Darfeld
9–10 сент. 2025, Германия ⋅ ⛅ 15 °C
(English Version Below)
Zum Abendspaziergang hat Hilde einen Bodybuilder verspeist, so wie sie sich in die Leine hängt und mich hinter sich herschleift, dass ich hinterher jeden einzelnen Muskel spüre. Sie hat einen Bärenhunger anschließend und ist überhaupt auf Krawall gebürstet. Wenn das die Nebenwirkungen der Schmerzmittel sind, muss ich mir keine Sorgen machen.
Nach einer zweiten Nacht in Schüttorf wacht der Morgen im grauen Wolkenkleid auf, wir spazieren an den Schläfern vorbei, die auch noch nicht aufgewacht sind, als wir zum Parkplatz am Zoo in Rheine fahren.
Hier kann man durchaus am Maisfeld übernachten, was nach den Kennzeichen zu urteilen, auch verschiedene ortsnahe Camper längerfristig zu machen scheinen. Wir parken am anderen Ende, wo der Regen auch hinkommt, der Mais sieht wie eingeseift und komplett vergessen aus.
Die Temperatur ist auf die erste Zweierstufe gefallen, ich lese von einer spannenden Durchquerung der Antarktis im Winter, und werf zwischendrin mal die Standheizung an, bin ich doch immer noch in kurzer Hose und T-Shirt unterwegs. Leider bleibt nicht viel Wärme da, weil die Batterien leer sind, das wird auch nicht besser bei einem Pfund Grießbrei mit Vanillesoße, sodass wir zum Abend noch einige Kilometer fahren.
Es ist die Zeit der Traktoren und der schnellen Porsche. Der eine lässt mich auf der schmalen Straße nicht überholen, während der andere sich grad noch vorbeiquetscht, ohne dass wir beide im Straßengraben landen.
"Eingeklemmt" zwischen zwei Niederländern finden wir einen ruhigen Platz für die Nacht, während nach dem Geschrei zu urteilen, eine Jugendmannschaft die andere gegenüber auf dem Fußballplatz zerlegt.
Irgendwo hier soll ein Schloß sein, ich habe aber nur zwei junge Prinzessinnen gesehen, die ihr Lächeln verschenken. Das ist allemal besser, als ein langweiliger Froschkönig.
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For our evening walk, Hilde ate a bodybuilder, the way she hangs on the leash and drags me along so that I can feel every single muscle afterwards. She's absolutely starving afterward and is generally ready for a riot. If these are the side effects of the painkillers, I have nothing to worry about.
After a second night in Schüttorf, the morning dawns in a blanket of gray clouds. We walk past the sleepers who haven't woken up yet as we drive to the parking lot at the zoo in Rheine. You can definitely spend the night near the cornfield here, which, judging by the license plates, several local campers also seem to be doing for the longer term.
We park at the other end, where the rain also reaches; the corn looks soaped and completely forgotten. The temperature has dropped to the first two degrees Celsius. I'm reading about an exciting crossing of Antarctica in winter, and occasionally I turn on the auxiliary heater, as I'm still driving in shorts and a T-shirt.
Unfortunately, there's not much warmth left because the batteries are dead, and that doesn't improve with a pound of semolina pudding with vanilla sauce, so we drive a few more kilometers in the evening.
It's the era of tractors and fast Porsches. One won't let me overtake on the narrow road, while the other just barely squeezes past without us ending up in the ditch.
"Squashed" between two Dutchmen, we find a quiet spot for the night, while, judging by the shouting, one youth team is tearing apart the other on the soccer field across the street.
There's supposed to be a castle somewhere around here, but all I saw were two young princesses smiling. That's definitely better than a boring frog prince.Читать далее
Zoo
12 сентября 2025 г., Германия ⋅ 🌬 18 °C
(English Version Below)
Atmen. Während ich die Bananenschale öffne, klappt Hilde ein Auge auf. Da es nichts Essbares für sie gibt, schläft sie gleich weiter. Sie liegt so still, dass ich immer wieder schaue, ob sie atmet.
Gestern war ein aufregender Tag für uns. Mittags haben wir Petra getroffen. Das ist gar nicht so einfach, weil auch sie dreiviertel des Jahres unterwegs ist, aber ein fehlendes Ersatzteil sie heuer aufhält, loszufahren.
Wir treffen uns in Hausdülmen, wo es vorher einen schönen, freien Stellplatz gab, der nun eng beschrankt ist, was keiner versteht. Denn jetzt ist er ein Parkplatz für Hundebesitzer und entsprechend besch....., sodass man genau hinschauen muss, wo der Schuh hintritt.
Für uns ideal von der Entfernung und der Möglichkeit, mit Hilde spazieren zu gehen, miteinander sich zu unterhalten. Später bleibt Petra bei Hilde im Bus, dass ich nochmal in Ruhe einkaufen gehen kann. Auch dies ist ein besonderes Geschenk. Hilde ist entspannt, Petra nimmt noch einige eigene Bilder von ihr zur Erinnerung mit, denn meistens weiß man nicht, was Morgen ist.
Ihre Erinnerungen blühen schlagartig auf, als wir auf den Garagenhof fahren. Bei Peter und Alex ist sie einfach nicht zu halten. Wilde, große Freude, das Maul weit aufgerissen, breit grinsend. Sie springt von einen zum anderen, lässt sich kraulen und ist nur happy.
Aber dann braucht sie auch wieder Ruhe, während Alex den Bus repariert, denn sie ist schnell erschöpft. Während die beiden Männer den Bus auf eine Probefahrt mitnehmen, starrt Hilde voller Entsetzen in die Nacht, wohin der Bus verschwunden ist.
Es ist unglaublich, wie sehr sie an dem Blauen hängt, der ihr Zuhause geworden ist. Es gibt keine Alternative für sie, und auch für mich, solange sie lebt.
Wir verabschieden uns von den Freunden, schlafen gut, tief und fest, Kopf an Kopf, in einer Seitenstrasse von Haltern, nicht fern vom See.
Am Morgen mit der aufgehenden Sonne geht's zurück nach Hausdülmen, wo wir ganz alleine in die goldene Sonne spazieren.
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Breathe. While I'm opening the banana peel, Hilde opens one eye. Since there's nothing edible for her, she immediately goes back to sleep. She's lying so still that I keep checking to see if she's breathing.
Yesterday was an exciting day for us. We met Petra at lunchtime. That's not so easy, because she's also on the road for three-quarters of the year, but a missing spare part is holding her back from leaving this year.
We're meeting in Hausdülmen, where there used to be a nice, free parking space, which is now tightly restricted, which no one understands. It's now a parking lot for dog owners and accordingly crappy, so you have to watch your step carefully.
The distance is ideal for us, as well as the opportunity to go for a walk with Hilde and chat. Later, Petra stays with Hilde on the bus so I can go shopping again in peace. This, too, is a special gift. Hilde is relaxed, and Petra takes some of her own pictures as a souvenir, because you usually never know what tomorrow will bring.
Her memories suddenly flood back as we drive into the garage. She simply can't be contained by Peter and Alex. Wild, immense joy, her mouth wide open, grinning broadly. She jumps from one to the other, lets them pet her, and is just happy.
But then she needs some rest while Alex repairs the bus, as she quickly becomes exhausted. While the two men take the bus for a test drive, Hilde stares in horror into the night, wondering where the bus has disappeared to.
It's unbelievable how attached she is to the blue car that has become her home. There's no alternative for her, and for me too, as long as she lives.
We say goodbye to our friends and sleep soundly, head to head, in a side street in Haltern, not far from the lake.
In the morning, with the rising sun, we return to Hausdülmen, where we stroll alone into the golden sunshine.Читать далее
Facetime
14 сентября 2025 г., Германия ⋅ ⛅ 18 °C
https://youtu.be/6QRmH0Ppc_8?si=7ro1Z97YQcqYjDc9
Wenn du mich schon länger nicht gesehen hast - hier ist die optimale Gelegenheit!
Kilroy is watchin you
15 сентября 2025 г., Германия ⋅ 🌬 17 °C
ENGLISH VERSION BELOW)
Auf der anderen Seite. Wir fahren rückwärts, der Gegenverkehr bringt uns mit seinen Wellen ins Schwanken, mir wird kurz schlecht, auch weil Hilde auf meinen Oberschenkeln tanzt und sich gegen meinen Bauch drückt, um sich zu stabilisieren.
Am Montag morgen um neun Uhr legt die Fähre in Glückstadt an, zehn Minuten später ist mein Frühstück auf dem Tisch. Hilde hatte schon nach dem Spaziergang noch in Wischhafen gespeist, da wo wir gestern geschlafen haben, nachdem uns Eddy besucht hat.
Liebe Menschen liegen auf unserem Weg. Zuerst treffen wir Martina in Lingen, dann Peter und Evelyn in Bremen, die Defender Tourz mit Hilde's altem Freund Joiz, der nicht mehr gut hört, aber sie immer noch riechen kann, im Teufelsmoor nicht fern von Worpswede.
Sehr persönlich sind unsere Begegnungen, sehr liebevoll und freundschaftlich, aber mit einem sorgenvollen Blick zu Hilde, und den besten Wünschen für unsere Reisen, wohin es auch gehen mag.
Hilde ist fröhlich und lacht viel, sie darf mit vitaleren Menschen gehen, was auch mir das Leben erleichtert, sodass wir ganz schön rumkommen. Wir werden reich beschenkt und genießen die Gemeinschaft.
In einer Nacht regnet es wie aus Kübeln, in Osterholz - Scharmbeck peitscht ein Gewitter durch die Nacht mit klatschendem Regen und pfeifendem Sturm. In Wischhafen steht eine Herde Jungbullen auf der Weide neben uns.
Jetzt also sind wir in Schleswig-Holstein. Noch mehr Begegnungen, ein Tierarztbesuch für neue Medizin, bei Aldi für Hundefutter & Co, nochmal volltanken, dann steht wieder ein anderes Landeskennzeichen auf dem Kalender, ich bin tatsächlich ein bisschen aufgeregt.
By the way, ich habe ein neues Video hochgeladen. Hier ist der Link:
https://youtu.be/6QRmH0Ppc_8?si=ghgW4ahLZdLZjUlp
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On the other side. We're reversing, the oncoming traffic rocking us with its waves, and I feel sick for a moment, partly because Hilde is dancing on my thighs and pressing herself against my stomach to steady herself.
At nine o'clock on Monday morning, the ferry docks in Glückstadt, and ten minutes later, my breakfast is on the table. Hilde had already eaten in Wischhafen after her walk, where we slept yesterday after Eddy visited us.
Loved people lie on our path. First, we meet Martina in Lingen, then Peter and Evelyn in Bremen, and the Defender Tourz with Hilde's old friend Joiz, who can no longer hear well but can still smell her, in the Teufelsmoor not far from Worpswede. Our encounters are very personal, very loving and friendly, but with a worried look towards Hilde, and best wishes for our travels, wherever they may take us.
Hilde is cheerful and laughs a lot; she gets to go out with more energetic people, which also makes life easier for me, so we get around quite a bit. We are richly rewarded and enjoy the company.
One night, it rains cats and dogs; in Osterholz-Scharmbeck, a thunderstorm whips through the night with pelting rain and a howling gale. In Wischhafen, a herd of young bulls is standing in the pasture next to us.
So now we are in Schleswig-Holstein. More encounters, a visit to the vet for new medicine, at Aldi for dog food and the like, filling up the tank again, then another country license plate is on the calendar again. I'm actually a little excited.
By the way, I've uploaded a new video. Here's the link:
https://youtu.be/6QRmH0Ppc_8?si=ghgW4ahLZdLZjUlpЧитать далее
Friedrichstadt
16 сентября 2025 г., Германия ⋅ 🌧 16 °C
(English Version Below)
Infekt. Mein Morgenfenster ist ziemlich eng besetzt. Da ich es seit längerem nicht schaffe, früher aufzustehen, klingelt der Wecker ultimativ um halb sieben. Zeit für die ersten Medikamente. Aber vorher die Stützstrümpfe anziehen, was abhängig von der Wärme in den unteren Extremitäten sehr anstrengend sein kann. Dabei ist Zeit, das Wachstum meines blauen Flecks auf dem Oberschenkel zu betrachten, dessen Herkunft nur von Hilde's Pfoten kommen kann.
Nach der Medizin wasche ich mich, und habe heute morgen das Glück, dass das Wasser, das ich gestern Abend aufgekocht habe, noch ziemlich heiß ist. So einen Waschlappen auf die Augen legen, ist mega schön. Besonders wenn sie tränen, weil der Kopf verschnupft ist.
Hilde's Futter habe ich schon rausgestellt, wir nutzen das nächste regenfreie Fenster für den Spaziergang. Ich habe erstmals eine lange Hose an und spüre schon nach kurzer Zeit, wie die Wärme sich ausbreitet. Viel zu früh im Jahr rolle ich sie wieder zusammen für einen späteren Zeitpunkt.
Hilde's Medizin muss bis acht Uhr im Futter sein, damit wir eine gute Abdeckung über den Tag erhalten. Zwischen Spaziergang und Futter baue ich noch den Bus um, denn nach dem Fressen ist Schlafenszeit. Und meine Frühstückszeit. Porridge und Tee, eine stärkende Komponente.
Wir stehen vorm Edeka Vesper in Friedrichstadt, der Camperplätze auf seinem Gelände anbieten soll. Das nützt in der Ecke hinten auch ein Niederländer aus. Windgeschützt für umsonst, dass ist doch ein gutes Angebot. Wir bleiben an der Straße, wo Sturm und Regen uns zwar erwischen, aber nicht sehr im Schlaf stören.
Das war in Groven ganz anders. Wir haben uns dort mit einem lieben Menschen und ihren Hunden getroffen, aber leider peitscht der Regen so heftig, dass wir kaum ein vernünftiges Gespräch führen können. Immer wieder schließen wir die Seitentüren, und als die Drei von einem Regenschauer voll im Spaziergang erwischt werden, fahren sie nachhause.
Wir könnten vorm Haus stehen, aber St. Peter-Ording ist mitten im Sturm und im Gewitter, das in der Nacht durchziehen soll. Keine guten Aussichten. Die Kühe auf dem Deich, die Eider auf gleicher Höhe, in der Ferne Lichter, bis kurz vor Mitternacht versuchen wir unser Glück.
Und fahren doch noch, als wir durchgerüttelt werden. Von Böen um die 70 km/h und peitschenden Regenfällen. Ich kann einfach nicht einschlafen.
