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- Day 2
- Sunday, July 30, 2023
- ☀️ 26 °C
- Altitude: 58 m
United StatesTheatre District40°45’43” N 73°58’52” W
New York, New York

Big, bigger, New York… 🏙️
Wir durften innerhalb von 9 Tagen eine Stadt der Superlative erleben, vieles entdecken, hören, riechen, schmecken und einfach immer wieder überwältigt sein.
Da wir mit einem Backpacker Budget unsere Reisen des Sabbaticals unternehmen, war ich ehrlich gesagt zu Beginn etwas überfordert: Wie soll man in dieser bunten Stadt mit wenig Geld viel sehen? Soll ich euch was sagen: Das geht sowas von gut!
Alleine durch die Straßen von Manhattan, Queens und Brooklyn zu gehen und die Menschen, Bauten, Yellow Cabs 🚕 und generell das städtische Treiben einzuatmen war unbezahlbar und doch kostenlos.
Nebenbei bemerkt: Im Schnitt sind wir täglich 25.000 Schritte gelaufen. Um in die verschiedenen Statdtteile bequem zu kommen, sind wir immer mit der Metro gefahren.
Der Central Park ist ein WOW-Moment in dieser trubeligen Stadt gewesen: Weiten von schönen grünen Flächen zum Verweilen und Entspannen, Brunnen, Teiche und Straßenmusiker und das alles inmitten von riesigen Hochhäusern.
Auch das Laufen über die Brooklyn-Bridge 🌉 hat für Gänsehaut-Momente gesorgt. Da war so viel Energie unter den Menschen zu spüren. Das hat richtig angesteckt und glücklich gemacht. Und auch da waren so tolle Straßenmusiker, die den Moment noch lebendiger und einmaliger gemacht haben.
Die Freiheitsstatue haben wir uns mit einer Fähre, die daran vorbeifährt, angesehen. 🗽In Wirklichkeit ist sie nicht besonders groß und gar nicht so spektakulär, wie man es sich immer vorgestellt hat. Ebenso ist der Platz am Rockefeller Center, der zur Weihnachtszeit für die Schlittschuhbahn dient, nicht so groß wie in der Vorstellung. Aber der Platz dort generell sowie das Gebäude sind interessant.
Total faszinierend war der Besuch im China Town. Man hatte wirklich das Gefühl, mal eben nach Asien gebeamt worden zu sein 🙊. Richtig authentisch und das Essen war auch der Wahnsinn.
Ein Spaziergang über den sehr belebten, schrillen und vor allem bunten Times Square war auch wirklich besonders. Da war Reizüberflutung vorprogrammiert bei all der vielen bunten Werbung, den vielen Menschen auf einem Fleck und der ganzen Musik.
Im Gegensatz dazu stand die St. Patrick‘s Cathedral, die für Einkehr und Ruhe sorgte ⛪️.
Sehr berührend und bedrückend war der Besuch des Ground Zero… Als wir uns dort die Monumente angesehen haben, waren wir sprachlos und ehrfürchtig.
Natürlich haben wir uns auch Highlights gegönnt, die nicht umsonst waren:
Richtig zu empfehlen ist der Besuch des „Summit“. Das ist ein hohes Gebäude, in welches man in den 92. Stock fährt, um von dort oben einen atemberaubenden Ausblick über Manhattan zu haben. Das war wirklich crazy. Man hatte das Gefühl, das man schwebte, da man die Glaswände gar nicht wahrgenommen hat.
Auch das Broadway-Musical „Moulin Rouge“ war der Wahnsinn. 🎤Ich hatte schon das Gefühl, dass hier noch mehr Show und schauspielerische Leistung zu erleben waren als in deutschen Musicals.
Damit die Kultur nicht nicht zu kurz kommt, haben wir uns Karten fürs MET Museum gegönnt. Viel Kunst und spannende Kulturen waren zu entdecken 🖼️.
Da wir das Essen lieben, haben wir uns natürlich auch auf die neuen kulinarischen Momente gefreut. Spannend waren die Sabretts. Kleine Wagen á la Streetfood an jeder Straßenecke. Dort konnte man herrlich leckere frische Falafel auf Reis bekommen. Natürlich haben wir auch leckere american Pizza genossen. Aber auch das Essen in China Town war so fantastisch, dass wir dort zweimal hingefahren sind. Ich bin ein total Sex and the City-Fan, also war der Besuch der Magnolia Bakery ein absolutes Muss und der berühmte Banana Pudding war echt unbeschreiblich. Carries Wohnung haben wir uns auch von außen angesehen 🤩
Was nicht so der Knaller war, waren die Pancakes 😅 sie sehen toll aus, schmeckten aber komischerweise nach Laugengebäck.
Neben all den Abenteuern in der Stadt, war auch unsere Wohnsituation eines. In Queens haben wir gemeinsam mit drei anderen Parteien auf einem Flur mit gemeinsamen Badezimmer und gemeinsamer Küche gelebt. Hygiene wurde da nicht groß geschrieben. So waren wir stets mit einer Desinfektionsflasche gewappnet, wenn es zur Toilette oder Dusche ging 🧼. Unser Zimmer war nur 8 qm groß. Ein Bett und unsere beiden Rucksäcke, voll war es 😄.
So verlassen wir nun diese pulsierende und besondere Stadt und freuen uns nun vor allem auf ein eigenes Bad und natürlich auf das Entdecken von Miami 😍.Read more
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- Day 11
- Tuesday, August 8, 2023
- ☀️ 35 °C
- Altitude: 15 m
United StatesRoberto Clemente Park25°48’37” N 80°11’55” W
Hot…hotter… Miami

Wenn ich mich für einen humorvollen Einstieg entscheiden würde, würde ich sagen: „Das Beste an Miami war unsere eigene Toilette.“ Aber für so einen Einstieg entscheide ich mich natürlich nicht 😄.
Nach den wirklich durchweg erlebnisreichen und verzaubernden Tagen in New York waren wir nun sehr gespannt auf Miami.
Und was sollen wir euch sagen? Die Tage kamen nicht annähernd an die New Yorker Erlebnisse heran.
Als wir hier nachmittags landeten und zu unserer Unterkunft fuhren, wunderten wir uns, dass wir fast die einzigen Menschen auf den Straßen waren 😅. Schnell verstanden wir, dass es an der wirklich unmenschlichen Hitze lag 🙈 so eine Hitze haben wir bisher an keinem Ort der Welt erlebt. Selbst im Schatten brannte die ganze Haut und trotz mehrfachen Eincremens hatten wir schnell einen Sonnenbrand.
An unserem ersten Abend hatten wir mexikanisches Bier mit Mangogeschmack im Supermarkt gefunden. Wir freuten uns sehr, dieses abends zu genießen, erschraken dann aber beide beim ersten Schluck. Es schmeckte wie Meerwasser mit Fruchtgeschmack😅 was wir nicht wussten: mexikanisches Bier wird gerne mal gesalzen… Spannende Erfahrung.
Was man hier schnell spürte und sah, waren die spanischen Einflüsse ☺️ viele Spanisch sprechende Menschen und auch viele Lokalitäten. So wurden wir auf jeden Fall schon auf unsere bevorstehende Reise nach
Südamerika eingestimmt.
Die Hitze hat unseren Aufenthalt hier auf jeden Fall stark beeinflusst. Was ich hier wirklich täglich immer wieder schön fand, waren die vielen 🌴.
Wir haben in dem interessanten Viertel „Wynwood“ gelebt, das sich durch seine vielen bemalten Gebäudefassaden auszeichnet. Einige schöne Motive konnten wir erhaschen, mussten die Erkundung aber dann doch wegen der (ratet mal) wahnsinnigen Hitze abbrechen. Also ab in den klimatisierten Bus und ab ins Viertel „Little Havana“.
Eine kurze Bus-Story am Rande: das Busfahren ist hier eine andere Art von Erlebnis.
Teilweise haben wir knapp eine Stunde auf unseren Bus warten müssen, obwohl die Busse eigentlich laut Plan alle 15 Minuten kommen. Dafür kamen dann aber oft alle vier Busse einer Linie hintereinander an😅 Selten kam ein Bus mal pünktlich…Zweimal haben wir auch erlebt, dass der Busfahrer plötzlich anhielt, um gemeinsam mit dem gesamten Bus Pause zu machen oder eine Toilette zu suchen 😂. Und Fahrräder werden einfach vorne unters Fenster geklemmt.
Es gibt hier auch sogenannte „Trolleys“, die richtig süß nostalgisch aussehen und umsonst fahren.
Man braucht hier auf jeden Fall viel Zeit, wenn man die Stadt hier nur mit dem Bus bereisen möchte #Backpacker. Die Zeit haben wir natürlich, aber nur für euch als Tipp, falls ihr mal nach Miami möchtet. 😎
So nun zurück zum eigentlichen Text. Als wir im „Little Havanna“ ankamen, haben wir erstmal ein Lokal angesteuert, das wir in einer Netflix-Serie gesehen hatten und nun auch ausprobieren wollten. Da gab es die für sie bekannten „Fritas“- Burger mit Kartoffelraspeln. Der war ganz lecker. In diesem Lokal konnten wir schon mal unsere Spanischkenntnisse anwenden. Mehr schlecht als recht 😬. Gut, dass wir die nächsten 5,5 Monate quasi nur noch Spanisch sprechen können🙈.
Generell habe ich mir aber mehr von diesem Viertel versprochen. Es ist letztlich nicht mehr als eine lange Straße, die „Calle Ocho“, mit vielen Restaurants und Geschäften.
Am Ende dieses sehr heißen Tages gab es einen monsoonartigen Regen, der wirklich erfrischend war. Wir sahen aus, als kämen wir gerade aus der Dusche 🤣.
Am nächsten Tag erkundeten wir dann den in Liedern oft besungenen Miami Beach. Tatsächlich war ich da schon enttäuscht. Der Strand hier (das ist aber natürlich nur meine Meinung) hat kein Charisma und keine besonderen Ecken. In Thailand oder auf Bali wurden wir sehr mit den außergewöhnlichsten Stränden verwöhnt. 🙊.
Wir haben einige Tage am Miami Beach verbracht. An einem Tag versammelte sich plötzlich eine große Menschenmenge am Ufer und auf einmal schrien mehrere Menschen, dass alle aus dem Wasser sollen, da dort ein Hai schwimmt. Da war für einen kurzen Moment echt Panik angesagt. Vor allem, weil ein Pärchen im Wasser nichts davon mitbekam und wir alle Angst um die beiden hatten und wie verrückt riefen. Aber dann entpuppte sich der Hai als eine große Seekuh 😂.
Was in Miami Beach aus Film und Fernsehen bekannt ist, ist der Ocean Drive. Es war auf jeden Fall spannend, dort entlang zu schlendern und den Flair dieser Straße einzuatmen mit all den lauten und schillernden Bars und Restaurants.
An einem anderen Tag machten wir die Everglades unsicher. Das war auf jeden Fall ein Abenteuer mit so einem Airboot quasi durch die Landschaft der Everglades zu fliegen. Nur leider haben wir nicht einen einzigen Alligator sehen dürfen, weil (und wieder dürft ihr raten) es zu heiß war.
Unterm Strich muss ich sagen, dass es hier eine sehr teure (oftmals auch überteuerte) Stadt ist, in der man überwiegend am Strand die Zeit verbringen kann oder in Bars und Restaurants. So richtig Charme und Charisma habe ich hier generell nicht spüren und sehen können. Meine Vermutung ist, dass Miami durch die ganzen Fernseh-Serien wie z. B. Miami Vice oder auch durch einige Lieder diese Bekanntheit erlangt hat, aber nicht, weil es hier so besonders ist.
Ich hoffe, ihr versteht, wie ich das meine.
Man muss aber auch dazu sagen, dass das hier überhaupt kein typischer Backpacker-Stop (so wie auch New York) ist. Aber da es auf dem Weg nach Peru liegt, dachten wir uns damals, dass wir gerne ein paar Tage dort verbringen möchten. Miami fällt unter „Luxusurlaub“. Aber wir haben uns auch mit unserem Backpacker-Budget schöne Tage machen können. So haben wir uns z. B. einen eigenen Sonnenschirm für den Strand gekauft (einen Tag haben wir uns zwei Liegen gegönnt für 40$ 😅) oder an manchen Tagen Essen für die Mikrowelle gekauft. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass es da so viel Auswahl gibt und es sogar noch lecker schmeckt.Read more
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- Day 18
- Tuesday, August 15, 2023
- ☀️ 22 °C
- Altitude: 87 m
PeruPlaya Cascadas12°8’23” S 77°1’22” W
Bienvenido a Lima

Als wir in Lima ankamen, hatten wir keinerlei Vorstellung, was uns da so erwarten wird. Wir konnten direkt durchatmen, da wir dort fortwährende 20-22 Grad hatten. Das war ein krasser Kontrast zu Miami, aber über diese „Abkühlung“ freuten wir uns.
Während der Fahrt zur Unterkunft wurden unsere Augen und Ohren immer größer, denn es schien, als gäbe es keine Verkehrsregeln. Aus zwei Fahrspuren wurden schnell vier Spuren, da sich die Autos so dicht nebeneinander drängelten. Es wurde durchgehend mit den verschiedensten klingenden Hupen das waghalsige Überholen angekündigt. Es war uns ein Rätsel, wie sie alle bei den vielen Autos und dem ganzen Gehupe wussten, wer wen überholten möchte. Man hatte fast die ganze Zeit das Gefühl, dass es gleich knallt… Willkommen in Lima 😃.
Später erfuhren wir von einem Local, dass hier in Lima die gefährlichsten und riskantesten Fahrer der Welt ihr Zuhause haben.
Unsere Unterkunft befand sich direkt in der sehr belebten Stadt, im 21. Stock. Sehr laut, aber gerade abends auch sehr schön bunt anzusehen. Ihr könnt euch bestimmt vorstellen, wie laut es auch nachts mit dem ganzen Gehupe war 🙈 meist waren wir aber vom Tag so müde, dass es uns nicht all zu sehr störte. Die Wohnung war sehr groß, mit Küche und Wohnzimmer. So viel Platz waren wir tatsächlich gar nicht mehr gewohnt. Man gewöhnt sich schnell um.
Am ersten richtigen Tag dort erkundeten wir das Zentrum von Lima mit einer App, die uns die ganzen Gebäude und ihre Bedeutungen erklärte. Interessant war, dass es in Lima bekannte Balkone stehen, die sogar zum Weltkulturerbe zählen.
Sämtliche Gebäude und Plätze waren wirklich sehr malerisch.
Worauf wir uns sehr freuten: wir konnten uns so richtig am Streetfood-Essen ausprobieren und ganz neue Geschmäcker und Gerüche entdecken. So probierten wir unter anderem die typischen peruanischen Donuts, die sogenannten Picarones, die Nelken und Anis im Teig enthalten. Spannend war auch Choclo con queso, Mais mit Käse. Zuvor hatte ich noch nie so riesige Maiskörner gesehen. Generell war das Treiben echt verrückt auf den Straßen. Es war einfach ein wirklich riiiiesengroßer Markt mit unsagbar vielen Menschen und Geräuschen. Der bisher größte Mark, den wir auf der 🌎 besucht haben.
Des Weiteren erfuhren wir, dass die Kulinarik in Peru aus vielen südamerikanischen Kulturen bzw. Küchen besteht. Das hat das Probieren umso spannender gemacht. Zum Beispiel sind viele Venezolaner aus politischen Gründen nach Lima gewandert und haben natürlich auch ihre Küche mitgebracht. So durften wir an einem Abend die super leckeren Arepas, gefüllte Maisfladen mit z. B. Avocado, schwarzen Bohnen und Kochbanane genießen. Nur mit dem Verständigen war es nicht immer so einfach, da wir in den meisten Situationen nur mit Spanisch weiterkamen. An einem Stand wollten wir erfragen, aus welchen Zutaten dieses Essen besteht und bekamen daraufhin den Preis genannt 😂.
So nun aber genug von meinem ganzen Essensgeschwärme🙊🙈
Am darauffolgenden Tag haben wir eine geführte Radtour unternommen, um Barranco und auch die Nachbarstadt Miraflores (zwei von insgesamt 43 Stadtteilen) näher zu entdecken. Auch an der Küste sind wir lang gefahren. An dieser Stelle muss man mal kurz erwähnen, dass alles grau in dieser Stadt ist: Die Gebäude, der Himmel und das Meer. 😅 Aber die Menschen dort machen alles wirklich bunt. Alle, die wir trafen waren stets sehr offen freundlich und gesprächig.
Das Meer in Lima ist sehr beliebt für Surfanfänger. Kurz überlegten wir, einen Kurs zu buchen. Aber bei durchgehend dunklem Himmel und 14 Grad Wassertemperatur war die Überlegung dann doch schnell vom Tisch 😃.
Unser Fahrrad-Guide erzählte uns, dass es nur ca. 2-3 Mal im Jahr regnet. Es sieht wirklich jeden Tag danach aus, dass es gleich einen richtigen Platzregen geben wird, aber nein, es hielt sich immer.
Einige Straßen, gerade in Barranco, verspürten hier und da spanischen Flair, so wie man ihn von Mallorca oder Teneriffa kennt. Ansonsten hatte der Rest der Stadt mit seinen Gebäuden und Straßen eine ganz eigene Wirkung.
Am letzten Tag gingen wir beide zum Frisör. Anfänglich hatte ich doch etwas Bedenken wegen der Sprache und den Techniken (die tatsächlich anders als unsere in Deutschland sind). Immer wieder habe ich mir innerlich gesagt : „Sei einfach offen, sei einfach offen“.
Nach ganzen 5 Stunden habe ich dann glücklich und mit frischer Farbe den Salon verlassen und habe auch dort einen wirklich interessanten Menschen kennengelernt. Auch Marcel war mit seinem Friseur total zufrieden.
Den krönenden Abschluss gab es dann am letzten Abend in einer charismatischen Bar mit dem peruanischen Nationalgetränk: den Pisco Sour 🍹.
Nun sind wir in Iquitos angekommen und freuen uns auf eine dreitägige Amazonas-Tour (dort gibt es nur 2 Stunden am Tag Internetzugang 😁).
Möge das neue Abenteuer beginnen.Read more
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- Day 23
- Sunday, August 20, 2023
- ☁️ 32 °C
- Altitude: 93 m
PeruHondo Cocha3°27’3” S 72°51’57” W
Dschungelbuch Iquitos

