Sera Kloster 3700m
April 3 in China ⋅ ⛅ 16 °C
Sera ist ein Weiteres der „Drei Großen Gelug Klöster“ und gilt als das Schönste. Sera bedeutet „Wildrose“ oder „Hagebutte“. Der Legende nach kommentierte Tsongkhapa, der Gründer des Gelug-Ordens, im Jahr 1409 buddhistische Werke, als der Wind eine seiner geschriebenen Seiten davon wehte. Goldene Buchstaben sollen von der Seite gefallen sein und sich auf einem Stein festgesetzt haben. Tsongkhapa prophezeite, dass an dieser Stelle eine große Stätte buddhistischer Gelehrsamkeit errichtet werden würde. Als er starb, gründete einer seiner Schüler daher an dieser Stelle das Kloster Sera.
Das Sera-Kloster steht an einen Bergrücken gelehnt. Schon von Weitem ist die von über 100 Säulen gestützte Hauptversammlungshalle des Klosters zu sehen. Schmale Gässchen mit dicht nebeneinanderliegenden Häusern durchziehen den Klosterkomplex und verleihen ihm einen dörflichen Charakter.
Es gab offiziell 3.300, tatsächlich jedoch 7.500 bis 10.000 Mönche, von denen im Jahre 1958 jedoch nur 400 sogenannte „lesende Mönche“ waren, die tatsächlich studierten. Die übrigen arbeiteten, und etwa ein Siebtel waren Dobdobs, Angehörige der sogenannten Klosterpolizei, die die Mönche überwachte, die die Ordensregeln nicht einhielten.
Nach einem Aufstand im Jahr 1959 wurde das Kloster aufgelöst und die Gebäude als Kaserne benutzt. Während der Kulturrevolution wurde ein großer Teil der Gebäude zerstört. 1980 wurde ein großer Teil der Gebäude wieder errichtet bzw. renoviert. Derzeit leben rund 750 Mönche im Kloster.
Auf Matten sitzen und stehen Mönche mit roten Gewändern in Dreiergruppen zusammen. In jeder Gruppe stellt der stehende Mönch Fragen über den erlernten Unterrichtsstoff. Mit ihren Antworten analysieren die Sitzenden das Gelernte kritisch. Es geht laut zu. Manchmal erscheinen die Diskutierenden freundlich. Dann aber scheint es ernsthaft Streit zu geben und die Diskussion nimmt Fahrt auf. Es ist interessant die Emotionen in den Angesichtern abzulesen. Ein tolles Spektakel, das wir so noch nie erlebt haben.
Die Klosteranlage ist grandios in den Fels gebaut und überblickt das Tal. Die leuchtenden, roten Farben begeistern mich auch hier wieder. Im Gegensatz zu Beijing und Xi‘an gibt es in Lhasa wenig Touristen. Vor allen Dingen wenige westliche Touristen. Das ist sehr angenehm.
Heute habe ich die schönste aller tibetischen Toiletten benützen dürfen. Gleich mehrfach sogar. Es sind mehrere Kabinen nebeneinander. Getrennt durch eine 1m hohe Mauer. Unter allen Kabinen läuft quasi eine Abflussrinne. In diese pinkelt man hinein und der Segen fließt zu den anderen Toilettenbesuchern hinunter. So vermischt sich dann alles. Ich habe immer versucht, die letzte Kabine zu benützen. Erstens läuft nichts von anderen unter mir durch und zweitens sehe ich zwar alle anderen Hintern, niemand aber meinen. Eigentlich ist es ein Anblick für die Götter beim Klogang auf lauter nackte Hintern zu blicken. Wie gut, dass es auch Toiletten mit Türen gibt. Allerdings nur sehr selten westliche Toiletten, sondern eben das Loch im Boden.und der Geruch? Dieses Thema lassen wir dann mal lieber.Read more
Potala Palast 3700m
April 4 in China ⋅ ☁️ 8 °C
Unsere 2. Nacht verläuft auch ohne Sauerstoff wunderbar. Ich schlafe tief und fest. Ich bin optimistisch, dass ich den Palast gut schaffen werde, denn am nächsten Morgen geht es auf eine geführte Tour durch den Potala-Palast. Eine nicht unerhebliche Kraftanstrengung in über 3.700m Höhe. Der Palast ist in einen Hügel hineingebaut und wächst so optisch aus dem Fels heraus, um sich exponiert über die Stadt zu erheben.
Der riesige Palastkomplex des Potala-Palastes ist das berühmteste Bauwerk Tibets. Er wurde 1994 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Seinen Ursprung hat der Palast in der 637 angelegten Befestigung des Songtsen Gampo, der Tibet einigte. Die heutige Form entstand im Wesentlichen im 17. Jahrhundert während der Regierung des 5. Dl. Er ordnete den Bau eines Palastes auf dem 130m über Lhasa liegenden hohen Roten Berg Marpori an. Die Überreste von Songtsen Gampos Palast wurden in den Bau der größeren Anlage integriert. Die Konstruktion des Weißen Palastes wurde im Jahr 1648 unter der Herrschaft des 5. Dl abgeschlossen. Der Rote Palast wurde erst 1694 fertiggestellt. Die letzte größere Veränderung fand im Jahr 1922 statt. Unter dem 13. Dl wurden mehrere Räume renoviert und dem Roten Palast noch zwei weitere Stockwerke hinzugefügt. Der Potala-Palast diente einst als Hauptresidenz der DL bis zum 14. Dl. Die chinesische Kulturrevolution überstand der Potala-Palast als eines der wenigen Kulturdenkmale in Tibet vergleichsweise unversehrt, da er als Unterkunft der chinesischen Besatzungsarmee diente.
Der Palast erstreckt sich auf ca. 350 x 400 Metern. In der Anlage verteilen sich 999 Räume mit 999 Fenstern auf 13 Stockwerke. Im Roten Palast befinden sich in den obersten Stockwerken die privaten Räume des Dalai Lamas. Es wurden acht Dalai Lamas in eigenen Grabstätten beigesetzt, beginnend mit dem 5. Dalai Lama, dessen Grab das prachtvollste ist. Hierfür wurden auf einer Höhe von 17,4 Metern über drei Stockwerke ca. 3,7 Tonnen Gold verarbeitet. Der Potala-Palast liegt 3700m über dem Meeresspiegel, wodurch der gesamte Palastkomplex eine der am höchsten gelegenen Monumentalbauten der Welt darstellt.
Der Anstieg entlang der Zickzack geführten Treppen raubt den Atem. Aber es geht doch viel einfach und leichter ich erwartet habe. Durch lange, dunkle Gänge in der typisch rostroten Farbe des Mittelteils führt der Anstieg hinauf über steile Treppen, vorbei an Buddhastatuen, Räucherstäbchen, Bildern, Wandteppichen, Opferkerzen aus Yak-Fett, Gebetsmühlen und Sitzecken. Es ist dunkel, während der Geruch der Räucherstäbchen und Kerzen tranig in der dünnen Luft wabert. So windet man sich die 13 Stockwerke hoch und die Zimmer, Hallen und Exponate werden immer bedeutungsvoller und heiliger je höher man kommt. Ich habe noch nie solche eine Pracht und solche einen Reichtum gesehen. Die Balken alle wunderschön bemalt oder geschnitzt. Die Mandalas sind nicht gemalt, sondern als Modelle in Gold gebaut und mit Edelsteinen kunstvoll besetzt. Alle Räume sind mit farbigen Tüchern behangen. Die Stimmung ist gedämpft und ehrfürchtig. Leider darf man von dieser Pracht keine Fotos machen. Hier gibt es Buddhastatuen, die aus einem Material und in einer Technik, die heute niemand mehr beherrscht. Hier ruht eine Biblothek in mansurischer Sprache, die niemand mehr sprechen kann. Die Schätze sind unermesslich. Kein Kitsch, sondern schlicht nur unbeschreiblich schön. Leider gibt es einheitliche von einer Stunde, in der wir die Räume besichtigen müssen. Wird diese Stunde überschritten, wird der Guide für eine Woche für weitere Touren gesperrt. Für mich ist der Potala-Palast das 7. Weltwunder. Schade, dass er es nicht wirklich ist.
Spektakulär sind die Blicke aus den kleinen Fenstern der Frontpartie auf die tief unten gelegene Silhouette Lhasas. In der obersten Etage betreten wir die Privatgemächer und den Thron der früheren und des amtierenden 14. Dalai Lamas. Wir sind jetzt am höchsten Heiligtum des tibetischen Buddhismus angekommen. Die letzten Schritte führen hinauf aufs Dach des Potala in die gleißende Höhensonne, die steil über der Stadt steht. Von hier oben sehen wir die sich langsam voran bewegenden Menschenketten, wie sie in ritueller Handlung unter dem Drehen ihrer Gebetsmühlen die drei imaginären Kreise durch die Stadt verfolgen. Der erste kleine Kreis führt um den Jokhang-Tempel im Zentrum von Lhasa. Nachdem man diesen Weg mehrmals abgeschritten ist, bewegt man sich auf den 2., schon weitläufigeren Ring, bevor man dann den 3. Ring begeht, der vorbei am Potala-Palast in einer großen Schleife durch die Stadt führt.
Vielzahl schnell müssen wir diesen wundervollen Ort verlassen. Doch zunächst besteigen wir noch einen Aussichtspunkt, von dem man einen sehr schönen Blick auf den Palast hat. Da das Gebäude an sich schon umwerfend ist, nehmen wir uns hier nochmals viel Zeit. Wir umrunden den Potala Palast und laufen somit den längsten Pilgerweg. Das dumpfe Murmeln der Betenden, das Quietschen der Gebetsmühlen und das leise Klappern der Gebetsketten begleiten uns auf unserem Weg. Es herrscht eine ruhige, meditative Stimmung. Leider drängen sich verkleidete Touristen, die fotografiert werden, immer wieder zwischen die Pilger, die an den Gebetsmühlen entlanglaufen. Da fehlen mir die Worte. Nach unserer Umrundung auf dem Pilgerweg, sehen wir uns den Palast nochmals von der anderen Seite in einem Park an. Die Stimmung ist wunderschön. Die Kirsche. Blühen in voller Pracht. Es ist Samstag und viele Tibeter treffen sich im Park. Musik erklingt und junge wie alte Menschen beginnen spontan zu tanzen uralte Tänze, die bis heute bestehen und auch von der jungen Generation getanzt werden. Das freut. Ich ungemein.Read more
Jokhang Tempel
April 4 in China ⋅ ☁️ 18 °C
Der Legende nach wurde der Jokhang-Tempel im Jahre 639 von König Songtsen Gampos nepalesischer Gemahlin, der Prinzessin Bhrikuti errichtet, nachdem der Milchsee trockengelegt worden war. Der 650 fertiggestellte Bau wurde von nepalesischen Künstlern vollendet. Ursprünglich dürfte es sich um ein relativ kleines Gebäude gehandelt haben. Mit dem Bau dieses Tempels wurde gleichzeitig der Buddhismus in Tibet eingeführt. Später wurde es um zahlreiche Nebengebäude und einige Stockwerke erweitert und bildete von dieser Zeit an die Stätte zur Abhaltung des „Großen Gebetes“ des sogenannten Mönlam Chenmo.
Während des Aufstandes von 1959 achtete die Volksbefreiungsarmee darauf, den Tempel nicht zu beschädigen. Doch während der Kulturrevolution von 1966 bis 1976 wurde der Jokhang Tempel unter Beteiligung der Bevölkerung von Lhasa geplündert und schließlich als Hauptquartier der Roten Garden genutzt. Im Jahr 2000 wurde der Tempel zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.
Der Jokhang Tempel ist das bedeutendste Heiligtum Tibets und das älteste Gebäude der Hauptstadt Lhasa. Für die Tibeter bildet er eine Art Zentralheiligtum, zu dem man nach Möglichkeit mindestens einmal im Leben gepilgert sein sollte. Wegen dieses Tempels wird Lhasa die heilige Stadt genannt. Er hat eine Geschichte von nahezu 1400 Jahren. Der Tempel beherbergt eine wertvolle Statue von Sakyamuni im Alter von 12 Jahren, die als das heiligste Objekt Tibets gilt und den Jokhang Tempel zur höchsten buddhistischen Pilgerstätte macht.
Der Jokhang Tempel wird von einem Wandelgang mit Gebetsmühlen umgeben. Der mittlere Pilgerweg Barkhor verläuft rund um das Kloster. Das Geräusch von Holz, das auf Steinplatten schlägt und reibt, schallt uns entgegen. Es kommt von den Gläubigen, die sich vor dem Tempel der Länge nach flach auf den Boden werfen. Wir erleben hier den allerletzten Abschnitt der langen Pilgerreise kurz vor der Ankunft am Tempel.
Der Glaube verschafft dem Menschen hier keine sprichwörtlichen Flügel, sondern unvorstellbare Energie für eine der ungewöhnlichsten Fortbewegungsformen. Die Pilger legen Distanzen von 2.000km - in Worten: zweitausend Kilometer. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen - bäuchlings zurück, um in Lhasa im Jokhang-Tempel der Buddha-Statue zu huldigen. Eine lange Schürze, Knieschoner und Holzkeile an Händen und Füßen sind der einzige Schutz vor den unmenschlichen Strapazen, die die Pilger tragen. Wie sieht die Fortbewegung aus? Die Pilger legen sich mit dem Bauch auf den blanken Asphalt, neigen die bloße Stirn auf den Boden und machen mit den Armen eine dem Brustschwimmen ähnliche Bewegung. Dann stehen sie wieder auf, machen 4 Schritte und gehen erneut zu Boden. Dabei knallt das Holz auf den Asphalt und reibt auf den Steinplatten. Auf diese Weise legen sie am Tag etwa 7km zurück. Pilger, die solche Distanzen zurücklegen, werden von einer Person zu Fuß begleitet, die einen Handkarren zieht, auf dem sich die nötigste Ausrüstung befindet.
Die Pilger werden in ihren Dörfern ausgesucht, um diese Strapaze auf sich zu nehmen und für das ganze Dorf den heiligsten Ort zu erreichen. Dem Pilger wird höchste Anerkennung zu teil. Doch welch eine Last und Verantwortung für den Auserwählten, der 10 oder mehr lange Monate versucht, die in ihn gesetzte Hoffnung zu erfüllen und gleichzeitig für sich persönlich das höchste, religiöse Ziel zu erreichen. Ein Lebenswerk!
Doch was für ein Gefühl muss es sein, den Jokhang Tempel tatsächlich zu erreichen. Ich vermute, ein größeres Siegesgefühl kann es nicht geben. Ein Glücksgefühl, aber auch Demut, es geschafft zu haben und Buddha nach 2.000km ganz nahe zu sein. Die Pilger strahlen eine unglaubliche Kraft aus. Ich komme mir klein und unvollkommen vor und schmelze aus Respekt vor dieser Leistung fast dahin. Wieder überrascht es mich, wie tief Glaube sein kann und was er mit den Menschen macht.Read more

TravelerDas ist alles sehr beeindruckend. Erstaunlich finde ich, dass die meisten Pilger älter aussehen. Ich denke zwar, korrigiere mich, wenn ich falsch liege, dass die Menschen aufgrund der Höhe und der Lebensumstände schon einmal älter aussehen, aber dennoch erstaunlich, wenn dann doch die Älteren für solch eine Strapaze ausgewählt werden.

TravelerEs gibt auch Jüngere, aber die meisten sind wirklich älter. Viele haben nur ein Bein oder keine Arme. Das ist richtig beeindruckend.

