New Zealand
Ruapehu District

Discover travel destinations of travelers writing a travel journal on FindPenguins.
Top 10 Travel Destinations Ruapehu District
Show all
Travelers at this place
    • Day 68

      In den Stromschnellen

      January 26 in New Zealand ⋅ ⛅ 21 °C

      Heute machen wir einen Ausflug. Also eigentlich ist diese ganze Reise ja ein Ausflug, aber heute haben wir alle noch ein besonderes Ziel: Die „Bridge to nowhere“ (Brücke nach Nirgendwo“). Ich finde, das klingt voll spannend und freue mich darauf, loszupaddeln. Ein paar Stromschnellen weiter sind wir auch schon da. Das „Ufer“ ist eine Steinmauer, die ein paar Aushöhlungen hat. Wir klettern hoch und binden unser Kanu fest. Der Weg bis zur Brücke wird mit 40 Minuten durch den Urwald angegeben, Danny ist allerdings mal wieder im Turbo-Modus. Man merkt, dass seine Beine Pause hatten und sich nach „Arbeit“ sehnen. Deshalb sind wir keine 30 Minuten später bereits am Ziel. Die „Bridge to nowhere“ ist eine Betonbrücke über dem Mangapurua Stream und komplett von Urwald umgeben. Sie ist das Überbleibsel einer gescheiterten Besiedlung und führt zu beiden Seiten ins „Nirgendwo“ - oder in den Urwald.

      Die restliche Flussfahrt verläuft ziemlich ruhig, so dass sich Steuermann Danny auch mal zurücklehnen kann. Reicht ja, wenn eine rudert. Unser heutiger Campingplatz heißt Ngaporo und liegt direkt hinter einer Stromschnelle, die es in sich hat, wenn man sie nicht im richtigen Winkel ansteuert. Danny wird gerade noch im letzten Moment wach und reagiert blitzschnell. Voll Karacho steuern wir das Ufer an und gleiten hinauf. Wir kommen schnell ins Gespräch mit zwei älteren Herren. Einer erzählt uns, dass es seine 48. Kanu-Fahrt auf dem Whanganui-River ist und lädt uns spontan zum Abendessen ein. Nach und nach bekommen wir mit, dass er zu einer größeren Freundesgruppe gehört, die sich 1 mal im Jahr trifft, um gemeinsam Kanu zu fahren. Alle sind schon längst in Rente und dennoch begeistert sie das gemeinsame Hobby. Sie kennen gefühlt jede Stromschnelle in- und auswendig. Freudig erregt erzählen sie uns, was morgen auf uns zukommt: Die Fifty-Fifty-Rapid. 50% der Kanufahrer scheitern hier und kentern oder fallen aus dem Boot. „Und wenn ihr nicht kentert, dann fahrt ihr danach ans Ufer, klettert hoch, lauft zurück und springt von oben in die Stromschnelle rein“, sagt eine ältere Frau zu uns, die ebenfalls Teil der Freundesgruppe ist. Ich kann es kaum glauben, wie fit die alle in diesem Alter noch sind und wie unbeschwert und fröhlich sie sich den Launen des Flusses hingeben.

      Am nächsten Morgen wache ich mit einem mulmigen Gefühl auf. Fifty-fifty-Rapid, das geht bestimmt nicht gut aus für mich. Ich sehe mich schon ins Wasser fliegen. Es regnet leicht und alles ist klamm. Meine Laune sackt in den Keller. Da fällt mein Blick auf die Kanu-Rentner-Gruppe. Sie frühstücken entspannt am Holztisch im Nieselregen, lachen, schnattern und essen ihren Porridge. Das Wetter scheint ihnen überhaupt nichts auszumachen. Ich bin total baff und gleichzeitig sehe ich an ihrem Verhalten, was ich schon wieder für eine Miesepetra bin. Also Schalter umlegen.

      Wir packen ruckzuck unsere Siebensachen zusammen, verstauen die Tonnen und legen kurz nach den Kanu-Rentnern ab. Schnell haben wir sie eingeholt und überholt. Schade, ich wollte doch beobachten, wie sie durch die Fifty-fifty-Rapid paddeln. Nun sind wir die Ersten. Aber wann genau kommt diese Stromschnelle? Wir wissen es nicht genau. Wir paddeln und der Fluss wird wilder. Von Weitem sehe ich es schon plätschern und die Wellen schlagen. Ist sie das? Wir kommen näher und näher, ich gehe wieder in Deckung, und als wir drin sind, ziehe ich voller Kraft das Ruder durch‘s Wasser, während Danny hinten das Kanu lenkt. Dreimal wippt das Kanu durch die Wellen, dreimal kommt ein Wasserschwall reingeschossen. Aber ich lasse mich nicht ablenken und paddele, als gebe es kein Morgen. Dann sind wir durch. Es ist eine Menge Wasser im Boot gelandet, aber Danny ist schon am Schöpfen. Sollte es das gewesen sein? Ganz so schlimm wie befürchtet war es nicht. Die nächsten Stromschnellen meistern wir ebenfalls. Kurz vor Pipiriki wird es nochmal spannend. Der Fluss wirkt hier fast wie ein wogendes Meer. Danny schreit als Steuermann seine Kommandos, ich kreische und gebe alles. Das war heftig. Aber egal, Hauptsache, nicht gekentert.