Nach den letzten drei Posts von meiner herzallerliebsten Frau habe ich mich - Marcel - „freiwillig“ von all den möglichen Kandidaten für den nächsten Footprint gemeldet. Auch wenn ich die Momente aus Iquitos nur halb so gut niederschreiben kann wie die Erlebnisse waren, wird der Eintrag super spannend. Teaser ist lang genug. Fangen wir also mal an:
Nach der frischen Abkühlung bei 20 Grad in Lima waren wir bereit für das nächste große Abenteuer. Es sollte nach Iquitos gehen. Besser gesagt: fliegen. Nach einer angenehmen Flugzeit von 2,5 Stunden erreichten wir Iquitos. Was?? Dir sagt Iquitos gar nichts?? Macht nichts, kennt man auch in der Regel nicht. Dann mal hier ein paar Infos:
Iquitos ist Perus größte Stadt im tropischen Regenwald. Außerdem ist sie die größte Stadt der Welt, welche man nur per Flugzeug oder Boot erreichen kann. Genau. Man ist quasi am A…. der Welt. Also genau das richtige für uns!
Angekommen am „Flughafen“ freuten wir uns auf die angenehme Hitze von 33 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 85% … NICHT!
Bis wir zur Gepäckrückgabe ankamen, wurden wir bereits von den lieben, sehr penetranten Taxifahrern befallen. Da hilft leider auch nicht das beste Mückenspray. Nachdem wir das Gepäck erhalten haben und uns für einen Taxifahrer entschieden haben, ging es direkt in die City von Iquitos, zu unserem kleinen Airbnb Zimmer. Leider ohne Klimaanlage, wie wir direkt feststellen mussten. Aber gut, ist ja nur für eine Nacht. Naja, was soll ich sagen? Die Nacht war die Hölle. Wortwörtlich. Nicht nur wegen der Hitze, sondern auch wegen der mausgroßen Kakerlake, die Jana natürlich kurz vorm Schlafengehen entdecken musste. Wir haben ihn Louis genannt..
Unausgeschlafen wurden wir mit nur einem kleinen gepackten Rucksack (wir konnten nur 10 Kg mitnehmen) vom Zimmer abgeholt. Toller Service von der gebuchten 3-Tages-Dschungel-Tour, die wir in Lima bereits gebucht hatten. Es ging direkt zum Amazonas-Fluss, wo wir direkt in ein Speedboot eingestiegen sind. Die Fahrt war sehr laut und teilweise holprig. Das störte aber nicht, da wir die ganze Fahrt über erstaunt vom Fluss waren. Geballte Natur. Fast nur unberührter Dschungel. Einfach unglaublich. Unglaublich ist auch die Breite des Amazonas. Ich hatte ihn mir wie eine etwas breitere Weser vorgestellt. Ist aber eher so breit wie der Dümmer lang. Liebe Grüße hier an Marie und Pommes, die ich mit dem Dümmer assoziiere.
Wir waren in der Trockenzeit da. 11 km sind da also eigentlich nichts zu der 45 km Breite zur Regenzeit.
Apropos 45: Nach ca. 45 Minuten erreichten wir den ersten Stopp unserer Tour: isla de los monos. Zu deutsch: Affeninsel. Habe ich sogar mit meinem Spanisch verstanden.
Es waren die ersten Schritte in den Dschungel. Wir waren fasziniert. Nach 20 Minuten gehen erreichten wir eine Anlage. Eine Anlage? Wir dachten, dass die Affen alle wild leben? Tun sie auch. Die Anlage ist lediglich die Auffangstation für verletzte Affen sowie Affen vom Schwarzmarkt. Sobald die Affen wieder fit sind, werden sie ausgewildert. Also quasi so wie wir gerade im Dschungel..
Um der Anlage herum gab es aber wilde Affen, die sehr zutraulich waren. Wie Kinder hebten sie die Arme hoch. Das internationale Zeichen für: „Heb mich hoch!“ Und tatsächlich konnte man sie wie Kinder ganz einfach hochheben. Anders als bei Kinder klettern sie aber auf den Kopf drauf.
Ich spielte viel mit den Affen. Es machte einfach Spaß. Wer mich kennt, der weiß, dass ich mich wie im Paradis fühlte. Ich habe überlegt für immer da zu bleiben. Aber habe mich doch dagegen entschieden. Wer soll denn Janas Finanzen regeln?
Nach herzzerreißender Trennungen ging es weiter mit dem Boot zu unserer Unterkunft. Es war eine Dschungel-Lodge direkt am Fluss. Wir waren relativ überrascht. Doch größer als gedacht. Mit Pool. Sogar mit Strom und Wifi. Platz für 30 Gäste. Meistens belegt mit 20. Das Zimmer war auch größer als gedacht. Zwei Betten, eigenes Bad und eine Terrasse mit Hängematte. Und an allen Öffnungen Netze. Bestimmt nur für die Mücken. Hofften wir natürlich..
Nachdem wir im Gemeinschaftsraum vom Mittagsbuffet gegessen haben, bekamen wir eine kleine Erklärung zur Unterkunft: Strom und Wifi gibt es dreimal am Tag zu den Hauptzeiten für ein paar Stunden. Hmm okay.. wird spannend.
Du hast vorhin übrigens richtig gelesen: Es gab Buffets. Serviert wurden nur lokale und einheimische Sachen. Sehr spannend. Vor allem die Geschmäcker.
Kaum Zeit zum Ausruhen haben wir direkt den nächsten Programmpunkt gemacht: die Suche nach rosa Delfinen. Rosa Delfine? Richtig gehört! Tatsächlich gibt es super viele mitten im Amazonasfluss. Nach einer kurzen Bootsfahrt blieb das Boot an einer Mündung stehen. Unser Guide machte komische und verschiedene Tiergeräusche. Es war aber zu keiner Zeit komisch. Sein Verhalten wirkte eher ehrfürchtig. Nach wenigen Minuten sprangen tatsächlich Delfine aus dem Fluss. Also nicht wirklich springen, sondern haben sich kurz mit der Flosse extra für uns blicken lassen. Oder vielleicht doch nur zum Luftholen...
Nach erfolgreicher Delfinjagd blieben wir im Boot und suchten uns einen Platz um Piranhas und Katzenfische zu angeln. Mit einem kurzen Stock und ebenfalls kurzer Schnur, einem kleinen Haken und etwas rohem Fleisch versuchten wir unser Glück. Leider waren die Fische immer zu schnell und fraßen alles vom Haken. Unser Guide holte aber ein paar Fische aus dem Fluss, die er aber unverletzt wieder zurück schmiss.
Mittlerweile war es 5 Uhr und wir fuhren Richtung Lodge zurück. Super spannender Tag, waren aber froh, jetzt zuhause zu sein. Als wir zum Zimmer gingen, wurden uns Gummistiefel in die Hand gedrückt. Bestimmt brauchen wir die für den nächsten Tag. „Bitte ins Zimmer stellen und nicht vor die Tür, wegen der Spinnen“.
Nach leckerem Essen hieß es: Wir treffen uns um 20 Uhr für die nächste Tour. Nächste Tour? Ja genau, eine Nachtwanderung im Dschungel. Bitte Gummistiefel und lange Kleidung anziehen.
Und Taschenlampen mitbringen. Und ganz viel Mückenspray.
Voll verkleidet gingen wir also um 20 Uhr mitten in den angrenzenden Dschungel. Es war bereits eine Stunde komplett dunkel. Die einzigen Lichter waren unsere Taschenlampen. Wie in einem Horrospiel. Nur in 3D. Das einzige was uns irgendwie Sicherheit gegeben hat, war unser erfahrener Guide und die sehr dicke Sohle unserer Gummistiefel. Wir sahen direkt viele verschiedene Tiere. Vor allem Spinnen.
Nach 1 Stunde waren wir eingespielt und es war nichts mehr gruselig oder beängstigend. Dicke Spinnen begrüßten wir beiläufig und hofften auf neue Tiere.
Plötzlich blieb der Guide stehen. „Bewegt euch nicht. Macht bitte alle Lichter aus“. Okay? Was ist jetzt los?
Wir machten es. Er erklärte kurz, dass wir uns einfach den Wald anhören sollen. Ohne störende Lichter. Ah okay. Sowas kenne ich. Ich mach das beim Einparken auch: Ich drehe die Musik leiser um besser sehen zu können… Spaß bei Seite. Die zwei Minuten waren unglaublich. So viele Geräusche, die man vorher gar nicht so wirklich wahrgenommen hat. Einzigartig.
Nachdem wir im Zimmer ankamen, erwarteten uns weitere Tiere. Louis, unser Kakerlaken-Freund, hat anscheinend seine Freunde angeheuert, um bei uns Stress zu machen. Das haben sie auch geschafft. Nach einem durchgeführten Exorzismus mit allen Kakerlaken konnten wir beruhigt ohne Licht und Abkühlung durch den Ventilator schlafen. Falsch gedacht! Als Jana nach einer Stunde Halbschlaf auf die Toilette gehen wollte, bemerkte sie, dass sie gerade mit einer Kakerlake im Bett kuschelt. Die Nacht war somit vorbei. Für uns beide. Aber hey, die nächste Tour beginnt ja bereits um 5 Uhr morgens, um den Sonnenaufgang anzusehen.
BREAK
Ich merke gerade, dass ich ziemlich detailliert schreibe. Wenn ich für die nächsten Tage ebenfalls so schreiben würde, dann sitze ich hier noch Stunden. Ihr dann beim Lesen auch. Deshalb wird es hier ab jetzt etwas kürzer zusammengefasst.
Nach der sehr kurzen Nacht haben wir den Sonnenaufgang im Boot sehr genossen. Die Farben waren am Himmel einfach magisch. Genauso wie das Frühstück. Mit uns frühstückte nämlich ein wilder Papagei, der mehrmals täglich vorbeikommt, um Essen zu bekommen. Er wird liebevoll Pedro von allen genannt. Käse mochte er am liebsten.
Nach der Stärkung sind wir erneut durch den Dschungel gegangen, um ihn am Tag zu erleben. Es war aber nicht mehr so spannend wie am Abend, aber trotzdem sehr aufregend. Unser Guide erklärte uns viel. Viel über traditionelle Naturheilkunde. Oder auch natürliches Viagra…
Komplett vollgeschwitzt sind wir zurückgekehrt und hatten ein paar Stunden Pool- und Essenszeit. Endlich mal ausruhen. Da konnte ich direkt mal die Drohne auspacken. Geil!
Während des Fliegens bekam ich plötzlich starke Kopfschmerzen. Nach einem Mittagsschläfchen ging es aber wieder, so dass ich für das Nachmittagsprogramm wieder fit war. Vorerst..
Wir fuhren mit dem Boot auf eine sehr große Insel, die zur Regenzeit komplett überflutet ist. Dort entstehen In der Trockenzeit kleine Seen. Krokodile und Anakondas fühlen sich hier sehr wohl. Das ist aber nicht unser Ziel. Sehen wollten wir die größten Seerosenblätter der Welt. Leider haben wir nur kleinere Exemplare gesehen. Trotzdem war es eine sehr spannende Tour. Auf dem Rückweg haben wir einen Stopp gemacht bei einer lokalen „Brennerei“. Wir haben alles probiert. Vielleicht waren wir auch leicht angeschwippst. Unser Guide auf jeden Fall. Zum Glück fährt er nicht das Boot..
Ausgestattet mit gekauftem Alkohol haben
wir den Abend mit anderen Gästen in der Lodge ausklingen lassen. Wir haben den Alkohol liebevoll „Biest“ genannt. Schmeckte wie Obstler. Brannte wie Obstler. Nur noch stärker. Ein Biest halt.
Als wir ins Zimmer gingen, wurde auch direkt der Strom ausgeschaltet. Zum Glück haben wir bereits geduscht. Unsere größte Angst waren wieder die Kakerlaken. Die waren jedoch unser kleinstes Problem. Ich habe plötzlich Schüttelfrost bekommen und direkt darauf Fieber. Hmm vielleicht Malaria? Obwohl wir haben ja prophylaktisch Gegenmittel genommen.. hmm.. mal eben googeln, ob das sein kann. Nööö. Geht ja nicht. Haben ja kein Internet. Mit sehr wenig Schlaf und ein paar Paracetamol überlebte ich die Nacht.
Am nächsten Tag war es tatsächlich ein bisschen besser. Den Guide gefragt, was das sein kann. Er meinte auf Englisch „Isolation“. Sehr typisch. Bekommen viele. Einfach Wasser trinken und Paracetamol nehmen. Hmm okay. Weil wir hier isoliert sind? Verstehen wir nicht. Aber gut. Ein paar Stunden später hat er es nochmal angesprochen und diesmal haben wir es richtig verstanden: „Insolation“ meinte er. Das konnten wir dann auch googeln: Hitzeschlag.
Mit leichten Kopfschmerzen und - durch das viele Trinken - immer vollen Blase habe ich die letzte Tour trotzdem genießen können. Ein Besuch bei einem indigenen Volk namens Jaguares. Die Frauen haben aus Palmen Kleidung und Schmuck gebastelt. Gefärbt mit natürlichen Mitteln aus dem Dschungel. Wäre für Jana nicht vielfältig genug gewesen. Gut, dass sie nicht im Dschungel geboren ist.
Die Männer gehen traditionell jagen. Ich durfte mit einem Schießrohr schießen. War ziemlich cool. Habe aber leider nicht gesehen, ob ich das Ziel getroffen habe. Wollte nämlich gut für die Videoaufnahme aussehen und habe deshalb meine Brille abgenommen.
Nach einem gemeinsamen Tanz sind wir zurück zur Lodge gefahren und haben nach dem gemeinsamen Essen mit Pedro ausgecheckt.
Zurück sind wir wieder mit dem Boot zur Innenstadt von Iquitos gefahren. Nach einer nicht als zu spannenden Nacht sind wir anschließend mit dem Flieger wieder zurück nach Lima geflogen.
Zusammenfassend kann man sagen, auch wenn die Reise für Touris ausgelegt ist, war alles sehr authentisch. Würde ich komplett jedem so empfehlen. Bis auf die Isolation. Ähm, ich meinte Insolation.Read more
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- Day 28
- Friday, August 25, 2023
- ☀️ 28 °C
- Altitude: 413 m
PeruLaguna Huacachina14°5’18” S 75°45’57” W
Vom Meer(Paracas) zur Wüste(Huacachina)

