergang gewartet, und kommt zurück gerannt, als ich dann auch endlich losgegangen bin. Und während die Familie auf halbem Wege wartet, kommt auch Cronos mich abholen und begrüßen.

    Das ist ein schönes Gefühl!

    Der Wind ist den ganzen Nachmittag so stark, dass unsere Haare wie die Wolken fliegen. Ich habe wieder alle Sachen in den Bus eingeladen, die ich vor zwei Wochen hier zwischengelagert hatte, um das Gewicht des Busses zu verringern.

    Jetzt sind wir wieder vollständig.

    Vom Wind und den vielen Fahrten in den letzten Tagen sind wir ganz müde und freuen uns auf eine ruhige Nacht.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,637
    June 13, 2026
    Berenbrock

    In the morning, I get new feet. Meanwhile, Hilde sits in the darkened bus as the rain drums against it. Later, at Aldi—where I’m buying dog food for the next long leg of the journey—the rain has stopped, and Hilde is very glad that her time alone has come to an end for now.

    We drive to Braunschweig, where we briefly meet my son and pick up my mail. He doesn’t have much time, though, because he has to go to work. From there, we head to my daughter’s place, where we meet some lovely people who are visiting us today.

    Oh, it’s wonderful!

    My daughter brings back sheep’s milk yogurt and goat cheese from her shopping trip, and in the evening, we go for a walk together after our visitors have—sadly—already left.

    Hilde had been waiting for this walk together the whole time, and she comes running back as soon as I finally set off. And while the family waits halfway along the path, Cronos comes over to fetch and greet me, too.

    It’s a wonderful feeling!

    The wind has been so strong all afternoon that our hair is flying about like the clouds. I’ve reloaded everything into the van that I had temporarily stored here two weeks ago to reduce the vehicle's weight.

    Now we’re all back together again.

    We’re completely worn out from the wind and all the driving over the past few days, and we’re looking forward to a quiet night.
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  • Tag Fünfundfünfzig

    12–13 de jun., Alemanha ⋅ 🌧 15 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.636
    12/06/2026
    Wieda

    Der Tag beginnt unrund. Als ich um fünf Uhr aufwache, zwitschern schon die Vögel. Kurz danach beginnt es wieder zu regnen, und ich lege mich wieder schlafen.

    Irgendwann schreibt mir ein netter Mensch, dass sie etwas Geld überweisen wollte, aber dass es das "Spaziergänge - Konto" bei PayPal nicht mehr gibt. Deshalb wurde sie auf ein anderes PP von mir verwiesen. Ihre versuchte kleine Überweisung ist aber bei mir nicht angekommen.

    Daraufhin habe ich mein Konto bei PP gelöscht und bekomme prompt eine Email.

    "... ist keine offizielle E-Mail-Adresse von PayPal. Es handelt sich dabei um eine häufig von Betrügern gefälschte Absenderadresse, die für Phishing- und Spoofing-Angriffe genutzt wird." (Sagt Google KI)

    Meine Sorge ist, dass möglicherweise auf meinem Bezugskonto unerlaubte Abbuchungen erfolgt sind, aber mein Sohn, der die Kontokarte hat, kann erst abends zur Bank fahren, weil er tagsüber arbeitet.

    Der gute Nachricht. Das Geld ist da. Und ich bin überwältigt, wie viele Spenden eingegangen sind. Sobald ich meine Kontounterlagen einsehen kann, werde ich mich auch im Einzelnen persönlich bedanken.

    Die Spenden übersteigen die Gesamtkosten geringfügig. Vom Rest bekommt Hilde noch einen schönen Knochen für'n Fünfer.

    Du glaubst nicht an Wunder. Ich schon! Und ich bin so unglaublich dankbar, dass der sorgenvolle Tag so positiv endet.

    Zum Morgenspaziergang fahren wir auf den Parkplatz bei den Emsquellen. Das ist ein sehr schöner Ort an diesem regnerischen Tag, mit nassen, überhängenden Ästen, von denen es tropft. Dummerweise habe ich vergessen, mein Frühstückswasser zu erhitzen, sodass ich nochmal weiterfahren muss und letztendlich bei Netto in Horn lande.

    Es regnet, wir parken vor einer Wiese mit Buchsbaumbüschen, hinter denen sich ein Haus verbirgt. Es gibt keine Bäume, aus denen es in den Windböen tropft, was Hilde sehr erschreckt. Hier ist es ruhig, hier kann sie schlafen.

    Es regnet auch die ganze Zeit, während wir in Richtung Harz fahren, um Medizin für Hilde abzuholen, und liebe Menschen zu besuchen, die erstmal meine ganzen Sorgen auffangen müssen, um sich hinterher mit mir sehr freuen zu können.

    Sie bekochen mich köstlich und vereisen mich zum Nachtisch mit Vanille unter leckerer Schokosoße bei angeregter und humor-
    voller Unterhaltung.

    Heute Nacht schlafen wir schon wieder in einem Bett, ich hoffe, es verweichlicht uns nicht.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,636
    June 12, 2026
    Wieda

    The day gets off to a rocky start. When I wake up at five o'clock, the birds are already chirping. Shortly after, it starts raining again, so I go back to sleep.

    At some point, a kind person messages me saying she wanted to transfer some money, but the "Spaziergänge" [Walks] PayPal account no longer exists. Consequently, she was redirected to another PayPal account of mine. However, the small transfer she attempted never reached me.

    I then deleted my PayPal account and promptly received an email.

    "... is not an official PayPal email address. It is a sender address frequently faked by scammers and used for phishing and spoofing attacks." (According to Google AI)

    I am worried that unauthorized debits might have been made from my linked bank account, but my son—who has the debit card—cannot go to the bank until the evening because he works during the day.

    Here’s the good news: the money has arrived. I am overwhelmed by the number of donations that have come in. As soon as I can check my account details, I will personally thank each of you individually.

    The donations slightly exceed the total costs. With the remainder, Hilde will get a nice bone—costing a fiver.

    You don’t believe in miracles? I do! And I am so incredibly grateful that a day filled with worry is ending so positively.

    For our morning walk, we drive to the parking lot near the source of the Ems River. It’s a lovely spot on a rainy day like this, with wet, overhanging branches dripping water. Unfortunately, I forgot to heat up water for my breakfast, so I have to drive a bit further and end up at the Netto store in Horn.

    It’s raining; we park in front of a meadow with boxwood bushes that hide a house from view. There are no trees dripping water in the wind gusts—something that really scares Hilde. It’s quiet here; she can sleep.

    It keeps raining the whole time we drive toward the Harz region to pick up medicine for Hilde and visit some dear friends—people who have to shoulder all my worries first, only to share in my joy later on.

    They cook me a delicious meal and treat me to vanilla ice cream with tasty chocolate sauce for dessert, accompanied by lively and humorous conversation.

    Tonight we’re sleeping in the same bed again; I hope it doesn’t make us soft.
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  • Tag Vierundfünfzig

    11–12 de jun., Alemanha ⋅ ☁️ 17 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.635
    11/05/2026
    Hövelhof

    Rechts ne Hecke, links ne Hecke, hinter uns ne Hecke. Vorne ne Straße und dahinter Häuser. Hinter uns fährt die Nordwest - Bahn aus dem Bahnhof, in den Bahnhof, der dreihundert Meter weiter links ist. Dreimal in den paar Minuten, in denen wir spazieren gegangen sind, bevor der Wind kam und den Vorregen bracht. Sozusagen als Bote für den Durchzug der nächtlichen Regenfront.

    Es war der letzte Platz von sechs, wobei wir auch auf dem Parkstreifen gegenüber hätten übernachten können. Aber so sind wir wie in einem Schneckenhaus. Und ich glaube, wenn ich mir den Tag so anschaue, dann brauchen wir das auch.

    Der Morgen ist sehr aufregend. Ob das mit dem Tüv klappt und Atu den Bremssattel zurück nimmt. Am Ende ist alles ganz easy, und wir treffen die liebe Petra in Seppenrade.

    Spaziergang zusammen auf dem Sportplatz. Eigentlich dachte ich, wir könnten eine größere Runde mit dem Rollator machen, weil sie die Hilde nimmt. Aber die Gegend ist nicht so einladend, Hilde ist lustlos, und ich schwerfällig.

    Bin viel zu schnell aus dem Rhythmus herausgefallen, den ich jetzt zwei Wochen hatte. Unterwegs ist es deutlich schwieriger, die entsprechenden Wege zu finden. Hilde kann ich in der Regel nicht frei laufen lassen.

    Gerade heute ist mir aufgefallen, wie schwer es ist, Feldwege zu finden, an denen ich auch parken kann. So greife ich oft auf Parkplätze zurück, die sich aber auch nur bedingt eignen.

    Petra und ihr Mann sind erst vor wenigen Wochen aus Marokko zurück gekehrt, und nun kurz vor einer Reise via Georgien über den Balkan. Spannend. Und in der Weise ihrer Reiseart wohl auch sehr erholsam.

    Da wir morgen am Nachmittag in Wieda erwartet werden, müssen wir heute noch ein bisschen Strecke machen. Aber vorher kläre ich noch einen besonderen Termin, den wir eigentlich ad acta gelegt hatten.

    Aber da ich am 22. nochmals mit Alex verabredet bin, hat Sabine genügend Zeit eine Lesung in Lennestadt/Sauerland vorzubereiten. Wir treffen uns am letzten Tag unseres zehnten Reisejahres entweder in ihrem Lokal oder auf dem Stellplatz hinterm Haus.

    Das wäre ja schön, wenn wir unsere letzte Lesung am Lagerfeuer machen könnten, wenn das Wetter stabil ist. Die erste Lesung war in einer Weinstube hoch über dem Rhein in der Schweiz am 4. Februar 2020. Nun machen wir die Geschichte rund, und ich hoffe, dass ich die letzten drei dutzend Bücher des zweiten Bandes verkaufen kann.

    Dann sind meine Hände leer, und unsere Reise wird sich entsprechend verändern. Es war ein schöner Ausflug in die Welt der Bücher. Wir hatten viel Freude damit. Ich werde mehr oder weniger ohne Verlust aus der Sache rauskommen.
    Und es gibt vielleicht hier und da glückliche Menschen, die mit unseren Geschichten schöne Lesestunden hatten.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,635
    May 11, 2026
    Hövelhof

    A hedge to the right, a hedge to the left, a hedge behind us. A road ahead, and houses beyond that. Behind us, the Nordwest-Bahn train pulls out of—and into—the station, which is located three hundred meters to the left. It happens three times in the few minutes we’ve been out walking—before the wind picked up and brought the initial rain, acting, so to speak, as a herald for the rain front passing through overnight.

    It was the last of six spots available, though we could have spent the night in the parking lane across the street. But this way, we’re tucked away like a snail in its shell. And looking back at the day, I think that’s exactly what we need.

    The morning is full of suspense—wondering if the vehicle inspection will go smoothly and if ATU will accept the return of the brake caliper. In the end, everything turns out to be a breeze, and we meet up with lovely Petra in Seppenrade.

    We take a walk together at the sports field. I had actually hoped we could go for a longer stroll with the walker, since she’s helping Hilde along, but the area isn’t very inviting; Hilde is listless, and I feel sluggish.

    I’ve fallen out of the rhythm I’d established over the past two weeks far too quickly. It is much harder to find suitable routes while on the road, and I generally can’t let Hilde run off-leash.

    Just today, I noticed how difficult it is to find farm tracks where I can actually park. I often have to resort to parking lots, though they aren't exactly ideal.

    Petra and her husband returned from Morocco only a few weeks ago and are now on the verge of a trip through the Balkans via Georgia. Exciting. And, given their style of travel, likely very relaxing, too.

    Since we are expected in Wieda tomorrow afternoon, we need to cover some ground today. But first, I’m sorting out a special appointment—one we had actually shelved.

    But since I have another meeting scheduled with Alex on the 22nd, Sabine has plenty of time to prepare a reading in Lennestadt/Sauerland. We’ll meet on the final day of our tenth year of traveling—either at her café or at the parking spot behind the house.

    It would be lovely if we could hold our final reading around a campfire, provided the weather holds. Our first reading took place in a wine tavern high above the Rhine in Switzerland on February 4, 2020. Now we’re bringing the story full circle, and I hope to sell the last three dozen copies of the second volume.

    Then my hands will be empty, and the nature of our journey will change accordingly. It has been a wonderful foray into the world of books; we’ve truly enjoyed it. I’ll come out of the venture more or less without a financial loss.
    And perhaps, here and there, there are happy people who have spent some lovely hours reading our stories.
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  • Tag Dreiundfünfzig

    10–11 de jun., Alemanha ⋅ 🌧 16 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.634
    10/06/2026
    Dülmen

    Wir haben gut geschlafen, es hat viel geregnet in der Nacht, aber am Morgen scheint die Sonne. Gemütlich fahren wir zu dem P&R Platz an der Autobahn, der von Blumen umgeben ist.

    Endlich wieder mal ein Morgenspaziergang mit Rollator, denn hier parken wenig Fahrzeuge, und es schließt sich eine Privatstraße zu zwei Gehöften an.

    Während des Frühstücks verdunkelt sich der Himmel. Ich erledige einige administrative Aufgaben, da die nächste Reise ja deutlicher am Horizont erscheint.

    Beim Tiergesundheits-
    zentrum spreche ich mit Emma, einer Computer-
    stimme, die meine Bestellung annimmt, und sich von der Stimme der Mitarbeiterin beim Adac nicht groß unterscheidet. Jetzt habe ich die Premium - Versicherung abgeschlossen, damit der Bus in der nächsten Situation direkt zu Alex gebracht werden kann.

    Gerade kommt ein riesiger Hase den Hang hinunter und verschwindet durch den Zaun Richtung Autobahn, während die Sonne wieder raus gekommen ist.

    Mittlerweile ist es vierzehn Uhr. Wir waren im Sonnenschein draußen und Hilde hat gebuddelt. Während es jetzt regnet, habe ich ein bisschen gegessen. Ein Stück Queso San Pablo mit Knoblauchbutter und einem Magnesiumdrink.
    Sitzen immer noch auf dem Blumenparkplatz.

