Gedanken zur Reise…
12 марта, Германия ⋅ ⛅ 7 °C
Es geht wieder los.
Gen Osten.
Und ich hör‘s bis hierher :
„Hä? Die sind doch gerade aus Oman&VAE zurückgekommen 🤔“
Ja das stimmt. Aber die Tickets für die kommende Reise haben schon viel länger auf ihren Einsatz gewartet. Genau seit Mai 2025.
Kurz bevor sich die Regelung für die Meilenflüge bei der LH in ein dynamisches System wandeln. Bevor man für eine jede BC-Reise meist viel mehr Meilen benötigt, buche ich BER-MUC-BKK und PVG-ZRH-BER.
BKK macht sich einfach gut als Hub. Wie gut - wird sich aber erst neun Monate später erweisen.
Denn im Mai hatte ich einen Plan im Sinn: Einige Wochen Kambodscha, anschließend eine Phở in HaNoi schlürfen und den Rest der Zeit etwas China erobern.
Ein Plan, der bis Mitte Dezember im Schubfach liegt aber dann leider total geändert werden muss. Denn in der Zwischenzeit eskaliert der langjährige Grenzkonflikt zwischen Kambodscha und Thailand soweit, dass im Dezember das AA vor Reisen in viele meiner gewählten Gebiete Kambodschas warnt.
Wirklich schweren Herzens streiche ich Ende Dezember also Kambodscha vom Plan. Und damit auch HaNoi.
Ein neuer Plan muss her.
Sieben intensive Planungstage später steht Plan B:
Drei Nächte BKK und 62 China.
Die Routenfindung und die Hotelbuchung ist nicht anders als für andere Länder, die wir bereisen. Anders ist aber, dass wir in China mit Zügen unterwegs sein werden. Für zwei Streckenabschnitte allerdings buche ich einen Flug. Zu lang und zu zeitfressend wäre die Zugfahrt.
Der Countdown startet am 25.Februar als wir aus Dubai in Berlin einschweben.
Genau vierzehn Tage haben wir Zeit bis zur Abreise, um einen Berg an Vorbereitungen abzuarbeiten.
Da wäre das Wichtigste: Das Visum.
Schon Mitte Februar hat Rainer den Visa-Antrag online gestellt.
Gleich am nächsten Tag nach unserer Ankunft in Berlin geht’s ins chinesische Konsulat, um dort die Pässe abzugeben. Eine Woche später sind diese dann abholbereit.
Es läuft…
Als Nächstes beginne ich Tickets auf meiner neuen Lieblings-Buchungsplattform Trip.com für die Bahn zu buchen. Abgesehen davon, dass es unvorstellbar viele Verbindungen zwischen den einzelnen Orten gibt - da jeder Ort x verschiedene Bahnhöfe hat - gibt es zudem verschiedene Zugtypen.
Ich lerne: G-Züge sind die super schnellen Züge. D-Züge sind „nur“ noch schnell. K-Züge sind super langsam. Dazwischen gibt es noch andere Kategorien, die für uns aber nicht relevant sind.
Verschiedene Züge haben verschiedene Klassen. Die G-Züge haben Business Class. Die D-Züge nur 1. und 2.Klasse. Und Stehplätze. Aber die gibt es wiederum in den G-Zügen nicht.
Zugtickets werden in China generell genau 14 Tage vorher zum Verkauf freigegeben. Bis dahin ist der Kauf eine Reservierung.
So habe ich nach sechs Buchungen (am Tag der Abreise in Berlin) genau nur ein gekauftes Ticket, zwei sind auf der Warteliste und die anderen sind noch nicht im Verkauf.
Die nächste Herausforderung ist das Einrichten der richtigen Apps.
China ist digitalisiert.
Alles - so heißt es - macht man per App. Bargeld hat keine Bedeutung. Das entspricht unserem Reiseverhalten. Wir lieben es bargeldlos unterwegs zu sein.
Die wichtigsten Apps sind Alipay und WeChat. Mit Alipay - das klingt schon logisch - kann man zahlen. Aber so einfach sind chinesische Apps nicht gestrickt.
Alipay vereint wiederum andere Apps. Zum Beispiel Trip.com zum Buchen von Hotels und Zugtickets. Zum Buchen von Attraktionen.
Und Didi. Eine App mit der man Taxis ordert. Und dann ist da noch eine Übersetzungs-App inkludiert… und vieles mehr, mit dem wir noch nichts anzufangen wissen.
WeChat ist das Pendant zu WhatsApp. Aber auch diese App ist weitaus hilfreicher als zum zwischenmenschlichen Labern. Mit WeChat kann man auch Zahlungen vornehmen.
Klingt kompliziert? Nein.
Viel komplizierter ist die Recherche, welche eSIM die beste ist. Denn nicht mit jeder eSIM funktioniert der Zugang zu unseren gewohnten Apps wie Google, WhatsApp und all den sozialen Medien. Hier bedarf es eines VPN, die die chinesische Firewall durchbrechen.
Wir beide sind gefühlt rund um die Uhr am stöbern und recherchieren. Zuletzt entscheiden wir uns für eine eSIM von Trip.com, die uns für sensationelle 8.57€ 20GB für 90 Tage bietet. Zusätzlich installieren wir das NordVPN.
Ob das alles so funktioniert, wie wir uns das denken, wissen wir noch nicht.
Zwei Tage vor Abflug wissen wir aber auch noch nicht, ob unsere Abreise überhaupt stattfinden kann.
Denn die Piloten-Gewerkschaft beschließt zu streiken. Und wir sind betroffen.
Nun ist guter Rat und viel innere Ruhe gefragt. Sollen wir umbuchen oder nicht?
Der Anruf im Servicecenter einen Tag vor dem Abflug - übrigens bei einer Wartezeit von etwa einer halben Minute - ist ernüchternd.
Eine Umbuchung sei möglich.
Kostenlos - ja. Aber für den 12.3. sind schon alle möglichen Flüge ausgebucht. Wir könnten am 13.3. über Wien mit Austrian fliegen. Andere Verbindungen, z.B. mit Thai dürfen momentan nicht angeboten werden, solange der Flug nicht annulliert wurde.
Hm.
Was also tun?
Fast bin ich schon geneigt, den ersten Flug von BER nach MUC gegen eine Zugfahrt zu tauschen. Denn ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass man eine A380 ausfallen lässt.
Tut man dann auch nicht.
Aber den wahren Grund erfahren wir erst während wir schon in der Luft sind.
Vorher aber erhalten wir am späten Nachmittag eine Umbuchung unseres Zubringerfluges nach München. Für uns absolut ohne merkliche Änderung. Dieser Abschnitt wird nämlich von der Discover Airlines geflogen werden.
Discover Airlines - auch zu LH gehörend - ist am Streik nicht beteiligt.
Also lassen wir alles, wie es ist und warten ab…Читать далее
… der lange Weg nach Bangkok
13 марта, Таиланд ⋅ ⛅ 33 °C
Am Abflugtag, dem ersten Streiktag gilt der erste Blick dem Handy. Gibt es etwas Neues? Wird der Flug nun doch noch in letzter Minute abgesagt? Nein. Wird er nicht.
Kurz nach 4pm geht’s zum BER. Unsere Tochter begleitet uns, um gleich anschließend unseren Santa Fe für die Zeit unserer Abwesenheit zu nutzen und zu betreuen. Denn Hybrid-Autos sind nichts für Langzeitreisende. Nach spätestens drei Wochen ist die Batterie leer. Aber das hat uns beim Kauf niemand gesagt 😐 Und so ist die Ausleihe eine Win-Win-Situation - für beide.
Eigentlich habe ich am Airport Streikende erwartet. So wie ich das 2019 schon mal erlebt habe. Aber am Flughafen ist alles eher normal bis ruhig. Wahrscheinlich werden heutzutage auch Streiks im Homeoffice ausgelebt.
Der Duty Free Shop liegt natürlich - wie so oft auf den Airports dieser Welt - genau auf dem Weg zum Gate.
Und weil es aufgrund der vielen gestrichenen Flüge wenig Kunden gibt, bekomme ich eine 20% Rabattkarte in die Hand gedrückt und lasse mich so tatsächlich verführen in die Kosmetikindustrie zu investieren 😉
So geht das Geldausgeben schon los, bevor wir das Land verlassen.
Der Flug mit Discover Airlines ist mit galaktischer Geschwindigkeit nach München unterwegs.
46 Minuten - so lange braucht man eigentlich nach Frankfurt. Nach München fliegt man gewöhnlich eine reichliche Stunde.
Die beiden Flugbegleiter arbeiten trotz der kurzen Zeit sehr professionell. So bleibt auch ein Minütchen für einen kurzen Schwatz, bei dem wir ein paar Insides über die Airline und deren teilweise zukünftigen Flugstrecken erfahren.
Beim Umsteigen in München sind wir voll die Profis. Sind wir doch genau die gleiche Strecke schon vor zwei Wochen gelaufen. Nur umgekehrt.
Die BC-Lounge ist geschlossen. Wir müssen in die Senator Lounge. Die ist aber bis fast auf den letzten Platz belegt. Wäre ich Senator, würde ich mich beschweren.
Na ja. Viel Zeit bleibt eh nicht.
Zwei Prickelwasser später flitzen wir zum Gate und sind echt happy, als wir im Flieger sitzen. Dieses Mal auf Platz 12A&C. Also auf der linken Seite. Da hab ich beim Reservieren wohl geschlafen. Ich bin Rechts-Sitzer. Aber das ist das einzige, das auf diesem Flug „stört“.
Die Crew arbeitet nämlich hochprofessionell. Es macht eine Freude, das erleben zu dürfen.
Denn kurz nach dem Start falle ich in den Tiefschlaf und werde erst wach, als alle anderen schon längst fertig sind. Das ist so gar kein Problem. Mein Essen - ich habe mich für Kalbsbäckchen entschieden - wird für mich eben später zubereitet.
Am Ende werde nicht nur ich sondern auch Rainer vom leckeren Essen schwärmen.
„Unsere“ Flugbegleiterin ist eine der zwei Purser an Deck. Freundlich drauf und gesprächig zudem.
So erzählt sie uns, dass im Cockpit gleich zwei Kapitäne sitzen und nur ein First-Officer. Beide sind zudem Flottenkapitäne. Flottenkapitäne sind verantwortlich für die spezifische Flugzeugflotte. In unserem Fall zur Flotte der A380. Zu ihren Aufgaben gehört unter anderem die Überwachung des luftfahrtrechtlich einwandfreien Zustands der Flotte, die Wartung, die Abnahme neuer Flugzeuge und die Weiterentwicklung der Flotte.
Sie gehören zur Geschäftsleitung und streiken ist für sie kein Thema.
Und auf die Frage, warum ausgerechnet unser Flug nicht bestreikt wird, gibt es eine Antwort, mit der wir nicht gerechnet haben:
Haben wir alle nur von Luftraumsperrungen in der Golfregion gehört, musste auch der Luftraum über wichtigen Routen Richtung Asien – insbesondere über Iran, Irak, Israel, Kuwait, Syrien und den Golfstaaten wie Qatar und Bahrain – für zivilen Flugverkehr weitgehend gesperrt werden. Das begann am 28.2. und dauerte etwa vier bis fünf Tage. Tausende gestrandete Passagiere in Asien und im Süden Afrikas werden seit dem kontinuierlich nach Hause gebracht.
Noch immer warten rund 300 Passagiere in Bangkok auf ihren Heimflug. Deshalb KANN die Lufthansa auf diesen Strecken keinen Flug ausfallen lassen.
An beiden Tagen sind insbesondere Verbindungen nach Nord- und Südamerika betroffen.
Mit all diesem Wissen habe ich für diese Aktionen der Gewerkschaft so gar kein Verständnis!
Wir hatten also echt Glück.
8.809 Kilometer später landen wir ziemlich holprig - gefühlt wie auf einer Offroadpiste.
Der Flug war insgesamt sehr, sehr ruhig. Was ja auf den Strecken Richtung Südostasien nicht immer der Fall ist.
Die Immigration erfolgt sehr zügig. Die Koffer rödeln bei unserem Antreffen auch schon auf dem Band, da bleibt nun noch der Weg ins Hotel.
Als wir das Flughafengebäude verlassen, werden wir von 31 tropischen Grad eingelullt. Das fühlt sich vollkommen anders an als die 31 Grad in den Emiraten.
Wir ordern - wie die gefühlt anderen tausend Passagiere - bei Grab ein Auto. Der Uber Asiens.
Besaß Grab noch im letzten Jahr eher eine Einfahrt, gibt es in diesem Jahr vier Abholpunkte, die so in der App anwählbar sind.
Das ganze Geschehen der Zu- und Abfahrt wird von vielen Grab-Mitarbeitern gemanaged. So müssen wir nicht einmal selbst die Koffer ins Auto wuchten.
Die Fahrt zum Hotel gestaltet sich um diese Zeit etwas lang. Ein Statu folgt dem anderen. Und am Ende sind wir anderthalb Stunden unterwegs, bevor wir das Hotel erreichen.
So. Das war nun der letzte bilderarme Footprint. Ab jetzt wird es bunt und bilderreich 🤞🏻Читать далее

ПутешественникKlingt gut und entspannt. Bahrain übrigens hat seit dem 28.2. nicht einen Flieger aufsteigen lassen...

ПутешественникJa. Wir haben ja den Nachfolger Eures Autos. Als wir im Herbst zwei Monate weg waren, musste unser Auto nach vier Wochen vom ADAC wiederbelebt werden 🥴

ПутешественникDer vom ADAC meinte, die 12 V Starterbatterie hält bei diesen modernen Autos nur noch bis zu vier Wochen, weil so viel elektronische Verbraucher aktiv sind. Zum Beispiel: Innenraumüberwachung, Annäherungssensor für Schlüssel, Remote-Funktionen, Echtzeit-Kamera, Standortübermittlung, SIM Card und so weiter.

ПутешественникAbgesehen davon, dass Du eh nie so lange verreist, wirst Du wohl bald dazu gezwungen werden. Einfach wegen der Spritpreise 🤪
Kurzaufenthalt Bangkok
15 марта, Таиланд ⋅ 🌙 31 °C
Zum ersten Mal steigen wir nicht in unserem geliebten The Peninsula ab. Schon im letzten Jahr wollten wir uns von diesem Hotel wegen der hohen Zimmerraten trennen.
Haben wir nicht geschafft.
Aber dieses Jahr. Sie haben nämlich in einem Jahr nochmals 30% draufgeschaufelt.
Wir steigen östlich des Chao Phraya im Grand Eastin Sathorn ab. Mitten zwischen den anderen Hochhäusern. Wir haben ein Eckzimmer gebucht. Mit viel Fensterfläche. Auch im sehr weitläufigen Bad.
Die Aussicht aus der 19.Etage ist schon mal ganz nach unserem Geschmack.
Aus der 32. - da befindet sich die Lounge - ist sie noch etwas spektakulärer. Hier wird man eingecheckt. Hier gibt es auch die sogenannte Happy Hour am Nachmittag mit vielen kleinen „Schmeißreinchen“ und das morgendliche Frühstück. Eigentlich dürfen wir auch mit den restlichen Gästen in der 5.Etage frühstücken. Allerdings ist es da extrem voll und laut.
Das Angebot ist nett. Auf beiden Etagen. Aber wo gibt es die Thai-Mango. Bangkok ohne Mango zum Frühstück ist wie ein Auto ohne Lenkrad. Als wir das etwas enttäuscht äußern, verspricht man uns, am zweiten Morgen eine bereitzustellen. Das tun sie auch. Eine einzige Mango für uns beide. Aber sie wird serviert, als alle anderen Gäste an den Nebentischen gegangen sind.
Na ja.
Ansonsten machen wir nicht viel. Gleich am ersten Abend spazieren wir bei diesen tropischen Temperaturen bis zu „unserem“ Massagestudio, wo wir bei jedem unserer Aufenthalte unsere Knochen neu sortieren lassen.
Den nächsten Tag gehen wir ganz ruhig an. Weder Tempel noch sonstige Highlights der Stadt stehen auf dem Plan. Wir lassen uns zum Space Time Cube bringen. Eine moderne digitale Erlebniswelt mit visuellen Overkill für Auge und Hirn. Spaß hat der Besuch aber trotzdem gemacht.
Im gleichen Haus gibt es ein ausgewachsenes Shoppingcenter in dessen einem Loft eine Art Markt mit Kultureinlage stattfindet. Das ist dann eine andere Art von Overkill. Eine fürs Auge und Nase. Alles ist so schön authentisch. Ganz anders als in den sterilen Malls in den Emiraten.
Die Menschen hier konsumieren Dinge, von denen wir nicht die leiseste Vorstellung haben, was das sein könnte. Dabei dachte ich schon, wir kennen Vieles.
Zurück zum Hotel geht es mit der Hochbahn. Die ist nicht unbedingt wahnsinnig preiswerter als eine Fahrt mit Grab. Aber wir wollten sie einfach testen. Was soll ich sagen… die Bahnhöfe und Bahnsteige sind sauber, die Fahrt trotz notwendigen Umstieg so gestaltet, dass wir als Fremde nicht verloren gehen und sogar die Anschlussbahn, ohne orientierungslos durch die Gegend zu irren, finden. Eine Erfahrung die uns wieder einmal reicher gemacht hat.
Der Pool im Hotel lädt uns gar nicht ein. Der ist zwar sicher fotogen, aber das ist alles, womit er glänzt. Es ist voll und laut und das Wasser Sonnencreme-geschwängert.
Deshalb vertilgen wir in der Lounge ein paar Leckerlies: Rainer Sushi und Lachs und ich Spieße mit Erdnusssoße und scharfen Thai-Gurkensalat. Es gibt ja noch mehr. Aber den noch verbliebenen Platz im Magen wollen wir uns für einen Restaurantbesuch im ICON Siam Platz lassen.
Vom Tisch in der 32. sehen wir auch das unscheinbare Peninsula Hotel, wo der Service doch noch ein ganz anderes Niveau und ein unvergleichbares Erlebnis ist. Kurzerhand beschließen wir, der Bar des Peninsula ,direkt draußen am Chao Phraya, einen Besuch abzustatten.
Unsere Vorkenntnisse von den anderen Aufenthalten sind unser Schlüssel. Denn das Hotel befindet sich auf der anderen Seite des Flusses. Auch kennen wir den versteckten Zugang zum Peninsula Pier. Hier steigen wir auf das Hotelboot. Wer hier zusteigt, muss Hotelgast sein - denkt das Personal auf dem Boot. Sofort wird uns gekühltes Wasser serviert, das sich in einer dieser unverkennbaren Alu-Flaschen befindet.
Das wird wiederum zu unserer Eintrittskarte für weitere Bootsfahrten mit dem Hotelboot.
Aber zuerst genießen wir zwei Negronis am Ufer des Chao Phraya, wo selbst die Luft gekühlt wird. Danach nutzen wir den Hotelzubringer zum Icon Siam. Diesem supermodernen Shoppingcenter, dessen Besuch einem Erlebnis gleicht. Hier waren wir schon im letzten Jahr. Und schon damals waren wir geflashed. Wir schlendern durch die Etagen, entscheiden uns gegen Essengehen und sind gerade schon im Aufbruch, als ein Feuerwerk startet.
Auf dem Rückweg lassen wir uns wieder mit dem Hotelboot chauffieren. Und als wir den Bootsführer bitten uns noch zur anderen Seite zu bringen, ist das so gar kein Problem.
Den nächsten Vormittag nutzen wir, um nochmals alle notwendigen Einstellungen im Handy und im Computer für China zu checken und auch noch zu installieren.
Danach spazieren wir noch ein paar Straßen weiter, um uns eine einstündige Fussmassage zu gönnen.
Kurz nach 4pm geht’s mit dem Taxi Richtung Siam Mandarina Hotel. Ein einfaches Airporthotel mit grandioser (und unverstellter) Sicht auf die Start- und Landebahnen des BKK. Dieser Umzug war nötig. Denn morgen in aller Frühe beginnt nun endlich das Abenteuer China. Unser Flug geht schon 9:20am. So ersparen wir uns den Stress der Anfahrt am Morgen.
Am Abend fahren wir wieder in eine dieser Supermalls, wo shoppen eher nebensächlich ist. Es sind Erlebniscenter. So unvorstellbar gross, dass Ikea wie ein unauffälliger Shop dazwischen stehend wirkt.
Heute wollen wir das Essen im MoMoParadise, ein One-Spot-Restaurant, nachholen. Leider ist die Warteliste elend lang. Obwohl niemand davor steht, ist die so lang, dass wir anderthalb Stunden warten müssten.
Wir ziehen enttäuscht ab. Aber unterwegs habe ich einen Japaner entdeckt. Tonkatsu Wako. Hier isst man Tonkatsu. Dazu bestellt sich Rainer Ebi‘s. Zusätzlich gibt es Edamame, Reis und fein geraspeltes Kraut. Und Asahi.
Tonkatsu ist japanisches Schweineschnitzel. Das hat aber nichts mit den uns bekannten Schnitzeln gemein. Für denjenigen, die es noch nie gegessen haben, ist es kaum möglich zu erahnen, von was ich hier schwärme. Das Schnitzel ist etwa zwei Zentimeter dick, ist absolut saftig, die Konsistenz fluffig… einfach Umami.
Ein würdiger Abschluss der Zeit hier in Bangkok.Читать далее

ПутешественникDa wir ja bekanntlich nicht soviel mit Asien am Hut haben, schreibst du hier für uns in Rätseln. 🤷♂️ Trotzdem lesen wir natürlich gerne mit und schauen uns deine tollen Bilder an. 😉