Ganz kurz vorweg: der heutige Footprint bezieht sich nicht, so wie sonst, auf mehrere Tage, sondern nur auf einen Tagesausflug. Dieser war aber so besonders, dass wir diesem einen Footprint widmen wollten.
Vom Dschungel ging es zurück in die Zivilisation von Iquitos und von dort zurück mit dem Flieger (Schande auf unser Umwelthaupt) nach Lima.
Hier haben wir einige Tage in einer sehr schönen Unterkunft, dieses Mal in dem Stadtteil Miraflores, verbracht und hatten nun auch wieder 24 Stunden am Tag Internet und Elektrizität 🤭.
Da wir gerne Paracas und Huacachina, ein kleines Oasen-Dorf direkt an einer Wüste besuchen wollten, ging es nochmal zurück nach Lima.
Weil es sich hierbei um weite Distanzen handelt, haben wir uns eine geführte Bustour organisiert.
Nun ging es also um 5.30 Uhr nach wenigen Stunden Schlaf los nach Paracas. Ich weiß, ihr fragt euch nun schon länger, was das eigentlich ist: eine sehr kleine Stadt in Peru, die berühmt für die Seelöwen und Pinguine auf dem offenen Meer ist.
Nach knapp 5 Stunden Busfahrt ging es zum Bootsanleger. Da wurde uns schon direkt klar, dass es mitunter ein Kampf mit dem Magen geben könnte 😅.
Die Fahrt raus aufs Meer bis zu dem Spot dauerte eine knappe Stunde. Unterwegs hielt das Boot dann an einem der bekannten Nazca-Zeichen (auch hier hätte man noch eine weitere Tagestouren machen können) an. Dieses hier zeigte einen Kaktus.
Das Boot wackelte unheimlich. Der Guide wollte alles auf Spanisch und dann auf Englisch erklären. Er hörte gar nicht auf mit dem Reden auf Spanisch und bei mir hörte die Übelkeit nicht auf. Gut, dass er das alles dann auch nochmal auf Englisch erklären wird, bis wir weiterfahren😃.
Zwischendurch konnten wir übrigens immer mal wieder einen Seelöwen aus dem Meer schauend entdecken.
Als wir die Tiere erreichten 🦭, sahen wir wirklich schöne Felsformationen und sehr viele Seelöwen, die sich sonnten, ihre Babys versorgten oder ins Wasser hüpften. Auch konnten wir hier und da einige Pinguine ausmachen. 🐧
Was dieses Erlebnis neben der ganzen Wackelei auch abenteuerlich machte, war der unbeschreiblich eklige Gestank der Tierhinterlassenschaften 🙈. Mein Magen hatte echt zu kämpfen 🤣.
Zurück an Land hatten wir dort noch etwas Freizeit und dann ging es für weitere 2 Stunden Richtung Huacachina.
Da kamen wir dann so richtig ins Staunen, da wir zuvor noch in keiner Wüstenlandschaft waren. Wirklich wirklich atemberaubend und wie so Vieles, was man live und das erste Mal erlebt eigentlich unbeschreiblich.
Zuerst betraten wir das Dörfchen mit einigen Restaurants, Hotels, Ständen und natürlich der berühmten Oase.
Gerade dort am Wasser war es besonders schön: die Sonne, die sich darin spiegelte, daneben einige Palmen und am Horizont die Wüste… Magisch ✨!
Unsere Cappys hatten wir vergessen. Alle ums uns herum schienen aber an so etwas gedacht zu haben, was uns sehr verunsicherte. Also schnell ab zu einem kleinen Shop, um dort nach harter Verhandlung zwei Cappys zu ergattern. 😅 Nun waren wir beruhigt und freuten uns auf die Baggy-Tour OHNE Sonnenstich durch die Wüste.
Als wir so auf unsere Buggys warteten, trugen alle um uns herum Bandana-Tücher um den Hals. Mist… sowas hatten wir auch nicht. 😃 Zuvor hatten wir die teilweise sehr lästigen Straßenverkäufer mit ihren Bandanas abgewehrt und nun waren wir dann diejenigen, die hinter ihnen herliefen, um auch einen Halsschutz zu haben 🙈.
JETZT sind wir aber sowas von bereit für die Sandwelt!
Im Bus erzählte der Guide uns, dass es sich anfühlen würde wie eine Achterbahnfahrt. Öööhm, nur dass die Fahrt 2 Stunden durch die Wüste geht und nicht wenige Sekunden wie im Freizeitpark. Marcel konnte es mit diesem Fakt gar nicht mehr abwarten, naja, bei mir war es eher das Gegenteil 😅.
Aber soll ich euch was verraten?! Es war der H-a-m-m-e-r!! Auch das Gefühl, so durch die Wüste mit unserem Gefährt beinahe zu fliegen, war unbeschreiblich. Das Wort „Freiheit“ hat heute auf jeden Fall eine neue Bedeutung für uns bekommen 🏜️🆓.
Die Sandberge waren teilweise wirklich sehr steil und hoch… aaaah… Bauchkribbeln pur.
Zwischendurch haben wir immer wieder mal angehalten, um auf einem Board einen Hügel runterzufahren. Auch total verrückt das Gefühl. Ich dachte erst ans Schlittenfahren, aber man kann es damit nicht vergleichen.
Nach weiteren Achterbahnfahrten durch die Wüste durften wir den wunderschönen Sonnenuntergang genießen. 🌅 Kurz zuvor hatten wir es noch knapp 30 Grad und schwups war es kalt, als die Sonne weg war.
Total verrückt.
Voller neuer Erlebnisse und Momente in Kopf und Herz ging es nun zurück im Bus nach Lima.
Wir saßen in der ersten Reihe. So hatten wir den besten Blick auf den Busfahrer, der schon seit morgens 5.30 Uhr mit uns fuhr (Immer wieder mal sagen wir: „Oh, sowas gäbe es nicht in Deutschland.“ Und auch in diesem Moment fiel dieser Satz.). Der Arme war völlig übermüdet und musste uns nun noch über 5 Stunden bis nach Lima durch die Nacht fahren. Marcel und ich hatten wirklich Angst, dass etwas passiert. Also konnte ich trotz Übermüdung kein Auge zumachen, die Augen immer auf den müden Busfahrer gerichtet, der sich mit verschiedensten Sachen wachhalten musste. Außer dem Busfahrer und mir schlief der ganze Bus.
Im Zweifelsfall eines Sekundenschlafes hätte ich vielleicht reagieren können. Später unterstütze mich der Marci dann auch bei meiner Mission 🙈.
So sang der Busfahrer immer wieder die Lieder aus dem Radio mit, klopfte rhythmisch aufs Lenkrad, schnippte mit den Fingern, warf sich alle 5 Minuten einen Cracker in den Mund und rieb sich immer wieder mal durchs Gesicht… irgendwann hielt er rechts an. Wir dachten, dass er sich vielleicht kurz ausruhen möchten (wir hofften es eher). Aber dann ging die Tür auf und unser Guide stieg aus dem Kofferraum unterhalb des Busses zurück in unseren Bus. Dort hatte er einige Stunden geschlafen.
Freunde, so etwas gäbe es in Deutschland nicht 😅.
Als wir dann endlich in Lima ankamen, hätte ich den Busfahrer am liebsten in den Arm genommen.
Wir freuten uns sehr auf unser Bett und so nahm dieser abenteuerliche Tag sein Ende.Read more
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- Day 30
- Sunday, August 27, 2023
- ⛅ 21 °C
- Altitude: 3,415 m
PeruCusco13°30’59” S 71°58’25” W
Cusco - 4 Jahreszeiten an einem Tag

Ja, ihr habt richtig gelesen 🤭 Wir sind die letzten Tage im wunderschönen Cusco gewesen, in dem man wirklich alle Wetterlagen am Tag hatte. Morgens war es sehr frühlingshaft, man brauchte eine Jacke. Mittags war die Sonne dann doch so warm, dass ein T-Shirt reichte, nachmittags roch die Luft plötzlich nach Herbst und es wurde merklich kälter und nachts hatten wir nur 6 Grad (und keine Heizung in unserer Unterkunft, es war wirklich sehr kalt). Für diese kalten Stunden am Abend und in der Nacht haben wir uns mit wärmenden Ponchos, Handschuhen und Stirnband ausgerüstet und eine Wärmflasche musste auch her 😂. Ein noch krasserer Kontrast zu Miami und dem Amazonas als Limas Wetter.
Wow, das war nun eine lange Erklärung zur Überschrift, entschuldigt 🙈.
Was sollte man aber vor allem über Cusco wissen? Es ist DIE Stadt der ganzen Inka-Historie. Dort sind viele viele Überreste zu finden. So wie die Inka-Stadtmauern, die von wirklich jedem Touristen, den wir gesehen haben, mit Staunen berührt und fotografiert werden musste (nur wir haben das irgendwie nicht gemacht 😅). Von hier aus kann man sehr gut das „Sacred Valley“ besuchen sowie den „Machu Picchu“, was wir auch demnächst besuchen werden. Alles mystische und beeindruckende Orte, um der Geschichte und dem Wirken der Inkas näher zu kommen.
So, nun aber noch ein kurzer Schwenker zu unserer Ankunft in Cusco. Zuvor hatten wir uns schon belesen, dass viele Menschen für einige Tage unter der sogenannten Höhenkrankheit nach Einreise in Cusco leiden. Cusco liegt auf über 3000 Meter, was bedeutet, dass hier der Luftdruck sinkt und so weniger Sauerstoff in die Lunge gelangt. Daran muss sich der Körper erstmal gewöhnen. Wir kauften uns bereits in Lima die sogenannten „Sorojchi-Pills“, die dagegen helfen sollten. Marcel halfen sie mehr als mir, der war nach seiner Isolation, ich meine Insolation wohl immuner.
Ich hatte extreme Kopfschmerzen und ein Benommenheitsgefühl, sodass die ersten beiden Tage nicht so viel los war 😅. Eines der krassesten Symptome war wirklich, dass man nach wenigen Schritten bereits völlig außer Atem war. Das legte sich bei uns erst nach 4 Tagen. Was uns auch half, waren die hier beliebten „Coca-Blätter“. Wir haben sie als Tee getrunken oder in Toffee-Form gegessen.
Nach den letzten vier wirklich turbulenten und erlebnisreichen Wochen wurden wir hier also quasi etwas zur Entschleunigung „gezwungen“.
So genossen wir ohne vollgeplante Tage das wirklich bunte Cusco. Die Menschen und all das Treiben in den Straßen machen es so bunt. 💙💛💚💜
Des Öfteren besuchten wir den großen und lebendigen „Mercado San Blas“. Dort gibt es wirklich alles, was man sich vorstellen kann: viel frisches Obst und Gemüse, Tee und Gewürze, Fleisch jeglicher Art (manche Dinge wollte man da wirklich nicht sehen oder riechen 😅), Brot-und Teigwaren, aber auch viel Handwerksware.
Ebenso gibt es dort einen größeren Bereich mit Streetfood. Ja, richtig, einer unserer Lieblingsplätze während unseres Aufenthaltes dort. Wir sind immer wieder zu der gleichen Köchin gegangen, weil es uns so gut geschmeckt hat. Wir haben uns immer schon richtig aufeinander gefreut und uns immer mit “hasta mañana” verabschiedet. Alles an typisch peruanischem Essen bietet sie an ihrem Stand an. Oft aßen wir ein Gericht mit „arroz de chaufa“ (peruanischer Reis).
Auch einiges andere an Streetfood probierten wir dort aus. Unter anderem den sogenannten “Emoliente”, ein heißes oder kaltes Getränk, das ich mir fast täglich holen musste. Die Damen mit diesem Stand haben etwas Besonderes an sich. Sie haben verschiedenste Flaschen mit unterschiedlichen Säften und Sirups sowie einen großen dampfenden Topf mit vielen Kräutern. Wenn du also einen Emoliente bestellst, fangen sie mit ihrer Straßenkunst an und mixen aus den Flaschen und dem heißen Topfinhalt den Tee. Diesem Tee wird übrigens eine heilsame Wirkung nachgesagt.
Oh und noch was 🙈 Sagt euch die „Pepino“ etwas? Das ist eine Melonenbirne, die ihre Heimat in Südamerika hat. Soooo lecker und fruchtig.
Immer wieder, wenn wir durch die vielen Straßen schlenderten, waren wir von der Energie in dieser Stadt begeistert. Man kann es nicht beschreiben, aber wenn man die Höhenkrankheit überstanden hat, wird man auch von dieser Energie getragen und angesteckt.
Natürlich ist nicht alles wie im Bilderbuch, denn wir sahen täglich, wie sehr die Menschen mit unterschiedlichster Ware auf der Straße ums Überleben kämpften. So nahm uns dieser Teil Cuscos sehr mit. Aber selbst diese fliegenden Straßenhändler hatten wiederum eine positive Ausstrahlung, was dann auch schon wieder faszinierend war. Generell hat uns die Mentalität der Menschen in Peru bisher wirklich sehr gefallen. Alle sind immer offen und freundlich sowie hilfsbereit. Wir fühlen uns hier total wohl, fast wie zuhause.
Wo wir uns in Cusco auch sehr wohlfühlten, war „Plaza de Armas“, quasi der Hauptplatz Cuscos, gelegen in der Altstadt. Auch hier war eine besondere Energie zu spüren. So saßen wir des Öfteren auf diesem Platz und bewunderten die schönen Gebäude wie u.a. die Kathedrale von Cusco und das Bergpanorama.
Also ganz klare Reiseempfehlung🤭!Read more
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- Day 35
- Friday, September 1, 2023
- ☁️ 19 °C
- Altitude: 2,469 m
PeruMontaña Machu Picchu13°9’54” S 72°32’40” W
Sacred Valley und Machu Picchu

Unser nächstes Abenteuer durften wir im „Sacred Valley“ erleben. Das „Sacred Valley“, auch „das Heilige Tal der Inkas“ oder „das Urubamba-Tal“ genannt, liegt 20 Kilometer nördlich der Inka-Hauptstadt Cusco in den Anden.
So nahmen wir uns ein sogenanntes „Collectivo“ (Sammeltaxi) in Cusco, um unseren ersten Stop in „Moray“ zu machen. Dort sahen wir ein ehemaliges Konstrukt der Inkas: Sie bauten kreisförmig Flächen zum Anbau von Nahrung. Wie ihr auf dem Bild sehen könnt, haben sie das sehr smart für die Wasserversorgung konstruiert. Das Wasser konnte immer weiter nach unten fließen und alle Kreise bewässern. Da das Wetter sehr rau war, kam hier schon eine mystische Stimmung auf.
Weiter ging es mit einem privaten Fahrer zu den „Salzterrassen von Maras“. Ein wirklich beeindruckender Ort! Hier wird bis heute Salz gewonnen. Die Fläche ist wirklich riesig und die Luft wie am Meer.
Von dort aus wanderten wir ein ganz schönes Stück durch die schöne Berglandschaft, unseren Weg nach Ollantaytambo vor Augen. Als wir die Hauptstraße erreichten, kam ein Schulbus an uns vorbei, der uns mitnehmen wollten. Auch das war ein Abenteuer 🙊 der Bus war voller Schulkinder. Also quetschten wir uns ganz vorne auf den Boden. Im Laufe der Strecke sammelte der nette Busfahrer noch weitere Menschen ein, die nach Ollantaytambo wollten. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie es in diesem Bus aussah 😅 Alle quetschten sich noch stehend in den Gang. Auch sowas würde es in Deutschland nicht geben 😂.
Als wir dann schließlich ankamen, waren wir von dem kleinen Ort wirklich begeistert. Auch hier fanden wir uns umgeben von wunderschönem Bergpanorama wieder. Auch konnten wir hier in den Fußstapfen der Inkas weitere Überbleibsel erkunden: Eine Inka-Festung, die als Eingang zum 80km entfernten Machu Picchu diente. Hier durften wir schon mal eine kleine Version des Machu Picchu erleben ☺️.
Nach einer Nacht in Ollantaytambo ging es dann mit dem Peru Trail nach Aguas Calientes, genauer gesagt „Machu Picchu Pueblo“, um dort dann den Machu Picchu zu besuchen. Diese Fahrt war auch wirklich ein Erlebnis für sich. So waren schöne viele Berge, ein reißender Fluss und hier und da wilde Tiere unsere Reisebegleiter während der Fahrt 🤗.
Machu Picchu gehört zu Südamerika, so wie das Bier zu Deutschland 🙊
Nebenbei ist es noch Teil des Unesco Kulturerbes. Also war dieser Besuch der heiligen Inkastätte schon vor Monaten fester Bestandteil unserer Reisevorhaben.
Was wir aber während unserer ganzen Recherchen nie lasen, war der Fakt, dass man gerade für den September schon mehrere Monate vorher die Tickets online kaufen sollte. Davon erzählten uns Reisende in Iquitos. Mist, und nun?
Zunächst schauten wir online nach und tatsächlich hätte es erst Ende Oktober wieder Karten gegeben. Der Machu Picchu ist in vier verschiedene Routen aufgeteilt. Route 2 ist die beliebteste. Für andere Routen hätten wir Anfang September noch etwas bekommen. Aber so schnell geben wir ja nicht auf. 🙅
Nach weiteren Recherchen und einigem Gerenne bereits in Cusco, befanden wir uns nun im „Ministry of Culture“ in Machu Picchu Pueblo, um dort Karten für besagte Route zu erwerben. Nach zweistündigem Anstehen haben wir dann tatsächlich unsere favorisierten Karten für den nächsten Morgen erstehen können 🤩. Das haben wir übrigens oft gelesen, dass die beste Zeit die frühen Morgenstunden sind…
… nun gut. Nach einer sehr unruhigen Nacht ging der lang ersehnte Ausflug zum Machu Picchu los.
Leider war das Wetter nicht auf unserer Seite. Um 7 Uhr morgens standen wir im strömenden Regen an der Bushaltestelle, eingepackt in unsere Regencapes. Zu dem Zeitpunkt war ich schon ziemlich erkältet. Alles nicht ganz so optimal nach all der Planung, dem Reiseweg und den ganzen Tickets für Zug, Bus und Machu Picchu 😅 Aber davon haben wir uns die Vorfreude nicht nehmen lassen.
Bereits unten im Tal trafen wir auf einen netten Guide, den wir dann für unseren Trip buchten.
Nach einer sehr kurvigen und vor allem nebligen Fahrt oben auf den Berg, standen wir nun am Eingang vom Machu Picchu. (Unser Guide beruhigte uns, was die Fahrt nach oben betraf. Er sagte, dass alle Busfahrer aus Lima kämen 😂 Ihr erinnert euch vielleicht noch an die rasanten Fahrten, die wir in Lima hatten. )
Der erste Eindruck war: Warum sind hier SO viele Menschen und wo kommen sie alle her 😅 Ein unfassbar überlaufener Ort. Vor Corona besuchten täglich 10.000 Menschen diese heilige Inkastätte. Heutzutage sind es „nur“ noch 4.000 am Tag.
Also wanderten wir mit unserem Guide los, der uns viele Hintergründe über diese Stätte erzählte. Weiß einer von euch, warum die Inkas im 15. Jahrhundert ausgerechnet dort oben ihren Platz wählten? Weil nur dort die Coca-Blätter so reichlich wachsen 🤗. Und wusstet ihr, dass in den ganzen Aufzeichnungen nie ein Name gefunden wurde und der Name „Machu Picchu“ erst in heutiger Zeit gewählt wurde? Der Machu Picchu ist eigentlich ein Berg nebenan, der am bekanntesten ist. Seit 2021 weiß man, dass der ursprüngliche Name wohl „Huayna Picchu“ lautete. Um aber nicht durcheinander zu kommen, belassen wir es in dem Blog bei dem bekannten Namen 🙈.
Da es ununterbrochen regnete, war alles und vor allem der typische Ausblick auf die Inkastätte von viel Nebel umhüllt. Das machte das ganze Erlebnis wirklich sehr sehr mystisch und geheimnisvoll, aber auch ungemütlich 😅😂. Der Guide war sehr ambitioniert, was das Fotoschießen anging. So bat er uns immer wieder, uns zu positionieren (das hieß dann Ponchos schnell aus und Zähne zusammenbeißen, äh, ich meine natürlich lächeln 😃). Auf diese Weise kamen viele schöne Erinnerungsfotos zustande.
Es war wirklich sehr interessant und faszinierend, über die ganzen Ebenen des Machu Picchus zu wandern, die Gebäude-Überreste von Nahem zu betrachten und den Geschichten des Guides zu lauschen. So oft haben wir schon das beliebte Fotomotiv des Machu Picchu von oben im Internet gesehen und nun durften wir selber dort oben stehen und den wahnsinnigen Ausblick genießen 🤭.
Wie ging es weiter? Meine Erkältung wurde nach diesem Erlebnis stärker und auch Marcel erkältete sich. So verbrachten wir die letzten Tage wieder in Cusco. Eigentlich hatten wir hier noch ein paar Touren geplant, aber tagelanges Fieber machte uns einen Strich durch die Rechnung.
Nun geht es heute Abend mit einem Overnightbus (12 Stunden 🙈) nach Arequipa.Read more
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- Day 44
- Sunday, September 10, 2023 at 6:00 AM
- ☀️ 11 °C
- Altitude: 2,352 m
PeruMuseo Santuarios Andinos16°23’58” S 71°32’14” W
Die weiße Stadt-Arequipa