Am frühen Morgen eine wilde Elbüberquerung im Sonnenschein, ein durchwachsener Tag im dithmarschen Land, denn heute bricht sich der Virus Bahn. Hat er mich die letzten drei Tage gepiekst mit Husten, Schnupfen und Hals im Wechsel, ist heute das volle Programm der Tränen angesagt.
Wilde Niesattacken in ungemachen Momenten, die Augen weinen vor Rührseligkeit oder als Ausdruck überlaufender Erkältungsmomente, kurzer Schwindel auf der Autobahn lässt mich schleunigst die Landstraße aufsuchen. Kein Fieber, auch wenn mir heiß ist, aber die leicht erotische Stimme eines cohenschen Sprechgesangs.
In der Zwischenzeit hat sich die Morgensonne Bahn gebrochen und leuchtet in den blauen Bus hinein, dessen Fenster verschmiert sind, während mein rechtes Auge tränt. Dessen Symbolik könnte abhängig vom kulturellen Hintergrund von Freude oder Leid geprägt sein. Ich nehme einfach mal das Glück meines Lebens dazu, denn es geht Hilde überraschend gut. Was vielleicht zu hoffen ist, wenn der große Gott sich ihr in Seiner gütigen Liebe zuwendet, und viele Menschen ihr Gutes wünschen.
Aber nichts ist selbstverständlich. Das ganze Leben ist ein Geschenk, dessen werde ich mir grade jetzt täglich bewusst. Selbst ein Infekt, so ärgerlich er sein mag, hat einen positiven Effekt.
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And yet we drive on, as we're buffeted by gusts of around 70 km/h and lashing rain. I just can't fall asleep.
Early in the morning, a wild Elbe crossing in the sunshine, a mixed day in Dithmarschen, because today the virus is making its way. While it's been niggling me for the past three days with alternating coughs, sniffles, and sore throats, today it's a full-blown tear-jerking exercise.
Wild sneezing attacks in uncomfortable moments, my eyes weeping with sentimentality or as an expression of a cold, a brief bout of dizziness on the highway prompts me to head for the country road. No fever, even though I'm hot, but the slightly erotic voice of a Cohen-esque chant.
Meanwhile, the morning sun has broken through and shines into the blue bus, its windows smudged, while my right eye is watering. Its symbolism could be marked by joy or sorrow, depending on my cultural background. I'll simply add the happiness of my life to the mix, because Hilde is doing surprisingly well.
Which is perhaps to be hoped for, if the great God turns to her in His benevolent love, and many people wish her well.
But nothing can be taken for granted. Life is a gift, and I'm reminded of that every day, especially now. Even an infection, however annoying, has a positive effect.Читать далее

SchönwetterwandererGute Besserung und die besten Wünsche für dich und Hilde. 🍀

ПутешественникGute und rasche Besserung dir und alles Gute natürlich für Hilde! 🙏🫶
Wassersleben
17 сентября 2025 г., Германия ⋅ 🌬 17 °C
(English Version Below)
Wassersleben. So war der Plan. Wir fahren morgens hier an den Strand, verabschieden uns beim Frühstück von Deutschland, queren Dänemark, und sind abends in Schweden.
Eigentlich sollte das schon im August stattfinden. Aber dann war der Anlasser kaputt und kurze Zeit später der Injektor. Trotzdem habe ich an meinem Plan festgehalten. Bis ich krank wurde.
Da wuchsen die Zweifel über mich hinaus. Irgendetwas verhindert diese Reise vehement. Eine Kraft, die außerhalb von mir steht, die ich die ganze Zeit ignoriert habe. Obwohl ihre Sprache deutlich war.
Jetzt bin ich krank. Richtig erschöpft, ausgepowert, kraftlos. Ich kann unseren Tag regeln und auch weitestgehend mit Bus und Hilde unterwegs sein, wenn ich mir längere Zeiten der Ruhe dazwischen gönne.
Bisschen die üblichen Symptome, aber nicht so gravierend. Dagegen ist die Erschöpfung greifbar. Also kein Ostseestrand in Schweden, aber Regenschauer in Wassersleben. Das auch an der Ostsee liegt. Und uns einen schönen, trockenen Strandspaziergang gönnt.
Über Nacht haben wir in einem schönen Garten gestanden. Bei netten Menschen, die uns mögen. Unsere Wäsche waschen, mit Hilde spazieren gehen, uns in ihr Leben einladen. Letzte Ausfahrt vor der Grenze, das hat schon was Besonderes an sich.
Als ich früher durch Deutschland gewandert bin, hat mir ein Trebegänger erzählt, man könne gut am letzten Haus eines Dorfes nach Essen fragen. Dort würden in der Regel Menschen wohnen, die dich nicht ablehnen. Eine interessante Erfahrung, die mich geprägt hat.
Wie es jetzt weiter geht. Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall südwärts, vielleicht später nach Westen. Wenn unser Strandbesuch auch nicht lang war im hintersten Eck der Ostsee, denn eigentlich will man Hunde hier erst im November sehen, ist es dennoch schön, Hilde dort laufen zu sehen.
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Wassersleben. That was the plan. We'd drive to the beach here in the morning, say goodbye to Germany over breakfast, cross Denmark, and arrive in Sweden in the evening.
It was actually supposed to happen in August. But then the starter motor broke, and shortly after, the injector. Nevertheless, I stuck to my plan. Until I got sick. Then the doubts grew beyond me. Something was vehemently preventing this trip. A force outside of me, which I'd ignored the whole time. Even though its language was clear.
Now I'm sick. Truly exhausted, drained, powerless. I can manage our day and even travel mostly by bus and Hilde if I allow myself longer periods of rest in between.
A bit like the usual symptoms, but not as severe. In comparison, the exhaustion is palpable. So, no Baltic Sea beach in Sweden, but rain showers in Wassersleben. Which is also on the Baltic Sea. And treats us to a nice, dry walk on the beach.
We spent the night in a beautiful garden. With nice people who loved us. We did our laundry, went for a walk with Hilde, and invited ourselves into their lives. The last exit before the border—that's quite special.
When I used to hike through Germany, a trebe walker told me it's a good idea to ask for food at the last house in a village. People who wouldn't reject you would generally live there. An interesting experience that left its mark on me.
What's next? I don't know. Definitely south, maybe later west. Even though our beach visit in this remote corner of the Baltic Sea wasn't long, because you don't really want to see dogs here until November, it's still nice to see Hilde running around there.Читать далее

ПутешественникWeiterhin gute Besserung dir! Das mit der Gastfreundschaft des letzten Hauses ist ja interessant…
Sehestedt
18 сентября 2025 г., Германия ⋅ 🌧 18 °C
(English Version Below)
Heute morgen liegt Hilde auf ihrem Beifahrersitz, völlig entspannt und tief im Schlaf. Manchmal kommt sie in den Morgenstunden unter meine Bettdecke, oder sie schläft lang ausgestreckt bei den Pedalen. Es kommt auch vor, dass sie unten in der dunklen Höhle liegt, die Sitz und Armaturenbrett bilden. Doch meist ist der Fahrersitz ihr Schlafplatz, die Schnauze zum Lenker hin, eng zusammengerollt.
Als wir gegen achtzehn Uhr den Berg runterrollen, sehe ich schon an der Einfahrt zum Stellplatz einen Camper stehen, und bin dann doch ganz überrascht, dass der erste Stellplatz noch frei ist. Später erzählt mir mein Nachbar, dass er sich gewundert hat, dass dieser Platz seit dem Vormittag nicht besetzt wurde. Eine junge Frau, mit der wir uns auf dem Spaziergang unterhalten, meint, dass sie auch erstaunt war, weil noch zwei Plätze frei waren, als sie kam. Sie habe dann den letzten Platz eingenommen.
Ich habe eigentlich erst ganz spät dafür gebetet, dass Gott uns einen guten Platz für die Nacht gibt, denn Sehestedt am Nord-Ostsee-Kanal war am Morgen überhaupt noch nicht in meinem Kopf. Aber Gott weiß ja, was wir brauchen, auch ohne dass ich Ihn speziell darauf anspreche.
Am Morgen sind wir von Wassersleben zurück nach Wees gefahren, und konnten ins Haus gehen, um Inge zu besuchen, da der Hofhund eine kleine Reise mit seinem Papa unternommen hat. Zeit, um miteinander zu reden, das sind meine Goldstücke auf unserem Weg.
Eigentlich habe ich mich seit Hilde's Erkrankung weitgehend zurück gezogen. Wir sind viel alleine gewesen, nur ab und an mal jemandem begegnet, der unser Herz geöffnet hat. Überraschenderweise ist das in den letzten Wochen anders. Fast täglich haben wir Gespräche, lang vergessene Begegnungen, lernen nette Menschen kennen.
Hilde ist regelrecht aufgedreht, sobald sie Menschen sieht. Auf der Fähre über die Schlei in Missunde kommt der Kassierer kaum zu seinem Job, weil sie sich weit aus dem Fenster reckt, um ihn zu begrüßen. Sie steigt freudig in fremde Wohnmobile, wenn die Besitzer ihre Tür einladend öffnen, und begeistert Menschen mit ihrem offenherzigen Lachen. Manchmal denke ich, wir sind wieder zurück in den besten Jahren unserer Reise.
Aber das geht auch nur, wenn wir zwischendurch uns in die Stille des blauen Bus zurückziehen. Über Stunden des Schlafs, Zeiten miteinander zu kuscheln, erholt sie sich wieder für neue Abenteuer.
Wir verabschieden uns von Inge und Ulf, fahren zu einem kleinen Parkplatz am Winderatter See in einer Sackgasse, wo wir einen Camper treffen, der hier in der Stille übernachtet hat. Hier führen hin und wieder Spaziergänger ihre Hunde aus, während wir unsere Mittagspause machen.
Ulsnis an der Schlei mit seinem kleinen Yachthafen, Brodersby, die kleine Fähre nach Missunde, an der Eckernförder Bucht vorbei an den Kanal. Einem schönen, stillen Spaziergang auf einem breiten Feldweg im Niemandsland - so kommt es mir vor, wenn die Wege nicht zu irgendwelchen Gehöften führen - folgt der abendliche Weg an den Kanal im goldenen Sonnenuntergang.
Eine ruhige Nacht, hin und wieder der raue Motor eines großen Schiffes, ein aufgescheuchter Vogelruf, ein verschlafenes Schnattern, eine verspätete Möwe im Landeanflug. Und natürlich die Fähre, die auch nachts ihren Job macht.
Morgens wache ich früh auf. Tatsächlich schlafe ich die letzten Tage viel und lang. Zwei, drei, manchmal vier Stunden ohne aufzuwachen. Keine tiefschürfenden Träume, keine aufwühlenden Gedankenmonster, keine zitternden Ängste und beklemmenden Nöte. Manchmal mit einem Gedanken, wobei ich mich frage, wie der in mein Aufwachen hineingekommen sein könnte.
Der Himmel ist so grau wie das Wasser, das gestern so blau im Sonnenschein geleuchtet hat. Überraschend wenig Schiffsverkehr, mal hier und da ein Frachter in die ein oder andere Richtung, sonst eben nur die unseren Blick kreuzende Fähre im morgendlichen Hochbetrieb.
Hilde hatte sich längst unter die Bettdecke gelegt, auf der sie jetzt wie ein Baby schläft. Glücklich und zufrieden, in ihrem heißgeliebten blauen Bus, ganz nah bei ihrem Papa.
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We say goodbye to Inge and Ulf and drive to a small parking lot on a dead-end street by Lake Winderatter, where we meet a camper who spent the night here in the quiet. Occasionally, walkers walk their dogs while we take our lunch break.
Ulsnis on the Schlei with its small marina, Brodersby, the small ferry to Missunde, past Eckernförde Bay to the canal. A beautiful, quiet walk along a wide field path in no-man's-land—that's how it feels to me when the paths don't lead to any farms—is followed by the evening walk to the canal in the golden sunset.
A quiet night, the occasional roar of a large ship's engine, a startled bird call, a sleepy chatter, a late seagull approaching for landing. And of course, the ferry, which does its job at night too.
I wake up early in the morning. In fact, I've been sleeping a lot and for a long time these last few days. Two, three, sometimes four hours without waking up. No profound dreams, no stirring thought monsters, no trembling fears and oppressive anxieties. Sometimes with a thought, and I wonder how it could have entered my waking state.
The sky is as gray as the water, which shone so blue in the sunshine yesterday. Surprisingly, there's little boat traffic, just a few here and a freighter going in one direction or another, otherwise just the ferry crossing our view during the morning rush.
Hilde had long since snuggled under the covers, where she now sleeps like a baby. Happy and content, in her beloved blue bus, close to her dad.Читать далее
Trappenkamp
19 сентября 2025 г., Германия ⋅ ☁️ 18 °C
(English Version Below)
Wenn es dem Lebewesen nicht gut geht an sich selbst, dann neigt es gerne dazu, um sich und die ganze Welt zu schlagen. Hilde kann meine Empfindungen nicht in Worte fassen, also wird jeder in der Umgebung des Busses - so weit das Auge reicht - angebellt.
Ein, zwei, dreimal mag man ja noch okay finden, aber keine Endlosschleife, bis der andere aus dem Blick ist. Und wie man so schön sagt, der Ton macht die Musik, so ist das nur als lautstarke, ärgerliche Verhaltensweise zu registrieren, die mich in meinem Lebensgefühl ebenfalls beeinflusst, halte ich mich doch für einen relativ sanften, zurückhaltenden Menschen.
Ich habe Verständnis für Hilde's Erkrankung und versuche besänftigend auf sie einzuwirken, die Vorhänge zu schließen, um das Ärgernis aus ihrem Blick zu bekommen. Aber es schränkt mich schon sehr ein, zumal es mir körperlich und mental auch nicht besonders gut geht.
Tatsächlich neige ich zu Tränen, weil mich vieles ungewöhnlich anrührt, mich betrifft, und nicht so einfach loslässt. Emotional durchschreite ich ein langes Tal mit hohen, kahlen Felsen, die weite Schatten über die Sonne werfen.
Ich weiß um solche Gefahren, und versuche rauszuklettern, um wieder in der wärmenden Sonne zu leben. Keine Sorge, ich bin weit von einer Depression entfernt, solange ich Licht am Ende des Tunnels sehe. Das hier ist nur eine Momentaufnahme, die stark beeinflusst wird von meinem lang anhaltenden Virusinfekt, der jeden Morgen neue Varianten an mir ausprobiert.
Heute ist der Platz am Kanal sehr überlaufen. Schon mittags sind alle Plätze besetzt, die Sonne scheint, und Segelboote passieren unseren Blick auf dem Weg zum Heimathafen.
Nachmittags fahren auch wir weiter, wollen eigentlich zur Ostsee, aber eine solche Erschöpfung überfällt mich, kaum das wir losfahren sind, sodass ich den näheren Stellplatz in Trappenkamp aufsuche.