ПутешественникNaja, wir verstehen das schon, können uns diese supermodernen Malls bzw. Erlebnistempel nicht so richtig vorstellen und was da abgeht. 🤷♂️
Auf nach China, nach Guangzhou
16 марта, Китай ⋅ ☀️ 26 °C
Dreiviertel Sechs schrillt der Wecker. Wie hässlich. Kurz vor halb sieben stehen wir abfahrbereit in der Lobby.
Planmäßig 6:35Uhr verlässt der Airport-Shuttle das Hotelgelände. Eine Viertelstunde später stehen wir am Checkin.
Wir haben wieder LH Meilen investiert, um nun in der Royal Silk Class, der BC von Thai Airlines, zu fliegen. Am Schalter des Checkin stehen gepolsterte Hocker. Zum Hinsetzen. Was für ein Service!
Der Fasttrack für diese Klasse ist wirklich „fast“. Der hält uns kaum auf. So sind wir in NullkommaNix in der Lounge.
Das Frühstück… na ja. Ist nicht ganz unsers. Rainers gewohnte Müsli ist ziemlich grobstückig und besteht aus kleinen Küchelchen 🤣 Ich esse ein Löffel Eierreis. Dazu wollte ich Kaffee. Aber der schmeckt furchtbar. Das frische Kokosnusswasser direkt aus der Kokosnuss 🥥, das ist dagegen lecker. Mal sehen was mein Darm dazu sagt…
Wir haben etwas Skepsis, was das Essen in China betrifft. Wir kennen es bisher nur aus Hongkong und Tibet. Beide sind so verschieden. Das Chinesische in Singapore ist definitiv nicht unsers. Ich hoffe ja, dass mich ein Land der Nudelsuppen-Esser erwartet. Nudelsuppen kann ich dreimal täglich essen. Aber Rainer - der ist Brotesser….
Die TG662 hebt fast pünktlich ab. Der Kapitän hat irgendetwas an den Reifen auszusetzen. Hab ich das richtig verstanden? 🙈
Der Flug ist ziemlich wacklig. Ich versuche ihn wegzuschlafen. Nach einer Stunde lasse ich mich mit Lambchops verwöhnen. Aber irgendwie ist mein Magen halb Elf noch nicht ganz in Lunch-Stimmung. Dafür ist der Port super. So ist auch der Wackelflug erträglicher.
Wir fliegen erst über die Insel Hainan. Und später dann, westlich von HKG. Ich sitze auf Sitz K12. Also rechts. Der Blick auf HKG, Lantau und später Szenhzen ist leider nicht ganz wolkenfrei. Beide Ziele sollten eigentlich in unser Programm. Aber trotz 62 Tagen - was sich viel anhört - mussten sie aus dem ursprünglichen Plan wieder gestrichen werden. China ist halt groß. Unvorstellbar groß. Vielleicht ein anderes Mal.
Die Immigration hätte ein Zwei-Minuten-Ding sein können. Schließlich ist man als BC-Passagier einer der ersten am Schalter. Aber vollkommen überzeugt davon, dass ein Visum alles abdeckt, müssen wir wieder zurück und die EntryCard ausfüllen. Die macht man an einem der vielen Pads oder am eigenen Handy, nachdem man vorher den QR Code gescannt hat. Na ja.
Nun stellen wir uns wieder ganz hinten an😐 Die Beamte hat wohl alle Infos auf ihrem Bildschirm. Nur nicht, wo genau wir sein werden. Das will sie noch wissen. Ich zeige ihr meine Numbers-Tabelle und höre nur: „Cool - wow - cool …“ Es folgt ein „Have fun in China“
Draußen wartet unser Fahrer, den wir bei trip.com schon von Zuhause bestellt haben. Das Namensschild klemmt an der Reling. Er nimmt uns zwei Koffer ab und wir folgen ihm zum Auto. Eine edle, lederbestuhlte Hightech- Sänfte, deren Sitze individueller eingestellt werden können als die Sitze im Flieger.
Eine Stunde brauchen wir bis zum Vaperse Hotel. Das liegt im östlichen Stadteil Tianhe. Es ist das moderne Geschäftsviertel.
Nach dem professionellen checkin bitten wir die Angestellte um Hilfe beim Einrichten von WeChat. Noch immer hat Rainer ein Problem mit dieser App. Aber sie kriegen es auch nicht hin.
Das Zimmer in der 29. Etage ist sehr groß. Und obwohl die Einrichtung auf den ersten Blick etwas altbacken wirkt, hat es sehr moderne Features. Da gibt es zum Beispiel gar keine traditionellen Schalter. Es gibt nur noch Drucktasten.
Auf der einen im Bad steht „Curtain“. Aber Curtains gibt es im Bad nicht. Es ist die voll verglaste Scheibe zum Hauptraum, die plötzlich milchig wird.
Auch die Toilette ist intelligenter als unser japanisches Washlet zu Hause. Die spült gleich nach dem Geschäft. Ich warte vorsichtshalber, ob da irgendwo noch ein Laborbericht erscheint - nein, so intelligent ist die Toilette dann doch noch nicht 😉Schön finde ich auch das dezent positionierte Bündel an Kabeln zum Aufladen elektronischer Geräte. Alles in allem gefällt es uns hier. Am besten natürlich die Aussicht.
Nach einer kleinen Ruhepause - ich frag mich jedesmal, was einen an solchen Tagen so müde macht - ist die Sonne schon untergegangen und die Wolkenkratzer nebst dem schlanken Canton Tower, dem Wahrzeichen der Stadt, werden bunt.
Wir brechen auf zu einem kurzen Erkundungsgang. Draußen erwarten uns um die 25 Grad. Nur ein paar weniger als in BKK. Doch so viel angenehmer. Denn die Luft ist eher trocken.
Die Straße vor unserem Hotel ist sauber. Obwohl sie so gut befahren ist wie die heute früh noch in Bangkok, ist irgend etwas seltsam:
Es ist extrem ruhig. Fast wie in einem Stummfilm. Meine Watch meldet eine sehr gute Luftqualität.
Die Menschen auf der Straße, diese Menschen, die uns alle auf Reisen durch ihre aufdringlich laute Sprache und ihr Gehabe oft zur Weißglut bringen, sprechen ruhig. Wahrscheinlich - das ist jetzt meine Theorie - sind sie unsere laute Umgebung nicht gewohnt.
Auf dem riesigen Huacheng Platz hört man sogar eine Katze miauen. Das ist fast schon gruselig.
Wir spazieren bis fast zum Pearl River, vorbei an modernen Gebäuden. Bis zur Opera. Dann kehren wir um.
Gegenüber des Hotels haben wir uns ein kleines Restaurant ausgesucht. Ein Nudelsuppen-Restaurant.
Den QR scanne ich mit Alipay, bestelle da gleich das Essen und bezahle es auch. Fertig. Kostenpunkt: etwa 6€. Kurze Zeit später werden unsere Suppen serviert.
Was für ne Welt…Читать далее

ПутешественникDa schließe ich mich der Beamten doch an: Cool - Wow - Cool, bin gespannt, wie es weitergeht 👍

ПутешественникIch schließe mich Gerd an! Aber ... Frage: vielleicht hast Du es auch schon vorher erklärt: wie / warum hast Du diesen Ort ausgesucht? Wonach bist Du ùberhaupt an die Auswahl der Orte / Strecke gegangen?

ПутешественникWir haben vor Jahren eine Sendung bei ZDF gesehen: Megacities Chongqing (findet man immer noch). Diesen Ort wollte ich unbedingt selbst besuchen. Das war neben Peking und Shanghai mein Grundgerüst. HKG sollte auch dabei sein. Dann „sammle“ ich bei Insta immer interessante Punkte der Welt, die ich mit eigenen Augen sehen will. So kam die Runde zusammen Und als dann klar war, dass wir direkt aus BKK anreisen und für HKG dann doch keine Zeit war, ist Shenzhen wegen der fehlenden Flugverbindung aus BKK auch ausgefallen. So blieb Guangzhou als Start. Im Grunde genommen kennen wir außer HKG gar nichts. Und alles ist eine Bereicherung
Tag 1 in Guangzhou
17 марта, Китай ⋅ ☁️ 28 °C
Zwei ganze Tage haben wir für diese 19-Millionen-Einwohner-Stadt.
Den ersten Vormittag verbringen wir jedoch noch im Hotel. Während Rainer zwei Stunden mit NordVPN chattet - weil die versprochene Leistung gleich null ist -, freunde ich mich mit den hier notwendigen Apps an.
Da wäre zuerst AMap, das Pendant zu Google Maps. Also fast, nur eben ein wenig komfortabler und aussagekräftiger. Sucht man z. B. den Weg zu einem Bahnhof, werden gleich die verschiedensten Eingänge gezeigt, aber auch der Ausgang oder eben, wo genau die Tickets gekauft werden können. Natürlich kann man gleich die verschiedenen Taxis buchen.
Auch Didi ist interessant. Das ist die Taxi-App. Beim Einsatz sieht man, welche Farbe und welches Nummernschild das Auto hat und wo es sich befindet. Aber auch, wenn der Fahrer noch an der Ampel steht und welche Ampelfarbe er hat. Natürlich kann man auch noch Tage später die gefahrenen Strecken nebst gezahltem Betrag abrufen, wie auf einem Kontoauszug. Das ist dann für uns - als „Dauer“-Nutzer - sehr praktisch, um nicht durcheinander zu kommen. Auch gibt es eine sogenannte Wallet, in die man Gutscheine eingespielt bekommt, sei es nach einer Fahrt oder in Verbindung mit einem Essen in einem Restaurant.
Es ist verrückt.
Das Einzige, was mir fehlt, ist so eine Google-Suchleiste. Dafür gibt es die Baidu-App, leider nur auf Chinesisch, und der Übersetzer ist langsam.
Ein recht guter Ersatz ist dann eben Alipay, das eine KI-Taste hat. Damit kann man sich sehr gut behelfen. Natürlich kann man die Ergebnisse in der eingestellten Sprache sehen.
Ich habe dann mal einen Vergleichstest angestellt und Google und die KI-Antwort von Alipay nach dem prozentualen Anteil der E- bzw. Hybrid-Autos auf der Straße gefragt. Die Antworten waren gleich, also nicht etwa geschönt auf der Alipay-Website. Denn nichts ist für mich momentan beeindruckender als die Ruhe auf den Straßen. Man hört die Mopeds nicht und auch von den Autos hört man nur Abrollgeräusche. Nun ist Guangzhou auch Chinas Vorreiter, was die Zulassungszahlen für E-Autos anbetrifft. Wir dürfen gespannt sein, wie es auf der weiteren Strecke unserer Reise aussehen wird.
Mittags starten wir Richtung des historischen Teils der Stadt. Ich habe keine Must-do-Liste erstellt.
Es gibt ein paar Punkte, die ich bei AMap schon mal markiert habe, aber auf die vollständige Abarbeitung legen wir beide keinen Wert.
Wir lassen die Stadt auf uns wirken und fahren für 13,30 ¥ (1,70 €, etwa 9 km, Dauer 20 Minuten) zum Yuexiu Park, der mit einer picobello sauberen und extrem gepflegten Anlage glänzt. Gut besucht ist er. Hier wird nicht gejoggt, hier wird spaziert, Gymnastik gemacht oder aber auch einfach nur mit den Armen gekreist. Und natürlich auch auf den Bänken gesessen und den Enten zugeschaut.
Das Highlight soll die 600 Jahre alte Stadtmauer und die „Fünf-Widder-Skulptur“ sein - eines der Wahrzeichen der Stadt. Unser Highlight ist eindeutig die Sauberkeit und das gepflegte Grün.
Neben dem Park ist ein Grabmahl, das wir besuchen wollen. Wir finden jedoch den Eingang nicht. Dafür ein wunderbares Ambiente in einem alten, echt chinesischen Wohnviertel. Vieles hat gemein mit Japans kleinen Gassen.
Die Shangxiajiu-Fußgängerzone ist unser nächstes Ziel. Es ist eine der ältesten und berühmtesten Einkaufsstraßen in Guangzhou.
Zwei Straßen verlaufen parallel. In der einen wird geshoppt - in der anderen gebrutzelt. Gern würden wir etwas essen, aber was ist das alles genau?
Ich will irgendwas probieren. Die Kanton-Küche soll ja die beste sein. Die Auswahl ist nicht einfach, da ich absolut kein Seafood esse. Irgendwann aber werden wir fündig, sitzen neben Reiskocher, einem Topf in XXXXL-Ausführung und einer Art Teppanyaki-Platte auf der anderen Seite.
Das Essen ist genau meins: Wahrscheinlich ein gekochtes Eisbein in leckerer Soße und Reis sowie undefinierbares Grünzeug.
In der Nebenstraße wird geshoppt. Eigentlich interessiert es uns nicht, aber wir haben unseren Alltagsrucksack vergessen, mitzunehmen bzw. in die Koffer zu packen. Und der ist sicher Made in China. Also wird es doch hier, an der Quelle, möglich sein, etwas Brauchbares zu finden.
Im ersten Shop klebt die Verkäuferin an mir und labert mich zu. Wie ich das hasse! Ich sage ihr mehrfach, dass wir erst gucken wollen, aber sie will es nicht akzeptieren. Da gibt es nur eine Lösung: Wir verlassen den Laden und nehmen den nächsten.
Hier ist die Ware bis hoch an die Decke gestapelt. Der Verkäufer sitzt fast unsichtbar in der Ecke und telefoniert. Er lässt sich von uns Kunden nicht beirren. Wunderbar.
So können wir in Ruhe suchen und finden auch etwas.
„Wo ist die Kasse?“, deuten wir aus der Ferne gestikulierend an. Da zeigt er Richtung Eingang.
Zuerst scannen wir bei Alipay den QR-Code seines Ladens, geben die Kaufsumme ein (die steht ja auf einem Schild) und senden dann den Betrag per Alipay ab.
Für umgerechnet 6 € kann man einfach nichts falsch machen. Oder?
Anschließend lassen wir uns ins Hotel fahren, vorbei an vielen 30- oder mehr Stöckern. Irgendwo müssen die 19 Millionen ja wohnen.
Am Ende des Tages sind wir ziemlich erledigt. So viel Input macht schlapp.
Aber noch ist eine Aufgabe, die wir noch heute erledigen wollten, offen. Wir benötigen eine Festland-Telefonnummer, um eine SIM für die Drohne zu besorgen.
Zuerst vergewissern wir uns im DJI-Shop, ob das der richtige Weg ist und wo genau man die Karte kaufen kann. Ein China-Unicom-Shop befindet sich praktischerweise auf der anderen Straßenseite. Die jungen Berater sind sehr engagiert, aber es gibt irgendwie ein Sprachproblem. Kurz vor Vertragsabschluss erfahren wir, dass deren Aussagen völlig falsch waren. Wir verzichten und versuchen einen anderen Anbieter zu finden. Aber es ist schon 21 Uhr. Das ist so die Zeit, wo auch hier langsam Schichtschluss ist.
Auch die Restaurants schließen nach und nach. Große Auswahl haben wir nicht mehr. Also wird es wieder eine große Schüssel Nudelsuppe. Dieses Mal habe ich mich vertan. Da stand „spicy“ - ja. Aber ich habe ja nicht geahnt, dass eine Suppe so spicy sein kann 🌶️🌶️ 🔥Читать далее