TravelerDas lässt diese Leistung noch einmal in einem anderen Licht erscheinen, dann auch noch in diesen Höhen und den klimatischen Bedingungen. Da ist der PCT ja ein Kinderspiel (gut, für mich nicht) …
Kloster Samye 3600m
April 5 in China ⋅ ☁️ 6 °C
Samye ist eine als Mandala erbaute Tempel- und Klosteranlage am nördlichen Ufer des Yarlung-Flusses. Ein Mandala ist eine geometrische Konfiguration des Universums. Der Haupttempel, der sich im Zentrum des Klosters befindet, repräsentiert den Berg Meru, und die anderen Gebäude stehen an den Kardinalpunkten und Ecken des Haupttempels.
Samye bedeutet das „Über alle gedankliche Vorstellung Hinausgehende“ und ist das älteste (erste) buddhistische Kloster Tibets. Es wurde um 775 unter der Herrschaft des tibetischen Königs Thrisong Detsen am Fuße des Berges Hepori gegründet und existiert seit bald 1300 Jahren. In Samye wurden die ersten buddhistischen Mönche Tibets ordiniert, die sogenannten „Sieben Auserwählten“. Es markiert den Beginn der buddhistischen Klosterkultur Tibets. Damit wurde das Samye Kloster in der Geschichte des tibetischen Buddhismus das erste Kloster, das die drei wesentlichen Elemente des Buddhismus in sich vereinte; die Verehrung Buddhas, die Achtung des Dharma und die Schaffung eines Mönchordens.
Das Kloster Samye wurde im 9. Jahrhundert, während der ersten Übersetzungswelle buddhistischer Schriften aus dem indischen Sanskrit ins Tibetische, als zentraler Übersetzungsort genutzt. Aus dieser Übersetzungszeit ging die Nyingma-Schule des tibetischen Buddhismus hervor und die Grundlagen zur Verbreitung der Lehren Buddhas in späteren Zeiten wurden gelegt.
Bereits zur Regierungszeit des tibetischen Königs Lang Darma um 1000 wurde die Ausübung des Buddhismus in Tibet verboten und ihre Anhänger verfolgt. In späteren Jahrhunderten wurde der verdrängte Buddhismus wiederbelebt und die Gelug-Schule gegründet. Während der Kulturrevolution (1966–1971) wurde Samye wie viele tibetischen Klöster entweiht und geplündert. Kulturgüter von unschätzbarem Wert wurden beschädigt oder zerstört. 1980 wurde die Tempelanlage erneut eingeweiht. Das Kloster steht seit 1996 auf der Liste der Denkmäler der Volksrepublik China.
Die Tempelanlage formiert sich um einen großen dreistöckigen Zentraltempel. Das oberste Stockwerk wurde im indischen Stil erbaut, da Indien der Ursprung der Dharma-Tradition ist. Das mittlere Stockwerk wurde im chinesischen Stil erbaut, da China die Matriarchin war. Das untere Stockwerk wurde im tibetischen Stil erbaut, da Tibet der Patriarch war. Er ist an allen vier Seiten von Tempeln umgeben. An den vier Ecken des Zentraltempels wurden jeweils große Stupas errichtet. Die Tempelanlage ist von einer kreisrunden Mauer umgeben, die insgesamt 108 kleine Stupas trägt. Aufgrund dieser und anderer Besonderheiten trägt Samye auch den Beinamen „Das Unfassbare“. Die verschiedenen Tempel Samyes waren mit kostbaren Statuen und verschiedensten Ritualgegenständen ausgestattet.
Es sind sehr viele Gläubige unterwegs, die das Kooster umrunden, die Gebetsmühlen drehen und sich teilweise auch betend auf den Boden werfen. Vor dem Kloster stehe. Die großen weißen Öfen, in denen Wacholder und Weihrauch verbrannt werden. Der Duft verteilt sich im gesamten Areal. Im Kloster selbst wird flüssige Butter in die Kerzenbehälter geschüttet und gebetet. Viele Gläubige opfern die weißen tibetischen Schals oder bringen Mandalas als Opfer dar. Dabei schütteln man Körner mehrmals auf eine Kupferschale und reibt mit der Hand darüber. Da die Körner immer anders darüber rollen, spricht man von einem Mandala. Der Geruch der Butterkerzen vermischt mit Wacholder und Weihreich ist betörend. An alle wichtigen Figuren wird Geld gelegt. In einem anderen Tempel findet das abgebet der Mönche statt. Dazu wird musiziert. Die Trommel wird geschlagen, in sehr tiefe Hörner und trompetenartige Instrumente geblasen. Das ein Horn solch tiefe, durchdringende Töne erzeugen kann, ist unglaublich. Derganze Körper vibriert. Dazu der Geruch von Weihrauch und Butterfett. Diese Atmosphäre ist unglaublich. Aber irgendwann muss ich weg. Es wird mir zu viel. Die lauten, tiefen Töne wirken gegen meinen inneren Rhythmus. Ein sehr intensives Erlebnis. Wir umrunden die Anlage und entdecken immer wieder wunderschöne Tempel und Kapellen. Ein wundervoller Ort.Read more
Yumbu Lakang Festung
April 5 in China ⋅ ☁️ 14 °C
Die Yumbu Lakang Festung ist die älteste und somit erste Festung Tibets. Sie thront über einem fruchtbaren Tal in der Nähe des Brahmaputra Flusses. Heute ist es keine Festung mehr sondern ein weiterer Tempel. Leider macht uns das Wetter komplett einen Strich durch die Rechnung. Aber auch im Grauen ist der Anblick phänomenal. Wir umrunden die Festung und besteigen den dahinterliegenden Berg. Von oben bietet sich ein Traumblick auf das Tal, die Festung und die schneebedeckten Berge. Und der Wind bläst. Als Wind kann man ihn kaum noch bezeichnen, eher ein Sturm. Die Gebetsfahnen flattern im Wind. Bogenartig überspannen sie das Tal. Je nachdem, in welche Richtung man blickt, legen sie sich wie ein Bilderrahmen und die Berge. Ein wunderschöner Farbklecks in dem heutigen Grau. Und dann passiert ist. Der Wind ist zu stark und reißt eine Befestigung aus der Verankerung. Es tut einen Schlag und mit einem Mal sind alle Gebetsfahnen abgerissen. Einige wirbeln abgerissen in wildem Tanz durch die Luft und verschwinden im Tal. Die Bänder liegen auf dem Boden. Alles ist zerstört. Wie schade. Es sah so wunderschön aus. Auf de, Weg zurück zur Festung müssen wir unter einen Regenrinne hindurch. Wenn der Ansturm falsch bläst, wird man komplett geduscht. Wie sollte es auch anders sein. Als ich mich entscheide loszulaufen, fließt das Wasser wunderbar wo es hin soll. Als ich genau darüber Tür stehe, dreht der Wind und ich werde komplett geduscht. Auch als ich schon unten durch bin und die Stufen hinuntereile, trifft mich das Wasser immer wieder. Somit bin ich sauber geduscht, klatschnass. Darauf hätte ich jetzt verzichten können. Wir versuchen Ben noch das eine oder anderen. Kick mit Sonne zu erhaschen. Aber es soll nicht sein. Als wir die Festung verlassen und auf die Stadt zufahren sehen wir, wie der Sturm den Himmel aufreißt und alles blau wird. Wie wunderschön. Normalerweise würde man jetzt wenden und nochmals zurückfahren. Wenn man aber an Fahrer gebunden ist, geht dies leider nicht.Read more

SYLWIA B.Die Gebetsfahnen sehen doch nur in Wind so sensationell aus 😉 Ärgere Dich nicht über die Wolken. So ist das eben. Nur Sonne ist ja auch langweilig…
Kloster Mindröl-Ling
April 6 in China ⋅ 🌙 5 °C
Es ist noch dunkel, aber ich erkenne, dass der Himmel absolut klar ist. Wir starten zeitig, da wir heute viele Kilometer hinter uns bringen müssen. Wir fahren entlang des Brahmaputra Flusses. Der Fluss fließt türkisfarben in einem endlos breiten Flussbett. Viel Sand ist angespült worden. Teilweise türmt er sich zu einer riesigen Dünenlandschft und wir meinen in der Wüste zu sein. Entlang des Flussbetts werden überall Bäume angepflanzt. Das Baumprojekt ist eines der größten Projekte in China. Im gesamten Land wird gepflanzt, um die Emissionswerte zu senken. So auch hier. Da es aber kaum regnet, muss ständig bewässert werden. Millionen Bäume. Die Erosion muss auch dringend gestoppt werden. So werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
Überall blühen die Kirschbäume und die Felder werden bestellt. Teilweise mit der Hacke, mit dem Pferd und mit kleinen, motorisierten Handpflügen. Für Traktoren sind die Felder zu klein. Die typisch tibetischen Häuser sind zweistöckig. An jeder Ecke auf den flachen Dächern befindet sich ein kleiner Turm, auf dem die Gebetsfahnen flattern. Yakdung mit Stroh vermischt wird zu Fladen geformt und an die Hauswände und Mauern zum Trocken geklebt. Im Winter wird damit gekocht und geheizt.
Schließlich erreichen wir das Kloster Mindröl-Ling. Doch zunächst dürfen wir es nicht betreten, weil es nicht auf der Liste der Orte steht, die wir besichtigen dürfen. Die Agentur hat einen Fehler gemacht und das Kloster nicht aufgeführt. Nach einigen Telefonaten mit der Agentur ist der Wachdienst aber so nett und lässt uns dennoch hinein. Schließlich sind wir ja schon da. Nächstes Mal wird das nicht mehr klappen. Aber das interessiert uns nicht.
Mindröl-Ling ist das größte Nyingma-Kloster in Zentraltibet, das Gründungskloster der Mindröl-Ling-Tradition und wurde 1676 gegründet. Während der Mongoleneinfälle in Tibet im 18. Jahrhundert wurde es zerstört und später wieder aufgebaut. Aus dem Mindröl-Ling Kloster gingen über 100 Nebenklöster hervor, die die Tradition verbreiteten. 1959 floh der 11. Minling vor der chinesischen Besatzung aus Tibet. Im Jahr 1976 wurde er zum Thronhalter des neu erbauten Klosters Mindröl-Ling und zum „Oberhaupt der Nyingma“ in der tibetischen Exilregierung gewählt. Es zählt zu den sogenannten „Sechs großen Sitzen“ der Nyingma.
Wir sind ganz alleine in der Anlage. Einige Mönche laufen umher und erledigen ihre Arbeiten. Ein stiller, wunderschöner Ort, der uns begeistert.
Wir folgen weiter dem Lauf des Brahmaputra, bis wir den Pass in die Berge erreichen.Read more

SYLWIA B.Hast Du wieder die gesamte Nacht geschrieben😉 Toll, dass Ihr reindurftet. Der Brahmaputra ist sensationell mit den vielen Sandbänken anzuschauen. Ich hab da auch ständig fotografieren müssen. Und die Farbe…😍

TravelerIch wundere mich auch immer wieder, wie Du bei dem Programm noch so viele Worte zu "Papier" bringen kannst. 😊

TravelerDas ist auch meine Urlaubsrecherche. Die historischen Hintergründe habe ich schon geschrieben gehabt. Sonst geht das nicht.
Yamdrok Tso See 4400m
April 6 in China ⋅ ⛅ 8 °C
Eine zunächst leicht geschwungene Serpentinenstraße führt vom Brahmaputra weg in die Berge, endlos lang in Richtung Himmel. Es wirkt ein wenig surreal, der phantastisch blaue Himmel und die ungewöhnlichen Lichtreflexe, die die umliegenden Berge wie ein seidener Schleier umgeben. Es geht vorbei an kargen Almwiesen, auf denen Yaks und Schafe grasen. Alles gleicht sehr stark einer normalen Alpenszenerie. Nur verschieben sich hier die Höhen für Europäer in schwer nachvollziehbare Dimensionen. Wir befinden uns nicht auf 1800m, sondern auf 3800m. Die umgebenden Berge wirken niedrig, weil wir bereits so hoch sind.
Auf dem Friendship Highway nähern wir uns dem Khamba La Pass (5.030m). Je höher wir fahren, desto mehr spüren wir, wie der Druck im Körper zunimmt. Aber nicht nur für uns, auch für den Motor ist die Höhe eine Strapaze. Das Auto zeigt ebenfalls Symptome der Höhenkrankheit, denn der akute Sauerstoffmangel verändert auf dramatische Weise den Verbrennungsprozess und raubt der Maschine viele der normal vorhandenen PS. Nur mit Mühe kämpft sich der Wagen durch die dünne Luft dem Zenith des Passes entgegen. Immer wieder brummt es im Wageninneren und Sauerstoff wird hineingeblasen. Das ist bei dieser Höhe bestimmt kein Schaden. Wir schrauben uns in unzähligen Kehren und Windungen langsam die Berge hinauf. Dabei blicken wir in vom Regen ausgespülte Schluchten und auf die Sommerquartiere der Nomaden. Tief unter uns glänzt der Brahmaputra in der Sonne. Die Natur hat alle Register gezogen, so meine ich. Wie sehr ich mich da doch täusche.
Auf dieser Höhe sind die optischen Eindrücke eigentlich gar nicht so erdrückend, da man hier zwischen seinem Standpunkt und den umliegenden Bergen nur eine Höhendifferenz von 1.500 bis 2.500m wahrnimmt, mit dem kleinen Unterschied jedoch, dass man von ungezählten 6.000-ern und sogar einem 7.000-er umgeben ist. Die harmlos erscheinende schneefreie Passhöhe liegt knapp 200m über dem imaginären Gipfel des Mont Blanc, der höchsten Erhebung Europas.
Der Pass führt uns zum Yamdrok-Tso See. Wir haben einen spektakulären Panoramablick auf den herrlichen, skorpionsförmigen, türkisfarbenen, heiligen See. Er liegt in 4440m Höhe über dem Meeresspiegel, hat eine Fläche von 640 Quadratkilometern und ist der größte Süßwassersee Tibets. Sein Name bedeutet „grüner Jadesee der oberen Alm“, was wegen seiner türkisen Farbe sehr zutreffend ist. Hinter dem See erhebt sich majestätisch der schneebedeckte Gipfel des Ningjin Kangsha (7206m). Leider versteckt er sich hinter den Wolken, die langsam zunehmen. Wir sind gerade noch rechtzeitig gekommen, um das Schauspiel aus Licht und Schatten, hellgrünem und dunkelgrünem Wasser zu erleben. Es ist grandios.
Die Luft ist kalt und klar. Wir spüren sehr deutlich, dass sie dünner geworden ist und wir weniger Sauerstoff als in Lhasa zur Verfügung haben. Die wenigen Schritte, die wir hier oben machen, um gerade mal die nächste Position für ein noch schöneres Foto zu erreichen, machen uns mal wieder deutlich, dass wir uns in einer Extremsituation befinden. Dabei haben wir uns in Lhasa so gut an die Höhe gewöhnt. Also langsam. Wir kennen das ja schon. Nach jeder geringfügigen Belastung erhöht sich der Puls schlagartig und das gierige Atmen reicht nicht aus, um dem Blut genügend Sauerstoff zuzuführen. Die Chinesen haben alle eine kleine Umhängetasche dabei, in der sich eine Sauerstoffflasche befindet und den kleinen Schlauch in der Nase. Das ist zwar Luxus, aber ich finde, wenn man schon in solche Höhen reist, dann sollte man sie auch ein wenig spüren. Nicht als Höhenkranke, aber als Grenzerfahrung für den Körper. Wir genießen die spektakuläre Aussicht auf den See, spüren die Weite und andererseits die Größe und Kraft der Berge. Wir entdecken die weich erscheinenden Mooskissen, die steinhart sind und die wir aus den Anden bereits kennen. Noch sind sie nicht grün. Aber der Frühling beginnt auch eben erst. Nach einiger Zeit reißen wir uns von diesem Anblick los und fahren weiter zum Karo-La Pass.Read more

