Amelinghausen
29 marzo, Germania ⋅ ☀️ 9 °C
(English Version Below)
Am Ortsende von Amelinghausen, kurz vor dem Ort Oldendorf mit seiner historischen Totenstatt gibt es eine Ver- und Entsorgung für Wohnmobile am Recyclinghof. Das für uns Interessanteste ist die Kaffeetasse. Ein Knopfdruck und schon sausen knapp drei Liter Trinkwasser in meinen Kanister. Kurze Pause, dann der nächste Strahl, und so bekommen wir unsere knapp fünfzehn Liter, kostenlos.
Eine tolle Erfindung, denn was soll ich mit hundert Liter für einen Euro. In Wittingen gibt es auch so eine Einrichtung, die aber nur knapp einen Liter abgibt, dazwischen aber einige Minuten Pause einlegt. Das ganze Konstrukt hat leider auch scharfe Kanten, sodass Vorsicht geboten ist, es zu benutzen.
Natürlich gelingt mir das nicht, und schon habe ich eine weitere kleine Wunde an der Hand. Heute scheint die Sonne, wir sind kurz vor Westergellersen, oberhalb vom Stellplatz, spazieren gegangen. Hier kostet die Nacht zwölf Euro, fünf Kilometer entfernt in Salzhausen steht man umsonst. Es mag für jede Entscheidung Gründe geben, für uns ist das alternativlos.
Hilde frühstückt direkt im Anschluss vom Spaziergang, ich nehme mir ein bisschen Zeit und parke vor einem ergrünten Holunderbusch auf dem Parkplatz eines Supermarktes in Amelinghausen, wo ich schon mal gestanden habe.
Nostalgie, wenn man schon alle Wege kennt, und trotzdem auf ihnen dahinreisen muss. Die Sonne scheint, und schon fühlt sich der Tag besser an, haben wir doch gestern wieder im Matsch gespielt. Nach einer zweiten Nacht in Reinfeld führt unser Weg südwärts, bei Geesthacht über die Elbe.
Vor Hamburg wird gewarnt, es gäbe viel Verkehr, so haben wir ein Schläfchen nahe einem Golfplatz im Regen gewagt. Und einen Spaziergang beim Friedhof vor Garstedt, der weit außerhalb des Ortes liegt.
Die Zeitumstellung ist mir erst spät begegnet, als ich so kurz vor Mittag mich plötzlich sehr müde fühle. Hilde schläft auch schon wieder, das wirkt sehr einladend.
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At the edge of Amelinghausen, just before Oldendorf with its historic burial ground, there's a service station for motorhomes at the recycling center. The most interesting feature for us is the "coffee cup" dispenser. At the push of a button, almost three liters of drinking water flow into my canister. A short pause, then another stream, and that's how we get our nearly fifteen liters, free of charge.
A great invention, because what am I supposed to do with a hundred liters for a euro? There's a similar dispenser in Wittingen, but it only dispenses just under a liter at a time, pausing for a few minutes in between. Unfortunately, the whole contraption has sharp edges, so you have to be careful when using it.
Of course, I don't manage that, and now I have another little cut on my hand. The sun is shining today, and we went for a walk just before Westergellersen, above the campervan site. Here, it costs twelve euros a night; five kilometers away in Salzhausen, it's free. There may be reasons for every decision, but for us, there's no alternative.
Hilde has breakfast right after our walk, and I take a little time and park in front of a leafy elderberry bush in the parking lot of a supermarket in Amelinghausen, where I've stayed before.
It's nostalgic when you already know all the roads and still have to travel them. The sun is shining, and the day already feels better, especially since we played in the mud again yesterday. After a second night in Reinfeld, our journey took us south, crossing the Elbe near Geesthacht.
We were warned of heavy traffic before Hamburg, so we braved a nap near a golf course in the rain. We also took a walk at the cemetery outside Garstedt, which lies far beyond the town.
I only noticed the time change late, when I suddenly felt very tired shortly before noon. Hilde is already asleep again, which seems very inviting.Leggi altro
Steinbek
27 marzo, Germania ⋅ ⛅ 8 °C
(English Version Below)
Jemand schreibt mir zurück, dass es ihr meistens gut geht. Da schau ich so an mir runter, und merke, dass ich grade keine Schmerzen habe, obwohl ich noch früh am Morgen gedacht habe, heute nehme ich mal wieder eine Ibu.
Das ist schon merkwürdig, wie der Körper so mit dem Menschen spielt. Das mag sich medizinisch ja mit irgendwelchen Ausschüttungen erklären lassen, denen ich vielleicht grade einen entsprechenden Raum in meinem Leben gegeben habe.
Aber rein rational kommt schnell der Gedanke auf, abwarten, falsche Bewegung, und schon ist der Traum Vergangenheit. Wir stehen auf einem Autobahnparkplatz bei Bad Segeberg, ein ruhiger Ort mit einem leichten Backgroundgeräusch, ein bisschen Wiese, Sträucher und viel Himmel.
Wenn ich mich verstecken will, sind solche Plätze besonders geeignet. Es ist kalt geworden, das macht besondere Himmelsbilder möglich, wenn das Blau weit entfernt sich mit dem Wolkenweiß und den noch kahlen, hohen Bäumen paart.
Kraniche fliegen auf, die Wacholderheide sieht auch im Endwinter spannend aus, in einem Garten wächst ein einsamer Krokus zwischen Kieselsteinen. Wir sind am Ende einer schmalen Straße eingeladen bei einem netten Menschen, den wir zuletzt in Scharbeutz vor einem Jahr getroffen haben.
Es gibt Tee und Gespräche, eine Nacht unterm kalten Sternenhimmel neben einem stillen Wald, gutes Verstehen und herzliches Lachen. Und am Morgen ernste Gedanken, ein herzlicher Abschied mit dem Augenzwinkern eines Wiedersehens. Eines Tages. Irgendwo.
Nachmittags treffen wir Emmi wieder, eine der wenigen Hündinnen, mit denen sich Hilde versteht. Wir versuchen, uns regelmäßig zu begegnen, was in einem Jahresrhythmus möglich ist, und mir immer wieder aufzeigt, wie die Zeit vergeht. Die Menschen von Emmi sind verschnupft, aber das kleine Mädchen gibt Hilde die mitgebrachten Leckerlis mit großer Entspannung. Happs macht Hilde große Schnauze, aber sie zuckt nicht einmal vor Schreck.
Eigentlich wollten wir uns am Meer treffen, aber der kalte Wind demotiviert mich. So spazieren wir einen stillen Weg, nehmen Abschied, und hoffen auf warmen Sonnenschein im nächsten Jahr.
Die Übernachtungspreise in Schleswig-Holstein sind rapide gestiegen, manchmal um 25 bis 30 Prozent. Ich lese Berichte, dass die Polizei die Parkplätze kontrolliert, und die Schlafenden weckt mit der Wahl eine Strafe von 125 Euro zu bezahlen und umgehend den Platz zu verlassen.
Der nächste kostenlose Stellplatz ist in Reinfeld, die Stunde fahren wir zurück, haben eine ruhige Nacht, einen schönen Spaziergang bei einem Windrad, eine gemütliche Fahrt im Sonnenschein zum Frühstücksplatz.
Hilde schläft auf dem Fahrersitz, ich strecke mich hin und wieder nach hinten aus, während die Fenster beschlagen, und der Morgen seinen Lauf nimmt.
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Someone writes back to me saying that she's usually doing well. Then I look down at myself and realize that I'm not in any pain right now, even though I thought earlier this morning that I'd take an ibuprofen again today.
It's strange how the body plays tricks on us. Medically, it might be explained by certain chemical releases, which I may have recently given ample opportunity to release in my life.
But purely rationally, the thought quickly arises: wait, one wrong move, and the dream is gone. We're standing in a motorway rest area near Bad Segeberg, a quiet place with a soft background noise, a bit of grass, some bushes, and a lot of sky.
When I want to hide, places like this are perfect. It's gotten cold, which makes for some special skies, where the distant blue blends with the white of the clouds and the still-bare, tall trees.
Cranes take flight, the juniper heath looks fascinating even in late winter, and a lone crocus grows among the pebbles in a garden. We've been invited to the home of a nice person at the end of a narrow road, someone we last met in Scharbeutz a year ago.
There's tea and conversation, a night under the cold starry sky beside a silent forest, deep understanding and heartfelt laughter. And in the morning, serious thoughts, a warm farewell with a hint of a reunion. Someday. Somewhere.
In the afternoon, we meet Emmi again, one of the few female dogs Hilde gets along with. We try to meet regularly, which is possible on an annual basis, and it always reminds me how time flies. Emmi's owners have a cold, but the little girl calmly gives Hilde the treats they've brought. Hilde makes a big face when she eats them, but she doesn't even flinch.
We had actually planned to meet by the sea, but the cold wind is discouraging. So we walk along a quiet path, say goodbye, and hope for warm sunshine next year.
Overnight accommodation prices in Schleswig-Holstein have risen rapidly, sometimes by 25 to 30 percent. I've read reports that the police are checking parking lots and waking up campers with the option of paying a €125 fine and leaving immediately.
The next free parking spot is in Reinfeld. We drive back for an hour, have a quiet night, a lovely walk by a wind turbine, and a leisurely drive in the sunshine to our breakfast spot.
Hilde sleeps in the driver's seat, and I stretch out in the back every now and then as the windows fog up and morning unfolds.Leggi altro
Nienhagen
24–25 mar, Germania ⋅ ☁️ 12 °C
(English Version Below)
Wir übernachten gegenüber einem Altenheim in Nienhagen, um sieben Uhr abends gehen die Lichter in den Zimmern an, und für einen kurzen Moment sehe ich zu, wie sich jemand kümmert um einen alten Menschen, mit eben dieser Freundlichkeit, die im Geben liegt.
Nach seinem Urlaub muss mein Sohn auch heute wieder arbeiten, die alten Menschen freuen sich auf ihn, da bin ich sicher. In den letzten Tagen hat er sich um mich gekümmert, die Tage vorher die Tochter, aber pflegen wird mich keiner von Beiden. Das möchte ich auf gar keinen Fall, dafür gibt es auch den Plan C.
Aber noch bestaune ich das Wunder, leben zu dürfen. Fünfundsiebzig Jahre alt zu sein, das ist nicht selbstverständlich heute. Besonders, wenn ich meine Geschichte anschaue. Gestern habe ich ein neues Kapitel aufgeschlagen. Ich bin im Bus gestürzt.
Dumm, einfach dumm. Das weiß man immer gleich danach. Die rechte Hand war noch nass, an der Ablage vom früheren Herd bin abgerutscht, als ich nach hinten steigen wollte. Halt verloren und mit Schwung auf den Ventilator geknallt. Dem war das ganz egal, allerdings meinem Rücken nicht. Und interessanterweise meiner linken Seite auch nicht. Denn plötzlich habe ich weder Schmerzen in der Hüfte noch im Bein. Eine Nacht lang. Zumindest.
Gestern und heute versorgen mich die Kinder, unterwegs muss ich mir anderweitig Hilfe holen, denn alleine kann ich die Wunde nicht versorgen, die heute morgen sich schon mal in ein Kleid blauer Flecken geschwungen hat. Aber alles nicht so schlimm, sagt der Doktor, ist nur oberflächlich.
Innerlich habe ich allerdings auch was abbekommen, denn so eine Aktion geht nicht spurlos an mir vorbei. Ein Gemisch von Dankbarkeit und Glücksgefühl, gepaart mit diesen unsicheren Gedanken, wie kann so was passieren oder wie schnell.
Mittlerweile ist es dunkel, hinter den erleuchteten Fenstern mag jede Art von Emotion leben, vielleicht wird das Ende des Lebens warten, oder aber das Glück einer Auferstehung. Das ist im blauen Bus nicht anders. Nur vielleicht ein bisschen stiller.
Gestern Nacht waren wir auf der Schaffarm, Hof in Greth, wo wir gerne übernachten, Milch und Joghurt kaufen. Vor ein paar Tagen hat unser lieber Elektriker wieder mal dem blauen Bus ein paar Lichter besorgt, wir haben abends zusammen gesessen, und lange erzählt, vorm Haus übernachtet. Eine Nacht am Angelsee, zwei Nächte bei der Tochter, heute Abend auf einem gut besuchten Stellplatz.
Wir sind zufrieden, ein bisschen müde, aber guter Dinge miteinander.
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We are staying opposite a retirement home in Nienhagen; at seven o'clock in the evening the lights in the rooms come on, and for a brief moment I watch as someone takes care of an old person with precisely that kindness that lies in giving.
After his vacation, my son has to go back to work today, and I'm sure the elderly people are looking forward to seeing him. He's been looking after me these past few days, and my daughter did the days before that, but neither of them will be my primary caregiver. I absolutely don't want that; there's always Plan C.
But for now, I'm still marveling at the miracle of being alive. Being seventy-five years old isn't something to take for granted these days. Especially when I look at my past. Yesterday, I turned a new page. I fell on the bus.
Stupid, just plain stupid. You always know that right afterward. My right hand was still wet, and I slipped on the counter of the old stove when I tried to climb to the back. I lost my footing and slammed into the fan. It didn't seem to mind at all, but my back did. And interestingly, neither did my left side. Because suddenly, I have no pain in my hip or leg. For one night, at least.
Stupid, really. Yesterday and today, the children are taking care of me. I have to get help elsewhere while I'm out, because I can't tend to the wound on my own—it's already turned into a dress of bruises this morning. But it's nothing serious, the doctor says; it's only superficial.
Inside, though, I've been affected too, because something like this doesn't leave me untouched. A mixture of gratitude and happiness, coupled with these uncertain thoughts: how could something like this happen, or how quickly?
It's dark now, and behind the lit windows, every kind of emotion seems to reside—perhaps the end of life awaits, or perhaps the joy of resurrection. It's no different in the blue bus. Only perhaps a little quieter.
Last night we were at the sheep farm in Greth, where we like to stay overnight and buy milk and yogurt. A few days ago, our dear electrician once again got some lights for the blue bus. We sat together in the evening, chatted for a long time, and spent the night in front of the house. One night at the fishing lake, two nights at our daughter's, and tonight at a busy campground.
We are content, a little tired, but in good spirits.Leggi altro

ViaggiatoreSolche Gedanken wie du habe ich auch recht oft. Als uns neulich während des Rollerfahrens ein Auto links überholt hat und volle Kanne gegen unseren Roller geschrammt ist, hätte das sehr schnell auch ganz anders ausgehen können...
Herrhausen
19–20 mar, Germania ⋅ ☁️ 7 °C
(English Version Below)
Zuerst sind wir eine Stunde lang mit meinem Sohn unterwegs, und haben viel miteinander erzählt. Es ist schön, mit ihm eine so lange, gemeinsame Vergangenheit zu haben.
Dann ist er angeln gegangen, und ich habe die Fenster vom Bus geschlossen, und beim Licht der kleinen Lampen ein weiteres Kapitel über Cohen gelesen, obwohl es draußen noch taghell war. Hilde hat geschlafen, den Kopf in der Reisetasche, müde vom Abendessen und der langen Fahrt, den vielen Begegnungen, der heißen Sonne.
Mit Cohen bin ich sozusagen erwachsen geworden, über die Musik zu seinen Büchern gekommen, wobei seine eigene Reihenfolge andersherum war. Irgendwann in jenen Tagen, bevor ich zu meiner ersten großen Reise 1979 aufgebrochen bin, habe ich ein Gedicht über Cohen geschrieben, das ich auf YouTube gelesen habe.
https://youtu.be/5nfJJdCGM8s?is=n10cPTZWusiSEqNG
Vielleicht ein wenig kryptisch aus meiner heutigen Sicht, wobei ich es immer noch für eins meiner besten Gedichte halte. Aber Cohen war ja nie leichte Kost. So lese ich ein Kapitel, dann gehe ich nochmal mit Hilde ins Halbdunkle, und fange eine Geschichte an.
Sankt Johannes Evangelist. So heißt die kleine Kapelle im Wald bei Hörste, neben der wir parken, weil mir grade nicht nach fahren zumute ist. Wir sind in Rheda aufgebrochen, haben bei Mona Lisa gefrühstückt. Das heißt, Hilde hat schon im Flora Westfalia Park in Rheda ihr Essen bekommen, nachdem wir dort spazieren gegangen sind. Ein unglaublich schönes Gelände mit weitläufigen Wiesen und Wegen, einem großen Spielplatz, vielfältiger Blütenpracht. Und es sind kaum Menschen hier, obwohl die Glocke schon ein achtes Mal geläutet hat.
Neben uns parkt ein alter Mann seinen silbernen Golf, faltet die Tageszeitung auseinander und begibt sich auf eine Reise. Mein Vater, denke ich, er hat auch immer irgendwo sein kleines Auto geparkt, als er alt war, um die Zeit alleine zu haben, während seine Frau zuhause war. Ich habe ihn nie gefragt, ich konnte ihn verstehen, und heute noch mehr als damals. Mit der Vergangenheit muss man alleine kämpfen, um seinen Frieden zu finden.
Als wir abfahren, hebt der Mann die Hand zum Gruß, als seien wir gute Freunde. Wer weiß, vielleicht hat er ja Recht. Neben der Kirche ist ein Friedhof, in dem ein besonders schönes Mauseleum steht. Das Café in einem der Häuser ist geschlossen, aber der Wald ist voller Wege, und hin und wieder kreuzt ein bunter Radfahrer den Platz.
Falls du mehr Hintergrundwissen zu dem Ort haben möchtest, füge ich einen Link bei.
https://share.google/QPkNP9zNqfpyXuzOK
Wir sind den Tag alleine, was uns gut tut. Und abends in Rolfshagen auf dem Stellplatz begrüßen uns die Nachbarn winkend. Dann schließen sich die Vorhänge und morgens fahren wir still weiter.
Mittags in Schellerten treffen wir eine alte Seele auf unserem Lebensweg. Würden wir tatsächlich uns die Zeit nehmen, um darüber nachzudenken, wo und wann wir uns schon überall getroffen haben, dann säßen wir vermutlich noch unterm Sternenhimmel zusammen.