Abendspaziergang am Waldrand bei den Minigolfplätzen, wo vor einigen Jahren mal die Deutschen Meisterschaften ausgetragen wurden, als wir hier übernachtet haben. Heute regnet es, und Hilde möchte gerne laufen.
Wir gehen runter zur Freiluftbühne, wo sie im Kreis rennen kann. Das erste Mal klappt alles gut, aber danach nimmt sie eine Abkürzung und schafft den Sprung nicht schräg hoch über die kleine Mauer. Betröppelt steht sie im Regen, ich taste sie ab, und mache ihr dann Mut, noch ein bisschen rumzurennen. Treppauf, treppab, und nochmal im Rund, dann hat sie fertig.
Schwer atmend, aber gut durchgepustet, gehen wir zurück zum blauen Bus, der die Nacht ziemlich verregnet wird. Morgens ist die Luft schwer. Warm und nass, der Himmel grau, der Wind still. Ein neuer Tag.
Wir spazieren morgens meist nur noch kleine Wege, weil Hilde bald umdreht und hungrig zum Bus zurück strebt. Frühstück und Schlafen. Ich schreibe eine Geschichte, wir wollen heute ans Meer.
Gestern hat sich herausgestellt, dass ich nächste Woche als Opa gebraucht werde, um den Enkelzwerg aus dem Kindergarten abzuholen. Das war also auch ein Grund für die verhinderte Schwedenreise denke ich mir. Ist schon interessant, wie sich alles fügt.
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Breathing heavily, but well-ventilated, we head back to the blue bus, which gets quite rainy during the night. The air is heavy in the morning. Warm and wet, the sky gray, the wind calm. A new day.
We usually only take short walks in the morning because Hilde soon turns around and heads back to the bus, hungry. Breakfast and sleep. I'm writing a story; we're going to the seaside today.
Yesterday it turned out that I'll be needed as a grandfather next week to pick up our little grandchild from kindergarten. So that was also one of the reasons for the canceled trip to Sweden, I think. It's interesting how everything works out.Читать далее
Reinfeld
20 сентября 2025 г., Германия ⋅ ☁️ 21 °C
(English Version Below)
Der Ostseestrand in Hohwacht kommt zur falschen Zeit. Das ignoriere ich solange, bis ich im Sonnenschein am vollen Parkplatz stehe und weiß, dass ich nicht die Stärke in mir fühle, da jetzt einfach mit der Hilde an den Strand zu gehen, und sie dort laufen lasse. Denn das ist der einzige Grund fürs Meer, entspannte, freie Spaziergänge.
Aber der 19. September ist noch in der Hundestrandversion, die ich nervig finde, weil sich dort alle auf vielleicht fünfhundert Metern sandarmen, meist steinigen Landstrich am Wasser treffen. Erst mit dem Oktober beginnt die allgemeine Freiheit am Meer, und meine innere Energie gegen die deutsche, juristische Gründlichkeit ist grade nicht besonders intensiv ausgeprägt.
Also drehe ich den Bus und fahre landeinwärts, Endziel Braunschweig am Montag Vormittag, um den Enkelzwerg aus dem Kindergarten abzuholen. Durchs Hinterland der Ostsee fahren Einheimische, Radfahrer, und Heimatlose. Die wenigsten bewundern die Schönheiten des Landlebens, denn viel hat mit Landwirtschaft und Wiesen zu tun, den gerade nervigen, riesigen Treckerzügen, die die Ernte nachhause fahren. Wehende Maisfelder im sonnigen Wind, braune Lehmböden im Aufbruch. Ein immer wiederkehrender Prozess zwischen Saat und Ernte.
Und dazwischen kleine Dörfer mit ihren Kirchen, Häusern und Gärten. Ein Prunkstück steht in Pronsdorf, eine herrliche Steinkirche mit rundem Turm, dem Spitzhut eines sorgfältig verarbeiteten Schieferdaches.
Sonnenuntergang über Reinfeld im Abendspaziergang. Da ist die Welt noch in Ordnung, denn am nächsten Morgen ist Treibjagd. Die Schüsse treffen Hilde's Seelenglück und machen aus ihr ein Häuflein Angst, obwohl die Sonne scheint, und die Rose im vollen Gelb erstrahlt.
Nur mit kleinen versteckten Leckerlis kann ich Hilde ablenken. Ansonsten sitzt sie zwischen meinen Beinen und lässt mir keinerlei Freiheit und Ruhe, die ich morgens einfach brauche, um den Tag sinnvoll für mich zu gestalten. Sie bleibt auch nicht ruhig liegen, sondern will am liebsten ständig noch näher und bedrängender zu mir aufrücken, dass mir nur noch die Flucht in den Aufbruch bleibt, um zu verhindern, dass ich richtig nervös werde, und am Ende dann auch unfreundlich gereizt reagiere.
"Widerstand leisten heißt nicht, ständig gegen den Erwartungsdruck zu handeln. Widerstand bedeutet, einfach bei sich zu bleiben, das eigene Maß im Lebensstil zu finden" (Anselm Grün)
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The Baltic Sea beach in Hohwacht comes at the wrong time. I ignore this until I'm standing in the sunshine at the crowded parking lot and know that I don't have the strength to just take Hilde to the beach right now and let her run around. Because that's the only reason for the sea: relaxed, free walks.
But September 19th is still in the dog beach version, which I find annoying because everyone congregates there on maybe five hundred meters of sand-poor, mostly rocky land by the water. General freedom by the sea only begins in October, and my inner energy against German legal thoroughness isn't particularly strong right now.
So I turn the bus around and head inland, final destination Braunschweig on Monday morning, to pick up my little grandchild from kindergarten. Locals, cyclists, and the homeless cycle through the Baltic Sea hinterland. Few admire the beauty of rural life, as much of it has to do with agriculture and meadows, with the ever-increasing, huge tractor-trailers that bring home the harvest. Cornfields swaying in the sunny wind, brown clay soils in bloom. A recurring process between sowing and harvest.
And in between, small villages with their churches, houses, and gardens. A showpiece stands in Pronsdorf: a magnificent stone church with a round tower and the pointed top of a carefully crafted slate roof.
Sunset over Reinfeld during an evening stroll. The world is still in order, because the next morning is a hunt. The shots hit Hilde's soulful happiness and turn her into a heap of fear, even though the sun is shining and the rose is glowing in its full yellow.
I can only distract Hilde with small, hidden treats. Otherwise, she sits between my legs and gives me no freedom or peace, which I simply need in the morning to plan my day meaningfully. She doesn't stay still either, but prefers to constantly move closer and more insistently toward me, so that my only option is to escape and leave to avoid getting really nervous and ultimately reacting in an unfriendly and irritable manner.
"Resistance doesn't mean constantly acting against the pressure of expectations. Resistance means simply staying true to yourself, finding your own balance in your lifestyle." (Anselm Grün)Читать далее
Amelinghausen
21 сентября 2025 г., Германия ⋅ ☁️ 20 °C
(English Version Below)
Der Ventilator läuft die ganze Nacht, zwanzig Grad Außentemperatur katapultieren sich im blauen Bus locker auf weit über 25°C, sodass die Kühle von draußen erfrischend hereinweht. Wir hängen beide wie Süchtige an der offenen Tür, bis die Moskitos uns entdeckt haben.
Völlige Windstille kommt uns entgegen, da dann keine Eicheln von den Bäumen fallen, die Hilde immer wieder aufs Äußerste erschrecken. Solche Highlights braucht keiner, aber unser Spaziergang am reifen Maisfeld mit dem Boden voll wohlriechender Mäuselöcher ist eins der persönlichen Tops in Hilde's Leben.
Am Tag vorher erschrecken wir einen Hasen, der in wildem Zickzack den Lehmweg verlässt, um sich im hohen Gras zu verstecken. Hilde hat ihn nicht gesehen, aber sie riecht ihn, und ist eine ganz lange Zeit voll beschäftigt, seinen Spuren zu folgen.
Ich würde sie gerne laufen lassen, weiß aber über die lauernden Gefahren nicht fern einer gut befahrenen Straße Bescheid. Also volle Konzentration auf wenigen Quadratmetern.
Die Sonne scheint und unsere Vorräte gehen zu Ende. Das ist keine gute Situation. Zum Glück finden wir einen Hofladen mit Buttermilch und Joghurt, allerdings vergesse ich, nach Wasser zu fragen. Das bringt mich wieder in kleine Probleme.
Aber dann passieren wir den Recyclingpark kurz vor Amelinghausen und mir fällt ein, dass es hier eine großartige Kaffeetasse gibt. Innerhalb von fünf Minuten habe ich fünfzehn Liter klares, kaltes Trinkwasser aufgefüllt. Nun kann ich endlich Haare waschen und ein Fußbad machen.
Kaum ist der Tag neun Stunden alt, bricht ein frischer Wind aus den Wolken, und wir müssen fast fluchtartig den Parkplatz verlassen, denn die erste Eichel trifft den Bus und Hilde versucht, sich in dem hinteren Schrank mit dem Kopf zu verstecken.
Ihre Panikattacken passen gut zu dem hohen Potenzial an wütendem Gebell um sich herum, während sie gleichzeitig alle Menschen anjault, wenn wir anhalten, weil sie denkt, die warten nur auf uns.
Das macht uns zusehends einsam, weil ich diese Kombination als ziemlich anstrengend empfinde, und dabei in Gefahr bin, meine innere Mitte zu verlieren. Zumal ja Hilde's Erkrankung auch immer im Raum steht, das kann ich nicht so einfach aus meinen Leben hinausdrängen.
Wir müssen dringend zur Ruhe kommen, ist leichter gesagt als getan. Und dabei ist unser Leben doch eigentlich ganz einfach. Heute morgen rettet uns ein Netto Parkplatz, der mangels Bäumen auch keine Eicheln werfen kann.
Wir finden Schutz neben einer Kleiderbox und hinter einem Holunderbusch, der Wind hat richtig aufgefrischt, und Wolken haben die Sonne verweht. Nach dem heißen Samstag entspannt sich die Welt um uns herum in einem kühlen Sonntag.
Wir werden jetzt einige Tage in Braunschweig sein, falls jemand sich mal persönlich von uns verabschieden möchte, und haben ein interessantes Ziel im Blick, das viele Erinnerungen an meine Kölner Hippiezeit beinhaltet.
Lustigerweise treffe ich heute morgen einen Niederländer, der genau dort in der Ecke geboren ist, mittlerweile aber mit seiner Familie in Dänemark lebt. Wir haben ein angenehmes Gespräch mit seiner italienischen Frau und ihrem süßen, kleinen Fratz, der Hilde "Wau" nennt, und Eicheln sammelt.
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The fan runs all night; the outside temperature of twenty degrees Celsius easily catapults to well over 25°C in the blue bus, allowing the refreshing coolness from outside to blow in. We both hang around the open door like addicts until the mosquitoes spot us. A complete calm greets us, as no acorns fall from the trees, which always terrify Hilde to the core.
No one needs such highlights, but our walk through the ripe cornfield, with its ground covered with fragrant mouse holes, is one of Hilde's personal highlights.
The day before, we scare a rabbit, which zigzags wildly off the clay path to hide in the tall grass. Hilde didn't see it, but she smelled it and was completely occupied for a long time following its tracks.
I'd like to let her go, but I'm aware of the dangers lurking not far from a busy road. So, I concentrate fully on just a few square meters. The sun is shining, and our supplies are running low. This isn't a good situation.
Luckily, we find a farm shop with buttermilk and yogurt, but I forget to ask for water. This gets me into a bit of trouble again.
But then we pass the recycling center just before Amelinghausen, and I remember that there's a great coffee mug here. Within five minutes, I've filled up fifteen liters of clear, cold drinking water. Now I can finally wash my hair and take a foot bath tonight.
Barely nine hours into the day, a fresh wind blows out of the clouds, and we almost have to flee the parking lot because the first acorn hits the bus, and Hilde tries to hide her head in the back cupboard.
Her panic attacks fit well with the high potential for angry barking around her, while at the same time she howls at everyone when we stop, thinking they're just waiting for us.
This makes us increasingly lonely, because I find this combination quite exhausting, and I'm in danger of losing my inner center. Especially since Hilde's illness is always present, and I can't just push that out of my life.
We urgently need to calm down; it's easier said than done. And yet our lives are actually quite simple. This morning, we're saved by a Netto parking lot, which, due to a lack of trees, can't be turned into acorns either.
We find shelter next to a clothes box and behind an elderberry bush; the wind has really picked up, and clouds have blown away the sun. After the hot Saturday, the world around us relaxes into a cool Sunday.
We'll be in Braunschweig for a few days now, in case anyone wants to say goodbye to us in person, and we have an interesting destination in mind that brings back many memories of my hippie days in Cologne.
Funnily enough, this morning I meet a Dutchman who was born right there but now lives with his family in Denmark. We have a pleasant conversation with his Italian wife and their sweet little rascal, who calls Hilde "Woof," and collects acorns.Читать далее

ПутешественникDas Problem mit den Eicheln kennen wir auch gut! Allerdings haben wir keinen Hund, der sich dabei furchtbar erschreckt. Da Shira taub ist seit einiger Zeit, hört sie das sowieso nicht. Das ewige Moskitoproblem verfolgt uns auch. Norbert hat den ganzen Bauch voller dicker, roter und juckender Quaddeln. Vermutlich waren es Kribbelmücken. Am Ozean waren so welche, die aussahen, wie fliegende kleine Ameisen und die stechen/beißen ganz furchtbar.
Söhlde
22 сентября 2025 г., Германия ⋅ ☁️ 16 °C
(English Version Below)
Hilde legt sich abends gerne mal auf die leere Reisetasche, nachdem ich das Bett gemacht habe. Gehe ich dann schlafen, verdrückt sie sich meist auf den Fahrersitz. Nicht gestern und auch nicht heute. Ganz im Gegenteil sucht sie ganz intensiv meine Nähe, sozusagen Kopf an Kopf, und bleibt auch die ganze Nacht dort liegen.
Früher habe ich mich immer darüber gefreut, heute unterlege ich es mit Gedanken. Hat sie Schmerzen, nimmt sie Abschied, hat sie Angst, braucht deshalb meine Nähe. Vielleicht ist es alles, vielleicht auch gar nichts.
Wie auch immer, es bewegt mein Einschlafen, meine ganze Nacht, mein Aufwachen. Ich fühle nach ihrem Körper, ob sie atmet und wie sie atmet. Das Leben ist ernster geworden, bewusster, tiefsinniger. Das emotionale Wachwerden, das Neue-Morgen-Gefühl, die tiefe Dankbarkeit, leben zu dürfen.