    Alex werden wir gegen 18 Uhr treffen. Also gilt es, die Zeit bis dahin zu überbrücken. Heute will ich auch nicht groß rumfahren. Wir stehen am Ende vom Parkplatz, wo sonst niemand ist. Aber als ich jetzt raus schaue, hat direkt uns gegenüber jemand sein Auto geparkt.

    Ein grauer Dacia, in dem scheinbar keiner sitzt, und wenn doch, dann schläft er wohl. Aber er "verdirbt" mir den Blick, sodass wir jetzt auf der anderen Seite parken werden.

    Jetzt hat es sich hoffentlich für den Tag ausgeregnet. Wir sind grade noch um den Platz herum gewandert, als plötzlich ein heftiger Wind uns fast in den Bus geweht hat. Dann ging die Welt kurz unter.

    Alex kämpft mit den Schrauben, die so marode sind, dass sie brechen. Jetzt muss gebohrt und neu geschraubt werden, damit der Stabilisator hält.

    Handbremse ist jetzt wieder in Funktion, nun fehlt noch die Kennzeichenbeleuchtung dann sollten wir morgen durch den Tüv kommen.

    Beim Nachziehen der Muttern am Rad vorne rechts bemerkt er, dass der Querlenker defekt ist. Das hat der Tüv zwar nicht bemängelt, es muss aber vor der nächsten Reise gemacht werden.

    Da Alex jetzt eine Woche Notdienst hat und ich eh Termine in und um Braunschweig herum wahrnehmen muss, versuche ich morgen die Plakette zu bekommen. In einer Woche werde ich wieder hier in der Gegend sein, dann erfolgt der Einbau, und ich muss danach noch die Achsvermessung bei einer Firma machen lassen.

    Hui, das sind auf jeden Fall noch weitere fünfhundert Euro. Da werde ich die nächsten Monate noch ein bisschen kürzer treten.
    Aber jetzt ist spät und wir wollen erst einmal schlafen gehen.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,634
    June 10, 2026
    Dülmen

    We slept well; there was heavy rain during the night, but the sun is shining this morning. We take a leisurely drive to the park-and-ride lot by the motorway, which is surrounded by flowers.

    Finally, a morning walk with my walker again—there are few vehicles parked here, and a private road leading to two farmsteads adjoins the lot.

    The sky darkens while we have breakfast. I take care of some administrative tasks, as the next journey is looming ever larger on the horizon.

    I speak to Emma—a computer voice—at the animal health center to place my order; her voice isn't much different from that of the ADAC representative. I’ve now signed up for premium insurance so that, in the event of a future incident, the bus can be taken directly to Alex.

    Just now, a huge hare is coming down the slope and disappearing through the fence toward the motorway, just as the sun has come out again.

    It’s two o'clock in the afternoon now. We spent some time outside in the sunshine, and Hilde did some digging. While it’s raining now, I’ve had a bite to eat—a piece of Queso San Pablo with garlic butter and a magnesium drink.
    We’re still parked in the "flower parking lot."

    We’re meeting Alex around 6 p.m., so we need to fill the time until then. I don’t really want to drive around much today, either. We’re parked at the far end of the lot, where there’s no one else around. But looking out now, I see someone has parked their car right opposite us.

    It’s a grey Dacia; there doesn't seem to be anyone inside—or if there is, they must be asleep. But it’s "spoiling" my view, so we’re going to park on the other side instead.

    Hopefully, the rain is over for the day now. We had just gone for a walk around the area when a sudden, fierce gust of wind nearly blew us right back into the van. For a moment there, it looked like the end of the world.

    Alex is struggling with the screws; they are so corroded that they keep snapping. Now he has to drill and install new screws to secure the stabilizer bar.

    The handbrake is working again; all that’s left is the license plate light, and then we should pass the TÜV inspection tomorrow.

    While tightening the nuts on the front right wheel, he notices that the control arm is faulty. The inspector didn't flag it, but it definitely needs fixing before our next trip.

    Since Alex is on emergency call-out duty for the next week and I have appointments in and around Braunschweig anyway, I’m going to try to get the inspection sticker tomorrow. I’ll be back in the area in a week to have the part installed, and after that, I’ll need to take the vehicle to a shop for a wheel alignment.

    Wow, that’s another five hundred euros right there. I’ll have to cut back on spending a bit over the next few months.
    But it’s late now, and we want to get some sleep.
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  • Tag Zweiundfünfzig

    9–10 de jun., Alemanha ⋅ ⛅ 17 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.633
    09/06/2026
    Dülmen

    Gestern Abend habe ich ein Ibu genommen, um besser einschlafen zu können, wenn die Schmerzen sich entspannen. Aber Hilde geht es nicht gut. Sie hechelt angestrengt und ihr ganzer Körper ist in Bewegung.

    Sie legt sich neben mich, und ich lege meine Hand unter ihren kleinen Kopf, weil ich merke, dass ihr das gut tut. Ich muss mich anstrengen, wachzubleiben, weil sie mich jetzt braucht.

    Nach einer kleinen Ewigkeit steht sie auf, legt sich auf ihren Fahrersitz und schläft ruhig ein.

    Ich bin noch wach, schaue immer wieder nach ihr, sehe wie der Atem sich beruhigt und der ganze Körper entspannt. Das nächste Mal wache ich in der Nacht auf, schalte den Ventilator aus, weil die Temperatur im Bus angenehm ist.

    Morgens regnet es, Hilde schläft ein bisschen länger, und ich beantworte Nachrichten, die im Laufe der Nacht eingegangen sind. Ich freue mich über diese virtuellen Kontakte, weil es in der Realität unseres Lebens aktuell wenig persönliche Begegnungen gibt. Mit Ausnahme natürlich von Alex, den ich grade täglich sehe.

    Wir fahren wieder zur Taverne und gehen dort spazieren. Auf der Fahrt habe ich unterhalb von der Autobahn einen Parkplatz gesehen, der wunderschön von Blumenbeeten umrahmt ist. Hier frühstücken wir heute, während Sonne und Regen ein abwechslungsreiches Stimmungsbild zeichnen.

    Gerade habe ich mich für ein Schläfchen hingelegt, da klingelt das Telefon. Die ATU sagt mir, dass alle Teile angekommen sind, sodass ich sie gegen Mittag abholen kann. Welche Überraschung!

    In Dorsten tanken wir Wasser am Reisemobilhafen und treffen den alten Lastwagenfahrer mit seiner Wohnung hinten drauf und der Aufschrift Marocco - Nordkap. Sie fahren nur noch kleine Strecken nach Norden, aber nicht mehr in den Süden, der so hoffnungslos überlaufen ist.

    Vor zwei Jahren wollten sie in ihr Apartment in der Stadt ziehen. Aber da sie im dritten Stock wohnen, gab es die Idee, ins Betreute Wohnen einzuziehen. Doch lange hat es nicht gedauert, so erzählt er, dann habe die Frau gesagt, sie vermisse den Lastwagen, den sie eigentlich schon an Freunde weitergeben wollten.

    Wir sehen uns jedes Jahr und werden zusammen alt, wobei er mir noch ein paar Jahre voraus ist. Bei ATU hole ich die Ersatzteile ab, und fahre dann zu Alex, der seinen T4 in den letzten beiden Tagen fertig gemacht hat.

    Wir fahren zum TÜV, wo sein Fahrzeug die heißersehnte Plakette bekommt. Jetzt noch meinen Bus reparieren, dann kann er mit seiner Familie den Sommerurlaub planen.

    In Erkenschwick gibt es eine große Parkplatzanlage in der Nähe eines Freizeitparks, wo am Nachmittag schon viele Menschen, oft mit Kindern, unterwegs sind. Auf einer unteren Terrasse ist nichts los und so können wir ungestört dort spazieren gehen.

    Auf einem Rastplatz an der Autobahn, wo fast jeder Platz schon von Lastwagen besetzt ist, machen wir Abendessen, damit wir später bei der Blumenwiese den letzten Gang machen können.

    Dummerweise habe ich mich heute ge-undav-t, und schleppe mich jetzt mit einer leichten Zerrung unterhalb der Pobacke herum, die mich beim Gehen stört.

    Der Stellplatz ist nur zum Schlafen geeignet und heute müssen wir auf den großen Parkplatz ausweichen, wo schon ein Camper parkt. Jetzt haben wir die Hecke auf unserer rechten Seite.

    Habe Musik von den Byrds aufgelegt, eine so schöne Musik aus der Zeit von Easy Rider, die mir gut tut.

    https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_lipAw…

    Der Himmel hat schon mal seine Schäfchenwolken zum Mitzählen ans Blaue geknüpft, falls wir nachher nicht einschlafen können.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,633
    June 9, 2026
    Dülmen

    Last night, I took an ibuprofen to help me fall asleep as the pain eased. But Hilde isn't doing well. She is panting heavily, and her whole body is restless.

    She lies down next to me, and I place my hand under her small head because I can tell it soothes her. I have to make an effort to stay awake because she needs me right now.

    After what feels like an eternity, she gets up, lies down on the driver's seat, and drifts into a peaceful sleep.

    I stay awake, checking on her repeatedly, watching her breathing steady and her body relax. I wake up again later in the night and turn off the fan because the temperature inside the van is comfortable.

    It’s raining in the morning; Hilde sleeps a little longer, and I answer messages that came in overnight. I appreciate these virtual connections, as there are currently few face-to-face encounters in our real lives—with the exception, of course, of Alex, whom I see every day right now.

    We head back to the tavern and go for a walk there. On the drive over, I spotted a parking area below the motorway, beautifully framed by flowerbeds. That’s where we’re having breakfast today, as the sun and rain create an ever-changing atmosphere.

    I’ve just lain down for a nap when the phone rings. ATU tells me all the parts have arrived, so I can pick them up around midday. What a surprise!

    In Dorsten, we fill up on water at the motorhome park and run into the old truck driver—the one with the living quarters mounted on the back and "Morocco – North Cape" painted on the side. They only make short trips north these days, avoiding the south, which has become hopelessly overcrowded.

    Two years ago, they had planned to move into their city apartment. But since it’s on the third floor, they considered moving into assisted living instead. It didn't take long, though—so he tells me—before his wife said she missed the truck, which they had actually intended to pass on to friends.

    We see each other every year and are growing old together, though he’s a few years ahead of me. I pick up the spare parts from ATU and then drive to see Alex, who has spent the last two days getting his T4 ready.

    We head to the inspection center, where his vehicle gets that long-awaited sticker. Now just to get my bus fixed, and then he can start planning his summer holiday with his family.

    In Erkenschwick, there is a large parking area near a leisure park where plenty of people—often with children—are already out and about in the afternoon. It’s quiet on the lower terrace, so we can take a walk there undisturbed.

    We stop for dinner at a highway rest area—where almost every spot is already taken by trucks—so that we can take our final walk of the day later by the wildflower meadow.

    Unfortunately, I overdid it today; I’m now hobbling around with a slight strain just below my buttock that bothers me when I walk.

    The designated parking spot is really only suitable for sleeping, and today we’ve had to move to the large parking lot, where another camper is already parked. We now have the hedge on our right-hand side.

    I’ve put on some music by The Byrds—beautiful music from the *Easy Rider* era that does me good.

    https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_lipAw…

    The sky has already dotted the blue with little fleecy clouds for us to count, just in case we can’t fall asleep later.
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  • Tag Einundfünfzig

    8–9 de jun., Alemanha ⋅ ☁️ 21 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.632
    08/06/2026
    Dülmen

    Mittlerweile ist fünfzehn Uhr schon durch. Wir stehen im Ort Klein - Reken an einer grünen Wand mit Vogelgesang. Der Ventilator läuft, die Seitentür ist offen, der Bus wieder weitgehend umgebaut.

    Hilde ruht auf dem Fahrersitz und ich hinter ihr auf dem Bettkasten. Ich habe den Spendenaufruf rausgeschickt, der mir wie immer schwer gefallen ist. Natürlich gibt es eine Gegenleistung in Form meiner Geschichten und Bilder, und der Bereitschaft, dich in unser Leben, in unsere Reisen, in die Tiefen und Höhen unserer Abenteuer mitzunehmen.

    Aber mir wäre es lieber, wenn ich genügend Geld zurücklegen könnte, um gar nicht erst fragen zu müssen, sondern vielleicht mehr auf spontane Unterstützung zu hoffen.

    Für Hilde war der Tag schon sehr aufregend. Beim TÜV ist sie im Bus sitzen geblieben und hat erschreckt auf alle Geräusche gelauscht, mit denen der Prüfer die Tauglichkeit des Busses untersucht hat.

    Kein Rost, kein gravierender Schaden am Motor und Getriebe. Aber irgendwo tropft Öl vom Motor, aber da meint der Schrauber, könne es sich nur um die Reste vom undichten Lenkgetriebe handeln, weil ich auch keinerlei Ölverlust habe.

    In Marl kann ich alle Ersatzteile bestellen, die in den nächsten Tagen geliefert werden. Auch so ein Überraschungsei, warte also aufs Klingeln des Telefons, dann muss ich losfahren.

    Zum Mitfiebern, wir sind zwischen Dülmen (Nacht), Haltern (Alex), Dorsten (Wasser und Einkauf), Erkenschwick (TÜV) und Marl (Autoteile) die nächsten Tage unterwegs. Und vielleicht in Reken zum Entspannen und bei Lette zum Spaziergang.

    Aber noch ein kleines Schmankerl hat mir der Prüfer zum Abschied mitgegeben, als er meinte, dass wir die "Eine - Million - Kilometer" noch schaffen werden. Er muss das ja wissen!!!

    Zum Glück ist es wieder bewölkt und dadurch sind die Temperaturen angenehm. Aber wir sind beide sehr müde. Wir sitzen hier schon über zwei Stunden und fühlen uns wie nach einem Marathonlauf.

    Hilde fällt immer wieder in einen tiefen Schlaf und will am liebsten im Bus sein, auch wenn es draußen luftiger ist. Und ich bin einfach groggy.

    Grade eben überlegt. Hilde wird ja demnächst elf Jahre alt. Und wir drei sind tatsächlich dann 108 Jahre alt!