Aber so fassen wir uns kurz, freuen uns am Gegenwärtigen, und fügen dem Ort einen kleinen Haken an. Manchmal wird man halt grau im Laufe eines sich Kennens, aber sofern die Erinnerung noch aufgeweckt werden kann, sind solche Begegnungen das Salz in der Suppe des Lebens.
Das Angeln läuft gut, die Fische sind willig, Hilde und ich schlafen ein bisschen vor, denn nie weiß ich, ob wir nicht mitten in der Nacht zurückfahren. Denn wenn die Fische schlafen gehen, die Kälte von den Füßen hochkrabbelt, macht das Warten keinen Spaß mehr.
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First, we spent an hour out with my son and talked a lot. It's wonderful to have such a long history together with him.
Then he went fishing, and I closed the bus windows and read another chapter about Cohen by the light of the small lamps, even though it was still broad daylight outside. Hilde was asleep, her head in her travel bag, tired from dinner and the long drive, the many encounters, and the hot sun.
I grew up with Cohen, so to speak, coming to his books through his music, though his own order was the other way around. Sometime in those days, before I embarked on my first big trip in 1979, I wrote a poem about Cohen, which I read on YouTube.
https://youtu.be/5nfJJdCGM8s?is=n10cPTZWusiSEqNG
Perhaps a little cryptic from my current perspective, though I still consider it one of my best poems. But Cohen was never easy reading. So I read a chapter, then I go back into the semi-darkness with Hilde, and I start a story.
St. John the Evangelist. That's the name of the small chapel in the woods near Hörste, next to which we're parked because I don't feel like driving right now. We set off from Rheda and had breakfast at Mona Lisa's. Actually, Hilde already had her meal at Flora Westfalia Park in Rheda after we went for a walk there. It's an incredibly beautiful area with expansive meadows and paths, a large playground, and a profusion of wildflowers. And there are hardly any people here, even though the bell has already rung eight times.
An old man parks his silver Golf next to us, unfolds the newspaper, and sets off on a journey. My father, I think, always used to park his little car somewhere when he was old, to have some time alone while his wife was at home. I never asked him about it; I could understand him, and even more so now than back then. You have to fight the past alone to find peace.
As we drive off, the man raises his hand in greeting, as if we were good friends. Who knows, maybe he's right. Next to the church is a cemetery with a particularly beautiful mausoleum. The café in one of the houses is closed, but the woods are full of paths, and every now and then a colorful cyclist crosses the area.
If you'd like more background information about the place, I've included a link.
https://share.google/QPkNP9zNqfpyXuzOK
We're alone for the day, which is good for us. And in the evening at the campsite in Rolfshagen, our neighbors greet us with a wave. Then the curtains close, and in the morning we drive on in silence.
At midday in Schellerten, we meet an old friend on our life's journey. If we were to actually take the time to reflect on all the places and times we've met, we'd probably still be sitting together under the stars.
But let's keep it brief, enjoy the present moment, and add a little something extra to this. Sometimes you just get a little gray over time, but as long as the memory can still be rekindled, such encounters are the spice of life.
The fishing is going well, the fish are biting, Hilde and I are getting some sleep beforehand, because I never know if we might have to drive back in the middle of the night. Because when the fish go to sleep and the cold creeps up your feet, waiting isn't fun anymore.Leggi altro

ViaggiatoreWar eine gute Idee von dir, über Schellerten zu fahren, sodass wir uns sehen und ein gutes Stündchen miteinander erzählen konnten! 👍

ViaggiatoreIch mag Leonard Cohen auch sehr gerne! Er ist wirklich toll! Seine Musik, seine Texte und seine Ausstrahlung… 😍
Gütersloh
18 marzo, Germania ⋅ ☀️ 11 °C
(English Version Below)
Zum Frühstück besuchen wir Mona Lisa. Nein, eigentlich stehen wir in gebührendem Abstand zu ihr, auf einem Parkplatz auf der anderen Straßenseite, leicht verschleiert durch die kleinen, grünen Blättchen, die die Sträucher im Straßengraben schon bewachsen.
"Unser Bestreben ist es, durch modische Kompetenz verbunden mit perfekter Passform und dem Einsatz hochwertiger Stoffe, unsere Position auf dem europäischen Markt weiter auszubauen. MONA LISA by interchic ist ein zukunftsorientiertes Unternehmen mit stetig wachsenden Umsatzzahlen und dem nötigen Weitblick, den Dingen Ihren gesunden Lauf zu lassen. Mona Lisa - Kombimode von Gr.40 bis Gr.60 - in entsprechenden Farbthemen klar gegliedert und untereinander ideal kombinierfähig." So steht es auf der Homepage des Unternehmens.
https://share.google/MBhn6ARoOhYriBLug
Schon gestern haben wir auf dem Parkplatz von LR gestanden, weil wir dort schön entspannt spazieren gehen konnten, nachdem das Rebhuhn uns endlich Platz gemacht hat. Es war gerade Feierabend, und ich wollte doch mal wissen, wo man arbeitet, wenn man so gelassen nach Hause fahren kann.
"LR Health & Beauty Systems GmbH ist ein deutsches Netzwerk-Marketing-Unternehmen im Bereich Gesundheits- und Schönheitsprodukte." Sagt Wikipedia.
Gestartet sind wir in Limoni-Fontaine. Vor zwei Tagen. An einem Friedhof. Ein sehr schöner, sehr stiller Ort in Frankreich. Weit weg von der Eile und Unruhe, die mich dann befallen hat.
Wir sind am Abend in Rekem verabredet, durch meine morgendliche Irrfahrt zwischen Carrefour und Friedhof bin ich weit weg von der Route, die mir jetzt 222km präsentiert. Einmal quer durch Belgien, denn die Grenze ist nicht weit entfernt.
Ein unbedeutender Moment, ein Schild am Straßenrand. Vom französischen Teil des Landes nach Flandern. Auch hier gibt es nochmals die üblichen Hinweise auf Geschwindigkeit, als wären wir tatsächlich über eine Landesgrenze gefahren, und nicht eine innerhalb von Belgien.
In Rekem am Maaskanal wartet Silvia aus Aachen, mit der wir uns hier schon mal verabredet haben. Ein gutes Wiedersehen, ein ruhiger Abend. Morgens noch ein Spaziergang mit Hilde, dann muss sie auch wieder losfahren.
Und ich mache den Fehler, ebenfalls aufzubrechen, um dann einfach nicht mehr anhalten zu können. Lauter "Wenn und Aber" erobern sich den Raum in mir. Die Gründe sind irrational, aber ich kann mich nicht dagegen durchsetzen. Ich könnte auch direkt nach Braunschweig fahren, obwohl das keinen Sinn macht, weil ich dort nicht erwartet bin. Also nicht vorzeitig.
Es ist so, als wäre der mich durchs Leben leitende Faden gerissen. Irgendwann wird es dunkel, ich bin müde, wir halten in Rheda - Wiedenbrück, auf einem Parkplatz in der Stadt, wo auch andere Camper stehen.
Ich baue den Bus um, füttere Hilde, wir gehen schlafen. Ein bisschen wie verstecken fühlt sich das an, die Welt ausblenden wollen. Als könne ich so meine innere Ordnung wieder herstellen.
Leider reicht das nicht aus, es muss noch etwas Gravierendes passieren, bis ich aufwache, und mir klar ist, wie dünn der seidene Faden ist, an den oft alles hängt. Details sind nur für mich wichtig.
Wir fahren langsam aus der Stadt heraus, finden den schönen Platz bei Mona Lisa. Ich frühstücke und schreibe, schaue in den blauen Himmel, während Hilde mich hin und wieder prüfend anblickt. Es ist ein Anfang, nicht das Ende, auch wenn mir klar wird, wie nah das manchmal zusammen liegt.
Ohne Gott, denke ich oft, wäre ich vielleicht schon längst falsch abgebogen, zu weit übers Ziel hinaus gefahren, gar nicht erst dort angekommen, wo es uns gut geht. An vielen Ortsenden steht, 'komm gut nach Hause', und ich denke jedesmal, was wir für ein Glück haben, immer Zuhause zu sein.
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For breakfast we visit the Mona Lisa. No, actually we stand at a respectful distance from her, in a parking lot on the other side of the street, slightly veiled by the small, green leaves that have already grown on the bushes in the roadside ditch.
"Our aim is to further expand our position in the European market through fashion expertise combined with a perfect fit and the use of high-quality fabrics. MONA LISA by interchic is a forward-looking company with steadily growing sales figures and the necessary vision to let things take their natural course. Mona Lisa – coordinating fashion from size 40 to 60 – clearly organized in corresponding color themes and ideally combinable with one another." That's what it says on the company's website.
https://share.google/MBhn6ARoOhYriBLug
Yesterday, we parked in the LR parking lot because we could take a nice, relaxing walk there after the partridge finally made way for us. It was just after closing time, and I wanted to know where people work if they can drive home so calmly.
"LR Health & Beauty Systems GmbH is a German network marketing company in the health and beauty products sector," says Wikipedia.
We started in Limoni-Fontaine. Two days ago. At a cemetery. A very beautiful, very quiet place in France. Far removed from the rush and restlessness that subsequently gripped me.
We're meeting in Rekem this evening, but my morning's detour between Carrefour and the cemetery has taken me far from the route, which now presents me with 222 km. A journey right across Belgium, as the border isn't far away.
An insignificant moment, a sign by the roadside. From the French part of the country to Flanders. Here, too, there are the usual speed limit signs, as if we were actually crossing a national border, and not one within Belgium.
In Rekem, on the Maas Canal, Silvia from Aachen is waiting for me; we'd already arranged to meet her here. A good reunion, a peaceful evening. In the morning, a walk with Hilde, then she has to set off again.
And I make the mistake of setting off as well, only to find myself unable to stop. A plethora of "ifs" and "buts" take over my mind. The reasons are irrational, but I can't overcome them. I could drive straight to Braunschweig, even though that makes no sense, since I'm not expected there. So, not early.
It's as if the thread guiding me through life has snapped. Eventually, it gets dark, I'm tired, and we stop in Rheda-Wiedenbrück, in a parking lot in town where other campers are also parked.
I rearrange the camper van, feed Hilde, and we go to sleep. It feels a bit like hiding, like trying to shut out the world. As if I could restore my inner order that way.
Unfortunately, that's not enough; something more serious has to happen before I wake up and realize how thin the silken thread is on which everything often hangs. Details are only important to me.
We drive slowly out of the city and find the lovely spot by the Mona Lisa. I have breakfast and write, gazing up at the blue sky, while Hilde glances at me every now and then, looking at me appraisingly. It's a beginning, not the end, even though I realize how close the two sometimes are.
Without God, I often think, I might have taken a wrong turn long ago, driven too far over my destination, or never even arrived where we feel good. At the edges of many towns, there are signs saying "Have a safe trip home," and every time I think how lucky we are to always be home.Leggi altro

ViaggiatoreVielen lieben Dank. Rein theoretisch könnten wir morgen die B1 nach Braunschweig nehmen
Cateau-Cambrésis
15–16 mar, Francia ⋅ ☁️ 7 °C
(English Version Below)
Der Bus ist von innen verdunkelt, ich höre laut Musik, Hilde schläft in der Reisetasche tief und fest. Plötzlich springt sie wüst bellend auf und will, dass ich einen Vorhang öffne. Erst sehe ich eine Taschenlampe, die vorne an der Straße hin und her schnellt. Dann erkenne ich einen kleineren, pummeligen Schatten im Licht. Hilde tilt völlig aus, bis sie aus unserem Sichtfenster verschwunden sind.
Sie hat einen vollkommen irren Geruchssinn. Ich erinnere mich noch, als sie ganz klein war, da trafen wir an einem Feld einen Hundetrainer, der für seine Boxer eine Spur ausgelegt hat, um sie zu Mantrailern auszubilden. Hilde war sofort in der Spur, und er meinte, dass er sie gerne zur Ausbildung haben möchte, weil sie einen außergewöhnlichen Geruchssinn habe, viel mehr als die Hunde, die er gerade in der Ausbildung hatte.
Wir haben uns für ein Leben auf Reisen im blauen Bus entschieden, und müssen eben mit solchen unvorhersehbaren Einsätzen rechnen. In der Zwischenzeit sind vorne an der Straße schon ein halbes dutzend Hunde vorbei gegangen, von denen keiner mehr Hilde's Nase erreicht hat.
Wir übernachten in Cateau-Cambrésis, eine kleine Stadt mit knapp siebentausend Einwohner und einem Matisse-Museum. "1952 überließ Henri Matisse seiner Geburtsstadt Le Cateau-Cambrésis in Nordfrankreich 83 Werke, darunter Gemälde, Skulpturen und Scherenschnitte. Das Matisse-Museum ist damit das einzige Museum Frankreichs, in dem die Matisse-Werke vom Künstler persönlich ausgesucht wurden. Es beherbergt gleichzeitig eine der größten Matisse-Sammlungen des 20. Jahrhunderts. Im Matisse-Museum schwelgen Ihre Kunden in der Farbenvielfalt und -intensität von Matisse, der als Begründer des Fauvismus und Vorreiter des Expressionismus gilt. Das Museum ist heute im Palais Fénelon, einem ehemaligen Wohnsitz des Erzbischofs, und den angrenzenden Gebäuden untergebracht. Hier verschmelzen Architektur aus dem 18. Jahrhundert und der Moderne zu einem harmonischen Ensemble."
https://share.google/qJOMbHCwUUTkwXg7P
Der Stellplatz ist kostenlos und fünfzehn Gehminuten vom Museum entfernt. Meine Nachbarn kommen aus Frankreich, Mettmann und Finnland, zwei Paare und drei Einzelreisenden. Hilde ist wohl der einzige Hund hier.
Als wir gegen 17 Uhr ankommen, ist nur noch der eine Platz zwischen den Franzosen frei. Ich sehe es als Wink des Himmels, und so bleiben wir hier. Der Tag ist überraschend sonnig geworden, nachdem das Gras am Morgen in Dullones gefroren war.
Da die Parkplätze von Aldi noch im Schatten liegen, gehe ich früh einkaufen, und so endet mein Frühstück heute in zwei Pain au Chocolat mit einer Vanillepuddingfülling auf einem Hügel neben dem Friedhof.
Ich fahre und parke, Hilde hat heftigen Durchfall, dem ich mit Babynahrung gegensteuere. Zwischendrin gucke ich Biathlon auf dem Handy mit der Lesebrille, mir ist heute gar nicht so nach Fahren zumute.
Während es hier nachts friert, ist das Wetter in Finnland in absoluter Frühlingslaune, die Schneepiste liegt neben den knospenden Bäumen, ein kanadischer Sportler läuft in kurzer Hose und T-Shirt, bei den drei Strafrunden wird ihm sicherlich reichlich warm werden.
Kirchen und Gräber, hier im Norden von Frankreich liegen viele Engländer begraben. Eine Leserin hat mir geschrieben, ihr seien die Kirchen ein bisschen viel unter meinen Bildern, 'habe sie eine gesehen, hat sie alle gesehen'.
Jeden Tag denke ich, nein nein, schau mal, die ist doch ganz anders, und wie schön so ein Turm sein kann. Tatsächlich ist mein Blick durch diese Aussage geschärft. Letztens habe ich einem lieben Menschen das Photo einer blühenden Kalla geschickt, weil sie mir vor Jahren mal gesagt hat, dies seien ihre Lieblingsblumen. Nun denke ich jedesmal an sie, wenn ich eine Kalla sehe, und wollte sie daran teilhaben lassen. Sie meinte, dass sei krass, und sie möchte nicht in meinem Gedanken sein.
Jemand sammelt Wolkenbilder, ein anderer Türen, manche Kreuze. Du kannst alle meine Bilder für dich verwenden, nur die von Hilde und mir sind mein Eigentum. Und da möchte ich schon gefragt werden, ob man ein Bild verwenden darf.
Auf einer schmalen Straße lasse ich eine große Gruppe Motorradfahrer vorsichtig passieren, in dem ich bordsteinnah fahre. Ich bekomme ein Dutzend nach rechts ausgestreckte Beine als Dankeschön, und habe mich darüber sehr gefreut.
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The bus is darkened inside, I'm listening to loud music, and Hilde is fast asleep in her travel bag. Suddenly, she jumps up, barking furiously, and demands that I open a curtain. First, I see a flashlight darting back and forth at the front of the bus. Then I recognize a small, chubby shadow in the light. Hilde completely freaks out until they've disappeared from our view.
She has an absolutely incredible sense of smell. I remember when she was just a puppy, we met a dog trainer in a field who was laying a scent trail for his boxers to train them as mantrailers. Hilde immediately picked up the scent, and he said he'd love to train her because she had an exceptional sense of smell, much better than the dogs he was currently training.
We've chosen a life of travel in our blue campervan, and we have to expect these kinds of unforeseen situations. Meanwhile, half a dozen dogs have already passed by the road ahead, none of them catching Hilde's nose.
We're spending the night in Cateau-Cambrésis, a small town with just under seven thousand inhabitants and a Matisse museum. "In 1952, Henri Matisse bequeathed 83 works, including paintings, sculptures, and paper cutouts, to his birthplace, Le Cateau-Cambrésis in northern France. The Matisse Museum is thus the only museum in France where the Matisse works were personally selected by the artist. It also houses one of the largest Matisse collections of the 20th century. At the Matisse Museum, your clients can revel in the vibrant and intense colors of Matisse, who is considered the founder of Fauvism and a pioneer of Expressionism. The museum is now located in the Palais Fénelon, a former residence of the archbishop, and the adjacent buildings. Here, 18th-century and modern architecture blend seamlessly into a harmonious whole."
https://share.google/qJOMbHCwUUTkwXg7P
The parking space is free and a fifteen-minute walk from the museum. My neighbors are from France, Mettmann, and Finland—two couples and three solo travelers. Hilde is probably the only dog here.
When we arrive around 5 p.m., only the one space between the French couple is left. I take it as a sign from above, so we stay here. The day has turned out surprisingly sunny, after the grass was frozen in Dullones this morning.