TravelerVielen Dank. Ich mag Informationen und finde manchmal, dass es zu wenig gibt. Wer sie nicht mag, muss sie ja nicht lesen. 😂
Karo-La Gletscher
April 6 in China ⋅ 🌬 0 °C
Der Karo-La Pass ist ein Hochpass in der Lhagoi-Kangri-Kette des nördlichen Himalaya. Der Anstieg verläuft vom Yamdrok Tso entlang des Tals Kalurong zum Berg Noijin Kangsang (7206m). Er ist einer der vier größten, schneebedeckten Berge in Tibet. In seinen Schluchten gibt es über 100 Gletscher. So auch den wunderschönen Gletscher Karo-La auf 5560m Höhe. Er besteht aus einer Eiskappe mit langsamem Gefälle und zwei hängenden Gletscherzungen, die 3 bzw. 4,5km lang sind. Er erstreckt sich vom Himmel mit einer Wolke und Nebelschwaden bis zur Straße und gleicht einem großen gefrorenen Fall, der sich darauf vorbereitet, vom hohen Gipfel herunterzufließen. Der obere Teil des Gletschers erscheint in der Sonne hell, glitzernd und durchscheinend und ähnelt einem großen Thangka, der an der Klippe hängt. Das Karo-La Massiv und ist von mehr als zehn weiteren Gipfeln über 6000 Metern umgeben. Im Kontrast zum blauen Himmel, den weichen Wolken und den farbenfrohen Gebetsfahnen ist die Landschaft des Karo-La Gletschers absolut beeindruckend. Wir warten lange auf die blauen Löcher im Himmel, um dann zu erkennen, dass sich immer im letzten Moment, bevor sie über dem Gletscher stehen, Wolken von unten in das blaue Loch schieben. Ein Phänomen, das leider jeden Mittag zu beobachten ist. Dennoch finden wir einige blaue Löcher und sind begeistert, wie die Sonne in die Gletscherspalten scheint und Eiswasserfälle zum Glitzern bringt. Die Formen der Gletscher sind unglaublich, Glatte erscheinende Flächen, hängende Zungen, ein wildes Durcheinander an Spalten und Löchern. Höhlen, mit gefrorenen Wasserfällen. Davor erhebt sich eine StuPa umgeben von bunten Gebetsfahnen, die im Wind flattern. Für uns ein unglaubliches Naturspektakel. Wir haben noch nie eine Gletscherlandschaft erlebt und sind begeistert. Dabei bemerke ich überhaupt nicht, wie kalt es eigentlich ist. Er ist im Auto wird klar, wie durchgefroren ich bin. Da werde ich die nächsten Tage auf mich aufpassen müssen.
Wir fahren die steil abfallende Passstraße hinunter und folgen den Serpentinen mit ihren scharfen Kehren, während die vielen 6.000-er-Gipfel um uns herum wegen der sich dynamisch verändernden Perspektive scheinbar rasterhaft höher werden und sich nach jeder Kurve mit einer anderen Silhouette präsentieren. Vorbei an Schluchten und rauschenden, kristallklaren Bächen, in denen Yaks trinken, nachdem sie zuvor regungslos mitten auf der Straße gestanden haben und die Autos sich einen Weg um sie herum suchen mussten. Ich liebe diese kargen Weiten, auf denen nichts zu wachsen scheint, in denen ab und an eine Herde Yaks steht und immer mal wieder tibetische Gebetsfahnen im Wind flattern. Eine erhabene Stimmung macht sich in mir breit. Eine tiefe Ruhe. Überraschend sammelt sich das Schmelzwasser aus den Gebirgsbächen zu einem riesigen Fluss. Nein, kein Fluss. Es ist ein Stausee. Leuchtend grün glitzert er in der Sonne zwischen den riesigen Bergen. Ein toller Anblick, obwohl der Mensch hier doch massiv in die Natur eingegriffen hat.
Bis Gyantse fahren wir nun parallel zum Yarlung Tsangpo Fluss, dem größten Fluss Tibets und dem Oberlauf des Brahmaputras. Da wir wieder in eine neue Provinz fahren, durchlaufen wir neue eine Polizeikontrolle, bei der wir unsere Pässe und Aufenthaltsgenehmigung, sowie unsere Reiseziele angeben müssen. Dieses Mal müssen wir sogar durch einen Personenscanner. Doch macht das Sinn, wenn das Gepäck im Auto liegt und nicht kontrolliert wird? Wir sind jedenfalls registriert.
Brahmaputra ist mit über 3.000km der bedeutendste und wasserreichste Strom Asiens. Er entspringt am Mount Kailash und fließt bis zum Zusammenfluss mit dem Ganges durch China, Indien und Bangladesch.
DaRead more

TravelerDu hast noch nie eine Gletscherlandschaft gesehen? Das hätte ich jetzt nicht gedacht - aber jetzt, wo Du es sagst, habe ich Deine mir bekannten Reiseziele mal Revue passieren lassen. Wunderschön finde ich, wenn die Gletscher(spalten) in einem herrlichen Blau leuchten. Das sieht alles so erhaben aus, was Du zeigst.
Pelkhor Chode Kloster 4000m
April 6 in China ⋅ ⛅ 3 °C
Gyantse war früher ein wichtiger Handelsposten auf der Route zwischen Indien, Bhutan, Tibet und China. Als wir in den Ort fahren, erhebt sich die mächtige Festung über uns auf einem hohen Berg. Sie überblickt die Stadt und ihre Umgebung wie ein Wächter. Durch schmale Gassen, vorbei an Kühen, die vor den Häusern angebunden sind, laufen wir in den alten Teil der Stadt zum Kloster Pelkhor Chode. Es ist bereits früher Abend.
Das Pelkhor Kloster (1425), auch Kloster des Glücksrades genannt, befindet sich am Fuß des Berges Zong und ist auf drei Seiten von Bergen umschlossen. Architektonisch stellt es eine Kombination von Stupa und Kloster dar. Mitten auf dem Gelände steht der 35 Meter hohe, begehbare Kumbum. Er ist das Highlight des Klosters. Als dreidimensionales, begehbares Mandala gebaut, beherbergt er Wandmalereien mit 100.000 Buddha Figuren. Steil führen Treppen im Innern nach oben bis zum 6. Stock. Als Belohnung für die Mühe gibt es einen fantastischen Blick auf die Berge und das Nyang Chu Tal. Aber schon auf dem Weg nach oben werden wir mit herrlichen Wandmalereien und vielen Figuren verwöhnt. Der Blick auf die gesamte Klosteranlage, das Tal und die Berge ist umwerfend. Wie jeden Tag ist das Wetter am Vormittag klar. Dann bewölkt es sich mehr oder weniger stark, um gegen Abend wieder aufzuklaren. So auch heute. Der Himmel reißt auf, während wir den Kumbum besteigen und wir können die Ausblicke bei herrlichem Sonnenschein und blauem Himmel genießen.
Neben vielen Kunstgegenständen werden hier noch 1049 Bände in Tibetisch abgefasster klassischer Schriften aufbewahrt. Sie sind für die Erforschung der Religion und Kultur Tibets von großer Bedeutung. Pelkhor beherbergte Mönche der drei Hauptrichtungen des tibetischen Buddhismus: Sakya, Bodong und Gelug. Dass sich drei Sekten zugleich in einem Kloster niederlassen konnten, war eine Besonderheit des Pelkhor Klosters, die im tibetischen Buddhismus sehr selten ist.
Im Klosterbau finden sich stilistische Elemente buddhistischer Kunst aus Indien und Nepal sowie der Baukunst aus dem Landesinneren. Die Bauten in diesem einzigartigen Stil sind noch heute vollständig erhalten. Es ist einmalig in China.
Wir nützen diesen wunderbaren Ort, um noch etwas durch die Altstadtgassen zu bummeln, die hier wirklich noch Altstadt sind. Hier spürt man den Flair, den es einst überall gab. Alte Türen, verwinkelte, holprige Gassen und bunte Fahnen empfangen uns.
Nach diesem wundervollen Tag erreichen wir nach einer weiteren Stunde Fahrt unser Tagesziel Shigatse. Die Sonne taucht die Berge in wunderschönes, weiches Licht. Der Der sandige Boden ist von den monsunsartigen Regenfällen im Sommer stark ausgewaschen. Es ergeben sich tolle Farbspiele aus Licht und Schatten. Die Riesen wirken weichen und sanft. Das erinnert mich an die Anden und dennoch ist die Landschaft völlig anders. Dort gibt es keinerlei Vegetation, während hier auf 4000m Kirschbäume blühen, Gemüse angebaut wird und überall Bäume wachsen. Einige Berg wirken, als ob man Gegenstände mit einem Leintuch zugedeckt hätte und dieses nun alles in fließenden, wallenden Formen umschließt.
Es wird dunkel als wir Shigatse nach einem langen, eindrucksvollen Tag erreichen. Ich bin immer noch durchgefroren, weil ich vor lauter Begeisterung am Karo-La Gletscher überhaupt nicht gemerkt habe, wie kalt es eigentlich ist. So gibt es jetzt noch eine warme Nudelsuppe gegessen mit Stäbchen und dann geht es ab ins Bett.Read more
Fahrt zum Qomolangma (Mt. Everest)
April 7 in China ⋅ ☁️ -1 °C
Die Nacht auf 3900m war gut, auch wenn ich irgendwann mit Herzrasen aufgewacht bin und dachte „my heart is beating like a jungle drum“. Wir starten erst um 9:30, obwohl doch über Mittag das Wetter immer schlecht wird. Unser Fahrer benötigt noch ein Dokument, um in den Everest Nationalpark zu fahren. Wir fahren zu dem Office und warten und warten. Nach und nach kommt heraus, dass sein Papier abgelaufen ist und er vergessen hat, ein Neues zu ordern. Wir stehen 2 Stunden blöd auf einem Parkplatz bei herrlichstem Wetter und warten, während in den Bergen langsam die Wolken aufziehen. Ich bin richtig sauer, zumal es mir so wichtig war, gerade heute zeitig zu starten. Es hilft am Ende nichts. Wir verlassen Shigatse erst um halb zwölf Richtung Everest Nationalpark. Die Landschaft bleibt zunächst noch flach und sanft, bis wir den ersten Pass überqueren. Stück für Stück schrauben wir uns nach oben an wilden Flüssen entlang. Yakherden grasen bereits hier und die ersten Nomaden richten sich für den Sommer ein. Unser Fahrer hat nicht gerade den sanftesten Fahrstil und fährt nur ordentlich, wenn Kameras die Strecke überwachen. Hier würde ich mir noch viel mehr Kameras wünschen. In einer Ortschaft passiert es dann. Er überholt mal wieder wie ein Henker, als ein Motorradtuktuk einbiegt. Es hat uns übersehen. Wir fahren schließlich such nicht auf der richtigen Spur. Hupen und massives Bremsen. Es ist so knapp. Er reißt einen Haken auf unsere Spur. Zum Glück geraten wir nicht ins Schleudern. Mein Gott. Ich will gar nicht darüber nachdenken, wie das ausgegangen wäre. Schließlich erreichen wir den 5420m hochgelegenen Cho La Pass. Wir passieren Gletscherfelder und sehen immer häufiger die weißen Riesen am Horizont. Mal hier mal da, ragt eine weiße Spitze in den Himmel.
Der Himalaya hat uns wieder und wir betrachten seine weißen Riesen ebenso fasziniert und ehrfürchtig wie beim ersten Mal von Nepal aus. Das Dach der Welt. Weiter geht es zum Gyarso La Pass. Er ist mit einer Höhe von 5.260 m der höchste Pumkt auf der chinesisch-nepalesischen Freundschaftsstraße. Er markiert den offiziellen Eingang zum Qomolangma National Nature Reserve (Everest Region). Obwohl es recht wolkig ist haben wir spektakuläre Ausblicke auf die Bergwelt. Wir bemerken hier bereits die eisigen Temperaturen und Winde. Ist das kalt. Wir spüren sie sofort , als wir die Autotüre öffnen. Es ist kaum auszuhalten.
Von tibetischer Seite ist es perfekt zu sehen. Was für ein beeindruckender Moment. Erhaben, majestätisch thront er über allem, der Qomolangma. Die Luft ist heute besonders dünn und wir kommen wieder kräftig ins Schnaufen. Der Sauerstoff fehlt in den Lungen und presst sie zusammen. Ich empfinde es als angenehmer, langsam und stetig weiter zu laufen, als stehen zu bleiben. Sobald ich stehe, habe ich das Gefühl, zu wenig Luft zu bekommen und weiß vor lauter Atmen nicht, wie ich noch atmen soll.
Das Licht ist ein ganz anderes, als in tieferen Lagen. Es erinnert mich an das Hochland Argentiniens. Dort waren das weiche Licht und die besonderen Farben auch so beeindruckend.
Nach dem Betreten des Everest-Schutzgebiets erreichen wir die berühmten 108 Kurven. Die 108 Kurven sind wie die „Haarnadelkurven“ auf der F1-Strecke. Die Straße der 108 Kurven ist ordentlich in einem spiralförmigen Muster angeordnet. Das Fahren auf dieser Straße bedeutet das Hin- und Herklettern von etwa 800 Höhenmetern auf 180-Grad-Kurven, was ein extremes Herausforderungsgefühl vermittelt.
Nach einer weiteren Kurve sind wir ganz überraschend oben und es entfährt mir ein fassungsloses Wow. Da lieg Gisela vor uns - die gesamte Kette Berge des Himalaya. Weiß glitzernd in der Sonne. Der Anblick ist unbeschreiblich.
Zum zweiten Mal betrachten wir ehrfürchtig den Mount Everest. Besser gesagt, seine Spitze, die kurz aus den Wolken blitzt. Vor 2 Jahren haben wir den Sagarmatha von oben in Nepal gesehen, als wir die Himalaya-Bergkette entlang geflogen sind. Jetzt stehen wir im Base-Camp des Qomolangma in Tibet und sehen hinauf zum höchsten Gipfel der Welt. Ein Ort - drei Namen. Was für klangvolle, magische, geheimnisvoll klingende Namen sind doch Sagarmatha und Qomolangma. Sagarmatha bedeutet so viel wie „Göttin des Himmels“ bei den Nepalesen. Qomolangma bedeutet für die Tibeter „Göttin - Mutter der Welt“. Mount Everest ist der internationale Name zu Ehren des britischen Landvermessers Sir Georg Everest. Wie banal er doch klingt.
In einem Radius von 20km um den Qomolangma (8.849m) befinden sich fünf Gipfel über 8.000m und mehr als 40 Gipfel über 7.000m über dem Meeresspiegel. Darunter der berühmte Lhotse (8.516m, der vierthöchste Berg der Welt), Makalu (8.485m, der fünfthöchste Berg der Welt), Changtse (7.534m), Nuptse (7.861m) und Pumori (7.161m). Im Umkreis dieser Gipfel gibt es einige Superhochgebirge, die dem Berg Qomolangma über eine lange Distanz gegenüberstehen, wie Kangchenjunga (8.586m, der dritthöchste Berg der Welt), Gyachung Kang (7.952m), Cho Oyu (8.201m) und Shisha Pangma (8.027m). Die Gipfel um und mit dem Qomolangma bilden eine großartige Szenerie und vielleicht die atemberaubendste Landschaft der Welt. Nein, nicht vielleicht. Mir bleibt die Luft weg. Atemlos bin ich aber nicht nur wegen des Sauerstoffmangels, sondern vor allen Dingen wegen des Anblicks der Natur. Ich glaube, einen grandioseren, beeindruckenderen, spektakuläreren Ort gibt es nicht auf dieser Welt. Mir gehen die Adjektive aus. Man kann es nicht mit Worten beschreiben, was die Augen sehen, der Körper fühlt.
Hier ist also der Ort, an dem sich elf weltklasse Gipfel gegenüberstehen. Der einzige Aussichtspunkt, von dem man fünf Achttausender gleichzeitig sehen kann. Daher wird dieser Ort auch als „schönste Aussichtsplattform der Welt“ bezeichnet. Der Anblick des Berges versetzt einen in eine erhabene, fast spirituelle Stimmung. Hier zu stehen, winzig klein, in der Eiseskälte, mühsam atmend und auf diese weißen Riesen zu blicken, ist ein völlig anderes Gefühl, als gemütlich im warmen Flugzeug an ihnen entlang zu fliegen. Obwohl wir schon weit oben sind und der Qomolongma „nur“ noch 3000m höher liegt als wir hier stehen, spüren wir diese unglaubliche Größe, die Erhabenheit und Kraft der Berge. Es lässt sich nicht mit Worten beschreiben. Aufgrund unserer Position wirken andere Berge viel höher als der Qomolangma. Von Osten schiebt sich blauer Himmel über die Berge. Sie glitzern in der Sonne. Ich kann mich kaum sattsehen, obwohl ich so schwer atmen muss. Im Auto freue ich mich sehr überdies Sitzheizung und die automatische Sauerstoffzufuhr. Eiskalte, dünne Luft macht es der Lunge so schwer ausreichend Sauerstoff zu erhalten. Allerdings hilft der eisige Wind und erleichtert das Atmen eher.
Schließlich erreichen wir 45km vor dem Basecamp eine kleine Ortschaft, in der wir in einen Shuttlebus umsteigen. Ab hier sind keine Privatautos mehr erlaubt. Entlang kleiner Dörfer mit Blick auf die unglaubliche Bergwelt geht es weiter. Die Felder werden bestellt. Yaks, Schafe und Pferde grasen für mich unsichtbares Gras. Es gibt hier nur die Farben grau, braun, blau und weiß. Aber definitiv noch kein Grün. Es sind auch noch keine grünlichen Knospen an den Bäumen zu sehen. Der Himmel ist mittlerweile tiefblau. Nach ca 45 Minuten mit einigen grandiosen Ausblicken erreichen wir das Everest Basecamp.Read more

TravelerAls ich Deinen Text las, musste ich gerade daran denken, dass ich als Grundschulkind die zehn höchsten Berggipfel bzw. die vierzehn Achttausender auswendig gelernt habe. Mein Onkel hat sich schon immer sehr dafür interessiert und mir das mal in den Schulferien als „Hausaufgabe“ mitgegeben. Ich bekomme sie tatsächlich immer noch zusammen, die ersten zehn … ich habe es gerade mal ausprobiert. 😉.

TravelerWow. Nicht schlecht. Dann wäre es doch wirklich mal ein Reiseziel, einige davon zu sehen.