    Gegenüber der Taverne, die an der vielbefahrenen Landstraße zwischen Lette und Dülmen liegt, gibt es eine kleine Straße in den Wald hinein. Hier machen wir unseren Abendspaziergang.

    Heute habe ich nicht einmal den Rollator hervorgeholt, entweder war ich alleine ohne Stock oder mit Hilde und Stock unterwegs. Nach hundert Meter hopst ein Hase elegant über die Brombeeren, bevor Hilde ihn sehen kann

    Aber entdeckt hat sie ihn trotzdem und ist heftigst beschäftigt, seiner Spur solange zu folgen, wie ich das zulasse. Dann hat sie fertig.

    Abendruhe im Bus, wir haben schon einige Zusagen der Unterstützung bekommen, und ich bin sehr dankbar darüber.
    Hilde hat ihren Teller leer gemacht, das geht super fix. Der Ventilator ist mein großes Glück, und wenn ich aus dem Fenster schaue, dann weht der Wind in der Hecke.

    Mit Einbruch der Dunkelheit fallen große Tropfen aus den dunklen Wolken auf den Bus. Hilde schaut erschreckt auf, beruhigt sich aber schnell wieder. Wäre vielleicht Zeit für eine leuchtende Kerze, aber ich glaube, der Schlaf kommt schnell, wenn ich jetzt den Text veröffentlicht habe.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,632
    June 8, 2026
    Dülmen

    It is already past three in the afternoon. We are parked in the village of Klein-Reken, right next to a wall of greenery filled with birdsong. The fan is running, the side door is open, and the bus has largely been converted back to living mode.

    Hilde is resting in the driver’s seat, and I am sitting behind her on the bed frame. I’ve just sent out the appeal for donations—something I always find difficult to do. Of course, there is something in return: my stories and photos, and the willingness to bring you along into our lives, our travels, and the highs and lows of our adventures.

    But I would prefer to be able to set aside enough money so that I wouldn't have to ask at all, and could instead simply hope for spontaneous support.

    It has already been a very exciting day for Hilde. During the vehicle inspection, she stayed inside the bus, listening anxiously to all the noises the inspector made while testing the vehicle's roadworthiness.

    No rust, and no serious damage to the engine or transmission. There is an oil drip coming from the engine somewhere, but the mechanic thinks it’s likely just residue from the leaky steering gear—especially since I haven't actually lost any oil level.

    I can order all the spare parts in Marl, and they’ll be delivered in the next few days. It’s a bit of a "surprise package" situation—I’m waiting for the phone to ring so I can head over there.

    We’ll be on the move over the next few days, hitting up Dülmen (for the night), Haltern (to see Alex), Dorsten (water and shopping), Erkenschwick (vehicle inspection), and Marl (auto parts). We might also stop in Reken to relax and take a walk near Lette.

    The inspector left me with a nice little treat as we parted ways, though: he said we’d definitely make it to the "one-million-kilometer" mark. He ought to know, after all!

    Luckily, it’s cloudy again, so the temperatures are pleasant. But we’re both exhausted. We’ve been sitting here for over two hours and feel like we’ve just run a marathon.

    Hilde keeps drifting into a deep sleep; she’d much rather be inside the van, even though it’s airier outside. As for me, I’m just completely wiped out.

    I was just thinking about it. Hilde is turning eleven soon. And the three of us will actually have a combined age of 108!

    Opposite the tavern—located on the busy country road between Lette and Dülmen—there is a small road leading into the woods. This is where we take our evening walk.

    Today, I didn't even get out my walker; I was out either alone without a cane or with Hilde and my cane. After a hundred meters, a hare hops elegantly over the blackberry bushes before Hilde can spot it.

    But she detects it anyway and is intensely busy following its scent for as long as I allow it. Then, she’s done.

    Evening quiet in the bus; we’ve already received several offers of support, and I am very grateful for that.
    Hilde has finished her meal—she eats incredibly fast. The fan is a godsend, and when I look out the window, I see the wind blowing through the hedge.

    As darkness falls, large raindrops from the dark clouds begin to patter against the bus. Hilde looks up, startled, but quickly calms down again. It might be time to light a candle, but I think sleep will come quickly once I’ve published this post.
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  • Und mal so zwischdrin

    8 de junho, Alemanha ⋅ ☁️ 20 °C

    Einen schönen guten Tag wünsche ich Dir.

    Du hast ja mitbekommen, dass wir wochenlang mit einem defekten Lenkgetriebe bei meiner Tochter gestanden haben, und auf der Suche nach einer kostengünstigen Lösung letztendlich von unserem lieben Schrauber sozusagen gerettet wurden.

    Die Reparatur mit Transport vom Bus und unseren Fahrtkosten nach Haltern am See hat ca. 1.500 Euro gekostet, das ist deutlich weniger als in einer Werkstatt, aber ist trotzdem nur unwesentlich geringer als mein monatliches Renteneinkommen.

    Unglücklicherweise folgt nun auch noch der fällige TÜV. Im ersten Prüftermin wurden u.a. folgende Schäden bemängelt:

    Handbremse
    Radbremse
    Stabilisatoren
    Koppelstangen
    Achsvermessung

    Wir rechnen jetzt für die Reparatur plus Ersatzteile und TÜV mit Kosten in Höhe von maximal 1000 Euro.

    Allerdings meinte der Prüfer zum Abschied, wir würden die 160.000 km zur Million mit Sicherheit schaffen!

    Du hast in den letzten Jahren schon immer mit dazu beigetragen, dass wir überhaupt in der Lage waren, so schöne Reisen zu machen, sodass es mir nicht leicht fällt, nochmal um eine kleine Unterstützung zu bitten.

    Doch ohne Deine Hilfe sieht die Situation sehr mau aus. Also, falls Du noch ein paar Groschen für uns übrig hast, wir wären Dir sehr dankbar, wenn Du sie uns schenken würdest.

    Die Überweisung mit den entsprechenden Kontaktdaten auf mein Konto bei der

    Nord LB Braunschweig

    IBAN: DE72 2505 0000 0201 4093 07

    BIC: NOLADE2HXXX

    Kontoinhaber: Peter Kopfermann

    Wir bedanken uns schon mal im Voraus für Deine großzügige Bereitschaft, unsere Reisen weiter zu begleiten.

    Peter und Hilde
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  • Tag Fünfzig

    7–8 de jun., Alemanha ⋅ ☁️ 17 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.631
    07/06/2026
    Dülmen

    Die Nummer mit dem Tanken passiert mir heute morgen gleich mehrfach. Ich vergesse, früh beim ersten Aufwachen um fünf Uhr, die Stützstrümpfe anzuziehen. Und plötzlich weiß ich nicht mehr, wie ich den Rollator richtig vor Hilde's Sitz einbauen muss.

    Vorsichtshalber lege ich eine Banane raus, damit ich mir später ein Getränk machen kann, denn wenn ich die Tür nicht mehr öffnen werde, kommt sie mir auch nicht in den Sinn.

    Ich habe viel zu lange geschlafen, aber weil ich gestern Abend so elende Schmerzen hatte, dass ich nicht einschlafen konnte, war die Möglichkeit, ein Ibu zu nehmen, eine gute Option.

    Überhaupt sind die Nächte eine große Herausforderung, genauso wie die RLS. Spätestens ab Mittag suche ich die Umgebung ab nach machbaren Wegen. Und die Schlafplätze brauchen jetzt noch die zusätzliche Komponente eines möglichen Spaziergangs am Morgen.

    Wir sind an den beiden schönen Kirchen von Weseke und Ramsbach, wo es wohl gestern ein Fest auf dem Kirchplatz gab, zum Freibad außerhalb vom Ort gefahren. Dort frühstücke ich und höre einen interessanten Ostergottesdienst aus meiner Heimatgemeinde.

    https://www.youtube.com/live/PUAt2JKKvU4?is=ad-…

    Vom Wetter her könnte Anfang April sein, aber ohne die ganze Osterleierei kann ich mich viel besser auf die Botschaft konzentrieren.

    Leider können wir hier nicht spazieren gehen und fahren deshalb zum Parkplatz am Sportplatz in Gescher. Von hier geht ein anfangs asphaltierter Weg in die Feldmark, den wir leider nicht lange alleine haben. Trotzdem gibt es für Hilde genügend Möglichkeiten, rechts und links zu schnüffeln, und sich zu erleichtern.

    Ich fühle mich auch erleichtert, als wir wieder am Bus sind, und einen guten Spaziergang geschafft haben. Zweimal sechshundert Meter ist nicht viel, aber unter den Umständen bin ich erstmal zufrieden.

    Die Freilichtbühne von Coesfeld existiert schon seit 1951, feiert dieses Jahr ihr 75. Jubiläum mit der Kriminalstory "Reeperwahn". In dieser Woche ist spielfrei, so können wir ungestört ein bisschen auf dem Gelände spazieren gehen.

    Die Sonne ist schon seit einer Stunde vor die Wolken gerückt und präsentiert uns einen blauen Himmel zum Abend hin. Wir sind noch unterwegs, auch auf der Suche nach einem Stellplatz für die Nacht, der nicht so weit vom Tüv entfernt ist.

    Letztendlich sind wir in Dülmen, der Stadt der Wildpferde, die nach Merfeld raus leben. Mit meinem pferdebegeisterten Kindern bin ich dort vor etwa dreißig Jahren gewesen.

    Und wir sind beide ziemlich müde.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,631
    June 7, 2026
    Dülmen

    That business of "refueling"—getting the energy I need—is proving to be a recurring struggle for me this morning. I forget to put on my compression stockings when I first wake up at five o'clock. And suddenly, I can't figure out the right way to position the walker in front of Hilde's seat.

    As a precaution, I set out a banana so I can make myself a drink later; if I reach the point where I can no longer open the door, the thought of getting one won't even cross my mind.

    I slept far too long, but since I was in such wretched pain last night that I couldn't fall asleep, taking an ibuprofen was a good option.

    Nights are a major challenge in general, just like the RLS. From midday onwards, I scan the area for feasible routes. And now, the choice of where to sleep has to factor in the additional possibility of a morning walk.

    We drove past the two lovely churches in Weseke and Ramsbach—where there must have been a festival in the church square yesterday—to the outdoor pool just outside the village. There, I’m having breakfast and listening to an interesting Easter service from my home congregation.

    https://www.youtube.com/live/PUAt2JKKvU4?is=ad-…

    Weather-wise, it could be early April, but without all the usual Easter fuss, I find it much easier to focus on the message.

    Unfortunately, we can’t go for a walk here, so we drive to the parking lot by the sports field in Gescher. From there, a path—paved at the start—leads out into the open fields, though we don’t have it to ourselves for long. Even so, there are plenty of opportunities for Hilde to sniff around on both sides and relieve herself.

    I feel relieved too once we’re back at the bus, having managed a good walk. Two stretches of six hundred meters isn’t much, but under the circumstances, I’m satisfied for now.

    The Coesfeld open-air theater has been around since 1951 and is celebrating its 75th anniversary this year with the crime story "Reeperwahn." There are no performances this week, so we can stroll around the grounds undisturbed.

    The sun emerged from behind the clouds an hour ago, treating us to a blue sky as evening approaches. We are still on the road, looking for a place to park for the night that isn't too far from the TÜV inspection center.

    We end up in Dülmen—the town of the wild horses that roam the area out near Merfeld. I visited there with my horse-loving children about thirty years ago.

    And we are both quite tired.
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  • Tag Neunundvierzig

    6–7 de jun., Alemanha ⋅ ☁️ 20 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.630
    06/06/2026
    Borken

    Wir haben ganz gut geschlafen in Weseke, es gibt den ersten Morgenspaziergang mit Rollator und Leine an einer Wiese entlang, was überraschend gut geklappt hat, auch weil Gott dafür gesorgt hat, dass keine anderen Hunde da waren.

    Unterbodenwäsche in Oeding für den blauen Bus. Bei dem Schaden am Lenkgetriebe ist viel Öl ausgelaufen. Alex hat viel davon gereinigt, bevor er den Umbau machen konnte. Aber jetzt ist der Bodenschutz noch entfernt und ich habe heute die entsprechende Wäsche machen lassen.

    Montag vor der Tüv - Vorführung wird die zweite Wäsche gemacht. Dann dürfte alles sauber sein. Auf dem Weg nach Burlo koche ich Wasser für mein Frühstück. Neben einem grünen Gesträuch parken wir zwischen einem Camper aus den Niederlanden, der wohl genächtigt hat, und einem abgestellten Lastwagen.

    Ich bin noch unruhig. Die Umstellung von der Warteposition ins Jetzt fällt mir schwer. Ich muss unbedingt einkaufen, bevor es zu heiß wird, und die Wäsche waschen, es ist schon ziemlich schmutzig im Bus.

    Wer im Netto die Regale einräumt, braucht ebenso einen Lageplan wie die hilflosen Käufer. So ein Chaos. Trotzdem habe ich alles gefunden, was wir die nächsten Tage brauchen.

    Winterswijk liegt nicht fern der Grenze in den Niederlanden und hat eine gut funktionierende Wasserette für Bekleidung und Handtücher, die ich allerdings noch ein bisschen nachtrocknen muss.

    Mittagspause auf dem Parkplatz hinterm Schloß Diepenbrock bei Barlo. Wir sind wieder in Deutschland und es regnet. Trotzdem habe ich die Tür geöffnet, weil es warm im Bus ist. Auf dem Parkplatz vom Fußballplatz sind wir vorher spazieren gegangen. Da schien die Sonne und ich habe den Stock genommen.

    Eine lustige Situation ist beim Tanken entstanden, weil ich nicht mehr weiß, wo ich denn den Einfüllstutzen reinstecken soll. Plötzlich war die Idee wieder da!

    Komplett durchnässt komme ich vor dem Regen zum Bus zurück. RL (Rollator-Leine) zum zweiten Mal am heutigen Tag, und dieses Mal war es schwer. Hilde will ständig ziehen, der Weg ist leider steiniger, als ich es gedacht haben. Und dann kommen noch die Horden Radfahrer, die den Anspruch haben, dass ihnen die Wege gehören.