ПутешественникDas funktioniert mit WLAN eh nicht. Man muss auf seine eigene SIM umschalten
Guangzhou Tag 2
18 марта, Китай ⋅ ☁️ 28 °C
Nachdem Rainer von MobileChina zurückkommt, wo er vergeblich versucht hat, eine SIM mit einer chinesischer Mobilfunknummer zu bekommen, starten wir in den zweiten Tag hier in Guangzhou.
Wir wohnen ja im modernen Teil der Stadt, wo sich eben auch das Geschäftsviertel befindet. Mittendrin umringt von modernsten Bauten, liegt die Huacheng Plaza - was übersetzt Blumenstadt heißt.
Der Name bezieht sich dabei auf die Tatsache, dass Guangzhou ganzjährig für blühende Pflanzen bekannt ist.
Auf dem Weg dahin geht es vorbei an einigen Straßenhändlern, die kleine niedliche Tiere verkaufen.
Die dann folgende Kreuzung ist riesig. Aber hier gibt es eine clevere Lösung für Fußgänger. Ja Tunnel gibt es auch anderswo auf der Welt. Aber diese mit in der Mitte offenen Lösung finde ich weitaus angenehmer.
Wir laufen die Plaza vom Norden bis nach Süden ab. Mitten zwischen den modernen Gebäuden herrscht ein absolut futuristisches Ambiente.
So, als wenn wir Teil in einem computeranimierten Video eines Städteplaners sind. Die Wege sind definiert und doch verworren. Wir bewegen uns inmitten unvorstellbar vieler Grünflächen. Und das ist nicht „nur“ Wiese. Das sind gepflegte Gärten mit blühenden Bäumen und Sträuchern. Mittendrin genügend Sitzgelegenheiten. Als Bänke. Oder auch als Sitzsteine.
Über die Sauberkeit werde ich nicht müde zu schreiben.
Es sind Hunderte unterwegs. Wahrscheinlich haben sie Mittagspause. Und dennoch wirkt alles so ruhespendend.
Wir schauen uns in der „Unterwelt“ um. Hier also befinden sich die Restaurants. Die Auswahl ist schier unendlich. Gut besucht sind alle. Aber es gibt auch vollverglaste, moderne und gut besuchte Fitnessstudios. Hier trainiert man also während der Mittagspause.
Dafür finden wir draußen keine Cafés. Das wäre so schön auf diese Weise dem Ganzen hier zu zuschauen. Aber vermutlich macht das keinen Sinn, weil es hier die meisten Monate über sehr heiß ist. Selbst heute - Mitte März - sind es mittags knapp 30 Grad.
Weiter südlich stehen auch die architektonisch markanten Gebäude wie das Guangzhou Opera House, Guangdong Museum, Guangzhou Library.
Am Perl River angekommen soll’s mit Taxi wieder in den historischen Teil gehen. In die Beijing Street.
Die aber beschreibt ein Gebiet.
Die Bestellung des Taxis gestaltet sich deshalb schwierig, um nicht zu sagen nervenaufreibend. Denn den Namen findet Rainer nicht. Man könnte das Ziel ja manuell suchen. Aber die Sonne blendet - der Schweiß läuft - Rainers Handy mittlerweile glühend - ich genervt… Na wie das manchmal so ist. Also übernehme ich die Aufgabe. Und et voila - das Taxi kommt.
Unser Ziel ist heute eine weitere Fußgängerzone, die bereits 214 v. Chr., also während der Qin-Dynastie angelegt wurde. Damals war sie Teil der antiken Nord-Süd-Achse der Stadt.
Ein Teil des einstigen Weges ist heute unter Glasplatten, so dass man die Beschaffenheit der damaligen mittlerweilen Jahrhunderte alten Strasse sehen kann. Es sind Teile aus der Tang-, Ming- und Qin-Dynastie sichtbar, weshalb sie auch „Millennium-Straße“ genannt wird.
Uns gefällt die Promenade noch besser als die Gestrige. Sie ist lebendiger. Dafür auch lauter. Aus jedem Laden dröhnt entweder Werbung oder Musik. China live eben.
Zwischendrin wechseln wir in ein Café in einer Parallelstrasse, wo wieder himmlische Ruhe herrscht. Wo sich Einheimische auch mal ein Nickerchen gönnen.
Noch einmal gehen wir zur Promenade und fotografieren die Häuser, die noch den Schmuck vom Neujahrsfest tragen. Dieses Jahr ist das Jahr des Feuerpferdes. Überall klebt oder steht Schmuck zum Thema Pferd. Natürlich im China-Look. Also grellbunt oder im Comicstyle.
Eigentlich soll jetzt Schluss sein und wieder zurück gehen.
Als wir aber nach dem kürzesten Weg zur Straße suchen, entdecken wir ein chinesisches Tor. Vollkommen übersehbar zwischen Häusern eingepfercht. Keine Ahnung was uns angetrieben hat, uns dem Tor anzunähern. Jedenfalls könnte keine Überraschung größer sein, als sich hinter diesem unscheinbaren Tor eine 1.200 m² große Fläche eröffnet, auf dem sich der Dafo-Tempel (Big Buddha Temple) befindet. Dieser ist unglaubliche über 1.000 Jahre alt und ist im Laufe der Zeit einfach von normalen Wohnhäusern umbaut worden.
Was für ein Monstrum an Tempel!
Wunderschön und beeindruckend zugleich.
Nun geht es wirklich zurück.
Am Ende der Promenade sind wir nicht die Einzigen, die auf ein Taxi warten. Es ist generell ziemlich trubelig hier.
Und ich muss unwillkürlich an die in Deutschland gezeigten Reportagen aus China denken, in denen uns berichtet wird, wie hart man Menschen für Vergehen aller Art bestraft. Jedes Vergehen bedeutet Verlust ihres Sozial-Scores.
Ein Vergehen ist da zum Beispiel bei Rot über die Straße zu gehen. Alles ist möglich, durch die intensive Kameraüberwachung.
Hm. Jetzt, wo ich hier stehe, frage ich mich, ob das wirklich so ist. Ich sehe laufend Verkehrssünder. Menschen, die bei Rot die Straße überqueren, Mopedfahrer die verkehrswidrig unterwegs sind usw. Riskieren sie wirklich alle ihren Sozial-Score?
Ich recherchiere etwas und finde heraus, dass es dieses System bisher nur in einer Stadt, in Rongcheng, in der Erprobungsphase gibt. Und es geht dabei um schwere Verstöße und Verbrechen. Nicht um solche Kleinstvergehen.
Übrigens gibt es auch in Deutschland solche Erprobungsphasen für Überwachungstechnologien an Kreuzungen, insbesondere zur Erkennung von Verkehrsverstößen.
Ein Beispiel ist das Pilotprojekt mit „Monocam“-Kameras in Mainz, die Handynutzung am Steuer erfassen und automatisch an die Polizei melden. Diese KI- gestützte Technologie wurde zuvor in den Niederlanden erfolgreich getestet . Ein weiteres gibt es in Berlin. Und natürlich in einigen anderen Städten.
Für den Abend habe ich Tickets für den Canton Tower gekauft. Wir wollen auf die höchste Aussichtsplattform der Welt. Die befindet sich in einer Höhe von 488 Metern und übertrifft um 36 Meter die Plattform auf dem Burj Khalifa in Dubai.
Oben angekommen bin ich eigentlich total enttäuscht. Denn die Aussicht von der 107.Etage ist stark eingeschränkt durch die „Rippen“ des Baus. In der 108.Etage befindet sich die Freiluft-Plattform. Hier steht das weltweit höchste Fahrgeschäft. Gondeln umkreisen den Turm. Leider sind die gerade „under maintainance“.
Ein weitläufiger freier Blick ist deshalb auch hier nicht möglich.
Die Enttäuschung wird getoppt von der Tatsache, dass es nur zwei Aufzüge gibt, die jeweils nur zwölf Besucher aufnehmen. Auch wenn die Abfahrt nur 1:38 Minuten dauert - eigenhändig gestoppt 😉 - stehen wir gefühlt ewig an.
Ewig warten wir auch auf das Taxi. Weil: klar - auch hier sind wir nicht allein unterwegs. So kommen wir viel zu spät zum ausgesuchten Restaurant, das „schon“ um Neun schließt. Verhungern müssen wir dennoch nicht. Wir finden um die Ecke ein anderes.
Später als geplant sind wir wieder im Zimmer. Das Packen verschieben wir auf morgen früh.
Morgen erwartet uns eine weitere Herausforderung: Checkin am Bahnhof.Читать далее
Yangshuo in der Provinz Guangxi
19–23 мар., Китай ⋅ ☁️ 18 °C
Wir verlassen die Provinz Canton und fahren gen Westen. Für wenige Tage werden wir in der Autonomen Region Guangxi weilen.
Autonome Regionen sind höchste Ebenen ethnischer Selbstverwaltung in China und bieten besondere Rechte. Damit ist so eine Autonome Region direkt der Zentralregierung unterstellt. Genau wie Provinzen. Guangxi ist erst seit 1958 eine Autonome Region.
Eine der Hauptattraktion Guangxi‘s ist „Fenglin“. Fenglin heißt übersetzt Gipfelwald. So werden diese isoliert stehenden Karstberge hier genannt.
Wer kennt nicht das Bild des Fischers auf einem Bambusfloß der einen Kormoran hält und im Hintergrund ragen diese Karststeine aus der Erde?
Für uns ist es der vierte Anlauf die Dramatik der Karstberge einzufangen. Zwei Mal waren wir schon bei Nebel und Regen in Vietnams Tam Coc. Hier wo diese Landschaft die südliche Flanke bildet. Und bei schönstem Wetter waren wir dann im April 2025 in Bản Giốc. Das liegt direkt an der chinesischen Grenze. Und schon damals war mir klar: Ich will die chinesischen Karstberge auch sehen.
So kam der Ort Yangshuo ins Spiel. Ein Hotel so mittendrin ist auch schnell gefunden.
Während uns also Guangzhou noch bei kuschelig warmen Temperaturen verabschiedet, empfängt uns zwei Stunden später, 300 Kilometer westlich, Yangshuo bei knallharten 16 Grad. Das Wetter ist mies.
In meinen Sandalettchen und T-Shirt stehe ich temperaturtechnisch praktisch am Nordpol.
Das Taxi ist leider nicht mehr so komfortabel wie in der Großstadt. Und da chinesische Taxifahrer keinen Schmerz damit haben, ihr Auto vollzurauchen und den Gast dann bei offenen Fenstern durch die Gegend zu kutschieren, bin ich schon unterwegs total durchgefroren.
Beim Blick aus dem fahrenden Auto fühlen wir uns beide nach Vietnam
versetzt. Es sieht keinen Deut anders aus. Es sind die flachen stilistisch gleichen Häuser mitten zwischen den Feldern, die genauso aussehen.
Nur die Karststeinsäulen - die sind hier anders. Dichter beieinander und deutlich höher.
Unser Boutique Hotel ist definitiv ein Glücksgriff. Das Zimmer ist für mich der Inbegriff für Japanische Raumkunst. Die Aussicht durch vollverglaste Wände zu zwei Seiten entschädigt für alles. Es ist ein Traum.
Eine heiße Dusche später ist dann auch klar: Ich habe eine Erkältung.
Und so bleiben wir den ersten verregneten Tag im Zimmer. Beziehungsweise im Hotel. Es ist zu schön um es zu verlassen.
Auf der gleichen Etage befindet sich ein Café. Es scheint ein In-Café zu sein. Jedenfalls lungern wir auch hier mehrere Stunden ab und beobachten, wie all die schönen Fotos von kleinen Chinesinnen entstehen. Da kann man echt noch etwas lernen. Da spielt der Kaffee im niedlichen Becher so keine Rolle.
Da wird auch mal die Deko hin und hergeschoben, damit das Bild genial aussieht. Es geht um - zugegeben - schöne Selfies.
Zu Zeiten als ein Film noch 36 Bilder hatte, wären wohl viele Filme draufgegangen.
Nachdem wir am ersten Abend im Hotel dinniert haben, trauen wir uns am zweiten in das angesagte Cave Restaurant. Das liegt direkt in einem dieser Karststeine. Es ist ziemlich groß und ich will ganz ehrlich sein: so ganz wohl ist es mir in so einer Höhle nicht.
Das Geschirr auf unserem Platz ist eingeschweißt und wir fragen uns, ob das gerade gekauft wurde.
Nein - ist es nicht. Da ist ein Klebchen drauf, dass und wann es desinfiziert wurde. Abgesehen, dass das Personal total lustlos unterwegs ist, wird erst die Reservierung angenommen, um uns eine Viertelstunde später mitzuteilen, dass diese Speise ausgegangen ist. Für diesen „Wechsel“ stehen dann auf der Rechnung 10¥ Mehrpreis.
Das im Netz gelobte „lokale Essen“ kommt nach und nach. Der Reis wird vollkommen vergessen aber nach viel Winken nach einem Kellner dann doch noch nachgeliefert. Eine Speise ist dann doch wieder etwas anderes… also nee. Leute!
An der Kasse müssen wir die Rechnung etwas modifizieren lassen. Und dann haben wir noch etwas mehr Spaß mit dem Übersetzter. Denn man berechnet uns das Geschirr. What???
Als Rainer dann fragt, ob wir das dann mitnehmen dürfen, kriegen sie einen Lachkrampf. Na ja. So ist das mit den Grenzen einer KI. Wahrscheinlich ist diese Gebühr so etwas wie dieses „coperto“ in Italien bzw. in Frankreich.
Am zweiten Tag ist es nur noch bewölkt. Also machen wir uns mit dem Moped auf in das 300.000-Einwohner-Örtchen Yangshuo. Für chinesische Verhältnisse also ein Dorf. Hier lebt man vom Tourismus. Dabei sind nicht wir Ausländer gemeint. Westliche Besucher kann man - uns eingerechnet - an einer Hand abzählen. Es geht um Landsleute.
Hier leiht man sich Trachten der Minderheiten aus und macht natürlich Aufnahmen von sich selbst. Die gefühlten Minusgrade spielen keine Rolle. Die Mädels sind tough und stehen auch Modell in einem Nichts an Kleidung.
Wir drehen eine Runde auf dem Gelände und entscheiden, mit dem Taxi weiterzufahren. Denn wie sich herausgestellt, war ich beim Packen dieses Mal ziemlich kopflos und habe keine einzige Jacke mit 😐
Etwa vierzig Minuten außerhalb des Ortes befindet sich die Ruyi Cable Car Scenic Area.
Wir über 60Jährigen zahlen übrigens nur die Hälfte - also etwa 12.50€ pP was definitiv für das, was wir geboten bekommen, viel zu wenig ist.
Das Abarbeiten der Warteschlange geht eigentlich recht zügig. Dennoch schleust man uns durch eine Schnellreihe. Wahrscheinlich weil wir die einzigen „Aliens“ hier sind. Alle anderen Besucher sind Einheimische.
Hier kann man nicht nur mit der Seilbahn über einige Kaststeine fahren, um dann auf einem 400 Meter hohen Stein auszusteigen, sondern auch noch über Hängebrücken laufen, die teilweise im Boden verglast sind.
Natürlich wäre es schöner, wenn der Himmel irgendwie etwas dramatischer wäre. Von mir aus mit deutlichen Wolkenkonturen. Oder
Nebelschwaden. Aber dieser Matschepampen-Himmel macht die Bilder langweilig.
Dennoch werden wir am Ende des Tages happy über den Besuch sein und letztendlich wird dieser Tag zum Highlight des gesamten Aufenthaltes hier.
Nach drei Nächten verabschieden wir uns von unserer liebevollen Rezi-Dame, die uns noch mehr als ein Kilo frisch- und selbstgepflückte Mandarinen aus den Bergen in die Tasche füllt.
Schön war’s !
Mit einer Zugfahrt - sozusagen in Lichtgeschwindigkeit von zwanzig Minuten für 80 Kilometer - fahren wir mit dem Zug nach Guilin.
Hier ist das Wetter noch mieser. Es regnet zeitweise Bindfäden.
Das Hotel dagegen ist toll. Sowohl der Ausblick als auch die Ausstattung ist erwähnenswert.
Das Hotel ist ein Ort für Technikverliebte. Wir kommen aus dem Staunen nicht raus. Nicht nur über jedes Element in unserem Zimmer sondern auch, als ein Servierroboter an uns vorbeihuschelt und in den Fahrstuhl „steigt“, um eine Bestellung aufs Zimmer zu bringen.
Der Raum ist ganz asiatisch eingerichtet. Ich würde sagen Japanisch. Aber vielleicht sind auch Chinesen so eingerichtet.
Der Teil, wo unsere Betten stehen, befindet sich auf einem Podest. Da tritt man niemals mit Schuhen drauf. Leider vergesse ich die Stufe und stürze der Länge nach ziemlich unglücklich auf den 15 Zentimeter tieferen Boden. Ob die Stunde chinesische Massage die Blessuren irgendwie ausbügeln kann - weiß ich noch nicht.
Am nächsten Morgen geht’s weiter. Aber das wird ein anderer Footprint. Eins kann ich aber schon verraten: Es wird wieder herrlich warm.Читать далее

Путешественник
Ist das schön! Genial! Ich sehe schon, obwohl China Nr. 1 erst übermorgen startet, will ich da nochmals hin. Diesen Ort will ich auch sehen. Diese tollen Karststeine waren uns noch nie vergönnt.

ПутешественникDie sind schon beeindruckend. Das Problem ist einfach das Wetter. Von vier Karststeinbesuchen hatten wir erst einmal Sonne

ПутешественникSchade. Ich habe auch Angst um das Wetter. Kann nur hoffen, dass unsere online Wetterdienste komplett falsch liegen. Eigentlich ist jetzt Trockenzeit mit viel Sonne und kein Schnee/Regen. Wir haben die online Einreisegenehmigung mit dem QR Code. Passt alles. Es kann losgehen.
Zugfahren in China
20 марта, Китай ⋅ 🌧 27 °C
Normalerweise ist eine Zugfahrt nicht erwähnenswert.
Aber eine Zugfahrt in China schon. Denn hier ist so einiges anders.
Nachdem ich das System des Buchens, Reservierens und der Ticketausstellung kapiert habe, quäle ich mich weiter durch die Materie. Das Problem sind die Bahnhofsnamen.
Guangzhou z.B., wäre einfach.
Aber da gibt es Guangzhoubaiyun, Guangzhounan, Chongqingxi…etc.
Sind das jetzt andere Orte, die nur ähnlich klingen? Womöglich in einem völlig anderen Teil Chinas?
Es dauert ein wenig, bis ich in dem langen Buchstabensalat ein System erkanne:
Am Ende eines jeden Ortsnamens hängt die Himmelsrichtung dran.
So sind meine ersten chinesischen Vokabeln nicht Guten Tag oder Danke sondern Himmelsrichtungen.
Bai, dong, nan und xi - stehen für Norden, Osten, Süden und Westen. Damit wird alles klarer. Denn fast jede Stadt - die großen sowieso - hat mehrere Bahnhöfe.
Dass der Ticketkauf anders abläuft als bei uns, das hatte ich schon geschrieben.
Nun. Zwei Tage vor Abfahrt haben wir immer noch keine bestätigten Tickets von Guangzhou nach Yangshuo. Wir könnten sofort welche in der 2. Klasse haben. Aber ich wollte ja unbedingt in der 1.Klasse oder BC fahren.
Und weil ich nun hier vor Ort gelernt habe, dass sich die Bahnhöfe eh nicht um die Ecke befinden, sondern man immer ein Taxi für die Anfahrt benötigt, storniere ich die Buchung, erhalte binnen Minuten die schon gezahlte Summe aufs Konto zurück und buche einen G-Zug aus dem Süden Guangzhou‘s. Also von Guangzhounan - Yangshuo.
Eine halbe Stunde braucht das Taxi vom Hotel zum Bahnhof. Die Bilder, die ich im Netz über die Größe eines „normalen“ Bahnhofs in China gesehen habe, waren nicht übertrieben.
Das Gebäude ist tatsächlich riesig. Bevor man aber überhaupt zum Bahnhof gelangen kann, wird der Pass kontrolliert, denn der ist mit dem virtuellen Ticket gekoppelt. Chinesen weisen sich mit ihrem Ausweis aus.
Wer also nicht mit dem Zug fahren wird, hat auf dem Bahnhof nichts zu suchen. Das finden wir sogar prima. Dann lungern auch keine komischen Gestalten rum. Das heißt, spätestens hier verabschiedet man seine Begleiter.
Am gleichen Schalter wird das Gepäck gescannt. Genau wie am Airport. In einem unserer Koffer scheint etwas gefunden worden zu sein. Es geht an die Scheren und Messer. Die haben wir in unserem Campingbesteck. Jede einzelne Klinge wird abgemessen. Drei Messer haben eine Klinge, die länger ist als 6cm. Das heißt, sie dürfen nicht mit. Wir müssen sie hier abgeben. Mein über 25 Jahre altes Schnippelmesser und zwei Zackenmesser für’s Grillgut😢.
Letztendlich ist es meine Schuld. Ich hätte mich mit den Beförderungshinweisen befassen müssen. Nun haben wir den Salat.
Die Beamtin hat ein gutes Herz und schlägt vor, sie per Express-Sendung zum nächsten Hotel zu transportieren. Aber das ist letztendlich keine Lösung. Wir werden noch viele Male Zug fahren. Also lassen wir die Messer zum Airporthotel Shanghai in Pudong senden, wo wir Mitte Mai sein werden. Aber was kostet das? Das weiß niemand. Dann aber erscheint der Expressbote und kassiert 16¥ ab, was so was wie 1.94€ sind.
Die Beamtin wird mein Kontakt per WeChat und sendet mir später ein Foto von der Sendung.
Ich greife bei der Story etwas vor:
Das Hotel in Shanghai muss kontaktiert werden. Ich habe es bei Booking gebucht. Aber über diesen Chat kann ich kein Foto senden. Also hilft mir die Rezi aus dem nächsten Hotel. Das Hotel sendet mir den WeChat Kontakt - wir werden „Freunde“ - ich sende das Foto - und nun? Nun sind wir gespannt, ob diese Aktion ein gutes Ende haben wird.
Ok. Nun gilt es herauszufinden, wie es weiter mit unserer ersten Zugfahrt geht. Wir sind natürlich viel zu früh da. Aber das ist nun mal unser erstes Mal Zugfahren in China.
Es gibt wie schon erwähnt keine Papiertickets. Alles was man vorerst wissen muss, ist die Zugnummer.
Auf größeren Bahnhöfen, mit mehreren Zugängen zum Zug auch die Wagonnummer.
Auf der riesigen Tafel, die von der Decke hängt, ist alles wunderbar aufgelistet. Die wichtigen Worte sind auch in Englisch zu lesen. An kleineren Bahnhöfen muss man sich eben mit dem Übersetzter behelfen. Aber hier in Guangzhounan, einem vergleichbar großen Bahnhof wie der Airport BER, ist auch für die wenigen Nichtchinesen gesorgt.
Der Wartebereich ist gut besucht.
An den Seiten verkaufen Restaurants Snacks und allerhand Speisen. Denn Chinesen essen gefühlt immer. Wahrscheinlich gibt es hier auch so etwas wie Lounges etc. Aber beim ersten Mal ist uns das alles Schnuppe.
Unser Gate ist hier 27A. Diese Info bekam ich per Hinweis bei Trip.com, wo ich die Tickets gebucht habe. Aktualisierungen werden natürlich nachgeschoben.
Der Zugang zum Bahnsteig ist für uns noch gesperrt. Da dürfen wir erst etwa zehn Minuten vor Abfahrt hin.
Bei Lichte gesehen ist das eine clevere Vorgehensweise. Auf dem Bahnsteig selbst befinden sich nur die Passagiere, die mit dem einschiessenden Zug fahren werden. Kein Drängeln. Kein Behindern. Kein Durcheinander. Die ankommenden Passagiere werden über einen anderen Ausgang geführt. Ähnlich dem Prinzip am Flughafen.
Ich schreibe dieses hier nach genau zwei Erfahrungen. Einmal mit Start in Guangzhounan, einem Großstadt-Bahnhof und mit Start in Yangshuo, einem Kleinstadt-Bahnhof. Die Vorgehensweise ist immer die Gleiche.
Beide Male sind wir in der 1.Klasse gefahren. Es gibt eine 2-2 Bestuhlung. Die Sitze sind saubequem und in der Neigung verstellbar. Einen kleinen Tisch zum ausklappen gibt es auch.
Kurz nach dem der Zug abgefahren ist, kommt eine Zugbegleiterin und bringt eine Snackbox und eine Flasche Wasser. Auch wenn man nur eine kurze Strecke fährt.
Die Fahrt selbst ist sehr ruhig.
Die 280 und mehr km/h sind nicht zu spüren.
Bequemer kann man nicht reisen. Auch nicht kostengünstiger.
Für die Strecke von Guangzhounan nach Yangshuo zahlen wir 38€ pP.
2:03h braucht der Zug für 379 Kilometer mit vier Stationen.
Von Yangshuo nach Guilinxi sind es 80 gefahrene Kilometer. Dafür braucht der Zug genau 20 Minuten bei einem Kostenpunkt von knapp 8€pP.
Genau fünf Minuten bevor unsere Station erreicht ist, erhalte ich auf meiner Watch den entsprechenden Hinweis. Technik die begeistert.
Dass die Züge pünktlich sind, ist selbstverständlich. Was sonst? Die Schienen sind ja schon da und der Plan tagtäglich der Gleiche 🤷♀️Читать далее

Путешественник
Klasse, da könnten wir uns in jeder Beziehung eine Scheibe von abschneiden… von der Pünktlichkeit mal gar nicht zu reden

ПутешественникDa kommen wir nie hin. Schon wie zivilisiert die anderen Passagiere in der Reihe stehen um erst zu warten bis der Zug kommt und dann geordnet einzusteigen.