SYLWIA B.
Dieses Bild habe ich auch gemacht. Nur war das bei uns noch im Schatten der Berge weil es so früh am Tag war
Mount Everest Basecamp 5200m
April 7 in China ⋅ ☀️ -6 °C
Unser Guide ruft beim Aussteigen aus dem Bus: „Lauft, das Wetter ändert sich. Ich mache alles.“ In dünnster Luft eilen wir auf den höchsten Berg der Welt zu. Ist das ein Anblick. Immer wieder taucht sein Gipfel aus den Wolken auf. Dann verschwindet er wieder. Wir steigen die Treppen oberhalb des Klosters Rongbuk hinauf. Da liegt er vor uns in seiner ganzen Breite und Höhe. Majestätisch, eiskalt, wunderschön. Der Atmen wird mir vollständig geraubt. Leider nicht nur von seinem Anblick. Ich brauche die kleine Sauerstoffflasche. Ich stelle fest, dass ich beim Fotografieren die Luft anhalte. Prinzipiell perfekt. Doch nicht hier. Mein schwerer Atemrhythmus kommt durcheinander. Mir fehlt mindestens eine Runde Einatmen. Das Herz rast. Es dauert einige Zeit bis ich meinen Rhythmus wieder habe. Ist das anstrengend.
Während wir in dieser Höhe stehen, gebannt auf den Everest blicken und völlig außer Atem geraten, muss ich an unsere Besteigung des Vulkans Cotopaxi in Ecuador denken. Was für eine körperliche Grenzerfahrung. Und dennoch wollten wir immer weiter. Wir mussten einfach das Ziel erreichen, obwohl wir das Gefühl hatten, dass uns der fehlende Sauerstoff die Lungen zerquetscht. So wie man während der ersten Autobahnfahrt seines Lebens in einen Geschwindigkeitsrausch verfallen kann, ist es hier der Höhenrausch. Man überschätzt sich. Sieht nur noch die Spitze des Qomolangma in den blauen Himmel ragen. Da will man hin. Man spürt keine Kälte, keinen eisigen Wind, kein Zerreißen der Lunge, kein Erfrieren der Gliedmaßen. Schließlich hat man die vermeintlich warme Sonne im Gesicht. Der Blick kennt nur eine Richtung: Gipfel. Es ist ein Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Alles andere tritt in den Hintergrund. Ich vermute, es ist ein Wahnsinnsgefühl, wenn man sich dem Gipfel tatsächlich Schritt für Schritt nähert. Es gibt kein zurück. Im Zweifelsfall bis in den Tod.
Diese Wahnsinnsgefühl tritt für uns bereits hier "unten" ein auf 5210m und ich meine, die Entscheidung der Bergsteiger nachvollziehen zu können, weshalb sie im Zweifelsfall bis in den Tod weitergehen müssen.
Ich erinnere mich an Argentinien, an die Kälte, den eisigen Wind, ein klein wenig höher als hier, als ich auf den Llulleillaco geblickt habe und an die Kindermumien gedacht habe, die dort beerdigt worden sind. Am nächsten Tag waren wir in Salta ein zweites Mal im MAM. Dieser Moment, dort „la niña“ zu sehen, war unglaublich, kaum in Worte zu fassen. In meinem Reisebericht habe ich damals aufgeschrieben: "Wir wissen, wie der Llullaillaco aussieht, weil wir dort waren. Wir haben gesehen, was sie (la niña) gesehen hat. Wir spüren den eisigen, sturmartigen Wind, das erschwerte Atmen in extremer Höhe. Wir hören innerlich das Pfeifen des Sturmes. Wir können mit ihr fühlen und sehen. Wir können uns vorstellen, wie sie damals dort entlang gelaufen ist, in dem Wissen, dass sie jetzt bei einem herrlichen Prozedere mit den beiden anderen Kindern sterben wird. Mit dem Wissen, dass sie ihrem Volk den Regen bringen soll. Auch sie war warm angezogen, aber kein Vergleich zu heute. Ich fühle mit, wie sie friert. Ich hätte nicht gedacht, dass man sich einer Mumie so nah fühlen kann."
So ähnlich ergeht es mir jetzt wieder, wenn ich an die Bergsteiger dort oben denke. Im Fernsehen, bei einer Dokumentation über die Everest Besteigung ist das eine Sache und wenn man einen Rundflug entlang des Himalaya in Nepal macht, eine andere. Aber jetzt stehe ich selbst hier, erblicke wirklich den Gipfel und spüre dieselbe Kälte, atme dieselbe Luft, allerdings mit mehr Sauerstoff und spüre dieselbe Anziehungskraft des Berges.
Ich weiß nicht, ob man nachvollziehen kann, was ich hier gerade erlebe und versuche in Worte zu fassen. Vielleicht verstehen mich diejenigen, die schon in hoher Höhe oder womöglich hier waren.
So eilen wir schwerst atmend zum nächsten Aussichtspunkt. Warum tut man sich das an? Er ist der Berg der Berge. Die Wolken reißen auf, Schneefahnen steigen in die Höhe, der eisige Wind pfeift uns um die Ohren und der Gipfel wird wolkenfrei. Es ist der absolute Traum. Mehr geht nicht. Der eiskalte Wind umpfeift uns. Wir suchen Schutz hinter einem Felsen. Leider ist er ein Fotomotiv und so müssen wir den Windschatten oft verlassen. Moritz gibt irgendwann auf. Wie klug von ihm. Ich kann nicht. Ich stehe, friere, staune, denke schon lange nichts mehr und schaue bis es nicht mehr geht. Ich spüre keine Finger und Füße mehr. Bei einem heißen Tee taue ich wieder ein wenig auf und dann erleben wir das Abendglühen des Qomolangma. Er erstrahlt rötlich im letzten Sonnenlicht und wird dann immer heller, wie eine Kerze, die verlischt. Was für ein Moment. Was für ein Tag.
Durch die Kälte geht es zum Guesthouse und nach einer heißen Suppe will ich nur noch ins Bett. Die Hände sind von der Kälte und Höhe lila verfärbt. Das Zimmer ist kalt. Von wegen Heizung. Und so kuschle ich mich mit dem vielleicht größten Wow-Gefühl meines Lebens in meinen warmen Daunenschlafsack und schlafe schwer atmend, aber glücklich und mit dem Wissen, der Qomolangma ist direkt vor meinem Fenster, ein.Read more

Andrea on TourUihhh, ganz schön hoch. Diese höhe hat uns schwer zu schaffen gemacht in Bolivien. Liebe Grüße

TravelerEs ging erstaunlich gut, außer das Herzrasen in der Nacht. Die Kälte und der Wind waren heftig. Und ja, wir waren natürlich ganz langsam. Sobald man wieder tiefer ist, spürt man natürlich, wie groß die Belastung für den Körper war.
Rongbuk Kloster 5000m
April 8 in China ⋅ ⛅ -12 °C
Meine Nacht endet leider schon um kurz nach eins. Ich wache schwer atmend mit Herzrasen auf. Kopfweh habe ich auch ein wenig. Ich suche eine andere Schlafposition. Doch es bringt nichts. Also brauche ich Ablenkung. Und so schreibe ich heute Nacht tatsächlich meine Pinguine. Einschlafen ist danach aber auch nicht besser. Da ich noch den Sauerstoffschlauch aus Lhasa habe, bringe ich den nun an den Start. Warum soll ich mich nachts quälen, wenn die Chinesen schon am Tag nur an der Sauerstoffflasche hängen? So hoch gelegen haben wir noch nie geschlafen. Nach kurzer Zeit merke ich wieder, dass es besser wird. Das Herz wird ruhig. Wunderbar und gute Nacht!
Als der Wecker schließlich um 7 Uhr klingelt, war die Nacht für mich doch ziemlich kurz. Aber es hilft nichts. Der Everest ruft. Im Zimmer ist es eiskalt und so schlüpfe ich nur ungern in eisige Kleider und Schuhe. Bei -9 Grad laufen wir kurz nach halb acht los. Es atmet sich schwer. Aber da es keinen Wind gibt, erscheinen uns die Minusgrade überhaupt nicht kalt. Wir erreichen das letzte Stück des begehbaren Areals, als die Sonne aufgeht und den Everest leuchtend rot anstrahlt. Auch heute ist fast keine Wolke am Himmel. Allerdings scheint der Everest noch ein wenig müde, denn er hat seine Schlafmütze auf, die immer Richtung Osten weht. Es sieht wunderschön aus, wie sie rot erstrahlt. Die Sonne steigt langsam höher und strahlt die Ostflanke immer großflächiger an. Auch die umliegenden Bergspitzen werden nach und nach angestrahlt. Leider können einige Mitmenschen selbst bei diesem Anblick nicht verstummen. Es hätte ein magischer Moment werden können. Dennoch - was für ein Morgen. Das habe ich in meinen kühnsten Träumen nicht zu hoffen gewagt, erleben zu dürfen. Auch viele der Guides machen Fotos, weiß man ihn selten so schön sieht. Die Kälte kriecht schon wieder in uns hinein. Eine Wolke schiebt sich vor die Sonne und vorbei ist der rote Morgentraum. Einfach nur traumhaft. Nach einem heißen Tee sind wir wieder etwas aufgewärmt. Direkt gegenüber unserer Unterkunft liegt das Rongbuk Kloster.
Es ist als das höchstgelegene Kloster der Welt bekannt, mit einer Höhe von 4.980 Metern über dem Meeresspiegel, in der Nähe der Nordseite des Qomolangma, am Ende des Dzakar-Chu-Tals. Es war ein Meditationsgebiet, und ein Lama gründete dieses Kloster im Jahr 1902. Das Rongbuk-Kloster wurde in den 1960er Jahren zerstört und 1983 renoviert.
Dieses Kloster ist ein sehr bedeutender Ort für Pilger. Darüber hinaus wird es regelmäßig von Expeditionsteams von Bergsteigern besucht, die versuchen, den Gipfel des Qomolangma zu besteigen.
Es ist außerdem ein einzigartiges Kloster, da es sowohl Nonnen als auch Mönche unter seinem Dach beherbergt. Ein weiterer Grund, diesem Ort einen Besuch abzustatten, ist der herrliche Blick auf den Qomolangma, den wir nochmals ausgiebig genießen. Bevor wir diesen magischen Ort verlassen, binden wir unsere tibetischen Schals an den Fahnenmast des Klosters. So bleiben wir doch noch etwas länger dort.
Viel zu schnell verlassen wir diesen wundervollen Ort. Immer wieder blicken wir zurück, bis wir den Qomolangma leider wirklich nicht mehr sehen können. Auf unserer Rückfahrt nehmen wir eine andere Strecke und erblicken bei blauem Himmel und Sonne immer wieder neue weiße Riesen und herrliche Landschaften. Und plötzlich ist er wieder da. Von der anderen Seite blicken wir erneut auf den Everest. Er ist immer noch wolkenfrei. Nur ein breites Wolkenband legt sich wie ein Schal um seine Mitte. Was für ein Anblick. Da wir hier nur noch auf 4500m sind, atmet es sich leicht und frei. Wie schön, dass unser Fahrer gerade jetzt eine Fahrpause machen muss und wir viel Zeit haben, diesen Anblick zu genießen und natürlich tausend Fotos zu machen, obwohl es eigentlich nur eines braucht. Was für ein Berg. Er zeigt sich uns in seiner ganzen Schönheit und Größe. Ist das der Ausgleich dafür, dass wir während unserer Nepalreise überhaupt keine Berge sehen konnten, weil sie alle im Smog verschwunden sind? Damals waren wir so enttäuscht und jetzt sind wir absolut begeistert. Schöner geht es nicht.Read more

TravelerEigentlich gibt es kaum Worte dafür. Er ist selten so klar und schön zu sehen. Traumhaft.
Sakya Kloster 4400m
April 8 in China ⋅ ☁️ 7 °C
Das Sakya Kloster ist das Hauptkloster der Sakya-Sekte innerhalb des tibetischen Buddhismus. „Sakya” bedeutet im Tibetischen “hellgraue Erde”, weil es sich in einer Gegend mit verwittertem, hellgrauen Gestein befindet.
Das Kloster besteht aus einem Südkloster und einem Nordkloster. Dazwischen fließt der Fluss Zhongqu. Das Südkloster liegt im Tal südlich des Flusses, das Nordkloster auf dem Berghang und wurde im Jahr 1073 erstmals gebaut. Der Begründer des Klosters war zugleich auch der Begründer der Sakya-Sekte. Das einzige Bauwerk, das in der Yuan-Dynastie errichtet wurde und sich bis heute erhalten hat, ist die zweistöckige Haupthalle. Das Südkloster wurde vom fünften Abt der Sakya-Sekte, Pagpa, gegründet. Dieser führte Gespräche mit dem Enkel Dschingis Khans über die Eingliederung Tibets in das mongolische Reich. Nachdem Kublai Khan 1260 den Thron bestiegen hatte, wurde Pagpa zum “Lehrmeister des Staates” ernannt. Ihm wurde ein Jadesiegel verliehen. 1269 verordnete Kublai Khan die Einführung des von Pagpa geschaffenen Buchstabensystems der mongolischen Sprache, erklärte ihn zum “kaiserlichen Lehrmeister”, verlieh ihm den Titel Dharma-König und beauftragte ihn, die lokalen Angelegenheiten Tibets zu verwalten. Das Sakya Kloster war dadurch eine Zeit lang das politische und kulturelle Zentrum Tibets. Das Südkloster ist bis heute gut erhalten. Wenn man heute vom Sakya Kloster spricht, dann ist das Südkloster gemeint.
Das Südkloster hat eine Gesamtfläche von etwa 45 000 Quadratmetern. Manche der am Berghang liegenden Bauten haben die Form von Festungen. Die zweifachen Schutzmauern haben an den vier Mauerecken Wachtürme und auf jeder Seite gibt es in der Mitte der Mauer eine Art Festung. Der ganze Baukomplex wirkt wuchtig und schwer, wie ein Sinnbild seiner Rolle in der Geschichte. Die Mauern der Klosterhallen sind rot, weiß und schwarz bemalt, was später Kennzeichen des Klosters wurde. Deshalb wurde die Sakya-Sekte im Volk auch “Bunte Streifen-Sekte” genannt. Die Farbe Rot gilt als Symbol der Weisheit, Weiß für das Mitgefühl und Schwarz steht für die Geheimnisse.
Die gibt es wahrlich in Sakya. Das Kloster ist eine verborgene Schatzkammer buddhistischer Schriften. Hier werden über 40.000 alte Bücher zu verschiedensten Themen aufbewahrt. Bis heute konnte noch keine Inventarliste erstellt werden. Im hinteren Teil der Sutrahalle stehen riesige, bis zur Decke reichende Bücherregale, in denen Bücher aller nur denkbaren Gebiete stehen. Viele davon sind handgeschrieben. Manche sind mit Gold-, Silber- oder Zinnobertinte geschrieben. Die Bücher sind in verschiedener Weise gebunden; manche sind gerollt. Es besitzt die größte Schriftrolle der Welt mit dem Namen „Burde Gyaimalung“. Diese riesige heilige Schriftrolle ist etwa 180cm lang, 60cm dick und 120cm breit. Es gibt auch Faltbücher und in Holzplatten geheftete Schriften. Ein in Holzplatten geheftetes Sutra wiegt stolze 500 kg. Das ist sicher die schwerste heilige buddhistische Schrift der Welt.
Im Sakya Kloster werden mehr auf Pattrablättern eingeritzte bzw. geschriebene Sutras aufbewahrt als in jedem anderen Kloster der Welt. Die Schriftzeichen wurden mit einer eisernen Feder auf ein etwa 5 cm breites und 20 bis 60 cm langes Pattrablatt eingeritzt. Da das Kloster sehr hoch liegt und es dort kalt und trocken ist, haben sich die auf diese Art geschriebenen Sutras gut erhalten. Außerdem befinden sich im Kloster noch viele weitere Kunstgegenstände, Wandmalereien und wertvolle, 600 Jahre alte Tangkas.Read more
Beerdigungsritual - bei Interesse
April 8 in China ⋅ ☁️ 8 °C
Die für uns besondere Art und Weise der Bestattung im Buddhismus haben wir schon einmal im Pashupatinath Tempel in Nepal erlebt. Dort werden die Toten von den Angehörigen im Fluss gewaschen, in orange Tücher gewickelt und mit Blumen geschmückt. Zeit, Abschied zu nehmen, dem Menschen ein letztes Mal nahe zu sein. Danach werden sie zum Feuerplatz gebracht und verbrannt. Damals war das für uns ein außergewöhnliches Erlebnis. Ich habe es aber nicht als grauenhaft empfunden. Nur anders. Denn der einzige Unterschied ist, dass man den geliebten Verstorbenen selbst herrichtet. Ist das nicht viel liebevoller, dem Angehörigen so die letzte Ehre zu erweisen, als dass er in einem Leichenhaus von Unbekannten hergerichtet wird? Die Verbrennung ist sichtbar und nicht versteckt in einem Ofen. Die Angehörigen bleiben bis zum Schluss dabei. Diese Zeit und das Zusehen, wie jemand verbrennt, also verschwindet, hilft doch zu realisieren, dass die Person wirklich weg ist. Physisch weg ist. Der Umgang mit dem Tod ist offen. Schließlich gehört er zum Leben. Die Asche wird später in den Fluss gestreut. Nochmals ein Moment, in dem wirklich der letzte Rest des Menschen verschwindet und nur die Erinnerung im Herzen bleibt. Viel Zeit zu begreifen und sich zu verabschieden. Eigentlich finde ich diesen Weg schöner, als alleine verbrannt zu werden und später in einer Urne im Erdloch zu verschwinden.
In Tibet findet eine Himmelsbestattung statt. Blauer Himmel, Sonne, weiter Blick. Das klingt wunderschön, so denke ich, bevor ich weiß, was sich dahinter verbirgt. Bestandteil der buddhistischen Philosophie ist es, dass der Mensch zurück gehen soll in die Natur, aus der er gekommen ist. Überhaupt stehen die Natur und der Respekt vor ihr im Vordergrund der Lebensphilosophie und lässt so manche verzwickte und verdrehte Reglementierung der westlichen Welt unverständlich erscheinen. In der Natur erklärt sich eigentlich alles von selbst und erscheint zugleich logisch, wie auch der Tod. Bedingt durch die vielen Berge und den dadurch relativ knappen Boden zur Bewirtschaftung, gilt dieser als kostbares Gut und sollte nicht unnötig durch Gräber und Friedhöfe "verschwendet" werden. Vor der Beisetzung wird der Leichnam zuerst sitzend aufgebahrt und ein Lama liest aus dem "Tibetischen Buch des Todes" vor, um die Seele des Verstorbenen auf die Reise zwischen Tod und Wiedergeburt zu schicken und seinen Geist zu beschwören, nicht mehr auf die Erde zurückzukehren, um die Lebenden heimzusuchen. Anschließend wird die Leiche regelrecht zusammengeklappt und von einem Angehörigen zum Bestattungsplatz gebracht. Der jetzt seelenlose Korpus wird vom "Knochenbrecher" für die Verfütterung an die Geier aufbereitet. Er filetiert die Leiche und zerstückelt das Skelett. Die Knochen werden pulverisiert und zusammen mit einem Gerste-Sand-Gemisch zu Kugeln geformt. Den Schädel des Toten spaltet man zuvor noch mit einer Axt, damit auch der letzte Rest von Seele bis zur Wiedergeburt aus dem Körper entweichen kann. Ein naher Verwandter muss bei diesem Ritual anwesend sein, um die ordnungsgemäße Abwicklung des Zeremoniells zu bezeugen. Jetzt werden die Geier mit einem Feuer angelockt, um sich an den "gedeckten Tisch" zu begeben und die Gerste-Sand-Knochen-Gemisch Kugeln zu fressen. Es ist kein Ritual aus längst vergangenen Zeiten, sondern wird heute noch praktiziert und ist Bestandteil der Kultur. Für manch einen mag dies grauenhaft und abschreckend klingen. Doch eigentlich wird man nur auf andere Weise, wie für uns vertraut, an die Erde zurück gegeben. Trotzdem, so zerhackt werden möchte ich nicht.Read more

