Der Camino de Santiago. Der Weg zu mir selbst.
  • Day47

    Rutzenmoos

    October 14, 2021 in Austria ⋅ ⛅ 8 °C

    Auf dem Weg nach Rutzenmoos.

    Die letzten 6 Kilometer spazieren ich vom Bahnhof zum Belehof (www.belehof.at), auf dem ich die nächsten 10 Tage sein darf. Da lebt meine beste Freundin Irene mit ihrer Tochter Klara in einer Gemeinschaft. Sie alle bedeuten mir sehr viel. Ein guter Platz zum Zwischenlanden, der Hof und die Umgebung 🤗Read more

  • Day46

    Wien

    October 13, 2021 in Austria ⋅ ⛅ 10 °C

    Wenn der Café Cortado in Wien besser schmeckt als in Spanien, dann ist die Chance groß, dass man im Espresso sitzt 😁

    Nein, so kann ich das auch nicht sagen. Für einen spanischen Cortado ist zuviel Milch drin. Und genau so mag ich Kaffee am Liebsten. Ich bin verzückt ☺️

    Eine sehr unruhige Nacht im Airport-Hostel-6-Bett-Schlafsaal. Um 4 Uhr zum Flughafen spaziert. Um halb 7 in den Flieger gestiegen ... und schwupps bin ich zurück in Österreich. Ein bisschen über drei Stunden im Flieger, Porto - Wien.

    Und jetzt sitze ich hier im Café, bin berührt und vermisse den Weg. Das Gehen. Die Menschen, denen ich begegnet bin. Das Sein in der Natur.

    Morgen: Zug nach Attnang und dann zum Belehof spazieren. 12 km. Ein Spaziergang.

    Und heute im Café verkriechen, nachfühlen, Cortado und Schokokuchen genießen. Ist gut für die Seele 💕
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  • Day45

    Porto

    October 12, 2021 in Portugal ⋅ ☀️ 22 °C

    Porto. In der Nähe des Flughafens.

    Da hat die Nicht-mehr-Pilgerin doch tatsächlich einen Fehler gemacht bei der Planung der Rückreise und musste den Flug verschieben 😶

    Es ist doch nicht so einfach, vom Camino Abschied zu nehmen 🤷‍♀️

    Portugal fühlt sich sehr anders an als Spanien. So viel weniger vertraut.

    Danke an alle, die mit mir auf dem Camino waren. Danke dir, Spanien, für deine manchmal etwas rauhe und doch immer erdige Güte 🙏🏼 Ich fühle mich dir sehr verbunden.

    Yo volveré.

    ❤️
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  • Day44

    Santiago de Compostela

    October 11, 2021 in Spain ⋅ ☀️ 21 °C

    Die heiße Schokolade tropft dampfend und langsam vom Löffel, so dickflüssig ist sie. Sie schmeckt köstlich, süß und irgendwie heimelig. So wie die fürsorgliche Geste eines geliebten Menschen oder wie wenn man in der Lieblingswolldecke eingemummelt mit einer Tasse Tee auf dem Sofa sitzt. So sitze ich in dieser Chocolateria in Santiago, ganz alleine, kein Radiooderfernsehgedudel, nur das stete Werken der Barfrau, die, wie so viele ihrer KollegInnen einen eher "rustikalen" Umgangston und Servicegedanken haben. Ist wohl eine spanische Eigenart - und erinnert mich manchmal ein bisschen an die Kellner in Wiener Kaffeehäusern 😉 Auch die Tatsache, dass ich hier wie dort nicht immer alles verstehe, was mir da so entgegengeschleudert wird 😜

    Santiago hat mich wieder, eine letzte Nacht im Schlafsaal, bevor ich morgen zurück fliege.

    Vor meinem inneren Auge ziehen Bilder der letzten sechs Wochen vorbei.

    So viel gesehen.
    So viel gespürt.
    So viel erlebt.
    So viele schöne Begegnungen.
    So viele Gebete.
    So viele Botschaften.
    So viel Heilung.

    Sollte ich meinen Camino mit einem Wort beschreiben, so wäre es: FÜLLE.

    Unwillkürlich steigt das Bild meiner Gebärmutter in mir auf... Die einzelnen Camino-Erinnerungen schweben durch den Raum, fallen langsam, wie durch flüssigen Honig hindurch, auf fruchtbaren Boden. Alles ist von einem intensiven Rot, in das sich Goldgeglitzer mischt. Hier gehören sie hin, an diesen kraftvollen Ort der Liebe, des Träumens und Visionierens.