    Für sich selber haben sie die Vorstellung, dass Autofahrer auf sie Rücksicht nehmen müssen. Aber andersherum verlieren sie schnell die Umsicht und dann auch die Rücksicht. Ich weiß, da gibt es Unterschiede wie überall, wo sich Menschen begegnen.

    Aber so geballt, muss ich mich erst einmal entspannen. Hilde hat das toll gemacht, denn auch für sie sind unsere Wege Neuland. Aber wir schaffen das schon.

    Derselbe Platz wie gestern hinterm Lastwagen und vor dem Niederländer. Weiter hinten sind noch zwei weitere Camper. Hilde wirkt verunsichert, vielleicht ist die Veränderung einfach zu krass für sie.

    Auch ich muss mich umstellen, der Rollator macht Probleme, um ihn einzuklappen muss ich ihn jeweils fest auf die Erde hauen. Vielleicht hat Alex da am Montag eine Idee. Mir fehlen so ein paar Sachen, die wir bei meiner Tochter zwischengelagert haben, insbesondere die Holzpalette, die mein Tisch ist.

    Hilde hat sich auf den Fahrersitz eingerollt, ich bau das Bett und werde bald mich hinlegen. Hier regnet es nicht mehr, aber es gibt viele Geräusche von Motoren. Samstag Abend auf dem Land.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,630
    June 6, 2026
    Borken

    We slept quite well in Weseke; we took our first morning walk along a meadow—me with my walker and the dog on a leash. It went surprisingly well, partly because God ensured there were no other dogs around.

    An underbody wash for the blue bus in Oeding. A lot of oil had leaked out due to the damage to the steering gear. Alex cleaned up much of it before he could carry out the repair work, but the underbody protection had been removed, so I had the necessary wash done today.

    A second wash is scheduled for Monday, just before the vehicle inspection. Everything should be clean by then. On the way to Burlo, I boil water for my breakfast. We park next to some green shrubbery, sandwiched between a camper van from the Netherlands—which looks like it spent the night there—and a parked truck.

    I still feel restless. It is hard for me to shift from a state of waiting to living in the moment. I really need to go grocery shopping before it gets too hot, and I need to do the laundry; the bus is getting quite dirty inside.

    Anyone stocking shelves at Netto needs a floor plan just as much as the helpless shoppers do. It’s such a chaotic mess. Still, I managed to find everything we need for the next few days.

    Winterswijk is located just across the border in the Netherlands and has a well-functioning laundromat for clothes and towels—though I do have to dry them a bit more myself afterward.

    Lunch break in the parking lot behind Diepenbrock Castle near Barlo. We’re back in Germany now, and it’s raining. Even so, I’ve left the door open because it’s warm inside the van. Earlier, we went for a walk in the parking lot by the soccer field; the sun was shining then, and I used my walking stick.

    A funny situation arose while refueling because I couldn't remember where to insert the nozzle. Then, suddenly, it came back to me!

    I make it back to the van just before the rain really sets in, completely soaked. It’s time for the "rollator leash" walk—the second one today—and this time it was a struggle. Hilde keeps wanting to pull, and the path turned out to be rockier than I’d expected. On top of that, there are hordes of cyclists who act as if they own the paths.

    They expect drivers to be considerate of them, yet they quickly lose sight of their surroundings—and any sense of consideration—when the roles are reversed. I know there are exceptions, of course, just as there are wherever people interact.

    But with everything happening all at once, I need a moment to unwind. Hilde did a great job—this is all new territory for her, too. But we’ll manage.

    We’re in the same spot as yesterday: behind the truck and in front of the Dutch camper. There are two other campers further back. Hilde seems unsettled; perhaps the change is just too drastic for her.

    I’m having to adjust, too; the walker is giving me trouble—I have to slam it hard against the ground to fold it up. Maybe Alex will have an idea on Monday. I’m missing a few things we left in storage at my daughter’s place—especially the wooden pallet I use as a table.

    Hilde has curled up in the driver’s seat; I’m setting up the bed and will lie down soon. It’s stopped raining here, but there’s a lot of engine noise. A Saturday evening in the countryside.
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  • Tag Achtundvierzig

    5–6 de jun., Alemanha ⋅ 🌧 18 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.629
    05/06/2026
    Borken

    Nur einmal nachts aufzuwachen, deutet durchaus auf einen guten Schlaf hin. Aber die Knie haben nicht richtig ausgeschlafen und brauchen heute morgen richtig lang mit dem neuen Tag.

    Bei meiner Tochter bin ich einfach aus dem Bus auf den Rollator gefallen, während Hilde sofort loslaufen konnte. Hier muss sie warten, bis ich langsam in den Tag reinkomme, um dann an der Leine einen Weg mit mir zu machen.

    Tendenziell werde ich vermutlich den Stock nehmen, weil ich Rollator und Leine erst üben muss. Alles nicht so einfach. Dummerweise ist mir noch der Knopf an der kurzen Hose abgerissen, sodass der Schalgürtel sie auch nicht vernünftig hält, was den Spaziergang erschwert.

    Wenn alles so sehr sich verkompliziert neige ich auch mal zu einer kleinen "Jammerdepression" und bin froh, dass uns niemand draußen begegnet.

    Hilde merkt durchaus den Unterschied, aber ich verspreche ihr, dass morgen alles besser wird, wenn wir wieder im Bus sind. Wie sehr ich mich danach sehne, auch wenn ich so dankbar bin für alle Unterstützung und Hilfe.

    Eigentlich wollte ich heute morgen meine Steuererklärung machen. Aber nachdem ich alle Papiere sortiert habe, stelle ich fest, dass mir die Antragsformulare fehlen. Jetzt muss ich erst eine Gelegenheit finden, die Unterlagen auszudrucken, dann ausfüllen und alles beim Finanzamt einwerfen, da ich erst im September von der nächsten Reise zurückkehren möchte.

    Als Dominice von der Arbeit kommt, laden wir unsere Sachen in ihr Fahrzeug, weil sie so lieb ist, uns nach Haltern zu bringen. Da steht unser blauer Bus brav in der Ecke und wartet. Alex begrüßt uns, Hilde schnüffelt sich zurecht, Dominice fährt nach Hause. Ich bin unendlich dankbar.

    Was würden wir machen, ohne all die lieben Menschen um uns herum, die unser Leben so qualitativ wertvoll machen. In jeder Hinsicht.

    Alex ist sehr zufrieden, dass wir glücklich sind, in unserem Bus wieder reisen zu können, wobei das Wochenende jetzt erstmal dazu dient, alles sauber zu machen.

    Für die Übernachtung fahren wir nach Borken, wo wir mit vier anderen Campern an einer schönen Wiese kostenlos übernachten. Vorher gab es bei einem Windrad eine kleine Rollatorrunde für Hilde. Ich bin allerdings weit entfernt von den Strecken, die ich bei meiner Tochter gelaufen bin.

    Wir sitzen an der offenen Tür, atmen die frische Luft ein. Vielfaches Vogelgezwitscher, ein Wolkenbett am Himmel, leichter Wind. Muss noch einiges umbauen für die Nacht, dann darf der gute Schlaf gerne kommen.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,629
    June 5, 2026
    Borken

    Waking up only once during the night is certainly a sign of good sleep. However, my knees didn't get enough rest and are taking a long time to get going this morning.

    When staying with my daughter, I simply step out of the bus and onto my walker, whereas Hilde is ready to head out immediately. Here, she has to wait for me to slowly ease into the day before we can go for a walk together—with her on the leash.

    I’ll likely opt for my walking stick, as I still need to practice managing both the walker and the leash at the same time. It’s all a bit complicated. To make matters worse, the button on my shorts popped off, so the sash belt isn't holding them up properly either—which makes the walk even more of a struggle.

    When things get this complicated, I’m prone to a bout of "whiny blues," and I’m glad we don’t run into anyone while we’re out.

    Hilde certainly notices the difference, but I promise her that everything will be better tomorrow when we’re back in the bus. How I long for that, even though I am so grateful for all the support and help.

    I had actually intended to do my tax return this morning. But after sorting through all the paperwork, I realize I’m missing the application forms. Now I have to find a way to print the documents, fill them out, and drop everything off at the tax office, since I don’t plan to return from my next trip until September.

    When Dominice gets home from work, we load our things into her car, as she’s kind enough to drive us to Haltern. There sits our blue bus, waiting patiently in the corner. Alex greets us, Hilde sniffs around to get her bearings, and Dominice heads home. I am incredibly grateful.

    What would we do without all the lovely people around us who enrich our lives so much? In every respect.

    Alex is very pleased that we’re happy to be able to travel in our bus again, though the weekend will be spent getting everything cleaned up first.

    We drive to Borken for the night, where we camp for free alongside four other camper vans next to a lovely meadow. Before that, Hilde went for a short walk with her rollator near a wind turbine—though the distance was nothing compared to the walks I took while visiting my daughter.

    We sit by the open door, breathing in the fresh air. There is a chorus of birdsong, a bed of clouds in the sky, and a gentle breeze. I still need to rearrange a few things for the night, and then I’ll be ready for a good sleep.
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  • Tag Siebenundvierzig

    4–5 de jun., Alemanha ⋅ 🌧 20 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.628
    04/06/2026
    Hagenburg

    Noch ziemlich benommen sitze ich an einem schönen Holztisch im Haus der Freunde, die schon unterwegs sind. Arbeit, Schule, der übliche Frohsinn.

    Sebastian war schon mit Hilde draußen, ich fühle mich tatsächlich außerstande, heute mehr als das Notwendige zu leisten.

    Über Stunden war mir noch schlecht von der Fahrt. Durch die Anstrengung ist mein Herz in Unruhe gekommen. Immer wieder bin ich aufgestanden, während Hilde schon tief und fest geschlafen hat.

    Erst in den Morgenstunden des neuen Tages konnte ich einschlafen, nachdem die Nachrichten fast zeitgleich einpurzelten, dass der Bus und die Kinder gut angekommen sind.

    Der Vormittag verläuft in Stille. Meist liegen wir im Bett, Hilde schläft immer gleich ein, während ich versuche, wenigstens zu entspannen. Das Haus ist am späten Vormittag leer, ich geh mich waschen, um später noch ein zweites Porridge zu essen.

    Das Gehen im Erdgeschoss ohne Stock ist anstrengend für die Knie, will ich runter zur Toilette, muss ich vier Stufen rückwärts gehen, mich gleichzeitig am Türrahmen festhalten. Dabei kann ich natürlich nichts tragen. Zurück geht's den gleichen Weg.

    Körperwäsche im Bus ist wirklich einfach, sowie die meisten anderen Sachen auch, weil ich es vom Sitzen aus erledigen kann. Hier muss ich mich für fast alles durch die Wohnung bewegen. Aber es geht und es macht zufrieden.

    Wir sprechen von einem - vielleicht geringen - Maß an Selbstständigkeit, das es gilt, sich zu erhalten. Aber auch das gehört zu einer Pilgerreise, Grenzen auszutesten und Grenzen zu akzeptieren.

    Als Dominice mit ihrem Sohn von der Arbeit kommt, stellt sie ein Tablett mit leckerem Erdbeer- und Apfelkuchen auf den Tisch.

    Draußen geht die Welt unter, ein Gewitterschlag, und dann prasselt der Hagel gegen die Fensterscheibe.

    Wieder Sonne und sie ist wirklich warm. Dominice nimmt Hilde an die Leine, der Sohn läuft voraus, um zu gucken, ob andere Hunde um die Kurve kommen. Der Weg ist lehmig und nass, aber mit dem Rollator geht es überraschend gut. Allerdings stockt der Matsch in den Halterungen der Reifen, sodass ich ihn immer wieder ausklopfen muss.

    Gleiche Entfernung auf der Straße wirkt deutlich einfacher. Aber es ist möglich, hier zu gehen, und tatsächlich kommen wir vor dem nächsten Gewittersturm ins Haus.

    Hier ist jetzt Schularbeitenzeit. Hilde schläft unterm Tisch, meine Füße sind müde.

    "Kiste ist fertig. - Kannst Du abholen!" Das ist die beste Nachricht des heutigen Tages.

    Heute gibt es Serrano - Eisbein, ein liebes Geschenk für Hilde, das wir irgendwann mal unterwegs von einem lieben Menschen geschenkt bekommen haben.

    Abendessen zum Sattwerden, die Familie geht früh schlafen, ich leiste der Spülmaschine noch ein wenig Gesellschaft, während die Sonne hinter dem Nachbarhaus übers Steinhuder Meer wandert.

    Das Bild ist von meinem Schwiegersohn, der gestern noch am Wasser gewesen ist.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,628
    04/06/2026
    Hagenburg

    Still feeling quite groggy, I sit at a beautiful wooden table in the home of our friends—who are already out and about. Work, school: the usual cheerful bustle.

    Sebastian has already taken Hilde out; I, however, feel truly incapable of doing anything more than the bare minimum today.

    For hours, I continued to feel nauseous from the journey. The physical exertion had left my heart racing and unsettled. Time and again, I got up and paced about while Hilde slept soundly.

    It was not until the early hours of the new day that I was finally able to fall asleep—shortly after the news came trickling in, almost simultaneously, that the bus and the children had arrived safely.

    The morning unfolds in silence. We spend most of the time lying in bed; Hilde falls asleep instantly, while I simply try to at least relax. By late morning, the house is empty; I go to wash up, planning to have a second bowl of porridge a little later.

    Walking on the ground floor without a cane is strenuous on my knees; if I want to go down to the toilet, I have to descend four steps backward while simultaneously holding onto the doorframe. Naturally, this means I cannot carry anything. The return journey follows the exact same path.

    Washing up in the bus is actually quite simple—as are most other things—because I can do it while seated. Here, however, I have to move about the apartment for almost everything. Yet it works, and it brings a sense of satisfaction.

    We are speaking of a—perhaps modest—degree of independence that must be preserved. But this, too, is part of a pilgrimage: testing one’s limits and accepting them.

    When Dominice arrives home from work with her son, she places a tray laden with delicious strawberry and apple cake on the table.