Andrea on TourKlingt schon sehr ungewöhnlich für westliche Ohren. Bei uns existiert ja der Tod nicht. Ich finde diese Arten der Bestattung sehr sinnvoll. Danke für deinen Bericht. Wieder viel gelernt!

TravelerMir gefällt diese Art von Bestattung auch. Sie ist nicht so anonym und die Angehörigen sind einbezogen. Aber ja, bei uns stirbt man nicht.

ChrisWanderLustIn Nepal hatte uns unser Guide erklärt, dass der Llama entscheidet, welches Ritual zur Anwendung kommt. Dort gibt es die Variante mit den Geiern auch und noch eine dritte (die hab ich aber vergessen 😂). Macht doch aber absolut Sinn in dieser Umgebung...
Tashilhunpo-Kloster 3900m
April 9 in China ⋅ ☁️ 9 °C
Ich schlafe wie ein Murmeltier auf einer Höhe von 3900m. Vor zwei Tagen bin ich hier nachts noch mit Herzrasen aufgewacht. So schnell gewöhnt sich der Körper an die Höhe. Atmen fällt hier so leicht. Immerhin haben wir hier schon wieder um die 68% Sauerstoffgehalt. In Lhasa könnte ich wahrscheinlich schon Joggen gehen. Wenn man sich dann daran gewöhnt hat, reist man wieder ab. So ein Jammer.
Das Tashilhunpo-Kloster ist eine historische und kulturelle Stätte in Shigatse. Im Jahr 1447 leitete Gendain Zhuba, der ein Schüler des Begründers der Gelugpa-Sekte war und später als erster DL anerkannt wurde, den Bau des Klosters. Tashilhunpo bedeutet auf Tibetisch "Glückliches Sumera", wurde am Berghang gebaut und erstreckt sich über eine Fläche von 300.000 Quadratmetern. Durch vielfachen Um- und Ausbau entstanden schließlich in der Klosteranlage insgesamt über 3000 Räume und 51 Klostergebäude, die einst mehr als 5000 Mönche beherbergten. So bekam das Tashilhunpo Kloster nach und nach seinen heutigen Umfang. Die Gebäude sind dicht nebeneinander angelegt. Es zeichnet sich jedoch eine klar gegliederte architektonische Ordnung ab. Aus der Ferne sieht die Klosteranlage wie eine Bergstadt aus. Es ist das größte Kloster der Gelugpa-Sekte in Westtibet und der Hauptort der religiösen und politischen Angelegenheiten der Panchen Lamas aller Generationen. Das Tashilhunpo Kloster und die drei Klöster Lhasas (Drepung, Sera und Ganden) sind die vier berühmtesten Klöster Tibets.
Qamba ist ein anderer Name für den Buddha Maitreja, deshalb wird die Qamba-Buddha-Halle auch Maitreja-Buddha-Halle genannt. Diese Halle ist 30 m hoch; in ihr befindet sich eine 27m hohe vergoldete Statue des Buddha Maitreja in sitzender Stellung. Es ist die größte kupferne Buddhastatue der Welt in sitzender Stellung. Beim Bau wurden über 115t Rotkupfer und 6700 Tael Gold, 32 Diamanten, über 300 Perlen und 1400 Edelsteine verwendet. Zwischen den Augenbrauen wurde ein Diamant von der Größe einer Walnuss eingesetzt. Um einen Kasaya für diese Statue zu schneidern, benötigt man jedes Mal 3100m Seide und 13kg Fäden. Bisher wurde das dreimal getan. In der 30m hohen Halle wurden rund um die große Statue fünf Etagen errichtet: eine für die Krone, das Gesicht, die Brust, die Taille und den Sockel. Diese einzigartige Konstruktion dient nicht nur der Erhaltung und Pflege der Statue, sondern auch zur besseren Betrachtung.
Das Tashilhunpo Klöster könnte man vielleicht als das schönste Kloster bezeichnen, das wir in Tibet gesehen haben. Vier riesige Tempel posen vor einer Bergwand. Einer schöner als der andere. Wir finden tatsächlich einen Ort, von dem aus wir alle vier Tempel sehen können. Unglaublich, was da an Schönheit gebaut worden ist. Während wir durch die Gassen von Tempel zu Tempel spazieren, begegnen uns unzählige Pilger. Viele opfern ein Mandala. Dabei gibt es verschiedene Formen. Man kann die Finger beider Hände so eineinander verschränken, dass zwei Finger das Zentrum bilden und die anderen ein Quadrat außenherum. Ähnlich der fünf auf einem Würfel. Darum ist die Gebetskette gelegt. Diese Handform schenkt man sozusagen Buddha. Eine weitere Möglichkeit ist das Schütten von Getreide auf eine Kupferschale. Zwischendurch reibt man die Hand über die Schale und schenkt Buddha damit Energie. Viele Menschen bauen ein Mandala aus Kupferringen. Auf die unterste Schale wird ein Ring gesetzt und mit Getreide gefüllt. Wenn er voll ist, wird ein neuer Ring darauf gestellt und wieder gefüllt. Wenn vier Etagen befüllt sind, setzt man die Spitze obenauf und beginnt Gebete zu murmeln. Danach wird alles abgebaut und von Vorne begonnen. Leider kann ich dies alles nicht in Bildern zeigen, weil fotografieren überall verboten ist. Wir beobachten auch drei Mönche, die ein Etagenmandala bauen und Gebete dazu sprechen. Es ist toll, dies zu beobachten. Eine besondere Stimmung umgibt die Mönche. Überall opfern und beten Menschen. Bier und Wein werden geopfert, Getreide, Tsampa, Butterfett, Geld…. Es geht hier um die Geste des Gebens. Viele Kinder begleiten ihre Eltern in die Tempel. Der Glaube wird intensiv gelebt. Außerhalb der Tempel gehen die Mönche ihren täglichen Arbeiten nach. Jede erledigte Aufgabe führt dazu, dass sie nach ihrem Tod ein besseres Leben erhalten. Die Glöckchen an den Tempeldächern klingeln leise im Wind. Es herrscht eine meditative Stimmung. Das Innere aller Klöster ist so wunderschön gestaltet, dass man es nicht beschreiben kann. Ein unglaublicher Reichtum. Man muss es einfach gesehen haben. Es herrscht überall strenges Fotografierverbot. Die Gläubigen umrunden die Tempel entlang der Khora. Dabei werden ebenfalls Gebete gemurmelt. Die Menschen sind sehr neugierig. Immer werden wir angelächelt und manchmal angesprochen. Wir sind hier die Außerirdischen. Wehmütig verlasse ich diesen bezaubernden Ort und damit das letzte Kloster für uns in Tibet. Vielleicht erscheint es so, dass doch alle Klöster gleich waren. Irgendwie stimmt das. Aber historisch gesehen sind sie alle unterschiedlich und gehören verschiedenen Schulen an. Jedes einzelne habe ich genossen, weil jedes eben doch anders und einzigartig war. Außerdem gibt es diesen besonderen Baustil nur hier und in Kombination mit der herrlichen Umgebung ist jedes für sich ein Juwel.Read more

TravelerNein. Nur im Kloster. Danach ging es sofort zurück nach Lhasa. Ich wäre ja gerne noch den Rundweg um/oberhalb des Klosters gelaufen….

SYLWIA B.Bei uns war es der Wartetag auf einen neuen Guide. Na ja. Ihr habt so viel erlebt …