Mittlerweile sind wir schon so viel rumgekommen. Was ich mir wirklich wünschen würde: Euch hierhin zu beamen, damit ihr auch all diese Farben, Gerüche, Aromen, Geschmäcker, Eindrücke, Menschen und Orte miterleben könntet.
Wir sind immer wieder so dankbar und fasziniert, was die Welt alles bereithält.
Ich schweife immer gerne aus, aber das liegt daran, dass ich euch am liebsten alles alles nahebringen möchte. Daher verzeiht, wenn das Lesen zu lange dauert 🙈
Nun sind wir in Arequipa- auch die weiße Stadt genannt. Die meisten Gebäude bestehen aus weißem Vulkanstein, dessen Vulkane sich unweit der Stadt befinden.
Hier sind wir übrigens mit einem Overnightbus 12 Stunden hingefahren. Es war eine Horrorfahrt 😅 Man wurde dauerhaft hin und her geschüttelt, da die Straßen einfach nicht die besten sind. Obendrauf gefiel es dem Busfahrer ständig zu beschleunigen, um dann auch direkt wieder abzubremsen 🙈. Um 6 Uhr morgens kamen wir völlig übermüdet im sehr kalten morgendlichen Arequipa an. Ich wollte einfach nur noch ins Bett, aber unsere Unterkunft teilte uns anders als zuvor abgesprochen noch nachts mit, dass wir leider erst um 10 Uhr morgens in unser Zimmer könnten. In diesem Moment wollte ich die Reise einfach nur abbrechen 😂. Wir kamen dann aber in einem Übergangszimmer unter. Nach 4 Stunden Schlaf wollte ich die Reise dann doch nicht mehr abbrechen 😁.
Was uns als erstes gefiel: das Wetter. Hier durften wir nach längerer Zeit ein paar Stunden Sonne am Stück auf unserer Haut genießen. ☀️ Aber auch die Architektur war schön anzusehen. Darüber hinaus sind hier viele tolle Bars und Restaurants zu finden. Zwar lieben und genießen wir das Essen und das Leben auf den ganzen Märkten, aber hin und wieder sitzen wir auch gerne mal in Lokalitäten 🤗. Unter anderem haben wir hier ein wahnsinnig leckeres veganes Restaurant entdeckt, das sämtliche Nationalgerichte (die hier sehr fleischlastig sind 🙈) in veganen Varianten anbot. An sich geht nichts über echte Milchprodukte, aber das war wirklich ein Geschmackserlebnis.
Neben der weiterhin umwerfenden Kulinarik durften wir in dieser Stadt auch unseren Kulturhunger stillen. So waren wir in dem wohl ziemlich bekannten „Monasterio Santa Catalina“ (Ups, muss man als Relilehrerin eigentlich alle Kloster der Welt kennen? Ich kannte es nicht). Dieses Kloster hat eine interessante Geschichte, die ihre Anfänge im 16. Jahrhundert findet. Ursprünglich durften dort nur Töchter reicher Familien leben (meist die Zweitgeborenen). Eintreten konnte man nur durch eine hohe Mitgift. Dementsprechend ging es den Nonnen damals gut, sie lebten luxuriöser als die Menschen außerhalb der Klostermauern, hatten Bedienstete. Bis Papst Pius IX. dieses Leben Ende des 19. Jahrhunderts reformierte und bisherige Muster aufbrach.
Als Besucher heute kann man sämtliche ehemalige Wohnungen, spezielle Räume und die Kreuzgänge der damaligen Nonnen bestaunen. Auch heute leben hier noch ein paar Nonnen.
Wenn man in Arequipa ist, soll man die bekannte „Juanita“ besuchen (ich muss wohl wirklich mal an meinem Allgemeinwissen arbeiten 🙈). Juanita kann man im „Museo Santuarios Andinos“ besuchen. In diesem Museum befindet man sich auf weiteren Spuren der Inkas, denen wir ja bereits schon an einigen anderen Orten folgen durften. An diesem Ort geht es um die Opfergaben der Inkas: Kinder… Ich sage euch, dass ich während des gesamten Besuches Tränen in den Augen hatte, weil es so berührend auf eine erdrückende Art war.
Die Inkas waren sehr spirituell, glaubten an Sonnen-, Mond-, Wasser- sowie Erdgötter. Das größte Opfer, was man ihnen schenken konnte, waren Kinder. Hierzu wanderten sie tagelang zu den Bergen, um dann auf ca. 6.000 Meter Höhe die Opferung durchzuführen. Natürlich war es für die Kinder damals die größte Ehre. Aber aus heutiger Sicht schmerzt es, das alles zu hören. Sie bekamen ein fermentiertes Maisgetränk, das sie in einen halluzinatorischen Zustand versetzte. Meist bekamen sie auch noch Drogen. Dann gab es einen Schlag auf die rechte Schläfe und die Opfergabe war vollbracht 😢.
Erst Ende der 90er Jahre wurde Juanita oben in den Bergen gefunden. Mittlerweile wurden noch drei andere Mädchen und ein Junge gefunden. Ich schweife schon wieder viel zu sehr aus, aber all die Riten und vor allem die anderen Opfergaben wie Figuren aus Perlmutt oder Gold zu sehen oder die Kleidung, die sie damals während des harten und kalten Aufstieges brauchten, war einfach SO interessant. Bis auf natürlich die Sache mit den Kinderopfern.
Am Ende sahen wir dann Juanita hinter drei Scheiben dickem Glas und hohen Minusgraden sehr gut erhalten, berührend bis ins Mark.
Ihr erinnert euch vielleicht an unseren Lieblingsort „Plaza de Armas“ in Cusco. So einen Hauptplatz mit gleichem Namen gibt es auch hier. Auch hier haben wir uns direkt wohlgefühlt und die Umgebung und das Treiben mit einem Eis auf einer Bank genossen. Und natürlich die Sonnenstrahlen.
An einem Abend sind wir auf eine Dachterrassen-Bar. In einem Ratgeber hieß es, dass man in Arequipa am besten auf einer der vielen Dachterrassen das Hier und Jetzt leben kann. Das können wir auf jeden Fall bestätigen. Den schönen Hauptplatz von oben zu sehen, nebenbei den Sonnenuntergang zu beobachten und dabei einen guten Cocktail in der Hand zu haben, war grandios 🙃. Was ich noch gar nicht erwähnt habe: Arequipa ist neben den Vulkanen auch umgeben von schönen Bergen
Das waren unsere Highlights in Arequipa. ✨
Da ich noch nicht genug geschrieben habe 🙈, würde ich den Platz hier noch gerne nutzen, um ein paar Besonderheiten Perus aufzuschreiben, die ich bisher vergessen habe, in diesem Blog festzuhalten. Arequipa ist nämlich unser vorletzter Stop in Peru.
Die peruanischen Frauen, die sogenannten ,,Cholas” oder auch „Cholitas“ haben mich immer wieder in ihren Bann gezogen. Vor allem ihre traditionelle Kleidung, bestehend aus einem wirklich sehr breiten Rock, einem Hut und dem charakteristischen bunten Tuch auf dem Rücken. In diesem Tuch wird wirklich alles transportiert, was ihr euch vorstellen könnt. Besonders süß war immer der Anblick von kleinen Kindern darin.
Was wir täglich genießen durften: Das Aroma der Früchte und des Gemüses. Viele Jahre schon essen wir sehr regelmäßig Avocado 🥑 in sämtlichen Variationen. In keinem anderen Land haben wir SO aromatische cremige Avocados gegessen. Einfach unbeschreiblich. Die gibt es hier übrigens zu fast jedem Gericht. Auch die Mangos sind hier zum Hinknien und schmecken nochmal ganz anders als in Asien. Nebenbei haben wir hier einige neue Früchte wie die „Pepino“ kennenlernen dürfen.
Passend hierzu: Egal, wo man in Peru war, es hat an jeder Ecke nach Weihnachten gerochen🎄. Was die Peruaner lieben und zu jeder Tageszeit essen sind Mandarinen. Und was für 🍊. Riesengroß und saftig!
Im Sonnenschein und im T-Shirt Mandarinen zu essen war mal ein neues Erlebnis.
Wenn man hier auf dem Markt unterwegs ist oder an den vielen Straßenständen vorbeigeht, wird man wirklich immer mit „Mammi“ und „Pappi“ angesprochen 😅 Wenn man weder Mama noch Papa ist, ist das schon eine komische Sache. Ich habe mir dann immer vorgestellt, wie das in Deutschland im Edeka wäre: ,,Hey Mammi, hier ist noch eine Kasse frei!“ 🤣
Wo wir schon im Bereich des Einkaufes sind: Die Peruaner nutzen kein Duschgel. Wir haben das erst nicht verstanden, als wir in keinem Laden Duschgel fanden. Dafür aber wirklich überall übergroße Abteilungen am Shampoo (glaubt man erst, wenn man es gesehen hat 😅). Die Peruaner duschen lediglich mit einem Stück Seife. Ich habe mir erzählen lassen, dass einige Peruaner in den USA ihr Duschgel übers Internet bestellen 🙈.
Andere Länder, andere Sitten. Immer wieder spannend und faszinierend 🤭.Read more
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- Day 47
- Wednesday, September 13, 2023
- ☀️ 23 °C
- Altitude: 3,810 m
PeruIsla de los Uros15°48’30” S 69°58’16” W
Sonneninsel am Titicacasee - Puno / Uros

(Marcel) Auf dem Weg nach Bolivien machten wir einen zweitägigen Zwischenstopp kurz vor der Grenze in Puno. Die größte peruanische Stadt am Titicacasee.
In der Stadt haben wir uns aber nur für wenige Stunden aufgehalten, da unser eigentliches Ziel direkt auf dem Titicacasee liegt. Aber mehr dazu gleich.
Die Zeit in der Stadt war wieder typisch wir. Wir schlenderten die Straßen und Gassen entlang und hielten hauptsächlich Ausschau nach einem gemütlichen und vor allem preiswerten Restaurant. Essen ist für uns halt sehr wichtig. Nachdem wir hin und her diskutierten, verglichen und den selben Weg bereits dreimal gegangen sind, um wirklich das beste Restaurant zu finden, war Jana letztendlich genervt. Ihr Hunger hat mal wieder auf ihren Kopf ausgeschlagen. Sie bekam deswegen Kopfschmerzen. Hat aber vielleicht noch mit der Höhe zutun, denn wir sind mittlerweile über 2 Wochen im Schnitt auf 3000m Höhe.
Wir entschieden uns letztendlich für das erste Restaurant, das wir gesehen hatten. Halt typisch wir.
Mit gestärktem Magen gingen wir zu unserem Treffpunkt, wo wir von einem Taxifahrer zu einem sehr kleinen Hafen gefahren wurden. In Deutschland würde man das nicht Hafen nennen, sondern eher ein Friedhof für Boote.
Eine sehr authentische Frau holte uns mit einem kleinen Boot ab. Sie wird unsere Gastgeberin für die nächsten 2 Tage sein. Ihr Name ist Joanna. Das erste Stückchen bewegten wir uns auf den kleinen Wassergassen nicht mit dem Motor voran, sondern mit einem Stock und der reinen Muskelkraft der nicht ganz so weiblichen Joanna. Wir fühlten uns wie in Venedig. Nur halt ohne Häuser. Und ohne Brücken. Aber dafür mit sehr viel Seegrass um uns herum.
Das Seegrass im Titicacasee ist übrigens von der Beschaffenheit und Farbe wie Stroh. Nur etwas dicker.
Als wir aus der letzten Wassergasse mit dem Stock gedrückt worden sind, ging es mit dem Motor weiter. Es erschien aus dem Nichts eine Reihe von Häusern. Links und rechts. Und wir eine zeitlang mittendurch, bis wir unser eigenes Haus erreicht haben, welches wir über Airbnb gebucht haben. Sowas Jahrhunderte Altes mit sowas Modernem wie Airbnb gebucht. Fühlt sich irgendwie komisch an.
Alle Häuser auf dem Titicacasee sind auf kleinen selbsthergestellten Inseln gebaut. Auf manchen Inseln ist eine Reihe von Häusern, auf manchen aber auch nur ein Haus. Die Inseln sind teilweise hunderte Jahre alt und werden immer noch von einem indigenen Volk namens „Uros“ bewohnt. Daher auch der Name des Ortes: Islas de los Uros. Was so viel heißt wie „die Urus-Inseln“.
Die Inseln schwimmen übrigens im Wasser und bewegen sich mit dem Wasser wie ein Boot.
Ingesamt leben ca. 2000 (!) Menschen auf den Inseln. 2000 Menschen in einem Dorf würde ich normalerweise als Kuhdorf bezeichnen, aber das wirkte ganz anders. Es ist eher wie ein eigenes Land. Das einzige was gleich zu einem Kuhdorf ist, dass die Menschen sich alle gegenseitig kennen und alle miteinander verwandt sind. Und auch, dass man die Hinterlassenschaft teilweise ins Wasser entsorgt. Sorry an die Kuhdorf-Leser an dieser Stelle.
Unser Haus war auf einer kleinen Insel mit 5-6 anderen Häuser, die aber derzeit nicht bewohnt waren. Wir waren somit die einzigen auf der Insel. Na gut, nicht ganz. Joanna lebte am Ende der Insel im eigenen Haus. Es war aber soweit weg, dass es sich trotzdem anfühlte als wären wir alleine. Aber zum Glück so nah dran, dass wir ihren Hotspot nutzen konnten. Gott sei Dank!
Das Haus war ein Traum. Wir hatten eine eigene Terrasse mit einem Bett und Liegestühlen. Zwei Wände bestanden komplett aus Glas, so dass wir vom Bett aus auf den See und auch den Sonnenuntergang schauen konnten. Für die Minustemperaturen in der Nacht hatten wir zum Glück auch eine Gasheizung. Und ungelogen 6 dicke Decken.
Das einzige Außergewöhnliche war die Toilette. Es sah zumindest aus wie eine Toilette. Aber als wir den Sitz hoch machten, war ein Eimer mit einer Tüte darin. Jetzt haben wir auch den anderen Eimer neben der Toilette verstanden. Dort war nämlich eine Art Streu mit einer Tasse zum Schaufeln. Damit soll man die (Titi)caca bedecken. Wie beim Katzenklo. Miau!
Die zwei Tage und zwei Nächte waren Entspannung pur für uns. Die Sonnenuntergänge waren ein Traum. Außer dass es direkt 10 Grad kälter wurde, als die Sonne hinter dem Berg unterging. Dafür strahlte relativ schnell der Sternenhimmel über uns. Der Himmel war so klar, dass wir das erste Mal in unserem Leben die Milchstraße sehen konnten. Wir waren so erstaunt, dass wir direkt eine Sterne-App (dank Joannas Hotspot) runtergeladen haben, um mehr vom Sternenhimmel zu erfahren.
Das Erste, was wir über die App gesehen haben, war der Schütze, der direkt über uns leuchtete. Alle Leser hier wissen sicherlich, dass wir beide Schützen sind.
Ein Zeichen? Vielleicht… alle Leser wissen wahrscheinlich auch, dass ich daran gar nicht glaube. Es war also einfach nur Zufall.
Am nächsten Tag machten wir mit Joanna eine private Tour durch bzw. an den Uros-Inseln. Es war komplett auf Spanisch, wir haben aber tatsächlich fast alles verstanden. Unsere Fragen hat sie auch alle verstanden. Vielen Dank Doulingo!
Es gibt tatsächlich mehrere Schulen sowie Restaurants auf den Inseln. Alles muss man per Boot erreichen. Selbst kleine Kinder um die 5 Jahre, fuhren eigenständig Boot.
Nach der zweiten Nacht wurden wir von Joanna wieder zum „Hafen“ gebracht. Nach einer kurzen Taxifahrt erreichten wir unseren geliebten Reisebus (Nicht!), der uns zum nächsten Ziel gebracht hat: Copacabana in Bolvien.
To be continued.Read more
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- Day 51
- Sunday, September 17, 2023 at 3:00 PM
- ☁️ 18 °C
- Altitude: 3,632 m
BoliviaSaint Francisco Church16°29’47” S 68°8’13” W
Bolivien entdecken: Copacabana+ La Paz