Wenn wir in Amelinghausen vorbei kommen, gehen wir am Friedhof spazieren, neben dem eine große Freifläche zwischen den umliegenden Feldern liegt. Eine gute Schnüffelfläche, die heute mit einer kleiner Zwischenmahlzeit aus den Feldfrüchten für Hilde bereichert wird.
Nächster Stop ist die noch überraschend blühende Wacholderheide, die im Licht der gerade eben die Wolken durchleuchtenden Sonne uns einen warmen Blick schenkt. Überraschenderweise sind für einen Sonntag nur wenige Menschen unterwegs, sodass die Natur sich jetzt schon ein bisschen vom Sommer erholen kann.
Dafür ist auf den Straßen die sonntägliche Rushhour in die Nachmittagsstunden gelegt. Jeder hat es mega eilig, alle wollen zum Abendbrot zuhause sein, und wir sind ihnen im Weg. Gut, dass die Wildschweine und Rehe wenigstens ihre Siesta ausgedehnt haben, denn bei diesen Geschwindigkeiten hätte wohl keiner eine Chance.
Da wie durch den Norden nach Braunschweig reinfahren, ist Hilde super begeistert über unseren Abendspaziergang auf ihrem Lieblingsweg, bevor wir zum Schafhof in Söhlde, dem Hof im Greth, über Nacht fahren. Der Kühlschrank ist voller Leckereien und obendrauf gibt es noch einen Liter von der köstlichen Milch.
Die Nacht ist ruhig, es wird kühler, aber die Sonne begrüßt uns im neuen Tag. Alles, was das Herz begehrt.
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Hilde likes to lie down on my empty overnight bag in the evening after I've made the bed. When I go to sleep, she usually sneaks into the driver's seat. Not yesterday and not today. Quite the opposite: she intensely seeks my closeness, so to speak, head to head, and stays there all night.
I used to be happy about it, but now I accompany it with thoughts. Is she in pain, is she saying goodbye, is she afraid, and therefore needs my closeness. Maybe it's everything, maybe it's nothing.
In any case, it affects my falling asleep, my entire night, and my waking up. I feel her body, whether she's breathing and how she's breathing. Life has become more serious, more conscious, more profound. The emotional awakening, the new morning feeling, the deep gratitude for being allowed to live.
When we pass Amelinghausen, we walk by the cemetery, next to which lies a large open space between the surrounding fields. A good sniffing area, enriched today with a small snack of crops for Hilde.
The next stop is the juniper heath, surprisingly still in bloom, offering us a warm view in the light of the sun just breaking through the clouds. Surprisingly, there are few people out and about for a Sunday, so nature can already recover a bit from the summer.
On the other hand, Sunday rush hour on the roads is scheduled for the afternoon. Everyone is in a huge hurry, everyone wants to be home for dinner, and we're in their way. It's a good thing the wild boars and deer have at least extended their siesta, because at these speeds, no one would stand a chance.
As we drive through the north into Braunschweig, Hilde is thrilled about our evening stroll on her favorite path before we head overnight to the sheep farm in Söhlde, the Hof im Greth. The fridge is full of treats, and to top it off, there's a liter of delicious milk.
The night is quiet, it's getting cooler, but the sun greets us in the new day. Everything your heart desires.Читать далее

ПутешественникVerständlich, dass du das Verhalten Hildes nun mit anderen Gedanken und Emotionen unterlegst. 🫶
Enkeltour
23 сентября 2025 г., Германия ⋅ ⛅ 16 °C
(English Version Below)
Es ist Enkelzeit. Wir sind ja bei meinem letzten Besuch schon mal Bus gefahren, was dem kleinen Jungen gut gefallen hat. So hat er jetzt nichts dagegen, den Papa zur Arbeit zu bringen und die Mama zwei Stunden später abzuholen. Zwischendrin sind wir auf der Suche nach kleinen Abenteuer, was immer wieder dazu führt, dass er noch eine Schlafpause einlegt.
Hilde dagegen braucht ihre Pause nach der ganzen Aktion, die schon am Morgen beginnt, und wenig Freiräume lässt. Denn so ein unruhiges Leben mit Terminen und wechselnder Busbesetzung ist auch für sie anstrengend.
Heute gehen wir mit meinem Sohn einkaufen, also er bleibt bei Hilde, sodass ich die Fächer wieder füllen kann, bevor wir weiterfahren. Das ist jetzt besser so, weil ich sie dann weniger alleine lassen muss.
Mit dem Enkel bin ich auf der Suche nach den interessanten Ereignissen auf den Feldern, und da ist gerade richtig was los. Der Himmel gibt auch sein Bestes, und wenn dann noch Vogelflug dazu kommt, dann wird die Welt farbig und lebhaft.
So entstehen unsere Bilder zwischen Wind und Wolken, Sonnenschein und Blau, über geernteten Feldern und Blumenwiesen.
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It's grandchild time. We took the bus on my last visit, which the little boy enjoyed. So now he doesn't mind taking his dad to work and picking up his mom two hours later. In between, we're looking for little adventures, which always leads to him taking a nap.
Hilde, on the other hand, needs her break after all the action, which starts in the morning and leaves little free time. Such a hectic life with appointments and changing bus crews is exhausting for her, too.
Today we're going shopping with my son, so he's staying with Hilde so I can refill the compartments before we continue on. That's better now, because then I don't have to leave her alone as much.
I'm looking for interesting things happening in the fields with my grandson, and there's a lot going on there right now. The sky is doing its best, too, and when the birds fly along with it, the world becomes colorful and vibrant.
This is how our pictures are created between wind and clouds, sunshine and blue, over harvested fields and flower meadows.Читать далее
Lindau
26 сентября 2025 г., Германия ⋅ 🌧 12 °C
(English Version Below)
Sonne und Sonne. Die letzten Tage gehören der Familie. Dazu gehört auch der blaue Bus, der mitten in einer kalten Nacht einen totalen Stromausfall hat. Selbst die Standheizung lässt sich nicht mehr bedienen, und das ist bei wenigen Grad nicht eben kuschelig.
Zum Glück hat unser Elektriker Zeit und Lust, sich des Problems anzunehmen. Und ja, wir sind natürlich auch zum richtigen Zeitpunkt in seiner Nähe. Eine 80er Sicherung hat sich verabschiedet, und in den Tiefen des ehemaligen Gasflaschenraum findet sich Ersatz.
Ich weiß noch genau wie Alex vor Jahren mit gesagt hat, ich solle sie aufheben, man bekäme die größeren Sicherungen nicht unbedingt sofort. Die interessante Grabung bringt noch etliche Schätze bevor, wie ein Duschset und eine Klammertüte, die ich ebenfalls schon seit Jahren nicht mehr gebraucht habe.
Für alles finden sich erfreute Abnehmer, außerdem besitze ich noch leere Hundebeutel aus allen Ländern, die wir bereist haben. Ich könnte damit vielleicht einen Nebenerwerb gründen, falls wir mal in Not kommen.
Die Tage mit den Kindern und Enkeln sind voller Lebendigkeit. Die Sonne geht wunderschön auf und großartig unter. Die Kinder unterstützen mich mit Hilde, weil ich nicht gut zu Fuß bin, vielleicht eine Folge des Temperaturwechsels.
Die Enkel schaffen bleibende Erinnerungen, die ich mit auf Reisen nehmen darf. In Calvörde gibt es Hunde, die Hilde zum Spielen abholen, und Pferde, die genau wissen, wie man sich gegenüber dem blauen Himmel in Positur bringt.
In Braunschweig hängen die Bäume voller Birnen, da kommt ein Angebot zum Pflücken grade recht. Abends finde ich noch zwei Birnen im Bus und einen Ohrenkneifer, den ich auf eine längere Reise schicke.
Dann ist der Moment da, wo der blaue Bus seine Nase in den Wind dreht. Ein letztes Good Bye, dem Enkelzwerg ein kleines Geschenk, das er fest in seinen Händen behält. Das darf niemand anfassen, das kommt aus dem blauen Bus, und ist für den Kleinen eine wichtige Erinnerung an uns.
Im Harz holen wir noch ein Medikament für Hilde ab, machen einen letzten Spaziergang am Harzrand, bevor wir einen Schlafplatz ansteuern. Kaum haben wir angehalten, beginnt es heftig zu regnen. Kein Problem. Wir sind unterwegs und können uns im blauen Bus zusammenrollen. Was wollen wir mehr!
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Sun and sunshine. The last few days belong to the family. This includes the blue bus, which suffers a total power outage in the middle of a cold night. Even the auxiliary heater won't work anymore, and that's not exactly cozy at just a few degrees.
Luckily, our electrician has the time and inclination to take care of the problem. And yes, of course, we're nearby at just the right time. An 80mm fuse has blown, and a replacement is found in the depths of the former gas cylinder room.
I still remember exactly how Alex told me years ago to keep it, as the larger fuses weren't always readily available. The interesting excavation still yields several treasures, like a shower set and a bag of staples, which I also haven't used in years.
There are happy buyers for everything, and I also have empty dog treat bags from all the countries we've traveled to. I could perhaps start a side business with them if we ever get into trouble.
The days with the children and grandchildren are full of life. The sun rises beautifully and sets magnificently. The children help me with Hilde because I'm not very good at walking, perhaps a result of the change in temperature.
The grandchildren create lasting memories that I can take with me on my travels. In Calvörde, there are dogs that pick up Hilde to play with and horses that know exactly how to pose against the blue sky.
In Braunschweig, the trees are laden with pears, so an offer to pick them comes at just the right time. In the evening, I find two more pears in the bus and an earwig, which I send off on a longer journey.
Then the moment arrives when the blue bus turns its nose to the wind. A final goodbye, a small gift for the little grandchild, which he holds tightly in his hands. No one is allowed to touch it; it comes from the blue bus, and it is an important memory of us for the little one.
In the Harz Mountains, we pick up some medication for Hilde and take a final walk along the edge of the Harz Mountains before heading for a place to sleep. We've barely stopped when it starts to rain heavily. No problem. We're on our way and can curl up in the blue bus. What more could we want!Читать далее

ПутешественникDie leeren Hundebeutel nehme ich! 🤣 Unterwegs brauche ich sie fürs Katzenklo.

ПутешественникAlles klar. Das bedeutet, wir treffen uns irgendwo noch in diesem Jahr, ich freue mich!

ПутешественникWir planen, am 26.12 an Friedberg vorbei nach Lahr am Schwarzwald zu fahren. Das ist zwar mitten in eurer Familien Session, aber wir finden sicherlich ein Eckchen an eurem Haus, um den Karton zu platzieren!

ПутешественникSehr lieb von dir! Um diese Zeit sind wir allerdings schon wieder in Sizilien… 😁
Immenhausen
27–28 сент. 2025, Германия ⋅ ☁️ 12 °C
(English Version Below)
Kaum habe ich die Fenster verhängt, da macht Hilde hinten schon einen Katzenbuckel und will mit mir toben. Damit hatte sie vor einiger Zeit angefangen, und ich meine, es ist der Ausdruck ihres Glücksgefühls, dass wir wieder alleine unterwegs sind.
Wahnsinn, ich hätte da gar nicht mehr dran gedacht, so viel ist in der Zwischenzeit passiert und hat meine Gedanken bestimmt. Aber ein ganz einfacher Buckel bringt auch mir große Freude. Gestern hatte ich noch vergessen, die Lichterkette vom Enkelzwerg aufzustellen, die auch für mich ein Zeichen der Entspannung bedeutet. Vielleicht gibt es später noch zwei kleine Teelichter, denn jetzt wird es schon früher dunkel.
Wir sind nicht weit vom Dörnberg in dieser Nacht, und wollen dort oben morgen früh zwei nette Menschen zum Spaziergang treffen. Wenn Hilde das jetzt schon wüßte, wäre sie bestimmt schon ganz aufgeregt.
Aber so ist der Abend jetzt ganz ruhig, sie hat ihren Teller schon leer gegessen, während ich noch französischen Schafsmilchkäse geniesse. Wir fahren über Northeim, wo ich in einem Hofladen fünf Liter Apfelsaft kaufe. Mischen Sie es mit einem drittel Wasser, dann haben Sie mehr davon, sagt der Altbauer.
Uslar, Gieselwerder. Mich erinnern diese Orte an Menschen, denen ich dort begegnet bin. Aber sie zeigen gleichzeitig, wie wenig es uns gelingt, die Zeit anzuhalten. Gestern ist oft viel zu schnell vergessen. Erinnerungen werden zu kleinen Luftblasen im Firmament der Unendlichkeit.
Borge Ousland zitiert in seinem Buch 'Solo durchs ewige Eis' den Maler Jacob Weidemann.
"Der Schimmer eines Flügels in der Sonne, trockene und warme Luft, der Geruch der lebendigen Erde, all das in meinem Garten. Sehen, sehen ist das Schwierigste; wenn du es nicht schaffst, gehst du daran vorbei."
Ich habe irgendwann mal gedacht, dass ich Millionen von Gärten habe, in denen ich nie etwas arbeiten musste, aber im Vorbeigehen ihre Schönheit genießen kann. Für einen Moment sind sie nur für mich da.
An der Weser finden wir eine Abholbank, und einen Feldweg mit Mäusen, Wiesen mit Hinweisen auf Kühe, die gerade abwesend sind. Und nicht fern der Sababurg ragt ein Baum einsam in die Höhe, während ein junger Wanderer Wasser trinkt und sich den Schweiß von der Stirn wischt.
Denn plötzlich ist es warm geworden. Fünfzehn Grad, ich wechsele auf die kurze Hose, die für den Abend schon wieder ein bisschen frisch sein könnte. Aber da gehen wir nur noch kurz an die Luft für Hilde. Denn der Platz liegt dunkel zwischen den Sportfeldern, im Gasthof brennt Licht und auf dem Balkon haben sich Gäste unterhalten. Jetzt ist es still geworden, die Vorhänge sind zugezogen.
Wir haben ein paar campende Nachbarn, einer ist kurz vor seiner Lebensreise mit Frau und Hund. Wir unterhalten uns, ich freue mich für sie. Die Luft ist überraschend warm, Hilde verfolgt eine frische Spur, im Bus gibt es ein längst fälliges Fußbad, wir hören leise Musik, der Abend gleitet in die Nacht aus.
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I've barely put up the curtains on the windows when Hilde backs up like a cat, wanting to romp with me. She started doing this a while ago, and I think it's an expression of her happiness that we're out on our own again.