      Ich bin gerade dabei, mich zu beruhigen, da kommt Danny auf eine - Entschuldigung - hirnverbrannte Idee: Er will sich wie das Kanu durch die Stromschnelle treiben lassen und ich soll es auf Video festhalten. Ich habe keine Zeit, ihm Einhalt zu gebieten. Er ist schon am Ufer zurückgeklettert und läuft barfuß auf den glitschigen Steinen in die Mitte des Flusses. Plötzlich ein Schrei. Er hat sich den großen Zeh an einem Stein aufgeschrammt. Soll ich jetzt helfen oder filmen? Da wirft er sich auch schon laut tobend und voller Jubel in die Stromschnelle rein. Ich sehe nur seinen Kopf auf und ab vorbeisausen und bete, dass er nicht von einem im Wasser liegenden Ast aufgespießt wird. Zum Glück endet seine Aktion ohne Hals- und Beinbruch, und die Fleischwunde am Zeh fällt in die Kategorie „Selbst schuld!“

      Wir sind inzwischen ein richtig gut eingespieltes Team und kommen dadurch schnell voran. Abends sind wir die Ersten in der Downs Hut, eine Hütte im Wald mit 5 Betten. Die anderen Te Araroa Wanderer wollen hier heute Abend auch übernachten. Ich fürchte, wir müssen kuscheln, damit wir hier alle reinpassen. Wieder haben wir Glück. Es kommt keiner mehr. Wir bleiben allein in der abgelegenen Hütte mitten im Urwald über dem Whanganui River. Wie romantisch! Nur nachts schleicht sich ein Opossum heran und springt auf unsere Tonnen, die draußen stehen. Ich kreische auf, aber Danny beruhigt mich und sagt, es sei alles sicher verschlossen. Ein wenig unheimlich sind diese Geräusche dann aber doch.

      Am nächsten Morgen werden sie wieder von den vertrauten Geräuschen der ins Wasser stechenden Paddel abgelöst. Wir sind wieder auf dem Weg. Wegen des einsetzenden Regens entscheiden wir uns kurzerhand, die beiden letzten Etappen zu einer großen zusammenzufassen und schaffen die verbleiben 45 km bis Whanganui in 7 Stunden - und das, obwohl wir ein gutes Stück des Weges gegen die einströmende Flut anpaddeln. Klitschemadennass kommen wir an, machen noch schnell ein Foto der Wegmarke (1.370 km), packen eilig im Regen unsere Sachen aus den Tonnen zurück in unsere Rucksäcke und bekommen im Holiday-Park die letzte freie Cabin - mit eigener Dusche und WC. Aus dem Paradies der Natur sind wir zurück im Paradies der Zivilisation.
      Read more

    • Day 20

      Mordor (Tongariro Nationalpark)

      February 15 in New Zealand ⋅ ☀️ 17 °C

      Wir haben heute am Fuße des Schicksalsbergs (für Herr der Ringe Muffel: Mount Ngauruhoe) Mordor (also den Tongariro Nationalpark) durchquert und dabei die ganze Macht Sarumans gespürt. Orks gab es keine und Moore auch nicht, dafür zwei Seen (Tama Lakes) und einen Wasserfall (Taranaki Falls). Und fürchterlich war's so gar nicht, eher schön. Unfassbar schön. Absurd unfassbar schön. So absurd unfassbar schön, dass dem Schreiberling hier immer noch die Worte fehlen.Read more

    • Day 125

      Tongariro Circuit

      January 26 in New Zealand ⋅ ☀️ 16 °C

      Great Walk #3:
      Tongariro Circuit bzw. ab nach Mordor und einmal um den Schicksalsberg 🌋💍.
      Vulkane, Schwefelquellen, blaue Lagunen und karge Felslandschaften…der Tongariro Nationalpark verfügt wirklich über eine unglaubliche Vielfalt an Naturspektakel!
      Wenn denn das Wetter mitspielt 😄🙈