TravelerAhh. Dann hattet ihr Zeit. Ja wir haben sehr viel erlebt. Das muss erst mal verdaut werden. Diese Zeit finde ich auch immer sehr schön. Bis Ende Juli sollte ich aber fertig sein.
Fahrt nach Lhasa
April 9 in China ⋅ ☁️ 7 °C
Nach der Besichtigung des Tashilhunpo Klosters fahren wir zurück nach Lhasa. Die weißen Riesen begleiten uns auf unserem Weg. Langsam schließen sich unsere Kreise. Wir blicken nochmals den Pass hinauf, den wir vor einigen Tagen zum Yomdruk See hochgefahren sind. Innerhalb von 2km kommen wir an zwei heftigen Unfällen vorbei. Bei dem hiesigen Fahrstil kein Wunder. Bei einem Jeep ist der Frontbereich komplett zerstört und die Windschutzscheibe zertrümmert. Beim zweiten Unfall hat es ein Auto rückwärts in den Graben geschleudert. Die Front ist zerstört und das Gegenfahrzeug hat keine Motorhaube mehr.
Schließlich begleitet uns der Brahmaputra Fluss wieder. Lhasa kommt näher und wir freuen uns auf die warmen Temperaturen. Als wir in die Altstadt einbiegen und zum Hotel laufen, fühlt es sich ein bisschen an wie nach Hause kommen. Es läuft sich so leicht und schnell. Ich kann problemlos atmen. Kein Japsen und Schnaufen. Ich freue mich auf ein Lhasa ohne Atemprobleme. Da ich bei unserer stark verzögerten Abfahrt zum Mount Everest gemeckert habe, will man sich von Seiten der Agentur mit uns treffen und sich nochmals entschuldigen. Zunächst geht es um einen Abendtermin. Doch wann? Wir wollen noch etwas unternehmen. Zum Glück kommt mir der Gedanke, das Treffen gleich bei Ankunft durchzuführen. Unser Guide ist begeistert, denn was ich noch nicht weiß, er hätte am späten Abend extra nochmals als Übersetzer dazukommen müssen. Wir klären alles. Ein nettes Gespräch. Die Dame ist sehr nett, kann aber keinerlei Englisch. Als Entschuldigung bekommen wir eine kleine Gebetsmühle und ein Keramikgefäß mit Safran geschenkt. Damit habe ich nicht gerechnet. Eine sehr aufmerksame Geste.
Doch nun geht es für uns in die Stadt. Ich habe das Gefühl zu fliegen, während viele andere Reisende atemlos in ihre Sauerstoffflaschen atmen. Wie schön für mich. So schön kann Lhasa sein. Und es wird noch viel schöner. Langsam laufen wir nochmals die Khora um den Jokhang Tempel. Wir beobachten die Gläubigen, die sich auf den Boden werfen, oder die Gebetsmühle drehen. Wir blicken in tolle Gesichter und Menschen, in wunderschöner tibetischer Kleidung. Moritz möchte nochmals in seinen Lieblingstempel, an den ich mich wegen der Höhenkrankheit kaum erinnere. Kurz nachdem wir ihn betreten haben, beginnt der Mönch seinen Gebetsgesang begleitet von Trommel und Becken. Wir lauschen andächtig, was für eine intensive Stimmung. Und dann passiert es: wir werden eingeladen, uns dazu zu setzen. Wir bekommen Buttertee und Gebäck angeboten und sitzen nun direkt bei dem betenden Mönch. Der Rhythmus der Trommel durchdringt den Körper und ich werde völlig ruhig, fast entrückt. Lange sitzen wir und erleben diese unglaubliche Stimmung. Was für ein Moment. Danach bummeln wir durch weitere Gassen, in die sonst niemand geht und entdecken noch einen Tempel, mit seinen Geschäften, in denen Opfergaben verkauft werden. Wir sind im unrestaurierten Teil Lhasas und erahnen, wie die Atmosphäre vor den umfangreichen Renovierungsarbeiten gewesen sein muss. Im Innenhof steht ein großes Steinbecken, in dem gewaschen, Zähne geputzt und Essen vorbereitet wird. Daneben steht eine Art Waschmaschine. Wasseranschluss gibt es hier noch nicht.
Nach unseren Erlebnissen in den Klöstern beobachten wir das Leben auf dem Bakhor mit ganz anderen Augen. Vor dem Jokhang Tempel, werfen sich die Menschen auf den Boden und es werden viele Mandalas geopfert. Hier kann ich einige Mandalas fotografieren. Wir beobachten lange Zeit einen Mann, der die Handschoner herstellt, die die Gläubigen benötigen, wenn sie sich zu Boden werfen. Plötzlich liegt ein 5¥ Schein auf dem Boden. Anstatt, dass ihn jemand nimmt, werden wir gefragt, ob es unserer ist. Das kann aber nicht sein. Wir haben kein Bargeld. Da ihn niemand will, geben wir ihn dem alten Mann, der die Schoner herstellt. Solch eine Ehrlichkeit. Eigentlich wollten wir gar nicht so lange bleiben, aber diese Straße ist solch ein außergewöhnlicher Ort. Schließlich reißen wir uns los und laufen nochmals zum Potala Palast. Dieser Palast ist eines der außergewöhnlichsten Gebäude der Welt und wir sehen ihn lange an. Wir besteigen einen Aussichtshügel und entdecken viele Gemälde und Reliefe im Stein. Diese Kunst gehört zu den ältesten Tibets und wird immer noch praktiziert. Ein Kloster versperrt uns den Weg. Aber auch von dort können wir den Palast wundervoll sehen. Wir beschließen nochmals die größte Khora um den Potala Palast zu laufen. Kalt ist es heute. Letzte Woche sind wir auf dem Boden gesessen und haben auf die Beleuchtung des Palastes in der Nacht gewartet. Keine zehn Pferde würden mich heute dazu bringen, auf den Boden zu sitzen. Das Wetter ist absolut wechselhaft. Rund um Lhasa schüttet es in den Bergen. Tolle Wolkenformationen entstehen und die Sonne leuchtet immer wieder durch. Auf den höheren Bergen fällt Schnee. Eine unglaubliche Stimmung. Aber kalt. Wir laufen also die Khora als einzige Langnasen und werden dementsprechend neugierig betrachtet. Lächeln hilft immer und so wird es für uns eine wunderschöne Runde. Die Gebetsmühlen quietschen, Gebete werden gemurmelt und Mandalas geopfert. Die Gläubigen sind von früh morgens bis spät in der Nacht unterwegs. Eigentlich sollte man ihn dreimal umrunden. Aber einmal reicht uns. Schließlich ist er ziemlich lang und so viele Kilometer müssen es dann heute doch nicht mehr werden. Ein letzter Blick auf das Wahrzeichen Tibets, den wunderschönen Potala Palast und wir gehen zurück in die Altstadt.
Wie immer müssen wir mehrere Sicherheitskontrollen durchqueren bis wir wieder auf dem Bakhor sind. Ein wirklich allerletztes Mal beobachten wir die Menschen, bevor wir zu später Stunde unser letztes tibetisches Abendessen zu uns nehmen. Es gibt nochmals Yak Steak.
Meine letzte Nacht in Tibet werde ich tief und fest schlafen. War da mal ein Problem mit der Höhe? Klug und richtig wäre es wohl gewesen, bei Ankunft nicht durch die Stadt zu laufen, sondern schlafen zu gehen. Aber wer weiß, ob das meine Rettung gewesen wäre.Read more
Flug vom Dach der Welt ins Tiefland
April 10 in China ⋅ ☁️ 20 °C
Wir verlassen das Stadtgebiet Lhasas und es öffnet sich noch einmal das weite Tal unter einem phantastisch blauen Himmel. Die Luft ist klar und kalt und die Berge scheinen sich heute besonders scharfkantig vom Himmel abzuheben, Ein letztes Mal überqueren wir den Lhasa Fluss mit seinem kilometerweiten Flussbett, bevor er sich in den geschwungenen Linien der Straßenführung am Fuße der 4000-er verliert.
Als wir uns von unserem Guide und Fahrer verabschieden, wird ein Trinkgeld fällig. Hierfür hat das superdigitalisierte China noch keine Lösung gefunden. Weder WeChat noch Alipay verfügen über eine „Tippay“ Funktion, oder wie auch immer man sie nennen würde. Somit ist bargeldloses Reisen auch in China noch nicht zu 100% möglich.
Der Flughafen von Lhasa ist überraschend groß und hypermodern mit vielen Glasfronten. Er gleicht der Form eines Flugzeugs. Der Boden im Airportgebäude ist aus weißem, hochglänzendem Naturstein. Ein Flughafen, der so gar nicht zum traditionellen Stadtbild der Altstadt Lhasas passt. Aber er wirkt leicht und filigran und man blickt vom gesamten Gebäude auf die wundervolle Bergwelt. Hier gibt es kleine Wägen für das Handgepäck. Man mag sich nun fragen, weshalb ich dies erwähne. Diese, zumindest für uns, futuristischen Wägen, verfügen über ein riesiges Display. Man kann Filme schauen und Spiele spielen. Bestimmt geht noch viel mehr. Aber auf Chinesisch ist das für uns schwierig. Schiebt man den Wagen zu den anderen, ziehen sie sich magnetisch an und beginnen zu laden. Vielleicht gibt es bei uns auch so etwas in 30 Jahren. Nachdem wir eingecheckt sind, bekommen wir doch Hunger und entdecken einen Mc Donalds. Nun gut, los geht’s. Am Selbstbedienungsdisplay geht nur Chinesisch. Aber irgendwie funktioniert es doch immer gleich und so klicken wir uns Stück für Stück zu Cola ohne Eis und Burger ohne Zwiebel bis zur Bezahlfunktion. Hier will Alipay nicht mal einen Code. Rangehalten und schon abgebucht. Perfekt. Kurz darauf steht das Deluxmenü auf dem Tisch. Bei Cola und Pommes kann man nichts falsch machen. Der Burger schmeckt natürlich anders, aber lecker.
Der Flughafen befindet sich auf einer Höhe von 3.750m über dem Meeresspiegel, während Chengdu nur auf 500m liegt. Das ergibt mal eben auf die "Schnelle" einen Höhensprung von 3.200hm! Dieses Mal ist er aber einfach zu bewältigen. Denn der Höhensprung ist ein Tiefensprung, der uns viel Sauerstoff beschert. Hoffentlich verkraftet unser Körper diese Sauerstoffüberflutung.
Leider ist schon Boarding. Aber ohne Flugzeug gestaltet sich das schwierig. Das hyperpünktliche China kann leider auch anders. Mit einer Stunde Verspätung starten wir schließlich mit Tibet Airways. Da hätten wir auch den pünktlichen Zug nehmen können.
Der Start lässt mich die Luft anhalten und stutzen, da die Maschine rollt und rollt, aber irgendwie nicht abheben will. Aber halt, ich weiß ja, dass wegen der dünnen Luft nur ein längerer Anlauf mit einer höheren Startgeschwindigkeit den nötigen Auftrieb erzeugt. Wenn man hingegen landet, erlebt man eine extrem hohe Anfluggeschwindigkeit, die wegen der dünnen Luft und des verringerten Auftriebs hier oben erforderlich ist. Ich weiß nicht, was sich vertrauenserweckender anfühlt. Start oder Landung.
Fast unmerklich hebt der Airbus schließlich in das diffuse Licht über Tibet ab und die braunen Gebirgsketten beginnen langsam kleiner zu werden, ehe sie ganz hinter den Wolken verschwinden.
Nach einem kurzen Steigflug sehen wir, wie ein vielleicht 6.000-er mit seiner vergletscherten Korona die Wolkendecke durchstoßen hat und erhaben seine unverrückbare Präsenz manifestiert. Unter dem Flugzeug breitet sich die Watte der oberen Wolkenschicht wie ein weicher Teppich aus. Wir verlassen das herrliche Blau, den unendlichen Blick in den Himmel. Lichtzuckungen und vorbeihuschende Wolkenfetzen gehen langsam in einen hellen Wolkenbrei über. Dann durchstoßen wir die Wolkenschicht wieder und blicken in den blauen Himmel. Tibets Berge bleiben uns verborgen.
Das Essen wird gebracht. Als wir an der Reihe sind, erstarrt die chinesische Stewardess förmlich. Wir sind die einzigen Langnasen an Bord und sie weiß nicht, was sie nun sagen soll. Die Kollegin hilft aus und so bekommen wir Hühnchen mit Nudeln. Ich erwarte natürlich Stäbchen, finde jedoch einen Göffel mit dem man kaum Aufspießen kann. Etwa ein halbes Huhn wurde auf sämtliche Essen der Passagiere verteilt. Naja. Zum Glück hatten wir vorhin schon Mc Donalds.
Dann erreichen wir die graue, schlierige Wolkenschicht, die uns Boden- und Himmelssicht entzieht. Schließlich durchstoßen wir das Grau nach unten und das Häusermeer Chengdus taucht auf. Nach nicht einmal 2 Stunden Flugzeit erreichen wir eine völlig andere Welt. Die Sonne und der blaue Himmel weichen silbergrauem Himmel und Regen. Obwohl ich versucht habe, mich während des Fluges innerlich auf diese andere Welt einzustellen, verging die Zeit zu schnell. Vielleicht hätten wir genauso langsam mit dem Zug abreisen sollen, wie wir vor 10 Tagen angereist sind. So wie die grandiose Landschaft Tibets langsam vor uns aufgetaucht ist, uns gefangen genommen hat, hätte sie uns nun wieder frei gegeben und wäre langsam hinter uns zurück geblieben.
Wir landen mit einer Stunde Verspätung. Eine Einreise gibt es natürlich nicht und unsere Koffer sind die ersten, die über das Band rollen. Ein Hoch auf die vielen Videokameras. Wir können life sehen, wie die Koffer im Flughafen vom Personal abgefertigt werden. Hier wird nicht mit ihnen Fußball gespielt. Sie werden ordentlich behandelt und wir freuen uns doch sehr, dass sie bis jetzt unbeschadet mit uns gereist sind. Die zerquetschte Plastikwasserflasche, die sich durch den Druckunterschied flunderartig verformt hat, ist eine letzte Erinnerung an die Höhe Tibets und das Naturgesetz des Druckausgleichs.
Wir schnappen uns ein Didi und rollen langsam im Stau zu unserem Hotel in der Nähe der Altstadt. Ich habe das Gefühl in Singapur einzureisen. Es ist schwül und warm. Nach der kalten, trockenen Luft in Lhasa ist das Klima schweißtreibend. Die Stadt ist riesig, obwohl es nur eine Provinzstadt ist. Außerdem ist sie extrem grün. Überall wachsen Bäume und Blumen, Parks sind angelegt und es gibt keinen Brückenpfeiler, der nicht komplett grün bewachsen ist. Das gefällt mir doch schon mal sehr gut.
Unser Hotel vereint allen technischen Schnickschnack, der möglich ist. Ein gigantischer Bildschirm begrüßt uns mit Namen. Die Lichter gehen von alleine an und aus. Der Klodeckel meint, dass einer von uns muss und öffnet sich schon mal. Er kann auch waschen und trocknen, legen allerdings nicht. Manchmal ist er etwas voreilig und spült, obwohl es noch nicht erwünscht ist. Die Vorhänge öffnen und schließen sich je nach Lichteinfall, was recht nervig sein kann, wenn man plötzlich im dunklen Zimmer steht. Lustig ist hingegen ein Pandaroboter, der selbständig Essen aufs Zimmer bringt und dafür den Aufzug benützt. Technik, die begeistert.Read more

TravelerJa. Extra nur deswegen. Aber 3-4 Mal waren wir froh über unser Bargeld, weil Alipay nicht möglich war. Mit WeChat konnten wir nicht zahlen und Alipay gab es manchmal nicht. Im Restaurant haben wir immer erst gefragt, ob Alipay geht. Wenn es nur WeChat gab, sind wir eben gegangen.

TravelerDie Roboter fanden wir auch immer sehr witzig. Meistens haben sie auf chinesisch irgendwas vor sich hingebrabbelt. Sehr süß. ☺️
Fazit Tibet - Land der Extreme
April 10 in China ⋅ ⛅ 14 °C
Tibet - ein Land der Extreme.
Schon die Anreise mit der Tibet Bahn von Xining nach Lhasa über eine Bahnstrecke in höchsten Höhen ist extrem. Nicht nur eine extreme, architektonische Leistung, sondern auch extrem in ihrer landschaftlichen Schönheit. Langsam an weißen Bergketten vorbeizurattern. Aus dem warmen Zug in die Eiseskälte zu blicken. Die Berge wie in einem Film an sich vorbeiziehen zu sehen. Erhaben, wunderschön, majestätisch, mächtig, überlegen. Eine unglaubliche Ruhe macht sich in mir breit. Liegt es am fehlenden Sauerstoff und dem nahenden Erstickungstod oder der phänomenalen Landschaft, die uns umgibt? Eine schönere Landschaft, habe ich jedenfalls selten erleben dürfen.
Tibet - extrem hohe Berge, in denen es normal ist, dass unter 5000m kein Schnee liegt, weil es zu niedrig ist. In denen es normal ist, dass auf knapp 4000m Kirsch- und Mandelbäume und Forsythien blühen, Obst und Gemüse wachsen und jetzt im Frühling die vielen Bäume hellgrün im Sonnenlicht leuchten. Ein extrem trockenes Land mit leuchtend blauen Flüssen, die in endlos breiten Tälern fließen, die von Sandbergen wie Dünen umgeben sind. Das Wasser von Regen und Flüssen spült die weiche, sandige Erde von den Bergen und gräbt tiefe Furchen ins Gestein. Sandteufel wirbeln durch die Luft und tragen noch mehr Erdreich ab. Das größte Projekt Chinas ist es, Bäume zu pflanzen. Millionen Bäume werden gesetzt und müssen auch bewässert werden. Somit sollen die Emissionswerte gesenkt und die Erosion gestoppt werden. Hier wachsen Pappeln, Zypressen, Kiefern und alles andere kenne ich nicht.
Eine lebensfeindliche Landschaft der Extreme ist der Qomolangma. Für uns geht ein Traum in Erfüllung das Dach der Welt ohne Wolken erleben zu dürfen. Dafür müssen wir aber eisige Temperaturen und Winde aushalten. Die dünne Luft schnürt den Atem ab und quetscht die Lunge. Dennoch kann ich mich dem Anblick dieses Berges nicht entziehen und spüre weder Kälte noch Atemnot. Ein extremes Erlebnis in jeglicher Hinsicht.
Extrem ist auch der Glaube der Tibeter. Die Menschen, egal ob alt oder jung, nehmen sich extrem viel Zeit für die Ausübung ihres Glaubens. Die Rituale erscheinen uns fremdartig und ziehen uns in ihren Bann. Die Umrundung des wichtigsten tibetischen Heiligtums, während man die Gebetsmühle dreht und Gebete murmelt, strahlt eine unglaubliche Ruhe aus. Eine extreme Art der Anbetung Buddhas ist, in dem man sich auf den Boden wirft, während man den Tempel umrundet. Dabei knallt jedes Mal Holz auf Stein und das Echo hallt an den wunderschönen, alten tibetischen Häusern wider. Sogar Kinder und Menschen mit nur einem Bein oder ohne Arme umrunden auf diese Weise den Tempel und huldigen Buddha. Viele Menschen werfen sich innerhalb des Tempels auf den Boden (ohne Fortbewegung). Mandalas werden als Opfer für Buddha dargebracht. Der Geruch von verbranntem Wacholder und Yakbutter hängt über den Tempeln. Eine oft magische Stimmung.
Die Klöster sind an Schönheit kaum zu überbieten. Einerseits sind es die außergewöhnliche Architektur in den Farben schwarz, rot, weiß und gelb und andererseits die wunderschönen Kunstschätze, die uns staunen lassen. Das Innere der Tempel ist an Schönheit kaum zu überbieten. Man kann es nicht beschreiben. Man muss es erlebt und gesehen haben. Die Kulturschätze Tibets sind unglaublich.
Insgesamt ist das Land noch sehr traditionell. Manch einer würde vielleicht auch sagen unterentwickelt. Extrem freundlich und hilfsbereit sind die Menschen. Zurückhaltend und dezent in ihrem Verhalten und in ihrem Auftreten. Das empfand ich als sehr angenehm. Dunkle, dezente Kleidung mit vielen traditionellen Elementen. Traditionelle Frisuren werden von allen getragen. Teilweise hat mich die Kleidung sehr an die der Indigenen in Südamerika erinnert. Extrem unangenehm aufgefallen ist hingegen, dass sich viele Touristen des Landes Kostüme ausleihen, um Tibeter zu spielen und sich in sehr unangemessener Weise und teilweise rücksichtslosem Verhalten fotografieren lassen.
Was mir leider auch als extrem in Erinnerung bleiben wird, sind die Toiletten. Schlimmere Orte habe ich noch nie gesehen und es hat oft viel Überwindung gekostet, sie zu betreten. Ich verzichte zu eurem Wohl auf eine detaillierte Beschreibung. Stellt euch das schlimmste vor und es wird schlimmer sein.
Tibet - ein Land mit extremer Natur, wundervoller Architektur und unermesslichen Kulturschätzen will erlebt werden. So extrem das Land ist, so extrem anstrengend ist auch eine Reise dorthin. Die dünne Luft, eisige Temperaturen und große Höhenunterschiede lassen definitiv kein Wellness Gefühl aufkommen. Fast alle Chinesen haben Sauerstoffflaschen dabei und marschieren unbeirrt durch Tibets Höhen. Doch das kommt für mich nicht in Frage. Wenn man hierher will, muss man auch ein wenig leiden und die Höhe fühlen. Sonst war man nicht wirklich hier. Und das sage ich, nachdem ich massiv höhenkrank war. Es gehört dazu. Es geht ja nicht nur ums Sehen, sondern auch ums Fühlen der Umgebung. Aber man kann es sich so natürlich einfach und bequem machen. In den Hotels gibt es Sauerstoff gegen Gebühr für den Notfall. Merken werde ich mir jedoch für die Zukunft: sollte ich nochmals so schnell in hohe Höhen aufsteigen, wird nach der Ankunft ins Bett gegangen und nichts mehr angesehen. Das war vermutlich mein Fehler, der mich letztlich umgehauen hat.
Nimmt man aber diese Anstrengungen auf sich, bekommt man im Gegenzug einen Schatz an unglaublichen Erlebnissen und Erinnerungen mit nach Hause.
Ein weiteres Extrem war unser luxuriöses Auto, das uns über 1400km durch Tibet gefahren hat. Ein 9-Sitzer mit Sitzheizung, Liegesitzen und sogar Massagefunktion. Besonders angenehm fand ich die Sauerstoffzufuhr, die in besonderen Höhen, beim Abwärtsfahren zugeschaltet worden ist. Ein tolles Auto kann jedoch nichts gegen den Fahrstil des Fahrers. Der war teilweise mehr als grenzwertig. Überholen an Kuppen, vor Kurven und bei sichtbarem Gegenverkehr. Irgendwie wurde glücklicherweise alles gemeistert. Es war nicht nur der Fahrstil unseres Fahrers sondern aller. Dennoch sind wir nur knapp an einem Unfall mit tödlichem Ausgang für den TukTuk Fahrer entgangen.
Die Tibeter halten ihre Traditionen hoch. Somit ist zu hoffen, dass sie diese in der Zukunft erhalten können. Ich wünsche es ihnen von ganzem Herzen.Read more