Wow, I wouldn't have even thought about it; so much has happened in the meantime and dominated my thoughts. But a simple hump brings me great joy, too. Yesterday, I forgot to put up the string of lights for my little grandchild, which is also a sign of relaxation for me. Maybe there will be two small tea lights later, because it's getting dark earlier now.
We're not far from Dörnberg tonight, and we're planning to meet two nice people up there for a walk tomorrow morning. If Hilde knew this, she'd probably be very excited.
But the evening is quite quiet now; she's already finished her plate, while I'm still enjoying French sheep's milk cheese. We drive via Northeim, where I buy five liters of apple juice at a farm shop. Mix it with a third of water, and you'll get more of it, says the old farmer.
Uslar, Gieselwerder. These places remind me of the people I met there. But at the same time, they show how little we are able to stop time. Yesterday is often forgotten far too quickly. Memories become small bubbles in the firmament of infinity.
In his book "Solo Through the Eternal Ice," Borge Ousland quotes the painter Jacob Weidemann.
"The shimmer of a wing in the sun, the dry and warm air, the smell of the living earth, all of this in my garden. Seeing, seeing is the most difficult thing; if you can't, you pass by."
At some point, I thought that I have millions of gardens in which I never had to do any work, but can enjoy their beauty as I pass by. For a moment, they are there just for me.
By the Weser River, we find a bench for picking up food, a field path with mice, meadows with signs of cows that are currently absent. And not far from Sababurg, a lonely tree rises high, while a young hiker drinks water and wipes the sweat from his brow.
For suddenly it has become warm. Fifteen degrees, I change into shorts, which might be a bit chilly again for the evening. But we're only going outside for a short while for Hilde to get some fresh air. The campsite is dark between the sports fields, the lights are on in the inn, and guests have been chatting on the balcony. Now it's quiet, the curtains are drawn.
We have a few neighbors camping; one is about to embark on a lifelong journey with his wife and dog. We chat, and I'm happy for her. The air is surprisingly warm, Hilde is following a fresh trail, there's a long-overdue foot bath on the bus, we listen to soft music, and the evening fades into night.Читать далее
Hofgeismar
28–29 сент. 2025, Германия ⋅ 🌙 13 °C
(English Version Below)
Dichter Nebel überm Land, wir sind früh unterwegs, um Kerstin und Silke am Dörnberg zu treffen. Die Straße hebt sich aus dem Tal heraus, biegt Kurve um Kurve bergauf, bis hinter einem Stück Wald die Sonne raustritt. Desto näher wir ihr kommen, je größer ist die Chance in ihrem Licht zu gehen. Und wie warm es plötzlich ist, Mütze und Jacken öffnen sich für ein bisschen Erfrischung.
Ich habe mir ein paar "Geschenke" gewünscht, weil ich Hilde nicht mehr alleine lassen will. Wasser geht zuende, Bananen, Nektar und Toilettenpapier. Ich werde reich beschenkt, kann die Kanister füllen, weil an vielen Stellplätzen nicht der Kanisterfahrer gedacht wird. Was soll ich mit fünfzig oder hundert Liter, die für einen Euro so rausgeschossen kommen, dass ich gleich mitduschen kann.
Silke war extra noch beim Bäcker, um mir ein Rosinenbrötchen und ein Schokoladecroissant zu besorgen. Das ist Ritual unserer Begegnungen, und tatsächlich esse ich diese Kombination nur dann. Das ist sehr lustig, dass ich im Laufe meines Reiselebens an bestimmten Orten eine bestimmte Mahlzeit bekomme, die ich woanders nicht esse.
Bei Klaus und Manuela gibt es immer einen großen Topf Suppe und eine volle Schale Vanilleeis, bei der Dominice' Familie bekomme ich Kroketten und überbackenen Käse mit viel Mayonnaise. Mein Sohn macht mir oft eine Kanne Früchtetee zum Morgen und gerne nach dem Einkauf ein zwei Sandwicheis, meist früh am Tag.
Und hier am Dörnberg gibt's einmal im Jahr die Frühstückskombination. Tatsächlich esse ich von all diesen Angeboten fast nie was an einem anderen Ort, mit anderen Menschen. Das sind liebgewonnene Traditionen.
Die beiden Frauen verschwinden mit Hilde im Nebel, während ich mich noch wandertauglich machen muss, was die Anwesenheit des weiblichen Geschlechts nicht grade für nötig erachtet. Hilde kommt durch den Nebel auf mich zu geflitzt, und wir beiden nehmen den Weg gemeinsam, zwischen all den Kuhplatschern, die schon im Trocknungsprozess sich befinden.
Der Nebel lichtet sich und endlich findet Hilde auch noch einen Haufen, in dem sie sich wälzt. Perfekt, die Hand streift durchs Fell und kommt braun hervor. Das riecht nach Dusche. Grade letztens hatte ich noch das Babyshampoo glücklich in der Hand, weil wir es lange nicht mehr gebraucht haben.
Aber Kerstin hilft mir mit dem Wasser, und Hilde stopfe ich danach zum Trocknen in den Bus. Wir winken zum Abschied und fahren Richtung Breuna, wo wir den Nachmittag auf dem Rewe Parkplatz mit Lesen und Schlafen verbringen.
Der nächste kostenlose Stellplatz ist nicht weit weg. Zwischendurch noch ein Spaziergang am Waldrand, während ein Bauer das Feld bearbeitet, der Blick nach Hofgeismar weit übers Land geht.
Die Mauerblümchen sind gerötet, in Oberlistingen grüßt die Kirche von 1821, in Breuna eine Straße mit Fachwerk, das sich vorbeugt. Die eine Kirche im Ort steht in Zierenberg, die andere in Hofgeismar, der Baum bei Breuna.
Früh kommen wir am Schlafplatz an, die Temperatur liegt bei achtzehn Grad, der Ventilator säuselt was von kühler Luft. Hilde genießt die Stille und Nähe, ihr Fell ist wieder weich und warm .
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Thick fog covers the countryside, and we set off early to meet Kerstin and Silke at Dörnberg. The road rises out of the valley, winding uphill, curve after curve, until the sun emerges from behind a patch of forest. The closer we get to it, the greater the chance of walking in its light. And how warm it suddenly is, hats and jackets open for a bit of refreshment.
I've been wishing for a few "gifts" because I don't want to leave Hilde alone anymore. Water is running low: bananas, nectar, and toilet paper. I'm generously rewarded and can fill the canisters because many campsites don't cater to canister drivers. What am I supposed to do with fifty or one hundred liters that come out for a euro so quickly that I can shower right away?
Silke went to the bakery especially to get me a raisin roll and a chocolate croissant. It's a ritual of our encounters, and in fact, I only eat this combination then. It's funny how, over the course of my travels, I've found a particular meal in certain places that I don't eat anywhere else.
At Klaus and Manuela's, there's always a big pot of soup and a full bowl of vanilla ice cream; at Dominice's family's, I get croquettes and baked cheese with lots of mayonnaise. My son often makes me a pot of fruit tea in the morning and I like to have it after shopping one or two ice cream sandwiches, usually early in the day.
And here on the Dörnberg, we have the breakfast combination once a year. In fact, I almost never eat any of these offerings anywhere else, with other people. These are cherished traditions.
The two women disappear into the fog with Hilde, while I still have to get myself ready for hiking, which doesn't exactly require the presence of the female sex. Hilde comes zipping toward me through the fog, and we both take the path together, amidst all the cow splashing, which is already drying.
The fog lifts, and finally Hilde finds a pile to roll around in. Perfect, her hand brushes through the fur and comes out brown. It smells like a shower. Just the other day, I was still happily holding the baby shampoo because we haven't needed it in a long time.
But Kerstin helps me with the water, and then I stuff Hilde into the bus to dry off. We wave goodbye and drive towards Breuna, where we spend the afternoon reading and sleeping in the Rewe parking lot.
The next free parking spot isn't far away. In between, we take a walk along the edge of the forest while a farmer works his field, the view stretches far across the countryside to Hofgeismar.
The wallflowers are reddened, in Oberlistingen, the church from 1821 greets us, and in Breuna, a street lined with half-timbered houses, that leans forward. One church in the village is in Zierenberg, the other in Hofgeismar, the tree near Breuna.
We arrive at our sleeping place early; the temperature is 18 degrees Celsius, the fan whispers a cool breeze. Hilde enjoys the silence and closeness; her fur is soft and warm again.Читать далее
Battenberg
29–30 сент. 2025, Германия ⋅ ☁️ 12 °C
(English Version Below)
Als ich in die Tankstelle gehe, um zu bezahlen, bekomme ich kaum die Füße von der Erde und fühle mich genötigt zu erklären, ich käme gerade von einer größeren Wanderung, um zu verhindern, dass sie die Polizei rufen, um dem alten Tattergreis kurzfristig den Lappen wegzunehmen.
Tatsächlich sind es zwei Kilometer in anderthalb Stunden bergauf und ab, mit einem sehr netten Menschen an meiner Seite, während Hilde mit ihrem Hund nach kurzem Fremdeln schnell Freundschaft schließt. Während ich langsam dahin schwebe, fegen die Beiden wie kleine Derwische durch das hohe Gras, zwischen Wacholder und trockenen Ästen, aber immer abrufbereit.
Tatsächlich ist die Tour für mich grenzwertig, und einmal bergab muss ich um den Arm der Dame bitten, was die Hunde so irritiert hat, dass sie sofort gucken müssen, was hier los ist. Hilde geht wie ein Anstandshund direkt hinter uns, um ggf was, einschreiten zu können, falls es zu noch größeren Annäherungen kommen würde. Eine sehr lustige Situation, die wir so noch nie hatten.
Wir kennen uns eigentlich nur virtuell und waren schon mehrfach einander nahe, ohne dass es die Gelegenheit gab, uns zu begegnen. Auf ihren Bildern habe ich gesehen, dass sie am Dörnberg sein muss, jetzt ist die Gelegenheit günstig, und so gehen wir zusammen spazieren.
Tatsächlich kommt sie nicht einmal außer Atem, während ich schweißgebadet zum Bus zurück stolpere. Trotzdem, wir haben eine schöne Zeit alle vier zusammen, Abschied nehmen fällt Hilde allerdings sehr schwer.
Schon nach dreißig Kilometern wird mir klar, dass ich heute mit Sicherheit keine weiteren hundert Kilometer mehr fahren kann, wie ich anfangs geplant hatte. Stattdessen möchte ich bald auf einen Stellplatz, um auszuruhen.
Hilde ist so fertig, dass sie ihr Abendessen unbedingt schon zeitlich vorziehen möchte, und umkreist mich wie ein hungriger Löwe. Aber erst müssen wir nochmals raus, um zu gucken, was der Herbst hier schon in den Bäumen veranstaltet hat.
Ich bin immer noch nicht im Vollbesitz meiner Knie, die mich wiederholt laut vor Schreck ausrufen lassen, wenn der Eindruck entsteht, ich könnte jetzt stürzen. Froh endlich im Bus zu sein, bereite ich uns das Abendessen vor.
Hilde fällt in einen tiefen Schlaf, die Sonne blinkt noch einmal zur Nacht durch die Büsche, und lässt uns allein mit unseren Nachbarn rechts und links. Und Gott, der über uns wacht. Das wird mir an besonders schönen Tagen immer sehr deutlich.
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As I walk into the gas station to pay, I can barely get my feet off the ground and feel compelled to explain that I've just returned from a long hike to prevent them from calling the police to take the old man's license away.
In fact, it's two kilometers uphill and downhill in an hour and a half, with a very nice person by my side, while Hilde and her dog quickly become friends after a brief moment of being strangers. As I float along, the two sweep like little dervishes through the tall grass, between juniper and dry branches, but always ready to respond.
In fact, the hike is borderline for me, and once downhill, I have to ask the lady for her arm, which irritated the dogs so much that they immediately had to go and see what was going on. Hilde walks right behind us like a dog, ready to intervene if things get any closer. A very funny situation, the likes of which we've never experienced before.
We actually only know each other virtually and have been close several times without actually having the chance to meet. I saw from her pictures that she must be at Dörnberg, and now's a good opportunity, so we go for a walk together.
In fact, she doesn't even get out of breath, while I stumble back to the bus, drenched in sweat. Nevertheless, the four of us have a wonderful time together, although saying goodbye is very difficult for Hilde.
After just thirty kilometers, it becomes clear to me that I certainly won't be able to drive another hundred kilometers today, as I had originally planned. Instead, I want to find a campsite soon to rest.
Hilde is so exhausted that she's desperate to have her dinner earlier and is circling me like a hungry lion. But first, we have to go out again to see what autumn has already done in the trees here.
I'm still not in full control of my knees, which repeatedly make me cry out loud in shock whenever I feel like I might fall. Glad to finally be on the bus, I prepare dinner for us.
Hilde falls into a deep sleep, the sun twinkles through the bushes for the last night, leaving us alone with our neighbors on either side. And God, who watches over us. This becomes very clear to me on particularly nice days.Читать далее
Vielbach
30 сент.–1 окт. 2025, Германия ⋅ ☁️ 11 °C
(English Version Below)
Im letzten Licht holen Sandra und Randy die Hilde für einen Abendspaziergang ab. Ich kann in der Zwischenzeit wieder besser gehen, aber das Geschenk einer Nachtwanderung für Hilde kann ich gar nicht hoch genug einschätzen. Bestimmt eine Dreiviertelstunde sind die drei unterwegs, Hilde kommt zufrieden und glücklich zurück.
Zur Überraschung der Familie sind wir heute Abend spontan hier aufgelaufen. Ich habe mich mit der köstlichen Leberwurst im Glas eingedeckt für die nächsten Wochen, eins fällt allerdings gleich meiner abendlichen Begierde zum Opfer.
In der Nacht hat es geregnet, ein leises Trommelfeuer lässt mich wieder einschlafen, die Straßenlaternen werden um Mitternacht ausgeschaltet. Weil meine Nachbarn so früh noch schlafen, fahren wir nach Hilde's Spaziergang plus Frühstück ins Tal zum Penny, während das Teewasser kocht.
In einer gemütlichen Ecke frühstücke ich, während Hilde schläft. Am späten Vormittag durchqueren wir einen Landstrich nördlich von Marburg und östlich von Siegen, der von stark befahrenen Straßen durchquert werden. Mittendrin geht eine kleine Straße ins hübsche Banfe mit seiner imposanten Kirche, die ich mir von allen Seiten anschauen.
Umringt von Hügeln führt eine schmale Straße bergauf aus dem Ort heraus Richtung Heiligenborn, mitten durchs Rothaargebirge. Landschaftlich ein Traum, solange keine Motorräder uns entgegenkommen bleibt das auch so. Später biegen wir auf die 722 ein, die bei dem großen Bauunternehmen Büdenbender wieder das geschäftige Leben trifft.