      Wie launig sich das Wetter in Neuseeland zeigen kann (und wie launig Hanke dadurch wird 🤦🏼‍♂️) und wie schnell dadurch die schönsten Pläne durchkreuzt werden, haben wir ja bereits erleben „dürfen“. Bei der Ankunft im Nationalpark, einen Tag vor unserem Walk, waren die Vulkane noch meist wolkenverhangen. Doch die ersten Eindrücke von der Landschaft und die guten Wettervorhersagen ließen die Vorfreude steigen! Am Abend vorher verzogen sich sogar schon die Wolken und in der Abendsonne zeigten sich die Gipfel des Mount Ruapehu 🏔️.
      Und der Wettergott meinte es gut mit uns. Bei strahlendem Sonnenschein starten wir unsere 2-Tagestour. Zuerst ging es noch durch Buschlandschaften, bevor es immer vulkanischer wurde. Entlang an heißen Quellen und wunderschönen Felsformationen ging es empor an den Rand des Mount Ngauruhoe, dem Schicksalsberg. Umso höher wir kamen, desto abstrakter wurde die Landschaft und wir konnten einfach nur staunen. Durch so ein Spektakel an visuellen Eindrücken bei Sonnenschein zu wandern, war für uns wirklich unglaublich! Wir konnten uns praktisch gar nicht satt sehen an. Die Vulkane sahen aus verschiedenen Blickrichtungen ganz anders aus und immer wieder zeigten sich neue atemberaubende Naturschauspiele (dampfende Schwefelquellen, blaue Lagunen, bunte Vulkankrater). Gleichzeitig hatten wir durch die klare Sicht Ausblick auf den größten Binnensee Neuseelands, den Lake Taupo, und die angrenzenden Berglandschaften (nur der Mount Taranaki war natürlich wolkenverhangen 😄).
      Unser Nachtlager schlugen wir an einer schön gelegenen Hütte, mit Blick auf den Mount Ngauruhoe, auf. Direkt nebenan gab es einen Wasserfall, an dem wir gebadet haben. Zudem wurden wir mit einem sensationellen Sonnenunter und -aufgang beschenkt.
      Nach dem Frühstück ging es früh los, denn die Wettervorhersage warf dunkle Schatten voraus. Morgens ging es noch mit schönen Blicken und schnellen Schrittes zur nächsten Hütte, wo eine feine Brotzeit wartete. Doch das Wetter kippte. Die letzten 15 km ging es dann durch strömenden Regen, der uns durch den Wind waagerecht ins Gesicht gepeitscht wurde. Da wir nach einer halben Stunde bis auf die Haut durchnässt waren und die Temperaturen fielen, gingen wir immer wieder in den Laufschritt über, um uns warm zu halten. Zum Schluss der Wanderung kamen uns dann immer mehr Tagestouristen entgegen, die deutlich entspannter mit dem Regen umgegangen sind 😄…tja, scheinbar sind wir doch ein wenig zimperlich!
      Als Belohnung wartete am Nachmittag eine warme Dusche an unserem Stellplatz auf uns…eine der schönsten Duschen unseres Lebens 😄🙈.
      Read more

    • Day 103

      Tongariro Crossing - South Crater

      February 11 in New Zealand ⋅ ⛅ 8 °C

      Next up what a flat section along the south crater, before a steeper ascent up towards the summit. As part of our group was an older French lady called Patricia. She was quick on the flat and on the descents but she really struggled on the uphill. So a hung around with her way off the rest of the group and even ended up carrying her bag for a while. Please use the comment section to compliment my kindness and fulfil my ego and to make my good deed worthwhile.

      The view over the south crater was amazing as the summit of Mt Doom became covered in cloud, a sign of things to come! From here we could look onwards towards the nearby summit.
      Read more

    • Day 36

      Tongariro Crossing

      February 7 in New Zealand ⋅ ☀️ 23 °C

      Früh am Morgen machten wir uns auf den Weg zum Vulkan. Viel war noch nicht zu sehen durch die dicken Nebelschwaden. Der Weg zur Überquerung soll 6-8 Stunden dauern, hiess es. Für uns Schweizer ja kein Problem🫠😅. Ich Wanderprofi mit meinem Zuverlässigen Schuhwerk war voller Zumut. Also trat ich mit meinen Vans die 19.4km lange Wanderung an. Die strecke Starte Am Fuss des bergs bei ca. 1100m.ü.m. und führte zuerst durch kleine Täler in richtung Aufstieg. Durch Vulkangestein hindurch fürten uns Treppen nach oben. Den Vulkan selber kann mann nicht erklimmen, so führte und der weg neben dem einentichen Krater durch. Auf 1880m.ü.m erreichte mann den höchsten Punkt der Wanderung. Atemberaubend! Von dort schaut mann auf den Vulkan und auch auf den Abstieg der an 2 kleinen Seeen vorbei führt und zu einem Grossen See führt. Schwefel verhindert leider einen gemütlichen Schwumm zur Abkühlung. Ein "Plättli" zum Zmittag. Nach der Stärkung nach Schweizer Art mit super Ambiente wirde der 2.5 Stunden dauernde Abstieg in Angriff genommen. Wir kamen Heil am ende der Wanderung an. Das Fazit: Der Aufstieg war nicht ohne, aber wurde Gut gemeistert. Die Eindrücke und die Landschaft sind wahnsinnig und sehr Interessant. Der Abstieg wurde dann noch zur Tortur. Es war anstrengend und 6 Stunden an der Prallen Sonne ist nicht ohne.Read more