Unser nächstes Land, das wir entdecken wollten, war Bolivien. Bisher hatte ich Bolivien immer nur mit Verona Feldbusch/ Pooth in Verbindung gesetzt. 😅
Schon in den ersten Stunden fiel uns auf, dass Land und Leute keinen großen Unterschied zu dem Erlebtem in Peru darstellten. Auch hier leben die mich so faszinierenden „Cholitas“ 🚺 und prägen das Bild dieses Landes.
Unser erster Stop für eine Nacht war Copacabana, nicht zu verwechseln mit der Copcabana in Brasilien 🙈. Mit den besungenen Momenten der Lieder hat dieses Copacabana nichts zu tun: Es war sehr klein, viel Flair war dort nicht zu finden. Dort gab es aber einen schönen Hafen am Titicacasee und eine wirklich schöne Aussicht vom „Cerro Calvario“.
Der Aufstieg war wirklich nicht ohne, da wir auch hier weiterhin durch die vielen Höhenmeter Schwierigkeiten mit dem Atmen hatten. Aber die Aussicht hat dann wirklich alle wieder wettgemacht 🤗.
Nachmittags haben wir dann noch einen Ausflug mit dem Boot zur „Isla del Sol“ gemacht. Da wir morgens schon gut das Klettern und Erklimmen trainiert hatten, waren die Steigungen hier besser zu schaffen. Ebenfalls hier wurden wir mit einer wundervollen Aussicht belohnt und konnten die Weiten des Titicacasees bei blauem Himmel bestaunen 🌊.
Nach diesem aufregenden Tag sind wir dann ziemlich erschöpft am Abend mit dem Bus nach La Paz gefahren.
Hier hatten wir seit Langem wieder mal eine ganze Wohnung nur für uns, was wir sehr genossen haben. Nach langer Zeit und vielen kalten Nächten hatten wir hier endlich eine richtig warme Dusche und eine Heizung. Man erkennt dann erstmal wieder so richtig, welch ein Luxus solch alltägliche Dinge doch eigentlich sind.
Am ersten Tag sind wir auf einem Markt förmlich ausgerastet und haben ganz viel leckeres Obst und Gemüse gekauft, welches wir in unserer Küche verarbeiten konnten und endlich wieder in den Genuss des Kochens kamen. 👩🍳👨🍳 Ebenfalls hier hatten Obst und Gemüse wieder ein unvergleichliches Aroma, vor allem die Avocados und die Mangos 😍
Von La Paz waren wir wirklich direkt begeistert, wir fühlten uns sofort wohl. Mit 800.000 Einwohnern ist diese Stadt unglaublich groß und gerade nach unserem Abenteuer auf der einsamen Insel am Titicacasee war das Leben hier doch ein echtes Kontrastprogramm.
Unsere Wohnung befand sich im 14. Stock und so hatten wir einen wunderbaren Ausblick auf das nächtliche strahlende La Paz. Ihr müsst wissen, dass das Besondere in La Paz die Lage ist: Es befindet sich in einer Art Kessel und somit umrandet von großen Bergen. So wirkt es im Dunkeln, als ob der Himmel mit seinen Sternen auf die Erde gefallen ist. ✨
Weiterhin lebten wir in hohen Höhen, was gerade in La Paz eine Herausforderung war 🙈 Hier geht es nämlich in einer Tour in Form von steilen Straßen oder Treppen hoch. Puh 🥵! Wenn wir wieder in Deutschland sind, sind wir und unsere Lungen fit für einen Marathon 😂.
So wie schon an vielen anderen Orten war auch hier das Lebensgefühl der Menschen ansteckend. Eine sehr lebendige und energiegeladene Stadt voller Straßenkünstler, bunter Märkte und neuen Gerüchen und Eindrücken.
Besonders sind hier die Seilbahnen, die hier genutzt werden wie in anderen Städten die Straßenbahnen.
Menschen, die weiter oben wohnen, mussten früher mitunter 4 Stunden täglich zu Fuß ins Zentrum zur Arbeit laufen. Damit es diese soziale Trennung nicht mehr gibt, wurde das 30 km lange Verkehrssystem ins Leben gerufen. ☺️ 2012 plante es ein österreichischer Architekt, 2014 wurde dann alles umgesetzt und in diesem Jahr fanden dann schon die ersten Fahrten statt.
Ein weiteres Verkehrsmittel sind die sogenannten „Minibusse“, die alle Straßen förmlich belagern. Gerade morgens und abends hat man überall die langen Schlangen der Menschen gesehen, die zur Arbeit bzw. wieder nach Hause wollten. In dieser Stadt gibt es nicht wirklich viele Ampeln, aber viiiel Verkehr. Man läuft einfach so über die Straße, teilweise müssen die Minibusse in die Bremsen gehen. Das Überqueren glich für mich jedesmal einer Mutprobe 🙈.
Am vorletzten Tag machten wir eine wirklich sehr interessante und informative Stadtführung. Auf dem Weg dorthin hörten wir immer wieder lautes Feuerwerk… Ja, ist denn schon Silvester? Unser Guide erklärte uns, dass dies ganz normal und ein Teil von Demonstrationen sei. Mhm, für uns fühlte es sich nicht so normal an 😅. An diesem Tag demonstrierten lautstark Krankenhausangestellte.
Ein sehr berühmter Teil von La Paz ist der sehr farbenfrohe „Witches Market“. Auch hier wird Spiritualität groß geschrieben. Wahnsinnig spannend, aber hier tatsächlich auch sehr erschreckend. Wir machten Halt in einem der vielen Läden auf diesem Markt, um dort zu erfahren, dass für die Bolivianer die „Pachamama“, Mutter Erde, eine sehr große Bedeutung hat.
Jeden Dienstag und jeden Freitag sowie an gewissen Feiertagen werden u. a. Zuckerplättchen verbrannt, auf denen jeweils Wünsche abgebildet sind. So wünscht man sich zum Beispiel ein großes Haus, ein Auto oder aber auch einen Partner oder Kinder.
Daneben werden auch sehr gerne Lamas zur Opferung verbrannt. Vor allem bei einem Hausbau werden tote sowie speziell hergerichtete Lamas genutzt, damit das Leben im neuen Haus von Pachamama beschützt wird. Die Lamas kann man in allen Größen kaufen. Je größer, desto größer ist die Freude der Mutter Erde.
Wir müssen zugeben, dass wir uns mit dieser Info schon nicht besonders wohl fühlten. Dann kam aber erst der richtige Schocker: In Bolivien ist es ganz normal, dass Menschen geopfert werden 😱 Der Guide erzählte uns total locker, dass für jedes neue große Gebäude kein Lama ausreicht, sondern ein Mensch herhalten muss. Hierfür werden überwiegend Obdachlose betrunken gemacht und dann lebendig und völlig benommen einzementiert… Das hat mich wirklich tagelang nicht losgelassen, denn wie ihr wisst, haben wir ja in einem sehr hohen Gebäude im 14. Stock gelebt. Ihr wisst, was das heißt…
Wir sagten dem Guide, dass dies ja Mord sei und es nicht sein könne, dass das einfach so möglich ist. Aber er entgegnete weiterhin völlig entspannt, dass dies nun mal ihr Glaube sei.
Ich hoffe, dass ich euch und eure Stimmung nun nicht völlig runtergezogen habe 😔. Aber das musste ich mit euch teilen.
Das „Helado de Canela“ ist ein sehr beliebtes und traditionelles Zimtsorbet. SO lecker!! Die meisten Bolivianer essen dies nach dem Besuch auf dem Friedhof. Das ist so Tradition. Mittlerweile gibt es auch noch ein sehr fruchtiges Mango-Sorbet.
Bereits in Peru wunderten wir uns über sehr viele Zahnarzt-Praxen und Kliniken. Hier erfuhren wir nun, dass es viele zuckerreiche Speisen gibt, die zum Beispiel in La Paz die Einwohner wegen der Höhenbeschwerden gerne zu sich nehmen. Somit gibt es aber auch eine hohe Nachfrage nach Zahnärzten 🙈.
Tatsächlich gab es auf der Tour einen weiteren Schocker: Das Viertel „El Alto“. Wir sind mit der Straßenbahn dort rüber „geflogen“. Zunächst fällt einem ein sehr großer und auch wieder sehr bunter Markt auf. Der Guide erzählte, dass dieser „Eyebrow-Market“ (wir sind hier an der höchsten Stelle der Stadt und hier oben leben überwiegend arme Menschen) unheimlich gefährlich sei und selbst Einheimische nicht gerne an diesem Ort sind. Jede Woche werden dort 3-4 Menschen auf offener Straße getötet. Puh… Auch daran musste ich noch Tage denken.
Oh man, jetzt denkt ihr wohl eher „Was für eine schreckliche und gefährliche Stadt!“. Aber wir haben uns bis auf die eben beschriebenen Momente immer sicher und sehr wohl gefühlt.
Zum Abschluss noch ein für mich sehr schöner Gedanke, den ich aus dieser Stadt mitgenommen habe: Den Bolivianern ist der Glaube an den Dualismus im Alltäglichen sehr wichtig: hell/dunkel, laut/leise, Leben/Tod usw. Alles bedingt sich im Leben und ohne die Gegensätze wäre der jeweilige Teil nicht besonders. Ein zwar sehr einfacher Gedanke, dennoch vergisst man die Bedeutung und Wichtigkeit im Alltag gerne mal.
Nun werden wir uns auf die Reise in die Salzwüste nach Uyuni begeben 🧂.Read more
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- Day 56
- Friday, September 22, 2023
- ☀️ 18 °C
- Altitude: 3,652 m
BoliviaTahua20°14’27” S 67°37’36” W
Uyuni- Die Salzwüste

Nach den sehr erlebnisreichen Tagen in La Paz ging es nun zum nächsten Stop: Uyuni. Von hier aus kann man die legendäre Salzwüste besuchen.
Diese Busfahrt war wieder mal eine Nachtfahrt. Allerdings war der jetzige Bus etwas komfortabler, sodass wir dann auch einige Minuten mehr als bei der letzten Busfahrt schlafen konnten 😃.
Früh morgens kamen wir in Uyuni an und waren vom Stadtbild etwas überrascht. Es erinnerte uns an eine Westernstadt, ziemlich karg und heruntergekommen und mitten im Nirgendwo. Im Hostel ruhten wir uns dann erst einmal etwas aus. Danach wollten wir die kleine Stadt erkunden und waren sehr vom Markt überrascht, der gefühlt dreimal so groß und lang wie die eigentliche Stadt war. Hier ließen wir es uns mit allerhand Streetfood gut gehen, um danach dann eine Tour in die Salzwüste zu buchen.
Am nächsten Tag ging es dann morgens mit zwei weiteren Touristen, Roberto, einem Brasilianer, und Jaap, einem Niederländer, los. Den ganzen Tag über waren wir mit einem Jeep und einem Guide unterwegs.
Zunächst wurden wir zum „Cementario de los Trenes“, einem Eisenbahn-Friedhof, gebracht. Das war schon ein starker Anblick mit all den alten Zügen, aber auch ein sehr überlaufener Ort. Wir haben auf jeden Fall mehr Touris als Züge gesehen 🤪.
Ein paar Fotos später sind wir dann mit dem Jeep in ein kleines Dorf gefahren. Dort haben wir eine kleine Fabrik besucht, in der noch komplett per Hand das Salz gebrauchsfertig gemacht wird, das aus der Salzwüste gewonnen wird. Das war schon wirklich interessant und beeindruckend. Vor allem wenn man unsere europäischen Fabriken mit all ihren modernisierten Verfahrensweisen im Hinterkopf hat. So gab es unter anderem eine kleine Abteilung, in der die Salztüten zugeschweißt werden. Dafür muss man manuell das Werkzeug mit Feuer anzünden.
Für 20kg Salz bezahlt man auf einem bolivianischen Markt umgerechnet 3 € 😳. Der Guide erzählte uns, dass dies natürlich viel zu wenig sei und sie deshalb auch von den Touristen „abhängig“ seien. So wurde um eine kleine Spende nach dem Betreten der Fabrik gebeten.
Danach bekamen wir ein sehr reichhaltiges und leckeres Mittagessen in einem Raum, dessen Möbel komplett aus Salz bestanden. Während des Essens hatten wir interessante Gespräche mit unseren beiden Mitreisenden. In wenigen Wochen werden wir auch Brasilien bereisen und bekamen von Roberto einige Tipps für Rio de Janeiro.
Das eigentliche Highlight kam aber erst jetzt: endlich ging es mit dem Jeep in die Salzwüste. 🤩
Die Weiten dort waren einfach unglaublich und wir hörten gar nicht auf, durch die Salzwüste zu fahren. Man sah den blauen Himmel und den weißen Boden. Theoretisch nicht viel, aber es war wirklich wirklich beeindruckend. Nebenbei machte unser Guide Musik an (darunter auch zwei deutsche Lieder für uns 🙈), was das „Schweben“ durch die Wüste noch etwas intensiver fühlen ließ.
Irgendwann stiegen wir inmitten der weißen Wüste aus und durften die Luft und den Aus-bzw. Anblick genießen. Man hatte das Gefühl, dass man gerade in einer Winterlandschaft umhergeht. Der Salzboden knirschte unter unseren Schuhen. Aber von oben schien die warme Sonne und die Luft fühlte sich sommerlich an, wir trugen T-Shirts. Verrückte Gegensätze ❄️☀️.
Gerne wird in der Salzwüste aufgrund der Weite mit der Perspektive beim Fotografieren gespielt. Auch wir kamen in den Genuss und Spaß, witzige und verrückte Aufnahmen zu machen und kamen sogar mit einem Dinosaurier in Kontakt 😂.
Weiter ging es mit dem Jeep zur „Isla Incahuasi“, eine Erhebung mitten in der Salzwüste mit jahrhundertealten Kakteen. Wir erfuhren, dass ein Kaktus pro Jahr bloß einen Zentimeter wächst 😳. Viele Kakteen dort haben also schon wirklich sehr sehr viele Geburtstage gefeiert 🙈. Es hat großen Spaß gemacht, diesen Berg mit all seinen stacheligen Freunden zu erklimmen und von oben die Aussicht der weiten weißen Wunderwelt zu genießen.
So, nun ging es natürlich wieder mit dem Jeep weiter. Wir kamen an einer Stelle an, an der wir wilde Flamingos bestaunen durften 🦩. Was ich auch nicht wusste (Roberto aber schon, der auch schon anfangs danach fragte), dass man hier Fotos mit super Reflexionen aufgrund einer Wasserschicht auf dem Salz machen kann. Da wir gerade in der Trockenzeit sind, ist dies nicht so gut möglich wie zur Regenzeit.
Dennoch haben wir einige schöne solcher Fotos machen können 🥰.
Apropos Regenzeit: Während dieser Periode ist die komplette Wüste voll mit Wasser. Da wird sie auch gerne als größter Spiegel der Welt bezeichnet. Mit dem Auto kann man dann nur sehr langsam (ca. 10 km/h) vorankommen, da das viele Salz das Auto zerstören könnte.
Langsam ging die Sonne unter 🌅. Unser Guide zauberte uns einen Tisch, Stühle, Wein und Snacks mitten in die Salzwüste. Und so konnten wir diesen besonderen Tag schön ausklingen lassen 🍷.
Nun geht es weiter in ein anderes Land: ab nach Chile, genauer gesagt nach San Pedro de Atacama.Read more

TravelerDas klingt so unfassbar schön! 😍 Die Bilder sind auch mal wieder wieder richtig gut geworden. Musste lachen als ich das mit dem Dino sah😂😂 Genießt den/die Tag/e in Uyuni und passt vor den Dinos auf!!
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- Day 57
- Saturday, September 23, 2023
- ⛅ 27 °C
- Altitude: 2,433 m
ChileSan Pedro de Atacama22°54’22” S 68°11’58” W
San Pedro de Atacama- eine weitere Wüste