TravelerDie nächsten 2 Jahre wird es wahrscheinlich nichts, weil schon andere Pläne 🙈

TravelerWas für ein Luxus Problem. 🤣 Aber es wäre doch schrecklich, wenn es keine Pläne und Wünsche gäbe. Die Zeit geht so schnell um. Ich bin auch immer schon 1-2 Jahre verplant. Manchmal ändert sich jedoch plötzlich etwas.
Buchung und Dokumente einer Tibetreise
April 10 in China ⋅ ⛅ 15 °C
Es kamen nun einige Anfragen, so dass ich beschlossen habe, hier genau aufzuschreiben, wie eine Tibetreise abläuft.
Ich buche Flug, Mietwagen, Hotels und los geht’s. Das gibt es in Tibet nicht.
Um nach Tibet reisen zu können, benötigt man eine Einreisegenehmigung, das sogenannte Tibet Travel Permit. Dieses kann nur ein lizenziertes, chinesisches Reisebüro beantragen. Für ausländische Touristen ist es verboten, sich ohne Fahrer und Guide in Tibet zu bewegen. Man kann Tibet nur bereisen, wenn die Reise über ein chinesisches Reisebüro gebucht wird.
Wir haben unsere Einreisegenehmigung bekommen, bevor wir in den Lhasa Zug gestiegen sind. Dafür kam ein Mitarbeiter der Agentur an den Bahnhof und hat uns das Papier gegeben. Man kann das Permit nicht außerhalb Chinas bekommen. Es ist nicht möglich, es als PDF zu verschicken und es auszudrucken.
In Lhasa angekommen, muss das Papier fast überall vorgezeigt werden. Bei der Einreise, im Hotel, bei vielen Klöstern und wenn man sich im Land bewegt. Im Hotel wird man vom Personal registriert und angemeldet. Dafür werden die Pässe und das Permit etwa eine halbe Stunde benötigt/einbehalten.
Innerhalb des Landes gibt es unzählige Kontroll- und Polizeiposten. Fast jedes Mal müssen Ausweise und Permit vorgezeigt werden. Der Guide hat noch weitere Papiere. Manchmal muss man auch aus dem Auto aussteigen und durch eine Sicherheitsschleuse gehen. Diese gleicht den Personenkontrollen am Flughafen. Das Gepäck wird nie gescannt.
Neben dem Permit erhält man eine Liste, auf der alle Sehenswürdigkeiten aufgelistet sind, die besichtigt werden dürfen. Diese Besichtigungen wurden vom Reisebüro beantragt. Im Computer ist hinterlegt, dass man kommt. Alle Zutritte erfolgen über den Reisepass. Der Reisepass ist Eintrittskarte und Besichtigungserlaubnis in einem, wobei die richtige Eintrittskarte zusätzlich noch gekauft werden muss. Es ist nicht möglich, einfach zu einem Kloster zu fahren, Eintritt zu zahlen und es zu besichtigen. Erlaubt sind nur die beantragten Sehenswürdigkeiten. Beim Betreten wird das Gepäck durchleuchtet und die Personen abgetastet und gescannt. Wie am Flughafen.
Bei uns war ein Kloster nicht aufgelistet und daher der Zutritt verwehrt. Es erfolgten einige Telefonate mit der Agentur und dann war der Wachdienst so nett und hat uns trotzdem hineingelassen. Das war eine große Ausnahme. Dieser Fehler darf der Agentur künftig nicht mehr passieren. Regeln kann so etwas natürlich nur der Guide. Englisch spricht hier praktisch niemand.
Wenn man mit dem Auto durch Tibet reist, hat man einen chinesischen Fahrer und einen tibetischen Guide. Im Auto sind mehrere Kameras installiert, die unter anderem überwachen, ob der Fahrer aufgrund der Höhe müde wird. Was passiert, wenn er müde wird, wissen wir zum Glück nicht.
Durch GPS Überwachung wird das Auto außerdem abgeschaltet, wenn der Fahrer länger als 4 Stunden fährt. Er muss eine halbe Stunde Pause machen, bis er weiterfahren darf. Die Route und die Straßen sind aufgrund des Reiseplans vorgegeben. Abweichungen sind nicht erlaubt und werden durch das GPS erkannt.
Auf Strecken, die entsprechend videoüberwacht waren, hat sich unser Fahrer an die Tempovorgaben gehalten. Ansonsten waren Verkehrsregeln eher nebensächlich. Überholen kann man wunderbar vor Kurven, Kuppen oder wenn der Gegenverkehr schon ganz nah ist.
Wir wollten uns am letzten Tag ein Kloster gerne nochmals ansehen. Dies war nicht möglich. Man wollte die Liste und den Guide sehen. Es geht hier nicht ums Geld. Individuelle Besichtigung ist verboten.
Außerhalb Lhasas dürfen sich Touristen überhaupt nicht frei bewegen. Unser Guide hat dies immer elegant versucht zu verbergen. Zufälligerweise war er aber immer im selben Restaurant wie wir. Man kann auch nicht einfach durch ein Dorf spazieren und sich die Lebensweise ansehen. Als ich einmal in die angrenzenden Straßen abgebogen bin, ist unser Guide schnell nachgekommen.
In Lhasa darf man sich in den Straßen frei bewegen. Um aber in den Bereich Bakhor oder Potala Palast zu gelangen, muss man durch Sicherheitsschleusen gehen und den Pass vorzeigen. Befinden sich zu viele Menschen innerhalb, kann der Einlass auch kurzzeitig verwehrt werden. Diese Bereiche werden abends gegen 21:00 geschlossen.
Wenn man Tibet verlässt, muss man das Travel Permit am Flughafen an den Guide zurückgeben. Es muss innerhalb Tibets verbleiben. Im Flughafen wird es nicht mehr benötigt.
Ich hoffe, ich habe an alles gedacht und konnte verständlich genug erklären, wie alles abläuft. Bei Unklarheiten bitte gerne nachfragen.Read more

TravelerGut erklärt☺️ Wie war es somit für dich in Tibet mit alle den Regel zu reisen?

TravelerDas wohl eher nicht. Da schläft man ohnehin. Die Tage waren lang und ereignisreich, zu kalt, alles zu und wegen der Höhe soll man viel schlafen. Da ist niemand unterwegs.

TravelerOh das müsste ich mich umstellen. Ich wo mega früh immer Städte anschaut wenn niemand unterwegs ist
Kuan Zhai Allee
April 10 in China ⋅ ☁️ 22 °C
Die Kuan-Zhai Gasse ist ein historisches Viertel im Zentrum von Chengdu, das für seine Architektur aus der Qing-Dynastie und seine lebendige Straßenkultur bekannt ist. Hier erlebt man Chengdus antikes Flair und sein kulturelles Wesen. Beim Schlendern über das Kopfsteinpflaster spürt man die dichte historische Atmosphäre. Es gibt hier mehr als 20 alte Hofhäuser und kunstvoll verzierte Tore zu bewundern, wie zum Beispiel „Kai Lu“, eines der repräsentativsten Tore der Kuan-Zhai-Gasse. Jede Ecke strahlt nostalgischen Charme aus. Der Sichuan-Baustil mit seinen schlichten Häusern und kunstvollen Schnitzereien, die alle eine genauere Betrachtung wert sind, begeistert uns. An jeder Ecke entdecke ich neue Fotomotive.
Die Gegend besteht aus drei parallelen Gassen, die uns alle drei begeistern. Dennoch ist es ein kleiner Kulturschock, nach der geruhsamen Zeit in Tibet. Die Menschen hier sind laut, überall dudelt Musik, Verkäufer bieten Tee und Süßes zum Probieren an, es wird gerufen und verkauft und aus dem Transistor dröhnen ebenfalls Verkaufsangebote. Zu diesem Lärm kommen dann noch Menschenmassen hinzu. Irgendwie ist es schrecklich, obwohl wir das aus Beijing und Xi’an schon kennen. Wir sind das nicht mehr gewöhnt und mögen tue ich solche Massen ohnehin nicht. Aber natürlich lassen wir uns treiben und entdecken viele fotogene Ecken mit toller Architektur. Wenn es nur etwas leerer wäre. Neben Schönem gibt es auch „Wunderschönes“. Unglaubliche Kitschläden. Was doch so alles produziert und gekauft wird. Es ist so grauenhaft hässlich, dass es schon wieder ein Foto wert ist.
Während wir viel Süßes versuchen, wird auch Tee angeboten. Ehe wir uns versehen, sitzen wir in einer Teezeremonie. Nun gut, warum nicht. Es wird aufgegossen, umgegossen und jede Sorte als Highlight Chengdus verkauft. Es ist nicht unsere erste Teezeremonie und somit wissen wir ein wenig, was typisch Chengdu sein könnte und was definitiv nicht. Es macht dennoch Spaß und wir versuchen fünf verschiedene Sorten.
Chengdu ist die Stadt des Pandas und somit wird alles Erdenkliche hergestellt und auch gekocht, was man als Pandasouvenir verkaufen könnte. Für uns gibt es ein Eis in einer lustigen Pandatasse, in der künftig der chinesische Frühstückstee getrunken wird.
Deutschland ist ein großes Land, in dem man sich nicht unbedingt treffen kann. Deshalb verschieben wir unser Treffen nach Chengdu. Das ist ja quasi gleich um die Ecke. Nein, es ist schon ein großer Zufall, dass wir gleichzeitig in Chengdu unterwegs sind und somit bietet es sich an, einen schönen Abend gemeinsam zu verbringen. Und das tun wir. Es ist schön, sich auch im echten Leben zu begegnen. Mal trifft man sich auf einer Reise und bleibt über den Pinguin in Verbindung oder der Pinguin verbindet online und man trifft sich später auf einer Reise im echten Leben. Beide Varianten sind wunderschön. Es war schön euch getroffen zu haben, Sylwia und Rainer - die Babyboomers. Unsere Reise endet leider hier, während ihr noch einige Zeit in China bleibt und wir euch weiter folgen werden. Wir sind gespannt, was ihr noch erlebt.Read more

TravelerSo cool habt euch getroffen. Das freut mich für euch. War es spontan oder schon vor der Reise geplant ?

TravelerWir wussten schon vor der Reise, dass wir zeitgleich dort sein werden und wir uns treffen werden.

TravelerWer weiß. Die Welt ist klein, obwohl sie groß ist. Manchmal gibt es die erstaunlichsten Begegnungen.
Panda Research Center
April 11 in China ⋅ ☁️ 17 °C
Die Chengdu Research Base of Giant Panda Breeding ist eine gemeinnützige Aufzucht- und Forschungseinrichtung für Große Pandas und andere gefährdete Tierarten. Die Einrichtung wurde im Jahr 1987 mit sechs Großen Pandas gegründet, welche in der Wildnis gerettet wurden. Die Aufzuchtstation hat die größte Population an künstlich gezüchteten Großen Pandas. Sie lag im Jahr 2015 bei 115 Tieren. Das Panda Research Center ist ein verantwortungsvoll geführter Tierpark mit weitläufigen, gepflegten Gehegen.
Ich bin ja nun überhaupt kein Fan von Tierparks und suche mir meine Tiere lieber schweißgebadet im Dschungel. Heute gibt es die Komfortvariante auf breiten, schönen Wegen, zwischen wunderschönen Blumen und meterhohem Bambus. Das Areal ist riesig und wirklich herrlich angelegt. Mit einem Shuttlebus erreicht man auch die weit entfernten hinteren Ecken des Parks, in denen es natürlich längst nicht so voll ist, wie in der Nähe des Eingangstores.
So beobachten wir die riesigen Pandas, die genüsslich ihren Bambus fressen, immer wieder ein wenig wegdösen und es sogar schaffen auf den Baum zu klettern. Danach ist man aber so erschöpft, dass man in der Baumkrone erst mal ein Nickerchen machen muss. Die Pandas sind schon äußerst gemütliche Zeitgenossen. Ihre Augen sind meist halb geschlossen und sie wirken wie kleine Knöpfe auf den riesigen Köpfen.
Pandas verbringen täglich 10 bis 16 Stunden mit Fressen, denn sie brauchen pro Tag 20-30 Kilo Bambus als Nahrung. Dazwischen bewegen sich die Pandas von einem zum nächsten Bambusstrauch oder legen sich in einen Baum.
Hier lebt jedoch nicht nur der Große Panda, sondern auch der Rote Panda. Er ist klein. Und bevorzugt das Leben in den Bäumen. Es ist ein Erlebnis den Pandas so nahe zu sein und es ist faszinierend zuzuschauen, wie sie an den dicken Bambussträuchern knabbern und das Futter mit den Pfoten in den Mund schieben. Beide Pandaarten können wir toll beobachten und so wird unser Pandaerlebnis trotz Tierpark ein voller Erfolg.
Ein Pandaeis natürlich auch noch sein. Ich wähle den Panda im Grünen. Der gefällt mir. Allerdings habe ich nicht nachgesehen, was grün bedeutet: Pfeffereis. Hui. Doch nein, es ist ein süßlich scharfer Geschmack und ist wirklich richtig gut. Glück gehabt, es könnte wieso viele hier auch richtig scharf sein. Das Eis ist in einer wunderschönen Schachtel verpackt, öffnet man diese liegt das Eis in einer stabilen Plastikwanne, die natürlich mit einer Plastikverpackung umschlossen ist. Hat man alle Schichten geöffnet, hält man schließlich das wunderschöne Eis in der Hand. Schaden nimmt es bei der Verpackung nicht. Das ist schön. Aber so viel Müll….Read more

SYLWIA B.
Coole Aufnahmen. So mehrere an einem Ort haben wir leider nicht sehen können. Und nun haben wir Chengdu auch schon verlassen 😢

TravelerJa, alles geht immer so schnell. Im Vergleich zu uns, wart ihr ja ewig dort. Wir hatten ja nur einen Tag plus den Abend mit euch. Ihr müsst das wertschätzen, wie viel Zeit ihr zur Verfügung habt. Auch wenn euch die auch wieder zu kurz vorkommt. 🤣🤣🤣

SYLWIA B.Na unser Tag ist nicht so dicht gedrängt wie Euer. Das ist nicht machbar. Aber btw… Chengdu könnte ich mir nochmals vorstellen 😉