    • Day 66

      Abenteuer auf dem Whanganui River

      January 24 in New Zealand ⋅ ☁️ 21 °C

      Was bin ich aufgeregt: Heute endlich geht unsere Kanu-Tour auf dem Whanganui River los. Obwohl es sich um eine Flussreise handelt, ist die Etappe mit knapp 120 km Teil des Te Araroa Trails. Gestern Abend haben wir extra dafür noch 3 Steaks (Danny zwei, ich eins) im „Rusty Nail“ gegessen. Erstens, um Kraft und Energie zu haben und zweitens, weil wir die nächsten Tage wieder nur die übliche Wander-Nahrung zu uns nehmen können und da wollten wir noch ein letztes Mal schlemmen.

      Treffpunkt ist 6:45 Uhr beim Kanu- und Bootsverleih. Damit wir zu dieser unchristlichen Zeit pünktlich auf der Matte stehen, haben wir gleich dort im Mehrbettzimmer im Doppelstock-Bett geschlafen. Das war sehr speziell und ich habe mich an meine früheren Klassenfahrten erinnert.

      Schnell verstauen wir unsere letzten Habseligkeiten in den Tonnen, die gleich mit aufs Boot kommen. Die große Frage: Handy mit in die wasserdichte Tonne legen oder am Körper tragen? Da ich panische Angst habe, wir könnten kentern und alles inklusive Handy wird nass, verstauen wir unsere mobilen Endgeräte sicherheitshalber in den Tonnen.

      Ein weiteres Mal nehmen wir an der Sicherheitsunterweisung teil. Der Raum ist brechend voll. Diesmal finde ich es schon weniger aufregend als beim ersten Mal. Der Trainer macht die gleichen Witze an den gleichen Stellen. Es gibt Kaffee aus der Barista-Maschine und selbstgebackenes Brot. Wir bekommen Schwimmwesten, werden in Gruppen eingeteilt und schon sitzen wir im Bus nach Whakahoro, von wo unsere Kanu-Tour startet.

      Vor Ort herrscht ein ganz schönes Wooling. Alle helfen mit, die Kanus und Tonnen vom Hänger zu laden. Ein Glück ist alles gut beschriftet, denn ich habe schon befürchtet, dass unsere Tonnen bei anderen auf dem Boot landen und die dann meinen leckeren Käse und die Kräcker essen. Wir bekommen verschiedene Seile, ein Ersatzpaddel und eine Schöpfkanne. Jetzt sollen wir alle Tonnen fest mit dem Kanu verzurren. Das überfordert uns. Aber nur kurz, denn schnell zeigt uns ein Mitarbeiter der Kanu-Firma wie man es richtig macht. Plötzlich muss ich vor lauter Gewusel aufs Klo. Sowas gibt’s hier aber nicht und außerdem steigen alle schon in ihre Kanus ein. Kurz entschlossen, renne ich die Straße hoch und hocke mich schnell an eine Ecke. Wenn jetzt ein Auto kommt, bin ich restlos verloren. Es kommt keins und erleichtert renne ich zurück. Schnell noch ein letztes Foto und dann sitze ich auch schon vorn und Danny hinten. Ein kurzer Schubs und wir schippern los.

      „Wer vorn sitzt, ist der Motor und wer hinten sitzt, ist der Steuermann“ - so hat es uns der Trainer erklärt. Das eine geht nicht ohne das andere. Alles gut und schön, wären da nicht diese gemeinen Stromschnellen, „rapid“ genannt auf Englisch. Die ersten Minuten laufen noch recht entspannt und wir gleiten mit der Strömung sanft flussabwärts. Doch dann höre und sehe ich es schon plätschern. Wie in der Unterweisung gelernt, presse ich meine Knie nach außen und beuge mich nach vorn. Und dann - platsch! bekomme ich auch schon einen Schwall Wasser ins Gesicht. Danny schreit von hinten „rechts!“ oder „links!“. Ich werde hektisch, verliere fast mein Paddel und verwechsle die Seiten. Klatsch! Die nächste Welle schwappt über den Bug, meine Hose und Unterhose sind komplett nass. An dieser Stelle bin ich eigentlich schon im wahrsten Sinne des Wortes durch. Ich möchte aussteigen. Dankeschön. Auf Wiedersehen. Die Weiterfahrt bitte ohne mich.