ПутешественникDa könnte man ja glatt zum Bahnfahrer werden. Hier in Deutschland bin ich nach jeder Bahnreise erst mal für die nächsten Jahre wieder bedient. Da klappt nichts, von hilfreichen Mitteilungen auf die Watch braucht man gar nicht erst reden. Trotzdem hört sich das alles natürlich auch etwas verwirrend an. Aber ihr habt das ja schon mal gut hingekriegt 👍

ПутешественникVor der Reise habe ich die Vorgehensweise in anderen Berichten gehört und war ziemlich angespannt. Aber nach dem wir im Zug saßen, dachte ich : Es ist eigentlich alles logisch. Und die zehn Minuten auf dem Bahnsteig reichten aus um auch den richtigen Wagon zu erreichen.
DongFengYun in Yunnan
23–25 мар., Китай ⋅ ☀️ 24 °C
Es geht in die Provinz Yunnan.
Für die knapp 700 Kilometer brauchen wir dieses Mal ganze 6:25h. Denn wir fahren mit einem D-Zug.
D-Züge sind die zweitschnellsten Bullettrains, deren Höchstgeschwindigkeit die 250kmh-Marke nicht überschreiten kann.
In der 1.Klasse gibt es keine dieser neckischen Snackboxen nebst Wasser. Die Sitze sind breit, aber nicht so bequem wie die in den G-Zügen.
Schon während der Fahrt beschließe ich deshalb, die gekauften Tickets für weitere Fahrten unserer Reise zu prüfen und gegebenenfalls gegen G-Züge einzutauschen.
Die Provinz Yunnan befindet sich westlich von Guangxi (die Provinz welche wir gerade verlassen haben). Mit ihren 47 Millionen Einwohnern ist Yunnan die 8. größte Provinz Chinas.
Es hat eine Besonderheit. Yunnan grenzt an die Provinzen Sichuan, Guizhou, Guangxi, Tibet sowie an die Länder Myanmar, Laos und Vietnam. Die Ländergrenzen stellen die Provinz und natürlich China vor eine große „Herausforderung“ - wie es hier genannt wird. Wir würden schlicht und ergreifend sagen: Es gibt ein großes Problem. Denn am „Goldenen Dreieck“ kämpft man mit Drogenschmuggel, illegaler Migration und grenzüberschreitender Kriminalität.
Wir aber fahren nicht in Grenznähe. Wir legen einen zweitägigen Zwischenaufenthalt in Mile, südlich der Provinzhauptstadt Kunming, ein.
Kurz vor Mile stabilisiert sich endlich das Wetter in die richtige Richtung: Sonne mit etwas über 25 Grad.
Mile liegt auf 1.400 Metern Höhe. Hier beginnen wir auch unsere langsame Höhenanpassung. Denn in elf Tagen werden wir in 3.500 Metern sein.
Aber erst einmal genießen wir DongFengYun.
Am Bahnhof angekommen gilt es, sich durch eine Armada der aufdringlichen Taxifahrer zu kämpfen. Alle wollen uns als Gäste haben. Das wollen wir wiederum nicht. Wir wollen ein bei Didi geordertes Auto.
Mile befindet in der Honghe Hani und Yi Autonomous Prefecture. Also einem autonomen Bezirk in einer Provinz. Langsam wird’s also kompliziert 😉
Wir wohnen etwa eine Viertelstunde vom Bahnhof entfernt. In einem Kunst- und Kulturkomplex entworfen vom Künstler & Architekt Luo Xu.
Was genau das bedeutet, war mir beim Buchen nicht ganz bewusst.
Es war ein Foto bei Instagram mit Gebäuden, die ich einfach mal sehen wollte. Es befindet sich im Weingebiet Yunnans.
Wir steigen im DongFengYun Hotel Mi'Le - MGallery Collection ab. Ein AllAccor Hotel. Eins das zum Komplex gehört. Alle anderen Unterkünfte befinden sich außerhalb.
Der Zugang zum Hotel führt durch eine Art Kuppel-Gewölbe, das an der Decke einen kreisrunden Ausschnitt hat. In der Mitte ist eine Wasserinstallation. Die Akustik gleicht der in Singapore‘s Rain Oculus.
An der Rezeption stehen drei Angestellte, die mit ihren dünnen Michael-Jackson-Nasen fast gleich aussehen. Sind die überhaupt echt? Ja sind sie. Roboter würden besser englisch sprechen. Nur eine kann uns einweisen. Muss aber ständig dabei kichern, weil sie merkt, wie furchtbar ihr Englisch ist. Nun. In einer weltweit vertretenen Kette habe ich einerseits erwartet, dass man Englisch beherrschen muss. Andererseits will ich nicht so streng sein. Denn abgesehen davon, dass Mile eh weit ab von typischen Touristenpfaden liegt, kommt hier wohl sehr selten ein Ausländer her. Jedenfalls bleiben wir während des gesamten Aufenthaltes die einzigen Langnasen.
Unser Zimmer ist sehr groß. Es ist modern eingerichtet, es gibt viele Ablagen und auch sonst gibt es Nix zu meckern. Na ja vielleicht doch. Die Toilette ist nicht intelligent. So werden übrigens hier die Washlets genannt.
Vom Balkon haben wir den Blick auf das gesamte Gelände.
Es sind rote Ziegelbauten mit einer einzigartigen Architektur.
Die sonderbaren Formen, die Weinflaschen gleichen, die - wie mir Alipay’s KI verrät - ganz ohne Stahl und ohne Nägel gebaut wurden, sind extrem interessant anzusehen.
Das gesamte Gelände ist voller dieser aussergewöhnlichen Bauten. So etwas habe ich in China nicht erwartet.
Wir haben kein Programm und lassen uns von der Umgebung unterhalten.
Da wäre zum Beispiel die Hotelanlage. Die ist riesig. Und hat laut Flyer eine Poolfläche von 1.200 qm. Nicht schlecht. Schlecht ist nur, dass man vergessen hat, den kaskadenartigen Pools beheizbar zu gestalten. Bei 19 Grad (so stehts auf der Tafel) gehen selbst Badenixen wie Rainer nicht ins Wasser. Dafür sind sie fotogen.
Fotogen ist übrigens alles hier. Den nächsten Tag nutzen wir, um den gesamten Komplex zu erkunden. Der ist wie ein Erlebnispark mit vielen Attraktionen nebst Shuttleservice eingerichtet und der Eintritt natürlich kostenpflichtig. Für uns Hotelgäste ist alles kostenlos nutzbar. Sowohl die Museen, weitläufige Gartenanlagen als auch all die Ausstellungen.
Erwähnen muss ich noch das riesige Doppelrestaurant. Eins soll die asiatischen Gäste bedienen. Eins die Westlichen. Aber egal wo man sitzt: Man bekommt überall alles. Die Auswahl ist nicht sehr groß. Vor allem aber auch weil man unter „westlich“ Burger versteht. Und das ist so gar nicht unsers. Am ersten Abend esse ich asiatisch - Rainer Lachs. Der gewünschte Salat ist „out“. Am folgenden Abend ist der gleiche Salat auch wieder „out“. Mein Filet aber auch. So wählen wir notgedrungen beide das Ribeye. Das Ganze ist dem Restaurantmanager sichtlich unangenehm. Zudem mangelt es auch ihm an guten Englischkenntnissen. Auch dafür entschuldigt er sich. Aber ja. Wir haben ja Verständnis. Plötzlich erscheint er mit einer Flasche Rotwein. Und weil wir lieber Weißwein trinken tauscht er ihn fix aus. Es sei ein Geschenk des Hauses. Während ich eine süße Plörre erwarte, werde ich eines Besseren belehrt. Der Wein ist zwar solo nicht wirklich unser Ding. Zum Essen aber passt er hervorragend! Wie dafür gemacht. Und mittendrin, während wir also noch essen, erscheint der Chef mit dem gewünschten Salat. Dem, der gestern und heute „out“ war. Die Avocado war’s weshalb sie nicht liefern konnten. Und nun war sie da. Wahrscheinlich wurde ganz Mile abgefragt, ob irgendjemand noch eine Avocado im Lager hat.
Na ja. Wir waren letztendlich tief berührt von so viel Aufmerksamkeit.
Nach zwei Nächten verlassen wir diese Gegend, die wir so in China nicht erwartet haben.Читать далее
Ni hao Kunming
25 марта, Китай ⋅ ⛅ 22 °C
Eine Dreiviertelstunde Zugfahrt braucht‘s und schon sind wir in Kunming. Der größten Stadt Yunnans. Mit 8 Millionen Einwohnern eher nicht zu den ganz großen in China zählend.
Der Bahnhof heißt Kunmingnan.
Nan steht für Süden. Das heißt, wir brauchen ein Taxi in die City. Und genau wie schon in Mile sind die wartenden Taxifahrer wie Schmeissfliegen. Einer fasst die ganze Zeit schon meinen Koffer an. Ich bitte ihn immer und immer wieder diesen loszulassen. Aber das interessiert ihn nicht. Dann haue ich ihm einfach auf die Finger. Eine Taxi-Frau lacht sich kaputt darüber.
Ich bin genervt und frage in seinen Übersetzer, was er daran nicht versteht, wenn wir Nein sagen. Erst dann gibt er auf.
Das aber wird die einzige unschöne Erfahrung in Kunming.
Unser Didi-Auto ist wieder ein Komfortables. Ein chinesisches E-Auto. Leise und gediegen. Eine Stunde dauert die Fahrt bis wir im Hotel sind. Unterwegs tangieren wir moderne Vielstöcker. Nicht selten sind dies Wohnhäuser, die 30 bis 40 Etagen haben. Ich sag mir immer: Irgendwo müssen die Leute ja wohnen.
Im Hotel „Cachet Boutique Kunming Artime“ - was für ein Name! selbst AMap hat Probleme es zu finden - spricht man sehr gutes Englisch.
Das zugewiesene Club-Zimmer in der 3. tauschen wir gleich wieder ein. Die Aussicht auf eine gemauerte Wand haben wir nicht gebucht.
Kein Problem. Wir kriegen das Gleiche in der 6. Etage. Mit Fernsicht.
Das Haus steht in einem Art-Komplex. Was immer das auch heißt. Wahrscheinlich sind die Klinkerbauten damit gemeint.
Ok. Ich will nicht meckern, denn die Lage ist wunderbar.
Nachdem wir uns nämlich vom Reisen kurz erholt haben, spazieren wir gleich unsere Straße, die Shulin Street, gen Norden. Es sind nur wenige Schritte zum Zentrum.
Alles was wir nun sehen, ist so wie ich mir China vorgestellt habe.
Mir geht das Herz auf.
Ein schriller Mix aus (super) Moderne und Altem.
An der Jingbi Road - eine vielspurige Straße mit dem quirligen Geschehen einer Großstadt - beginnt die Nanping Fußgängerzone.
Und was für eine!
Hier gibt es alles. Noch modernere Bauten umringt von solchen chinesischen niedrigeren Häusern, wie wir Chinabesucher es sehen wollen.
Und die Passage ist extrem gut besucht. Da müssen wir erst mal schauen welchen Wochentag wir heute haben… Ah ja - Mittwoch.
Ok. Was ist hier wohl an einem Feiertag los?
Auch Kunming scheint außerhalb der Touristenpfade zu sein. Wir sind die einzigen westlichen Besucher. Der ein oder andere ruft uns ein Hallo zu. Zwei junge Mädchen trauen sich uns anzusprechen. Sie möchten ein Foto mit uns haben.
An einem Stand kaufen wir uns eine Nudelspeise. Hm. Lecker. Aber kalt. Wir wollten etwas Warmes.
Bei einer derart großen Auswahl fällt uns es dennoch schwer etwas zu kaufen. Meist wissen wir trotz Übersetzer nicht was das sein soll. An einem Schild steht „snail“.
Snail? heißt das nicht Schnecke?
Ich will gar nicht erst wissen wie Schnecke 🐌 schmeckt.
Dann entscheiden wir uns für ein Reisgericht. Da kann man nichts falsch machen.
Denken wir.
Nach dem ersten Löffel speie ich Flammen🔥 Boa!!! Ist das scharf. Also kaufen wir die gleiche Speise noch einmal. Aber bitte ohne Chili!
Als wir uns auf den Rückweg machen ist es schon dunkel. Es herrscht ein sehr angenehmes Klima - es sind immer noch über 20 Grad und der Jinbi Platz ist voller Menschen.
Die zwei Tore mittendrin sind unglaublich schön und fotogen dazu.
Sie heißen Jinma-Tor (金马坊) und Biji-Tor (碧鸡坊). Beiden wurden während der Ming-Dynastie erbaut und symbolisieren die Berge Jinma (Goldenes Pferd) und Biji (Jadefasan). Alle 60 Jahre - immer im Jahr des Hahns - überlappen sich die Schatten der Tore bei Sonnenuntergang und Mondaufgang. Sie nennen es den „Gold-Jade-Schimmer“ Effekt.
Das nächste Mal wird dieses Ereignis 2029 stattfinden.
Hm…das ist ja schon in drei Jahren😉Читать далее

ПутешественникOh, in Yunnan muss es so viel wunderschönes zu sehen geben, wieviel Zeit habt Ihr für die Provinz vorgesehen? Übrigens gehen nach unserer Erfahrung westliche Reisende in dem inländischen Tourismus völlig unter…
Kunming - Die Stadt
26 марта, Китай ⋅ ☀️ 25 °C
Am nächsten Morgen bestücke ich Kunming bei AMap mit Sternchen. Also unsere Ziele, die wir heute anschauen wollen. Allerdings ganz ohne Zwang. Nur so viele wie wir schaffen.
Zuerst geht’s zum größten und ältesten Tempel der Stadt. Dem Yuantong Buddhist Temple. Der ist mehr als 1.200 Jahre alt.
Das Besondere ist: Er vereint gleich drei buddhistische Richtungen. Den Mahayana, Theravada und den tibetischen Buddhismus. Das drückt sich in dessen Architektur aus.
Nun sind wir keine Auskenner der unterschiedlichen Tempelbauten. Aber den Thai-Tempel - den erkennen wir sofort.
Der Eintritt kostet übrigens 6¥ pP, das etwa 75 Cent entspricht.
Als Nächstes bringt uns das Taxi an den Smaragd Lake. Ein durch den See verbundener Park zum Spazierengehen und Entspannen. Der ist kostenlos und ist recht gut besucht. Was auch hier nicht fehlen darf, sind Stationen, an den man sich Kostüme der hier lebenden Minderheiten auszuleihen kann, um sich dann bei einer aufwendigen Fotosession fotografieren zu lassen. Das wird hier überall und ständig gemacht.
Nach so viel Input fahren wir erst einmal ins größte Shoppingcenter Kunmings. Schauen uns die Architektur an und trinken aussergewöhnlich leckeren Kaffee.
Eigentlich ist hier nichts anders als in anderen großen Malls dieser Welt. Außer dass in einigen Shops des Erdgeschosses zwischen teurer Kosmetik und edlen Klamotten einfach mal Autos verkauft werden. Und davon gibt es viele. Viele, von deren Existenz wir noch nie gehört haben.
Noch mehr beeindruckende Architektur gibt es dann im Südosten der Stadt. Das Opernhaus und das Provinzmuseum Yunnan sind - wie so oft - schön anzusehende Bauten.
Im letzteren, also im Provinzmuseum, versuchen wir uns etwas mit der Geschichte Yunnans zu befassen. Leider ist hier praktisch nichts für Ausländer vorbereitet. Warum auch? Wir sind wieder einmal die Einzigen. Oft hilft der Übersetzter. Aber auf eine so eine hunderte lange und turbulente Geschichte müsste man sich anderweitig schon vorher etwas vorbereiten. Wir genießen dennoch die Ausstellung. Es wird alter, filigran gestalteter Schmuck gezeigt. Aber auch viele kleinste Figuren aus Edelmetallen und Jade. Auch die Wandgestaltung ist sehr ansprechend gemacht. Erstaunlich wieder, wie gut besucht so ein Museum ist. Viele nehmen sich Zeit und lesen die wandgrossen Schriftzüge.
Ach ja. Der Eintritt ist kostenlos.
Eine kleine Pause legen wir dann im Hotel ein, um am frühen Abend noch zum Ethnischen Dorf zu fahren. Ein Tipp, den wir an der Rezeption bekommen haben. Das ist schon ganz nett angelegt.
Wir kommen aber etwas spät. Es ist schon halb sieben. Obwohl der Park bis 10pm geöffnet ist, sind die Shows beendet. Wir sollen dennoch den vollen Preis für den Eintritt zahlen. Die Hälfte zu zahlen wäre ja ok. Aber die volle Summe empfinden wir dann eher als Abzocke.
Wir schauen uns etwas im kostenlosen Teil um und fahren wieder zurück zu unserer Basis.
Beziehungsweise ganz in die Nähe.
In einem Bai-Restaurant soll es das Abendessen geben. Die Auswahl ist trotz Übersetzer wieder einmal ein Glücksspiel. Was wir definitiv wissen: No Chili please!
Bu là - heißt auf Chinesisch nicht scharf. Aber Schärfe empfindet ja jeder anders. Letztendlich ist unsere Wahl ein Glücksgriff. Und bis auf das grüne Etwas, das wieder an der 🔥-Grenze kratzt, verputzen wir alles.
Am nächsten Tag machen wir einen ganztägigen Ausflug ins Umland.
Das wird dann ein neuer Footprint.Читать далее

ПутешественникRichtig cool. Warum habt ihr so tolles Wetter? Heute schien zwar die Sonne, aber vor lauter Smog war trotzdem alles grau. So weit sind wir doch gar nicht voneinander entfernt.

ПутешественникJa wir hatten extremes Glück mit dem Wetter. Da sieht alles auch viel besser aus.
Steinwald in Shi Lin
27 марта, Китай ⋅ ☀️ 27 °C
Das Frühstück ist übrigens in diesem Hotel sehr Deutsch-lastig. An der Wand hängt ein riesiges Plakat mit dem Reinheistsgebot des deutschen Bieres 🥴 Es gibt Wiener und Nürnberger Würstchen, frische Baguettes und Aufschnitt. Marmelade gibt es auch. Meine Lieblingssuppe sieht schon im Topf seltsam aus. Deshalb wird zur Abwechslung westlich gegessen.
Elf Uhr steht ein VW Passat nebst Fahrer für uns bereit. Für 700¥ (knapp 90€) bringt er uns nach ShiLin, wartet so lange vor Ort, bis wir mit unserem Parkbesuch fertig sind - unabhängig von der benötigten Zeit - um uns dann wieder am Hotel abzusetzen.
Seit Fahrstil würde ich als ruppig bezeichnen. Jeden Spurwechsel spürt man ganz deutlich. Und dann das ständige Gas geben, um kurz darauf wieder abzubremsen 🙄
So eine Fahrweise hatten wir noch nie erleben müssen.
Aber ich seh‘s positiv. Statt die prophezeiten anderthalb Stunden Fahrt sind wir schon in knapp einer Stunde am Ziel.
Er bringt uns noch zum sehr versteckten Kassenhaus und verabschiedet sich.
Der Eintritt für uns beide Senioren kostet 178¥ (22.45€). Und dass wir Senioren sind, müssen wir nicht einmal sagen. Man muss sich hier eh überall ausweisen. Dann wird automatisch darauf geachtet.
Zum ersten Mal erleben wir chinesische Reisegruppen en masse.
Es ist eigentlich nicht das Laute, das etwas aufdringlich ist. Schließlich sind auch wir manchmal als Gruppe unterwegs. Und auch wir sind laut.
Nein. Es ist das Drängeln. Je älter desto schlimmer. Da denke ich, der alte Opi neben mir ist so alt, der fällt gleich um - von ihm geht keine Gefahr aus. Und dann, als die Schranke geöffnet wird, drängelt er, als ob es kein Morgen gäbe.
Aber so sind sie und wir wollen ja sehen wie das Land tickt.
Mit einem Shuttle fahren wir erst an den eigentlichen Eingang des Parks. Ab hier spazieren wir einen Kilometer entlang eines See’s und hoffen nun einen Buggy zu bekommen - der übrigens zusätzlich gekauft werden musste - der uns weit weg vom hustle & bustle bringen soll.
Aber Nix ist.
Niemand versteht uns und einen Shuttleservice, wie er auf der Map eingezeichnet ist, gibt es nicht.
Wir irren etwas lost hin und her. Der eine sagt, wir sollen da oder da gehen… Boa. Ich bin bedient.
Das ist nicht, was ich im Park sehen und erleben wollte.
Eine Frau zeigt mir einen riesigen Stein und sagts im perfekten Englisch: „I advise you to see this Stone“dass wir da unbedingt hin müssen. Der Stein ist beschriftet. So kam der wohl vor Millionen Jahren nicht aus der Erde geschossen…Näääh
Wir geben es auf, den richtigen Shuttle zu nehmen, sondern nehmen irgendeinen. Nichts wie weg hier.
Wir fahren erst zu weit. Anscheinend sehen wir so bemitleidenswert aus, dass man uns zurück fährt. Den hilflosen Ausländern muss doch geholfen werden😉
An Station 2 sind wir die Einzigen und wandern los. Aber das Ziel der Begierde ist …? Viel zu weit entfernt.
Dann gehen wir den Hauptweg eben weiter.
Die erste Aussichts-Plattform ist nicht schlecht. Aber noch immer bin ich nicht zufrieden. Ich habe doch bei der Recherche andere Aufnahmen gesehen. Das sah viel sensationeller aus.
Ich bin aber manchmal auch schwierig. Oder?
An Station 3 will Rainer nun mit dem Shuttle weiter fahren. Aber ich mag nicht so auf Allerweltsstrecken unterwegs zu sein.
Ich laufe!
Ein schmal gepflasterter Weg - ganz ohne Hinweisschild - führt Richtung einer Ansammlung von Steinen. Hier ist fast niemand. Wie begegnen nur noch drei anderen Paaren.
Das kann nur gut werden.
Wir laufen ganz nah und dann auch mitten zwischen den Säulen. Das ist, was ich erleben wollte.
Endlich kommt eine Beschilderung.
„Pond“ steht da. Klingt nach dem, was ich im Netz gesehen habe.
Am Ziel angekommen, erwartet uns ein besonderer Teil des Parks. Hier ragen die SteinSäulen direkt aus dem Wasser. Es gibt einen Rundweg mit Geländer. Sensationell. Auf Fotos nicht darstellbar. Das muss man mit den eigenen Augen sehen.
Wir sind nicht ganz allein hier. Aber es ist ok. Hier verbringen wir mehr Zeit.
Dann finden wir den Weg zurück. Wieder zu Station 2. Der Shuttle bringt uns zur Endstation. Bis zum Exit-Shuttle sind’s noch etwa zwei Kilometer. Und während wir unterschiedlicher Meinung darüber sind, ob nun alle Wege zum Pond führen, steht da eine Tafel mit einem Wegeplan. Nee. Nicht alle Wege führen zum Pond. Aber das hier ist der Zugang zu einer weiteren Sensation. Die werden wir wohl nicht mehr schaffen. Oder doch?
Wieder geht es treppauf und treppab. Mein Knie will nicht mehr. Aber es muss hier durch. Ich will den tiefsten Slot sehen. Tatsächlich sehe ich ihn. Aber die vielen Treppen nach unten und wieder hoch schafft nur Rainer.
Fix und foxy blechen wir nochmals 30¥ (etwa 3.80€), um nicht mehr laufen zu müssen. Dafür fahren wir in einem blumengeschmückten „Zug“ zur Shuttle Station, die uns zum Ausgang bringt.
Unser Fahrer bringt uns wieder in Lichtgeschwindigkeit nach Kunming.
Schön war‘s. Aber zu kurz. Man hätte am Park übernachten können, um das Areal intensiver zu nutzen. Na ja. Beim nächsten Mal.
Zum Abend gehen wir nochmals Richtung Jinbin Plaza. Beim Vietnamesen gibt es eine leckere Pho. Und… zwei Dosen gezuckerte vietnamesische Kondensmilch. Meine mitgebrachte neigt sich nämlich dem Ende.
An einem Gemüsestand kaufen wir dann noch Vitamine in Form von Weintrauben. Also wenn das welche sind 🤷♀️ Denn eine Traube hat einen Durchmesser einer 2-Euro - Münze….Читать далее