    Outside, the world seems to be coming to an end: a clap of thunder, followed by hail pelting against the windowpanes.

    The sun is out again—and it’s truly warm. Dominice puts Hilde on her leash, while our son runs ahead to check if any other dogs are coming around the bend. The path is muddy and wet, but navigating it with the walker goes surprisingly well. However, the mud keeps clogging the wheel mounts, so I have to keep knocking it out.

    Covering the same distance on the road feels significantly easier. But walking here is doable, and sure enough, we make it back inside just before the next thunderstorm hits.

    It’s homework time now. Hilde is asleep under the table, and my feet are tired.

    "The crate is ready—you can come pick it up!" That is the best news of the day.

    Tonight, we’re having Serrano ham hock—a lovely treat for Hilde that a kind soul gave us while we were on the road some time ago.

    A hearty, filling dinner; the family heads to bed early, while I keep the dishwasher company for a little while longer as the sun dips behind the neighbor’s house and drifts across the Steinhuder Meer.

    The picture is from my son-in-law, who was down by the water just yesterday.
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  • Tag Sechsundvierzig

    3–4 de jun., Alemanha ⋅ ☁️ 20 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.627
    03/06/2026
    Hagenburg

    Die ausgiebige Behandlung meiner Füße und Knie hat sich gelohnt. Als wir am letzten Baum ankommen, merke ich, wie leichtfüßig der alte Mann unterwegs sein kann. Ich habe kaum noch Rückenschmerzen, seitdem ich so aufrecht gehen.

    Erst später fällt mir ein, dass ich in der Nacht eine halbe Ibu genommen habe, weil ich wegen der Knieschmerzen nicht einschlafen konnte. Hahaha. Aber man muss auch das Positive in der Entwicklung sehen.

    Mein Schwiegersohn freut sich für mich. Doch wir beide wissen auch, dass die richtigen Herausforderungen noch vor mir liegen, wenn wir jetzt wieder unterwegs sein können.

    Kühlschrank ausräumen, hier und da mein Zeug zusammensuchen und für die Reise packen. Ohne eine detaillierte, sich ständig verändernde Liste der notwendigen Tätigkeiten geht gar nichts.

    Und ich bin leicht unruhig. Habe weitestgehend schon alles vorbereitet, obwohl nicht mal Mittag ist, und sich der Trailerfahrer noch nicht gemeldet hat, dass er losgefahren ist, denn er braucht wohl einige Stunden bis zu uns.

    Auf dem zweiten Spaziergang heute geht es mir immer noch gut, auch wenn das Medikament seine Wirkung verloren hat. Das stimmt mich ganz froh, brauche aber drei kurze Pausen.

    Die Liste ist schon kleiner, ich mache vielleicht mal ein Schläfchen. Warten fällt mir nicht leicht. Der Fahrer meldet sich für etwa 18 Uhr an, hoffe mal, dass die Autobahnen frei sind.

    Konnte nicht schlafen, aber wir sind noch ein letztes Mal den Weg zusammen spaziert. Cronos spürt den Abschied und kommt immer wieder in meine Nähe, um sich streicheln zu lassen.

    Ich habe einen Knochen für ihn, den er erstmal liegen lässt, aber als ich das Tor schließe, legt er sich davor und jault leise mir nach.

    Wir fahren den Bus auf den Asphalt, Hilde denkt, es geht wieder los, und sofort ist sie in ihren Gefühlen verwirrt. Mir geht's allerdings um den Schatten, und dass der Fahrer den Bus einfacher aufladen kann.

    Auch in mir ist eine merkwürdige Stimmung, etwas von Abschied nehmen gepaart mit Unruhe und ein bisschen Vorfreude. Dann geht alles ganz schnell, der Bus wird aufgeladen.

    Wir steigen beim Schwiegersohn wohlgemut in seinen flachgelegten, weißen, sportlichen Pkw, bei dem meine Augenhöhe auf die Bremslichter vor uns starren.

    In Hagenburg ziehen mich die Kinder beidhändig auf den Bürgersteig. Spätestens seit Hannover ist mir schlecht, aber ich bin dankbar, dass wir den ersten Teil des Weges geschafft haben.

    Sehr lieb begrüßt von Dominice und ihrem Sohn, der lange aufbleiben durfte, gehen wir ins Haus, wo wir jetzt zwei Tage bleiben können. Ein kurzer Schwatz zur Begrüßung, dann ist Zeit, schlafen zu gehen.

    Den Bus haben wir unterwegs überholt, er ist auf einem guten Weg nach Haltern, um morgen Abend vom Schrauber behandelt zu werden.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,627
    03/06/2026
    Hagenburg

    The extensive treatment of my feet and knees has paid off. As we reach the last tree, I notice just how light-footed the old man can be on his travels. I have hardly any back pain left, now that I am walking so upright.

    It only occurs to me later that I had taken half an ibuprofen during the night because the knee pain was keeping me from falling asleep. Hahaha. But one has to look at the positive side of this development, too.

    My son-in-law is happy for me. Yet we both know, too, that the real challenges still lie ahead—now that we are able to hit the road again.

    Clearing out the fridge, gathering my things here and there, and packing for the journey. Nothing gets done without a detailed, constantly evolving checklist of necessary tasks.

    And I feel a little restless. I’ve already prepared just about everything—even though it’s not even noon yet, and the trailer driver hasn’t yet let me know that he’s set off, as it will likely take him several hours to reach us.

    During our second walk today, I’m still feeling good, even though the medication has worn off. That makes me feel quite happy, though I do need to take three short breaks.

    The to-do list has already dwindled; perhaps I’ll take a little nap. Waiting does not come easily to me. The driver expects to arrive around 6 p.m.—I’m just hoping the highways are clear.

    I couldn’t sleep, but we walked our usual path together one last time. Cronos senses the impending farewell; he keeps coming close to me, seeking to be petted.

    I have a bone for him, which he initially leaves lying there; but as I close the gate, he lies down right in front of it and lets out a soft, mournful whine as I walk away.

    We drive the bus onto the asphalt—Hilde thinks, "Here we go again," and immediately her emotions are in a whirl. For my part, however, I am focused on the shade, and on making it easier for the driver to load the bus.

    A strange mood settles over me as well—a sense of parting ways, coupled with restlessness and a touch of anticipation. Then everything happens very quickly; the bus is loaded up.

    At our son-in-law’s place, we cheerfully climb into his lowered, sporty white car—a vehicle where my eye level is such that I find myself staring directly at the brake lights of the cars ahead.

    In Hagenburg, the children take me by both hands and pull me up onto the sidewalk. I’ve been feeling nauseous ever since Hannover—if not earlier—but I am grateful that we have successfully completed the first leg of our journey.

    Warmly welcomed by Dominice and her son—who was allowed to stay up late—we head inside the house, where we will be staying for the next two days. A brief chat by way of greeting, and then it is time to go to bed.

    We overtook the bus on the road; it is now well on its way to Haltern, where it is scheduled to be worked on by the mechanic tomorrow evening.
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  • Tag Fünfundvierzig

    2–3 de jun., Alemanha ⋅ ☁️ 24 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.626
    02/06/2026
    Calvörde

    Zum zweiten Mal fliegt mir eine Hummel in den blauen Bus. Diese kann ich mit dem Handy hinaus begleiten. Trotzdem denke ich darüber nach, was das bedeuten könnte. Wir hatten zwar schon Wespen und Bienen, aber Hummeln sind neu für uns.

    Durch das ganze ungesunde Essen zwischen Joghurt und Wurst, Süßigkeiten und Säften habe ich richtig dolle zugenommen. Das muss auf Reisen wieder anders werden, wenn mein Zugang deutlich eingeschränkter ist.

    Für eins der Reiseländer habe ich letztes Jahr Geldscheine geschenkt bekommen und hoffe auf Bauernhöfe mit "meckernden" Tieren, um deren Milch, Käse und Joghurt kaufen zu können. Die Schenker werden jetzt wissen, wohin die Reise gehen soll.

    Alle anderen müssen sich gedulden, aber wenn alles gut geht, könnten wir uns Mitte Juni auf den Weg machen.

    Gestern habe ich ausprobiert, wie ich mit Hilde an der Leine gehen kann. Wird auf jeden Fall anstrengend für uns beide, aber ist machbar. Den Rollator haben wir im Bus verstaut, sodass ich ihn einfach rausnehmen kann, und er uns nicht im Wege ist.

    Mittag. Es ist sehr schwül. Hilde liegt schon seit Stunden im Bus in ihrem Viereck. Immer wieder lasse ich die Seitentür offen, und manchmal ernte ich ein wenig Wind.

    Spaziergang zur Bank an der Weide, wohin der Wind grade sehr angenehm weht. Plötzlich steigt das Weihenmännchen aus der Wiese, keine fünfzig Meter von uns entfernt, langsam auf, als wolle auch er sich von uns verabschieden. Er fliegt über die Wiese und kreist just über uns langsam hoch zur Sonne, wo er sich aus meinen Augen fliegt.

    Die Enkelin kommt, um den Bus zu entkernen. Wie müssen ihn so leicht wie möglich machen, damit das Gewicht nicht mit dem Trailer die erlaubte Zuglast überlastet. Gleichzeitig muss ich aber planen, dass alle wichtigen Sachen an Bord bleiben, denn wir können das Untergestellte erst am 13. Juni wieder an der Damm-Mühle abholen.

    Zusätzlich brauche ich noch für den Zwischenaufenthalt am Steinhuder Meer das Notwendige. Alles nicht so einfach. Am Ende hat die Enkeltochter hat den Bus noch gründlich ausgesaugt.

    Die Pferde vor uns auf der Weide, über ihnen der rüttelnde Falke. Hilde schläft im Bus, ich bin schweissnass.

    Seit gestern kann ich anfangen, Pläne zu machen und Verabredungen zu vereinbaren. Noch gibt es natürlich Unwägbarkeiten. Aber ohne Hoffnung keine Zielsetzung.

    Letzter Spaziergang heute mit der Familie. Danach endlich ein Fußbad. Ist wie am See. Füße im Wasser und nackte Haut im Wind. Nur auf die nasse, rauhe Zunge von Hilde könnte ich grade verzichten.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,626
    02/06/2026
    Calvörde

    For the second time, a bumblebee has flown into my blue bus. This time, I am able to guide it back outside using my mobile phone. Nevertheless, I find myself wondering what this might signify. We have certainly had wasps and bees visit us before, but bumblebees are a new phenomenon for us.

    Due to all the unhealthy food I’ve been consuming—a mix of yogurt and sausage, sweets and juices—I have gained a significant amount of weight. This will have to change once we are back on the road, when my access to such items will be far more limited.

    Last year, I received some banknotes as a gift specifically for one of our upcoming travel destinations; I am now hoping to find farms—ideally ones with "bleating" animals—so that I can use the money to purchase their milk, cheese, and yogurt. The people who gave me the gift will now know where our journey is headed.

    Everyone else will have to be patient, but if all goes well, we could be setting off by mid-June.

    Yesterday, I tried out what it would be like to walk Hilde on a leash. It’s definitely going to be strenuous for both of us, but it’s doable. We stowed the rollator inside the bus so that I can easily take it out, ensuring it doesn't get in our way.

    It’s midday. The air is very muggy. Hilde has been lying in her designated corner inside the bus for hours now. Every so often, I leave the side door open, and sometimes I catch a gentle breeze.

    We take a stroll over to the bench by the pasture, where the wind is currently blowing quite pleasantly. Suddenly, a male harrier rises slowly from the meadow—no more than fifty meters away from us—as if he, too, wanted to bid us farewell. He glides across the meadow, then circles slowly upward, directly above us, toward the sun, until he flies right out of my sight.

    In addition, I still need to gather the essentials for our stopover at Steinhuder Meer. None of it is particularly simple. In the end, my granddaughter gave the van a thorough vacuuming.

    The horses are grazing in the pasture before us; above them, a falcon hovers in the air. Hilde is asleep inside the van, while I am drenched in sweat.

    As of yesterday, I can finally start making plans and scheduling appointments. Of course, there are still uncertainties. But without hope, there can be no goals.

    Our final walk with the family takes place today. Afterward—at long last—a footbath. It feels just like being at the lake: feet in the water, bare skin exposed to the breeze. The only thing I could really do without right now is Hilde’s wet, rough tongue.
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  • Tag Vierundvierzig

    1–2 de jun., Alemanha ⋅ ⛅ 22 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.625
    01/06/2026
    Calvörde

    Montag morgen im blauen Bus. Fünf Monate alt ist das Jahr schon und wie man so sagt, sei der Wonnemonat schon vergangen. Wir haben letzte Tage und neue Pläne. Es wird spannend und herausfordernd, da bin ich mir sicher.

    Bisher habe ich viel von meinen Schmerzen gesprochen. Das mag neu sein und auch nicht angenehm, weil die Berührung immer auch eigene Erfahrungen betrifft.

    Dein Leid wird zu meinem, weil ich deinen Schmerz spüre, der doch eigentlich auch meine eigene Verletzung ist. Und desto tiefer ich selbst betroffen bin, desto näher kommt mir die Traurigkeit des anderen.

    Ein No-Go, wenn du mit Menschen arbeitest, gerade dann ist es wichtig, die eigene Betroffenheit so zu kanalisieren, dass sie sich von den eigenen Erfahrungen löst. Das ist professionell, was wir Menschen gerade dann nicht umsetzen können, wenn uns das eigene Leid umhüllt.

    Meine schmerzenden Knie stehen in keinem Verhältnis mit dem Verlust eines Freundes oder der Verletzung der Seele durch traumatische Erfahrungen. Trotzdem verursacht unsere Empathie eine Gleichschaltung.

    Das habe ich so nicht bedacht und deswegen versuche ich, mich im Juni anders zu fokussieren. Es ist ein Monat des Aufbruchs, natürlich auch des Abschieds, wobei ich denke, dass meine Tochter' Familie sich darüber auch freuen wird, weil sie mir Gutes tun konnten.

    Und ich habe ihre Freundlichkeit, ihre Liebe genießen können. Genauso wie ihr Mutmachen, ihre Unterstützung. Es sind gute vier Wochen gewesen. Wir hatten angenehme Besuche und herrliche Tage auf dem Hof.