Since the Aldi parking lots are still in the shade, I go shopping early, and so my breakfast today ends up being two pain au chocolat with a vanilla custard filling on a hill next to the cemetery.
I drive and park; Hilde has severe diarrhea, which I treat with baby food. In between, I watch biathlon on my phone with my reading glasses; I'm really not in the mood for driving today.
While it freezes here at night, the weather in Finland is in a decidedly spring-like mood. The snow-covered slopes lie next to budding trees, and a Canadian athlete is skiing in shorts and a t-shirt—he'll certainly warm up nicely during his three penalty laps.
Churches and graves—many English people are buried here in northern France. A reader wrote to me saying that there were a few too many churches among my photos, that "if she's seen one, she's seen them all."
Every day I think, "No, no, look, this one is completely different, and how beautiful a tower can be." In fact, this statement has sharpened my perspective. Recently, I sent a dear friend a photo of a flowering calla lily because she told me years ago that they were her favorite flowers. Now I think of her every time I see a calla lily and wanted to share it with her. She said that was crazy and that she didn't want to be in my thoughts.
Some people collect pictures of clouds, others doors, some crosses. You can use all my pictures for yourself, only the ones of Hilde and me are my property. And I do expect to be asked for permission before using them.
On a narrow street, I carefully let a large group of motorcyclists pass by, driving close to the curb. I received a dozen legs stretched out to my right as a thank you, which I was very pleased about.Leggi altro
Doullens
14–15 mar, Francia ⋅ 🌙 3 °C
(English Version Below)
Während der Himmel sich dramatisch schwefelgelb verfärbt, erreichen wir den Stellplatz in Doullens. Schnell angezogen, geht's mit Hilde noch raus ins Grüne, oberhalb des Baches, der den Ort durchströmt. Unterhalb stehen drei Schafe auf einer Wiese, von denen eins Hilde umgehend adoptiert, und ihr mit einem jämmerlichen Mäh nachschreit.
Hilde reagiert im Eiltempo, und ist gerade mit dem dritten Pippi fertig, als der hohe, kahle Baum über uns in wilde Schwingungen gerät. Gerade eben noch schaffen wir es zurück in den Bus, dann bricht ein solcher Regensturm über den kleinen Ort, dass die Wasserströme von der N25 die Straße runterlaufen, wo sie mit denen aus dem Dorf zusammentreffen.
Keine zwanzig Minuten später ist der Spuk zuende, die Nacht stellt sich auf fallende Temperaturen unter null ein, denen wir ein bisschen Standheizung bis zum Einschlafen entgegen bringen.
Früh am Morgen glänzt Hilde's Fell vom Hagelschnee in Harcourt, doch kaum sind wir gegen Mittag unterwegs, bringt die Sonne den Himmel zum Beben. Großartige Wolkenformationen, über einer Kirche im Sonnenschein fallen himmliche Worte. Über einem Kreuz bildet sich ein Herz, während die Aufnahme in der Vergrößerung dunkle Wolken ums Kreuz versammelt.
Den Jesus vor der dunklen Bäumen muss man vergrößern, um das Leid der ganzen Welt in seinem Gesicht zu erkennen. Es ist ein sehr altes Kreuz und vielleicht war der Künstler in seinen Möglichkeiten begrenzt, aber gerade durch das Einfache gewinnt die Tiefe an Bedeutung.
Was es sonst noch über das Heute zu sagen gäbe, ist mir entfallen. Oder vielleicht war es ja auch gar nicht da. Jedenfalls geht's uns gut.
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As the sky dramatically turns sulfur yellow, we reach the campsite in Doullens. Quickly dressed, we head out with Hilde into the countryside above the stream that flows through the village. Below, three sheep graze in a meadow, one of which Hilde immediately adopts, bleating pitifully after her.
Hilde reacts with lightning speed and has just finished her third pee when the tall, bare tree above us begins to sway wildly. We barely manage to get back to the bus before a torrential downpour hits the small town, sending streams of water from the N25 cascading down the street, where they merge with the water flowing from the village.
Less than twenty minutes later, the storm is over, and the night sets in with sub-zero temperatures, which we combat with a bit of auxiliary heating until we fall asleep.
Early in the morning, Hilde's fur glistens with the hail and snow in Harcourt, but no sooner are we on the road around noon than the sun sets the sky ablaze. Magnificent cloud formations; heavenly words are spoken above a church bathed in sunshine. A heart forms above a cross, while the enlarged image reveals dark clouds gathering around it.
The image of Jesus against the dark trees must be enlarged to see the suffering of the entire world reflected in his face. It's a very old cross, and perhaps the artist's skills were limited, but it's precisely through its simplicity that the depth gains meaning.
I've forgotten what else there is to say about today. Or perhaps it wasn't even there. In any case, we're doing well.Leggi altro
Harcourt
14 marzo, Francia ⋅ ☁️ 2 °C
(English Version Below)
Eigentlich wollen wir auf dem Stellplatz nur mal für einen Spaziergang anhalten, denn es ist erst halb vier. Aber dann treffen wir auf ein Ehepaar, das neben ihrem umgebauten Lastwagen steht. Sie sind seit fünf Jahren unterwegs, leben von geführten "Lightoffroadtouren" in Afrika und im Balkan.
Tut steht auf ihrem Kennzeichen, also machen sie was aus ihrem Leben, das ihnen gefällt. Vom Platz führt ein Feldweg vielleicht fünfhundert Meter zwischen einem Acker und einem Sportfeld zu einer Landstraße. Das ist eine gute Möglichkeit für uns, also entschließe ich mich, einfach hier zu bleiben, anstatt noch eine Stunde ins Ungewisse zu fahren.
Waren wir gestern auf der Höhe von Caen, sind wir nach diesem ziemlich verregneten Tag zwischen Le Havre und Rouen positioniert. Hier hat es weitgehend aufgehört mit dem Regen, aber mir fällt auf, dass der bodenständige Blütenstand im Verhältnis zur Bretagne noch ziemlich zurückgeblieben ist.
Aber trotzdem sind die gelben Sträucher herrlich anzusehen, während die Magnolien in ihren verschiedenen Farben schon angefangen haben, ihre Blütenblätter wegzuwerfen. Die Orte wirken still und farblos, um die Häuser herum ist es sauber, aber wenig schmuckvoll.
Wir queren das Departement des Calvados, passieren Erinnerungen an die Spuren der Widerstandskämpfer, und begegnen öffentlichen Einrichtungen von Post und Telegraphie, die längst zu normalen Wohnhäusern geworden sind.
In Clézy, wo wir hingefahren sind, um spazieren zu gehen und zu frühstücken, ist die Tour de France irgendwann mal an der Kirche vorbei gefahren. Dagegen hängt die Sonne über den hohen Bäumen, die den Stellplatz in Harcourt begrenzen, wie ein Mond in den Wolken.
Hier haben die alten Häuser braune Streifen und erinnern mich an eine Vorstufe von Fachwerk. Die Dächer sind weit runter gezogen, das gelbe Licht der Laterne hinter den Mülltonnen vom Stellplatz tauchen sie in eine bestimmte Wärme, bei der ich oft an Lilli Marleen denken muss.
Stattdessen lese ich weiter in der Biographie über Cohen's Leben, dessen Geschichten mir so manche Erinnerung an meine Zeit in Köln in den Anfängen der Siebziger Jahre aufwecken. Damals habe ich viele Gedichte geschrieben, von denen einige in einer kleinen Sammlung mit dem Titel "Sehnsüchtig" von mir verschenkt wurden.
Auf unserem YouTube Kanal habe ich sie in irgendeiner Adventszeit (2020) mal in einigen Folgen (12) veröffentlicht, von denen ich den Link zur ersten Folge beifüge.
Vielleicht bekommst du Lust, mehr davon zu hören.
https://youtu.be/d-etq0gI5eE?is=2pTNMgt_4tLc6FfN
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We only intended to stop at the campsite for a short walk, as it was only 3:30 pm. But then we met a couple standing next to their converted truck. They had been traveling for five years, making a living from guided "light off-road tours" in Africa and the Balkans.
Tut is written on their license plate, so they're making something of their lives that they enjoy. From the square, a dirt track leads, perhaps 500 meters between a field and a sports field, to a main road. This is a good option for us, so I decide to just stay here instead of driving another hour into the unknown.
Yesterday we were near Caen, and after this rather rainy day, we're positioned between Le Havre and Rouen. The rain has largely stopped here, but I notice that the ground cover is still quite late in bloom compared to Brittany.
Nevertheless, the yellow bushes are a beautiful sight, while the magnolias in their various colors have already begun to shed their petals. The towns seem quiet and colorless; the areas around the houses are clean, but not very decorative.
We cross the Calvados department, pass reminders of the resistance fighters, and encounter former post and telegraph offices that have long since been converted into ordinary homes.
In Clézy, where we went for a walk and breakfast, the Tour de France once passed by the church. In contrast, the sun hangs over the tall trees bordering the parking area in Harcourt like a moon in the clouds.
Here, the old houses have brown streaks and remind me of an early form of half-timbered construction. The roofs slope steeply downwards, and the yellow light from the streetlamp behind the garbage cans in the parking lot bathes them in a certain warmth that often makes me think of Lili Marleen.
Instead, I continue reading the biography about Cohen's life, whose stories awaken many memories of my time in Cologne in the early seventies. Back then, I wrote many poems, some of which I gave away in a small collection titled "Longing."
I published them on our YouTube channel sometime during Advent (2020) in several episodes (12), and I've included the link to the first episode.
Perhaps you'll be interested in hearing more.
https://youtu.be/d-etq0gI5eE?is=2pTNMgt_4tLc6FfNLeggi altro

ViaggiatoreDie Magnolien sind glaub ich Kamelien… ich tu mich aber auch schwer, den Namen zu behalten. Und schön blühen Beide
Saint-Rémy
13 marzo, Francia ⋅ 🌧 11 °C
(English Version Below)
Der Stellplatz in Saint - Rémy liegt am Ende einer Straße, kurz vor dem Knick nach links hoch in den Ort. Hinter uns ist ein Spazierweg, den jeder nutzt, egal ob Hundebesitzer, Rollerfahrer, oder ne Mutti mit Kind. Der endet ebenfalls an dem Knick unserer Straße, die damit zur Verlängerung der Hundespaziergangs wird.
Gegenüber dem Platz im Tal ein, zwei Seen, der mögliche Weg hinunter ist uns aber als "privat" verweigert. Für Hilde und mich ist das keine gute Alternative, denn den nahen Begegnungen gehen wir gerne aus dem Weg.
Heute morgen hatten wir schon eine ähnliche Situation, weil der Stellplatz ungeeignet fürs Gassi gehen ist, und draußen nur Straßen und Häuser sind. Stellplätze, die zum Schlafen geeignet sind, sollten auch spazierfähig sein.
In beiden Fällen wird der Platz früh verlassen, um eine Alternative kurzfristig zu suchen. Heute morgen haben wir Glück mit dem Parkplatz am Leuchtturm, hinterm aktuell noch geschlossenen Campingplatz am Restaurant "Le Goéland Plage".
Der Strand ist wesensleer, wir sind alleine, stromern rum zwischen nassen Felsen und trockenem Sand, während der Himmel eine Verwandlung zwischen dunklen Wolken und strahlendem Sonnenschein durchläuft.
Hilde bekommt Frühstück, nachdem ich den Bus umgebaut habe, dann fahren wir über das Kreuz des Odin in Landemer zum nahen Strand, um zu frühstücken. Ich habe versucht, die Existenz dieses Kreuzes näher zu erläutern, aber darüber nichts gefunden. Der Frühstückplatzes am blauen Wasser gegenüber den Häusern des kleinen Ortes macht den Abschied von Atlantik leicht. Ich bin zufrieden mit den intensiven Tagen am Meer, und freue mich auf das leichtfüßige Reisen im Inland.
Allerdings bringt dies auch ein wenig Langeweile mit sich, denn wir haben Erntezeit von Kohl, Möhren, Lauch, Zwiebeln und einigen Gemüsesorten, die ich nicht zuordnen kann. Neben Feldern gibt es Wiesen, wintergraue Bäume, und manche Kuhherden, deren Weiden von aufgewühlten, lehmigen Wegen voller Traktorspuren umgeben sind.
Wir sind erstmal Richtung Le Mans gefahren, um von der Küste Abstand zu bekommen, bis zu einem schönen Stellplatz auf Spendenbasis, wo wir Wasser auffüllen können. Von dort biegen wir Richtung Rouen ab, und landen hier, knapp fünfzig Kilometer von Ouistreham am Atlantik entfernt.
Der Wind kommt lebhaft aus Südwest mit Böen, die sich im Laufe der Nacht auf 65 km/h steigern werden. In diese Richtung wird die Straße von hohen Bäumen begrenzt, die uns hier auf dem Platz einen guten Schutz bieten werden.
Mit dem aufkommenden Regen am frühen Morgen sinkt die Temperatur in den einstelligen Bereich, also ein gutes Reisewetter, um Paris im Westen zu umrunden.
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The parking area in Saint-Rémy is located at the end of a road, just before the road bends left uphill into the village. Behind us is a footpath used by everyone, whether dog owners, scooter riders, or mothers with children. It also ends at the bend in our road, which thus becomes an extension of the dog walking route.
Opposite the campsite in the valley are one or two lakes, but the possible path down to them is off-limits to us as "private." For Hilde and me, this isn't a good alternative, as we prefer to avoid close encounters.
This morning we had a similar situation because the campsite is unsuitable for walking the dog, and there are only roads and houses outside. Campsites suitable for sleeping should also be accessible for walking.
In both cases, we leave the campsite early to find an alternative at short notice. This morning we're lucky with the parking lot by the lighthouse, behind the currently closed campsite next to the "Le Goéland Plage" restaurant.
The beach is deserted; we're alone, wandering around among wet rocks and dry sand, while the sky transforms between dark clouds and brilliant sunshine.
Hilde gets breakfast after I've rearranged the campervan, then we drive via Odin's Cross in Landemer to the nearby beach for breakfast. I tried to find out more about the existence of this cross, but couldn't find anything. The breakfast spot by the blue water, opposite the houses of the small village, makes saying goodbye to the Atlantic easy. I'm content with the intense days by the sea and am looking forward to the leisurely travel inland.
However, this also brings a bit of boredom, as it's harvest time for cabbage, carrots, leeks, onions, and some vegetables I can't identify. Besides fields, there are meadows, winter-gray trees, and the occasional herd of cows whose pastures are surrounded by churned-up, muddy tracks riddled with tractor ruts.
We initially drove towards Le Mans to get away from the coast, until we found a nice, donation-based campsite where we could refill our water. From there, we turned towards Rouen and ended up here, just under fifty kilometers from Ouistreham on the Atlantic coast.
The wind is brisk from the southwest with gusts that will increase to 65 km/h during the night. The road is lined with tall trees in this direction, which will provide us with good shelter here at the campsite.
With the onset of rain in the early morning, the temperature drops into the single digits, making it perfect weather for traveling around Paris to the west.Leggi altro
Saint - Vaast - la - Hougue
11–12 mar, Francia ⋅ 🌙 9 °C
(English Version Below)
Blaues Wasser, ein Leuchtturm am Ufer gegenüber, Wellen, weißer Sand und zwei hantellergrosse Muscheln. Hilde streunert Fressen suchen, als der Steinstrand beginnt, dreht sie um, geht zum Bus zurück.
Sie wirkt müde heute, den ganzen Tag schon ist sie schläfrig, außer wenn es was zu fressen gibt. Zu viele Strände, fehlen ihr vielleicht die Mäuse.
Es ist kälter geworden. Zwar sonnig, aber der Wind bringt die frische Luft mit, die vom Westen herkommt. Vielleicht haben wir ihn morgen nicht mehr im Gesicht, sondern im Rücken. Wir drehen den Bus nach Nordosten.
Heute haben wir viel Wasser, blau und grün, manchmal fast anthrazit. Tolle Plätze am Meer, mit großen Leuchttürmen und zerzausten Schafen. Die üblichen Kirchen und engen Straßen, holprige, löchrige Wege durch Felder und Wiesen.
Bunker und Fort aus vorherigen Jahrhunderten, für Krieg und Frieden erbaut, immer noch die Vergangenheit nicht vergessen lassen. Nie mehr Krieg, sagt heute keiner mehr. Im Gegenteil, es werden immer mehr.
Über Nacht stehen wir mitten in Saint-Vaast-la-Hougue, nicht weit vom Hafen, auf einem bezahlten Stellplatz, und ich staune nicht schlecht, als ich abends lese, es sei 2019 zum beliebtesten Dorf der Franzosen gekürt worden. Für mehr Informationen füge ich den Link zu einem interessanten Beitrag bei.
https://share.google/QBIZXILPJdofM2vlu
Hilde schläft in der Reisetasche, sie hat die Schnauze tief reingesteckt, und gibt leise Geräusche beim Atmen von sich. So wie alte Menschen, die in Schlaf vor Schmerzen und Erschöpfung leise und unbewusst stöhnen.
Ich weiß nicht, ob sie Schmerzen hat, das kann durchaus sein. Vielleicht träumt sie aber auch von den vielen Erlebnissen, die sie heute hatte. Unser Leben ist bunt und voll mit Ereignissen. Am Ende dieser fast zwei Wochen, in denen ich das Land am Meer intensiv vorgestellt habe, bin ich auch ein bisschen müde geworden, und freue mich darauf, nunmehr durchs innere Land zu streunen, und Begegnungen entgegen zu sehen.
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Blue water, a lighthouse on the opposite shore, waves, white sand, and two seashells the size of a dumbbell. Hilde wanders off in search of food, but when the pebbly beach begins, she turns around and goes back to the bus.
She seems tired today; she's been sleepy all day, except when there's food. Too many beaches—maybe she's missing the mice.
It's gotten colder. Sunny, yes, but the wind brings the fresh air from the west. Perhaps tomorrow we won't have it in our faces, but at our backs. We turn the bus northeast.
Today we see a lot of water, blue and green, sometimes almost anthracite. Great spots by the sea, with tall lighthouses and scruffy sheep. The usual churches and narrow streets, bumpy, potholed roads through fields and meadows.