ПутешественникDas sieht toll aus. Was für Landschaften! Die zweite Chinareise ruft schon ganz laut.
Wohnen wie im alten Yunnan
28 марта, Китай ⋅ ☁️ 21 °C
Irgendwas ist immer. Nachts wache ich mit stechenden Schmerzen über‘n rechten Ohr auf.
Oha - denke ich. Irgendwie habe ich es erwartet. Es rächen sich die vielen Taxifahrten mit offenen Fenstern.
Noch hoffe ich, es ist nur ein Empfinden. Ich werfe ein paar Ibu’s ein und versuche positiv zu denken.
Am nächsten Morgen geht es mir etwas besser.
Das komfortable Taxi-Gefährt bringt uns zur Kunming Railway Station. Nicht -nan oder -bai. Nein, ohne Endung befindet sich der Bahnhof mitten in der Stadt. So sind wir in einer Viertelstunde am Ziel.
Mittlerweile sind wir Profis, was das Zugfahren anbetrifft und kommen nur noch knapp ne Stunde vor Abfahrt zum Bahnhof.
Ich frage mich, ob wir in einem Monat, dann nur noch ne Viertelstunde früher kommen.
Der Ablauf ist bekannt, ist so verlässlich präzise, pünktlich und sehr gut kalkulierbar.
Also „no-need“ viel früher da zu sein.
Mit dem D 3932 fahren wir nach Dali. Die Wagonnummern sind nicht wie sonst auf dem Boden markiert. Nein hier ist Moderne eingezogen. Hier gibt es Säulen.
Exakt 2:08 Stunden später erreichen wir Dali City. Schon bei der Einfahrt ist ein dichtes Häusermeer zu sehen. Ein paar Hochhäuser stehen zwischendrin. Aber alles im potthässlichen weiß-grau.
Das, wo wir ankommen, ist das neuere Dali (einst Xiaguan). Entstanden im 14. Jh (während der Ming-Dynastie) wurde aber erst 1983 administrativ mit dem alten Dali vereint.
Wir bleiben glücklicherweise nicht hier. Für uns geht’s in das alte, das ursprüngliche Dali, das schon im 8Jh. gegründet wurde. Damals war es die Hauptstadt des Nanzhao Königreiches.
Unsere Unterkunft bietet ein kostenlosen Shuttleservice an. Der Fahrer steht mit einem Schild da, der Kampf mit den lästigen Taxifahrern entfällt und es folgt eine 30-minütige Fahrt in das alte Dali.
Die Yupin Villa the Heritage Chinese Mansion, unser Zuhause für die nächsten drei Tage, liegt etwa 1.5 Kilometer von der Altstadt - der „Ancient City“ entfernt. Sie befindet sich am Fuße des Cangshan-Gebirges.
Als unser Taxifahrer andeutet, dass wir am Ziel sind, ist mein erster Gedanke: Bitte nicht. Das soll ich gebucht haben?
Gegenüber steht ein nettes Haus - aber sonst? Der Weg unbefestigt… irgendwie wirkt alles nicht wirklich einladend.
Schon kommt Personal aus der Unterkunft „geschossen“, schnappt sich unser Gepäck und wir folgen.
Wir treten ein in eine andere Welt.
Eine - wie aus einem historischen China-Film. Wo alles Platz hat. Von Wasserführung entlang des Weges im ersten Aussenhof, Bögen, ein Tisch, einem chinesischen Brettspiel drauf, Planzen und Steinlaternen.
Im Innenhof erst geht es richtig los. Eine Pagode, ein Teich mit Koi-Fischen, Käfige mit Vögeln, üppiges aber dennoch gepflegtes Grün, kleine Wege und unglaublich viele Fotomotive.
Das angeblich englisch sprechende Personal - wie beim Buchen ausgewiesen - kann natürlich kaum Englisch. Aber sie können alle so gut den Übersetzter händeln, dass dies kaum auffällt.
Wir werden in ein Zimmer gebracht das sehr „übersichtlich“ aussieht. Eine Couch, ein Monsterstein stellt den Tisch dar, ein Esstisch und allerlei wunderschön drapierte chinesische Dekoration.
Ich kann mich nicht mehr genau an die Buchung erinnern. Aber insgeheim bin ich etwas entsetzt und frage Rainer: Und wo schlafen wir? Rainer meint, wir müssen bestimmt die Couch ausziehen.
Hm. So etwas hab ich gebucht ???
Da entdecke ich eine Treppe.
Und nun ist die Welt wieder in Ordnung 😍
Eine wunderschöne obere Etage nebst Terrasse gehört auch dazu. Alles ist sehr liebevoll und detailgetreu eingerichtet.
Das Frühstück sehr chinesisch, erfordert mehr Vertrauen an das, was offeriert wird. Das Ei und die Süsskartoffel und die Bao‘s sind noch identifizierbar. Aber was ist die gelbe Füllung? Ich mag es einfach nicht, irgendwo reinzubeissen, um dann enttäuscht zu werden.
Aber das ändert sich. Ab dem zweiten Morgen essen wir im Zimmer. Und per WeChat frage ich nach, was das ein oder andere ist.
Am dritten Morgen ist eigentlich alles lecker. Außer die lila Suppe. Die schmeckt Rainer wiederum.
Jeden Nachmittag wird der Afternoon-Tea serviert. Ein Tablett mit Obst, Pommes mit Chickennuggets und Rosentee aus echten Rosen.
Seltsame Zusammensetzung.
Aber man muss ja nicht alles essen.
Wir genießen das gesamte Ambiente.
Ich frage nach der Geschichte des Gebäudes und erfahre, dass es vor mehr als 200 Jahren von einem wohlhabenden Geschäftsmann namens Li Wenbing aus der Qing-Dynastie gebaut wurde. Die gesamte Familie hat hier gelebt. Es wird gesagt, dass er diesen Hof gefunden hatte, nachdem er viele Feng Shui-Meister konsultiert hatte.
Es handelt sich hier um ein renoviertes Bai-Vierhof-Haus („Siheyuan“) mit vier Innenhöfen.
Li Wenbings Firmenname war "Hongfa Xiang". Sein Firmenname war bis zur Straße von Malakka und in ganz Südostasien bekannt.
Nach Li Wenbings Tod lebten seine Nachkommen hier.
Die Villa steht nun unter Denkmalschutz. Das Konzept für die Widerherstellungsarbeiten wurden zusammen mit den noch drei lebenden Nachkommen entwickelt. Seit 2024 ist es ein Boutique-Hotel.Читать далее

ПутешественникKlasse Unterkunft und Du hast recht - viele tolle Fotomotive. Da macht es sicher Freude „umher zu streunern“.
Dali - The Ancient City
29 марта, Китай ⋅ ☁️ 17 °C
Am Ankunftstag geht es mir nicht gut. Das mit meinem Ohr, das wird einfach nicht besser. Also schlafe ich so viel nur geht.
Rainer geht dann am frühen Abend nochmals die Gegend erforschen. Zum Abendbrotessen können wir uns dann beide aber nicht aufraffen.
Am nächsten Tag ist es bewölkt und über der Bergkette hängt ein fettes Wolken-UFO. Ganz anders als es die zwei WetterApps noch gestern angezeigt haben. Da war von purer Sonne die Rede 😐
Eine der Hauptattraktion Dali‘s sind die über 1000 Jahre alten „Drei Pagoden von Chongsheng“.
Die befinden sich praktischerweise in erlaufbarer Nähe.
Und weil wir etwas verplant unterwegs sind, dauert es bis wir den richtigen Eingang finden.
Ganz ehrlich gesagt, haben wir gedacht, wir schauen uns die „drei Türmchen“ an und gut ist‘s. Dass die Pagoden aber in einem riesigen Tempelareal stehen, haben wir nicht geahnt. Auch beim Bezahlen des Eintritts (Seniorenpreis 74¥=etwa 9.40€) gibt es keinen Lageplan.
also spazieren wir los.
Als wir schon ein beträchtliches Stück bergauf gelaufen und zig Treppen aufgestiegen sind, stellt sich heraus, dass es einen Shuttlebus für den weiteren Weg gibt. Die Tickets aber ganz am Anfang gekauft werden müssen… Für weitere 70¥.
Die Fahrt ist eine echte Erleichterung. Denn es geht stetig berghoch. Wir steigen nicht an jedem Tempel aus. Nur am Letzten. Selbst hier gibt noch gefühlt zig weitere Gebäude. Wir gucken uns nur einige davon an.
Zurück zur Unterkunft geht es mit Taxi. Mit Taxi geht es auch abends auf eine Stippvisite in den historische Teil Dali‘s.
Hier tobt das Leben. Unglaublich viele Menschen schlendern zwischen den herrlichen alten Gebäuden. Jedes ist entweder ein Shop oder ein Restaurant.
Es gibt unzählige Tee-Geschäfte. Und das hat seinen Grund. Dali liegt auf der einstigen, etwa 3.000 Kilometer langen Tee-Pferde-Route. Die Route verband seit etwa dem 7. Jh. Teeanbaugebiete in Yunnan & Sichuan mit dem Tibet-Plateau. Hier wurden chinesischer Tee gegen tibetische Pferde getauscht.
Zum Abschluss des Tages wollen wir in einem für Pilzgerichte spezialisiertes Restaurant essen. Die Gegend ist bekannt für verschiedenste Pilzsorten, die im Cang Shan Gebirge (also hier wo wir wohnen) wachsen und im Ausland - insbesondere in Japan - ein Vermögen kosten.
Nun. Solche Auskenner sind wir dann doch nicht - wir wären schon mit einer netten Speise zufrieden. Zitronenhuhn mit Pilzen und wie immer viel „Grün“ bestellen wir mit Hilfe einer englischsprachigen Frau von Nebentisch. Natürlich weisen wir immer wieder darauf hin, dass es nicht scharf sein soll.
Was da aber serviert wird, verschlägt uns den Atem. Das ist blankes Feuer. Rainer pickt etwas im Essen rum, um Genießbares zu finden. Ich finde mich mit dem blanken Reis ab. Etwas enttäuscht sind wir schon. Aber offensichtlich ist das nun mal, wie man hier isst.
Meine Ohrenschmerzen werden nicht besser. Ich ringe mich durch und wir gehen am nächsten Morgen in die Notaufnahme des Städtischen Krankenhauses. Eigentlich fürchte ich die lange Wartezeit. Wer kennt es nicht aus Deutschland? Da kann schon mal ein Tag draufgehen.
An der Anmeldung müssen wir zuerst die Behandlung bezahlen. Die kostet 4.40¥. Das sind knapp 60Cent
Am längsten dauert das Finden der HNO Station. Wir stellen uns etwas an. Die Wartezeit bis zur Behandlung beträgt etwa fünf Minuten. Die Untersuchung mittels Kamera ergibt eine Mittelohrentzündung. Es gibt Tropfen und Tabletten. Keine Antibiotika. Vierzig Minuten später sind wir raus.
Ja und nun? Bettruhe ? Ist das notwendig? Ich weiß es nicht. So schlecht fühle ich mich nicht.
Mein Ohr kommt unter mein Bandeau und wir spazieren durch die Altstadt. Essen lecker Pilzreis und beobachten das Treiben auf den Straßen.
Am frühen Nachmittag geht’s zurück in unser Domizil, wo auf der Terrasse endlich die Sonne scheint.
Am Abend recherchiere ich ein wenig die Transportmöglichkeiten der weiteren Reise. Denn nicht jeder Ort auf unserer geplanten Route ist mit dem Zug erreichbar…
Schon unser morgiges Ziel nach Shaxi, hat uns die Rezi organisiert. Der Fahrer meldet sich prompt über WeChat bei mir und bestätigt seinen Auftrag.
Wahrscheinlich werden wir dann öfter auf ein Taxi zurückgreifen müssen. Mal sehen…Читать далее

ПутешественникDie Tempel sind klasse 👍. Den läppischen Preis für die Behandlung braucht man nicht einreichen. Hoffentlich wirkt die Arznei schnell.

ПутешественникHallo Sylwia, ich hoffe, dass es Deinem Ohr mittlerweile besser geht und Du die Reise wieder unbeschwert genießen kannst. Musste auch schonmal in Indonesien (Jakarta) zum HNO wg. Ohrenschmerzen. Hatte schlimmes erwartet - bekam eine absolut hochwertige Untersuchung mit Kamera, Erklärung auf riesigem Monitor und in Englisch…danach Medikamente gegen die Mittelohrentzündung und alles für umgerechnet ca. 17 €…nach 4 Tagen bin ich zum Tauchen geflogen, habe dort vorsichtshalber noch 2 Tage gewartet und hatte danach einen wunderschönen Tauchurlaub.

ПутешественникDanke. Es ist leider nach fünf Tagen nur ein wenig besser. In drei Ragen sind wir in einer größeren Stadt. Ich werd‘ mich dort nochmals zum Arzt begeben - müssen.
Shaxi
31 мар.–3 апр., Китай ⋅ ☁️ 21 °C
Von Dali geht es mit dem Taxi nach Shaxizhen - kurz Shaxi.
Das Hotel hat freundlicherweise den Fahrer gebucht. Das kostet uns 350¥, also 44€. Doch vorher gibt es noch ein kleines Geschenk: Süßes und Tee auf diese hier typische Runde Form gepresst. Ich hab eh schon mit dem Gedanken gespielt, so eine flache Teescheibe zu kaufen. Aber irgendwie war sie mir zu kostenintensiv.
Bis Shaxi ist es eigentlich eine anderthalbstündige Fahrt. Nach der Hälfte fragt uns der Fahrer, ob er den Weg über die Berge fahren darf.
Das dauert dann eine Stunde länger - kostet uns aber keinen Cent mehr. Damit aber fährt er uns durch diese sensationelle Bergwelt.
Kurz bevor wir das Ziel erreichen, nimmt er per WeChat den Kontakt mit unserer neuen Unterkunft auf. So stehen schon Helfer am vereinbarten Ort, um unsere Koffer zum Hotel zu tragen. Denn im kleinen historischen Dorf von Shaxi darf absolut kein Auto - auch kein Moped - fahren.
Was ist das für ein unglaublicher Service!
Wir wohnen ganz zentral mitten in Shaxi wieder in einem historischen Haus. Das ist nicht ganz so besonders wie das in Dali. Dennoch sehr urig. Unser Zimmer 2003 befindet sich in der oberen Etage. Die Treppen nach oben sind super steil. Der Raum groß und hat alles, was man braucht. Außer einem Kühlschrank. Der war nämlich auf der bisherigen Reise immer mit Getränken gefüllt, die kostenlos zur Verfügung standen.
Auch Shaxi liegt auf der Tee-Pferde-Karawanenstraße. Gegründet ist es etwa 400 v. Chr.
Unvorstellbar aber wahr ist, dass die Gebäude in Shaxi überwiegend original aus der Ming- und Qing-Dynastie (1368–1912) erhalten sind.
Aber was wir schon auf dem kurzen Weg zum Homestay sehen konnten, ist schwer beeindruckend.
Wie immer am Nachmittag, bereitet Rainer Kaffee zu. Aber wo ist meine Tasse, die ich immer mithabe?
Oh no! Die haben wir in Dali stehen lassen 😢. Zurückfahren ist keine Option. Per WeChat kontaktiere ich die Villa in Dali.
„Kein Problem“ teilt man mir mit. Sie werden die Tasse sofort per Express nach Shaxi senden. Sie werden die Kosten übernehmen! Das kann ich dann wiederum nicht akzeptieren. Obwohl ich mich frage, ob der Transport vielleicht zu teuer ist. Aber nach dem Preis zu fragen, traue ich mich auch wieder nicht. Außerdem hat man schon unser jetziges Hotel kontaktiert und Bescheid gesagt, dass da ein Päckchen für uns ankommen wird.
Da bleibe ich einfach wortlos. Wo gibt es so viel Service. In China!
Die Tasse ist übrigens am nächsten Morgen schon abholbereit an der Rezi. Kostenpunkt : 13¥ = 1.65€
Das Wetter am ersten Abend ist super. Das Licht grandios. Das müssen wir sofort nutzen.
Wir spazieren zum Fluss und zur „Yujin Brücke“, von der man ein Foto einfach im Portfolio haben muss 😉
Shaxi soll zu den „top-secrets“ gehören. Schwierig das zu glauben. Die engen Gassen sind selbst jetzt am frühen Abend, wenn die Tagesbesucher schon längst weg sind, ziemlich gut besucht. Wahrscheinlich gehört Shaxi aber zu den fotogensten Orten überhaupt, die wir je besucht haben. Keine Ecke, kein Haus, kein Hof, die mich nicht verführt zu fotografieren. Alles ist wunderschön. Natürlich lebt die Altstadt vom Tourismus. So reiht sich ein Shop am anderen. Ein Restaurant am anderen. Was mir dennoch gefällt, ist, dass all die Geschäfte im Haus bleiben und den Anblick nicht so zerstören, wie wir das im letzten Jahr im vietnamesischen HoiAn erleben mussten. Man sieht die Schönheit der Fassade.
Jedenfalls erleben wir hier auch den Höhepunkt der fotografischen Selbstinszenierung der vielen kleinen Girlies, die traditionelle Kleidung ausleihen, um sich so fotografieren zu lassen. Überall wird gepost. Mit oder ohne Fotograf. Da ist den Mädels auch nichts peinlich.
Nun ja. Wir genießen das Städtchen insbesondere am Abend.Читать далее

ПутешественникNoch nie Todeschili gegessen? Das ist der, bei dem ein Viertel eines Esspresso-Löffels in einer Schüssel Suppe reicht, um all Deine Geschmackssinne für den halben Tag zu töten.

ПутешественникHört sich martialisch an 😱. Ne, zumindest nicht bewusst mit der Bezeichnung untergekommen 😝

ПутешественникSmile, ist doch sooo gesund, wärmt, ersetzt Heizungen und tötet sämtliche Bakterien...
Im Umland von Shaxi
1 апреля, Китай ⋅ ☁️ 20 °C
Am ersten Tag - das Wetter ist perfekt - geht’s ins Umland. Wir wollen uns Grotten und einen Tempel ansehen.
Wie genau wir allerdings dahin kommen, hoffen wir an der Rezi zu erfahren. Denn Didi zeigt uns keinerlei Verbindungen zum ausgewählten Ziel. Aber solche „ausgefallenen“ Fragen stellt hier wohl niemand.
Erst im Information-Center wird alles klar: Beide Attraktionen (wir wollten sie ursprünglich auf zwei Tage aufteilen) kann man nämlich als eine einzige Rundreise verbinden.
Hier erhalten wir endlich auch mal ne Papierkarte für den Überblick der Gegend außerhalb Shaxi‘s. Wir entscheiden uns schon hier, den Eintritt nebst Shuttlebus im Park zu kaufen. Das kostet 174¥.
Und auch das Bus-Ticket vom Park zurück nach Shaxi erwerben wir schon hier. Für ganze 4¥. Was glatt 60 Cent sind.
Auf den Bus, der uns aber jetzt in dieses Gebiet bringen könnte, wollen wir nicht warten. Wir bestellen ein Taxi und fahren etwa 40 Minuten Richtung Nordwesten. Das Einzige das wir vergessen, ist das schöne Wetter. Denn unterwegs wird es immer trüber…😐
Hier im Shibao-Shan NP läuft alles wie am Schnürchen. Ehe wir ausgesprochen haben, wo wir hinwollen, weist man in Richtung eines Kleinbusses. Drin sitzt schon eine Gruppe. Sie fahren genau wie wir es im Infocenter gesagt bekommen haben: Erst zum entfernteren Ziel, also den Grotten und dann auf dem Rückweg zu dem hängenden Tempel.
Die Shizongzhan Grottoes (17 Grotten & 139 Statuen), sind vom Parkplatz über einen Spaziergang durch den Wald zu erreichen.
Dieser Ausgangspunkt befindet sich auf einer Höhe von 2.550 Metern.
Zu den Grotten geht es über Treppen nach unten. Und zwar über unendlich viele!
Unter Grotten haben wir uns etwas mit Höhlen vorgestellt. Aber was wir vorfinden, entpuppt sich als viele Steinmetzarbeiten in unterschiedlichen Felsen.
Sie wurden über einen Zeitraum von etwa 500 Jahren (738–1253 n. Chr.) während der Tang- und Song-Dynastien in den Fels gehauen.
Dargestellt sind buddhistische Figuren, Porträts der Nanzhao-Könige sowie Darstellungen aus dem Alltagsleben.
Riesig sind sie. Und extrem detailliert.
Wir sind endlos begeistert.
Der Rückweg ist die Härte! All die Treppen müssen wieder hochgelaufen werden 😅
Oben angekommen ist die Gruppe, mit der wir gekommen sind, noch nicht wieder zurück. Zwei andere Touristen - übrigens die Einzigen, denen wir außer der Gruppe an diesem Tag begegnen werden - und wir werden nun zum „Hanging Temple“, dem Baoxiang Temple, gebracht.
Der befindet sich am Foding-Berg ebenfalls im Shibao-Shan-Nationalpark.
Erste Herausforderung: Die Armada an Verkäufern zu passieren. Wir sind das gefundene Fressen. Niemand ist sonst hier, auf den sie sich stürzen könnten. Aber wir schaffen es.
Vergebens hoffen wir nun auf einen Aufzug oder Rolltreppen… Aber es sieht schlecht aus für uns. All die vielen Treppen müssen wir alleine stemmen.
Abwechselnd stöhnen wir uns die Ohren voll. Ich will immer aufgeben. Aber ich will die Tempelanlage auch mit den eigenen Augen sehen! Also wird’s ein Kampf gegen den eigenen Schweinehund.
Unterwegs schnappe ich mir noch einen Stock. Einmal um diesen als Steighilfe zu nutzen - andererseits als Verteidigung gegen die Makakken die hier rumspringen sollen.
Auf der untersten Ebene des Tempels angekommen, sehen wir nur ein Exemplar. Und das ist nicht einmal an uns interessiert.
Das eigentliche Ziel ist - wie nicht anders zu erwarten - noch weiter oben. Noch weitere viele, viele Treppen höher.
Aber wir schaffen auch die.
Am Ende erreichen wir eine Höhe von 2.650 Metern. Ein tolles Höhentraining für übermorgen, wenn es wirklich hoch hinausgeht.
Der Baoxiang Hanging Temple ist im 13. Jahrhundert ursprünglich als taoistischer Tempel erbaut, wo im Laufe der Zeit Buddhismus und Taoismus miteinander verschmolzen sind.
Die letzten Stufen laufen sich schon fast von allein. Ich bin nur noch am Staunen.
Ehrfürchtig frage ich mich, wie man mit den damaligen Möglichkeiten das gesamte Material hochbringen konnte. Die Lage an einer Klippe kann man nicht anders als spektakulär bezeichnen.
Ich bin kein Experte. Aber was mich am gesamten Anblick stört, ist der aufdringlich goldene Buddha nebst der farbigen Shakyamuni-Statue. Das passt hier nicht rein. Abends stöbere ich etwas im Netz und finde heraus, dass beide irgendwann hinzugefügt wurden. Sie also nicht zum ursprünglichen Tempel gehörten. Da weiss auch die KI keine Antwort auf die Frage: Wer und wann wurden beide Statuen dort platziert.
Letztendlich nehmen wir‘s wie es ist. Es ist ein toller Ort. Ganz ohne chinesischen Massentourismus.
Am letzten Tag in Shaxi gammeln wir etwas. Gehen im Ort noch etwas spazieren, entdecken kleine Nebenstraßen. Das Wetter ist nicht dolle. Es nieselt sogar zeitweise. Und so lassen wir das Erlebte etwas sacken und ich pflege mein Ohr.Читать далее

ПутешественникFür mich fühlt sich der Tag an, als seit ihr in einem Film unterwegs.