Eine weitere lange Busfahrt sowie eine Grenzüberquerung später, fanden wir uns in einem weiteren Land wieder:
Chile
Nach den letzten beiden Ländern, Perú und Bolivien, waren wir nun wieder auf Land und Leute gespannt. Man muss aber direkt zu Beginn sagen, das wir nur in San Pedro de Atacama, einer Wüstenlandschaft, waren und es dann weiter nach Argentinien ging. Somit haben wir uns keinen allzu großen Eindruck von Chile verschaffen können.
San Pedro de Atacama ist sehr touristisch und beliebt aufgrund seiner Wüstenlandschaft. In sämtlichen Richtungen am Horizont kann man einige Vulkane sehen, was den Ausblick interessant gestaltet.
Als wir abends ankamen, war es immer noch so schön sommerlich warm. Wir waren wieder mal in einer anderen Klimazone, nachdem wir zuletzt vor allem sehr kalte Nächte hatten.
Es sah aus wie im Nirgendwo und fühlte sich auch so an. Mit unserem bolivianischen Restgeld in der Tasche wollte uns kein Taxifahrer mitnehmen. Also liefen wir 30 Minuten mit unseren sehr schweren Rucksäcken durch die Pampa zu unserer Unterkunft.
Am späteren Abend gingen wir dann zur „Innenstadt“ und waren dort von der Vielfalt an Läden und Restaurants sehr überrascht. Überraschend waren auch die sehr europäischen Preise, was wir nicht mehr gewohnt waren. Für zwei Pizzen und drei Getränke zahlten wir 60€ (Selbst für deutsche Verhältnisse wäre das schon echt teuer) 🙈.
Was uns hier wunderte: niemand konnte Englisch sprechen und die Karten in den Restaurants waren stets nur auf Spanisch. Und das in einer Touri-Hochburg 😂.
Am nächsten Tag legten wir einen ruhigen Tag ein, an dem nicht viel passierte. Die Busfahrten schlauchen immer ganz schön. Spontan telefonierte ich mit meiner Schwester und ganz spontan entschied sie, uns Ende Oktober während ihres Urlaubes zu besuchen. Da flippte ich natürlich vor Freude aus und schon begannen wir zu überlegen und zu planen. Normalerweise machen wir das „so weit“ im Voraus nicht, aber in diesem besonderen Falle mussten wir unsere Route genauer planen.
Nach dem einen ruhigen Tag, wollten wir am nächsten Morgen nun die Wüstenlandschaft entdecken. Hier ist es üblich das per Rad zu machen. Also haben wir uns bezüglich verschiedener Routen belesen und hatten uns für eine moderate Tour durch „Valle de la Muerte“ entschieden. Das „muerte“ (Tod) beunruhigte mich etwas, jedoch wurde diese Route auf mehreren Seiten als familien- sowie einsteigerfreundlich beschrieben.
Der Mann im Radladen, in dem wir unsere Räder ausleihen wollten, riet uns aber energisch von dieser Route ab. Er wies darauf hin, dass das „muerte“ in der Bezeichnung dieses Tales nicht zufällig gewählt wurde 🙈. Dort könne man schnell verloren gehen und nicht mehr gefunden werden. Ahhh!! Bei diesen Infos wurde uns direkt anders.
Er empfahl uns das „Valle de la Luna“ 🌙 (bei dem Namen hatte ich direkt bessere Gefühle 😅), welches sicherere Routen habe. Gesagt, getan. Während dieses Trips sagten uns übrigen drei Leute unabhängig voneinander, dass wir gaaanz viel Wasser mitnehmen sollen. Interessanter Fakt: diese Wüste ist die trockenste der Welt.
Dann sind wir also zusammen mit Google Maps zu der Mondschlucht gefahren. Der Weg dorthin erwies sich schon als sehr uneben 🙈 Bisher bin ich mit einem Mountainbike immer nur auf deutscher ebener Straße gefahren. Nun habe ich aber den Namen „Moutainbike“ so richtig verstanden 😂. Mit einem normalen Fahrrad wäre man nicht einen Meter vorangekommen.
Trotz des Gerukels und schweißtreibenden Tretens haben wir die bergige Landschaft um uns herum genossen. Nachdem wir dann den Startpunkt des Valle erreicht hatten, wurden wir dort zunächst über die verschiedenen Wege und über Sicherheitsaspekte belehrt (Oh man, auf dem Sofa ist es doch irgendwie schön und auch so schön ungefährlich 😂).
Mit der Sonne im Gesicht und einer immer neuartiger werdenden Umgebung vor Augen, traten wir weiter in unsere Pedalen. Hier und da durchquerte ein Fluss unseren Weg und auch hohes Pampasgras (das ich bisher nur in Wohnzimmern in schönen Vasen, vom sicheren Sofa aus, sah) wuchs hier in natürlicher schöner Weise am Wegesrand.
Nach einiger Zeit erreichten wir dann das wirkliche Highlight: Eine riesen Fläche an Felsformationen, ähnlich zu einem Canyon. Dort durch zu fahren, war wirklich unbeschreiblich abenteuerlich und einfach schön. Immer wieder fuhren wir durch Höhlen und freuten uns über die vielen Wege an den vielen Felsen vorbei. Hin und wieder mussten wir vom Rad absteigen, weil es zu steil bergab oder bergauf ging oder der Weg zu schmal zum Durchfahren war.
Irgendwann war es Zeit für eine kleine Pause. Wir waren an dieser Stelle ganz alleine. Und es war einfach nichts nichts zu hören. Nicht einmal Wind oder Vogelgeräusche. Wir hatten das Gefühl, taub zu sein 🙉. Diese Art der Stille haben wir zuvor noch nie erlebt. Wir dachten bis zu diesem Zeitpunkt immer, dass es am leisesten unter Wasser beim Tauchen ist. Aber da haben wir falsch gedacht.
Wie laut doch Stille sein kann. 📢
Mit vielen Bildern im Kopf und auch auf der Drohne (die haben wir auf unserem Heimweg angeschaltet, als es nur bergab ging. Es sieht also sehr entspannt auf den Aufnahmen aus 😂) kehrten wir glücklich und geschafft (was hätten wir spätestens jetzt für ein Sofa getan 😅) am Nachmittag zurück in unsere Unterkunft.
Am nächsten Tag wird es schon weiter in ein nächstes Land gehen: Nach Argentinien 🇦🇷.Read more
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- Day 60
- Tuesday, September 26, 2023 at 3:00 PM
- ☁️ 23 °C
- Altitude: 1,178 m
ArgentinaPlaza 9 de Julio24°47’22” S 65°24’36” W
Argentinien entdecken: Salta & Córdoba

(Marcel) Die Fahrt mit dem Bus nach Argentinien war mal wieder sehr lang und wackelig. Durch die vielen Berge sind die Straßen stundenlang im Zickzack hoch und runter gegangen, um den Steigungen entgegenzuwirken. Uns wurde dabei echt übel.
Was aber anders war als bei den anderen langen Busfahrten, waren die farbenreichen Berge auf dem Weg. Gelb, lila, blau etc. Teilweise war ein Berg in mehrere Farbschichten aufgeteilt. (Bunt durchgeschüttelt, jetzt weiß ich wie sich unsere Cocktails im Shaker fühlen).
Ich habe mehrmals Versuch unternommen, solche Berge abzufotografieren, aber - jetzt kommt Janas meistgesagter Spruch im Urlaub - „auf Fotos wirkt das gar nicht so“, weshalb ich die Fotos wieder gelöscht habe und euch nicht präsentieren kann.
Der Ort erinnerte uns an die Werbung von den Rainbow Mountains in Cusco, die wir eigentlich besuchen wollten, aber leider krank waren.
„Andere würden bestimmt extra Geld für die Fahrt ausgeben, um die Berge zu sehen“, sagte ich zu Jana. Tatsächlich sahen wir direkt unzählige Werbung mit Ausflügen zu den Regenbogenbergen von unserem ersten Ziel in Argentinien: Salta
Salta ist die größte Stadt in der farbenreichen Juyjuy-Region im nördlichen Teil Argentiniens.
Tatsächlich haben wir vorweg nichts geplant und uns auch nicht informiert, was wir hier machen können.
Ihr müsst wissen, dass wir mittlerweile planungsfaul bzw. -müde geworden sind.
Die bisherigen 2 Monaten waren bis zur Salzwüste vorweg in Deutschland grob geplant gewesen. Also nicht die genauen Tage und Aktivitäten, sondern grob die Route. Man fand bis dahin zahlreiche vorgeschlagene Routen im Internet und auch vor Ort viele Reiseagenturen mit vordefinierten Reisewegen. Daran konnte man sich gut orientieren.
Ab jetzt ist es also etwas schwieriger zu planen. Nicht nur wegen der Planungsmüdigkeit, sondern auch weil - wie bereits erwähnt - es keine Standardwege für Backpacker mehr gibt. Man will nichts verpassen und alles richtig machen, trotzdem sich einfach gleiten lassen und spontan bleiben. Aber immer mit dem Ziel, unsere Bucket-Liste abzuarbeiten.
Das Planen verbraucht tatsächlich echt viel Zeit. Teilweise haben wir ganze Tage damit verbracht. Die Zeit haben wir zwar, aber das Planen ist mittlerweile zu einer unbeliebteren Aufgabe/Arbeit geworden. Und keiner mag Arbeit im Urlaub. Außer Jan.
Unser eigentliches nächstes Ziel ist Buenos Aires. Auf dem Weg dahin möchten wir aber natürlich schöne Städte/Orte bereisen. Und so sind wir nach Salta gekommen.
Erst als wir angekommen sind, haben wir geschaut, was wir machen können. Die Regenbogenberge haben wir ja bereits gesehen. Die anderen Aktivitäten ähnelten sehr denen der letzten Wochen: Berge, Lamas, Klippen, Sterne. Daher haben wir uns dafür entschieden, in Salta nichts Großes zu unternehmen, außer die Stadt zu besichtigen.
Völlig übermüdet von der langen Busfahrt haben wir uns am ersten Tag in das erstbeste Restaurant gesetzt und waren etwas erschrocken von den Preisen.
Laut Umrechnungskurs im Internet sollten uns die zwei Pizzen mit Getränken ca. 45 Euro kosten. Wir dachten eigentlich, dass Argentinien günstig sei. Naja was solls. Völlig entmutig von den Preisen, aßen wir unsere Pizzen und haben beschlossen, die nächsten Tage nur noch selber zu kochen. Ansonsten hätten wir uns mit unserem festgelegten Budget für Argentinien nichts anderes leisten können.
Als wir dann zuhause waren, habe ich gemerkt, dass von der Kreditkarte nicht 45 Euro abgezogen worden sind, sondern ca. 20 Euro.
Nach etwas Internet-Recherche habe ich dann erfahren, dass es in Argentinien einen inoffiziellen Kurs gibt, der sich nach dem nicht offiziellen Blue Dollar-Kurs richtet. Mit Blue Dollar ist der Preis gemeint, den man auf dem Schwarzmarkt für erworbene US Dollar bekommt.
Davon hatte ich tatsächlich schon mal über meine Lieblingsplattform MyDealz mitbekommen. Mittels VPN (man täuscht vor, dass man aus Argentinien surft) konnte man im Internet damit günstiger digitale Produkte kaufen. Geht aber auf vielen Plattformen nicht mehr, da diese keine ARG$ mehr von Ausländern akzeptieren.
Nach weiterer Recherche habe ich festgestellt, dass sich fast alle VISA Karten seit spätestens diesem Jahr nach dem inoffiziellen Kurs orientieren. Da hatten wir ja Glück gehabt.
Alternativ musste man vor 2023 per Geld-Transfer das Geld zu einer argentinischen Bank senden, damit man den Blue Dollar Kurs bekommt, was aber Mehraufwand bedeutet hätte.
Ich finde es nach wie vor völlig irre, dass sich offizielle Banken nach einem Schwarzmarkt-Kurs orientieren, der außerdem relativ instabil ist. Wir freuten uns deswegen sehr und sahen uns doch nicht jeden Abend vorm Herd stehen.
Ja gut, ich korrigiere mich schon selber: wir freuten uns deswegen sehr und sahen Jana doch nicht jeden Abend vorm Herd stehen.
Außer des Faktes zu unserem Wechselkurs-Erlebnis gibt es zu Salta unsererseits nicht wirklich was zu erzählen.
Ein Unterschied zu den anderen Städten bzw. Ländern war z.B. dass fast alle Läden am Sonntag geschlossen haben. Außerdem gibt es eine Art Siesta (Mittagsruhe), wo auch große Läden am Nachmittag 3 Stunden geschlossen haben. Was auch in diesem Land Premiere war: „Uber“ (was wir bisher ausschließlich genutzt haben) war hier nicht üblich. Hier konnte man ohne Bedenken in jedes Taxi steigen, da hier wie in Deutschland Taxameter genutzt werden. Apropos Taxi: hier fühlten wir uns durch die vielen gelben Taxen wie in New York. Auch einige Straßen erinnerten uns vom Stil an New York.
Nach 3 erholsamen Tagen ging es weiter nach Còrdoba, der zweigrößten Stadt Argentiniens, das zwischen Salta und unserem eigentlichen Ziel Buenos Aires liegt.
Hier haben wir bereits vorweg festgestellt, dass auch hier nichts Großartiges für uns an Aktivitäten gibt, außer der schönen Stadt. Daher haben wir uns für mehrere Tage eine hochwertigere Wohnung in einem Hochhaus inklusive Balkon und einem Pool (den man aber letztlich nicht benutzen konnte, weil er nicht so gepflegt war) auf der Dachterrasse gegönnt.
Wir haben jeden Tag spontan geplant und das schöne Wetter bei angenehmen 25-28 Grad genossen.Read more
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- Day 67
- Tuesday, October 3, 2023 at 6:00 PM
- ☀️ 24 °C
- Altitude: 22 m
ArgentinaRío Matanza-Riachuelo34°38’22” S 58°21’46” W
Die Stadt des Tangos: Buenos Aires

Da uns die argentinischen Städte bisher nicht so umgehauen haben, waren wir nun sehr auf Buenos Aires gespannt. Ich kann euch direkt verraten, dass wir von dieser multikulturellen Stadt schnell begeistert waren und dort einiges erlebt haben.
Als wir abends (natürlich wieder nach einer seeeehr langen Busfahrt) in Buenos Aires ankamen, trafen wir auf einen sehr netten Taxifahrer, der Englisch sprechen konnte. Direkt kamen wir in ein sehr lebendiges Gespräch. Wir freuten uns, endlich einige Fragen zu diesem Land stellen zu können, ohne kompliziert auf Spanisch herum zu experimentieren. Dieser machte uns aber auch schnell Angst 🙈 Er zeigte uns (während der Fahrt!), bei welcher Körperhaltung von Einheimischen wir alarmiert sein müssen, weil sie uns bestehlen wollen. So gab er uns generell Tipps, wie wir uns auf der Straße verhalten sollten.
Die ersten beiden Tage bewegten wir uns noch sehr eingeschüchtert und freuten uns gerade hier sehr über die Bauchtaschen, die extra für das Tragen unter der Kleidung gemacht sind (An dieser Stelle nochmals ein großes Dankeschön an Juli und Arthur 🎁😘).
Von Tag zu Tag fühlten wir uns aber sicherer und wohler und konnten dann Eindrücke und Erlebnisse wieder mehr genießen. Zu Beginn habe ich in jedem den potenziellen Serienkiller gesehen 😅.
Einer unserer ersten Trips ging in das Stadtviertel „Palermo“ (was uns der Taxifahrer sehr empfahl 😅). Dort sah es aus wie auf den Straßen New Yorks und wir fühlten uns in unsere Anfangszeit unseres Sabbat-Abenteuers versetzt. Mit einem Kaffee einer hießigen Kette (ich mache hier mal keine Schleichwerbung😃) in der Hand, schlenderten wir durch die Straßen und atmeten Umgebung und den Moment ein. Palermo teilt sich in mehrere Viertel auf: Unter anderem gibt es das „Hollywood-Viertel“ mit vielen bunten Graffitis an den Häuserwänden und „Soho“, ein Viertel zum Ausgehen. Dort probierten wir an einem Abend das Nationalgetränk der Argentinier: Fernet mit Cola.
Zwar haben wir Fernet schon öfter in Deutschland gesehen, aber bisher noch nie den Moment gehabt, das zu probieren.
Wir erwarteten den Geschmack von Jägermeister, aber dieser Kräuterlikör schmeckte tatsächlich ganz anders. Kamille war hier vordergründig. Es war auf jeden Fall ein spannendes und leckeres Getränk 🤭.
Bekannt für Buenos Aires ist der Stadtteil „La Boca“. Dort ist viel Geschichte zu sehen und zu entdecken und auch viel Farbe 🎨.
Wir machten eine Stadtführung mit, die ihren Anfang am Hafen nahm. Dort erfuhren wir, dass im letzten Jahrhundert durch den Warenhandel einige andere Nationen ihren Platz in dieser Stadt fanden. Einfach hatten es die Menschen damals nicht. In der heutigen Zeit ist hier aber zum Glück ein friedliches Miteinander und eine große Wertschätzung gegenüber aller Kulturen 🙏.
Wir bewegten uns weiter und kamen zu den bunten Häusern, die so bekannt für La Boca sind. Hier haben früher die Hafenarbeiter gelebt. Alles einfach gebaute Häuser, teilweise aus Schiffsteilen bestehend. Heutzutage leben Kunst, Tanz und natürlich Tourismus in diesen Straßen. Viele Maler stellen hier ihre Werke aus, die einen Eindruck von dem damaligen harten Leben der Hafenarbeiter freigeben. Aber auch Tango tanzende Pärchen kann man auf sämtlichen bunten Bildern erblicken.
Was ich nicht wusste: Tango war früher ein sehr verruchter Tanz, der nur von Prostituierten getanzt wurde, um Männer in das Bordell zu locken. Es gab damals über 2000 Läden in Hafennähe😳.
Aber nach und nach fanden andere Länder durch die Globalisierung (zunächst vor allem in Paris) diese Art der Bewegungen faszinierend und der Ruf verbesserte sich.
Da dieses Land quasi die Geburtsstätte des Tangos ist und wir gerne tanzen, wollten wir unbedingt eine Schnupperstunde nehmen. Wo, wenn nicht hier 🙈?
Wir fanden uns in einem sehr verlebten Tanzstudio mit einem unglaublich witzigen und charmanten Tanzlehrer, Manuel, wieder. Er warnte uns direkt am Anfang mehrmals vor, dass er sehr unkonventionell unterrichten würde. Mhm, was meint er wohl damit?
Mit geschlossenen Augen tanzen und nach jedem Lied den Partner wechseln 😅. Nun verstanden wir seine „Warnungen“. Tatsächlich war es mal ein ganz anderes und neues Gefühl. Vor allem mit geschlossenen Augen zu tanzen und sich führen zu lassen. Wir waren 11 Teilnehmer aus verschiedensten Ländern. Aber da haben wir für einen kurzen Moment „die gleiche Sprache“ gesprochen, ohne zu reden: die Körpersprache.
Immer wieder tanzte man mit einem „neuen Unbekannten“ und ließ sich auf das Abenteuer des Tangos ein.
Mich hat es schon ein wenig gewundert, dass sich wirklich alle auf diese etwas andere Art und Weise des Tanzens eingelassen haben.
Manuel war es von Anfang wichtig, dass wir verstehen, dass DER Moment dieses Tanzes nicht in der Bewegung, sondern im Stillstand sei. Stehen bleiben, nach-und reinfühlen, dem Partner vertrauen. Auf jeden Fall ein sehr spannender Ansatz und vor allem ein ganz neuer, wenn man an all die anderen Tanzarten denkt.
Übrigens sieht man immer wieder Tango tanzende Pärchen auf den Straßen von Buenos Aires 💃.
Was wir auch immer wieder schätzten, waren die vielen grünen Flächen der Parkanlagen, die alle sehr unterschiedlich waren. So sind wir öfter einfach viele Stunden spaziert. Was mich ja nach wie vor glücklich macht, sind Palmen 🌴 Daran kann ich mich einfach nicht satt sehen. Selbst in dieser großen Stadt konnte ich immer wieder welche bestaunen.
Der „Ecoparque“ mitten in der Stadt war besonders schön. Dort konnte man viele Tiere und viel Flora und Fauna entdecken. Unter anderem einen Mix aus Känguruh und Hase. Ich weiß nicht, wie sie sich nennen 🙈.
In dieser Stadt gönnte ich mir einen Manikür-sowie Friseurbesuch (Im Vergleich zu den deutschen Preisen zahlt man hier für solche „Treatments“, wie man neudeutsch so schön sagt, nur 1/3 😳). Das sind auch meist Orte, an denen man mit den Einheimischen tiefer in Gespräche verfallen und so einiges über Land und Leute lernen kann. So erzählte mir der Friseur, dass man in Buenos Aires viele italienische Einflüsse finden kann (viele Italiener gehörten damals zu den Hafenarbeitern in La Boca). Unter anderem gibt es einige italienische Wörter, die sich in das Spanisch der Buenos Airer (schreibt man das eigentlich so🙈?!) geschlichen haben. Ebenso gestikulieren sie gerne mit ihren Händen beim Sprechen und auch Spirituosen wie Campari und auch Fernet findet man wirklich an jeder Ecke. Nur die Pizza wurde nicht traditionell übernommen. Hier heißt sie „Fugazetta“ und besteht aus zwei Teigschichten mit einer Mozzarella-Füllung und einer Zwiebelschicht oben drauf. Seeehr lecker, sage ich euch 🤭.
Auch dieses Land verlassen wir mit vielen neuen und einzigartigen Erlebnissen im Rucksack (ein Glück wiegen sie nichts 😂) sowie der Erkenntnis, dass auch hier die Menschen sehr offen, freundlich und kommunikativ sind 🤗.Read more
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- Day 73
- Monday, October 9, 2023
- ☀️ 26 °C
- Altitude: 164 m
ArgentinaIguaçu25°41’7” S 54°26’41” W
Iguazú-Wasserfälle 🇦🇷🇧🇷