    Mögen sie sich verweben mit all dem, was mich stärkt und leitet. Mögen sie mich immer erinnern an diesen Weg, der mich für immer verändert.
    Ich verneige mich.

    💜 Aho 💜

    PS: ein großes Dankeschön an die Dudelsackspielerin. Du hast mich tief berührt mit deiner Musik.

    [Photo credits to Tania Wursig, the painter of this gorgeous Godess of abundance and the unknown source of the womb painting]
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  • Day42

    Cabo Fisterra

    October 9, 2021 in Spain ⋅ ☁️ 19 °C

    Kilometer 0

    💕

    Am Ende der Welt.
    Mit lieben Menschen.
    Erfüllt.
    Verbunden.
    Voller Lebensfreude.
    Dankbarkeit.
    Hingabe.

    Eine tiefe Verneigung und ein DANKE an das Große Ganze, das von Herzen kommt.

    💕

    And Carla Maney - you've been with us all along the way from Santiago to here! Love you 😘
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  • Day42

    Etappe 38: Estorde - Fisterra

    October 9, 2021 in Spain ⋅ ⛅ 19 °C

    Die letzte Etappe. Die, die am Ende zum Markierungsstein mit der "Null" drauf führt. Das Ende des Camino Frances.

    Wir verschlafen und frühstücken ausführlich und in aller Ruhe vor unserem schönen Hotel. Nach und nach kommen Pilger über den Strand gewandert und so gibt es ein freudvolles Wiedersehen mit Daan und Claudie und wir lernen Libby und Aileen aus den USA kennen. Wir fühlen uns wohl miteinander und brechen gemeinsam auf nach Fisterra - dem Ende der Welt.

    Diese letzte Etappe ist nur noch ein längerer Spaziergang, der Weg ist schön, wir genießen die Gespräche und machen viele Fotos. Ein langer Strand erwartet uns vor Fisterra, für mich gibt's kein Halten und ich ziehe die Schuhe aus und freue mich über den Sand auf meiner Haut und die Wellen, die meine Füße immer wieder umspülen. Der Strand ist übersäht mit Muscheln und so dauern die restlichen paar Kilometer lange, so viel Freude haben wir beim Suchen, Staunen über diese Fülle, die uns Mutter Erde und das Leben jeden Tag schenken.

    Ein bisschen Ausruhen ist angesagt und dann ... gehen wir die letzten drei Kilometer zum Cabo Fisterra und feiern unsere Ankunft.

    ❤️
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  • Day41

    Etappe 37: O Logoso - Estorde

    October 8, 2021 in Spain ⋅ ☀️ 18 °C

    Wir gehen gemeinsam weiter. Georg, Peter und ich. Meine zwei Begleiter entpuppen sich als liebevolle Helden, sie gehen nämlich mein Schneckentempo mit. Mein linkes Knie tut wieder voll weh und bergab geht's nur mit extremem Stockeinsatz und gaaanz langsam.

    Die letzte Etappe beschenkt uns mit vielen wunderschönen Momenten:

    Als wir das erste Mal das Meer sehen, in der Ferne, verheißungsvoll glitzernd.

    Wir kommen langsam näher, die Wellen tanzen und schicken wunderschönes Sonnengeglitzer zu uns hinauf. Ich beginne spontan zu weinen, so berührt bin ich vom Anblick des Meeres, der Wellen, der Bewegung, des Lichts.

    Vorbei an Cee und auf der Suche nach Futter (wir sind alle drei seeehr hungrig) gehen wir weiter nach Corcubión und landen im Restaurante Mar de Crebas - moderne Fusion-Kitchen eines galizischen Küchenchefs, der in UK, USA und Australien gelebt und gekocht hat. DAS kulinarische Highlight des Camino!

    Die Herberge, in der wir übernachten wollten, ist geschlossen und so rufen wir in einem Hotel an, das nur ein paar Kilometer entfernt ist und buchen uns dort ein. Beim Betreten der Zimmer verschlägt es uns die Sprache: Meerblick für 36,60 Euro pro Nase. Was für ein Geschenk!

    Natürlich stürzen wir uns an diesem schönen Strand auch in die Wellen - der Atlantik will ja schließlich standesgemäß begrüßt werden :-) Kalt ist er und ein bisschen wild, so wie er halt so ist.