Путешественник🤣 Das geht nicht nur Dir so. Und wenn ich überlege, dass wir „erst“ drei Wichen hier sind und schon so viel gesehen und erlebt haben, frage ich mich, was da noch kommen soll, das mich beeindruckt
Markttag in Shaxi & Fahrt nach ShangriLa
3 апреля, Китай ⋅ ⛅ 6 °C
Am Abreisetag geht’s superfrüh aus dem Haus. Jedenfalls für unsere Verhältnisse. 7:30Uhr schon klingelt der Wecker.
Heute findet der berühmte Freitagsmarkt in Shaxi statt. Es ist laut Literatur ein letzter verbliebener und unverfälschter authentischer Handelsort der Bai- und Yi-Minderheiten. Das ganze findet da statt, wo es schon zu Zeiten der Tee-Pferde-Karawanenroute stattfand.
Kurz vor Acht kann man die nur guckenden Besucher an einer Hand abzählen. Wir inbegriffen.
Das rege Treiben ist aber schon in vollem Gange. Die meisten haben solche Körbe auf den Rücken geschnallt. Manche sind schon voll mit Waren gefüllt. Manche tragen noch zusätzlich Tüten in den Händen.
Tatsächlich besteht die Handelsware nicht aus irgendwelchen kitschigen Andenken. Hier gibt es Ware aus der Region. Alles, aber auch wirklich alles ist superfrisch. Die geschlachteten Tiere haben wahrscheinlich gestern Abend noch gelebt. Das Gemüse, die Wurzeln und Sprossen oder was auch immer das alles ist, natürlich auch.
Sie lassen mich all ihre Ware fotografieren und wundern sich vielleicht, was da so besonderes an dem, was ich anvisiere, sein soll. Aber vieles kennen wir tatsächlich nicht. Vor allem wenn es in irgendeinem Sud eingelegt ist. Sie dulden es auch, dass ich sie fotografiere. Einer Asiatin - nicht weit von mir stehend - verbieten sie es wiederum.
Wir schauen zu, wie lebende Karpfen aus einem riesigen Tanker mit einem Kescher geholt werden. Wie fertiggegarte Klöße aus dem Topf. Im neuen Behälter sind die Fische aufgeregt. Es sieht aus als brodele das Wasser.
Andere Tiere, die gehandelt werden könnten, sind heute nicht zu sehen.
Es ist kurz nach Neun, als wir uns vom äußersten Ende des Marktes auf den Rückweg machen. Da wollte ich eigentlich schon wieder im Hotel sein. Aber das hier ist viel faszinierender.
Was für ein Bild! Was für ein Erlebnis!
Es ist wieder einmal ein Overkill für die Augen. Definitiv nicht für die Nase. Denn es wird der geruchloseste Markt, den wir jemals besucht haben. Und ich hab definitiv eine sehr sensible Nase. Andernorts haben wir nicht nur einmal die Marktrunde abkürzen müssen, weil ich den Geruch nicht ertragen konnte. Ganz anders hier. Hier ist alles so frisch. Hier würde ich bedenkenlos auch Fleisch kaufen.
Am Ende der Runde sind wir uns einig: Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt.
Als wir zurück kommen, verputzen wir noch schnell unser Frühstück - wir haben täglich das Gleiche bestellt - und dann geht’s schon zum Treffpunkt, wo uns ein Taxi abholen wird. Denn Shaxi hat keinen Bahnhof. Es liegt weit weg von sonstigen Routen. Es gibt wenig Möglichkeiten, um es zu erreichen, wenn man - wie wir - nicht mit dem Bus reisen will.
Bis zum nächsten Ort würde die Autofahrt etwa vier Stunden dauern. Mit einem bequemen Gefährt, wäre es ok. Aber selbst das gibt es hier in Shaxi nicht. Also teilen wir die Strecke. Eine reichliche Stunde fahren wir mit einem Taxi bis Lijiang. Der Fahrer ist müde. Sehr müde. Ich fühle mich nicht wohl, bis wir endlich den Bahnhof in Lijiang erreichen. Ab hier geht es mit dem Zug weiter.
Einem C-Zug. Der ist nicht so schnell wie ein G- oder D-Zug. Dafür sind die Sitze super komfortabel.
Die Fahrt findet zu schätzungsweise 80% durch den Tunnel statt. Die Abstände dazwischen sind so kurz, dass es sich anfühlt, wie kurz Luft schnappen, um dann wieder abzutauchen. Einmal sehen wir länger etwas von der Landschaft. Nämlich als wir über die Tiger Leaping Gorge fahren. Wir sitzen auf der richtigen Seite und haben einen tollen Ausblick auf das, was uns in wenigen Tagen erwartet. Aber jetzt geht es erst einmal nach ShangriLa.Читать далее

ПутешественникWir haben uns Süßigkeiten gekauft. Das sind so selbstgemachte mit Mango, Rosenblättern etc. Ansonsten war da nicht viel mit verkosten. Die ganzen Wurzeln und Kräuter sind ja Zutaten, die man zum kochen benötigt.

ПутешественникSo ein Tamtam um das abgelichtet werden, gibt es wohl nur in Europa. Hier ist man stolz darauf wenn ein Ausländer sie fotografiert. Ich hab das ja im Text geschrieben, dass einer Asiatin es aber verneint wurde. Ich mag aber nicht wenn sie in die Kamera gucken. Das soll ja nicht so gestellt aussehen. Übrigens, frage ich explizit die Eltern wenn ich Kinder fotografiere. Aber das ist dann immer so gestellt, weil sie sofort posen.

ПутешественникGenau das ist mir aufgefallen, dass nicht alle in die Kamera schauen und ich das schön finde. Wie du sagst, es wirkt sonst gestellt. Und da kann bei mir der Gedanke auf, wenn jemand nicht in die Kamera schaut, du auch fragst oder einfach abdrückst 😊

ПутешественникWenn jemand die Arme verkreuzt, oder die Hand aufhält, dann ist das für mich ein No-go. Ich hatte mir, als wir zum ersten Mal in Kolumbien auf so einem Ethnien-Markt waren, den Satz in Spanisch extra zurechtgelegt um zu fragen. Manche haben nein gesagt. Manche haben sich gefreut fotografiert zu werden.
Shangri-La
3 апреля, Китай ⋅ ⛅ 14 °C
„Lost Horizon“ hat nicht nur James Hilton, den Schriftsteller des Romans, berühmt gemacht, sondern auch das dort beschriebene Tal im Himalaya. Ein friedlicher Ort, ohne Kriege und extrem lang lebenden Menschen namens Shangri-La.
Der Name ist erfunden.
Oder doch nicht?
Es hat Ähnlichkeit mit dem tibetischen Wort Shambhala, das für eine Art Paradies steht. Einiges spricht für eine Ableitung des Wortes. Dagegen spricht allerdings, dass Buddhisten nicht das Paradies, sondern nur das Nirwana (wörtlich: Erlösung) anstreben.
Wie auch immer. So genau weiß es niemand. Auch die chinesische Regierung nicht. Als es keine verfügbaren Nachweise für einen solchen Ort gab, hat sie 2001 einen Wettbewerb ausgeschrieben, in dem sich Städte bewerben konnten, die diesen Namen tragen wollen. Beworben haben sich viele Städte. Gewonnen hat Zhongdian im Norden der chinesischen Provinz Yunnan. Es befindet sich im Hengduan-Gebirge, das an das tibetischen Plateau grenzt und als östliche Verlängerung des Himalaya-Gebirgssystems gilt.
Die Umbennenung brachte der Tourismusindustrie der Stadt eine 600%-ige Steigerung. Das - obwohl Shangri La ziemlich weit abgelegen von der Welt ist und erst seit Ende November 2023 einen Bahnhof besitzt. Bis dahin war nur eine Anreise per Bus oder Taxi ab Lijiang möglich.
Da möchte man doch annehmen, dass die Stadt mal auf die Schnelle ein tibetisches Disneyland mit künstlichen Nachbauten geworden ist.
Nein ist sie nicht.
Tibeter bewohnen die Ortschaft schonmehr als 1.300 Jahre. Erst hiess sie Dangdang und war unter tibetischer Herrschaft. Mitte des 18.Jh wurde Groß-Dangdang der Provinz Yunnan zugeordnet. Dangdang - Zhongdian 1913 bis 2001 - war ein wichtiger Etappenort auf der Tee-Pferde-Karawanenstraße. und heißt auf Tibetisch „Dukezong“ (Mondstadt). Die Hauptbevölkerung sind Tibeter. Insgesamt leben hier 37 ethnische Gruppen unter anderem Han, Naxi, Yi und Bai.
Unsere Unterkunft hieß bei der Buchung noch „Three Seasons“ - ein Schelm der eine Ähnlichkeit mit der weltbekannten Hotelkette vermutet. Jetzt heißt es Sanji Liulu.
Der kostenlose Abholdienst macht sich gut. So können wir an der Armada der Taxifahrer einfach so vorbeigehen.
Hier in ShangriLa sind es nur 20 Grad. Aber die Sonne hat eine Kraft, dass man gleich in FlipFlops schlüpfen möchte. Auch das Licht ist fast schmerzend grell. Nur eine Sonnenbrille bringt Erleichterung. Kein Wunder aber auch. Shangri La liegt bei 3.350 Höhenmetern.
Das Hotel liegt in der Altstadt. Das äußere super schick. Wie eine Perle zwischen Kieselsteinen. Auch im Inneren empfängt uns durchgehend westliche Eleganz kombiniert mit asiatischen Elementen.
Die Gastgeber sind freundlich. Können aber so gar kein Englisch. Auch unser Übersetzter scheint nicht ganz das zu sagen, was wir ausdrücken möchten.
Der Ausblick des Zimmers ist praktisch nicht vorhanden. Hatte ich nicht ein Zimmer mit View gebucht? Wir bekommen ein anderes Zimmer. So könne wir wenigstens Richtung Straße schauen. Das andere, riesige Fenster zeigt uns das Baugeschehen in etwa dreißig Meter Entfernung.
Aber was soll’s. Das Zimmer ist groß. Die Ausstattung elegant. Es gibt Fußbodenheizung, eine intelligente Toilette und das Zimmer wird durchgehend mit Sauerstoff angereichert. Zur Not liegen auch Schläuche da. Aber die brauchen wir nicht. Wir sind gut akklimatisiert.
Was also gibt es in Shangri La zusehen? Na zu allererst das von weitem sichtbare Songtsam Kloster, das 1679 vom 5. Dalai Lama persönlich eingeweiht wurde. Es ist sehr ähnlich dem Potala Kloster in Tibets Lhasa. Nur dass das Songtsam ein lebendiges Kloster mit mehr als 600 hier lebenden tibetischen Mönche (Gelbmützen Lamas) ist. Es ist das größte buddhistische Kloster Chinas.
Wie immer bringt uns Didi hin. Zum ersten Mal auf unserer Reise werden wir von eine Frau chauffiert.
Während Rainer Tickets besorgt, entdecke ich eine wunderbar kuschelige Mütze. Eine 🐼 Mütze um mein Ohr zu schützen.
Für 40¥ - was 5€ sind.
Dann gehts mit dem Bus zum Kloster. Unterwegs beginnt es erst einmal zu regnen. Aber der Wind hat ja in dieser Höhe freies Feld und pustet die Wolken weg.
Wunderschön ist auch dieses Kloster. Und genau wie im Potala muss man viele, viele Treppen steigen. Uns reichen da kleine Fotopausen. Jeder zweite allerdings bedient sich mit Sauerstoff aus der Flasche. Wobei ich einigen unterstelle, dass sie die Treppen auch bei 0 Höhenmetern wegen fehlender Kondition nicht schaffen würden.
Oben angekommen, vergleichen wir natürlich mit dem Potala. Und ja. Der Songtsam ist mindestens genau so sehenswert. Während der Kulturrevolution wurde das Kloster weitgehend zerstört, wurde aber auf Anweisung von Deng Xiao Ping mitsamt den goldenen Dächern wieder aufgebaut.
Etwas befremdlich allerdings sind die vielen Möchtegern-Tibeter, die es hier en masse gibt und in diesen Kostümen das Kloster als Kulisse für ihre Selbstinszenierung in aufwändigen Fotoshootings benutzen.
So war der Ankunftstag schon sehr Foto-reich. Am nächsten Tag lassen wir uns mit Didi zum Nordtor der Altstadt bringen. Zum wiederholten Mal haben wir eine Taxifahrerin. Das Schöne ist - das Auto riecht nicht nach Zigaretten. Und es gibt eine „Kultureinlage“. Denn unsere Fahrerin trällert ein Lied 😍
Das imposante Nordtor ist wie so oft begehbar. Nicht nur das Tor selbst ist wunderschön anzusehen. Auch die Aussicht auf die Umgebung.
Die Altstadt ist wieder einmal bezaubernd. Sie ist - was die Größe anbetrifft- recht übersichtlich. Gleich zu Beginn lockt ein Jackenladen. Tatsächlich gefällt mir eine Jacke auf Anhieb. Die gibt es sogar in meiner Größe. Die Fliessjacke kann man rausnehmen und solo tragen.
„Was kostet die?“ frage ich.
„180¥“ … Ich hoffe der Gute hat sich nicht vertan. Das sind ja nur knapp 23€. Aber nein. Er hat sich nicht vertan. So bin ich ab sofort windgeschützt unterwegs.
Wir verweilen eine Weile in der Altstadt namens Dukezong bei einem Joghurt. Den können Chinesen außergewöhnlich gut. Die Sonne ist herrlich - macht aber ausgerechnet schlapp, als wir den Guisha Berg im gleichnamigen Park erreichen. Hier steht eine Tempelanlage und die weltweit größte Gebetsmühle mit 21 Metern Höhe. Sie wiegt 60 Tonnen und enthält 1,24 Millionen Mantras. Sie soll Gemeinschaft symbolisieren. Es bedarf nämlich mindestens zehn Personen, um sie zum Drehen zu bewegen.
Als das Wetter in super windig umschlägt, fahren wir zurück zur Unterkunft. Natürlich wieder kutschiert durch eine singende Taxifahrerin.
Mein Ohr stellt immer noch ein Problem dar. Es ist kaum besser geworden. Dennoch kann ich mich nicht durchringen noch einmal ins Krankenhaus zu gehen. Ich setze auf‘s Ausruhen.
Abends geht Rainer nochmals allein auf die Pirsch. Zuerst bringt er mir aus der Apotheke Antibiotika, die mir hoffentlich endlich eine Wendung meiner tagelangen Beschwerden bringen. Anschließend gönnt er sich noch eine Fussmassage.
Das war unser Aufenthalt im Shangri-La. Es gäbe noch mehr in der Umgebung zu sehen. Zum Beispiel einem der klarsten Seen Chinas, den Lugu Lake. Hier wohnt die indigene Mosuo Bevölkerung. Das Besondere ist deren matriarchalische Gesellschaft. Auch die Salzkaskaden sollen sehenswert sein…
Grund genug also um nochmals wieder zu kommen.Читать далее

Путешественник
Die Mütze schützt bestimmt gut die schmerzenden Ohren 😉👍🏻! Trés chic! Gute Besserung!
Tiger leaping Gorge
5–7 апр., Китай ⋅ ☁️ 17 °C
Wieder erwischen wir ein bei Didi gebuchtes Taxi, das von einer Frau gefahren wird. Sie ist verhüllt. Nicht weil sie Muslimin ist. Nein. Genauer gesagt trägt sie eine Maske, die das gesamte Gesicht verdeckt. Dazu lange Handschuhe, die bis über die Ellbogen reichen. Zusätzlich trägt sie diese Sonnenbrille, die so gerade ist, als wenn sie aus einem Bastelheft entsprungen sei. Es ist ein Schutz vor der Sonne.
Während wir eben Sonnencreme benutzen, schützt man sich so. Dennoch finde ich diese Masken
seltsam. Aber es steht mir nicht zu, es zu kritisieren. So ist das eben hier.
Unsere Fahrerin bekommt eh sofort einen Frauenbonus. Denn Frauen fahren anders und pflegen ihr Auto anders. Am Rücklicht des Autos klebt ein Behälter mit Blümchen, im Inneren stinkt es nicht nach Zigaretten und sie singt fast die gesamte Zeit. Ihr Fahrstil könnte meiner sein.
Knapp zwei Stunden später erreichen wir das Ziel.
In einer Höhe von 2.390 Metern - 1.000 Meter tiefer als Shangri-La befindet sich unsere Unterkunft. Das Haus steht in der ersten Reihe mit unverstelltem Blick auf die gegenüberliegende Steilwand. Die ist so beeindruckend nah, da fällt uns beiden vor Staunen die Kinnlade runter. Was für eine Location! Und das Ganze für 64€ die Nacht.
Unser Zimmer in der 4.Etage (aber es ist nicht als 4.Etage ausgewiesen, weil ja die 4 in Asien eine Unzahl ist) hat die Nummer 888. Wer schon mal in Asien war, weiß, die 8 ist die Nonplusultra-Zahl und hat für bestimmte Asiaten noch mehr Gewichtung als unsere 7.
Das Zimmer ist sehr einfach eingerichtet. Aber es ist geräumig und es hat zwei Sessel, die so aufgestellt sind, dass man den atemberaubenden Blick auf das Gegenüber hat.
Rainer geht kurz nach der Ankunft schon mal den Wanderweg, den wir morgen erst laufen wollen. Mir ist es zu windig. Ich muss mich schonen.
Am nächsten Morgen strahlt die Sonne. Und wie! Ich liege auf der Sonnenseite des Bettes. Und verglühe fast.
Frühstück gibt es keins in der Unterkunft. Also kein Westliches, das auch Rainer beglücken könnte. Also trinke ich meinen vietnamesischen Kaffee im Bett und wir essen unsere Süßigkeiten aus Shaxi. Das muss reichen.
Anschließend machen wir uns auf den Weg in der oberen Tiger Leaping Gorge, die als Upper Road oder High Trail bezeichnet wird. Er verläuft entlang der Bergflanke bei spektakulären Aussichten auf die Schlucht.
Wir sind nicht allein unterwegs. In China ist heute Feiertag. Und das geniale Wetter zieht Unmengen an Wanderern an. Aber sie laufen meist in Grüppchen. Wir versuchen immer dazwischen unterwegs zu sein.
Anfangs ist der Weg befestigt. Bald wird es steinig und immer enger. rechts geht es steil bergab. Aber richtig steil!
Wir gehen so weit, bis ich den Wasserfall sehen kann. Und den nächsten Ort, der wesentlich tiefer gelegen ist.
Als es plötzlich sehr windig wird, kriege ich leichte Panik bei dem engen Weg und dem drohenden Abhang. Hier gibt es auch nichts, wo man sich festhalten kann. Deshalb kehren wir um.
Zurück in der Unterkunft soll es gleich nach dem Mittagessen in die Upper Leaping Gorge Scenic Area gehen. Aber wir bekommen keinen Didi. An der Rezi sagt man uns, dass kein Ruf-Taxi hierher kommen wird. Sie würde aber jemand anrufen, der uns für 100¥ pro Stecke runter und hoch bringen würde. Aber 12.60€ pro knapp 10km ist in China Wucher.
Wir verzichten.
Andererseits machen wir uns jetzt doch ein wenig Gedanken, wie wir morgen hier wieder wegkommen. Anscheinend haben die ansässigen Taxifahrer das Territorium unter sich aufgeteilt und kassieren die Touries ab.
Über AMap buche ich ein Taxi für morgen. Dabei muss ich die Strecke schon vorab bezahlen. Seltsam.
Aber es findet sich auch niemand, der uns morgen hier oben abholen würde, um uns dann nach Lijiang zu unserem nächsten Ort bringen mag.
Hm. Gern würde ich es stornieren. Aber AMap hat nicht so einen praktischen Übersetzerknopf wie Alipay.
Alles im feinsten Chinesisch 🥴
An der Rezi gibt es Schichtwechsel. Und der junge Mann klärt das für uns. Das Geld kommt wieder aufs Konto.
Das Taxi-Problem aber bleibt.
Rainer testet es nochmals mit Didi. Und tatsächlich meldet sich jemand, der die Tour übernehmen würde. Und kurze Zeit später kommt eine Nachricht: „Hello again“.
Es ist die gleiche Fahrerin, die uns schon hergebracht hat.
Wir sind beide echt happy.
Am nächsten Morgen bitten wir sie, zu dieser Aussichtsplattform zu fahren, an dem der Yangtse am engsten ist und dieser Schlucht den Namen gegeben hat: Tiger Leaping Gorge - also Tigersprung Schlucht.
Sie sagt sofort zu. Kutschiert uns erst ins Informationcenter am Beginn der Schlucht wo wir erst Tickets erwerben müssen, bringt uns wieder zurück zur Aussichtsplattform, wartet auf dem Parkplatz, bis wir wieder zurück von der Besichtigung sind und fährt uns anschließend in ihrer ruhigen Art in das 90 Kilometer entfernte Lijiang. Und das Ganze hat uns nicht einmal 100¥ mehr gekostet.
Als wir uns verabschieden, bitte ich noch um ihren WeChat Kontakt. Sie freut sich sehr darüber und schreibt mir sofort: „Ich bin Tibeter. Mein Name ist Yangzong, Zasidler“
Sie wohnt in Shangri-La.
Und natürlich macht sie gleich ein Selfie mit uns.
Was für eine nette Begegnung.
Während sie also nun den langen Weg nach Hause fährt, beginnt für uns ein neuer Abschnitt.
Lijiang. Mit der schönsten Altstadt, die wir bisher gesehen haben…Читать далее

Путешественник
Atemberaubende Bergkette👍 Auf dem Foto spürt man den steilen Abgrund 🫣, da wäre ich auch umgedreht.