TravelerWir haben ja überhaupt nichts von der Umgebung Chengdus gesehen. In Chengdu selbst gibt es auch noch viel zu entdecken.
Wenshu Monastery
April 11 in China ⋅ ☁️ 22 °C
Das Wenshu-Kloster ist der am besten erhaltene buddhistische Tempel in Chengdu-Stadt. Es ist der Hauptsitz der buddhistischen Gesellschaft der Sichuan-Provinz.
Ursprünglich erbaut in der Tang-Dynastie (618–907), hieß das Kloster Xinjiang-Tempel. Der Legende nach ließ sich 1681 während der Qing-Dynastie (1644–1911) ein buddhistischer Mönch dort nieder, bei dessen Einäscherung der Manjushri in den Flammen erschien, woraufhin man den Mönch für dessen Reinkarnation hielt. Danach wurde der Name in Wenshu-Kloster geändert.
Neben einer elfstöckigen Pagode, dem sogenannten Friedensturm im rechts gelegenen Tempelabschnitt, machen die Bibliothek und eine große Sammlung kultureller Altertümer das Hauptbild des Wenshu-Klosters aus. Seit der Tang- und Song-Dynastie sind hier über 500 Kunstwerke eingelagert. Außerdem beherbergt das Kloster circa 300 verschiedene Buddhastatuen aus verschiedensten Materialien, wie z. B. Holz, Stein, Eisen, aber auch Jade, viele von ihnen sind reich verziert und mannigfaltig dekoriert.
Die Architektur ist völlig anders als die, die wir in Tibet die letzten Tage gesehen haben. Die Tempel liegen in einem herrlichen Park, teilweise umgeben von Seen. Die Statuen im Inneren sind jedoch im Vergleich zu Tibet sehr einfach und grob gestaltet. Das ist sehr enttäuschend. Wir sehen uns daher den Tempel von Außen an und freuen uns an der wunderschönen Lage im Park.
Neben dem Kloster schließt sich eine wunderschöne kleine Fußgängerzone in typisch chinesischer Architektur mit schönen Cafés, Restaurants und Geschäften an. Wir sind begeistert und bummeln kreuz und quer durch die Gassen.
Als wir weiterfahren und unseren Fahrer suchen, freue ich mich, dass ich ihn entdeckt habe und will einsteigen. Das Auto ist weiß, der Fahrer ein Mann mit Brille. Passt doch alles. Doch leider ist er nicht unser Fahrer und ich bin im Begriff in ein fremdes Auto einzusteigen. Der Herr hat noch gar nicht realisiert, dass ich seine Tür geöffnet habe und gerade einsteige. Ich wäre unter Umständen unbemerkt mitgefahren. Ein lauter Ruf von Moritz lässt mich aufhorchen. Er steht an einem anderen Auto mit einem wild gestikulierenden Fahrer. Ich verstehe. Raus aus dem Auto, Türe zu und ins richtige Auto einsteigen. Ist das peinlich. Das gibt es doch gar nicht. Solche Szenen kenne ich sonst nur aus dem Film.Read more
Jinli Street
April 11 in China ⋅ ⛅ 25 °C
Die Jinli Straße ist eine berühmte, über 1800 Jahre alte Einkaufs- und Flaniermeile aus dem Königreich Shu (Jahre 221 – 263) und wurde während der Qing-Dynastie (1644 – 1912) wieder aufgebaut. Im Jahr 2004 wurden die Gebäude restauriert. Uns begeistert die Architektur. Geschwungene Dächer, Torbögen, schöne Pflastersteine, die den alten Charme bewahren. Da wir Mainland China kaum bereist haben, ist die Straße für uns toll. Tibet war völlig anders. Die Straße ist ca. 350 Meter lang mit einigen Neben und Querstraßen und es gibt unzählige Läden, Restaurants, Streetfood, Teestuben und Bars. Den Silberschmiden kann man häufig über die Schulter schauen. Wir wissen jetzt auch, wie ein Fächer hergestellt wird. Besonders schön sind die roten und gelben Laternen, die an den dunklen Holzfassaden hängen. Wir probieren uns durch die unterschiedlichsten Snacks und manchmal haben wir Glück und erwischen sehr leckere und manchmal schmeckt es eben überhaupt nicht oder ist höllescharf. Da wir das Essen mit Stäbchen zumindest teilweise beibehalten wollen, begeben wir uns auf die Suche nach eben diesen. Erstaunlicherweise ist es gar nicht so einfach welche zu finden. In Xi‘an haben wir sie überall gesehen. Doch am Ende werden wir fündig und sind sehr zufrieden. Allerdings werden sie uns verkauft, obwohl sie physisch überhaupt nicht existieren. Das hat man uns aber erst nach der Bezahlung gesagt. Im Klartext: per Express müssen sie erst angeliefert werden. Ich bin sauer, zumal wir zum Flughafen müssen. Es ist zwar noch ausreichend Zeit, doch wer weiß. Am Ende ist der Expressservice wirklich schnell und nach einer halben Stunde, in denen Moritz acht Tassen Tee trinkt, sind die Stäbchen da. Würde so etwas bei uns funktionieren? Da müsste. Die armen Käufer Tage, wenn nicht ,länger warten.
Chinesen sind Verpackungsweltmeister. Die Dinge, die man kauft, sind ja bereits alle verpackt. Entscheidet man sich wirklich und kauft, wird nochmals verpackt. Und um die doppelte Verpackung zu transportieren, wird in Tüten verpackt. Das ist schon unglaublich. Die Verpackungen sind sehr edel. Meist riesige, massive, goldbedruckte und mit Ornamenten verzierte Geschenkboxen. Solch eine Box erhält man nicht etwa, weil man ein Teeservice gekauft hat. Nein, alles wird verpackt. In den Teestuben stehen überall riesige Geschenkboxen, um mal konkret zu werden 40x15x15, das kleine Format, um den Tee zu verpacken. Es geht natürlich noch viel größer. Ziemlich unklug, denn der Koffer ist nach zwei Einkäufen mit diesen Verpackungen voll. Andererseits gut für uns. Das schont den Geldbeutel. Doch nein, es geht auch etwas kleiner, allerdings bei den Chinesen nicht gern gesehen. Die Teedose gibt es auch einzeln, in kleiner Menge und normal verpackt und nicht gefühlt im Großpack für den Einzelhandel. Natürlich ist der Preis auch kleiner. Am Ende kann ich den Koffer mit vielen kleinen Dingen füllen und bin dennoch Besitzer jeder Menge wundervoller Tüten und kleiner Boxen. Denn etwas Verpackung muss sein.
Nach unserer Einkaufsodyssee bummeln wir ein letztes Mal durch die Gassen. Besonders schön ist es am Abend, wenn die Laternen leuchten. Ein kurzer Regenschauer sorgt dafür, dass viele die Flucht ergreifen und so wird es sogar ein wenig leerer und auch leiser. Eine sehr stimmungsvolle Straße.
Das Jinli Viertel ist zwar nicht so laut und überfüllt wie die Kuanzai Allee, aber groß ist der Unterschied leider nicht. Die Menschenmassen strengen mich an. Vielleicht kann man auch sagen, sie stressen mich. Der einzige, wirklich ruhige, man kann sogar sagen, absolut stille Ort st im Taxi, wenn die Ampel rot ist, alle Autos stehen und noch niemand hupt. Ein Ort der absoluten Ruhe. Noch nie war ich so froh, über sehr lange Ampelphasen. Denn die E-Autos hört man einfach nicht. Absolut geräuschlos.
Mit dem Didi geht es zum Hotel. Ein kurzes Umpacken und nun geht es in einstündiger Fahrt zum Flughafen.Read more
Fazit
April 12 in China ⋅ ☁️ 17 °C
Diese Reise war viel zu kurz.
Dennoch fühlt sie sich lang an und jetzt am Ende wird klar, dass es schon Lichtjahre her zusein scheint, als wir auf der Chinesischen Mauer gestanden sind. Unser Hauptreiseziel war Tibet und dieses haben wir intensiv bereist. Die Tibeter sind ruhige, bescheidene Menschen, die aufgrund der geographischen Lage ihres Landes ein herausforderndes Leben führen. Extreme Höhe, Kälte und Trockenheit machen vieles nicht leicht. Sie sind tief in ihrem Glauben verwurzelt und sehr freundlich und hilfsbereit. Auf ein Lächeln folgt hier immer ein Lächeln. Um wie viele Fotos wurden wir gebeten, zum Gespräch und zum Tee eingeladen. Wunderbare Erfahrungen, die wir in allen Ländern, die man von oben herab leicht als noch nicht so weit entwickelt bezeichnet, machen durften. Genau diese ursprünglichen Orte liebe ich. Doch Halt: ein Land mit reicherem Kulturschatz, wundervolleren Klöstern und Tempeln habe ich nie gesehen. Hier hat Tibet so viel zu bieten, wie kaum sonst ein Land dieser Welt. Und dann ist da auch noch der Qomolangma. Wer kann schon den höchsten Berg, das Dach der Welt, sein Eigen nennen? Den teilt sich Tibet mit Nepal, einem Land, in dem vieles so ähnlich ist wie hier. Einem meiner absoluten Lieblingsländer. Und so kommen wir hier aus dem Staunen über kulturelle und landschaftliche Schönheit, Gastfreundschaft, Hilfsbereitschaft und Bescheidenheit nicht heraus.
Unsere Reise führt aber auch ins Festland Chinas. Wir erleben mit der Chinesischen Mauer ein weiteres Weltwunder. Sind fasziniert von der Größe und Schönheit der Terrakotta Armee und beobachten erstmals Pandas, die es außerhalb Chinas praktisch nicht gibt. Nicht zu vergessen ist auch die Verbotene Stadt, in der wir erstmals eine Architektur sehen, die wir vorher überhaupt nicht kannten.
Unterkünfte gibt es wie in jedem anderen Land auch schönere und weniger schöne. Unsere waren alle absolut in Ordnung und daher nicht erwähnenswert. Große, saubere Standardzimmer.
In Tibet waren wir mit dem Essen ziemlich glücklich. Hausmannskost, wie Yakfleisch mit Reis und Nudeln, Suppe, Dal Bat, Momos und Hot Pot standen auf den Speisekarten. Zum Glück nicht scharf und auf hohen Höhen gut verträglich.
Während unserer Tage im Festland China haben wir uns deutlich schwerer getan. Das Fleisch bestand nur aus Knochen und oft war das Essen höllisch scharf. Es ist überhaupt nicht meines, harte Stückchen im Mund zu haben. Die Chinesen popeln das wenige Fleisch ab und spucken die Knochen aus. So kann ich nicht essen. Jedes feste Stückchen bei Fisch reicht mir schon. Wenn wir uns durch die Streetfoodstände gefuttert haben, sind wir meist besser gefahren, als im Restaurant. Wer auf westliches Frühstück hofft, wird nicht viel finden. Wer aber zum Frühstück schon Mittagessen mag, wird glücklich sein. Und ganz klar: Man isst mit Stäbchen.
Vieles hat mich überrascht und habe ich mir völlig anders vorgestellt. China ist ein sehr sauberes Land. Naja, vielleicht sind mittlerweile fast alle Länder sauber im Vergleich zu Deutschland. Man kann zu den vielen Videokameras stehen wie man will, aber man fühlt sich durch sie sehr sicher. Selbst in den kleinen, dunklen Gassen bei Nacht.
Wir sind nie beschissen oder betrogen worden. Alles erschien uns sehr ehrlich und die Menschen waren unglaublich hilfsbereit. Als anfangs unser Alipay nicht funktionierte, gab es so viel Hilfe. Natürlich kam diese von den Verkäufern in den Geschäften. Sie wollen ja schließlich, dass wir kaufen können. Dennoch war diese Hilfe anders. Viel intensiver. Mit viel mehr Überlegungen, was man noch versuchen könnte. Ehrliche Hilfe.
Einkaufen kann man in China hervorragend. Wir sind mit leichtem Gepäck hingereist und mit deutlich schwererem zurück. Dank Alipay kein Problem. Das Schöne war dieses Mal, dass wir uns bei unseren Einkäufen keine Gedanken machen mussten, ob sie vielleicht doch Made in China sein könnten.
Und dann das für mich unfassbare: Alipay funktioniert auch im kleinsten Geschäft auf über 5000m Höhe. Wenn wir nicht damit zahlen konnten, lag es an der Netzverbindung oder es wurde WeChat angeboten, das bei uns nicht funktionierte. Und was machen hier die Bettler? Pech gehabt im bargeldlosen Land? Nein, sie halten einem ihren Alipay Code unter die Nase. Auch sie haben ein Konto. In den Klöstern ist noch sehr viel Bargeld als Opfergeld im Umlauf. Dabei handelt es sich um die ganz kleinen Scheine, die im Handel überhaupt nicht zu finden sind. Man kann aber auch Yakbutterkerzen und andere Opfergaben kaufen. Hierfür liegen auch in allen Klöstern überall Alipay Codes aus.
Unsere beiden Reiseziele könnten unterschiedlicher kaum sein. Hochentwickelt und digitalisiert im Gegensatz zu Ursprünglichkeit. Laut, bunt und grell im Gegensatz zu Bescheidenheit, Ruhe und Freundlichkeit.
Fakt ist, dass es eine sehr anstrengende Reise war. Zum einen wegen Klima, Höhe und Kälte und zum anderen wegen der vielen gelaufenen Kilometer, die unsere Beine an ihre absolute Schmerzgrenze gebracht haben. Über 10km sind wir die Chinesische Mauer über kleine und große, schiefe und krumme Stufen teilweise dachsteil hinauf und hinunter geklettert. Das fordert die Muskulatur. Von den vielen weiteren Kilometern allein durch die Verbotene Stadt einmal ganz zu Schweigen. Alle Distanzen in diesem Land sind schlicht riesig. Zum Glück durften sich unsere Beine auf der langen, traumhaften Zugfahrt ins tibetische Hochland erholen, wo uns sofort die nächste Herausforderung erwartet hat. Extreme Höhe.
Eine weitere Herausforderung war der Lärm der Menschen und die enorme Masse, in der sie aufgetreten sind. Ständig wurde man durch Musik, Lautsprecheransagen, Verkäufer, die Waren anbieten und den Lärmpegel der Menschen beschallt. Zumindest mich stresst so etwas. Alle Herausforderungen wurden gemeistert und wir haben eine unglaubliche Reise erleben dürfen. Eines ist klar: Es wird (mindestens) eine weitere Chinareise geben, denn gesehen haben wir von diesem riesigen Land praktisch nichts.
Vielen Dank an meine Mitleser. Ich habe mich immer über eure Kommentare und Anregungen sehr gefreut. Bis zu nächsten Reise im Sommer!Read more
Fakten zur Reiseplanung
April 12 in Germany ⋅ ☁️ 12 °C
Visum
Bei einem Aufenthalt bis zu 30 Tagen benötigen deutsche Reisende 2026 kein Visum.
Reisepass
Der Reisepass ist sehr wichtig und wird für absolut alle Attraktionen (Verbotene Stadt, Mauer) als Ticket genutzt. Daher niemals den Reisepass im Hotel vergessen. Man braucht ihn immer und überall als Eintrittskarte.
E-SIM
Als Simkarte haben wir eine E-SIM von Trip.com gekauft, bei der wir 2 GB pro Tag an Datenvolumen zur Verfügung hatten. Alle von uns benötigten und gewünschten Apps haben vollkommen problemlos funktioniert. In China benötigt man immer Internet. Es wird wirklich ALLES damit gemacht. Vom Straßenhändler, Restaurant, über Hotels und Transport - alles läuft über AliPay und WeChat. Nach dem ersten Tag sind wir nur noch mit Reisepass und Handy raus, der Geldbeutel blieb im Hotel.
Geld
Die Chinesische Währung sorgt oft für Verwirrung. Der Währungsname lautet Renminbi RMB. Das bedeutet Volkswährung. Man spricht aber von 1 Yuan, im Sinne von 1€.
In China ist das Bezahlen mit Kreditkarte (Visa, Mastercard) in Geschäften selten. Der Standard ist die Verknüpfung mit mobilen Apps. Genutzt werden Alipay oder WeChat Pay, indem man dort die Kreditkarte hinterlegt. Dies ermöglicht bequemes Scannen von QR-Codes, da Bargeld und Karten kaum noch genutzt werden.
Man installiert WeChat und Alipay vor der Reise und verknüpft sie mit der internationalen Kreditkarte. Fast alle Geschäfte, Restaurants und Taxis akzeptieren WeChat/Alipay, während physische Kreditkarten nur in gehobenen Hotels, großen Kaufhäusern oder internationalen Ketten funktionieren. In Tibet funktionierte keine Kreditkarte. Mit Alipay konnten wir fast immer bezahlen. WeChat Pay hat nicht funktioniert. Wir waren somit froh, dass wir zuverlässig auf Alipay zurückgreifen konnten. Ab einem Zahlungsbetrag von 200¥ wird eine zusätzliche Gebühr fällig, die direkt aufaddiert wird. Alle kleinen Buchungsbeträge sind kostenfrei.
Bargeld kann man mit der Kreditkarte am ATM bekommen. Es wird akzeptiert, ist aber häufig hinderlich, da Verkäufer oftmals kein Wechselgeld haben. Ein kleiner Betrag in Renminbi (RMB) als Notreserve ist sinnvoll. Man sollte kleine Scheine haben. Da 100¥ aber nur etwa 13€ sind, bekommt man beim Geldwechseln einen ganz ordentlichen Packen Scheine, die man nun mit sich herumschleppt.
Trinkgeld
Fahrer und Guides wünschen sich natürlich ein Trinkgeld. Dafür benötigt man Bares.
DiDi Chuxing - das chinesische Uber
Die App wird in der Regel nur Didi genannt und man verwendet sie wie Uber oder Grab. Sie hat eine englische Oberfläche und unterstützt internationale Kreditkarten zur Bezahlung. Sie ist in WeChat und Alipay integriert und sehr einfach zu nutzen. Man muss innerhalb dieser Apps nur nach Didi suchen und benötigt keine Weitere.
Google.maps
Vollkommen unbrauchbar: Google Maps. Die Daten sind veraltet und es gibt keine Infos zum Nahverkehr. Wir sind mit Maps.me sehr gut gefahren. Baidu maps oder Gaode Maps sollen auch gut sein, sind aber ausschließlich auf chinesisch verfügbar. AMaps ist eine sehr gute App zur Routenplanung in Städten.Read more
















































































































































































































































































































































































































































TravelerSind die Toiletten unisex? Nee, oder?
TravelerUnisex zum Glück nicht. Es reicht auch so. Diese hier war sauber. Es gibt aber auch welche, da sind die Wände bis hoch mit S….. verspritzt. Ohne Worte.
TravelerDie kenne ich auch noch aus China. Hätte nicht gedacht, das es die noch gibt...
TravelerOh doch. Es gibt fürchterliche Modelle. Ohne Worte. Da muss man ganz stark sein.