    Wie schön es dort ist. Wie wohl ich mich fühle in der Runde mit meinen Begleitern. Wie beschenkt ich mich fühle. Es ist unmöglich, das adäquat in Worte zu fassen. Vielleicht trifft es das im Ansatz: Gott hat sich in all dem gezeigt.
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  • Day40

    Etappe 36: A Pena - O Logoso

    October 7, 2021 in Spain ⋅ ☀️ 19 °C

    Heute ohne viele Worte... Ein schöner Pilgertag geht zu Ende. Das Leben hat mich wieder beschenkt mit einem wunderschönen Sonnenaufgang, einem warmen, blauhimmeligen Tag fast ohne Wolken, mit von Pinienbäume gesäumten Wegen und Stille. Ich habe bis zur Ankunft in der Herberge nur ein paar Sätze mit dem Kellner gewechselt. Ansonsten war ich nur mit mir im Schweigen. Wie gut das tut.

    Wie schön, dass Peter und Georg noch auftauchen, zwei Menschen aus meiner "favorite camino family" 😊 Auch Claudie aus Frankreich sehe ich wieder und wir genießen eine feines, gemeinsames Abendessen 🙏🏼

    Noch zwei Tage bis zum Meer 🌊🤗

    💕
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  • Day39

    Etappe 35: Santiago - A Pena

    October 6, 2021 in Spain ⋅ ⛅ 16 °C

    Frühstück im bisher schönsten Café des Camino. Der Rucksack steht gepackt neben mir, die Stöcke warten auf den nächsten Einsatz.

    82 Kilometer sind es bis zum Cap Fisterra, bis ans Ende der Welt. Diese 3 oder 4 Etappen sind wichtig, vielleicht wichtiger als Santiago selbst. Am Atlantik ankommen, dass Wasser im Westen um Unterstützung bitten für die Integration des Erlebten.

    Der Camino ist der stärkste Katalysator, den ich kenne. Er bringt ans Licht, er verstärkt und lindert, er umarmt und fordert heraus. Er hilft in aller Liebe beim Bewusstwerden, beim Verarbeiten, beim Haut-Abstreifen, beim Integrieren. Er ist voller Liebe und Fürsorge für jede/n, der ihn geht.

    Ich bin berührt heute und sehr nah am Wasser gebaut, zart und verletzlich, fast roh im Inneren. Gestern gab es einige Abschiede von lieben Menschen, die mich auf dem Camino begleitet haben.

    Gestern war ich in der Pilgermesse. Wenn genügend Menschen Geld geben, wird dort der Botafumeiro geschwungen, ein großer Köcher, in dem Weihrauch durch die Kathedrale geschwungen wird. Ich wusste, dass mich das tief berühren würde und so ging es auch den drei PilgerfreundInnen, die mit mir dort waren. Wie haben alle geweint vor lauter Rührung und Dankbarkeit und es war, als würde sich etwas in uns erinnern an dieses alte Ritual (dessen Ursprung wenig romantisch ist: man sagt, die Pilger hätten in früheren Zeiten so grausig gestunken, dass die Kirche sich für die Messe etwas überlegen musste...).

    Während der Messe hörte ich die ganz Zeit eine Stimme in mir. Gib den Widerstand auf. Release. Let go. Surrender. Und das ist es, was ich tue. Immer und immer wieder. Raus aus der vermeintlichen Kontrolle, der Sicherheit, die es nicht gibt. Hin zu dem, was es jetzt, in diesem Moment zu leben gibt.

    Danke, Leben. Danke, Camino. Danke, großes Geheimnis.

    ❤️
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  • Day37

    Santiago de Compostela

    October 4, 2021 in Spain ⋅ ☁️ 14 °C

    Santiago de Compostela gefällt mir. Im Viertel rund um die Kathedrale herum pulsiert das Leben. Pilger mischen sich mit Locals und anderen Touristen, Restaurants, Bars, Cafés, Eisdielen, Touri-Shops, dazwischen immer mal ein Hotel, eine Herberge, eine Pension... Wirklich ruhig ist nur in der Früh und ab spät in der Nacht; den Rest des Tages brummt es nur so vor Betriebsamkeit.

    Ich lasse mich ein auf das bunte Treiben, genieße immer mal wieder einen Kaffee und "schaue Leute", lasse den Jakobsweg Revue passieren.

    Diese zwei Tage sind so besonders, weil unsere kleine "Camino-Family" sich immer wieder versammelt. Carla, Daan, Peter, Georg und ich teilen wunderschöne Momente und hervorragendes Essen und guten Wein.

    Der Weg hat uns zusammengeführt, wir haben uns kennengelernt, miteinander gelacht, geweint, einander zugehört, den Raum füreinander gehalten.

    Ich danke euch und werde euch immer in meinem Herzen tragen ❤️
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