    Das bleibt.

    Heute Mittag sind wir alleine im Blumenmeer um die Pferdeplätze herum. Rechts gackern die Hühner, unterm Dach wird geschnäbelt, Bienen und Wespen sind unterwegs.

    Obwohl es viele Wolken gibt, gleitet die Sonne immer wieder ins Blaue, um mit ihrer Kraft uns zu beeindrucken. Den Turmfalken werde ich vermissen, wie er sich immer wieder in meinem Blick wiegt, unermüdlich rüttelt und jagt.

    Morgens der Wiedehopf im grünen Laub der Straßenbäume mit seinem bekannten Ruf. Das weißgefiederte Weihenmännchen lässt uns ebenfalls nicht in seine Nähe kommen, aber oft genug in den Lüften verfolgen.

    Und natürlich die zutrauliche Bachstelze. Ein Schmetterling landet vor der Seitentür im Schatten, gar nicht weit von Hilde's Schnauze entfernt.

    Nochmal einkaufen, mit allen Beteiligten die Termine absprechen und erleben, dass sich jeder soviel Mühe gibt, die Dinge gelingen zu lassen. Ich bin sehr dankbar.

    Müde auf dem Abendspaziergang kämpfen die kleine Maus und ich mit der Straße, dem Asphalt und den knapp zwei Kilometern Fußweg.

    Ein bisschen Wind in der Bustür, die Pferde vor uns auf der Weide, die Sonne ist hinterm Haus hervor gekommen und steuert auf den Strommast zu. Und wieder sagt der Falke gute Nacht. Direkt über uns rüttelt er vor dem blauen Himmel.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,625
    01/06/2026
    Calvörde

    Monday morning on the blue bus. The year is already five months old, and—as the saying goes—the "month of bliss" has already passed. We are facing our final days here, along with new plans. It is going to be exciting and challenging; of that, I am certain.

    Up until now, I have spoken a great deal about my pain. This may seem new—and perhaps even uncomfortable—because touching upon such matters inevitably touches upon one’s own experiences as well.

    Your suffering becomes mine, for I feel your pain—which, in truth, is also a reflection of my own wounds. And the more deeply I am personally affected, the closer the sorrow of another person feels to me.

    This is a definite "no-go" when working with people; precisely in such situations, it is crucial to channel one’s own emotional resonance in a way that detaches it from one’s own personal history. That is the mark of professionalism—something we humans often find ourselves unable to achieve precisely when our own suffering envelops us.

    My aching knees bear no comparison to the loss of a friend or the wounding of the soul through traumatic experiences. And yet, our capacity for empathy creates a resonance that aligns them all.

    I hadn't quite anticipated it in this way, and so I am trying to shift my focus for the month of June. It is a month of new beginnings—and, naturally, of farewells as well—though I believe my daughter’s family will also find joy in this, knowing that they were able to do something good for me.

    And I have been able to savor their kindness and their love—just as I have their encouragement and their support. It has been a good four weeks. We enjoyed pleasant visits and spent glorious days out on the farm.

    That is what remains.

    This afternoon, we are alone amidst the sea of flowers surrounding the horses' paddocks. To the right, the hens are clucking; beneath the eaves, birds are billing and cooing; and bees and wasps are busily on the wing.

    Although the sky is heavy with clouds, the sun repeatedly slips into patches of blue to dazzle us with its power. I will miss the kestrel—the way it would constantly sway into my line of sight, hovering and hunting tirelessly.

    In the mornings, there was the hoopoe amidst the green foliage of the roadside trees, calling out with its familiar cry. The white-plumaged male harrier, too, would never let us get close—though often enough, we were able to follow his flight across the skies.

    And, of course, the trusting white wagtail. A butterfly lands in the shade right outside the side door—not far at all from Hilde’s snout.

    One last trip to the shops, coordinating schedules with everyone involved, and witnessing how much effort everyone puts in to ensure things go smoothly. I am deeply grateful.

    Weary during our evening stroll, the little mouse and I struggle against the road, the asphalt, and the nearly two kilometers of walking ahead of us.

    A gentle breeze drifts through the bus door; the horses graze in the pasture before us; the sun has emerged from behind the house and is now making its way toward the power pylon. And once again, the falcon bids us goodnight. Hovering directly above us, it hangs motionless against the blue sky.
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  • Tag Dreiundvierzig

    31 de mai.–1 de jun., Alemanha ⋅ ☁️ 21 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.624
    31/05/2026
    Calvörde

    Heute sind die Beine schwer. Mit sehr viel Mühe kann ich die Stützstrümpfe anziehen, weil die Waden sich zu warm anfühlen, vielleicht auch ein wenig geschwollen sind. Folge des vielen Gehens? Um sieben Uhr treffen wir uns zum Spaziergang.

    Die Sonne scheint, aber weil es windstill ist, ist es früh schon ziemlich heiß. Ich quäle mich, während die Hunde sich in den Gerüchen vergnügen. Im ersten kühlen Schatten brauche ich eine Pause und könnte hier den Vormittag sitzen bleiben. Die Hunde ruhen im Gras, nur der Schwiegersohn steht in seiner geliebten Sonne.

    Im Laufe des Vormittags zieht der Himmel zu. Kurz vor elf Uhr frühstücke ich, während sich Hilde hinter ihrem Sitz versteckt. Ihr ist der laute Rasenmäher ungeheuerlich, so wie sie auch Laubbläser erschrecken. Überhaupt Lärm ist ihr zuwider, außer wenn ich mal laut Musik anmache.

    Eigentlich habe ich vormittags nur gelegen, weil meine Beine müde sind. Dann kommt die Familie und Hilde stellt sich vor den Bus und treibt mich an, während ich mich anziehe.

    Bin durch Finnian auf eine verrückte Challenge gestoßen, der ich jetzt folge. Ich verlinke das mal.

    https://youtube.com/@huntyourlimit?si=Khmy9hKhJ…

    Tatsächlich ist es gut zu gehen, weil die Beine sich paradoxerweise entspannen. Leider haue ich mir wiederholt die kleinen Zehen an den Reifen an, wenn ich in irgendeiner Weise abgelenkt bin.

    Der kurze Schmerz. Und jedesmal denke ich an den Witz über eine etwas andere Schöpfungsgeschichte. Ob Gott jetzt darüber lacht, vielleicht schmunzelt er ein bisschen.

    Am Nachmittag kommt Regen, die ersten Tropfen bewegt der leichte Wind durch die offene Tür auf nackte Haut wie kleine Nadelstiche. Die Bachstelze kommt mittlerweile bis auf fünfzig Zentimeter an den Bus heran. Das geht heute auch dadurch, dass Hilde nicht draußen liegt.

    Da meine Aussicht ein bisschen langweilig ist, gehen wir Blumen gucken, und meine Tochter lädt mich noch zu einem Stück Kuchen ein. Wir besprechen die letzten Erledigungen, die hier noch nötig sind für uns.

    Für den Rollator benötige ich eine andere Leinenform für Hilde, damit sie neben mir hergehen kann. Aber heute reicht die Schleppleine, als wir den Beiden folgen, die schon vorgegangen sind. Und vielleicht finden wir auch später schöne Feldwege für uns beide.

    Ich bin schon ganz gespannt auf diese Zeit.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,624
    May 31, 2026
    Calvörde

    Today, my legs feel heavy. It takes a great deal of effort to pull on my compression stockings, as my calves feel too warm—perhaps even a little swollen. Is this the result of all the walking? We meet up at seven o'clock for our morning stroll.

    The sun is shining, but because there is no breeze, it feels quite hot even at this early hour. I struggle along, while the dogs revel in the scents around them. Upon reaching the first patch of cool shade, I need to take a break; I could easily sit right here for the rest of the morning. The dogs rest in the grass, while my son-in-law stands alone, basking in his beloved sunshine.

    As the morning progresses, the sky begins to cloud over. Shortly before eleven o'clock, I have breakfast while Hilde hides behind her seat. She finds the loud lawnmower utterly terrifying—much in the same way that leaf blowers startle her. In general, she detests loud noises—except, of course, when I happen to turn up the music.

    I actually spent most of the morning just lying down, as my legs were feeling so tired. Then the family arrived; Hilde positioned herself right in front of the bus and began nudging me to get moving while I was getting dressed.

    Thanks to Finnian, I stumbled upon a crazy challenge that I’ve now decided to take on. I’ll include a link to it here.

    https://youtube.com/@huntyourlimit?si=Khmy9hKhJ…

    In fact, it feels good to walk, because—paradoxically—my legs actually relax. Unfortunately, I repeatedly stub my little toes against the tires whenever I get even slightly distracted.

    That brief, sharp pain. And every time it happens, I’m reminded of that joke about a slightly different version of the Creation story. I wonder if God is laughing about it right now—or perhaps just chuckling a little.

    Rain arrives in the afternoon; the light breeze carries the first drops through the open door onto my bare skin like tiny pinpricks. By now, the wagtail is venturing within fifty centimeters of the van. This is possible today partly because Hilde isn't lying outside.

    Since my view has become a bit boring, we go out to look at the flowers, and my daughter treats me to a slice of cake. We go over the last few errands we still need to run here.

    For use with my walker, I’ll need a different type of leash for Hilde so she can walk right alongside me. But today, the long training lead suffices as we follow the other two, who have already headed on ahead. And perhaps, later on, we’ll find some lovely country paths just for the two of us.

    I’m already looking forward to that time with great anticipation.
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  • Tag Zweiundvierzig

    30 de maio, Alemanha ⋅ ☁️ 18 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.622
    30/05/2026
    Calvörde

    Ich glaube, ich muss ein Missverständnis aufheben. Mein Gesundheitszustand hat sich in den letzten vier Wochen nicht verschlechtert. Der Rollator ist eine Alternative zum Stock, durch den ich leichter, weiter und schmerzfreier laufen kann.

    Heute morgen weht ein kühles Lüftchen. Das angekündigte Gewitter ist ausgeblieben, es hat nur mäßig geregnet. Wir gehen mit dem Schwiegersohn spazieren, die Sonne ist angenehm warm, aber die Wolken verschieben die Temperatur.

    Fast zwei Kilometer später sitzen wir beim Frühstück im Bus.

    Nach und nach zieht der Himmel sich mit dickeren Wolken zu. Die Tür vom Bus ist weit offen, die Bachstelzen, die in der Nähe nesten, kommen uns immer näher, als wären wir ähnlich dem Holzzaun ein Teil der Szenerie.

    Auf der Weide vor uns die Pferde im hohen Gras. Hilde liegt am Rand des Busses und schläft. Ich fühle mich leer, lustlos, reduziert im Denken. So zwischen den Stühlen meines Lebens. Mit der Anspannung, ob alles nächste Woche klappt, und gleichzeitig dem Ende des Aufenthalts bei meiner Tochter entgegen zu sehen.

    Im Zuge dieses Aufenthaltes hier habe ich nicht nur die Schränke ausgemistet, sondern bin auch dabei, meine Vorräte zu verbrauchen.

    Mein Essverhalten stellt sich nochmal um, schon seit langem habe ich keinen Appetit mehr auf Zwieback und werde die restlichen Packungen notgedrungen als Kekse unterwegs essen.
    Marmelade und Apfelmus bekommen mir nicht mehr, ich vertrage die Süße nicht gut.

    Überhaupt denke ich darüber nach, mir nur für bestimmte Sachen Vorräte anzulegen, wie zum Beispiel Porridge,
    Hundefutter, Fitline, Feuchttücher, Medikamente. Und alles andere sukzessive vor Ort zu kaufen.

    Die Familie ist im Kino. Nachmittags gehen wir gerne zur Bank hinten bei den Wiesen, weil ich diese Ruhe dort sehr mag. Während ich vom Handy hochschaue, ist Hilde weg. Spurlos verschwunden. Rufen zwecklos, suchen auch.

    Plötzlich kommt sie um die Ecke. Fröhlich grinsend, außer Atem. Ich gönne ihr das natürlich, aber erstmal bin ich sehr froh, dass sie wieder da ist.

    Abends gehen wir nochmal mit der Familie spazieren. Es ist schon wieder kühl geworden und die ersten Mücken begleiten uns. Ein Hase quert unvorsichtig die Straße und muss dann Speed auf die Pfoten geben, um dem großen Hund zu entkommen. Der kehrt zurück und hat Hilde's Grinsen vom Nachmittag im Gesicht.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,622
    May 30, 2026
    Calvörde

    I believe I need to clear up a misunderstanding. My health has not deteriorated over the past four weeks. The rollator is simply an alternative to my cane—one that allows me to walk more easily, cover greater distances, and do so without pain.

    A cool breeze is blowing this morning. The thunderstorm that was forecast never materialized; instead, we had only moderate rain. We go for a walk with our son-in-law; the sun feels pleasantly warm, though the clouds are keeping the temperature in check.

    Almost two kilometers later, we are sitting in the bus, having breakfast.

    Gradually, the sky begins to cloud over with thicker, heavier clouds. The bus door stands wide open, and the wagtails nesting nearby draw ever closer to us—as if, much like the wooden fence, we were simply another part of the scenery.

    Out in the pasture before us, horses graze amidst the tall grass. Hilde is lying by the edge of the bus, fast asleep. I feel hollow, listless—my mind feels dulled. I feel as though I am caught between two worlds in my life: grappling with the anxiety of whether everything will fall into place next week, while simultaneously facing the imminent end of our stay with my daughter.

    During my stay here, I haven't just decluttered the cupboards; I’m also in the process of using up my food reserves.

    My eating habits are shifting once again; for quite some time now, I haven't had any appetite for zwieback, so—out of necessity—I’ll be eating the remaining packs like cookies while I’m out and about.

    Jam and applesauce no longer agree with me; I don't tolerate the sweetness very well.

    In fact, I’m thinking about stocking up only on specific items—such as porridge, dog food, FitLine supplements, wet wipes, and medications—and buying everything else gradually as I need it, right here locally.

    The family is at the cinema. In the afternoons, we like to head over to the bench situated back by the meadows, as I really enjoy the tranquility there. While I look up from my phone, Hilde vanishes. Gone without a trace. Calling out is useless; searching is, too.