      Geht aber nicht, denn es ist keine Anlegestelle in Sicht und der Fluss treibt unser Boot gnadenlos weiter. Ich schimpfe, fluche und jammere leise vor mich hin. 4 Tage soll dieses „Spektakel“ gehen. Dabei ist Wasser - im Gegensatz zu Danny - doch gar nicht mein Element. Der jubelt sich von Stromschnelle zu Stromschnelle und hat natürlich den Spaß seines Lebens hinter mir. Klar, er kriegt auch nicht das ganze Wasser in die Gusche wie ich. Außerdem wippt das Kanu vorn viel mehr als hinten.

      Die ersten Stromschnellen sind geschafft, der Fluss wird ruhiger und im Sonnenlicht offenbart er die einzigartige Schönheit der buschbewachsenen Täler und abgelegenen Hügel. Wir fahren an Enten und Gänsen vorbei, Wasservögel flattern vor unseren Augen davon und erheben sich stolz in die Lüfte. Es ist ein weitestgehend naturbelassenes Paradies, in dem ich mich hier befinde.

      Spät am Abend kommen wir an unserem Campingplatz an. Die Anlegestelle ist schmal, es gibt nicht viel Platz zum Aussteigen. Da der Fluss durch Regen pro Stunde bis zu einem halben Meter anschwellen kann, liegt der Campingplatz sehr hoch. Ein glitschiger Trampelpfad und ausgewaschene Treppenstufen führen nach oben. Wir schleppen unsere 7 schweren Tonnen hinauf und sind danach fix und foxi. Die 1.5 Liter Flasche Cola trinken wir noch am selben Abend aus. Sie sollte eigentlich für 4 Tage reichen. Ok, das war etwas naiv. Nach und nach treffen die anderen Te Araroa (Wasser-)Wanderer ein, die mit uns im Kanu gestartet sind. Wir sitzen zusammen am großen Holztisch, tauschen Erlebnisse aus und teilen unser Essen. Irgendwann verschwinden wir alle in unsere Zelte. Nachdem die Geräusche vom Auf- und Zuziehen sämtlicher Reißverschlüsse verstummt sind, höre ich nur noch das Rauschen des Flusses und die Stimmen der Vögel. Noch ein bisschen spüre ich das Schaukeln des Kanus. Es wiegt mich in den Schlaf.
      Read more

    • Day 20

      Verkehrschaos und Wandschnitzerei

      January 30 in New Zealand ⋅ ⛅ 24 °C

      Bis anhin waren wir hier mit der Verkehrsregelung und Beschilderung ziemlich happy, aber an diesem Tag hat Neuseeland sich selbst übertroffen. Mehr dazu später.

      Heute soll es nach Taupō gehen, eine gute Stunde mit dem Auto von unserem Camping an der östlichen Seeseite hoch in die Stadt. Wir haben eine Schifffahrt zu den Maori Rock Carvings mit Ernest Kemp gebucht. Unser Schiff legte um 10.30 Uhr ab, wir sollten spätestens 10.15 Uhr da sein. Auf der Fahrt nach Taupō machten wir noch einen kleinen Zwischenstop bei den Tawhai Falls, auch bekannt als Gollum‘s Pool. Einen 15-minütigen Fussmarsch vom Parkplatz führte zum Wasserfall, eine weiteren Film Location von Lord of the Rings. Mein Schatz musste natürlich die Filmszene mit Gollum nachspielen, ich hielt die Schauspieleinlage mit Fotos fest. Abgesehen von der Bekanntheit des Ortes, war der Ort an sich sehr schön. Nach guten 20 Minuten setzten wir die Reise nach Taupō fort. Wir waren gut in der Zeit, gar so gut, dass es in Taupō noch für einen Kaffee reichen würde. Einen kurzen weiteren Halt legten wir sehr spontan bei einem sogenannten ‚scenic lookout‘ (landschaftlicher Aussichtspunkt) ein. Wir parkten auf einem Parkplatz mit einer fantastischen Aussicht über den Nationalpark. Wieder einmal versetzte uns dieses Land in staunen. Wir genossen kurz den Moment, waren ja aber auf dem Weg nach Taupō und gut in der Zeit. Also weiter geht die Fahrt. Wir hatten soeben am südlichen Seeende des Lake Taupōs die Kleinstadt Taurangi fast durchfahren, da zeigte Remo‘s Navi (Sygic) plötzlich eine andere Route und zusätzlich 1h länger an. Hä? Was ist jetzt los? Er bat mich auf Google Maps die Route zu prüfen. Gesagt, getan, die Route führte uns, wie bis anhin, an der östlichen Seeseite nach Taupō. Wir fuhren also normal weiter, Remo‘s Navi war mit unserer Sturheit nicht zufrieden und versuchte uns einen anderen Weg zu lotsen. Wir trotzten dem Navi. Wenige 100 Meter später hielt ein Bauarbeiter das vor uns fahrende Auto auf. Hinter ihm ein grosses Schild ‚Road Closed‘. Nanu? Was jetzt? Das vor uns fahrende Auto kehrte. Wir hielten beim Bauarbeiter an und fragten, was denn los sei? Er meinte höflich, dass die Strasse ab jetzt bis 14.30 Uhr gesperrt sei, wir sollen umdrehen. Wir erklärten ihm, dass wir nach Taupō aufs Schiff müssen, wo wir die Strasse umfahren können. Er meinte, wir sollen den Highway 41 und dann den Highway 32 nehmen, es dauert ca. 1h länger. Wir rechneten. 1h länger heisst Ankunft 10.45 Uhr. Schlussfolgerung daraus: wir waren nervös, da wir nun das Schiff verpassen, Remo’s Navi hatte die Sperrung bereits erkannt, Google Maps nicht. Na gut, uns blieb nichts anderes übrig, wir kehrten um, folgten den Anweisungen des Bauarbeiters und fuhren die Strecke westlich des Sees entlang hoch nach Taupō. Unterwegs rief ich mit Remo‘s Telefon (das uns auch navigiert) die Schifffahrtsgesellschaft an und erklärte der Dame am Telefon, dass wir um 10.30 Uhr nicht da sein können und nannte den Grund dazu. Ich fragte sie, ob sie uns vielleicht auf das 12.30 Uhr Boot umbuchen könnte. Die Dame am Telefon war sichtlich genervt, ich im stress sie zu verstehen und das immer noch laufende Navi im Telefon, gab mir immer wieder die Strassenroute durch, zeitgleich wie die Dame am Telefon sprach. Ich rekapitulierte. Remo übernahm den Part, sie nochmals anzurufen, da ich sie nicht verstanden hatte. Sie meinte, man könne es versuchen uns umzubuchen, es gebe aber keine Garantie. Im unwissen, ob es jetzt nun klappt oder nicht, entschieden wir uns trotzdem nach Taupō zu fahren und da vor Ort zu schauen.