ПутешественникDanke, dass ich nicht der einzige Schisser auf dieser Welt bin

Путешественник
Um es mit Loriot zu sagen: Ich möchte einfach nur hier sitzen.🫠
Lijiang & Bluemoon Valley
9 апреля, Китай ⋅ ☀️ 11 °C
Unsere Unterkunft befindet sich in der Altstadt. Nicht weit vom Nordtor. Und das ist auch gut so.
Denn diese Altstadt ist nicht wie die anderen. So übersichtlich und die Wege klar erkennbar. Nein hier kann man sich echt verlaufen.
Zwei Angestellte des Hotels holen uns nebst Gepäck ab. Auch das ist gut so. Es geht viele Treppen bergab. Um die Ecke und dann um die andere Ecke. Ich bin schon hoffnungslos „lost“.
Das Jungli Yusu Inn ist ein verwinkelter, chinesischer Bau mit zwei Höfen. Nicht nachgebaut. Es ist noch Original. Genau wie die gesamte Altstadt. Natürlich ist im Inneren alles auf den modernen Stand gebracht.
Das erste Zimmer müssen wir tauschen. Das ist uns zu eng. Schließlich sind wir drei Nächte hier. Wir bekommen ein etwas Größeres. Das hat keine Sitzgelegenheit. Aber das ist halb so schlimm. Der Massagesessel hat Platz. Schade, dass die riesige Badewanne so viel Platz einnimmt. Frei stehende Badewannen scheinen für Chinesen Ausdruck von Luxus zu sein. Uns würde die Dusche reichen.
Draußen sieht es am ersten Abend regnerisch aus. Wir gehen dennoch raus. Die Hotelangestellte besteht darauf, dass wir einen Schirm mitnehmen.
Die engen, verworrenen Gassen haben unendlich viel Flair. Auch bei miesem Wetter.
Wir laufen ziellos. Einfach so. Lassen uns treiben. Alles ist schön. Alles ist fotogen. Selbst der enge Flusslauf zwischen den Häusern. Und es grünt und blüht über all. Total üppig.
In einem Café lassen wir uns nieder. Was für ein Ambiente. Gefühlt hunderte blühende Pflanzen und Blumen in Töpfen in Eimern zieren den Innenhof. Wie in einem verwunschenen Garten. Natürlich gibt es hier auch wieder junge Frauen in schönen Kleidern vergangener Zeiten, die sich fotografieren lassen.
Das Innere des Cafés umringt den Hof. Alles ist mit viel Liebe dekoriert.
Der Cappuccino ist lecker. Der Kuchen ein Traum.
Am nächsten Tag fahren wir ins Bluemoon Valley. So ganz genau habe ich es nicht vorgeplant. Wieder einmal war es ein Foto bei Instagram, das mich angelockt hat.
Knapp eine Stunde fahren wir mit dem Taxi. Am Eingang des Nationalparks will man unsere Pässe sehen. Man kassiert hier den Eintritt für den Park ab. Weist uns gleichzeitig darauf hin, dass wir nur die Hälfte zahlen. Ü60 eben. Der Taxifahrer weiß, wo wir hin wollen und setzt uns am richtigen Ort ab.
Hier läuft wieder alles wie am Schnürchen: Busticket kaufen (natürlich den halben Preis - das müssen wir nicht sagen) und dann bringt uns der Bus bis zum gewünschten Ort. Leider verstehen wir nicht, wann wir aussteigen sollen. Eigentlich orientieren wir uns immer an den anderen. Aber auch sie reagieren nicht am ersten Stopp. So fahren wir ein wenig zu weit. Aber das macht nichts. Wir befinden uns immer noch an den herrlichen kaskadenartigen Gletscherseen.
Hier ist echt was los. Denn das scheint die Nonplusultra Location für Hochzeitsfotografie zu sein.
Ich meine, tatsächlich ist dieser Ort wunderwunderschön. Mit Sonne wäre es perfekt. Aber man kann nicht alles haben. Wir sind dennoch total geflashed vom schönen Ort. Und… wir haben genug an für diese frischen Temperaturen. Ganz anders als all die Bräute, die für ein perfektes Foto sich wohl den A… abfrieren.
Nach drei Stunden geht’s zurück. Direkt in ein Massagesalon. Aber sie haben momentan keine Kapazität. In Vietnam würde man an Ort und Stelle jemand organisieren. Hier nicht.
Anderthalbstunden später stehen wir wieder auf der Matte. Die 90-minütige Massage soll Thai sein. Hm. Ich würde sagen: Einiges kommt hin. Aber es ist ein Mix aus Thai und Akupressur. Wir liegen auf beheizten Matten. Die Augenmaske ist mit diesen sich selbst wärmenden Granulaten gefüllt. Boa - fühlt sich das gut an. Schon geistert es mir durch den Kopf. So ne Dinger muss ich mir besorgen und als Grosspackung nach Hause mitnehmen 😉
Auch den letzten Tag verbringen wir in der schönsten aller Altstädte auf unserer Reise durch Yunnan. Jede Ecke ist wieder ein Fotomotiv. Nicht einmal Rainer kann sich zurückhalten.
Bei Watsons hole ich mir tatsächlich eine Grosspackung diese Masken. Eigentlich wollen wir am Abend irgend etwas Westliches Essen. Wir wären sogar mit einer Pizza zufrieden. Vom chinesischen Essen brauchen wir ersteinmal ne Pause. Das was uns in Deutschland als Chinesisch aufgetischt wird, ist irgendwas - nur nicht das, was man hier in Yunnan bekommt. Meist kämpfen wir mit den viel zu scharfen Speisen. Und was am meisten stört, ist, das Fleisch wird nicht vom Knochen gelöst. Nein es wird mit dem Knochen zerkleinert. Das ist übrigens vielerorts so in Asien. Hier allerdings nervt es einfach, nicht entspannt essen zu können, sondern ständig die klein zerhackten Knochen auspuhlen zu müssen. Und so wird das HotPot-Essen vom ersten Abend wohl das letzte dieser Art in China gewesen sein. Das hiesige HotPot-Essen hat leider nichts mit dem zu tun, was wir aus Singapore oder Thailand kennen.Читать далее

ПутешественникEin Traum. Jetzt ist mir klar, weshalb euch die Altstadtgassen in Chengdu nicht begeistern. Wir fanden sie so schön. Nur zu laut und voll. Hier sieht es überhaupt nicht voll aus, oder täuscht das?

ПутешественникWar nicht so voll und so laut wie in Chengdu. Und die Stadt ist echt. In Chengdu, so hab ich es gelesen, ist es ein Nachbau. Lijiang war wirklich mein Favorit aller Altstädte.

ПутешественникEs wurde schon so viel nachgebaut. Uns hat es jedenfalls gefallen. Aber das war ja auch nicht unser Hauptziel auf dieser Reise. Nächstes Mal...... Ja und die Knochen hatten wir ja dennoch im Essen. Die haben mich immer sehr gestört. Ich hasse es, harte Stückchen im Mund zu haben. Deshalb bin ich auch kein Fischfan.

ПутешественникGenau so ist es. Eurer Höhepunkt war ja ein anderer. Und wenn einem bis dahin nix anderes unterkam, ist das auch in der Jingli schön.

ПутешественникAbsolut. Es war schön dort. Nur zu voll und zu laut. Aber immer noch besser als in der Kuan Zhai Allee. Dort war es noch wuseliger und lauter. Oder fandet ihr nicht? In Beijing und Xi´an wird es nicht bessert. Es wird euch dort in den Hutongs nicht gefallen, nach diesem wunderschönen Ort hier.
Ein Reisetag - von Yunnan nach Sichuan
10 апреля, Китай ⋅ ☁️ 24 °C
Nach drei Wochen Yunnan wechseln wir die Provinz. Es geht nach Sichuan.
Wir sitzen im Ruheraum. So nennt sich die Lounge auf dem Lijiang Sanyi International Airport. Die ist recht einfach ausgestattet.
Das Büffet bietet Getränke und allerlei Süßes. Wobei Süßes in China selten süß schmeckt. Es sind kleine Schmeißreinchen mit oft seltsamen Geschmack.
Ich habe das Frühstück heute früh ausgelassen. Ich konnte nicht mehr an die Nudelsuppe. Das will schon was heißen.
Nun ist mir übel. Oder ich hab einfach mal Knast. Es gibt hier Cupnoodels. Das hat hier in China nichts Verwerfliches. Cupnoodels kauft man sich auch vor einer Zugfahrt. Das heiße Wasser wird im Zug serviert. Die Auswahl ist groß. Aber ich habe keine Lust, es zu übersetzen und nehme eine hellgelbe Packung. In der Annahme es sei etwas mit Huhn. Und damit nicht scharf. Falsch gedacht.
So ein Flug am späten Nachmittag vermiest irgendwie den gesamten Tag. Doch es gab keine Alternative. Es gibt nur einen einzigen Frühzug von Lijiang nach Chengdu. Über neun Stunden Fahrt würde das heißen. Deshalb habe ich entschieden den Flug zu buchen. Mit Air China.
Wir sitzen in der ersten Reihe.
Die Flugbegleiterin fragt, ob sie die Schlappen für uns auspacken darf. Kuschelige Schlappen? Bei einem einstündigen Flug?
Ich kann nicht anders, als an den neunstündigen LH-Flug aus Denver nach München im letzten Jahr denken. Da gab es wegen der „nur“ neun Stunden weder Schlappen noch Schlafanzug.
Aber ok. Dafür gibt es kein Essen. Nur ein Getränk.
Das Boarding ist innerhalb von zehn Minuten abgeschlossen. Irgendwas läuft bei uns in D schief.
Wir heben pünktlich ab.
Der Flug ist sehr wackelig.
Beim Blick zwischen den vielen Wolken sehe ich ein hügliges, durchgehend grünes Land.
Bevor wir landen, bedankt man sich dass wir AirChina gewählt haben. Dazu verbeugen sich alle Flugbegleiter.
Der Chengdu Tianfu International Airport ist ein moderner, großzügiger Flughafen. Als Hauptstädter spüren wir sofort den Vibe einer Großstadt.
13.5 Millionen nennen die Hauptstadt Sichuans ihr Zuhause. Hier ist so einiges anders. Aber dazu später.
Was wie immer ist, ist die Auszeichnung der Wege zum Bagage Claim und zum Ride-Hailing. Also zu diesem Ort, wo man ein Ruftaxi bestellen kann.
Wir bestellen ein Komfort-Auto. Sonst tut es auch ein Economy. Aber für eine längere Fahrt mögen wir es bequem.
Der Fahrer ist wieder mal müde.
Wie ich das hasse! Wach wird er, als wir ihm klarmachen, dass wir irgendwie das Ziel nicht genau eingeben konnten und er doch bitte im Hotel anruft. Das macht er auch. Und dann fragt er, was wir tun in Chengdu und ob wir einen Guide für die nächsten Tage brauchen. Aber wir wollen uns nicht festlegen und danken für das Angebot.
Das Hotel, das ich erst kurz vor der Reise gebucht habe, liegt mitten im Zentrum. Direkt am Tianfu Platz.
Es ist das Seya Panoramic Hotel.
Es befindet sich in den obersten Etagen des 38-Stöckers und besteht aus genau zwei Etagen.
Das Ambiente ist hypermodern.
Das Einchecken erfolgt an einer Art Kiosk. Alles ist sehr dunkel gehalten.
Wir erfahren, dass wir schon jetzt unsere Frühstücksauswahl treffen sollen. Denn es gibt kein Restaurant.
Echt jetzt? Habe ich nicht in den Rezensionen etwas vom
fantastisch westlichen Frühstücksbüffet gelesen? Aber vielleicht bringe ich bei all den Hotels, die ich gebucht habe, etwas durcheinander.
Wir haben die Wahl zwischen Chicken-Sandwich und Spaghetti😶Ich sag mal Nix dazu.
Ach ja. Dann gibt es noch Milch oder Orangensaft dazu.
„Und Kaffee?“
„Ja den können sie im Zimmer kochen.“
Über WeChat werden das Hotel und ich Freunde. Das ist dieses Mal wirklich nötig. Denn es gibt einen Butlerservice. Mit dem kann man rund um die Uhr kommunizieren.
Rainer liebt das Zimmer sofort. Und natürlich den Ausblick.
Meine empfindliche Nase riecht Zigaretten. Wir monieren es. Da kommt unsere Butlerin des Tages und sprüht das Zimmer ein.
Es sei ein Nichtraucherzimmer, sagt sie. Aber wir könnten hier auch rauchen …🥴
Wir machen ihr deutlich, dass wir „Nonsmoker“ sind.
Ah ja. Sie versteht‘s.
Ok. Dann könnten wir morgen das Zimmer wechseln. In ein echtes Nichtraucherzimmer.
Wir werfen kurz unsere Sachen ab und machen uns gleich auf den Weg in die Kuanzu Alley. Denn hier und heute kreuzt sich unser Weg mit dem von Parttime Traveller & Sohn. Es wird ein herrlich langer, sehr schöner Abend. Es gibt so viel zu erzählen. So viel, dass man uns kurz nach Elf heraus komplimentieren muss.
Was für ein Tag!Читать далее