Bin ganz verzuckert von der Tour und kann sie nur herzlichst weiterempfehlen, leider nicht für größere Camper geeignet. Wir queren von Hessen nach Nordrhein-Westfalen, um kurz danach in Rheinland -Pfalz anzukommen. Mittlerweile verändert sich das Wolkenbild des Himmels, und in Bad Marienberg kommt eine heftige Dusche auf uns herab. Wir haben zum Glück vorher einen Parkplatz angesteuert, bei so einem Unwetter kann man nur schlecht fahren.
In Nistertal biegen wir links ab und kommen auf völlig trockenen Asphalt, der uns nach Vielbach bringt. Zur großen Freude der Bauersfamilie, die wir schon länger kennen und sehr mögen.
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In the last light, Sandra and Randy pick up Hilde for an evening walk. I'm feeling better in the meantime, but I can't overestimate the gift of a night hike for Hilde. The three of them are out for at least 45 minutes, and Hilde returns satisfied and happy.
To the family's surprise, we spontaneously showed up here this evening. I've stocked up on the delicious liverwurst in a jar for the next few weeks, but one of them falls victim to my evening craving.
It rained during the night, a faint drumfire lulls me back to sleep, and the streetlights are turned off at midnight. Because my neighbors are still asleep so early, after Hilde's walk and breakfast, we drive down to the Penny in the valley while the kettle boils for tea. I have breakfast in a cozy corner while Hilde sleeps.
In the late morning, we cross a region north of Marburg and east of Siegen, crossed by busy roads. In the middle of it all, a small road leads to pretty Banfe with its imposing church, which I admire from all angles.
Surrounded by hills, a narrow road leads uphill out of the town toward Heiligenborn, right through the Rothaar Mountains. The scenery is dreamy, as long as no motorcycles pass us by, it stays that way. Later, we turn onto the 722, which meets up with the bustling life again at the large Büdenbender construction company.
I'm completely overjoyed by the tour and can only warmly recommend it; unfortunately, it's not suitable for larger campers. We cross from Hessen to Nordrhein- Westfalen, arriving shortly after in Rheinland-Pfalz.
Meanwhile, the cloud pattern in the sky is changing, and a heavy shower hits us in Bad Marienberg. Luckily, we've headed for a parking lot beforehand; it's difficult to drive in such a storm.
In Nistertal, we turn left and reach completely dry asphalt, which takes us to Vielbach. Much to the delight of the farmer's family, whom we've known for a long time and like very much.Читать далее
Urft
1–2 окт. 2025, Германия ⋅ ⛅ 7 °C
(English Version Below)
Am Nürburgring ist Hochbetrieb. Überall kurven private Sportwagen herum, neben uns jagt ein Porsche über die abgesperrte Bahn. Jeder für sich ist das Motto, ohne Gegner gibt es nur Gewinner.
Einer steht vielleicht ein Stück weiter den Berg runter auf einem Parkplatz. Verlassen. Ein stiller Sieger. Noch ein Stück zurück hat einer seinen Anhänger platziert, wie es scheint ein Mix zwischen Hausrat und den Resten von einem Bauernhof.
Am Morgen sind wir in Vielbach aufgewacht. Die Sonne strahlt den Neubau an, ein Stern wandert über den Giebel. Daneben die Kühe auf ihrer Wiese, die Sonne blinkt durch die geöffnete Seitentür, Sandra begrüßt uns im Vorbeifahren.
Da um neun eine Schulklasse kommt, verdrücken wir uns nach einem lieben Abschied früh und fahren nach Isenburg auf einen Parkplatz, der noch ganz im Schatten der Hügel liegt, und uns mit den letzten vier Grad begrüßt, die noch über Null geblieben sind
Noch einmal kommt die Sonne über den Berg, nach einem erholsamen Vormittagsschläfchen bekomme ich einen langen, freundlichen Anruf aus dem Süden Frankreichs. Ich freue mich, dass es dort unten gut geht, während ich heute einen schwierigen Tag antreffe. Nichts gravierendes, einfach nicht das gute Gefühl von gestern. Hilde ist unruhiger, ihre Ohren sind heiß, sie atmet schneller. Vermutlich nur die warme Sonneneinstrahlung, aber doch gleich auch ein Sorgentröpfchen oder drei.
Man kann sich schnell an einen Zustand gewöhnen, aber kaum passt nicht mehr alles zusammen, verfällt das ganze Netz. Später entspannt sich die Situation, wir machen einen schönen Spaziergang an dem grünen Feld, kurz vor der kleinen Kapelle von Minkelfeld.
Kirchen gibt es in unterschiedlichen Formen, sie haben für mich etwas Blickfängliches, bei dem ich manchmal anhalte. Genauso wie an verschiedenen Parkplätzen, von denen wir Spaziergänge machen, in kalter Sonne, bei leichtem Wind, während es im Schatten schon nächtlich wirkt.
Es gibt einen Gedächtnisplatz bei Blankenheim für die Opfer der Flutkatastrophe 2021. Ein merkwürdiger Ort mit frisch gepflanzten, jungen Bäumen an einem Asphaltweg und an einer Wiese. Ein unscheinbarer, sehr nüchterner Gedenkstein, vielleicht ein halbes Dutzend Schiefertafeln zum Gedenken einzelner Opfer, die mir erst auffallen, als wir rückwärts an den Bäumen vorbeifahren.
Denn an einen Wendepunkt hat keiner gedacht, und da das außerhalb des Ortes liegt, kommen wohl nur wenige zu Fuß. Die Hundetafel wirkt deplatziert, denn tatsächlich bietet sich hier eine schöne Spazierrunde an. Einmal im Geviert mit gemähtem Gras, denken sich auch zwei Teams im Gleichschritt, an deren Auto ich mich eben schon vorbeidrücken musste.
Die Idee für diesen Ort war sicher eine gute, selbst die Ausführung könnte man befürworten, aber leider wirkt es so, wie mittendrin beendet. Hier draußen wird keiner gestorben sein, gedenken könnte man besser vor Ort, da wo der Tod dem Menschen begegnet ist. Am Fluss, zwischen den Häusern, an der Tür.
Der alte Bahnhof außerhalb ist ein anderer Gedächtnisort am Ende der Straße. Ein Stück weiter, zwischen Weyrer Wald und Urfttal finden wir einen Platz für die Nacht. Die Temperatur soll wieder fallen, aber heute haben wir Strom und eine heiße Tasse Tee zur Nacht, ein bisschen Standheizung am Abend.
Beim Abendspaziergang treffen wir eine freundliche Nachbarin, die Hilde begrüßt, während ihr Hund vorwurfsvoll aus dem ersten Stock bellt. Nebenan füttert eine Frau ihren Hund hinterm Wohnmobil, auf unserer anderen Seite sitzt ein älterer Herr vor einem geöffneten Buch.
Mittendrin schläft Hilde schon, während ich schreibe. Kein Hochglanztag, eher ein Gedankenstolperer mit Happy End.
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The Nürburgring is in full swing. Private sports cars are circling everywhere, and a Porsche is speeding along the closed-off track next to us. It's every man for himself; without rivals, there are only winners.
One car might be parked a little further down the hill in a parking lot. Abandoned. A silent winner. A little further back, someone has parked their trailer, seemingly a mix of household goods and the remains of a farm.
We woke up in Vielbach this morning. The sun is shining on the new building, a star is moving across the gable. Next to it are the cows in their meadow, the sun glimmering through the open side door. Sandra greets us as we drive by.
Since a school class is arriving at nine, we sneak off early after a fond farewell and drive to Isenburg to a parking lot still completely shaded by the hills, greeting us with the last four degrees of above-zero temperature.
The sun rises over the mountain once more, and after a restful morning nap, I receive a long, friendly call from the south of France. I'm glad things are going well down there, while today I'm facing a difficult day. Nothing serious, just not the good feeling I had yesterday. Hilde is more restless, her ears are hot, she's breathing faster. Probably just the warm sunlight, but also a drop or three of worry.
You can quickly get used to a situation, but as soon as everything doesn't fit together, the whole network collapses. Later, the situation relaxes, and we take a lovely walk along the green field, just before the small chapel in Minkelfeld.
Churches come in different shapes; they have something eye-catching for me, which I sometimes stop at. The same applies to various parking lots from which we take walks, in the cold sun, in a light breeze, while it already feels like night in the shade.
There's a memorial site near Blankenheim for the victims of the 2021 flood disaster. It's a strange place with freshly planted young trees along an asphalt path and a meadow. An inconspicuous, very sober memorial stone, perhaps half a dozen slate plaques commemorating individual victims, which I only notice as we reverse past the trees.
Because no one thought of a turning point, and since it's outside of town, probably only a few people come on foot. The dog sign seems out of place, because this actually offers a nice walk. Once in the square with mown grass, two teams, whose car I just had to squeeze past, are also thinking of walking in step.
The idea for this place was certainly a good one, and even the execution could be supported, but unfortunately, it seems like it ended midway through. No one will have died out here; it would be better to commemorate on site, where death encountered humanity. By the river, between the houses, at the door.
The old train station outside is another memorial site at the end of the road. A little further on, between Weyrer Wald and Urfttal, we find a place to spend the night. The temperature is supposed to drop again, but today we have electricity and a hot cup of tea for the night, and a little auxiliary heating in the evening.
During our evening stroll, we meet a friendly neighbor who greets Hilde while her dog barks reproachfully from the first floor. Next door, a woman is feeding her dog behind the camper van, and on our other side, an elderly man sits with an open book.
In the middle of it all, Hilde is already asleep as I write. Not a stellar day, more like a stumble of thoughts with a happy ending.Читать далее
Hergenrath / Belgien
2–3 окт. 2025, Бельгия ⋅ ⛅ 8 °C
(English Version Below)
Wohl gesättigt von köstlich scharfer Kürbisingwersuppe, die Silvia zu unserem Treffen auf diesem schönen Naturcamping in Belgien mitgebracht hat. Wir sitzen in kühler Abendluft mit geöffneten Seitentüren nebeneinander in angeregtem Gespräch, nachdem wir mit Hilde den Platz angeschaut haben, an dessen Ende wir unseren Schlafplatz haben.
Nachmittags haben wir uns am Kornelimünster in Aachen getroffen, nachdem Hilde und ich unsere Mittagspause beim sowjetischen Ehrenfriedhof im Sonnenschein genießen.
Morgens fahren wir zum Spaziergang an eine Wiese außerhalb von Steinfeld, weil es in Urft, wo wir übernachtet haben, keine alternative Möglichkeit gegeben hat. Die Sonne geht gerade über dem Ort auf, taucht die Gebäude in ein warmes Licht.
Dann fahren wir zurück zum Stellplatz mit Strom und Standheizung, denn die Temperaturen haben schon winterliche Gefühle im Gepäck. Frühstück- und Lesezeit, Hilde ist lange unruhig und kann nicht schlafen. Wir kuscheln miteinander, vielleicht hat sie Schmerzen oder eine andere Ungleichheit.
Nicht immer ist alles einfach, wenn Hund sich nicht einfach erklären kann. Da ist schon das Zusammensein beruhigend und macht schläfrig. Tatsächlich habe ich das erste Mal seit Monaten vier Stunden zusammenhängend nach Mitternacht durchgeschlafen, allerdings wäre es bei den Träumen wohl besser gewesen, ich hätte zwischendrin aufstehen können.
Der Tag hält sein sonniges Gleichgewicht. Wir queren die Eifel durch ihr rursches Herz, bleiben hier und da in Erinnerung an andere Fahrten und Begegnungen innerlich kurz stehen, während die Welt sich weiterdreht.
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Well-fed by the deliciously spicy pumpkin and ginger soup that Silvia brought to our meeting at this beautiful nature campsite in Belgium, we sit next to each other in the cool evening air with the side doors open, having a lively conversation after Hilde and I had inspected the site at the end of which we'd set up our sleeping quarters.
In the afternoon, we met at the Kornelimünster Church in Aachen, after Hilde and I enjoyed our lunch break in the sunshine at the Soviet War Cemetery.
In the morning, we went for a walk to a meadow outside Steinfeld because there was no alternative in Urft, where we spent the night. The sun was just rising over the town, bathing the buildings in a warm light.
Then we drove back to the campsite with electricity and parking heater, as the temperatures were already beginning to feel wintery. It was time for breakfast and reading. Hilde was restless for a long time and couldn't sleep. We cuddled together, perhaps she was in pain or had some other inconvenience.
It's not always easy when a dog can't explain itself simply. Just being together is calming and makes you sleepy. In fact, I slept for four hours straight after midnight for the first time in months, although, given the dreams, it probably would have been better if I'd been able to get up in between.
The day maintains its sunny balance. We cross the Eifel through its Rursche heart, pausing here and there to remember other journeys and encounters, while the world continues to turn.Читать далее
Rekem / Belgien
3–4 окт. 2025, Бельгия ⋅ 🌧 13 °C
(English Version Below)
Heute war ein unruhiger Tag. Am Morgen kommt Silvia zum Frühstück zu uns in den Bus, nachdem wir einen Spaziergang zusammen gemacht haben. Für wenige Minuten liegt der Himmel hinter den Bäumen unter einem roten Tuch, das von grauen Wolken weggezogen wird.
Die Schafe und die Esel kommen an unserem Guckloch auf die Nachbarwiese kurz vorbei, während sie runter zum Bach gehen, um zu trinken. Recht früh vor zehn Uhr reisen wir ab, weil Silvia glaubt, einen weiten Weg vor sich zu haben, und ich vor der morgendlichen Unruhe auf dem Campingplatz in Hergenrath uns lieber einen entspannten Ort suchen möchte.
Das klappt nicht so richtig, und als wir endlich vor einem Fußballstadion parken, ist Hilde schon sehr nervös, sodass ich auch nicht dazu komme, ein wenig runter zu fahren. Besuch ist schön, aber die richtige Dosis macht es, was wir uns in diesen Tagen nicht so entspannt aussuchen konnten.
Vielleicht ist es auch die Erkrankung, die ihr heute zusetzt, sodass sie auf Krawall gebürstet ist. Jedenfalls treffen wir am Nachmittag eine liebe Freundin an einem Kanal in Belgien, die mit Hilde gerne spazieren gehen möchte, sodass ich lediglich der Begleiter bin.
Wir feiern quasi unser Einjähriges, weil wir uns hier vor einem Jahr kennengelernt haben. Wahnsinn, was alles so in einem Zeitraum passieren kann. Bei ihr und bei uns, aber obwohl jeder so seinen Weg geht, hat uns so Manches doch auch auf eine schöne, freundschaftliche Art miteinander verbunden.