Nun hieß es „Adiós Buenos Aires“ und „Hola Iguazú“. Um nach Iguazú zu kommen, sind wir nach langer Zeit mal wieder geflogen. Wir haben völlig vergessen, dass man ja das Gepäck für den Flug wiegen muss. Bei den gefühlten 84 Busfahrten, die wir die letzten Wochen gemacht haben, hat unser Rucksack-Gewicht nie interessiert. Nun ja, das Ende dieses Liedes war, dass wir knapp 7 kg an Sachen aussortieren mussten 😩. Darunter waren einige Sachen, die wir erst neu gekauft hatten. Das war keine leichte Entscheidung, was wir dort lassen und was wir mitnehmen. Unter anderem mussten wir eine heilige Aperolflasche (2€ kostet die hier nur 😱), ein komplett neues Waschmittel und Kaffepulver da lassen. Der Schmerz sitzt noch immer tief, sodass ich bisher völlig vernachlässigt habe, was genau unser nächstes Ziel ist😅: die größten und mächtigsten Wasserfälle der Welt in Iguazú in Argentinien.
Diese Wasserfälle gehören zu den größten Highlights Südamerikas wie der Machu Picchu oder der Amazonas. Somit hatten wir sie schon von Beginn an auf unserer Liste. Ebenso ist dieser Ort so beliebt, weil es ein guter Punkt zum Länderwechsel nach Brasilien oder Paraguay ist.
Nachdem wir in Iguazú landeten, fühlten wir direkt das tropische Wetter. Das hat uns direkt dieses typische Urlaubsgefühl gegeben 🤭
Als wir einen Taxifahrer baten, uns zur Unterkunft zu bringen, wollte er erstmal wissen, ob diese in Brasilien oder Argentinien sei. Da waren wir kurz stutzig, weil es uns ja klar war 😂 Aber dann fiel uns auf, wie nah einfach diese Länder beieinander liegen und dass diese Frage total berechtigt ist. Hier befinden wir uns genauer gesagt im Dreiländereck: Argentinien-Brasilien-Paraguay. Auf dem Weg zur Unterkunft sah ich ein sehr großes Verkehrsschild mit einem Tempolimit und einem Jaguar darauf und war ziemlich erschrocken. Der Taxifahrer amüsierte sich über die Reaktion und zeigte uns (oh man, die Taxifahrer in Südamerika brechen einfach sämtliche Regeln😅) ganz stolz während der Fahrt auf einer SEHR nebligen Straße (!) seine selbst aufgenommenen Videos von Jaguars, die hier die Straße überqueren. Hilfe! Dann sind hier wohl keine Spaziergänge mehr möglich 🤣 🐆.
In unserer Unterkunft bemerkten wir dann auch nochmal das sehr feuchte Regenwald-Klima. Alles war klamm 🙈. Aber ein Glück gab es hier keine Kakerlaken, weil alle Rohre im Haus ausgeräuchert wurden. Das beruhigte uns wirklich sehr nach den Attacken in Iquitos. Mit dem Bus und voller Vorfreude sind wir dann am nächsten Morgen in den Nationalpark gefahren, um die bekannten Wasserfälle zu bestaunen. Es ist wirklich ein sehr großer Park, der aus verschiedenen Wanderrouten besteht, über die man die Wasserfälle aus den verschiedensten Perspektiven und Distanzen anschauen kann. Man könnte alle Routen an einem Tag schaffen. Jedoch haben wir des Öfteren gelesen, dass man 2Tage einberechnen könnte. Wir entschieden uns für die zwei beliebtesten Routen, die uns unter und einmal über die Wasserfälle führten.
Bereits am Anfang sahen wir große Menschenmassen, an manchen Stellen fühlte man sich wie auf dem Hamburger Weihnachtsmarkt: Es gab kein Vor und kein Zurück, die Richtung wurde vorbestimmt 😅. ABER: Wir sahen vor allem unheimlich schöne Massen an Wasserfällen 💦. Es war wirklich ein Naturschauspiel, so nah die Wasserfälle zu sehen und zu hören. Übrigens sehr, sehr laut 🙉. Insgesamt gibt es fast dreihundert Wasserfälle mit einer Breite von Kilometer. Der höchste Wasserfall ist 82 Meter hoch. Egal wo wir lang gingen, jeder Wasserfall sah anders aus, wirkte anders. Nebenbei schmückte all das Grün der ganzen Bäume und Pflanzen den Anblick. Mit dem Wetter hatten wir auch Glück.
Die ganze Zeit schien die Sonne, was die Kulisse zusätzlich verzauberte. Auch sahen wir viele Vögel, einige Reptilien, glücklicherweise keine Jaguars 😂und sooo viele Schmetterlinge 🦋. Einige von ihnen waren ungelogen so groß wie eine Handfläche. Unglaublich! Öfter landeten sie auch gerne mal auf Kopf oder Schulter. Auf der anderen Seite konnte man durchgehend Brasilien sehen, was man auch an der 🇧🇷 Flagge erkennen konnte. Hin und wieder sind wir auch mal nass geworden, was bei dem Wetter eine willkommene Abkühlung war.
Nach diesem erlebnisreichen Tag ging es in das nächste Land, wofür wir dieses Mal wirklich nur zwei Stunden reisen mussten: nach Brasilien. Genauer gesagt nach Foz do Iguaçu. Mit dem Bus sind wir an der Grenze „rausgeworfen“ worden. Nachdem wir die Passformalitäten erledigt hatten, konnten wir einfach an der Bushaltestelle auf den nächsten Bus warten, der uns dann nach Foz do Iguaçu gebracht hat. Total easy 🤗.
Die Wettervorhersage unserer eigentlich geplanten Reiseroute war sehr schlecht, so dass wir uns entschieden haben, einen Tag länger in dieser Stadt zu bleiben und uns mal ein Hotel mit Frühstück und Pool zu gönnen. Wir mussten schließlich das gute Wetter mitnehmen. Hach, herrlich. Es fühlte sich an wie Südsee-Urlaub 🙊: Sonne, Pool, Frühstücksbuffet. Tatsächlich sind die Hotels hier auch günstiger als die Airbnb-Unterkünfte. Das haben wir bereits in anderen Regionen festgestellt: je kleiner die Stadt und je größer die Touristikattraktion, desto weniger lohnt sich eine Airbnb-Unterkunft. Nachdem wir einige Stunden am Pool entspannten, ging es dann aber weiter mit dem Organisieren von weiteren Unterkünften, Busfahrten etc. 8 Stunden später war dann erstmal alles für die kommenden Tage geplant (Marcel hatte es ja im letzten Blog bereits geschrieben, dass diese Planerei echt viel Zeit frisst).
Am nächsten Tag ging es dann zu der brasilianischen Seite der Iguazú-Wasserfälle. Dieser Park ist um einiges kleiner, sodass viele raten, nicht länger als einen Tag einzuplanen. Hier hat man nicht die Vielzahl an Wasserfällen. Das Highlight hier ist, dass man sehr sehr nah an die Wasserfälle gehen kann. Viele Menschen (hier waren genauso viele Besucher wie „drüben“) trugen deswegen Capes. Aber wir nicht. Wir sind ja nicht aus Zucker 😂 Ich sage es mal so: Später brauchten wir keine Dusche mehr. Es war schon verrückt, von diesen Wassermassen nass gemacht zu werden. Von hier konnten wir dann auf die argentinische Seite blicken, auf der wir noch vor zwei Tagen standen. Nach bereits 2 Stunden waren wir mit Allem durch. Die Transportwege haben tatsächlich länger gedauert als der eigentliche Besuch 😃. In einigen Blogs wurde immer dieser Teil der Wasserfälle favorisiert. Unser Fazit ist, dass beide ihren Wert und Reiz haben. Wenn man Zeit hat, sollte man auch beide Seiten besuchen.
Eigentlich sollte es am nächste Tag weiter nach „Bonito“ gehen. Aber alle Busse waren ausgebucht, sodass wir spontan nochmal eine Nacht dranhängen und auch eine neue Unterkunft beziehen mussten, da das Hotel ausgebucht war. Alle anderen Hotels auch 🙈 So mussten wir notgedrungen eine sehr teure Unterkunft über Airbnb buchen. Aber dort hatten wir eine solch herzliche und tolle Gastgeberin, die uns echt das Gefühl gab, Teil der Familie zu sein. Ein sehr schönes Gefühl, da wir ja nun schon lange nicht mehr daheim sind 🥰 Da wir nun noch etwas Zeit in Foz do Iguaçu hatten, nutzten wir die Gelegenheit und besuchten den größten Vogelpark Lateinamerikas: Parque das Aves. Eigentlich packen mich Vögel nicht besonders, aber dieser Park war ein Erlebnis, da man in die wirklich großen Volieren reingehen und so die Vögel quasi hautnah sehen und beobachten konnte, ohne dass ein Netz oder Glas davor ist. Besonders toll fanden wir den „Haribo-Vogel“, den Tukan. Davon haben wir einige sehen können, ganz nah 👀. Teilweise haben wir auch Vögel gesehen, die wir zuvor nicht kannten. Mit diesem letzten Erlebnis endete unsere schöne Zeit der letzten Tage. Weiter geht es nun nach Bonito 🚌.Read more
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- Day 77
- Friday, October 13, 2023 at 2:00 PM
- ☀️ 42 °C
- Altitude: 257 m
BrazilBonito21°8’33” S 56°24’23” W
Bonito - Der Name ist Programm

Ursprünglich wollten wir Blumenau, Florianopolis und Curitiba bereisen. Gerade Blumenau wäre spannend gewesen, da dort viele Deutsche leben und auch die Architektur ähnelt deutscher Gebäude. Aber unsere Wetter-App zeigte uns schon über einen längeren Zeitraum Unwetter für diese Regionen an, teilweise sogar Warnungen. Deshalb betrieben wir (zugeben am meisten Marcel) viel Recherche, wo wir alternativ hinreisen könnten. Da wir uns ja am 23.10 mit Mareenchen in Saõ Paulo treffen, mussten wir aufgrund dessen eine passende Route finden 🌎. Kurzzeitig war Paraguay im Gespräch, aber da fanden wir keine interessanten Orte unter unseren Suchbedingungen.
Schließlich fand (wer wohl?!😃) Marcel einen Ort, von dem wir während unserer ganzen Planereien der letzten zwei Jahre nie etwas gehört oder gelesen haben. Und zwar sollte es nun nach „Bonito“ gehen, welches am Pantanal, dem größten Feuchtsavannengebiet der Welt, liegt (ich weiß, immer diese Superlative🙈). Somit sind wir nicht an der Küste entlang gereist, wie wir es eigentlich geplant hatten, sondern wegen der Änderungen durchs Landesinnere.
Auch anders als geplant ging es nun richtig tief rein in das Land Brasilien. Auf diesem Wege konnten wir den Dschungel Brasiliens kennenlernen 🐒🐍.
Vorab informierten wir (ja, richtig gelesen: wir 😃) uns über die möglichen Aktivitäten, die man in Bonito machen kann. Da erfuhren wir, dass die Natur dort sehr geschätzt und beschützt wird, sodass manch eine Akitivität nur auf 5-8 Personen pro Tag limitiert wird. Generell ist dies ein Ort, der kein typischer „Touri-Ort“ für Ausländer ist. Tatsächlich waren wir die einzigen Europäer dort. Jedoch ist es ein beliebter und bekannter Urlaubsort für Brasilianer. Auch verbringen sie hier gerne ihre Flitterwochen.
Verrückterweise endete die Hauptsaison zwei Tage nach unserer Anreise, was seeehr hohe Preise an den ersten beiden Tagen bedeutete und auch dass schon einiges an Touren ausgebucht war. Also buchten wir vorab schon alles, was wir sehen und machen wollten.
Ich weiß, ihr könnt es sicherlich nicht mehr hören, aber natürlich stand uns mal wieder eine sehr lange Busfahrt bevor 😅 Mit 21 Stunden bisher unser Rekord.
Wie immer waren wir mehr als glücklich, als wir ankamen. Eine sehr heiße und stickige Luft wartete bereits in den Morgenstunden in Bonito auf uns. Vorab hatten wir schon von Wetterwarnungen und Temperaturen bis zu 42 Grad gelesen. Gut, dass wir fast nur im Wasser sein werden 😍.
Was nicht so erfreulich war, war unsere erste Unterkunft. Zu Beginn hatte ich euch ja erzählt, dass wegen der Hochsaison und der Kurzfristigkeit quasi alles ausgebucht war…Das Zimmer glich einer Gefängniszelle, aber wir nahmen es mit Humor. Das Frühstück war immerhin nicht kriminell, sondern echt gut. Die zweite Unterkunft war dafür paradiesisch schön mit einem Pool und einer schönen Anlage.
Die kleine Stadt von Bonito selber ist nicht wirklich etwas Besonderes oder sehenswert, sie erinnerte uns etwas an Iquitos. Von dort aus sind alle Wald-und Wassertouren sehr gut erreichbar.
5 Aktivitäten haben wir im Vorfeld gebucht, 4 Tage waren wir komplett unterwegs. Der gesamte Trip ist nichts fürs Backpacker-Portmonee, aber ein Muss, wenn man in dieser Region ist. Augen zu, Karte durch und rein ins Erlebnis. Diese einmalige Gelegenheit wollten wir uns nicht entgehen lassen und haben uns wirklich alles dort so richtig gegönnt. 🤑
Am ersten Tag sind wir in das „Balneário do Sol“ gefahren, ein so wunderschönes Naturfreibad, voller kleiner Wasserfälle, ganz vielen Fischis und wilden Affen. Hier haben wir das sehr sonnige und heiße Wetter so richtig im klaren Quellwasser genossen und die „Busfahrt-Nachwehen“ bekämpft.
Am Tag darauf sind wir zu der „Gruta do Lago Azul“ (eine blaue Grotte) gefahren. Portugiesisch zu lernen haben wir nicht mehr so ganz geschafft. Daher haben wir bei der Sicherheitsbelehrung rein gar nichts verstanden 😅 sehr beruhigend! Zum Glück war ein sehr nettes deutsches Paar in unserer Gruppe, die nach Brasilien ausgewandert sind. Da hatten wir dann nicht nur eine Übersetzungsfunktion, sondern wirklich interessante Gespräche ☺️ und das nach laaaanger Zeit endlich mal in unserer Muttersprache. 90% bestanden aus einem Vortrag über die Geschichte der Grotte. Aber die anderen 10% waren echt beeindruckend: Wir sind runter in die Grotte gegangen und konnten das kräftige Blau des Wassers bestaunen.
Danach ging es zu einem der absoluten Höhepunkte: Zum „Floating“ im Sucuri River. Einen Neopren-Anzug, ein Live-Jacket, eine Taucherbrille und einen Schnorchel später, fanden wir uns im klarsten Gewässer wieder, in dem wir jemals getaucht sind. Es war der WAHNSINN. Wie es der Name schon verrät, mussten wir nichts anderes machen als uns treiben zu lassen. Metaphorisch formuliert, raten wir uns immer wieder, uns mal im Alltag treiben zu lassen. Ich sage euch, dass ich nun richtig gefühlt habe, was das eigentlich bedeutet. Ich hatte richtig Gänsehaut - treiben lassen und die Unterwasserwelt an einem vorbeiziehen lassen und einfach staunen 🐠.
Generell Schwimmen oder jegliche Arm-oder Fußbewegungen waren hier untersagt, um die Umwelt zu schützen🚫.
Von diesem Erlebnis gibt es leider keine Fotos, da wir das Handy nicht mitnehmen konnten und eine überteuerte GoPro nicht ausleihen wollten. Dafür haben wir aber alle Bilder in Kopf und Herz 🤭 und das so konnte man sich wirklich nur aufs Treiben besinnen.
Am dritten Tag ging es zur Estância Mimosa, einer Art Park mit vielen wild lebenden Tieren. Von dort aus machten wir eine Wasserfall-Tour, auf der wir insgesamt 10 unterschiedliche Wasserfälle gesehen haben. Was war das herrlich! Jeder Wasserfall sah ganz anders aus und immer wieder konnten wir einfach reinspringen und der Hitze entfliehen. Hier erfuhren wir, dass es untypisch ist, in Brasilien schwimmen zu lernen. Daher werden die meisten bei solchen Touren an Schwimmringen zu den Wasserfällen gezogen. Wir durften frei wie die Fische die Wasserfälle erkunden 🤭.
Hier haben wir unter anderem Paulo kennengelernt. Das war eine besonders schöne Begegnung, weil wir keine gemeinsame Sprache sprechen konnten und doch hat er wirklich den ganzen Tag mit Händen und Füßen mit uns kommunizieren wollen. Das war echt so süß 🙊 Am Ende haben wir sogar Tränen gelacht. Man muss keine gemeinsame Sprache sprechen, um sich zu verstehen. 🫶
Am vorletzten Tag sind wir zu der natürlichen Wasseranlage Nascente Azul gefahren. Hier gibt es ein Unterwassermuseum, das man per Tauchgang bestaunen kann. Leider war die Sicht hier sehr sehr schlecht, sodass der Spaßfaktor etwas gedämpft wurde. Aber es war trotzdem ein Erlebnis mal unter Wasser verschiedenste Skulpturen anzuschauen, nebenbei ein paar Fische durchs Bild schwimmend. Nach diesem Tauchgang konnten wir den restlichen Tag die Anlage nutzen und genießen und uns dort am kleinen Strand sonnen 👙☀️.
Am letzten Tag haben wir… richtig, ihr kennt uns auf Reisen mittlerweile schon richtig gut…dann am Pool unserer schönen Unterkunft die kommenden Tage geplant, gebucht etc.
Worüber wir täglich staunten: die bunten Papageien flogen hier ständig über uns hinweg wie bei uns in Deutschland die Tauben. Vielleicht kann ich uns ja ein paar mit nach Deutschland bringen 🤫.
Weiter ging es nun nach Campo Grande. Tatsächlich fühlte es sich wie ein Katzensprung an, da der Bus nur 5 Stunden brauchte. Wahnsinn, wie sich das Zeitgefühl ändern kann🙈 Zu Campo Grande wird es keinen Blogeintrag geben, da der Aufenthalt nur als Zwischenstopp diente, um nach São Paulo zu kommen. Obwohl…Zu unserer Unterkunft könnten wir einen Blogeintrag schreiben. Abenteuerlich und schrecklich war es dort 😅 Das „Bett“ bestand lediglich aus Holzbalken und einem Hauch von einem Überwurf. Wir haben uns noch nie zuvor SO auf die Nachtbusfahrt gefreut 😂.
Nun geht es weiter nach São Paulo, wo mein Schwesterherz zu uns stoßen wird. Wir freuen uns schon sehr auf 12 gemeinsame Reisetage durch Brasilien.Read more
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- Day 87
- Monday, October 23, 2023
- ⛅ 30 °C
- Altitude: 730 m
BrazilSão Paulo23°32’32” S 46°38’6” W
1/3 São Paulo - Reisen mit Mareen