Bunkers and forts from previous centuries, built for war and peace, still urging us not to forget the past. "Never again war," no one says anymore. On the contrary, there are more and more of them.
We spent the night in the heart of Saint-Vaast-la-Hougue, not far from the port, at a paid parking area, and I was quite surprised to read that evening that it had been voted the most popular village among the French in 2019. I've included a link to an interesting article for more information.
https://share.google/QBIZXILPJdofM2vlu
Hilde is asleep in the travel bag, her snout buried deep inside, making soft breathing sounds. Like old people who groan quietly and unconsciously in their sleep from pain and exhaustion.
I don't know if she's in pain; that's quite possible. Perhaps she's dreaming about all the adventures she's had today. Our lives are vibrant and full of events. At the end of these almost two weeks, during which I've been so immersed in the country by the sea, I've also grown a little tired and am looking forward to wandering through the inland landscape and encountering new people.Leggi altro
Querqueville
11 marzo, Francia ⋅ 🌬 11 °C
https://youtu.be/6hS1m-ZYmEs?is=et81phje2hTkkvXD
Aktuelle Geschichten aus dem blauen Bus mit bewegten Bildern. Nur für Dich!
Hameau-Gruchy
11 marzo, Francia ⋅ 🌬 10 °C
(English Version Below)
Es hat die ganze Nacht gestürmt, und der Wind hat den Regen lautstark gegen das Heck vom blauen Bus geworfen. Ich liebe solche Nächte, zumal wir durch eine halbhohe Hecke recht windgeschützt gestanden haben. Für Hilde war es in den Morgenstunden ein bisschen unruhig, immer wieder hat sie die Decke gehoben, um rauszuschauen, sodass ich jeweils aufgewacht bin.
Um sechs Uhr morgens ist es komplett windstill, der Regen ist verflogen, und die Welt sieht so aus, als hätte es diese Nacht gar nicht gegeben. Als wir gestern Abend an diesen Platz gefahren sind, folgte uns unmittelbar ein französisches Ehepaar. Bei diesem einsamen Platz ein Segen für uns, und damit auch das Ende einer abendlichen Odyssee.
Nach dem morgendlichen Dünenspaziergang sind wir gegen Mittag nach Lessay gefahren, Wäsche waschen. Von dort zurück zur Küste, die weiterhin eine umfangreiche Dünenlandschaft hinter sich aufbaut. In Hatainville ist sie so weitläufig, dass eine Herde Pferde dort ausreichend Platz findet, über die Hügel zu galoppieren. Mittendrin ein kleiner blauer See.
In Le Rozel will die Straße nach rechts abbiegen, als ich geradeaus sehe, dass das unser Strand ist. Kurz vor dem Verbotsschild zur Durchfahrt, da wo der Sand beginnt, können wir parken, und den Weg runter zum nahen Strand laufen.
Es ist das Ende bei den Felsen, hier sind wir alleine mit einem einzelstehenden Haus oben über dem Strand, das weit übers Meer schaut. Hilde flitzt über den Sand, auf dem ich spazieren gehen, der mit Steinen übersät ist, die bei der Flut unter Wasser liegen.
Als wir zurückkommen, parkt ein französisches Ehepaar hinter uns, das aus der Champagne kommt und ein paar Tage Urlaub am Meer macht. Le Rozel hat eine alte Burg, und in Sciotot sind Pferde vor der Sonne überm Meer auf grünem Gras.
Dann beginnt der dreckige Teil des Landstrichs. Kilometerlange hohe Zäune mit Stacheldrahttop in doppelter Reihe, dazwischen Licht und Drahtrollen. Das Nukleare Zentrum bei Flammanville unterteilt das Land. Und nur etwa dreißig Kilometer weiter nördlich liegt die Wiederaufbereitungsanlage von Orano bei La Hague. Auch sie teilt das Land in offen und geschlossen.
Bei der ersten Anlage habe ich kein Netz mehr, gleichzeitig bekomme ich vom Anbieter eine Nachricht, die ich erstmal ignoriere. Das war ein Fehler, denn plötzlich sind wir im Netzwerk von Jersey, der englischen Insel, die nur 24 km von uns entfernt ist.
Großbritannien zählt nicht zu den Ländern des Datenroaming, und kaum haben wir auf dem schönen Stellplatz bei Grouchy, oberhalb von Küste und Leuchtturm Platz genommen, schreibt mir der Anbieter, ich habe fast fünfzig Euro Internetgebühren verbraucht, und sie kappen mir sicherheitshalber den Zugang weitestgehend.
Hier kann ich nicht bleiben, nicht mal über WhatsApp erreichbar zu sein, das halte ich für nicht sinnvoll. Also brechen wir auf in Richtung Cherbourg der Schilder nach, direkt an der Küste entlang bis zu unserem Schlafplatz, wo wir wieder in französischem Netz sind, und den Anbieter per SMS bitten können, per APN neue Internetzugangsdaten aufs Handy einzuspeichern. Perfekt.
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It stormed all night, and the wind lashed the rain loudly against the back of the blue bus. I love nights like that, especially since we were quite sheltered from the wind by a low hedge. Hilde was a bit restless in the mornings; she kept lifting the blanket to look outside, which woke me up each time.
At six o'clock in the morning, it's completely windless, the rain has cleared, and the world looks as if the night had never happened. When we drove to this spot last night, a French couple immediately followed us. In this secluded spot, this was a blessing, and it also brought an end to our evening odyssey.
After our morning walk on the dunes, we drove to Lessay around noon to do laundry. From there, we returned to the coast, which continues to form an extensive dune landscape. In Hatainville, it's so vast that a herd of horses has ample space to gallop across the hills. In the middle, there's a small blue lake.
In Le Rozel, the road wants to turn right, but I see straight ahead that this is our beach. Just before the "No Entry" sign, where the sand begins, we can park and walk down the path to the nearby beach.
It's the end of the line at the rocks; here we are alone with a detached house perched above the beach, overlooking the sea. Hilde zips across the sand where I'm walking, a sand littered with stones that are submerged at high tide.
When we return, a French couple parks behind us. They're from the Champagne region and are spending a few days' holiday by the sea. Le Rozel has an old castle, and in Sciotot, horses graze on green grass, bathed in sunlight over the sea.
Then the dirty part of the country begins. Kilometers of high fences topped with barbed wire in double rows, with lights and rolls of wire in between. The nuclear center near Flammanville divides the land. And only about thirty kilometers further north lies the Orano reprocessing plant near La Hague. It, too, divides the country into open and closed zones.
At the first plant, I lose my signal, and at the same time, I receive a message from my provider, which I initially ignore. That was a mistake, because suddenly we're on the network of Jersey, the English island only 24 km away.
Great Britain isn't one of the countries that participates in data roaming, and no sooner have we settled into the lovely campsite near Grouchy, above the coast and the lighthouse, than my provider informs me that I've used almost fifty euros in internet data and, as a precaution, they're cutting off most of my access.
I can't stay here; not even being reachable via WhatsApp seems pointless. So we set off towards Cherbourg, following the signs, directly along the coast to our campsite, where we were back on the French network and could ask the provider via SMS to save new internet access data to our phone using the APN settings. Perfect.Leggi altro
Pirou - Plage
9–10 mar, Francia ⋅ ☁️ 9 °C
(English Version Below)
Auf dem Weg zum Stellplatz sehe ich einen Parkplatz, von dem Wege in die Dünen abzweigen, die zu einem breiten Strand führen. Das ist unsere Gelegenheit zum Abendspaziergang. Endlich kann Hilde frei laufen und ungestört rumschnüffeln, auch wenn es für mich letztendlich zu steil ist, die letzen zehn Meter bergab zu steigen. Besonders befürchte ich den Rückweg, denn selbst mit einer ziehenden Hilde könnte das eng werden.
Aber sie hat Freude, am Strand herum zu strocheln. Zwischendurch rufe ich sie mal hoch zu mir, um sie zu erinnern. Dann darf sie nochmals spielen gehen.
Das habe ich den halben Tag lang gesucht. Entweder sind die Parkplätze auf 1,90 Meter begrenzt, oder es gibt überhaupt keine Möglichkeit zu parken, auch nicht für Pkw. Manche Strände liegen steil bergab, oder wollen erstmal mit einigen hundert Meter Fußweg begangen werden.
Ich habe keinen Grund, mich zu beschweren, für die meisten Menschen sind viele Strände in der Normandie durchaus erreichbar. Aber wir sind eben nicht normal. Umso mehr freue ich mich über die abendliche Möglichkeit, die uns auch morgen früh offen steht.
Der Morgen beginnt mit Schafen. An unserem Frühstücksplatz wird eine große Herde über die Straße begleitet, die sich dann vor uns über eine riesige Wiese verteilt. Der Mont bleibt lange am Vormittag im Nebel verborgen, der sich über den Wasser ausgebreitet hat.
Erst von der anderen Seite der Bucht tritt er uns noch einige Male entgegen und verabschiedet sich letztendlich in Champeaux von uns. Wir sind in der Normandie angekommen. Bis Le Havre wollen wir an der Küste entlang fahren, dort sind wir vor einem Jahr Richtung Belgien gereist.
Wie du auf den Karten siehst, sind wir den ganzen Tag dem Meer nahe gewesen, das allerdings weit von uns sich entfernt hat. So bleibt nur der Streifen am Horizont, in dem sich hin und wieder die Sonne spiegelt.
Wir haben allerdings auch Regen, ganz dunkle Wolken, und über den Stromleitungen einen hochenergetischen Regenbogen. Überhaupt Wolkenbilder. Und schöne Ausblicke. Pferde und viele Kühe. Entweder ganz schwarz oder vom Fell her wie Dalmatiner.
Zum Abend geht die Sonne wieder dramatisch unter, hinterlässt aber nur ein bisschen Orange, dann wird es dunkel. Und weil der Stellplatz keine Lichter hat, haben wir kurze Zeit später auch schon die schwarze Nacht um uns.
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On the way to the campsite, I see a parking area from which paths branch off into the dunes, leading to a wide beach. This is our chance for an evening stroll. Finally, Hilde can run free and sniff around undisturbed, even if it turns out to be too steep for me to climb the last ten meters downhill. I'm particularly worried about the way back, because even with Hilde pulling, it could be a tight squeeze.
But she enjoys splashing around on the beach. Every now and then I call her up to me to remind her. Then she's allowed to go play again.
I spent half the day looking for something like this. Either the parking spaces are limited to 1.90 meters, or there's no parking at all, not even for cars. Some beaches slope steeply downhill, or require a walk of several hundred meters.
I have no reason to complain; for most people, many beaches in Normandy are quite accessible. But we're not normal. All the more reason to appreciate the evening opportunity, which will also be available to us tomorrow morning.
The morning begins with sheep. At our breakfast spot, a large flock is escorted across the road, then spreads out across a vast meadow in front of us. Mont Blanc remains hidden in the mist that has spread over the water for much of the morning.
Only from the other side of the bay does it reappear a few times before finally bidding us farewell in Champeaux. We have arrived in Normandy. We plan to drive along the coast to Le Havre, where we travelled towards Belgium a year ago.
As you can see on the maps, we've been close to the sea all day, though it's moved far away. All that remains is the strip on the horizon, where the sun occasionally reflects.
We've also had rain, very dark clouds, and a high-energy rainbow over the power lines. The clouds are quite something. And there are beautiful views. Horses and lots of cows. Some are completely black, others have coats like Dalmatians.
In the evening, the sun sets dramatically again, leaving only a hint of orange, then it gets dark. And because the campsite has no lights, we're soon surrounded by pitch-black night.Leggi altro
Le Mont Saint Michel
8 marzo, Francia ⋅ 🌧 12 °C
(English Version Below)
Einen Schlafplatz mit dem Blick auf Le- Mont- Saint-Michel hatte ich schon lange nicht mehr. Damals, 1980 mit meiner finnischen Freundin Anne, waren wir von Paris hierher getrampt, und haben im Zelt auf einer Wiese mit dem Blick auf den Berg übernachtet.
Heute stehen wir hinter zwei Campern auf dem Hof eines Verkaufsladen, wo wir ein bisschen eingekauft haben, und blicken zwischendurch auf den Mont, der zum Abend hin schön beleuchtet ist.
Der Endpunkt der Bretagnetour quasi, wobei wir noch einen Zipfel bis nach Le Havre beim letzten Trip übrig gelassen haben. Wie du auf den Karten gesehen hast, ging es heute doch ganz schön weit und überraschend schnell voran. Was allerdings auch zu erwarten war, denn Sonntag und Sonne treiben die Franzosen aus dem Haus.
Besondere Augenmerke an der Küste waren gar nicht erreichbar, weil die Parkplätze schon weit im Landesinneren sind, oder die Ziele an sich dermaßen überfüllt waren. Und das ist jetzt nicht im Sommer.
Von einem kleineren Stellplatz an der Straße winkt mir jemand aus einem Camper zu. Das ist ziemlich ungewöhnlich. Vor einem Jahr ist mir sowas schon mal bei Les- Saintes-Marie-de-la-Mer passiert. Als ich nicht reagiert habe, kam der Camper hinter uns her gefahren, und als wir angehalten haben, stellte sich heraus, dass wir uns mal über Nacht in Liebenwalde bei Berlin getroffen haben. Diese kurze Begegnung hat einen so überraschenden Erkennungswert an irgendeiner Landstraße hervorgerufen.
Dieses Mal halten wir an, und stellen fest, es sind die Camper, mit denen wir uns gestern Abend so angeregt ausgetauscht haben. Der blaue Bus bleibt schnell den Menschen in Erinnerung. In Vila de Bispo, nahe bei Sagres in Portugal, bin ich jeden Morgen durch den Ort gefahren, um zum Strand zu kommen. Einmal treffen wir einen Argentinier, der an einem stürmischen Tag alleine zum Surfen draußen war. Er lebt in dem kleinen Ort und verkauft im Sommer Pizza, auch er meinte, unseren Bus kennt er schon.
Solche kleinen Geschichten passieren mir überall, obwohl wir doch gar nicht so viele Follower haben. Aber die Videos anderer Filmemacher auf YouTube haben da schon Gutes getan. Wenn du diese Videos nicht kennst, schick ich dir gerne die Links zu.
Tatsächlich dauert es auch heute, bis sich der Dunst hebt, aber dann ist plötzlich die Sonne über Mittag da, und zeigt sich von ihrer heißen Seite. Von Saint-Malo aus fahren wir in Richtung der Berges an der Küste entlang, die parallel zur Straße verläuft, und gut besucht ist.
In Pontorson stelle ich fest, dass es eine Möglichkeit gibt, dem Mont mit dem Bus ziemlich nahe zu kommen, sodass es eine Vielzahl von Bildern dieses sagenumwobenen Berges gibt.
"Die Ursprünge des Heiligtums gehen auf das Jahr 708 n.Chr. zurück. Aubert, der Bischof von Avranches, errichtete auf dem Felsen ein Heiligtum, nachdem ihm der Erzengel Michael der Legende nach drei Mal erschienen war. Die Abtei des Mont Saint-Michel überragt die unendliche Weite der Bucht. Um dorthin zu gelangen, erwartet Sie ein Labyrinth aus Treppen und mittelalterlichen Gassen, in denen es sich herrlich bummeln lässt. Das Dorf, das von einer zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert errichteten Stadtmauer geschützt wird, beherbergt reizende Fachwerkhäuser.
Der Berg und seine Bucht gehören seit 1979 zum UNESCO - Weltkulturerbe."
https://share.google/ti5XnaeBucX2Lw5OK
Die Nacht ist ganz still. Es gibt kaum noch Verkehr, weil wir in einer Sackgasse stehen. Der Berg ist hell erleuchtet. Hilde schläft schon, während ich noch ein paar Sachen erledigen muss. Wieder ist es später geworden, wir haben mit der untergehenden Sonne einen Abendspaziergang gemacht. Jetzt freue ich mich auf den Schlaf, lang ausstrecken, Augen zu. Gute Nacht.
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It had been a long time since I'd slept with a view of Mont Saint-Michel. Back in 1980, my Finnish friend Anne and I hitchhiked here from Paris and camped in a tent in a meadow with a view of the mountain.
Today we're parked behind two campervans in the yard of a shop where we did some shopping, and we occasionally glance at Mont Sainte-Michel, which is beautifully illuminated in the evening light.
This is practically the end point of our Brittany tour, although we left a little bit of it before reaching Le Havre on our last trip. As you saw on the maps, we covered quite a bit of ground today, and surprisingly quickly. Which was to be expected, since Sunday and sunshine usually draw the French out of their homes.
We couldn't reach any of the coastal highlights because the parking lots are quite far inland, or the destinations themselves were simply too crowded. And this isn't even summer.
Someone in a campervan at a small parking area by the road waves to me. That's rather unusual. Something similar happened to me a year ago near Les Saintes-Marie-de-la-Mer. When I didn't react, the camper van came driving up behind us, and when we stopped, it turned out we had once met overnight in Liebenwalde near Berlin. That brief encounter had triggered such a surprising recognition on some country road.
This time we stop and realize it's the same camper van we had such a lively conversation with last night. The blue van quickly makes a lasting impression. In Vila de Bispo, near Sagres in Portugal, I drove through the town every morning to get to the beach. Once we met an Argentinian who had been out surfing alone on a stormy day. He lives in the small town and sells pizza in the summer; he, too, said he recognized our van.
These little stories happen to me all the time, even though we don't have that many followers. But the videos from other filmmakers on YouTube have been a big help. If you're not familiar with them, I'd be happy to send you the links.
It actually takes a while for the haze to lift today, but then the sun suddenly appears around midday, showing off its fierce side. From Saint-Malo, we drive towards the mountains along the coast, which runs parallel to the road and is quite busy.
In Pontorson, I discover that there's a way to get quite close to Mont Saint-Malo by bus, so I've got plenty of pictures of this legendary mountain.