    Suddenly, she comes bounding around the corner—grinning cheerfully and out of breath. Naturally, I’m happy for her, but my immediate reaction is simply immense relief that she’s back.

    In the evening, we go for another walk with the family. It has turned cool again, and the first mosquitoes are keeping us company. A hare carelessly darts across the road and has to put the pedal to the metal to escape the big dog. The dog returns, wearing the very same grin on his face that Hilde had earlier that afternoon.
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  • Tag Einundvierzig

    29–30 de mai., Alemanha ⋅ ☁️ 26 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.622
    29/05/2026
    Calvörde

    In der Nacht fällt die Temperatur auf fünf Grad, doch um sieben Uhr hat die Sonne schon ziemlich viel Kraft. Nach dem Spaziergang ziehen wir uns in den kühlen Bus zurück, wo es sich mit Ventilator und leicht geöffneter Tür gut aushalten lässt.

    Von der Bank hinten an den Weiden sehe ich dem Weihenpaar zu, wie es miteinander turtelt und dann in den blauen Himmel aufsteigt, um über den Wiesen zu kreisen. Wunderschöne Tiere, die mit einer Leichtigkeit in den hohen Lüften unterwegs sind.

    Noch nicht Mittag und schon sehr heiß, wenig Wind, wenig frische Luft, ziemlich drückend. Reichlich verschwitzt zwischen den beiden Quellen von Wind hocke ich im Eingang vom blauen Bus, während Hilde in seinem Schatten liegt.

    Spaziergang mit Schwiegersohn und Cronos, Schmerzen im Oberkörper zwingen mich wiederholt, anzuhalten und mich zu lockern. Fühlt sich im Oberarm wie Muskelkater an.

    Mohn und Kornblumen, rot und blau ist im Kommen, die gelbe Phase im Grün ist verblasst.

    Zwei Stunden Schlaf im Haus in der größten Hitze, dann ein Spaziergang zum Abend, und noch ein bisschen bei den Pferden sitzen, die jetzt schon in die Boxen gehen. Agneta wird noch ausgeritten.

    Eine große Gewitterfront ist für die beginnende Nacht angesagt, zum Glück sind wir dann im Haus. Vielleicht gibt es auch Regen, das würde den Staub auf den Wegen ein bisschen binden.

    Heute Abend sind wir mit dem Schwiegersohn die ganze Straße runter gelaufen. Das was ein Ziel unseres Aufenthaltes hier, wobei ich mir sicher bin, das ich das mit dem Stock nur unter großen Problemen geschafft hätte.

    Also durchaus Grund genug, mich jetzt wohl zu fühlen, und dankbar zu sein, dass ich über meinen Schatten gesprungen bin. Es gibt noch ein Photo vom Weg, und wenn wir dann schlafen gehen, werden 5,5 km auf dem Schrittzähler stehen.

    "Sich selbst annehmen - ein Weg zur Freiheit und zu neuem Leben."
    (Anselm Grün)
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,622
    May 29, 2026
    Calvörde

    During the night, the temperature drops to five degrees, yet by seven o'clock, the sun already packs quite a punch. After our walk, we retreat into the cool bus, where—with the fan running and the door left slightly ajar—it is quite comfortable.

    From the bench at the back, near the pastures, I watch a pair of harriers as they bill and coo together, then ascend into the blue sky to circle above the meadows. Magnificent creatures, moving through the high heavens with such effortless grace.

    It is not yet noon, yet already very hot—little wind, little fresh air; the atmosphere feels quite stifling. Thoroughly sweaty, perched between the two sources of airflow, I sit in the doorway of the blue bus while Hilde lies in its shade.

    A walk with my son-in-law and Cronos; pain in my upper body repeatedly forces me to stop and stretch out. It feels just like muscle soreness in my upper arm.

    Poppies and cornflowers—red and blue—are coming into their own; the yellow phase amidst the greenery has faded.

    Two hours of sleep indoors during the hottest part of the day, followed by an evening stroll, and then a little time spent sitting with the horses, who are already heading into their stalls. Agneta is still out for a ride.

    A major thunderstorm front is forecast for the coming night; fortunately, we will be safely indoors by then. Perhaps it will bring some rain, which would help settle the dust on the paths a little.

    This evening, we walked the entire length of the road together with our son-in-law. That had been one of the goals of our stay here—though I am certain I would have struggled greatly to manage it had I still been relying on my walking stick.

    So, there is certainly ample reason to feel content right now, and to be grateful that I managed to step out of my comfort zone. There is a photo of the path to share, and by the time we head to bed, the pedometer will show a total of 5.5 kilometers.

    "Accepting oneself—a path to freedom and a new life."
    (Anselm Grün)
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  • Tag Vierzig

    28–29 de mai., Alemanha ⋅ ☀️ 21 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.621
    28/05/2026
    Calvörde

    What a night. Eine knappe halbe Stunde nach der ersten Rollatour beginnt mein Körper an allen möglichen Stellen zu schmerzen, insbesondere an den Extremitäten.

    Ich weiß nicht, wie ich liegen soll und kann lange nicht einschlafen. Gedankenströme ungesunder Einflüsse durchqueren meinen Kopf solange, bis ich irgendwann in eine tiefe Schlafphase falle.

    Mitten in der Nacht werde ich wach und brauche einige Zeit Licht, bis eine weitere Phase der Müdigkeit mich überfällt.

    Stützstrümpfe anzuziehen ist der erste morgendliche Erfolg, dem Erschöpfung folgt und noch eine Runde Bett, bis ich die Stimme meiner Tochter höre.

    Der Rollator steht am Tor, ich bin sicher, dass ich heute morgen mit dem Stock nicht weit gekommen wäre. So gehen wir zusammen spazieren, was durchaus nach anfänglichen Problemen "fast leichtfüßig" genannt werden könnte.

    Wenn ich unterwegs sitze, bleibt Hilde nah bei mir. Überhaupt hat ihre Fürsorge seit gestern Abend zugenommen, als würde sie spüren, dass ich mehr Schutz brauche.

    Gestern habe ich zwei Tüten voll mit Sachen aus dem Bus geräumt, die ich Jahre nicht mehr gebraucht habe. Darunter eine Regenjacke, ein Schal, zwei paar Handschuhe, drei aufgetragene T-Shirts und mein Lieblingshemd aus sesshaften Zeiten, das ich schon ewig nicht mehr schließen konnte.

    Eigentlich wollte ich die Wärmflasche entsorgen, aber die Tierärztin hat gemeint, dass Hilde vielleicht mal ein bisschen Wärme für den Körper brauchen könnte.

    Natürlich sieht man nichts von der Aufräumaktion, weil die ja sozusagen in "versteckten Schränken" stattgefunden hat. Aber ich weiß es.

    Wieder ein schläfriger Vormittag, beim Mittagsspaziergang bin ich deutlich leichter unterwegs, auch wenn ich anschließend wieder eine Ruhephase benötige, der sich Hilde anschließt.

    Gut Sonne wie jeden Tag. Lecker essen, Abendspaziergang, sitze an der offenen Tür vom Bus, während Hilde draußen chillt. Wolkenschlieren im leichten Abendwind, die üblichen Geräusche von Zwitschern und Zirpen. Spatzen auf dem Weg, Autofahrer auf dem Heimweg. Schwalben im Tiefflug.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,621
    May 28, 2026
    Calvörde

    What a night. Barely half an hour after my first walk with the rollator, my body begins to ache in every conceivable place—particularly in my extremities.

    I don't know how to position myself, and for a long time, I am unable to fall asleep. Streams of thoughts—tinged with unhealthy influences—course through my mind until, eventually, I drift into a phase of deep sleep.

    I wake up in the middle of the night and need the light on for quite some time before another wave of fatigue washes over me.

    Putting on my compression stockings is my first triumph of the morning—a success soon followed by exhaustion and a return to bed for another round of rest, until I hear the sound of my daughter's voice.

    The rollator stands waiting by the gate; I am certain that, this morning, I wouldn't have made it very far using only my cane. So, we go for a walk together—a stroll that, despite some initial difficulties, could quite aptly be described as "almost light-footed."

    Whenever I sit down along the way, Hilde stays close by my side. Indeed, her attentiveness has noticeably increased since last evening—almost as if she senses that I am in need of extra protection.

    Yesterday, I cleared two bags full of things out of the bus—items I hadn't used in years. Among them were a rain jacket, a scarf, two pairs of gloves, three well-worn T-shirts, and my favorite shirt from my sedentary days—one I haven't been able to button up for ages.

    I had actually intended to get rid of the hot water bottle, but the vet suggested that Hilde might, at some point, need a little extra warmth for her body.

    Of course, there is no visible sign of this cleanup operation, since it took place—so to speak—within the "hidden cupboards." But *I* know it happened.

    Another sleepy morning; during our midday walk, I feel noticeably lighter on my feet—even if I do need a rest period afterward, which Hilde joins me for.

    Plenty of sunshine, just like every day. Delicious food, an evening stroll; now I’m sitting by the open door of the bus while Hilde chills out outside. Wisps of cloud drift in the gentle evening breeze, accompanied by the usual sounds of chirping and buzzing. Sparrows on the path, drivers heading home. Swallows swooping low.
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  • Tag Neununddreißig

    27–28 de mai., Alemanha ⋅ ☀️ 22 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.620
    27/05/2026
    Calvörde

    Als wir das Haus verlassen, fegt ein kühler Wind mir übers T-Shirt, die Temperatur ist in den frühen Morgenstunden um einige Grad gefallen.

    Der Wecker reißt mich aus einem tiefen Schlaf, die neuen Stützstrümpfe fühlen sich künstlich an. Sie lassen sich schwer anziehen, und ich bin froh, als sie endlich perfekt sitzen.

    Als ich in den Flur komme, denke ich, dass die Familie schon weg ist, das laute Gebell von Cronos verorte ich schlaftrunken außerhalb des Gebäudes. Das Tor ist geschlossen, die Familie ist noch im Haus, erwartet Handwerker, also gehen wir alleine.

    Im Gegensatz zu meinen schmerzenden Knien, wenn ich aufwache, ist das Gehen immer sehr angenehm. Bis zu einem gewissen Punkt, wo die Schmerzen im Rücken einsetzen. Heute gehen wir noch einen Baum weiter, und erst auf dem Rückweg, beginnt das Gehen schwerfälliger zu werden.

    Meine Enkelin klopft an der Tür und fragt, ob ich ihr Geld leihen könnte für ein lebendes Huhn. Vorne am Haus parken schon zwei Fahrzeuge, denn alle zwei Wochen kommt der Hühnerverkäufer vorbei.

    Es sieht süß aus, ist ein Italiener, das schon ein Ei gelegt hat, und ich darf ihr den Namen geben. Und so verewige ich meinen alten Freund Blacky in einem jungen Huhn. Was für eine Reinkarnation. Hilde mag es auch gleich leiden, sie hätte es liebend gerne zum Fressen, muss sich aber erstmal mit einem Fernkuss begnügen.

    Heute bin ich müde und quäle mich bis zum Mittag mit dem Versuch einzuschlafen. Dann gehen wir mit den Hunden spazieren. Dabei macht mir meine Tochter einen Vorschlag. Sie habe einen Rollator besorgt und möchte, dass ich ihn ausprobiere, solange ich noch da bin.

    Hui, das ist ein Brett. Fast so dick wie das E-Bike, das mir Gäste meiner Rentenparty vor zehn Jahren geschenkt haben.

    Jetzt also der Rollator mit Bedenkzeit. Sitzen geht schon mal und Fahren findet im Kopf statt. Während alle mir freundlich zunicken, bin ich innerlich erstarrt. Aber ich werde es versuchen.

    Wir begegnen der männlichen Weihe auf sehr kurze Entfernung, sodass wir den schönen Vogel in Ruhe betrachten können, während er langsam wegfliegt.

    Hilde sitzt lange im kleinen Schatten vom blauen Bus. Sie liebt es, alles beobachten zu können. Mit der verknoteten Leine bin ich sicher, dass sie bei einem Radfahrer - Blitzstart nicht in Gefahr kommt.

    Ich überlege, wie das in Zukunft unser Reisen beeinflussen wird.

    Heute miste ich nochmals den Bus aus. In den letzten drei Wochen hatte ich so keine Lust dazu, aber jetzt bis zur Abholung macht das Sinn zu gucken, was wir nicht mehr brauchen.

    Die erste Rollatortour. Die gleiche Entfernung wie am Morgen. Weniger Rückenschmerzen, dafür drückt es aber im rechten Oberarm und ich merke am Ende meine Knie. Natürlich sieht das lustig aus, aber auch ohne das Teil ist mein Gehen skurril.

    Mal gucken, wie es mir nach der Nacht so geht. Im Moment bin ich aber durchaus mit mir zufrieden.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,620
    May 27, 2026
    Calvörde

    As we leave the house, a cool wind sweeps across my T-shirt; the temperature has dropped by several degrees in the early morning hours.

    The alarm clock jolts me from a deep sleep; the new compression stockings feel artificial. They are difficult to pull on, and I am relieved when they finally fit perfectly.

    As I step into the hallway, I assume the family has already left; in my sleep-addled state, I place Cronos’s loud barking somewhere outside the building. The gate is closed, however—the family is still inside, awaiting some tradespeople—so we set out alone.

    In contrast to the aching in my knees when I first wake up, walking is always very pleasant—up to a certain point, that is, when the back pain sets in. Today, we walk one tree further than usual, and it is only on the return journey that my walking begins to feel more labored.

    My granddaughter knocks at the door and asks if I could lend her some money for a live chicken. Two vehicles are already parked out front, as the chicken seller comes by every two weeks.

    It looks sweet—it’s an Italian breed that has already laid an egg—and I get to name it. And so, I immortalize my old friend Blacky in a young chicken. What a reincarnation! Hilde takes an immediate liking to it, too; she would absolutely love to eat it, but for now, she has to settle for blowing it a kiss from a distance.