      Die Fahrt auf der anderen Seeseite war auch schön, lange, eher ausgestorben, aber schön. Kaum ein Dorf lag unterwegs. In Taupō angekommen, parkten wir am Boat Harbour und gingen direkt ins Office von unserem Anbieter. Die Dame, einiges freundlicher als jene am Telefon, meinte dann, dass wir bereits umgebucht seien, wir sollen 12.20 Uhr wieder hier sein. Super! Es hat doch geklappt. Nun haben wir mehr als 1h Zeit Taupō zu geniessen. Wir nutzten die Zeit um an der Seepromenade in die Stadt zu laufen. Das coole an der Seepromenade in Taupō ist, dass vor einigen Jahren eine Fahrspur und die vielen Parkplätze einem Park mit diversen Schnitzereien und Kunstinstellationen weichen mussten. Da wir vorab etwas Mittagessen wollten, steuerten wir direkt, ein für uns passendes Restaurant, das Jimmy Coop, an. Hier hat Remo entschieden zu essen, Hauptkriterium war wohl der NEMO-Burger🤣. Nach dem Fischburger, meinem Schinken-Sauerkraut Sandwich und (endlich) einem Kaffee war es bereits Zeit fürs Schiff. Wir spazierten zurück und warteten am Steg aufs Einsteigen. Pünktlich um 12.30 Uhr legten wir am Hafen ab und fuhren auf den See raus. An diesem Tag war es sehr schönes Wetter eher windig, der Wellengang aber noch aushaltbar. Nach knapp 40 Minuten Fahrt erreichten wir die Maori Rock Carvings. Die Maori-Felszeichnungen befinden sich in der Mine Bay und sind beeindruckende 14 Meter hoch. Auch wenn die Schnitzereien aussehen, als wären sie schon seit Jahrhunderten an ihrem Platz, wurden sie in Wirklichkeit in den 70er Jahren vom meisterhaften Felsmaler Matahi Whakataka-Brightwell und dessen Schüler geschaffen. Man kann die Schnitzerei nur von Wasser aus sehen. Im Zentrum dieses Kunstwerks ist das stillisierte, 10 m hohe Gesicht von Ngātoro-i-rangi zu sehen, dem Māori-Priester und Entdecker, der den Stamm der Tūwharetoa ca. im 14. Jh. in die Gruppe von Taupō führte. Hier verweilte das Schiff noch etwas. An wärmeren, windstilleren Tagen könnte man hier noch baden, heute ist es aber zu kalt und windig.