"The origins of the sanctuary date back to 708 AD. Aubert, the Bishop of Avranches, built a sanctuary on the rock after, according to legend, the Archangel Michael appeared to him three times. The Abbey of Mont Saint-Michel overlooks the vast expanse of the bay. To reach it, you'll encounter a labyrinth of staircases and medieval alleyways, perfect for a leisurely stroll. The village, protected by a city wall built between the 12th and 14th centuries, is home to charming half-timbered houses.
The mountain and its bay have been a UNESCO World Heritage Site since 1979."
https://share.google/ti5XnaeBucX2Lw5OK
The night is completely still. There's hardly any traffic because we're in a dead end. The mountain is brightly lit. Hilde is already asleep, while I still have a few things to take care of. It got late again; we went for an evening walk with the setting sun. Now I'm looking forward to sleep, stretching out, closing my eyes. Good night.Leggi altro

ViaggiatoreJa, die vielen überraschenden und schönen Begegnungen oder gar Wiedersehen sind immer wieder Highlights unterwegs und bleiben in Erinnerung. ❤️🙏
Cap Fréhel
8 marzo, Francia ⋅ ☁️ 10 °C
(English Version Below)
Am Abend ist mir kalt, ich habe gerade gegessen, da läuft mir ein Schauer den Rücken runter. Ziemlich unvorbereitet, obwohl der ganze dunstige Tag ja eher schon geeignet dafür gewesen wäre.
Aber ich habe gerade überlegt, was ich noch alles zu machen hätte, und da ist mir kalt geworden. Auf jeden Fall muss Hilde noch raus, aber erst nach einem halben Stündchen Verdauung. Bis dahin muss ich die Stützstrümpfe und Bandagen anlassen.
Das kommt nicht gut, denn eigentlich rufen die Beine schon ziemlich laut. Und der Verband muss gewechselt werden. Heute habe ich Salbenkompressen gekauft. Das ist etwas Neues.
Mein hauptsächliches Problem sind Veränderungen. Das müssen keine gravierenden Neuerungen sein, da reicht schon so eine Gaze aus. Fürs Fußbad habe ich schon gar keinen Raum mehr, denn seit heute ist der Rücken zu einem schmerzhaften Problem geworden, muss ebenfalls eingerieben werden.
Ich sehe Stunden ins Land gehen, hätte aber eher Lust, mich einfach schlafen zu legen. Luxusprobleme, magst du denken, und vielleicht hast du ja auch ein Stück weit recht, aber eben nur das.
Wir waren schon früh am gleichen Stellplatz zurück, habe da aber mit einem Nachbarn ein Weilchen geschwatzt. Dann noch den Bus gereinigt von dem ganzen Sand, den wir von den Stränden mitgebracht haben. Und schon vergeht die Zeit.
Der Nebel senkt sich über uns. Am Cap Fréhel war schon so eine dicke Suppe, dass mir lediglich ein Plakat Hinweise darauf gegeben hat, wie es tatsächlich ist. Du kannst aber unter dem folgenden Link dir dazu Infos und Bilder holen.
https://share.google/O4yJN6l69jQ3SDvCq
Besser war es am Cap d'Erguy. "Cap d’Erquy ist ein einzigartiger Ort: Klippen und Felsen aus rosafarbenem Sandstein, wilde Heide, Kiefernwälder, Dünen, smaragdgrünes Meer an unberührten Stränden… Es ist auch ein geschichtsträchtiger Ort: ein Kanonenkugelofen, ein Wachhaus, alte Steinbrüche, der Weg der Zollbeamten
Anders als rosafarbener Granit (nicht zu verwechseln!), der durch die Abkühlung von Magma entsteht, ist der rosafarbene Sandstein von Erquy das Ergebnis von Sandablagerungen über einen Zeitraum von 470 Millionen Jahren."
https://share.google/xB9uOsKJ46kniJkUm
Eigentlich sind das schon die Highlights vom Tag. Wir waren noch in Saint-Cast-le-Guildo und in Saint-Jacut-de-la-Mer, wo wir einen Spazierstrand mit Parkplatz gefunden haben, das Meer war allerdings weit weg.
Noch ein unangenehmer kleiner Spaziergang, der Nebel drückt mittlerweile die Stimmung in den Keller. Hilde erledigt ihre Aufgaben zügig, geht dann freiwillig zum Bus, wo das Licht einladend durchs Fenster scheint.
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I felt cold in the evening; I had just eaten when a shiver ran down my spine. Quite unexpected, even though the whole hazy day would have been more conducive to it.
But I was just thinking about everything else I still have to do, and then I got cold. Hilde definitely needs to go out, but not for another half hour or so to digest. Until then, I have to keep the compression stockings and bandages on.
That's not ideal, because my legs are already screaming for help. And the dressing needs changing. Today I bought some ointment compresses. That's something new.
My main problem is change. It doesn't have to be anything major; even a simple gauze pad is enough. I don't even have time for a foot bath anymore, because my back has become a painful problem today and needs to be rubbed down too.
I can see the hours slipping by, but I'd much rather just go to sleep. First-world problems, you might think, and maybe you're partly right, but that's all.
We got back to the same campsite early, but I chatted with a neighbor for a while. Then we cleaned the bus of all the sand we had brought back from the beaches. And just like that, time flies.
The fog is settling in. At Cap Fréhel, the fog was so thick that only a poster gave me any indication of what it was actually like. You can also find information and pictures at the following link:
https://share.google/O4yJN6l69jQ3SDvCq
It was better at Cap d'Erguy. "Cap d'Erquy is a unique place: cliffs and rocks of pink sandstone, wild heathland, pine forests, dunes, emerald-green sea and pristine beaches… It is also a place steeped in history: a cannonball kiln, a guardhouse, old quarries, the customs officers' path.
Unlike pink granite (not to be confused!), which is formed by the cooling of magma, the pink sandstone of Erquy is the result of sand deposits over a period of 470 million years."
Cap d'Erquy is a unique place: cliffs and rocks of pink sandstone, wild heathland, pine forests, dunes, emerald-green sea and pristine beaches… https://share.google/xB9uOsKJ46kniJkUm
Actually, those were the highlights of the day. We also visited Saint-Cast-le-Guildo and Saint-Jacut-de-la-Mer, where we found a beach with a parking lot, but the sea was quite a distance away.
Another unpleasant little walk; the fog was really dampening our spirits. Hilde finished her chores quickly and then went voluntarily to the bus, where the light streamed invitingly through the window.Leggi altro
Plévenon
7 marzo, Francia ⋅ ☁️ 9 °C
(English Version Below)
Heute sind wir wieder küstennah unterwegs. Das kommt ein bisschen unerwartet, weil ich eher mit weiterer Verstädterung gerechnet habe. Der erste Aussichtspunkt, den wir ansteuern, ist von Büschen umgeben, der zweite von Regenschauern.
Dann kommt viel Grün, denn der Naturschutzpark in der Bucht von Saint-Brieuc ist weitestgehend wasserlos. Und das nicht nur wegen der Ebbe.
"Das größte Naturreservat der Bretagne ist ein vogelkundliches Mekka. In zwei Buchten unterteilt (die Bucht von Yffiniac und die Bucht von Morieux), die ein Feuchtgebiet von internationalem Interesse bilden, wurde es 1998 als Naturreservat eingestuft, weil dadurch eine Fauna und Flora geschützt wird, die in Ruhe gedeihen kann. Seit jeher ein Kreuzungspunkt für den Zug der Vögel, machen einige Vögel hier gerne Halt, während andere sich diesen Ort als Nistplatz ausgesucht haben. Entlang der Pfade der Bucht kann man im Winter nicht weniger als 40.000 Vögel von 112 verschiedenen Arten in Ruhe beobachten."
https://share.google/alzkF0nW54xULkN09
Unser Standort ist der Bout de Ville, von dort gibt es einen Wanderweg die Bucht entlang, Richtung Château de Saint-Ilan. Die Straße bleibt ebenfalls an der Bucht bis La Mare Noire, wo sie in einen kleinen Fluss bei Les Gréves mündet. Oder andersherum.
Kurz vor Hillion treffen wir eine Wanderin, die mir andeutet, sie sei taub und könne mich nicht hören. Ich bewundere ihren Mut.
Unser Ziel ist die Pointe de Guettes, wo ein alter Jockey das Traberpferd in den Sulky einspannt. Ob es derselbe ist, den wir später beim Strand an der Moulerie de la Baie sehen. Er müsste geflogen sein.
Denn obwohl wir einen Abstecher zur Chapelle de Saint-Maurice machen, wäre der Weg ziemlich weit. Und auf dem Weg zur Kirche durchqueren wir über eine schmale Straße einen Wald, in dem junge Radfahrer eine Mountainbikestrecke präparieren.
Im Tal unterhalb überquert eine schmale Brücke einen Flusslauf, an dessen Ufer das Gebäude der "Centrale Hydroélectrique de Pont - Rolland" liegt. Gespeist wird der Fluss vom Überlauf eines Stausees, der einen stimmungsvollen Wasserfall bildet.
Zurück an der Küste folgen wir der Straße nach Pléneuf-Val-André, von der einige Aussichtspunkte am Meer abzweigen. Wir nehmen dann die zur Grève de Vauglin, ein hübscher Platz mit viel Ginster, der in einem Steilhang runter zum Meer liegt.
Hier kann Hilde frei rumschnüffeln, weil wir alleine sind. Am Port de Dahouet, natürlich Ebbe, verabschieden wir uns für heute vom Meer. Der Abend naht, ich muss noch einkaufen, und wir haben noch keinen Schlafplatz.
In Fréhel finde ich einen fast leeren Supermarkt, der eine Zapfsäule für sagenhafte 1,799 Euro den Liter Gazole im Angebot hat. Vier Kilometer weiter ein günstiger Stellplatz für 3,61 Euro, und hier begegnen mir zwei deutsche Camper.
Am Ortsende von Plévenon, an der Straße zum Cap Fréhel, mitten im Grünen und natürlich auch im Dunklen, übernachten wir. Ich bin so froh über diesen Platz, sowohl vom Preis als auch der Lage. Vielleicht schlafe ich diese Nacht noch einmal durch.
Hilde legt schon mal vor, während ich noch ihre neuen Möhren vorbereite, das ein oder andere zusätzlich erledigen muss, wie halt jeden Abend. So regnerisch und trüb wie der Tag in weiten Teilen war, so trist war auch meine Stimmung heute.
Doch gegen Abend regnet es heftig, und meine Laune hebt sich. Das verspricht für morgen Sonnenschein. Zumindest meint der Wetterbericht, es könne so am Nachmittag sein.
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Today we're traveling close to the coast again. That's a bit unexpected, as I was expecting more urbanization. The first viewpoint we head for is surrounded by bushes, the second by rain showers.
Then comes a lot of greenery, because the nature reserve in the Bay of Saint-Brieuc is largely dry. And not just because of the low tide.
"The largest nature reserve in Brittany is a birdwatcher's paradise. Divided into two bays (the Bay of Yffiniac and the Bay of Morieux), which together form a wetland of international interest, it was designated a nature reserve in 1998 to protect a flora and fauna that can thrive undisturbed. A crossroads for migratory birds since time immemorial, some birds like to stop here, while others have chosen this place as a nesting site. Along the bay's paths, you can observe no fewer than 40,000 birds of 112 different species undisturbed in winter."
``` https://share.google/alzkF0nW54xULkN09
Our starting point is Bout de Ville. From there, a hiking trail leads along the bay towards Château de Saint-Ilan. The road also follows the bay to La Mare Noire, where it joins a small river near Les Gréves. Or vice versa.
Shortly before Hillion, we meet a hiker who indicates that she is deaf and cannot hear me. I admire her courage.
Our destination is Pointe de Guettes, where an old jockey is harnessing the trotting horse to the sulky. Is it the same one we later see at the beach near the Moulerie de la Baie? It must have been flying.
Because even though we're making a detour to the Chapelle de Saint-Maurice, the walk would be quite long. And on the way to the church, we cross a forest on a narrow road where young cyclists are preparing a mountain bike trail.
In the valley below, a narrow bridge spans a stream, on whose banks lies the building of the "Centrale Hydroélectrique de Pont - Rolland." The stream is fed by the overflow of a reservoir, forming a picturesque waterfall.
Back on the coast, we follow the road to Pléneuf-Val-André, from which several seaside viewpoints branch off. We then take the path to Grève de Vauglin, a pretty spot with plenty of broom, nestled on a steep slope down to the sea.
Here Hilde can snoop around freely because we're alone. At Port de Dahouet, at low tide of course, we say goodbye to the sea for today. Evening is approaching, I still need to do some shopping, and we haven't found a place to sleep yet.
In Fréhel, I find an almost empty supermarket that has a gas pump on offer for the unbelievable price of €1.799 per liter. Four kilometers further on, there's a cheap campsite for €3.61, and here I meet two German campers.
At the edge of Plévenon, on the road to Cap Fréhel, surrounded by greenery and, of course, in the dark, we spend the night. I'm so glad I found this spot, both for the price and the location. Maybe I'll even get a good night's sleep tonight.
Hilde starts the day while I prepare her new carrots and take care of a few other things, as usual. As rainy and gloomy as much of the day was, my mood was just as dreary.
But towards evening it rains heavily, and my mood improves. That promises sunshine for tomorrow. At least, that's what the weather forecast says; it might be like that in the afternoon.Leggi altro

Viaggiatore
Kann sein, dass wir auf dem Platz auch schon einmal standen. Die Bretagne ist wunderschön, aber im Sommer mittlerweile total überlaufen.
Parapente déco Brehec
6 marzo, Francia ⋅ ☁️ 10 °C
(English Version Below)
Die Stimmung, mit der ich morgens aufbreche, bestimmt meine Wahrnehmung von Bildern, die ich aufnehme. Vermutlich ist das von außen nicht zu spüren, möglicherweise denkst du, es habe keine anderen Motive gegeben. Aber dem ist nicht so. In gewisser Weise spiegele ich mich, zumindest am Anfang, in den Aufnahmen.
Heute bin ich unruhig. Wir nähern uns dem Wochenende, das Wetter ist im Umbruch, die Städte um Paimpol und Saint-Brieuc liegen vor uns, dazwischen eine Menge größere Orte. Also eine ganz andere gesellschaftliche Stimmung als in den Tagen, wo Lannion der fixe Punkt im Landesinnere war.
Es sind mehr Menschen unterwegs. Letztens haben wir einen deutschen Camper gesehen, heute einen Van aus Irland. Sonst reisen nur Franzosen, ich habe seit der Begegnung mit Thomi vor einer Woche keinen einzigen grammatikalisch richtigen Satz gesprochen, weil mein Französisch einfach zu rudimentär ist, und weitestgehend ungeübt.
Ich treffe keine guten Entscheidungen, abends muss ich erneut wegen dem Schlafplatz zwanzig Kilometer zurückfahren, weil der beste Platz dort liegt. Zuviel Fahren, da kommt Hilde zu kurz, weil ich keinen geeigneten Strand finde, und als wir endlich gehen können, kann ich auf dem linken Fuß kaum auftreten, quäle mich unter Schmerzen den steinigen Weg entlang.
Wenn ich abends den Verband am Arm wechsele, blutet es immer noch, die Wunden heilen schlecht. Mir fallen Menschen anders auf, wenn das Meer sich zurückzieht, wird der Strand wie eine große Wunde. Austernfischerei hat etwas Stoisches, Grobes, Gewaltsames an sich, wenn die Fischer ihre Arbeit durchführen.
Eine Weile folgen wir der Tour de Falaise, die zu vielen Aussichtspunkten führt. Wer sich mehr Background zu der Gegend wünscht, durch die wir reisen, für den habe ich einen interessanten Link.
Geschichte auf der Klippe - dokdoc.eu https://share.google/6sMb3L6QcCBOOy3UO
Als wir am Pointe de Bilfot stehen und über den Atlantik schauen, der sich hier als unermesslich große Weite an Wasser präsentiert, schreibt mir unerwartet ein sehr lieber Mensch. Sie steht auch gerade am Atlantik in Brasilien, und wenn wir ein bisschen mit den Augen zwinkern, dann meinen wir den anderen erkennen zu können.
Achttausend Kilometer ist die Luftlinie zwischen uns, achttausend Kilometer Atlantik liegen uns zu Füßen. Und trotzdem fühlen wir uns sehr nahe. Für mich, der ich nie in einem Flugzeug gereist bin, ist das eine unermessliche Entfernung, die ich nur in Monaten bewältigen könnte. Für sie ist es just ein längerer Flug.
Heute Nacht stehen wir wieder an einem dunklen Platz. Gestern schien wenigstens der helle Mond, aber dieser Stellplatz hier hat nicht mal das. Fünf Plätze, fünf Camper, acht Franzosen und wir, stehen auf einer Aussichtsplattform oberhalb des Ortes Bréhec, knapp fünfzig Meter über der Wasseroberfläche.
Der blaue Bus ist wie eine Nussschale für uns. Als ich heute übers Wasser schaue, fährt dort ein kleines, weißes Boot, das ich erst kaum erkennen kann. Da fällt mir das Bild mit der Nussschale das erste Mal auf. Und jetzt wiederholt es sich.
Merkwürdige Bilder. Heute gibt Meer, Kirchen, Blumen und Leuchttürme, die wie Raketen auf der Abschussrampe stehen. Es gibt Statuen wie das Croix de Veuves, das Witwenkreuz, zu dem die Frauen der Fischer wohl gegangen sind, um Ausschau nach ihren Männern zu halten, von denen so mancher nicht zurück gekommen ist.
Es gibt das Bild mit den beiden Raben, die übers Meer fliegen. Später kreisen dort zwei Möwen. Immer ist es ein Paar, immer wirken sie ganz friedlich. Es gibt noch mehr Bilder. Die brauchen deine Phantasie. Lass dich einfach treiben.
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The mood I'm in when I set off in the morning determines my perception of the images I take. This is probably not noticeable to others; you might think there were no other motives. But that's not the case. In a way, I see myself reflected in the photographs, at least initially.
Today I'm feeling restless. We're approaching the weekend, the weather is changing, and the towns around Paimpol and Saint-Brieuc lie ahead, with a number of larger towns in between. The atmosphere is completely different from the days when Lannion was our fixed point inland.