Gegen Abend beginnt es zu regnen, ein leichter Wind ist aufgekommen. Die Straßenlaternen werfen Kreise auf den Asphalt, die Bäume lächeln zurück. Späte Radfahrer am Kanal, ein Hundebesitzer im eiligen Schritt.
Als ich nochmal das Seitenfenster öffnen will, verkantet sich das Fenster, und der Schließmechanismus greift nicht mehr. Das ist dumm. Von innen und außen setze ich Panzerband dagegen, dass auch der Regen nicht eindringen kann. Ich denke, es ist jetzt deutlich einbruchssicherer als vorher, und wird uns bis zu dem Moment schützen, bis es Ende des Monats repariert werden kann.
Wir haben zu Abend gegessen, die Freundin schreibt, dass sie gut Zuhause angekommen ist, die Katze hat sich gefreut, und Hilde ist jetzt auch ruhiger.
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Today was a restless day. In the morning, Silvia joins us on the bus for breakfast after we've taken a walk together. For a few minutes, the sky behind the trees is covered in a red blanket, swept away by gray clouds.
The sheep and donkeys pass our peephole into the neighboring meadow briefly as they head down to the stream to drink. We leave quite early, before 10:00 a.m., because Silvia thinks she has a long way to go, and I'd rather find a relaxing spot before the morning commotion at the campsite in Hergenrath.
That doesn't quite work out, and when we finally park in front of a football stadium, Hilde is already very nervous, so I don't have a chance to drive down the hill. Visitors are nice, but the right dose makes a difference, which we couldn't choose in a relaxed way these days.
Perhaps it's the illness that's affecting her today, so she's ready for a riot. Anyway, in the afternoon we meet a dear friend by a canal in Belgium who wants to go for a walk with Hilde, so I'm just accompanying her.
We're basically celebrating our one-year anniversary, since we met here a year ago. It's amazing how much can happen in such a short period of time. For her and for us, but even though everyone goes their own way, many things have also connected us in a beautiful, friendly way.
Towards evening, it starts to rain, a light wind has picked up. The streetlights cast circles on the asphalt, the trees smile back. Late cyclists by the canal, a dog walker hurried.
When I try to open the side window again, it jams, and the locking mechanism no longer engages. That's stupid. I'm putting duct tape on it inside and outside to prevent the rain from getting in. I think it's much more burglar-proof now than before and will protect us until it can be repaired at the end of the month.
We had dinner, my friend wrote that she arrived home safely, the cat was happy, and Hilde is calmer now too.Читать далее
Zegveld / Niederlande
4–5 окт. 2025, Нидерланды ⋅ 🌧 13 °C
(English Version Below)
Der freundliche Slowake mit seinem Hund gegenüber im Camper hat wohl einen lautstarken Generator laufen, um seine Standheizung in Gang zu halten. Das Dröhnen übertönt den heftigen Wind und den trommelnden Regen um Längen.
Die beiden anderen Camper scheint das nicht zu stören, also ignoriere ich das weitgehend. Zumal die stark befahrene Straße hinter uns auch den Lärmpegel im lauteren Bereich hält. Letztens habe ich mich mal über Lärm in der Nacht mit jemandem unterhalten und gemeint, wir sind da ziemlich schmerzfrei, weil wir oft genug an einer Straße übernachten.
Angesichts der Stellplatzpreise in den Niederlanden, die im mittleren Zwanzigerbereich liegen, nehme ich gerne soviel kostenlose Unruhe hin. Die erste Nacht also in Holland. Na, nicht ganz, weil die Provinz, die sich so nennt, ein kleines Stückchen westlicher beginnt. Holland ist also nicht gleich Niederlanden, sondern es sind lediglich zwei Provinzen, die aber Amsterdam und Haarlem, so wie die Küste, die wir jetzt bereisen werden, umschließen.
Der Generator ist still, der Platz erfreut mich, weil es sich zeigt, dass Freistehen also auch in diesem Land möglich ist. Die letzte Nacht hat mir wenig Schlaf gebracht, weil die kleine Hilde von vornherein unter die Bettdecke wollte, nicht erst in den frühen Morgenstunden. Mir bleibt dann noch weniger Platz, sodass ich letztendlich hinten schräg geschlafen habe, um mich ausstrecken zu können.
Am Morgen bin ich so gerädert, dass ich mich nach dem Frühstück nochmals schlafen lege. Der Regen poltert mit dem Sturm um die Wette, die Bäume singen mit, und in dem ganzen Chaos ruht der blaue Bus in Frieden.
Wir sind bei Utrecht verabredet, dass zwei Fahrstunden entfernt liegt, sofern die Straßen trocken sind. Tatsächlich arbeitet der Wischer auf Hochtouren und der Wind rüttelt an unserer Standhaftigkeit. Mitten aus dem Grau des Samstags öffnet sich ein blaues Firmament, die Regenfront wirkt wie abgeschnitten, der Straßenbelag trocknet langsam.
Wir verlassen Belgien und queren ins Nachbarland, in der Nähe eines Center Parcs gehen wir spazieren, und ich staune nicht schlecht über die Schlange an Fahrzeugen, deren Besitzer ihre Portemonnaies weit öffnen.
De Kempervennen bietet Bungalows für zwei Personen ab 150 Euro fürs Wochenende, ich vermute, das ist ein Grundpreis. Auf jeden Fall wird das Wochenende dort wohl nur dann gewollt nass, wo es freiwillig ins Wasser geht.
Wir haben eine Verabredung mit einer jungen Frau, die wir im Januar in Frankreich bei ihrem so schön bemalten Van getroffen haben, dass ich sie gleich ansprechen musste. Damals hatte ihr Freund ein Engagement bei einem Zirkus in Finnland, aber heute ist er dabei, und kümmert sich ganz lieb um Hilde.
Eine Regenpause nutzen wir für einen schönen Spaziergang. Dazwischen trinken wir Tee im blauen Bus, und unterhalten uns angeregt über die Monate zwischen unseren Begegnungen. Sie sind voller Pläne und Lebensfreude, hinterlassen uns herzliche Reisewünsche und ihre guten Gedanken, sodass der Nachmittag in schöner Erinnerung bleibt.
Sie fahren mit dem Wind, der durchs Tal fegt, nachhause, während wir dem Meer fernläufig zustreben. Heute morgen hatten wir 17°C, als wir eben nochmal in Wind und Regen hinausgehen, ist die Temperatur um fünf Grad gefallen, in kalten Böen vielleicht noch um mehr.
Im Schrank habe ich noch eine Packung Salzstangen gefunden, die vielleicht schon seit Anfang des Jahres mit uns reist, um heute die passende Stimmung erwischt zu haben.
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The friendly Slovak man with his dog in the camper across the street seems to have a loud generator running to keep his parking heater running. The roar drowns out the strong wind and pounding rain by a long way.
The other two campers don't seem to mind, so I largely ignore it. Especially since the busy road behind us also keeps the noise level on the louder side. I was recently talking to someone about noise at night and said we're pretty insensitive to it because we often spend the night on a roadside.
Given that the prices for parking spaces in the Netherlands are in the mid-twenties, I'm happy to accept this much free disturbance. So, the first night in Holland. Well, not quite, because the province that calls itself that starts a little further west. So, Holland isn't the same as the Netherlands, but rather just two provinces that encompass Amsterdam and Haarlem, just like the coast we're about to travel. The generator is silent, and I'm pleased with the space because it proves that free camping is possible in this country, too.
Last night brought me little sleep because little Hilde wanted to get under the covers right from the start, not wait until the early morning hours. This leaves me even less space, so I ended up sleeping at an angle in the back, to stretch out.
In the morning, I'm so exhausted that I go back to sleep after breakfast. The rain rumbles along with the storm, the trees sing along, and amidst all the chaos, the blue bus rests in peace.
We've arranged to meet near Utrecht, a two-hour drive away, assuming the roads are dry. In fact, the windshield wipers are working at full speed, and the wind is shaking our resolve. In the midst of the gray Saturday, a blue sky opens up, the rain front seems to be cut off, and the road surface is slowly drying.
We leave Belgium and cross into the neighboring country. We go for a walk near a Center Parcs, and I'm amazed at the line of vehicles, their owners opening their wallets wide.
De Kempervennen offers bungalows for two people starting at 150 euros for the weekend; I assume that's a base price. In any case, the weekend there will probably only be wet if people voluntarily go into the water.
We have a date with a young woman we met in France in January at her van, which was so beautifully painted that I had to talk to her right away. At the time, her boyfriend was working for a circus in Finland, but today he's with us and is lovingly looking after Hilde.
We take advantage of a break in the rain to go for a lovely walk. In between, we drink tea in the blue bus and chat animatedly about the months between our encounters. They are full of plans and joie de vivre, leaving us warm travel wishes and their kind thoughts, so that the afternoon will remain a fond memory.
They are driving home with the wind sweeping through the valley, while we head for the distant sea. This morning it was 17°C, and as we step out into the wind and rain again, the temperature has dropped by five degrees, perhaps even more in cold gusts.
I found a pack of pretzel sticks in the cupboard, which may have been traveling with us since the beginning of the year, just to capture the perfect mood today.Читать далее
Zandvoort
5–6 окт. 2025, Нидерланды ⋅ ⛅ 13 °C
(English Version Below)
Still. Hilde's Atem. Mein Herzschlag. Der blaue Bus. Gedanken hören. Der Fluss, die Straße, ein Flugzeug kreuzt, der Flughafen ist nicht fern. In dem Camper neben uns ist Licht, die Kinder sind zu Besuch.
Wir waren an der Küste. Zandvoort 1972. Von Köln, wo ich studiert habe, mit meinem VW Käfer und den Freunden, übers Wochenende ans Meer. Sequenzen der Erinnerung. Liebe in den Dünen, Vla im Geschäft am Strand. Vielleicht ein Feuer in der Nacht am Meer. Wein und Kölsch, das Wasser von Rhein hatten wir immer dabei. Ein Joint oder zwei unterm Sternenhimmel.
Heute ist Zandvoort ein geschäftiges Städtchen. Wir beginnen am Palace Hotel, direkt oberhalb vom Strand an der sogenannten Promenade. Fressbuden machen im kalten Wind mit warmem Essen guten Umsatz. Das Meer tobt und die Wellen haben kaum noch Konturen, ein Traum für Kiter, die den Strand hoch durchs Wasser jagen, sodass sie vermutlich den Bus nehmen müssen, um zu ihrem Gepäck zurück zu kommen.
Strandspaziergang fällt heute aus, zuviel Betrieb, Regen und Sturm. Stattdessen fahren wir ein Stück landeinwärts, verlassen die Dünen und Campingplätze, folgen den ineinander übergehenden Ortsteilen zum nächsten Strand in Ijmuiden, wo der Yachthafen gegenüber den langgezogenen Hotelblocks liegt, der Strand hinter den Dünen am Ende der Straße. Parken verboten, das Fahrzeug kommt vor den Ort auf einen gesonderten Platz.
Um den Leuchtturm herum, beim alten Steinobelisken, liegt der Industriehafen, der in diesem Jahr ausgebaut werden soll. Ein einsamer Ort an diesem Sonntag, wo das wilde Meer im Mündungsbereich des Binnentoeleidingskanaal leidenschaftlich begrüßt wird.
Der Kanal trennt auf einige Entfernung landeinwärts die nördlichen Strandorte von hier, sodass wir abbrechen und zurück zum Stellplatz fahren. Knapp sechzig Kilometer hin und morgen ebenfalls zurück, sind im Endeffekt für uns günstiger als ein Stellplatz am Meer für nen Zwanziger oder mehr.
Abendspaziergang am Wasser, ein wunderschöner Sonnenmoment auf Hilde's Fell, dann ist es still im blauen Bus.
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Stillness. Hilde's breathing. My heartbeat. The blue bus. Hearing thoughts. The river, the road, a plane crossing, the airport not far away. There's a light in the camper next to us; the children are visiting.
We were at the coast. Zandvoort in 1972. From Cologne, where I studied, with my VW Beetle and my friends, to the seaside for the weekend. Sequences of memory. Love in the dunes, vodka in the shop on the beach. Perhaps a fire at night by the sea. We always had wine and Kölsch, the water from the Rhine, with us. A joint or two under the stars.
Today, Zandvoort is a bustling little town. We start at the Palace Hotel, directly above the beach on the so-called promenade. Food stalls are doing well with warm food in the cold wind. The sea is raging and the waves are barely defined, a dream for kite surfers who race up the beach through the water, so they probably have to take the bus to get back to their luggage.
A walk on the beach is canceled today; it's too busy, raining, and stormy. Instead, we drive a little inland, leaving the dunes and campsites behind, following the merging villages to the next beach in IJmuiden, where the marina is opposite the long, stretched-out hotel blocks, and the beach is behind the dunes at the end of the road. Parking is prohibited; vehicles will be parked in a designated area outside the village.
Around the lighthouse, near the old stone obelisk, lies the industrial port, which is scheduled for expansion this year. A lonely spot on this Sunday, where the wild sea at the mouth of the Binnentoeleidingskanaal is enthusiastically welcomed.
The canal separates the northern beach resorts from here some distance inland, so we stop and head back to the parking spot. Almost 60 kilometers there and back tomorrow are ultimately cheaper for us than a parking spot by the sea for twenty euros or more.
Evening stroll by the water, a beautiful moment of sunshine on Hilde's fur, then it's quiet in the blue bus.Читать далее
Egmond-Binnen, Niederlande
7 октября 2025 г., Нидерланды ⋅ ☁️ 16 °C
(English Version Below)
Nach einem Tag wie gestern könnte ich dir von der abendlichen Stellplatzsuche im Nieselregen erzählen, von schmalen Straßen neben Kanälen und den steinigen Seitenstreifen, die den ganzen Bus rütteln lassen, wenn du drüber fährst, sodass ich es vermeide, und haarscharf mit Sechzig am Gegenverkehr vorbeiziehe. Nicht immer habe ich die Kaltschnäuzigkeit, den anderen zum Ausweichen aufzufordern.
Oder ich könnte dir von Begegnungen berichten, dass Mensch glaubt mit hohem Aggressionspotential Männern begegnen zu müssen, die zu dicht auffahren, wie das nun bei Parkplätzen so üblich ist, weil man sie sich so vom Leib zu halten glaubt. Das macht zwar einsam, aber wer braucht schon Gemeinschaft.
Dann gibt es einen Stellplatz auf einer Wiese für DREI Camper. Parkt einer noch dazu, was vom Platz her durchaus möglich ist, dann wird das Kennzeichen fotografiert und eine Anzeige angedroht.