      Nach 1.30h legte das Boot am Taupō Boat Harbour wieder an. Die Schnitzerei war zwar der Höhepunkt der Fahrt, die Aussicht an sich war es bereit Wert gewesen. Wir hatten nun noch etwas Zeit in Taupō, da wir spätestens um 18.00 Uhr auf dem Camping eintreffen mussten. Dies wurde ausdrücklich gebeten, da der Empfang danach nicht mehr belegt sei und zu spätes Eintreffen nicht mehr berücksichtigt werden kann. Wir entschieden uns noch ein Bier an der Seepromenade zu trinken, einkaufen zu gehen und um 16.00 Uhr von Taupō loszufahren. Die am Morgen gesperrte Strasse sollte ja wieder offen sein. Das Navi zeigte dies uns auch an, aber leider haben wir zu spät nachgeschaut. Wir hatten nicht die gute 1h wie bei normalen Verhältnissen, gemäss Navis hatten wir zwischen 1h35 (Google) und 2h50 (Sygic). Wenn Sygic stimmt, werden wir zu spät sein, das heisst kein Campingplatz und zusätzlichen Stress einen geeigneten Schlafplatz zu suchen. Wir mussten uns nun für eine Seeseite entscheiden: jene am Morgen, welche normal länger dauert, wir aber vermutlich noch rechtzeitig einchecken könnten, oder die unsichere, eigentlich schnellere Route auf dem State Highway 1. Wir gingen volles Risiko vertrauten eher Google Maps und versuchten, die noch unbekannte Route, welche am Morgen gesperrt war. Unsere Navis zeigten im Minutentakt neue Fahrzeiten an. Nach gut 1h30 ‚Fahrt‘ und einem von 3 angegeben Staus hinter uns wussten wir, dass wir besser wieder Sygic vertraut hätten und den Camping definitiv nicht vor 18.00 Uhr erreichen werden. Positiv an dieser Fahrt war die Aussicht. Die Küstenstrasse bot uns wieder einmal eine Aussicht zum Geniessen. Wir riefen im Camping an und erklärten der Dame unser Problem. Sie wusste anscheinend davon und antwortete, dass sie auf uns warten. Wir waren erleichtert. Wenigstens etwas positives. Der Stau war lange und etwas mühsam, wir hatten aber keine Ungewissenheit mehr wegen unseres Schlafplatzes.

      Um kurz vor 19.00 Uhr und knappen 3h Autofahrt, anstelle der 1h07, trafen wir auf dem Tongariro Holiday Park Campingplatz ein. Am Empfang erklärten sie uns noch, dass diese Strassensperrung nicht wirklich gut geplant war. Neben zu später Signalisierung am Morgen, zu tiefer Aushebung des Belages und eines Unfalles, kam es zu diversen Verzögerungen. Die Strasse wurde anscheinend erst gegen 16.30 Uhr geöffnet, also 2h zu spät und genau dann, als wir durchfahren wollten. Wir haben es aber geschafft. Unsere Gedanken gelten nun des morgigen Tages. Wir mussten uns für das Alpine Crossing vorbereiten, das heisst: alles in den Rucksack packen, Lunch vorbereiten, Camel Bags mit Wasser auffüllen und Route nochmals anschauen. Während ich die Pasta mit Pesto kochte und die Lunch-Brote schmierte, bereitete Remo alles für die Wanderung vor. Unsere Vorfreude auf das Crossing überwiegte die heutige mühsamen Anreise an diesem Abend. Um 21.30 Uhr löschten wir das Licht, bereits um 05.00 Uhr geht das nächste Abenteuer los.
      Read more

    • Day 18

      Whanganui River Road

      November 29, 2023 in New Zealand ⋅ ☁️ 17 °C

      What a blast! Die heutige Strecke war atemberaubend, voller prächtiger Natur und einsam. Kilometer um Kilometer strampelte ich dem sich durch das Tal schlängelnden Whanganui River entlang. Gegenverkehr gab es kaum und die wenigen verstreuten Siedlungen schienen menschenleer zu sein. Ab und zu überquerte eine herumirrende Ziege oder die im freien gehaltenen Schweine die enge Strasse. Und manchmal sah ich ein Reh im Dickicht verschwinden.

      Für einmal konnte ich mit den Gedanken ganz bei mir sein und die grossartige Szenerie geniessen, ohne ständig auf heranbrausende Autos und Trucks zu achten. Welch eine Wohltat!

      Den ganzen Tag über hörte ich immer wieder lautes Vogelgeschrei, welches mir irgendwie bekannt vorkam. Am frühen Nachmittag entdeckte ich auf einer kleinen Lichtung den Übeltäter: ein Pfau und definitiv kein einheimisches Federvieh. Die abendliche Recherche brachte dann auch Licht ins Dunkel. Die einst als Ziervögel gehaltenen Tiere gelangten irgendwie ins Freie und vermehren sich seither ungebremst. Inzwischen sind sie als invasive Art zu einer echten Plage geworden. So sehr, dass die neuseeländische Regierung ähnliche Massnahmen prüft, wie bei den Oppossums, Hermeline und Wiesel.
      Read more

    • Day 17

      Pipiriki

      November 28, 2023 in New Zealand ⋅ 🌧 16 °C

      Wie so oft auf meiner bisherigen Reise begann "mein" Velotag mit Regen. Ich war froh, dass ich für meine Wanderung besseres Wetter erwischte. Heute waren keine Gipfel zu sehen und stattdessen die spektakuläre Landschaft in Wolken und Nebel gehüllt.