There are more people on the road. We saw a German camper van the other day, and today a van from Ireland. Otherwise, it's mostly French people traveling. Since meeting Thomi a week ago, I haven't spoken a single grammatically correct sentence because my French is simply too rudimentary and largely unpracticed.
I'm not making good decisions. In the evening, I have to drive back 20 kilometers again to find a place to sleep, because the best spot is there. Too much driving means Hilde isn't getting enough attention because I can't find a suitable beach, and when we can finally leave, I can barely put weight on my left foot and struggle along the stony path in pain.
When I change the bandage on my arm in the evening, it's still bleeding; the wounds aren't healing well. I notice people differently when the sea recedes, and the beach becomes like a large wound. There's something stoic, rough, and violent about oyster fishing as the fishermen go about their work.
For a while, we follow the Tour de Falaise, which leads to many viewpoints. For those who would like more background information about the area we're traveling through, I have an interesting link:
History on the Cliff - dokdoc.eu https://share.google/6sMb3L6QcCBOOy3UO
As we stand at Pointe de Bilfot, gazing out over the Atlantic, which here presents itself as an immeasurably vast expanse of water, a very dear person unexpectedly writes to me. She's also currently on the Atlantic coast in Brazil, and if we blink a little, we think we can see each other.
Eight thousand kilometers as the crow flies separate us, eight thousand kilometers of Atlantic lie at our feet. And yet we feel very close. For me, who has never traveled by plane, it's an immense distance that I could only cover in months. For her, it's just a long flight.
Tonight we're in a dark spot again. Yesterday at least the bright moon shone, but this campsite doesn't even have that. Five pitches, five campers, eight French people and us, are parked on a viewing platform above the town of Bréhec, almost fifty meters above the water's surface.
The blue bus is like a nutshell to us. When I look out over the water today, there's a small, white boat sailing there, which I can barely make out at first. That's when I first noticed the image with the nutshell. And now it keeps repeating itself.
Strange images. Today there's the sea, churches, flowers, and lighthouses that stand like rockets on a launchpad. There are statues like the Croix de Veuves, the Widows' Cross, where the fishermen's wives probably went to look out for their husbands, many of whom never returned.
There's the image of the two ravens flying over the sea. Later, two seagulls circle there. It's always a pair, always they seem so peaceful. There are more images. They require your imagination. Just let yourself drift.Leggi altro
Lanros
5 marzo, Francia ⋅ ⛅ 12 °C
(English Version Below)
Jeden Abend, wenn wir ankommen, gibt es zuerst eine Toberitual. Während der Motor läuft, kocht das Waschwasser für morgen früh, das in eine Thermoskanne kommt. Dabei verdunkele ich die Fenster, und Hilde lauert schon hinten auf dem Sitz auf mich.
Sie kann es gar nicht erwarten, bis ich endlich fertig bin und nach hinten klettere. Kopfüber will sie überall gekrault werden, während sie die Zähne fletscht und auch spielerisch zubeißen würde, wenn ich nicht schnell genug bin.
Mit der Wunde am Arm muss ich ganz besonders vorsichtig vor ihren Krallen sein, bis ich sie dann so im Arm halte, dass ich sie richtig durchknuddeln kann. Dann sind wir beide außer Atem. Und wir können zum nächsten Punkt schreiten.
Heute ist es der kleine Abendspaziergang vor dem Essen, dass ich schon mal rauslege, damit es nicht zu kalt ist. Wir spazieren am Wasser entlang, das zurück gekommen ist, und dürfen die Sonne bewundern, wie sie in ihm badet.
Die Umgebung hat sich geändert, seit wir von der wilden Küste den Fluss Jaudy entlang nach Tréguir gefahren sind. Dort gibt es einen schönen Stellplatz am Fluss, der gerade ziemlich wasserlos ist wegen der Ebbe. Hier staut sich die warme Luft unter den hohen Bäumen, während die Wiesen immer noch matschig sind vom letzten Hochwasser.
Hier wollen wir nicht bleiben und fahren nochmal hoch an die Küste, die hier das Muschelgebiet darstellt, was sehr bizarr aussieht, kaum dass das Wasser sich verzogen hat.
Wir finden noch einen hundefreien Sandstrand, doch Pustekuchen. Auf dem Rückweg kommen gleich zwei Rüden an der Leine auf uns zu, begeistert von Hilde's süßen Düften. Oh, en chaleur, das ist hart für alle Hunde, sagt die junge Frau zur Begrüßung, und zieht ihren Hund hinter sich her.
Die Stellplatzsuche macht uns die Auswahl schwer, doch am Ende spricht alles für den Platz in Pleubian unter den hohen Bäumen, am stillen Wasser. Vogelgezwitscher noch in der dunklen Nacht kurz vor halb neun, Lichter über dem stillen Wasser.
Wir sind jetzt auch müde, der Tag war lang, die Sonne heiß, der Wind still, die Nacht wird um zehn Grad bleiben.
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Every evening when we arrive, there's a little ritual first. While the engine is running, the wash water for tomorrow morning boils and goes into a thermos. I darken the windows, and Hilde is already waiting for me in the back seat.
She can't wait until I'm finally finished and climb back. Upside down, she wants to be petted all over, baring her teeth and playfully nipping if I'm not quick enough.
With the wound on my arm, I have to be extra careful of her claws until I can hold her in a way that allows me to give her a good cuddle. Then we're both out of breath. And we can move on to the next item.
Today it's the short evening walk before dinner, which I've already laid out so it's not too cold. We stroll along the shoreline, which has receded, and admire the sun as it bathes in the water.
The scenery has changed since we drove from the rugged coast along the Jaudy River to Tréguir. There's a lovely spot by the river there, which is currently almost dry due to the low tide. The warm air is trapped under the tall trees, while the meadows are still muddy from the last high tide.
We don't want to stay here and drive back up to the coast, which here is the mussel area, looking very bizarre as soon as the water recedes.
We manage to find a dog-free sandy beach, but no such luck. On the way back, two male dogs on leashes approach us, captivated by Hilde's sweet scent. "Oh, en chaleur, that's hard on all dogs," the young woman says by way of greeting, pulling her dog along behind her.
Finding a campsite proves difficult, but in the end, everything points to the spot in Pleubian under the tall trees, by the still water. Birds chirp even in the dark night, just before 8:30 p.m., lights dot the still water.
We're tired now, too; the day was long, the sun hot, the wind still, and the night will stay around ten degrees Celsius.Leggi altro
Trélévern
4 marzo, Francia ⋅ ☀️ 11 °C
(English Version Below)
Weil wir nochmal beim Randôme übernachtet haben, will ich früh mit Hilde an den Plage de Kerryvon. Alleine am Strand kann sie sich vergnügen und ohne Leine laufen, was sehr erleichternd für mich ist. Der perfekte Morgen.
Und das Meer ist noch da, das Sonnenlicht liegt weich auf den hellblauen Wellen. Eine Schwimmerin zieht ihre Bahnen, oben steht ein Van, in dem ein Mensch noch schläft. Ich öffne die Seitentür, um Hilde in Ruhe fertig zu machen. Die Stimmung ist wunderbar.
Plötzlich schießt Hilde an mir vorbei und verfolgt etwas Weißes, Dickeres, das von ihr davonrennt. Hilde bellt, das erheitert das Spiel um einiges. Anja ruft es aus dem Wasser, kommt her. Anja zeigt ihr einen Vogel, iiihh das ist nass, kalt und langweilig, hier spielt die Musik.
Hilde müsste sich mal dringend erleichtern, ihr Bellen wird ärgerlicher, aber noch ist das hier alles ein Spiel. Anja sei noch jung, klingt es aus dem Wasser, kein Problem, antworte ich ihr. Hilde ist alt, sie sagt schon Bescheid, wenn es zuviel ist.
Doch das will die Französin nicht abwarten. Sie ist sichtlich verärgert, kommt aus dem Wasser, erwidert keinen Gruß, kein freundliches Lächeln, packt ihren verständnislosen Hund und befördert ihn in den Van.
Hilde stromert am Strand entlang, genießt das Alleinsein, während ich den Wellen zuhöre. Ein fast perfekter Morgen. Wir fahren zurück zum Stellplatz. Frühstücken.
So wie gestern morgen, als wir gegen Mittag endlich aufbrechen, ist der Meer weg, der Strand mit Menschen und Hunden gefüllt. Und dabei bleibt es leider auch, denn entweder ist der Strand zu weit entfernt, oder Familien mit Kindern hindern uns, hier entlang zu stromern.
Hilde ist mit den Spaziergängen am Stellplatz zufrieden, der Tag ist heiß, sie liegt zwischen den Sitzen auf dem Boden, zu dem ich die Kühlung hingestellt habe. Also kann ich in Ruhe fahren und gucken.
Unser erstes Ziel ist der Plage de Landrellec, die nächste interessante Steinansammlung, Ziel eines Dutzend der Wanderbegeisterten. Familien mit kleinen Kindern, Rentner, eine Frau schafft es tatsächlich aufs Video, obwohl ich extra ihre Schweigeminute abgewartet hatte.
Ploumanac'h. Die Innenstadt ist für Wohnmobile weiträumig gesperrt. Der blaue Bus wird zum Pkw und wuselt sich durch die engen Straßen, die wir so lieben.
Tatsächlich empfehle ich die Bretagne nur für Radfahrer und quirlige Fußgänger, wenn du wirklich einen intensiven Eindruck vom Land gewinnen willst. Obwohl ich wirklich bis in die letzte Ecke fahre, bleiben mir leider ganz besondere Zugänge verborgen.
Der Ort hat Häuser. Wunderschöne, einzelstehende Häuser, eins mit einem Zaun umwickelt, damit es keiner klaut. In keinem dieser Häuser scheint jemand zu wohnen, einige stehen sogar zum Verkauf. Es gibt auch Häuser, die haben Felsbrocken im Garten, die Schatten spenden können, so hoch sind sie.
Wir kommen zum Plage de Trestrignel, das heißt, wir parken oberhalb und haben dadurch einen herrlichen Blick über die Landschaft, den Ort, den Strand und die Häuser.
In Nantouar quasi endet unser Tag. Dort wohnt eine Art Leuchtturmkirche am Steinstrand. Also genau genommen kommen wir bis zur Kirche Saint-Léonoré-et-Sainte- Anne in Trélévern, denn unmittelbar danach ist die Straße gesperrt da, die zum Plage de Keriec führt.
Viel Küste, viele Abstecher mit Sackgassencharakter, wie du auf der Karte siehst. Viel Sonne, Sand und Meer. Viel Stein und wenig Menschen, denn die fotografiere ich höchstens von hinten, am besten, wenn sie kopflos sind.
Weil der Stellplatz beim Randôme nur eine halbe Stunde und knapp zwanzig Kilometer entfernt ist, fahren wir zurück, und haben hier eine weitere ruhige Nacht.
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Because we spent another night at Randôme, I want to take Hilde to Plage de Kerryvon early. She can enjoy herself on the beach alone and run off-leash, which is a huge relief for me. The perfect morning.
And the sea is still there, the sunlight softly illuminating the pale blue waves. A swimmer is doing laps, and a van is parked above, with someone still asleep inside. I open the side door to get Hilde ready in peace. The atmosphere is wonderful.
Suddenly, Hilde darts past me, chasing something white and heavy that's running away from her. Hilde barks, which livens up the game considerably. Anja calls from the water, "Come here!" Anja gives her the finger, saying, "Ugh, this is wet, cold, and boring! This is where the fun is!"
Hilde really needs to relieve herself; her barking is getting more insistent, but for now, it's all just a game. "Anja's still young," comes a voice from the water. "No problem," I reply. "Hilde's old; she'll let me know when it's too much."
But the Frenchwoman isn't going to wait for that. She's visibly annoyed, comes out of the water, doesn't return a greeting, not a friendly smile, grabs her bewildered dog, and puts it in the van.
Hilde wanders along the beach, enjoying the solitude, while I listen to the waves. An almost perfect morning. We drive back to the campsite. Breakfast.
Just like yesterday morning, when we finally set off around noon, the sea was gone, the beach packed with people and dogs. And unfortunately, that's how it stayed, because either the beach was too far away, or families with children prevented us from wandering along here.
Hilde was content with the walks around the campsite; the day was hot, and she lay on the ground between the seats, where I had placed the air conditioner. So I could drive and look around in peace.
Our first destination was Plage de Landrellec, the next interesting collection of rocks, the destination of a dozen hiking enthusiasts. Families with small children, retirees—one woman actually made it onto the video, even though I had specifically waited for her moment of silence.
Ploumanac'h. The town center was largely closed to motorhomes. The blue bus became a car and weaved its way through the narrow streets that we love so much.
In fact, I would only recommend Brittany for cyclists and energetic pedestrians if you really want to get an intense impression of the region. Although I drive to every last corner, some very special access points unfortunately remain hidden from me.
The place has houses. Beautiful, detached houses, one of them surrounded by a fence to prevent theft. None of them seem to be occupied; some are even for sale. There are also houses with boulders in their gardens that provide shade, they're so high.
We arrive at Plage de Trestrignel, meaning we park above it and have a magnificent view of the landscape, the town, the beach, and the houses.
Our day essentially ends in Nantouar. There's a kind of lighthouse church on the pebbly beach there. To be precise, we get as far as the Church of Saint-Léonoré-et-Sainte-Anne in Trélévern, because the road leading to Plage de Keriec is closed immediately after.
Lots of coastline, lots of dead-end detours, as you can see on the map. Lots of sun, sand, and sea. Lots of rocks and few people, because I only ever photograph them from behind, preferably when they're headless.
Because the campsite at Randôme is only half an hour and just under twenty kilometers away, we drive back and have another quiet night here.Leggi altro
Kérénoc
3 marzo, Francia ⋅ ☁️ 14 °C
(English Version Below)
Kilometerlange Strände. So habe ich die Bretagne gar nicht in Erinnerung. Aber bevor wir zum Wasser gehen, dass weit draußen wegen der Ebbe vor sich hin gluckert, gibt's noch lustige Geschichten vom letzten Stellplatz.
Nun ja, sie sind eher peinlich, meine Mißgeschicke, aber da sie gut ausgegangen sind, erzähle ich davon. Wir haben Strom für diese Nacht gehabt, ich viel Wasser gekocht für Tee und Fußbad, die morgendliche Körperwäsche und den leckeren Porridge, den frühen Yoga Tea.
Als ich aufräume, baue ich das Stromkabel um, damit es wieder am Umwandler angeschlossen ist. Dann starte ich den Bus, winke den Nachbarn zu, und fahre fröhlich los. Irgendwo schreit jemand, ein anderer rennt hinter uns her, im Seitenspiegel hängt ein Stromkabel.
Tatsächlich ist es einfach aus dem Stecker gerutscht, als wir losgefahren sind, und ich habe das Kabel durch den Matsch geschleift, stehe jetzt wie ein Depp im Sonnenschein, die Hände voll nassem Lehm. Alle atmen glücklich auf, dass nichts passiert ist, und wir einfach weiterfahren können.
Also Wasser tanken. Ist ja im Preis inbegriffen. Aber es funktioniert nicht. Wenn ich den Wasserhahn aufdrehe, kommt nichts. Das ruft den nächsten Nachbarn auf den Plan. Übrigens alles Franzosen auf dem Platz. Er kommt, drückt auf einen Knopf, das Wasser läuft, schnell sind die beiden Kanister gefüllt, aber das Wasser läuft weiter. Der Knopf hat keine Wirkung und der Drehknopf sitzt fest ganz links.
Der Mann kommt wieder, bevor der Stellplatz ganz unter Wasser steht, dreht den Hahn nach rechts, das Wasser stoppt. Ehrfürchtig hilflos lächelnd wie ein Kind beim ersten technischen Haushaltswunder stehe ich da. Natürlich hätte ich nach rechts drehen müssen, wieso bin ich da nicht drauf gekommen.
In deutschen Küchen, ich erinnere mich, gibt es kaltes und warmes Wasser. Der rechte Hahn wird nach rechts gedreht, um das Wasser abzustellen, der linke nach links. Auf beiden Seiten der Wassersäule auf dem Stellplatz gibt es einen Hahn, der jeweils nach rechts geschlossen wird. Das hat mein Gehirn nicht verstanden.
Nach diesen Vorfällen bin ich heute vorsichtig. Vielleicht habe ich wieder einen Altersschub, bei dem sich manches aussetzt, was vorher noch ganz normal war. Dann muss ich ganz vorsichtig sein.
Der Strandzugang ist einfach, das Meer weit weg. Die Sonne scheint und der Himmel ist blau. Hilde hat Spaß, ich kann gut gehen, es gibt nur wenige Menschen am Strand, kein Hund. Also kann ich entspannen, denn wir haben ja vielleicht Läufigkeit. Wobei ich da nicht mehr sicher bin, denn Hilde's Verhalten hat sich geändert.
Wir setzen Zeichen in den Sand und genießen die Sonne, bis uns die Zunge aus dem Maul hängt. Hilde zieht mich den Berg hoch, wir fahren weiter. Bizarre Küstenformation, ein Felsenmeer breitet sich vor uns aus. Wir sind am Ende der Straße, beim Postcafé in Locquemeau.
Wir fahren weiter an der Küste entlang bis nach Le Yaudet. Siehst du den Mann zwischen den Gräbern vor dem Eingang der Kirche knien. Ich habe lange gebraucht, bis mir klar war, er ist auch eine Statue, nicht ein würdevoller Besucher einer Grabstätte.
Der Ort ist unglaublich schön, schon die Strecke dorthin auf der schmalen Straße oberhalb der blauen Bucht, bis hinunter in den kleinen Ort, wo die Häuser sich wie eine riesige Treppe bergauf platzieren. Was man auf dem Bild nicht sieht, ist, wie steil die Straße wirklich ist.
Boah, bin ich froh, als ich endlich oben bin, bestimmt zwanzig, fünfundzwanzig Prozent ist die Steigung. Da kannst du nicht zwischendurch anhalten und fotografieren.