Ich könnte auch von meiner eigenen Schwäche sagen, dass ich vom Parkplatz über die Dünen nicht mehr ans Meer komme. Weil sich die Probleme der Hüfte aufs Knie übertragen. Und dass Hilde mangels nötigem Auslauf vielleicht, jeden anpault, der dem Bus sich auch auf eine Entfernung hin nähert. Radfahrer, die es wirklich überall gibt, kann sie überhaupt nicht mehr ertragen.
Und last but not least kommen die selbstgemachte Probleme dazu. Langwierige Dispute, auf die ich mittlerweile mit einem Cut reagiere, um sie zu beenden. Die mich dann abends heimsuchen mit hohem Puls, dass es mich glauben lässt, ich habe eine Attacke des Herzens erwischt.
Tatsächlich schlafe ich sieben Stunden ohne Unterbrechung, und werde im Traum wegen zu hohem Tempo in einer Fußgängerzone geblitzt.
Oder dass ich näher am Aufgeben bin, als an der Weiterreise.
Nein, all das willst du gar nicht wissen, denn das kennst du ja schon aus deinem Leben. Vielleicht nicht so geballt, aber doch in Ansätzen an jedem Morgen, an dem du aufwachst. Du möchtest die schönen Geschichten hören.
Die vom Sonnenaufgang, dem Meeresrauschen, und dem blauen Himmel über den Poldern. Den netten Begegnungen mit der Frau in der Tankstelle, die meine Wasserflaschen auffüllt, und mir eine Sorge wegnimmt. Der freundliche Niederländer auf dem Schlafplatz, der mir alles Wichtige erzählt. Die kuscheligen Momente mit Hilde, wie sie fröhlich mit mir tobt, um dann erschöpft über meiner Brust auszuruhen.
Noordpier bei Wijk aan Zee. Das Ende des Weges, die Weiterführung des Blicks über den Kanal ins offene Meer, wo die Schiffe von Amsterdam in den Westen aufbrechen, gen Amerika, dem Land von Hoffnung und Sehnsucht. Und der Freiheit, die nur noch eine Statue ist.
Die Orte am Meer erfreuen sich der Touristen, die trotz des Wetters gerne kommen. In einem großen Park bei Wijk leben Bisons friedlich neben rostigen Kunstwerken vor riesigen Fabriken, die soviel Dampf ausstoßen, dass die Tiere sich gleich Kettenrauchern fühlen dürften.
Türme, Windmühlen, Kirchen und das Meer. Wiederholte Augenfänge. Nachmittags steigt die Temperatur auf siebzehn Grad. Wir sind bis Bergen aan Zee gekommen auf unserer Küstenreise, haben Alkmaar kennengelernt, und die häufige Frequenz von Flugzeugen in der Nähe von Schiphol.
In der Nacht ist es ruhig, und der Morgen beginnt wie jeder Tag. Nur heute bringt er Farbe ins Leben. Während die Frau am Küchentisch nicht einmal hochschaut, kann ich vor Staunen kaum den Mund schließen.
Wie schön die Welt sein kann, in der wir leben, wenn wir nur den Kopf heben, und von unseren Problemen nach vorne schauen.
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After a day like yesterday, I could tell you about the evening search for a parking space in the drizzle, about narrow streets next to canals and the rocky shoulders that make the whole bus shake when you drive over them, so I avoid them and narrowly pass oncoming traffic at 60. I don't always have the composure to ask the other person to move out of the way.
Or I could tell you about encounters where people think they have a high aggression potential when they encounter men who drive too close, as is so common in parking lots, because they think they're keeping them at bay. It's lonely, sure, but who needs companionship.
Then there's a spot on a meadow for THREE campers. If someone parks on top of that, which is certainly possible given the space, their license plate is photographed and they threaten to report me.
I could also say of my own weakness that I can no longer get from the parking lot to the sea via the dunes. Because my hip problems are affecting my knee. And that Hilde, lacking the necessary exercise, might bark at anyone who comes within a distance of the bus. She can't stand cyclists anymore, even though they're everywhere.
And last but not least, there are the self-made problems. Long-winded arguments that I now respond to with a quick break to end them. They then haunt me in the evening with a rapid heart rate that makes me think I'm having a heart attack.
In fact, I sleep for seven hours straight, and in my dreams, I get caught speeding in a pedestrian zone.
Or that I'm closer to giving up than to continuing my journey.
No, you don't want to know all of that, because you already know it from your life. Maybe not in such a concentrated form, but still in snatches every morning when you wake up. You want to hear the beautiful stories.
The ones about the sunrise, the sound of the sea, and the blue sky over the polders. The pleasant encounters with the woman at the gas station who fills up my water bottles and takes away one of my worries. The friendly Dutchman on my sleeping spot who tells me everything important. The cuddly moments with Hilde, how she happily romps with me and then rests exhausted on my chest.
Noordpier near Wijk aan Zee. The end of the path, the continuation of the view across the canal to the open sea, where ships set sail from Amsterdam westward, toward America, the land of hope and longing. And of freedom, which is now only a statue.
The seaside towns delight tourists who come despite the weather. In a large park near Wijk, bison live peacefully next to rusty works of art in front of huge factories that emit so much steam that the animals must feel like chain smokers.
Towers, windmills, churches, and the sea. Repeated eye-catchers. In the afternoon, the temperature rises to seventeen degrees. We've reached Bergen aan Zee on our coastal journey, have seen Alkmaar, and the frequent flight of planes near Schiphol.
The night is quiet, and the morning begins like any other day. Only today does it bring color into life. While the woman at the kitchen table doesn't even look up, I can barely close my mouth in amazement.
How beautiful the world we live in can be if we just lift our heads and look forward from our problems.Читать далее

ПутешественникIch kann dich gut verstehen. Reisen ist oft nicht einfach und ständig müssen irgendwelche Schwierigkeiten im Äußeren und Inneren gehandelt werden. Alleine könnte ich persönlich nicht mit dem Wohnmobil reisen. Ich weiß, dass du nicht aufgeben wirst. 🙏🫶

ПутешественникDas bezog sich jetzt auch nur auf diese Strecke hier, aber heute war es ziemlich gut, und wir stehen auch wieder auf einem bezahlten Stellplatz von knapp 15 Euro wie gestern. Das passt schon.
Slootdorp
7–8 окт. 2025, Нидерланды ⋅ ☁️ 15 °C
(English Version Below)
Heute ging es über die nördliche Spitze von Den Helder bis rüber nach Medemblik. Gestartet sind wir in Schoorl, nach einem grandiosen Sonnenaufgang in Egmond - Binnen. In Putten wandern wir zum Meer. Fünfundvierzig Stufen rauf auf die Dünen. Dreihundert Meter Sand und ein steiler Absturz zum weiten, festgefahrenen Strand, das Meer.
Hilde ist begeistert, muss allerdings auf dem Rückweg mich bergauf ziehen. In einer unübersichtlichen Kurve zwei Aussies ohne Leine. Wir sind fast durch, da gibt es Zoff. Hilde flüchtet hoch auf die Düne, die Frau bekommt endlich ihre Hunde zu fassen, und meckert mich an, wir seien Schuld. Wegen der Leine. Das ist doch alles zu einfach, man hat seine Hunde nicht im Griff, aber weil Hilde ihre Leine schleppt, seien ihre Hunde aggressiv geworden.
Ich trage einen Stock, aber deshalb verprügelt mich doch auch nicht jeder, der mir begegnet. Und ich hau doch auch nicht jedem damit über die Rübe, nur weil der keinen Stock trägt. Hilde ist nichts passiert, aber mir hat es den Spaß mit dem Strand erstmal ein wenig verdorben. Allerdings bin ich auch kein zweites Mal in der Lage, solche Klettertouren für ein bisschen Wasser durchzuführen.
Huisduinen, Den Helder und Medemblik bringen bauliche Schönheiten ins Bild. Viel Wasser, Boote und Weite, Flüsse und Bäume. Ein grüner Landstrich voller Hügel und riesige Felder in der Vorbereitung zum Winterschlaf.
Wir stehen auf einem privaten Stellplatz im flachen Land. Das ist die Lösung für uns. Fünfzehn Euro die Nacht und ein dunkler Himmel, aus dem es leise regnet. Eine weite Stille. Oder eine stille Weite.
Auf den Höfen nebenan sollen Hunde leben, die in der Regel ihr Gelände nicht verlassen, sagt die Besitzerin, die nur Katzen hat. Aber wir können an der Koppel auf ihrem Hof entlang spazieren. Guter Plan.
Erstmal schlafen. Hilde atmet tief.
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Today we hiked across the northern tip of Den Helder to Medemblik. We started in Schoorl, after a magnificent sunrise in Egmond-Binnen. In Putten, we hiked to the sea. Forty-five steps up the dunes. Three hundred meters of sand and a steep drop to the wide, compacted beach, the sea.
Hilde is thrilled, but on the way back, she has to pull me uphill. In a blind bend, two Aussies are off leash. We're almost through when there's a fight. Hilde escapes up the dune, the woman finally gets hold of her dogs, and yells at me that it's our fault. Because of the leash. It's all too easy: you can't control your dogs, but because Hilde is dragging her leash, her dogs have become aggressive.
I carry a stick, but that doesn't mean everyone I meet beats me up. And I don't just hit everyone over the head with it just because they're not carrying a stick. Hilde wasn't hurt, but it did spoil my fun at the beach a bit. However, I'm not capable of doing such climbs again just for a bit of water.
Huisduinen, Den Helder, and Medemblik bring architectural beauty into the picture. Plenty of water, boats and expanses, rivers and trees. A green stretch of land dotted with hills and vast fields preparing for hibernation.
We're parked on a private pitch in the flat countryside. This is the solution for us. Fifteen euros a night and a dark sky from which a gentle rain falls. A vast silence. Or a silent expanse.
The neighboring farms are said to have dogs that generally don't leave their property, says the owner, who only has cats. But we can walk along the paddock on her farm. Good plan.
First, sleep. Hilde takes a deep breath.Читать далее
Purmerend
8–9 окт. 2025, Нидерланды ⋅ ☁️ 14 °C
(English Version Below)
Auf der Karte sieht man, dass wir heute viel an der Küste des IJsselmeeres waren. Und tatsächlich konnten wir oben am Deich auf einer Straße fahren, die grade breit genug war, um den Gegenverkehr langsam zu passieren.
Rechts und links Gefälle, keine Leitplanke, kein Zaun, einfaches Vertrauensfahren, oberhalb des Wassers. Viele Schafe und Radfahrer, Segelboote und Regenschauern.
Bis runter vor die Brücke zur kleinen Insel Marken hat uns der Weg geführt, dort hätte man im Sommer übernachten können, wenn mehr Fahrzeuge dort parken würden, aber ich kann mich schon glücklich schätzen, wenn wir zwei, drei Nachbarn auf dem Stellplatz haben.
Das IJsselmeer ist halt nicht die Nordsee, und lediglich von Hoorn ein Stück südwärts werden die Touristen ans Wasser gequetscht. Hütten mit Landblick, umrandet von hohem Zaun, eng beieinander. Vor einem Haus parkt ein deutsches Fahrzeug, da lief die Buchung sozusagen ins Leere.
Abendverkehr und Stau. Jemand bremst scharf, und später kann ich den Bus aufräumen. Stellplatz unter Bäumen mitten in der Stadt kann überraschend ruhig sein. Vorne ein S-förmiger See, hinter uns die Neue Straße.
Hilde will abends nicht mehr raus, aber sie möchte gerne toben und kuscheln, immer mal wieder über den Tag verteilt. Am Morgen möchte ich noch ein Schläfchen machen, aber sie nölt tatsächlich so lange herum, bis ich ihr wieder die ganze Matratze zur Verfügung stelle, und stattdessen ein Buch lese.
An einem Parkplatz, am Hafen Wijdenes, gibt es einen kleinen Sandstrand, und einen Hundespaziergang zwischen Meer und Weidezaun. Mit Anleinpflicht. Wir sind alleine, es regnet. Da sind solche Vorschriften geradezu eine Pflicht.
Es gibt schöne Bilder, kleine Porträts von Schiffen und Schafen, vom Leben zwischen Meer und Wiese. Ein kleines Fest für die Augen, die Sehnsucht, und den Abend im Sessel am Ofen.
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The map shows that we spent a lot of time along the IJsselmeer coast today. And indeed, we were able to drive along the dike on a road just wide enough to slowly pass oncoming traffic.
Slopes to the right and left, no guardrails, no fences, easy to drive on trust, above the water. Lots of sheep and cyclists, sailboats, and rain showers. The road took us all the way down to the bridge to the small island of Marken. We could have spent the night there in the summer if more vehicles had parked there, but I'm already lucky if we have two or three neighbors on the campsite.
The IJsselmeer isn't the North Sea, and only from Hoorn, a little further south, are tourists squeezed onto the water. Cabins with a view of the land, surrounded by high fences, close together. A German car is parked in front of a house, so the booking was basically lost.
Evening traffic and a traffic jam. Someone brakes sharply, and later I can tidy up the bus. A spot under the trees in the middle of the city can be surprisingly quiet. An S-shaped lake is in front of us, and Neue Straße is behind us.
Hilde doesn't want to go out in the evenings, but she does want to romp and cuddle, every now and then throughout the day. In the morning, I want to take a nap, but she actually whines until I give her the entire mattress again and read a book instead.
At a parking lot at Wijdenes harbor, there's a small sandy beach and a dog walk between the sea and the pasture fence. Dogs must be on a leash. We're alone, and it's raining. Such rules are practically a requirement.
There are beautiful pictures, small portraits of ships and sheep, of life between the sea and the meadow. A little feast for the eyes, for longing, and for the evening in the armchair by the fireplace.Читать далее



























































































































































































































































































































































































