ПутешественникIch sehe wieder so viel Schönes, so viel Modernes, ich muss mal wieder nachdenken, du weißt schon worüber...
Chengdu - Must do 🐼
10–14 апр., Китай ⋅ ☁️ 24 °C
Vier Nächte bleiben wir in Chengdu. Das sind drei volle Tage für die Stadt und Umgebung. Geplant sind Ausflüge zu einem der Panda-Parks und zum Big Buddha Leshan. Letzteres lassen wir dann doch weg. Chengdu gefällt uns einfach mal gut.
Aber von vorn:
Nach dem seltsamen Frühstück, das wir gleich danach für die nächsten Tage stornieren (übrigens gibt es das Geld als Rückerstattung unaufgefordert wieder) wollen wir die Stadt erkunden.
Wir wohnen in den obersten Etagen eines Towers voller Büros, verschiedenster Niederlassungen und Apartments. Und weil heute Samstag ist, ist in der schönen Lobby absolut nichts los. Dafür aber im Shoppingcenter nebenan, das direkt am Hotel „klebt“.
Gleich am Eingang gibt es niedliche Dinge für kleine Mädchen. Ich kann das alles gar nicht so schnell erfassen, was das alles ist. Blumensträuße aus Hello-Kitty-Kuscheltieren, Anhänger, Armbänder… Nebenan stehen kleine Teenies in ihrem Cosplay-Kostümen. Boa. Das ist eine Augenweide. Je weiter wir gehen, desto mehr dieser Cosplayer begegnen uns. Als wenn wir in ein Wespennest getreten wären. Erst stehen wir da und gucken. Dann frage ich einfach, ob ich ein Foto machen darf. Und natürlich darf ich es. Denn es ist anders als erwartet. Für sie ist es eine Art Lob fotografiert zu werden. Sie bedanken sich sogar dafür.
Der Tianfu Platz stellt die Mitte Chengdu‘s dar. Ein riesiger, historisch bedeutender Platz. Hier steht auch die 30 Meter hohe Marmorstatue Mao’s.
Sie geht aber leicht unter in der Größe dieses Platzes. Auch wir irren etwas umher, beim Versuch zu erfassen, was es hier alles zu sehen gibt. Der Platz ist voller Menschen die einfach hier spazieren. Überall gepflegtes, blühendes und gut riechendes Grün. Da liegt Nix rum. Dafür sorgen die fleissigen und unermüdlich arbeitenden Straßenkehrer. Sie haben sogar einen Kanister Wasser bei, um Flecke zu beseitigen.
Vom Tianfu Platz haben wir auch einen Blick auf unser Hotel und können ausmachen, welches unser Zimmer ist.
Als nächstes lassen wir uns entlang der Fussgängerpassagen Richtung IFS treiben. Ein weiteres Zentrum. Aber wir kommen nur schleppend voran. Es gibt viel zu sehen. Und das ein oder andere Mitbringsel für unsere Enkel kommt auch mit.
Die Stadt ist praktisch im Pandafieber. Wohin man schaut - es gibt nur ein Thema : 🐼
Die IFS Plaza ist ein sehr moderner Platz mit modernen Gebäuden unzähligen Grossbildschirmen. So viele habe ich noch nirgendwo auf der Welt gesehen.
Wir holen uns einen Fleischspiess und gefüllte Teigtaschen. Während wir auf die Fertigstellung warten, werden wir gebeten, uns mit anderen fotografieren zu lassen. Sie haben Spaß daran. Auch Chengdu scheint nicht auf der typischen Besucherliste westlicher Touristen zu sein.
Jedenfalls ist der Trubel auf diesem Platz etwas, das selbst uns Berliner etwas überfordert.
Am IFS Gebäude hängt ein übergroßer Panda, der sich die Fassade hochhangelt. Von der Terrasse in der 7.Etage kann man ihm dann ins Gesicht schauen.
Für unser storniertes Frühstück besorgen wir uns am Abend Ersatz. Und das kaufen wir im Walmart.
Ja. In China gibt es Walmart‘s. Die sind dann fast so aufgebaut wie in den USA. Hier holen wir uns Müsli, Obst usw.
Chengdu hat aber noch mehr Superlative zu bieten. Da wäre das Global Center in Chengdu, das mit 1,76 Mio. m² das weltweit größte einzelstehende Gebäude ist.
Gleich angrenzend befindet sich das SKP, das größte unterirdische Gebäude Asiens.
Aber deshalb sind wir gar nicht hergekommen. Das Objekt unserer Begierde steht nämlich auf dem Dach des Shopping-Centers:
Es sind die sechs Wasserfontänen namens „Türme der Vitalität“.
Am Tage eher wie sechs verloren dastehende dunkle Rohre, werden sie erst bei Dunkelheit zur Attraktion. Da werden die 26 bis 39 Meter hohen Fontänen nämlich mit LEDs beleuchtet und zum absoluten Spektakel.
Etwa zehn Fahrminuten weiter warten zwei weitere Abendattraktionen auf. Die Fassaden der zwei 220 Meter hohen Tianfu Twin Towers werden allabendlich mit etwa 400.000 LEDs zur Leinwand. Das sieht total beeindruckend aus. Beeindruckend ist aber auch die Architektur der Hochstraße für Fussgänger. So ein Bau ist seit vielen Jahren schon in Berlin im Gespräch. Neulich las ich, dass dieses Projekt aus Geldmangel erst einmal bis auf Weiteres verschoben wurde. Hier steht es 😶
Es ist schon kurz vor 9pm, als wir uns mit Didi zur Anshun Corridor Bridge bringen lassen. Eigentlich hatten wir schon Bedenken, zu spät für die Illumination zu kommen.
Aber nein. Hier tobt noch das pure Leben. Die Menschen sitzen auf den Treppen mit Blick auf den Fluss, Garküchen auf rollenden Wägen sind unterwegs, man kann sich die Schultern massieren lassen und irgendwo steht ein Sänger, und beschallt die Gegend mit anmutend klingender chinesischer Musik.
Was für ein Flair!
Die Brücke ist eine überdachte Brücke. 61 Meter lang und 6Meter breit ist sie. Der ursprüngliche Bau ist aus dem 13.Jh, ist aber immer wieder durch Hochwasser zerstört worden. Das, was wir sehen und drüber laufen, ist 2003 neu gebaut worden. Eine exakte Kopie der Brücke aus dem 17.Jahrhundert.
Auf der anderen Seite des Nan Rivers erwartet uns ein ebenso quirliges Leben. Hier reihen sich Bars und Restaurants aneinander.
Und dann wird’s aufregend. Vier Leute liegen auf einer Art Entspannungsliegen. Dahinter stehen viele und gucken auf die Wand voller Buchstaben, die wir eh nicht entziffern können. Zuerst denke ich noch, sie gucken sich bei der Behandlung irgendwelche Werttspiele an. Beim genauen Blick checken wir erst, was hier gemacht wird: Den Behandelnden werden aus dem Ohr Ablagerungen entfernt. Eine Kamera nebst Licht überträgt das mittel-leckere Ereignis auf die Bildfläche. Aber irgendwie ist das dann doch fesselnd. Auch wir stehen ziemlich gebannt und starren auf die Fläche.
Am liebsten würde ich das auch machen lassen. Aber ich bin ja froh, dass mein Ohr seit gestern Abend Ruhe gibt. Die Mittelohrentzündung scheint überstanden.
Bis zur Straße wo wir einen Didi rufen können, durchlaufen wir noch ein Wohngebiet, wo die Einheimischen essen. Jetzt - kurz nach 10pm ist hier noch Bambule. Es wird an riesigen Tischen gegessen. Auch Kinder.
Unter den Tischen sieht’s saumässig aus. Chinesen sind dahingehend absolut schmerzfrei. Tissu‘s, Knochen landen neben oder unter dem Tisch. Denn eines ist gewiss: Morgen früh haben die fleißigen Wichtel wieder alles blitzblank gemacht.Читать далее
Pandastisch 🐼
12 апреля, Китай ⋅ ☁️ 16 °C
Das Umland von Chengdu bietet gleich zwei Orte, an den man sich Pandas anschauen kann. Zum einen das nahgelegene und wohl bekanntere sowie wesentlich frequentiertere „Chengdu Research Base of Giant Panda Breeding“ und den etwas entfernteren: „Dujiangyan Panda Park“. Die Entscheidung fällt mir nicht leicht. Eigentlich tendiere ich für den nahgelegenen. Aber ich schwanke noch.
Wir Berliner sind seit jeher verwöhnt, wenn es um Tiere-gucken geht. Wir besitzen nämlich einen Zoo und einen Tierpark. Ganz klar dass wir Team Tierpark sind. Der ist wie man sich einen Park vorstellt und ganz nebenbei kann man Tiere beobachten.
Conny, die wir vorgestern getroffen haben, und selbst gestern im größeren Park war, hat ganz unwissentlich die Entscheidung für uns getroffen.
Sie schrieb: „Es ist ein Zoo“.
Damit war alles entschieden😉
Bis Dujiangyan braucht’s eine reichliche Stunde mit dem Taxi.
Das Wetter ist schlecht. Und kurz bevor wir das Ziel erreichen, beginnt es auch noch zu regnen. Na sehr schön 😶
Am Eingang ist es mittelvoll.
Aber für Seniors, die eh kostenlos die Attraktionen besuchen können, gibt es meist eine Sonderspur. Hier werden unsere Namen registriert und los geht’s.
Im Dujiangyan Panda Park geht es weniger um Zucht, sondern vor allem um Rettung und Pflege. Viele der Pandas sind älter. Oder sie wurden verletzt aufgefunden und werden nun für das Leben in Freiheit vorbereitet. Denn Pandas gehören nicht mehr zur aussterbenden Tierart Dank der beiden Parks nahe Chengdu. Einige Pandas wurden hier nach dem verheerenden Erdbeben im Jahr 2008 aufgenommen und gepflegt.
Hinter dem Eingang öffnet sich eine grüne, leicht verwunschene Landschaft. Alles wirkt ruhig verteilt, nichts hektisch, nichts laut.
Eine wirklich schöne Parkanlage mit wunderschönen Sträuchern und Bäumen. In der Anlage wohnen auch andere tierische Schönheiten. Die einen sehen wir - die anderen bekommen wir nicht zu Gesicht. Und das ist auch gut so. Denn vor denen wird gewarnt. Es sind zwölf verschiedene Schlangenarten, die hier unterwegs sind.
Die Besucher verteilen sich gut. Das obwohl es nur den einen definierten Weg gibt.
Gespannt und erwartungsvoll sind wir beide auf den ersten Moment, wann es endlich den ersten Panda zu sehen gibt.
Und dann ist er da:
Groß. Flauschig. Komplett im Chill-Modus. Hängt lässig über einem Balken, als hätte er gerade Feierabend. Schaut uns an. Wir schauen zurück. Fotos werden gemacht. Er bleibt unbeeindruckt. Sympathisch.
Ich bin froh, dass es auf den Plattformen kein Gedränge gibt. Jeder bekommt seinen Panda-Moment. Auch an den weiteren Terrassen gibt es kein Problem, aus der ersten Reihe seine Beobachtungen zu machen.
Die Besucherzone ist eindeutig definiert. Wir brauchen für den gesamten Rundgang zweieinhalb Stunden.
Das eigentliche Schutz- und Naturgebiet ist dagegen deutlich größer und reicht auf mehrere hundert Hektar im Tal und an den Hängen des Qingcheng-Gebirges.
Die gesamte Anlage wirkt eher wie ein ruhiges Naturreservat. Ein Dschungel. Der feine Nieselregen passt zum ganzen Flair. Alles wirkt ein bisschen mystisch. Nebel zieht durch die Bäume. Feiner Nebel steigt auf. Denn es ist angenehm warm. Irgendwann hört es aber auch auf zu nieseln.
Die roten Pandas leben fast ohne sichtbare Abgrenzung. Sie sind die kleineren Verwandten und laufen auf gespannten Seilen oder auf Bäumen umher. Einer „verirrt“ sich auf den Gehweg. Ein Ordnungswächter achtet genau, dass man nicht zu nahe kommt. So lange, bis er wieder zu seinen Freunden findet.
Am Ende des Rundgangs befindet sich ein Tempel. Sehr mystisch gelegen. Die Kleine Anlage ist mit seinen Ponds perfekt manikürt.
Bevor wir den Park verlassen, essen wir einen Happen im Park und Rainer kann nicht anders als sich ein 🐼-Eis zu kaufen.
Dujiangyan selbst hätte noch mehr zu bieten, zum Beispiel das jahrtausendealte Bewässerungssystem.
Stand auch auf der Liste. Aber ehrlich gesagt sind wir beide längst im 🐼-Modus hängen geblieben. Für Kultur ist heute kein Speicherplatz mehr.
Vielleicht beim nächsten Mal.Читать далее
Chongqing - Eine vertikale Megacity
14–19 апр., Китай ⋅ ☀️ 26 °C
Die flächenmäßig größte Stadt der Welt habe ich mir in Google Maps gespeichert, direkt nachdem ich beim ZDF eine Sendung über Megacities gesehen hatte.
Damals, also 2022, war noch nicht einmal die Idee zu einer mehrwöchige Reise durch China geboren. Es war nur ein Marker, nach dem Motto: Wenn wir mal in der Nähe sein sollten…
Und nun sind wir hier.
Die Zugfahrt von Chengdu dauert mit einem G-Zug 1:31h. Eine halbe Fahrstunde später spuckt uns das Taxi am Fuße des 50-Stöckers aus. Ein vertikales Konglomerat aus Hotels. Alle teilen sich den gleichen Tower.
Die Lobby des Hotels Maiyue befindet sich in der 44.Etage. Und die ist imposant - riesig und sehr spacig.
Der Check-in entwickelt sich zu einer kleinen Geduldsprobe. Wir haben ein Zimmer mit 270-Grad-Ausblick gebucht. Was wir bekommen: ein ganz normales Eckzimmer.
Wir erklären freundlich, dass wir unter „270 Grad“ eigentlich einen Blick in drei Richtungen verstehen. Man nickt – und bringt uns … in exakt dasselbe Zimmer, nur eine Etage höher. Hm 🤔
Ich rufe die Bilder von Trip.com auf. Darauf zu sehen ist nicht nur das imposante Raffles City Chongqing, sondern auch der spektakuläre Zusammenfluss von Jialing River und Yangtze. Genau das wollen wir sehen.
Endlich versteht man uns. Wir werden in die 49.Etage gebracht. Höher geht es übrigens nicht. Ein weiteres Eckzimmer mit bodentiefen Fenstern wird uns gezeigt. Es sei aber ein „Family Room“ heisst es. Ja das ist uns egal, wie man es nennt. Das nehmen wir!
Auch wenn es etwas kleiner zu sein scheint. Uns ist die Aussicht wichtig.
Nun haben wir wieder dazugelernt: Ein Zimmer mit einer 270-Grad-Aussicht kann auch ein schnödes Eckzimmer sein.
Aber das Thema ist noch nicht beendet. Wir sollen die Reservierung stornieren und neu buchen.
Warum - das kann keiner sachlich erklären. Aber das „englischsprachige Personal“ - wie es immer so schön heißt - ist nicht wirklich englischsprachig. Man verwendet einfach einen Übersetzter. Und der ist nicht immer fähig das auszudrücken, wie es ein Mensch könnte. Da meldet sich diesbezüglich prompt Trip.com bei mir. Per Chat. Wir erklären, dass uns bei Umbuchungen Gebühren entstehen und wir deshalb nicht stornieren werden. Für die „gesamten Unannehmlichkeiten“ entschuldigt man sich mit Points auf dem Trip-Konto im Wert von etwa 32€.
Nun. Welche Unannehmlichkeiten man genau meint, wissen wir letztendlich nicht. Wir sind vollauf zufrieden. Die Aussicht ist mega 😎
Den restlichen Tag verbringen wir bei einer ersten Stipvisite unserer nahen Umgebung, die sich sogar als das Zentrum der Megacity erweist. Wir sind wieder einmal begeistert.
Fünf Nächte sind gebucht. Das heißt wir haben vier volle Tage zur Verfügung. Leider wache ich am nächsten Morgen mit einem schönen fetten grippalen Infekt auf. Anderthab Tage verbringe ich vollkommen schlapp und praktisch die Tage verschlafend im Bett. Rainer besorgt neue Medikamente und erkundet ein wenig die andere Seite der Stadt. Die, die nicht ganz so instagrammable ist.
Am Abend des zweiten Tages wagen wir noch eine kleine Runde, damit mein Kreislauf wieder in Schwung kommt. Aus der „kleinen Runde“ werden am Ende gut fünf Kilometer. Natürlich immer schön die Hügel hoch – und wieder runter.
Denn Chongqing gilt nicht umsonst als Bergstadt. Ein bisschen wie Portofino, wo die Häuser am Hang kleben.
Nur wird das Konzept einfach weiter gedacht:
Der Bergkamm bildet so etwas wie die Basis. Und alles, was darunter liegt, wird architektonisch „aufgefüllt“: Man nimmt die Höhendifferenz – und setzt einfach noch die ganz normale chinesische Hochhaus-Höhe obendrauf.
Klingt abstrakt? Ist es auch.
Wir machen uns auf den Weg zum Kuixing Building. Hier wird das Prinzip sehr deutlich. Wir stehen auf einem großen Platz, umgeben von ganz normalem Alltagsleben. Aber dieser Platz ist gleichzeitig das Dach eines mehrstöckigen Gebäudes.
Als wir über eine Brücke zum nächsten Platz gehen, öffnet sich unter uns eine rund zwanzig Stockwerke tiefe „Schlucht“. Und das Absurde: Selbst dort unten haben die Gebäude noch längst nicht ihre volle Höhe erreicht. Da kommen locker noch einmal dreißig Etagen obendrauf.
Unweigerlich schießt mir eine Frage durch den Kopf: Gibt es hier eigentlich Erdbeben?
Ja. Leichte Erdbeben gibt es hier öfter. Leicht heißt etwa in einer Stärke von etwa 3 bis 4. Die Stadt verfügt aber über ein modernes Erdbebenwarnsystem. Chongqings Hochhäuser sind grundsätzlich für Erdbeben der Stärke 6-7 ausgelegt.
Klingt beruhigend.
Es ist schon beeindruckend wie Menschen Städte bauen. Die Höhenunterschiede auf diese Art auszugleichen - das haben wir noch nie gesehen. Uns bleibt es überlassen, wie wir das tun. Von Vorteil sind die vielen , vielen Rolltreppen in der Stadt.
Die Cleveren – also wir 😉 – nutzen natürlich auch so oft wie möglich die Aufzüge in den Gebäuden.
Aber ganz entkommt man der Sache nicht. Am Ende warten doch immer wieder Treppen, die man selbst hinauf- oder hinabsteigen muss.
Am vorletzten Tag machen wir einen Ausflug ins nahgelegene Wulong. Für diese Naturschönheit gibt es aber einen gesonderten Footprint.
Eine ganz besondere Treppe wird am letzten Tag in Chongqing zu unserem Fotomotiv.
Das Wetter könnte nicht besser sein: dunkelblauer Himmel, Sonne und angenehme 25 Grad.
Südlich unseres Hotels befindet sich ein großes Großhandelsgebiet für Kleidung und Schuhe. Hier kann aber auch jeder ganz normal einkaufen. Es ist Samstag und entsprechend ist extrem viel los.
Und wieder geht es plötzlich sechs oder mehr Etagen in die Tiefe. Überall Geschäfte, ein Stand neben dem anderen. Und alles muss ständig versorgt werden.
Genau hier kommt unsere „Fototreppe“ ins Spiel. Rainer hat sie zwei Tage zuvor entdeckt.
Hier wird Ware permanent hoch- und runtertransportiert. Meist von Männern älteren Semesters, die die Lasten entweder händisch oder mit einer Bambusstange treppauf und treppab tragen.
Rainer probiert sich kurz selbst als Träger – besteht den Test allerdings nur für wenige Sekunden 😉
Wir erkunden weiter das Gebiet. Oben in einer achten Etage finden wir einen kleinen Platz. Dort bleiben wir eine Weile stehen und beobachten dieses wortlose und perfekt eingespielte System der Warenverteilung: Einer bringt die Ware und stellt sie einfach ab. Eine Frau sortiert die Tüten in entsprechender Ordnung und beschriftet sie. Irgendwann kommt wieder ein Träger und bringt die Ware zum Ziel. Ganz ohne Diskussionen. Ganz ohne Planung. Ganz ohne viel Tamtam.
Es ist nicht nur faszinierend. Es erklärt auch, wie eine nahezu blitzschnelle Versorgung der Händler mit fehlender Ware überhaupt funktionieren kann.
Was hier letztendlich gehandelt wird, ist preislich kaum noch ernsthaft einzuordnen. Eine Bluse oder eine Hose wechselt hier für rund 4 € den Besitzer.
Dasselbe Teil würde ich zum Beispiel bei TK Maxx in den USA vielleicht für 19 bis 39 US-Dollar finden und würde
Mich über diesen Preis freuen. Bei H&M in Deutschland würde es sicher für etwa 59 € zu kaufen geben. Und im „besseren Geschäft“ vermutlich wesentlich mehr. Das Ganze gibt mir doch sehr zu denken.
Den restlichen Tag genießen wir das Treiben in den Straßen westlich unseres Hotels. Da wo die Glitzerwelt und modernen Hochhäuser das Stadtbild prägen.
Am Abend lassen wir uns erneut das Abendessen vom Roboter bringen. Für einen Restaurantbesuch bleibt keine Zeit mehr, wir waren einfach zu lange unterwegs. Denn 20:30 Uhr beginnt eine Drohnenshow, die wir direkt aus den Fenstern unseres Hotels sehen können.Читать далее

ПутешественникIch habe gerade gelesen, dass die Modernisierung von Schloss Bellevue acht Jahre dauern soll…. Und ich frage mich: übersehe ich Baukräne oder gibt es dort keine?

Путешественник🤣 Sehr gut beobachtet. Es gab schon in Guangzhou keine. Wir haben uns auch schon gewundert. Anscheinend ist alles fertig gebaut 🤣

ПутешественникDefinitiv . Jetzt wo wir vor Ort waren, empfanden wir die Doku ein wenig zu sehr auf Sensation gemacht. Das braucht’s nicht. Die Stadt ist auch so sensationell
Naturwunder Wulong
17 апреля, Китай ⋅ ⛅ 21 °C
Das Wetter ist fantastisch. Der Blick aus der 49. auf Teile Chongqings genial. Wir sind heut früher als sonst aufgestanden, denn wir wollen uns das nahgelegene Karststeingebiet (UNESCO Weltnaturerbe) anschauen. Die Zugtickets für die Hinfahrt habe ich gestern Abend gekauft. Bei Trip.com. Wo sonst 😉
Der G-Zug startet von Chongqingdong. Also vom Ostbahnhof. Schon als wir uns dem Gebäude nähern, sind wir fassungslos vor Staunen über die Größe des Bahnhofs. Erwähnenswert ist, dass dies „nur“ der Ostbahnhof ist. Chongqing hat noch vier weitere dieser Größe. Und Dutzende kleinere.
Was immer auch klein bedeutet.
Im Inneren ist der Bahnhof nicht nur modern sondern so übersichtlich gestaltet, dass man es nicht schafft, sich zu verlaufen.
Genau 38 Minuten braucht der Zug bis Wulongnan. Hier folgen wir der Masse, da wir null Ahnung haben, wie genau wir ins Naturgelände kommen. Geplant ist einen Didi zu buchen. Aber wie sich schnell herausstellt, läuft die Masse in die Arme gut organisierter Busse, dessen einstündige Anfahrt für gerade mal 32¥ (knapp 4€ für uns beide) kostet.
Am Visitorcenter kauft man die Tickets. Über 60 jährige zahlen nichts.
Alles könnte also perfekt sein, wenn wir gewusst hätten, dass das Ziel bei bis zu 1.300 Höhenmetern liegt und es hier empfindlich kalt ist. Nach dem fast überstandenen grippalen Infekt sind meine Sandalettchen eher kontraproduktiv. Aber das ist nun mal nicht zu ändern.
Als wenn dies nicht reichen würde, beginnt es just bei der Ankunft zu regnen.
Aber wir wären nicht in China, wenn es da keine Lösung geben würde. Noch haben wir uns nicht aus dem bequemen Bus geschält, da stehen schon Verkäufer mit Regenmänteln da. Wir investieren die 1.20€ für die zwei echt guten Mäntel und laufen los.
Erst geht’s auf die gläserne Plattform und dann den definierten Weg.
Es ist gut was los. Alle bewegen sich in etwa dem gleichen Tempo.
Mir fällt nichts besseres ein, als das mit einem Klassenausflug mit gefühlt tausend Schülern zu vergleichen. Dennoch würde ich es nicht als voll bezeichnen. Wir ordnen uns wie immer zwischen zwei Pulks ein und spazieren so entlang an der
Abbruchkante.
Stau gibt es immer bei einer Attraktion. Die erste ist der
gläserne Aufzug. Gleich sechs von denen sind im Einsatz, so kommen alle recht flott weg. Unterwegs macht die Kabine noch ne 180 Grad-Drehung, so kann jeder die gesamte Landschaft sehen.
Es folgen weitere Abgänge über unverschämt viele Treppen, bevor wir die Ebene bei etwa 950 Höhenmetern inmitten der enormen Karstfelsen erreichen.
Hier beginnt der Spazierweg zu den „Three Natural Bridges“.
Der erste und wohl bekannteste Stopp ist die sogenannte „Trading Post“, die kein echter historischer Handelsplatz war, sondern eine einstige Filmkulisse. Weil sie aber so herrlich in die Landschaft passt, hat man den einen Teil stehen lassen und als touristische Attraktion integriert. Am besten kann man sie natürlich von einem erhöhten Platz sehen. Doch genau wie die meisten, stemme ich die ersten 50 oder
70 Stufen, um den Blick zu erhaschen. Weiter bringen mich meine Knie nicht. Leider.
Aber Rainers. Er macht den weiteren Aufstieg zu einer Höhle und einem natürlich geformten Stein, in dem ganz deutlich ein von der Natur geformter Elefant zu erkennen ist.
Der Weg führt uns durch zwei weitere Brücken. Die Dimension kann ich nicht beschreiben. Das muss man sehen oder spüren.
Ab und zu tropft es von oben. Manche Quellen drücken sich auch durch die Seitenwände und erzeugen einen feinen Sprühnebel.
Eigentlich dachte ich, wenn so viele Besucher unterwegs sind, dann ist das Flair dahin. Das stimmt aber nicht. Die meisten tun es wie wir: Immer wieder stehen bleiben und staunen vor Ehrfurcht auf dieses Naturwerk.
Am Ende des Weges wird es dann aber doch noch haarig. Hat man sich auf dem Weg irgendwie verteilt, steht eine lange Schlange an, um mit dem Shuttle wieder nach oben zu kommen. Laufen ist keine Option.
Blöd nur, dass es nun auch knapp wird, was den Zug von Wulong nach Chongqing anbetrifft. Da hilft nur Vordrängeln. Ich meine, schlechtes Gewissen hätte ich überall auf dieser Welt. Nicht aber in China. Hier wurde Vordrängeln praktisch erfunden.
So schaffen wir den nächsten Bus bis zum Visitor Center recht schnell. Der aber setzt uns irgendwo ab. Jedenfalls nicht da, wo wir angekommen sind. Also geht’s hurtig den Schildern nach in der Hoffnung, wir finden einen Bus, der uns zum Bahnhof bringt. Das Ganze stellt sich kompliziert dar. Denn man versteht nicht ganz, wohin wir wollen. Aber wie das immer so ist, irgendjemand checkt, wohin wir wollen. Wir sitzen also im Bus - doch es geht ewig nicht los 🙄 …und die Zeit läuft…
Dann wird abkassiert. Allerdings nur bar. What? Wir haben kein Bargeld.
Nun. Ein anderer Passagier bezahlt für uns und er bekommt das Geld per Alipay von uns. Das ist mal Technik die begeistert 🤩
Acht Minuten haben wir noch, als wir Wulongnan erreichen. Drei weitere Paare aus den Bus haben offenbar den gleichen Zug gebucht. Dank der übersichtlichen Gestaltung der chinesischen Bahnhöfe schaffen wir es rechtzeitig auf den Bahnsteig und damit auch den Zug.
Was für ein Erlebnis!Читать далее


































































































































































































































































































































































































































































































































































































ПутешественникGut, dass alles geklappt hat. In den Medien war auch überhaupt nichts mehr vom Streik zu hören. Er hat die Reisenden dieses Mal offensichtlich nicht sehr getroffen.
ПутешественникEs sind die meisten Langstrecken gen Westen ausgefallen. Also Nord- und Südamerika. Die Kurzstrecken haben wohl die anderen aus der LH Gruppe so weit wie möglich kompensiert.
ПутешественникSchön für euch. Mit Brasilien als Reiseziel hätte es uns auch jetzt wieder erwischt. Das war damals der absolute Alptraum. Aber irgendwie hat am Ende doch alles geklappt und wir sind nach einem 4 Stunden Telefonat mit Lufthansa am Ende mit Air France, die wir in Paris fast noch verpasst haben, weil der Frankfurtflug nach Streikende natürlich zu spät war, abgeflogen. Die Nacht haben wir auf einer Bank im Frankfurter Flughafen neben besoffenen, kotzenden Pennern verbracht. Damals habe ich mich mehrfach gefragt, in was für einem Land wir leben. Die Anreise am Morgen zum Flughafen war wegen des Streiks nicht mehr möglich, weil auch die Autoparkplatzanbieter nicht gearbeitet haben. Bitte so etwas nie wieder.
ПутешественникAlso ich kann nur mit der Streikerfahrung von Nov. 2019 dienen. Damals wollte unsere Tochter und ich nur mal nach Tokyo…
ПутешественникSeid ihr dann noch nach Tokyo geflogen? Wir haben den ersten Tag in Iguazu verloren. Statt morgens sind wir spät in der Nacht angekommen.
ПутешественникWir haben zwei Tage auf einen Flug warten müssen. Haben die gesamte Reise verschoben. Glücklicherweise waren Hotel und der Pocket-wifi-Anbieter sehr kulant.
ПутешественникMan hat eben doch immer wieder Glück im Unglück und arrangiert sich dann eben irgendwie.