Der Ort liegt am Fluss Léguer. Wikipedia sagt, "Der Léguer ... mündet nach rund 58 Kilometern westlich von Lannion in einem etwa neun Kilometer langen Mündungstrichter in der Bucht von Lannion in den Ärmelkanal."
Das hat zur Folge, dass wir bis Lannion ins Landesinnere fahren müssen, um am anderen Ufer unsere Reiseroute wieder aufzunehmen. Lannion hat zwanzigtausend Einwohner, die Straße führt durch sämtliche Außenbezirke, wo der Ausländeranteil deutlich höher liegt, sodass du dich kurzzeitig nicht mehr in der Bretagne wähnst.
Und natürlich hat sich das Land verändert. Es ist nicht mehr das pittoreske Wohnen in einem kleinen Dorf am Ende der Straße. Nein, erst kommen die Vororte von Lannion, dann die weitläufige Küste, die sich bereit macht, um die Stadtbevölkerung wieder am nächsten, schönen, sonnigen Wochenende aufzunehmen. An einem freistehenden Gelände zwei große Wachhunde, deren dumpfes Bellen einen Grollen gleicht. Hier muss man sich schützen.
Die Küste bleibt für sich selber schön, die weitausladenden Bäume laden zu herrlichen Weitblicken ein. Der nächste Sandstrand, auf dem wir spazieren gehen, in aller Stille, kein Nordseemöwengeschrei.
Die Grand Ile vor Penvern. "Die Insel ist ein beliebtes Urlaubsziel. Im Süden gibt es einen Badestrand. Auf der Insel befindet sich ein Vogelschutzzentrum der Organisation LPO. Diese betreut auch das Reservat auf den Sept Îles, die der Küste vorgelagert sind. In einer Ausstellung kann man sich über die Fauna und Geschichte der Inseln informieren. Unter anderem werden Videos von der Basstölpelkolonie auf einer der Inseln gezeigt. Die Zahl der Brutpaare liegt in diesem Jahr bei über 18.000. Dort gibt es auch Papageientaucher und viele Möwenarten." (Wikipedia)
Unser letzter Strand am heutigen Tag ist in Keryvon, ganz in der Nähe vom gleichnamigen Dolmen. Zwei junge Frauen kommen mit ihren Hunden zurück, wir haben den Strand für uns alleine, Hilde nimmt ihr erstes Bad.
Ganz in der Nähe gibt es einen schönen, kostenlosen Stellplatz, bei einen sehr interessanten Ort der modernen französischen Geschichte.
"Das monumentale Projekt, das 1961 begann, wurde mit einem Erfolg gekrönt: Am 10. Juli brachte eine Rakete Telstar 2 in die Erdumlaufbahn, und noch in derselben Nacht empfing die Radarkuppel von Pleumeur-Bodou das Fernsehsignal: Es war die allererste Telekommunikationsverbindung zwischen Europa und den USA, und die Leistung wurde weltweit gefeiert! ... Das Radom von Pleumeur-Bodou erlangte Weltruhm und war bis Anfang der 1980er-Jahre in Betrieb.
Heute steht das Radom unter Denkmalschutz und kann im Rahmen der Cité des Télécoms, dem größten europäischen Zentrum für Telekommunikation, besichtigt werden."
https://share.google/tgvdXwxVPQRWO5u99
Eine ruhige Nacht, ein stiller Morgen, Spaziergänge im grünen Rund, die Sonne verfärbt die weiße Kugel, ich führe ein interessantes, aufschlussreiches Gespräch mit der Redakteurin einer deutschen Fernsehanstalt.
Immer wenn ich über unser Leben erzähle, wird mir bewusst, wie schön es ist, und welche Weite sich in meinen Gedanken öffnet, über das, was wir alles erleben und sehen durften.
Unser erster Band ist ja vergriffen, aber es gibt eine PDF, ein epub der ersten Geschichten, der ersten Bilder auf unserer Reise. Wenn du wissen möchtest, wie alles angefangen hat, und vielleicht bereit bist, uns dafür einen kleinen Geldbetrag zu spenden, dann schreib mich an unter spaziergaenge.mithilde@gmx.de
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Miles of beaches. That's not how I remember Brittany at all. But before we head to the water, which is gurgling far out due to the low tide, there are some funny stories from our last campsite.
Well, my mishaps are rather embarrassing, but since they all turned out alright, I'll tell you about them. We had electricity for the night, and I boiled plenty of water for tea and a foot bath, my morning wash, and the delicious porridge—my early morning yoga tea.
While I was tidying up, I reconnected the power cable to the inverter. Then I started the bus, waved to the neighbors, and drove off happily. Someone shouted somewhere, another person came running after us, and there was a power cable dangling from the side mirror.
It had simply slipped out of the plug when we started driving, and I'd dragged the cable through the mud. Now I was standing there like an idiot in the sunshine, my hands covered in wet clay. Everyone breathed a sigh of relief that nothing had happened and we could just keep going.
So, time to fill up the water tank. It's included in the price, after all. But it didn't work. When I turned on the tap, nothing came out. That prompted the next neighbor to come forward. Incidentally, everyone at the campsite is French. He comes, presses a button, the water starts flowing, the two canisters are quickly filled, but the water keeps running. The button has no effect, and the dial is stuck all the way to the left.
The man comes back before the campsite is completely flooded, turns the tap to the right, and the water stops. I stand there, smiling in awe and helplessness, like a child at the first household technological marvel. Of course, I should have turned it to the right; why didn't I think of that?
In German kitchens, I remember, there's hot and cold water. The right tap is turned to the right to turn off the water, the left one to the left. On both sides of the water column at the campsite, there's a tap, each of which is turned to the right to close. My brain just didn't get it.
After these incidents, I'm being cautious today. Maybe I'm having another bout of aging where things that were perfectly normal before suddenly resurface. Then I'll have to be extra careful.
The beach access is easy, the sea far away. The sun is shining and the sky is blue. Hilde is having fun, I can walk easily, there are only a few people on the beach, and no dogs. So I can relax, because maybe she's in heat. Although I'm not so sure anymore, because Hilde's behavior has changed.
We mark the sand and soak up the sun until we're practically drooling. Hilde pulls me up the hill, and we drive on. Bizarre coastal formations, a sea of rocks stretches out before us. We're at the end of the road, at the Postcafé in Locquemeau.
We continue along the coast to Le Yaudet. Do you see the man kneeling among the graves in front of the church entrance? It took me a while to realize he's also a statue, not a respectful visitor to a gravesite.
The place is incredibly beautiful, even the drive there along the narrow road above the blue bay, down to the small town where the houses are arranged like a giant staircase climbing the hillside. What you can't see in the picture is just how steep the road really is.
Wow, I'm so glad when I finally reach the top; the gradient must be 20, 25 percent. You can't just stop and take pictures along the way.
The town lies on the Léguer River. Wikipedia says, "The Léguer... flows into the English Channel in the Bay of Lannion, about nine kilometers west of Lannion, after approximately 58 kilometers."
This means we have to drive inland to Lannion to resume our route on the other side. Lannion has 20,000 inhabitants, and the road leads through all the outskirts, where the percentage of foreigners is significantly higher, so for a moment you no longer feel like you're in Brittany.
And of course, the landscape has changed. It's no longer the quaint living of a small village at the end of the road. No, first come the suburbs of Lannion, then the expansive coastline, preparing to welcome the city dwellers again on the next beautiful, sunny weekend. Two large guard dogs stand on a secluded property, their deep barks a rumble. Here, one must be protected.
The coastline remains beautiful in its own right, the sprawling trees offering magnificent vistas. The next sandy beach, where we stroll, is completely silent, without a single cry of North Sea gulls.
Grand Île off Penvern. "The island is a popular holiday destination. There's a beach in the south. The island is home to a bird sanctuary run by the LPO (Lower Franconian Bird Protection Association). This organization also manages the reserve on the Sept Îles (Seven Islands), which lie off the coast. An exhibition provides information about the islands' fauna and history. Among other things, videos of the gannet colony on one of the islands are shown. The number of breeding pairs this year is over 18,000. Puffins and many species of gulls can also be found there." (Wikipedia)
Our last beach of the day is in Keryvon, very close to the dolmen of the same name. Two young women return with their dogs; we have the beach to ourselves, and Hilde takes her first swim.
There's a lovely, free parking area nearby, at a very interesting site of modern French history.
Nearby, there's a nice, free parking area for campervans. "The monumental project, which began in 1961, was crowned with success: On July 10, a rocket launched Telstar 2 into Earth orbit, and that same night, the Pleumeur-Bodou radar dome received the television signal: It was the very first telecommunications link between Europe and the USA, and the achievement was celebrated worldwide! ... The Pleumeur-Bodou radome achieved global renown and remained in operation until the early 1980s.
Today, the radome is a listed historical monument and can be visited as part of the Cité des Télécoms, Europe's largest telecommunications center."
https://share.google/tgvdXwxVPQRWO5u99
A peaceful night, a quiet morning, walks in the verdant surroundings, the sun painting the white expanse with color, and I'm having an interesting, insightful conversation with an editor from a German television station.
Whenever I talk about our life, I realize how beautiful it is and the vastness that opens up in my mind, considering everything we've been able to experience and see.
Our first book is out of print, but there's a PDF and an epub version of the first stories and photos from our journey. If you'd like to know how it all began, and perhaps you'd be willing to make a small donation, please contact me at spaziergaenge.mithilde@gmx.deLeggi altro
Plestin-les-Grèves
2 marzo, Francia ⋅ ☀️ 14 °C
(English Version Below)
Wir starten in Morlaix unsere Küstentour früh am Morgen, während die meisten Menschen den verregneten Tagesbeginn verschlafen. Der gleichnamige Fluss trägt Ebbe, die Boote liegen im Schlick. An einem asphaltierten Aussichtspunkt machen wir halt, spazieren im Regen die Wiesenränder entlang, damit Hilde sich erleichtern kann.
Mit dem Blick über die Bucht schreibe ich eine Geschichte, wir haben gefrühstückt, und die Maus hat sich hinten zusammengerollt. Windböen rütteln am blauen Bus, Regen fegt vorbei, als sei er in Eile.
Die Küste ist sehr verwinkelt, die Strände meist mit Steinen übersät, sodass überhaupt nicht an einen Spaziergang gedacht werden kann. Kleine Dörfer mit pittoresken Häusern, riesige Felsen im Meer und am Land.
Verrottete Schiffswracks fast gegenüber einem Hotel, das auf die unspektakuläre Bucht von Liban schaut. Im Winter wirkt alles leicht verwaist. Am Nachmittag finden wir einen Sandstrand. Sonntags - Spaziergänger, einige Hunde, Kinder, freundliches Grüßen im Vorbeigehen.
Unser erster Sandstrand, der blaue Bus parkt gleich oberhalb. Der Sand ist fest und leicht zu gehen, Hilde's Hundebegegnung ist entspannt, das Meer gelassen.
Nicht weit entfernt ein Stellplatz. Mit Schranke, mit Strom und Wasser, anderen Campern. Nur Franzosen, viele alleinreisend, fast nur ältere Männer. Der Platz ist weitläufig, sodass sich die meisten Fahrzeuge verteilen, die obligatorischen Kuschler in der Mitte, möglichst nah an der Entsorgung.
Die Nacht ist ruhig, abends Fußbad und die üblichen Wunden versorgen. Hilde erwischt mich wieder mal mit ihrer Kralle am Unterarm, der sofort heftig zu bluten anfängt. Gutes Timing.
Morgenspaziergang über den weitläufigen Platz, die Sonne ist zwischen den Bäumen aufgegangen, ein Bäckerfahrzeug kreist erfolglos eine Runde, hier ist jeder versorgt.
Der Wechsel zwischen Sonnen- und Regentagen scheint einem System zu folgen, für Wanderer sicherlich weniger schön. Direkt unterhalb vom Stellplatz verläuft der GR 34, eine bekannte Küstenrunde.
"Der GR 34, auch Zöllnerpfad genannt, ist sicherlich der berühmteste aller Küstenwanderwege.
Im Departement Côtes d'Armor erstreckt sich der GR 34 über mehr als 400 km ausschließlich für Fußgänger reservierter Wege.
Von Buchten zu Klippen, von Badeorten zu Naturgebieten, von Buchten zu Flussmündungen - Sie sitzen in der ersten Reihe, um die Majestät und die Vielfalt der Küste der Costarmorcain zu entdecken."
https://share.google/qg0BPRTpcM6pTZTIs
Für mich kommt er zu spät, also bleiben wir bei unseren Möglichkeiten.
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We start our coastal tour in Morlaix early in the morning, while most people sleep through the rainy start to the day. The river of the same name is at low tide, and the boats are stuck in the mud. We stop at a paved viewpoint and walk along the edges of the meadows in the rain so Hilde can relieve herself.
Looking out over the bay, I'm writing a story. We've had breakfast, and the mouse has curled up in the back. Gusts of wind are shaking the blue bus, rain is sweeping past as if it's in a hurry.
The coastline is very intricate, the beaches mostly strewn with stones, making a walk impossible. Small villages with picturesque houses, huge rocks in the sea and on the land.
Rotting shipwrecks almost opposite a hotel overlooking the unremarkable bay of Liban. In winter, everything seems slightly deserted. In the afternoon, we find a sandy beach. Sunday strollers, a few dogs, children, friendly greetings exchanged as we pass.
Our first sandy beach, the blue bus is parked just above it. The sand is firm and easy to walk on, Hilde's encounter with the dogs is relaxed, the sea calm.
Not far away is a campervan site. With a barrier, electricity and water, other campers. Only French, many traveling alone, almost all older men. The space is spacious, so most vehicles are spread out, with the obligatory "cuddlers" in the middle, as close as possible to the waste disposal area.
The night is quiet; in the evening, a foot bath and tending to the usual wounds. Hilde catches me again with her claw on my forearm, which immediately starts bleeding heavily. Perfect timing.
A morning stroll across the spacious campsite; the sun has risen through the trees. A baker's van circles the area without success—everyone's taken care of here.
The alternation between sunny and rainy days seems to follow a pattern, certainly less pleasant for hikers. The GR 34, a well-known coastal trail, runs directly below the campsite.
"The GR 34, also known as the Customs Officers' Path, is certainly the most famous of all coastal hiking trails. In the Côtes-d'Armor department, the GR 34 stretches over 400 km of paths reserved exclusively for pedestrians. From coves to cliffs, from seaside resorts to nature reserves, from bays to estuaries—you have a front-row seat to discovering the majesty and diversity of the Costamorcain coast."
https://share.google/qg0BPRTpcM6pTZTIs
For me, it's too late, so we'll stick to what we have.Leggi altro
Morlaix
1 marzo, Francia ⋅ 🌬 12 °C
(English Version Below)
Es stürmt, es regnet, der blaue Bus ist von innen beschlagen, gerade habe ich mal wieder die Standheizung angemacht, weil wir sonst zu arg auskühlen. Denn wirklich erholt haben wir uns letzte Nacht eigentlich nicht.
Hin und wieder fegt eine Böe über den erhöhten Aussichtspunkt und lässt den Bus wackeln, während ich frühstücke. Heute mal ganz ausgiebig mit Porridge, Ziegenkäse und Joghurt zur Tasse Tee und dem obligatorischen Glas Apfelsaft am Morgen.
Der Parkplatz hat zwei gravierende Vorteile. Er ist asphaltiert und hat zwei längere Wiesenstreifen, auf denen Hilde genug Input bekommen kann, um sich zu erleichtern. Feldwege gibt es schon, aber da es hier soviel regnet, traue ich mich meist nicht, dort hinein zu fahren. Andere Wege, gerade im hügeligen Land, durch das wir gestern gefahren sind, sind für mich nicht geeignet. Und an einen Strand sind wir bislang noch nicht gekommen.
Am Morgen starten wir recht früh in Poullan-sur-Mer, um dann auf einem anderen Stellplatz in Porzay an einer stillen Wiese zu frühstücken. Wir wollen tagsüber nach Roscoff fahren und queren dabei den Parc naturel régional de Amoriqué.
"Der Regionale Naturpark Armorique war der zweite Nationalpark Frankreichs und wurde 1969 gegründet.
Einzigartig in der Bretagne, im Herzen des Finistère gelegen, erstreckt sich sein Gebiet von den Monts d’Arrée bis zur Küste der Halbinsel Crozon, umfasst das Aulne-Tal und den Hafen von Brest und reicht bis zu den Iroise-Inseln (Sein, Molène und Ouessant) hinaus." (Google Übersetzer)
https://share.google/TUnOzLX7yoWN3fJTO
Auf der beigefügten Karte von Findpenguins siehst du unsere Route, auf der von Google Maps die Lage des Nationalparks, den wir in der rechten Hälfte durchqueren. Dessen Höhepunkt ist der Menez Mikael oder auf französisch der Mont Saint Michel, der aber nichts mit dem berühmten Kloster auf der Berginsel bei Saint-Malo zu tun hat.
Samstag ist Ausflugstag, und wenn dann noch die Sonne mitspielt, ist alles perfekt. Wir fahren bis zum zweiten Parkplatz, von dort führt ein Weg hinauf, dem ich lediglich nachschauen kann. Die Aussicht übers Land ist großartig, ein schönes Wanderparadies.
Wir zielen auf Penzé, ein kleiner Ort am gleichnamigen Fluss, der das Dorf durchquert, um uns den kostenlosen Stellplatz anzuschauen. Nahe der keltischen Taverne, umgeben von Palmen gibt es einen Parkplatz, auf dem Kinder Radfahren, und ein Vater mich ärgerlich anschaut.
Ich verabschiede mich höflich, und wir suchen weiter. Roscoff ist eine Fährstadt, hier legt das Boot nach Cork in Irland ab. Die angeschauten Plätze sind zweckmäßig, für uns nicht geeignet. Einen möglichen Stellplatz bietet Carantec, direkt in einer Bucht nahe dem Strand, der zu einem Ausflugsort der hiesigen Bevölkerung dient. Viele Spielgeräte, die zum Strand gehören, ein gut besuchter Parkplatz, und ein großer "Fresstempel" hinterm Stellplatz, wo ein heftiges Gedränge hinter den Ringsumfenstern zu sehen ist.