      Die Fahrt führte zunächst entlang der Nationalparksgrenze nach Raetihi, einer kleinen Siedlung, welche ihre besten Tage schon länger hinter sich hat. In einem etwas heruntergekommenen Café gönnte ich mir ein verspätetes Frühstück und einen dampfenden Kaffee.

      Meine triefend nassen Kleider und das wohl auch sonst nicht ganz glücklich wirkende Erscheinungsbild erbarmte die anwesende Kaffekranzrunde. Eine der Seniorinnen versuchte mich mit dem Hinweis aufzumuntern, dass es bis nach Pipiriki nur noch talwärts gehe und sich so der starke Regen sicherlich besser aushalten liesse... Na dann ist ja alles gut🙃

      So ganz unrecht hatte die alte Dame nicht. Kaum sass ich wieder auf dem Velo, besserte sich meine Laune merklich. Die tolle, einsame Landschaft und der fast inexistente Verkehr auf dieser Strasse ins abgelegene Pipiriki machten das schlechte Wetter fast vergessen. Noch bessere Stimmung kam auf, als ich auf dem Campingplatz für ein Bungalo upgraden durfte. Nun war eine heisse Dusche und Kleider trocknen angesagt.

      Gegen Abend traffen sogar noch drei weitere Radreisende ein. Ein Paar aus der Schweiz und ein junger Österreicher, allesamt etwas leichter beladen als ich und mit Gravelbikes unterwegs. Die drei folgten mehrere Tage lang einem Biketrail durchs Hinterland. Der starke Regen setzte auch ihnen zu. Sie selber, die Velos und das Reisegepäck waren voller Schlamm und ihre Reinigungsaktion zog sich bis zum Einbruch der Dunkelheit hin.
      Read more

    • Day 49

      Whanganui (3}

      December 18, 2019 in New Zealand ⋅ 🌧 11 °C

      Trotz des Regens hab ich gut geschlafen, keiner hat geschnarcht 😉

      Draussen war alles aufgeweicht. Der Fluss war über Nacht extrem angestiegen und Bäume trieben im braunen Wasser. Unsere Boote schwammen im Fluss, die Seile, mit denen sie befestigt waren, waren unter Wasser.

      Der Zeltplatzwart kam gegen 7.30h und teilte uns mit, dass wir nicht auf den Fluss dürfen und gegen Mittag mit einem Jetboot abgeholt werden. Vorher sollten wir aber unsere Boote an Land ziehen und leer machen. Leichter gesagt, als getan: Das Ufer war schlammig und total aufgeweicht. Die ganze Gruppe zog ihre nassen Sachen von gestern wieder an und die Schwimmwesten und ging runter zum Ufer. An ein Boot kamen wir heran und 2 fuhren mit dem Boot zu denen weiter draussen. Sie schnitten die Seile durch und wir zogen sie mit dem Boot wieder an Land, eins nach dem anderen.

      Danach war ich wieder klitschnass, weil es die ganze Zeit geregnet hat. Ich spülte den Matsch ab und zog trockene Sachen an. Meine Füße fühlte ich nicht mehr. Zum Glück gab es 100m bergauf eine Lodge und zu meinem Entzücken hatten sie einen Kaminofen an und es gab warmen Kaffee und Tee. Nachundnach fanden sich alle dort oben ein.

      Um 12h kam das Jetboot:. 7 Leute + je 2 Fässer passten rein. Die Fahrt war toll trotz Regens. Von allen Seiten kamen Wasserfälle herunter, vermutlich wird das Wasser weiter steigen. Nach 28km legten wir in Pipiriki an und im Camp gab es sogar noch ein Bunkbett. Ich bin mit den beiden Kiwis (Robyn und Martin) in einer Cabin und wir fahren morgen auch zusammen die 77km bis Whanganui mit dem Rad. Unsere Rucksäcke werden transportiert.

      Am Ende wird alles gut 😂

      Jetzt gibt es erstmal was zu Essen und dann wird Wäsche gewaschen 😃
      Read more

    You might also know this place by the following names:

    Ruapehu District, Ruapehu-Distrikt, District de Ruapehu, Distretto di Ruapehu, Daerah Ruapehu, Ruapehu, ضلع رواپیہو

    Join us:

    FindPenguins for iOSFindPenguins for Android