    Today I feel tired, and I struggle until noon, trying in vain to fall asleep. Then we go for a walk with the dogs. During the walk, my daughter makes a suggestion. She tells me she has acquired a walker and would like me to try it out while I’m still here.

    Whoa—that’s a tough pill to swallow. Almost as hard to accept as the e-bike that guests at my retirement party gave me ten years ago.

    So now, the walker—with a trial period attached. Sitting on it works just fine, but the real struggle—the "walking" part—is taking place entirely in my head. While everyone around me nods kindly, I feel completely frozen inside. But I will give it a try.

    We encounter a male harrier at very close range, allowing us to observe the beautiful bird at our leisure as it slowly flies away.

    Hilde sits for a long time in the small patch of shade cast by the blue bus. She loves being able to watch everything going on around her. With the leash knotted short, I can rest assured that she won't be in any danger should she suddenly bolt after a passing cyclist.

    I find myself wondering how this will impact our travels in the future.

    Today, I’m giving the bus another thorough clear-out. For the past three weeks, I simply couldn't muster the inclination to do it; however, now—with the vehicle’s scheduled pickup fast approaching—it makes perfect sense to go through everything and see what we no longer need.

    My first outing with the rollator. The distance covered is the same as it was this morning. My back hurts less, though now I have a nagging ache in my right upper arm, and by the end of the walk, I can really feel it in my knees. Of course, it looks a bit comical—but then again, even without the device, my gait is rather peculiar.

    We’ll see how I feel after a night’s rest. For the moment, however, I am quite pleased with myself.
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  • Tag Achtunddreißig

    26–27 de mai., Alemanha ⋅ ☀️ 29 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.619
    26/05/2026
    Calvörde

    Wir schlafen nach zwei Wochen im Bus aufgrund der Hitze wieder mal im Haus. Es geht deutlich besser, auch wenn ich anfangs mit dem richtigen Liegen und Einschlafen zu kämpfen habe.

    Hilde bellt, als der Schwiegersohn frühmorgens zur Arbeit fährt, und später um sieben Uhr, als sie Cronos hört. Sie sind noch nicht weit gekommen, als wir am Bus sind, und warten auf uns.

    Ein friedlicher Spaziergang, die Hunde respektieren sich. Jeder macht Seins und ich unterhalte mich mit meiner Tochter. Dann sind wir am Bus, folgen dem normalen Verlauf eines jeden Morgen.

    Dienstag ist Einkaufstag und Abschluss einer weiteren Woche an der Damm-Mühle. Die letzten acht Tage liegen vor uns. Es gibt fast nur Kühles, die Schränke müssen geleert werden, denn der Bus steht dann eine halbe Woche bei Alex für die Reparatur.

    Heute Nacht ist mein Rucksack endgültig zerrissen, doch zum Glück können wir im Ort günstig einen neuen kaufen. Er muss ja nicht viel tragen, höchstens die wichtigen Papiere und Medikamente.

    Gegen 13 Uhr ist es mit 27°C im Bus schon sehr heiß. Hilde hat sich in den Schatten gelegt, ein gelber Schmetterling fliegt vorbei. Ich bin ziemlich müde, muss ständig gähnen, werden uns später auf ein Nickerchen ins Haus zurück ziehen.

    Drei Stunden später bin ich auch noch lecker gesättigt, weil meine Tochter mir einen Teller Spinat & Co zubereitet hat.

    Wir gehen raus zum Bus, die Pferde begrüßen uns, während wir im einzigen Schatten hinter der Heckklappe sitzen, wo ein sanftes Lüftchen uns beäugt. Ein weißer Schmetterling fliegt zu den weißen Margariten in der grünen Wiese, die auch hochgewachsene Gänseblümchen sein könnten.

    Schwalben im Tiefflug, bin immer froh, wenn sie kurz vor mir abbiegen. Schnauben der Pferde. Das übliche Zirpen, ab und an der Motor eines vorbeifahrenden Autos, ständiges Vogelgezwitscher.

    Wir sitzen lange bei den Pferden, zwischen all den bunten Blumen im Halbschatten. Drei junge Frauen, die mit den Tieren beschäftigt sind, mal ein kleiner Plausch mit dem Mann und dem Hund. Eine Maus lebt hinten in einer Pferdebox, sie hat ein Loch in der Wand, durch das sie verschwinden kann. Nebenan die Hühner.

    Später sitzen wir am Bus. Hilde angeleint wegen der Neigung, Radfahren nachzulaufen. Die Sonne im Strommast, ein leichter Wind, der sanft und kühl ist. Oft schaue ich einfach nur raus. Auf die Wiese, zu den Pferden, der Sonne, Hilde. Zu ihr ganz oft. Es geht uns gut. Überraschend. Gut.
    ---
    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,619
    May 26, 2026
    Calvörde

    After two weeks in the bus, we are sleeping inside the house once again—this time due to the heat. It is going much better, even though I struggled a bit at first to get comfortable and fall asleep.

    Hilde barks when my son-in-law leaves for work early in the morning, and again later, at seven o'clock, when she hears Cronos. They haven't gone far by the time we reach the bus, and they are waiting for us.

    It is a peaceful walk; the dogs respect one another. Each goes about their own business while I chat with my daughter. Then we arrive at the bus and follow our usual morning routine.

    Tuesday is grocery day—and marks the conclusion of another week at Damm-Mühle. The final eight days here lie ahead of us. We are eating almost exclusively cold meals now; the cupboards must be emptied, as the bus will be parked at Alex's place for half a week for repairs.

    Tonight, my backpack finally gave out completely; fortunately, however, we can buy a new one cheaply in town. It doesn't need to carry much—at most, just our important documents and medications.

    By around 1:00 PM, it is already getting quite hot inside the bus, with the temperature hitting 27°C. Hilde has settled down in the shade, and a yellow butterfly flits past. I am feeling rather tired—constantly yawning—so we plan to retreat back inside the house later on to take a nap.

    Three hours later, I am also pleasantly full, as my daughter has prepared me a plate of spinach and other goodies.

    We head out to the bus, where the horses greet us as we sit in the only patch of shade—behind the tailgate—where a gentle breeze keeps us company. A white butterfly flits toward the white ox-eye daisies in the green meadow—flowers that could just as easily be overgrown common daisies.

    Swallows swooping low—I’m always relieved when they veer away just before reaching me. The snorting of horses. The usual chirping, the occasional engine of a passing car, the constant birdsong.

    We sit for a long time among the horses, amidst all the colorful flowers in the dappled shade. Three young women are busy tending to the animals; now and then, there is a bit of small talk with the man and the dog. A mouse lives in one of the stalls at the back; it has a hole in the wall through which it can vanish. Next door are the chickens.

    Later, we sit by the camper van. Hilde is on her leash, owing to her tendency to chase after passing cyclists. The sun rests against a power pylon; a gentle, cool breeze is blowing. Often, I simply gaze out—at the meadow, at the horses, at the sun, at Hilde. At her, most often of all. We are doing well. Surprisingly so. Well.
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  • Tag Siebenunddreißig

    25–26 de mai., Alemanha ⋅ ☀️ 26 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.618
    25/05/2026
    Calvörde

    Es würde dich langweilen, wenn ich dir wieder erzähle, wie mein Morgen verlaufen ist, oder die letzte Nacht. Meine Tochter meint beim Spaziergang, dass es jetzt nicht mehr viel länger als eine Woche ist, bis wir abreisen.

    Ich glaube, sie sind ganz froh, wenn wir wieder unterwegs sind. Hilde reagiert Cronos gegenüber nicht mehr so gereizt, solange er nicht dem Bus zu nahe kommt. Das ist schön. Und auch ich genieße die Tage hier im Rahmen meiner Möglichkeiten.

    Es gibt Vorteile und Nachteile. So ist das immer, wenn sich das normale, das gewohnte Leben verändert. Selbst in der Eigenbestimmung ist das so. Und natürlich auch von außen betrachtet gäbe es immer einen Anlass zur Kritik, Vorschläge für Verbesserungen, gut gemeinte Ratschläge.

    Aus meiner beruflichen Tätigkeit heraus habe ich mir angewöhnt, lediglich vorsichtige Hinweise zu geben, um meinem Gegenüber die Entscheidung selber zu überlassen.

    Wenn du mich um Rat fragst, dann kann ich mir überlegen, wie weit ich mich einlassen möchte. Meist unterhalten wir uns einfach, und am liebsten erfreue ich mich an der Situation, die ich vorfinde. Auch wenn man das ein oder andere besser, anders machen könnte.

    Aber letztendlich ist jeder seines Glückes Schmied. Und oft genug kann man froh sein, wenn die eigenen Umstände es ermöglichen, mit dem Geschenk des Lebens zufrieden zu sein.

    Es ist eine Freude, dass wir hier leben können, und ich die Familie mal länger erleben kann. Aber genauso schön wird es sein, wenn jeder wieder seines Weges geht, und wir uns aus der Ferne zuschauen.

    Die Pferde stehen wieder vor uns auf der Weide im hohen Gras. Der Wind ist noch da, aber er bewegt die Gräser heute vorsichtiger. Doch sein sanftes Wehen ist noch kühlend, wenn es die nackte Haut berührt.

    Mein Frühstück findet erst Mittags statt, und passend dazu bekomme ich noch ein leckeres Stück von der Philadelphiatorte, die meine Tochter vorbereitet hat.

    Der letzte Markknochen kommt für Hilde grade richtig nach dem Spaziergang. Sie liegt in dem kleinen Schatten vom Bus und arbeitet voller Energie, während ich in der Seitentür sitze, bis mir der Hintern weh tut, und ich auf das Polster vom Bett wechsele.

    Die Sonne zieht mir sämtliche Energie raus. Ich bin nicht in der Lage, irgendwas zu tun, außer hin und wieder eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken, mal aufs Handy zu gucken, ein kurzes Schläfchen zu machen.

    Wir hängen komplett durch. Liegen hier und da rum, machen das gleiche mit Sitzen. Einer im Bus, der andere in dem kleinen Schatten, den er wirft. Oder unterm Bodenblech im kühlen Lehm. Selbst die Vögel haben keinen Bock zu fliegen. Außer den Schwalben, die können nicht ruhig sitzen.

    Den Nachmittag sitzen wir im Halbschatten und schauen der Familie zu, die an den Boxen bauen. So gibt es hin und wieder einen kleinen Schwatz, und ich bewundere die Beiden über ihre Energie an so einem heißen Tag.

    Meine Tochter schlägt mir vor, bei der Hitze wieder im Haus zu schlafen, was wir dankbar annehmen. Die liebe Enkelin bringt unsere Sachen rüber, und dann ist der blaue Bus alleine.

    Du magst mich für skurril erklären, aber ich habe ein Gefühl für ihn, wenn er ohne uns einschlafen muss. Später steht er noch eine halbe Woche ohne uns bei Alex, es wird eine große Freude sein, wenn wir uns wiedersehen.

    Als ich endlich meine Füße bade, kommt auch Hilde im Haus an. Sie rollt sich ein. Meine Beine zucken vor Erschöpfung, denn die letzten drei Nächte habe ich sehr wenig und sehr schlecht geschlafen. Mal sehen, dass ich hier langsam runterfahren kann.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,618
    May 25, 2026
    Calvörde

    It would bore you if I were to tell you again how my morning went—or last night, for that matter. During our walk, my daughter remarked that it is now no longer much more than a week until we set off again.

    I think they are quite glad that we will soon be back on the road. Hilde is no longer reacting so irritably toward Cronos—at least as long as he doesn't get too close to the bus. That is nice. And I, too, am enjoying my days here, to the best of my ability.

    There are pros and cons. That is always the case when one’s normal, accustomed life undergoes a change. This holds true even when one is living life on one’s own terms. And, of course, when viewed from the outside, there would always be grounds for criticism, suggestions for improvement, or well-intentioned advice.

    Drawing upon my professional background, I have made it a habit to offer only gentle pointers, thereby leaving the final decision to the other person.

    If you ask me for advice, I can then consider to what extent I wish to get involved. Usually, we simply chat, and what I enjoy most is simply appreciating the situation as I find it—even if one thing or another could perhaps be done better or differently.

    But ultimately, everyone is the architect of their own fortune. And often enough, one can simply be grateful when one’s own circumstances allow for finding contentment in the gift of life.

    It is a joy that we are able to be here, and that I can spend an extended period of time with the family. Yet it will be just as lovely when everyone goes their separate ways again, and we watch over one another from a distance.

    The horses are once again standing before us in the pasture, amidst the tall grass. The wind is still present, though today it stirs the grasses more gently. Yet its soft breeze remains cooling as it touches the bare skin.

    My breakfast doesn't take place until noon—and, fittingly enough, I am treated to a delicious slice of the Philadelphia cheesecake my daughter prepared.

    The last marrow bone comes at just the right moment for Hilde after our walk. She lies in the small patch of shade cast by the bus, working away at it with boundless energy, while I sit in the side doorway—until my backside starts to ache, at which point I move to the bed cushions.

    The sun drains every last ounce of energy from me. I am incapable of doing anything at all, save for grabbing a bite to eat or a sip to drink every now and then, glancing at my phone, or taking a short nap.

    We are completely lethargic. We lie around here and there—and do much the same when sitting. One of us is inside the bus, the other in the small patch of shade it casts. Or else we’re down by the metal floor plate, in the cool clay soil. Even the birds can’t be bothered to fly—except for the swallows; they simply can’t sit still.

    We spend the afternoon sitting in the dappled shade, watching the family as they work on building their stalls. This leads to a brief chat every now and then, and I find myself admiring the pair for the sheer energy they manage to muster on such a scorching day.

    My daughter suggests that, given the heat, we sleep inside the house again—an offer we gratefully accept. My sweet granddaughter carries our things over, and then the blue bus is left all alone.

    You might think me eccentric, but I feel a real sense of empathy for him when he has to settle down for the night without us. Later on, he will spend another half-week parked at Alex’s place without us; it will be a true joy when we are reunited.

    Just as I finally get to soak my feet, Hilde arrives inside the house as well. She curls herself up. My legs twitch with exhaustion, for I have slept very little—and very poorly—over the last three nights. Let’s see if I can finally start to wind down here.
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