"Nach getaner Tat", wie Wiener Liedermacher gerne zu einem Danzersong bemerken, werden all die satten Familien vor unserem Bus entlang zu ihren Autos gehen. Ein Gedanke, der mich schreckt, und dazu bringt, nach Morlaix zu fahren.
Ein Schelm, der Besseres erhofft, denn hier sind die Stellplätze so uneben, wie man eben nur in einen Hang hinein bauen kann. Ich weiß, es geht auch anders, aber was soll ich machen. Letztendlich parken wir zwischen abgestellten Pkw. Das Heck, wo der Kopf liegt, ist tiefer, was ich mit meinen Jacken, die als Kopfkissen dienen, nur ungenügend ausgleichen kann.
Aber ich will nicht in eine weitere Ungewissheit fahren, die Tour von Carantec am Meer entlang über Locquénolé eben, hat mir völlig ausgereicht. Und es ist zwanzig Uhr, wir sind drei Stunden über unserer Abendroutine, das ergibt jetzt alles keinen Sinn mehr.
Und so legen wir uns kurz danach schlafen, um elf löschen sich die Laternen, die Nacht ist weitestgehend ruhig. Irgendwann fängt es an zu regnen, und zwischendrin schubst eine Böe den blauen Bus.
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It's stormy, it's raining, the blue bus is fogged up inside, and I've just turned on the auxiliary heater again because otherwise we'll get too cold. We didn't really get any rest last night.
Every now and then, a gust of wind sweeps across the elevated viewpoint, making the bus rock as I eat breakfast. Today, I'm having a leisurely breakfast with porridge, goat cheese, and yogurt, accompanied by a cup of tea and the obligatory glass of apple juice.
The parking area has two major advantages. It's paved and has two long strips of grass where Hilde can get enough exercise to relieve herself. There are dirt tracks, but since it rains so much here, I usually don't dare drive on them. Other roads, especially in the hilly terrain we drove through yesterday, aren't suitable for me. And we haven't reached a beach yet.
We set off quite early in the morning from Poullan-sur-Mer, then have breakfast at another parking area in Porzay, on a quiet meadow. We plan to drive to Roscoff during the day, crossing the Amoriqué Regional Nature Park along the way.
"The Armorique Regional Natural Park was France's second national park and was established in 1969.
Unique in Brittany, located in the heart of Finistère, its territory stretches from the Monts d'Arrée to the coast of the Crozon Peninsula, encompassing the Aulne Valley and the port of Brest, and extending to the Iroise Islands (Sein, Molène, and Ouessant)." (Google Translate)
https://share.google/TUnOzLX7yoWN3fJTO
On the attached map from Findpenguins, you can see our route, while the Google Maps map shows the location of the national park, which we cross on the right side. Its highlight is Mont Saint-Michel, which, however, has nothing to do with the famous abbey on the island near Saint-Malo.
Saturday is excursion day, and if the sun cooperates, everything will be perfect. We drive to the second parking area; from there, a path leads up, which I can only follow. The view across the landscape is magnificent—a beautiful hiker's paradise.
We head for Penzé, a small town on the river of the same name, which runs through the village, to check out the free parking area. Near the Celtic tavern, surrounded by palm trees, there's a parking lot where children are riding their bikes, and a father gives me an annoyed look.
I politely say goodbye, and we continue our search. Roscoff is a ferry town; this is where the boat departs for Cork in Ireland. The campsites we looked at are functional, but not suitable for us. One possible spot is in Carantec, right in a bay near the beach, which is a popular destination for locals. There are lots of playground equipment belonging to the beach, a busy parking lot, and a large restaurant behind the campsite, where a huge crowd can be seen through the surrounding windows.
"After the deed is done," as Viennese songwriters like to remark to a Danzer song, all the well-fed families will walk past our bus to their cars. A thought that frightens me and prompts me to drive to Morlaix.
A fool who hopes for better, because here the parking spaces are as uneven as you can possibly build into a hillside. I know there are other options, but what can I do? In the end, we park between parked cars. The rear, where my head rests, is lower, which I can only partially compensate for with my jackets, which serve as pillows.
But I don't want to drive into another unknown; the tour from Carantec along the coast via Locquénolé was quite enough for me. And it's eight o'clock, we're three hours over our evening routine, so none of this makes sense anymore.
And so we go to sleep shortly afterward; at eleven the streetlights go out, and the night is mostly quiet. Eventually it starts to rain, and in between a gust of wind pushes the blue bus.Leggi altro

ViaggiatoreFreue mich immer wieder, wenn die in Frankreich unterwegs bist... schöne Bilder ✌️
Video Time
28 febbraio, Francia ⋅ ☀️ 8 °C
https://youtu.be/Ge_tN3zn8iM?si=YbNgyGWyD0DjQN4a
Eine Nacht am Fluss, ein paar Geschichten aus dem blauen Bus, unser neues Video ist online - schau rein!
Poullan-sur-Mer
27–28 feb, Francia ⋅ 🌬 9 °C
(English Version Below)
Während es in der Bretagne untenherum schon frühlingt, ist in Baumhöhe noch tiefster Winter. Die Landschaft hat sich verändert und wirkt trist und langweilig. Entlaubtes Baumwerk presst seine nackten Stämme so aneinander, dass es den Eindruck macht, sie müssten sich wärmen. Die Straßen sind gesäumt von niedrigen Hecken mit Bäumen, deren Zweige vom Stamm weg in alle Richtungen wachsen. Dahinter eingezäunte Wiesen, Gras bis zum Abwinken.
Keine kleinen einladenden Spazierwege zwischendrin, lediglich lehmige Parkbuchten, in denen die Pfützen Vorrang haben. Immer wieder fegt eine Böe den Regen über die Windschutzscheibe, wenn nicht gerade der große Wolkenschieber mal dem Blau und Gelb einen freien Raum beschert hat.
Viele leerstehende Häuser, die dem Laufe der Zeit nicht widerstehen können. Vernagelte Fenster, aufgebrochene Türen. Als ein schickes, blaues Auto uns lautstark überholt, bin ich überrascht, so was Glänzendes zu sehen.
Ein kleiner Mann schlägt vielfach eine Matte an die Hauswand, er trägt eine Kappe und einen Schnurrbart, ich denke, ihn habe ich überall schon mal gesehen. Die Kirchen wirken wie die Menschen, als haben sie harte Zeiten ihr Leben lang gehabt. Aber sie haben überlebt.
Auf einer viel zu kleinen Wiese am Straßenrand steht eine viel zu große Menge schwarzweißer Kühe. Ein Fohlen stupst spielerisch die Mutter mit einem Bein an, während diese sich gerade im Lehm ausruht.
Gegenüber des immer verschlossenen Tourismusbüros, tanke ich günstig bei Intermarché, während der Regen schräg unter der Überdachung durchfegt. Die Orte haben schwierige Namen, die ebenfalls in einer anderen Sprache bezeichnet werden. Bretonisch. Waren nicht die Gallier in dieser Gegend beschäftigt.
Wir sind in Douarnenez mit Thomi verabredet, dessen Segelboot hier den Winter verbringt. Günstige Mietpreise, kostenlose Duschen, angenehme Temperaturen, eine Bäckerei mal eben den Berg hoch. Supermarkt, Wäsche waschen, nette Menschen.
Ein Ort mit einer interessanten Geschichte, so erzählt es Thomi auf seinem Homeblog. Es gibt spannende Beiträge in den verschiedenen Internetauftritten, die ich hier mal verlinke. Thomi lebt mit Britti im Sommer auf dem Boot, sie macht wunderschönen Schmuck, und arbeitet im Winter in Deutschland.
https://www.instagram.com/arche_de_noe_sailing?…
https://www.arche-de-noe.de/?
https://youtube.com/@arche-de-noe-sailing?si=W4…
https://www.facebook.com/share/1F1PqYbaYt/
Wir haben ein gutes Gespräch, bis Hilde unruhig wird. Es ist achtzehn Uhr, sie möchte raus, und dann Abendessen, aber erstmal brauchen wir einen Schlafplatz.
Poullan-sur-Mer ist eine Viertelstunde entfernt. Ein kleiner Ort mit einem gemischten Parkplatz im Kern, einige Camper, viele Pkw, in der Festhalle findet gerade eine Veranstaltung statt. Wir drehen eine schöne Runde, die Kirche hat gerade sieben Mal geläutet, dann wird der Wind stärker, der Regen heftiger.
Hilde liegt heute wieder in der Reisetasche. Mir fällt eine kleine Geschichte dazu ein. Vor einigen Wochen waren wir bei lieben Menschen im Harz, wo wir im Gästezimmer übernachten. Wir sitzen in der Küche, Klaus hat seine Sporttasche offen auf den Boden gestellt, und wir können Hilde grade noch davon abhalten, es sich darin gemütlich zu machen.
Die kleine Maus. Jetzt zuckt ihre Pfote im Traum.
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While spring has already arrived in the lower parts of Brittany, it's still the depths of winter at treetop level. The landscape has changed, appearing bleak and monotonous. Leafless trees press their bare trunks together so tightly that they seem to be trying to keep warm. The roads are lined with low hedges of trees whose branches grow in all directions from the trunk. Beyond them lie fenced meadows, grass stretching as far as the eye can see.
No inviting little walking paths here and there, just muddy parking bays where puddles take precedence. Every now and then, a gust of wind sweeps the rain across the windshield, unless the great cloud-shrouding force has granted the blue and yellow a clearing.
Many empty houses, unable to resist the ravages of time. Boarded-up windows, broken doors. When a sleek, blue car loudly overtakes us, I'm surprised to see something so shiny.
A small man repeatedly beats a mat against the house wall; he wears a cap and a mustache. I think I've seen him everywhere before. The churches, like the people, look as if they've endured hardship all their lives. But they've survived.
On a far too small meadow by the roadside, there's a far too large number of black and white cows. A foal playfully nudges its mother with its leg as she rests in the mud.
Opposite the perpetually locked tourist office, I fill up cheaply at Intermarché while the rain sweeps diagonally under the awning. The towns have difficult names, also written in another language: Breton. Weren't the Gauls active in this area?
We're meeting Thomi in Douarnenez, where his sailboat spends the winter. Affordable rents, free showers, pleasant temperatures, a bakery just a short walk up the hill, a supermarket, laundry facilities, and friendly people.
A place with an interesting history, as Thomi describes it on his home blog. There are fascinating posts on various websites, which I'll link to here. Thomi lives on the boat with Britti in the summer; she makes beautiful jewelry, and works in Germany during the winter.
https://www.instagram.com/arche_de_noe_sailing?…
https://www.arche-de-noe.de/?
https://youtube.com/@arche-de-noe-sailing?si=W4…
https://www.facebook.com/share/1F1PqYbaYt/
We have a good conversation until Hilde gets restless. It's 6 p.m., she wants to go outside, and then have dinner, but first we need somewhere to sleep.
Poullan-sur-Mer is a quarter of an hour away. A small town with a mixed parking lot in the center, a few campers, lots of cars, and an event is taking place in the community hall. We take a nice stroll; the church bells have just rung seven times, then the wind picks up, the rain gets heavier.
Hilde is back in her travel bag today. A little story comes to mind. A few weeks ago, we were staying with some lovely people in the Harz Mountains, in their guest room. We're sitting in the kitchen, Klaus has left his sports bag open on the floor, and we just barely manage to stop Hilde from making herself comfortable in it.
The little darling. Now her paw is twitching in her sleep.Leggi altro
Saint-Caradec
26–27 feb, Francia ⋅ ☁️ 11 °C
(English Version Below)
Jeder Tag hat seine eigene Dynamik. Die Nacht auf dem unebenen Parkplatz war schwierig, weil ich im Laufe des Liegens immer wieder nach links von der Matratze runtergerutscht bin. Hilde hat sich klugerweise auf den Fahrersitz gelegt, und manchmal schräg geguckt, wenn ich wieder das Licht angemacht habe, um das Bett zurecht zu rücken.
Am Morgen fahren wir auf den ebenen Pkw-Platz, von dem ein Fußweg durch die Wiese führt, auf dem Hilde zu so früher Stunde alleine sich vergnügen kann, was für meinen Rücken immer gut ist.
Der Nebel zieht hoch, lässt aber einen grauen Morgen aufwachen, der von einem Wind angetrieben wird. Ich habe mir vorgenommen, heute Frühlingsbilder mitzubringen, denn die wenigen Sonnenstunden haben eine farbige Veränderung ins Land gebracht.
Mit Grau im Hintergrund sieht manches Gewächs noch nicht so lebhaft aus, wie es mir entgegen strahlt. Und das ganze Osterglockengelb habe ich nur ansatzweise mitgebracht. Überall lugen die gelben Köpfe aus dem grünen Gras und begleiten unseren Weg durch die Tage.
In Rives-du-Couesnon halten wir bei der Kirche mit Blick auf die Häuser ums Wasser herum. In Saint Aubin du Courmier begeistert mich die trutzige Kirche oberhalb der Pferdekoppel. Gosné hat die unglaublich hohe Kirche mit den vielen Glocken im spitz zulaufenden Turm.
Der Friedhof in Ercé près Liffré direkt an der Straße wirkt mit der Vielzahl von Gräbern und Denkmälern auf den ersten Blick wie ein Steinhaufen. In Plouasne bei dem traumhaft schönen gelben Baum vor dem blauen Himmel haben wir eine Pause gemacht.
Mit uns hält eine junge Frau in ihrem Lastwagen, der einen Wohnwürfel hinten drauf transportiert. Beim Abschied winken wir uns fröhlich zu, ich muss schon sagen, das erwärmt mein Herz. Denn die anderen Camper, denen wir begegnen, sind so mit sich beschäftigt, dass es nicht mal für einen freundlichen Gruß zu reichen scheint.
Der Platz selber war nicht einladend für eine Übernachtung, das hat sie wohl ebenso gesehen. Aber zum Wasser tanken bei ihr bzw zum Mittagessen bei uns ist er gut genug. Mittlerweile ist die Sonne rausgekommen, und hat ihre Schwester Hitze mitgebracht, sodass Hilde gleich zu hecheln beginnt.
Wir fahren die fünfzig Kilometer bis zu einem besonders schönen Stellplatz in Saint-Caradec, zwischen grünen Wiesen und einem munteren Fluss, an dem wir unseren Platz einnehmen. Leider ist für die nächtlichen Morgenstunden ein durchziehendes großes Regengebiet angesagt, sodass wir am Abend unseren Platz verändern.
Auf den umliegenden Ufern sind noch die Zeichen des letzten Hochwassers zu sehen. Das kann ganz schnell gehen, und da möchte ich lieber ein bisschen Abstand halten. Aber wir haben ja auch genügend Anschauungsmaterial vom Abend am Fluss mitgebracht.
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Every day has its own dynamic. The night on the uneven parking lot was difficult because I kept sliding off the mattress to the left as I lay down. Hilde wisely lay down in the driver's seat and sometimes gave me a funny look when I turned the light back on to adjust the bed.
In the morning, we drive into the level car park, from which a footpath leads through the meadow. Hilde can enjoy herself there alone at this early hour, which is always good for my back.
The fog is rising, but it awakens a gray morning driven by a breeze. I've resolved to bring back some spring photos today, because the few hours of sunshine have brought a colorful change to the landscape.
With the gray background, some plants don't yet look as vibrant as they do when I see them. And I've only managed to capture a hint of the daffodil yellow. Everywhere, the yellow heads peek out from the green grass and accompany us through the days.
In Rives-du-Couesnon, we stop at the church overlooking the houses around the water. In Saint Aubin du Courmier, I'm captivated by the imposing church above the horse paddock. Gosné has an incredibly tall church with many bells in its pointed tower.
The cemetery in Ercé près Liffré, right by the road, looks at first glance like a pile of stones with its multitude of graves and monuments. We took a break in Plouasne by the stunningly beautiful yellow tree against the blue sky.
A young woman in her truck, which is towing a campervan on the back, stopped alongside us. We waved cheerfully as we said goodbye; I must say, it warmed my heart. The other campers we encountered were so preoccupied with themselves that they didn't even seem to have time for a friendly greeting.
The spot itself wasn't inviting for an overnight stay, and she seemed to agree. But it was good enough for filling up our water tanks and for us to have lunch. The sun had come out by then, bringing with it a sweltering heat, so Hilde immediately started panting.
We drove the fifty kilometers to a particularly lovely campsite in Saint-Caradec, nestled between green meadows and a lively river, where we set up camp. Unfortunately, a large area of rain is forecast to pass through during the early morning hours, so we will change our location in the evening.
The surrounding banks still show signs of the last flood. Things can change very quickly, so I'd rather keep my distance. But we did bring back plenty of visual evidence from our evening by the river.Leggi altro











































































































































































































































































































































































































































































































Viaggiatore
Schönes Bild! 👍
Viaggiatore
🤩
Viaggiatore
Stimmungsvoll!