Ganz kurzer Hinweis: Unsere gemeinsamen Reiseerlebnisse zu dritt haben wir in drei Footprints aufgeteilt wegen der vielen Fotos 🤭. Und nun geht’s los🤗.
Nach einer der längsten Busfahrten ging es nun von Campo Grande nach São Paulo, um dort dann einen Tag später meine Schwester willkommen zu heißen.
Gerade was die großen Städte wie São Paulo und Rio de Janeiro betrifft, wurde uns in der Vergangenheit bezüglich der Kriminalität große Angst gemacht. Immerhin zählt Brasilien zu den gefährlichsten Ländern weltweit 🙈 So wurde uns oft geraten, keinerlei Schmuck, keine Uhren, wenig Geld und am besten kein Handy bei uns zu tragen und abends wieder in der Unterkunft sein. Das sind letztlich aber alles Regeln, die generell in Südamerika eingehalten werden sollten. Das haben wir bisher überall so gehandhabt. Leider haben wir bisher nirgendwo das Nachtleben so richtig kennenlernen können. Denn „safety first“.
Aber nun zurück: Gerade in São Paulo und Rio gibt es eingespielte Banden, oftmals sogar schon Kinder unter ihnen, die einen „raffiniert“ bestehlen. Von solchen Geschichten berichteten uns immer wieder mal Mitreisende. Auweia…
Als wir ankamen, sahen wir direkt überall super viele Obdachlose, was uns echt traurig gemacht hat. Selbst an Schnellstraßen haben sie kleine „Siedlungen“ aufgebaut, die aus vielen Pappkartons bestanden, die ihnen Schutz boten.
Völlig erschöpft kamen wir in unserer Unterkunft an, in der wir später dann erstmal im Fahrstuhl stecken blieben 😅 Was bisher überall in Brasilien ein Phänomen war/ist: Die Brasilianer wollen einfach nicht verstehen, dass es auch Menschen gibt, die kein Portugiesisch sprechen 😂. Sie wiederholen teilweise drei bis vier Mal den gleichen Satz. Auch wir wiederholen dann genauso oft „Sorry, we don‘t speak portuguese.“
So kamen wir auch in dieser Situation nicht weiter. Und das ausgerechnet in einem Fahrstuhl und ohne Übersetzer auf dem Handy. Als wir dann Spanisch mit dem Herrn am Telefon sprachen, haben wir es dann verstanden und kamen frei 😅.
Ganz früh am nächsten Morgen haben wir Mareeni dann vom Flughafen abgeholt 🥹. Ich konnte es bis zum letzten Tag nicht glauben, dass sie bei uns ist. So ein Wiedersehen nach langer Zeit ist schon wirklich ein ganz besonderes Gefühl!! Wir freuen uns jetzt schon so auf das Wiedersehen mit euch allen 🩷.
Am ersten gemeinsamen Tag wollten wir es aufgrund unserer langen Anreisen ruhig angehen lassen, sind dann aber doch auf 20.000 Schritte gekommen und haben uns gemeinsam Sâo Paulos Innenstadt und einige Parks, darunter „Parque do Ibirapuera“, angesehen. Mareen und ich waren übrigens schnell ein eingespieltes „Bodyguard-Team“, das Marcel immer abschirmte, wenn er sein Handy kurz für den Weg rausholen musste 😅. Unsere hatten wir nie dabei.
Abends haben wir es uns dann auf der Dachterrasse unserer Unterkunft mit einem Caipirinha gut gehen lassen 🍸und dort einen sehr netten und unterhaltsamen brasilianischen Koch kennengelernt.
Mareen hatte sich am darauffolgenden Tag „Sampa Sky“ gewünscht, eine gläserne Plattform in einem Hochhaus, von der aus man die Stadt auf eine andere Weise sehen und kennenlernen kann. Und natürlich kann man dort auch besonders coole Fotos machen 🤗 Erinnert hat es uns an das „Summit“ in New York.
Später haben wir uns unter anderem noch das Centro Histórico (hier sollte man sich nur tagsüber aufhalten, weil es abends zu gefährlich ist), den Mercado Municipal und die Catedral da Sé angesehen.
Auch haben wir tolle Eindrücke sowie Fotos im Graffiti-Viertel „Beco do Batman“ sammeln dürfen.
…. Weiter geht es im nächsten Footprint…Read more
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- Day 89
- Wednesday, October 25, 2023 at 10:00 PM
- ⛅ 26 °C
- Altitude: Sea level
BrazilMorro do Cantagalo22°58’45” S 43°11’20” W
2/3 Rio de Janeiro - Reisen mit Mareen

… Nun ging es am Tag darauf gemeinsam mit dem Bus nach Rio de Janeiro weiter.
Hier hat Mareen unseren Lifestyle miterlebt: nach wenigen Tagen alles einpacken und nach vielen Reisestunden an einem ganz anderen Ort ankommen. Wir hatten echt Pech, da der Bus über 3 Stunden Verspätung hatte. Somit waren wir dann nach über 16 Stunden endlich im nächtlichen Rio. Die „Copacabana“ versprühte auf jeden Fall schon eine ganz eigene Aura, als wir mit dem Uber auf dem Weg zur Unterkunft an ihr vorbeifuhren. Jetzt haben wir auch mal die echte Copacabana gesehen, nachdem ich damals in Bolivien an der Copacabana etwas verwirrt war 😅.
So schauten wir uns am nächsten Tag die „Copacabana“ auch bei Nacht genauer an. Vorab spazierten wir aber auch am Strand „Ipanema“ entlang, gingen durch den Park „Aterro do Flamengo“, um dort vom Strand aus eines der Highlights von Rio, den Zuckerhut, anzusehen. Dies ist ein Berg an der Küste, der wie ein Zuckerhut geformt ist. Aber leider hatten wir die zwei Tage in Rio echt Pech mit dem Wetter. Die Stadt war durchgehend von einem nebligen Schleier umgeben, teilweise war es sehr windig. Somit konnten wir den Zuckerhut nur vernebelt sehen.
In der Sonne wird Rio sicherlich ganz anders wirken. Trotz des tristen Wetters genossen wir die Eindrücke, auf die wir in einem chicen Restaurant mit einem Cocktail in der Hand und dem Blick auf einen „halben“ Zuckerhut anstießen.
Da wir auch hier nur zwei Tage verbrachten und es hier unter anderem eines der Weltwunder zu bestaunen gibt, buchten wir eine Tour für Rios Highlights. Leider wachte Mareen an diesem Tag mit Fieber und Grippe-Symptomen auf, sodass sie all das nicht sehen konnte. Rio verbrachte sie zur Hälfte nur im Bett 😔.
Mit gedrückter Vorfreude begaben wir uns dann auf die Tour. Das Wetter spielte uns weiterhin einen Strich durch die Rechnung. Die bekannte Christus-Statue haben wir leider nur schemenhaft wahrnehmen dürfen 😅 Ebenso der gelobte und tolle Ausblick von dort oben blieb uns verwehrt. Dafür haben wir dort süße wilde Äffchen und einen Nasenbären beobachtet. 😄
Später machten wir einen kurzen Abstecher in den Nationalpark „Tijuca“, wo wir uns einen Wasserfall ansahen.
Auch haben wir uns die „Escadaria Selarón“, die berühmten Treppen des Künstlers Jorge Selarón im Viertel Santa Teresa angesehen. Ein sehr schönes und malerisches Viertel. Dort gibt es auch zwei sehr beliebte und langjährige deutsche Restaurants, die unser Guide wohl gerne besucht. Wegen der Brezeln und des Jägermeisters 😂 Es ist immer wieder herrlich, was man im Ausland für ein Bild von uns hat 😅 Öfter waren Einheimische in sämtlichen Ländern verwirrt, dass wir ohne Lederhose und Sauerkraut im Gepäck umherreisen 🤣.
Darüber hinaus haben wir an diesem Tag noch die Kathedrale von Rio angesehen, die so gar nicht an eine typische Kathedrale erinnert. Architektonisch ganz anders und besonders. Das ist schwierig zu erklären, am besten schaut ihr sie euch auf den Bildern an ☺️.
Wie viele andere Großstädte Südamerikas ist Rio eine Stadt, in der Schönheit und Entsetzlichkeit sehr nahe beieinander liegen. Das ist uns gerade auf der Tour oft bewusst geworden. Künstlerische Viertel, malerische Straßen, Gastfreundlichkeit und Abwechslung, aber auch hier viel viel Obdachlosigkeit, Kriminalität und Schmutz. Ganz kurz mussten wir durch eine Favela fahren. Direkt der erste Mensch, der völlig normal aussah, steckte sich gerade eine Waffe in die Hosentasche. Und kurz darauf hatten wir wieder einen herrlichen Blick auf das Meer. Krasse Welten…
Den Tag haben wir mit einem Caipi an der Copacabana abgeschlossen. Caipis sind hier übrigens günstiger als Softgetränke. Na gut, dann gibt es eben nur Caipis 🤪.
Am nächsten Morgen ging es mit unserer Reise weiter. Als wir aus Rio fuhren, konnte man dann auch endlich mal die Christus Statue sehen 😅.
… Fortsetzung im nächsten Footprint …Read more
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- Day 92
- Saturday, October 28, 2023 at 1:00 PM
- ☀️ 33 °C
- Altitude: Sea level
BrazilBoqueirão22°59’9” S 42°0’38” W
3/3 Arraial und Búzios-Reisen mit Mary

… Mit der kranken Mareen im Gepäck ging es nun weiter nach Arraial do Cabo in Cabo Frio (hier ist es aber überhaupt nicht kalt), der brasilianischen Karibik.
Als wir hier ankamen, hatten wir alle so richtiges Urlaubsfeeling (mittlerweile haben wir den Unterschied zwischen Urlaub machen und unserem Reisen gut erkannt 😅). Hier hatten wir Sonne, traumhafte Strände und eine tolle Unterkunft mit einem schönen Innenhof. Von hier konnten wir 6 Strände fußläufig erreichen. Einen davon besuchten wir am nächsten Morgen dann auch: „Prainhas do Atalaia“.
Nach einem längeren schweißtreibenden Fußmarsch wurden wir dann mit einer herrlichen Aussicht auf ein glasklares türkis-grünes Meer belohnt 🌊.
Hier blieben wir ein paar Stunden, schwammen in und mit den Wellen und hatten abends ein rotes Andenken auf unserer Haut, obwohl wir uns mehrfach eingecremt hatten🙈.
Ein weiteres Highlight während unserer Zeit in Arraial war eine Schiffstour. Wir wussten, dass wir drei Strände sowie ein paar besondere Felsstellen im Meer anfahren würden. Was wir erst an Deck erfuhren: es gab eine Caipi-Flatrate. Na gut, dann ist es nun ein Partyschiff 😄 Bisher unser erstes Partyerlebnis auf unserer Reise. Gute Musik, tolle Strände, immer mal eine Abkühlung im Meer und ein paar Drinks. Es war wirklich ein perfekter Tag ⛴️. Abends gab es dann noch Rodizio. Aber nicht wie hier üblich mit Fleisch, sondern mit Pizza und Pasta. So kamen die Kellner immer wieder mit verschiedenen Pizzen und Pastas an unseren Tisch. 🍕🍝
Am nächsten Morgen ging die Reise dann wieder weiter: ab nach Bùzios. Dies ist ein weiterer Teil von Cabo Frio und nur eine Stunde von Arraial entfernt. Auch hier gibt es weitere schöne Strände. Der Ort ist etwas mondäner und touristischer als Arraial und er hat eine lange Straße mit vielen Geschäften.
Alles andere als mondän war die Dusche unserer Unterkunft. Während des Duschens wunderte ich mich über einen immer stärker werdenden beißenden Geruch. „Komisch, wie das Wasser hier riecht!“, dachte ich mir. Als ich mich zum Wasserregler umdrehte, sah ich, dass die Drähte der Dusche am Brennen waren 😳😱. Jap, richtig gelesen…Drähte in der Dusche! Was freue ich mich auf eine deutsche Dusche! Nun roch es im ganzen Zimmer nach verbranntem Plastik. Also zogen wir noch mitten in der Nacht in ein anderes Zimmer. 😅
Nach dem Schrecken der letzten Nacht, freuten wir uns nun auf eine weitere Bootstour. Da und die letzte so gut gefallen hatte, haben wir auch hier eine gebucht. Dieses Mal war es ein Katamaran mit einem DJ und einer Tanzfläche (leider ohne Caipi-Flatrate 😅). Auch hier hatten wir viel Spaß und haben die ganze Zeit getanzt, zwischendurch mit Anleitung sogar Samba. Und ab und zu sind wir dann auch dieses Mal wieder ins Meer gesprungen.
Abends probierten wir dann endlich das für Brasilien berühmte Açai-Eis. Bereits am ersten Tag in Brasilien sahen wir überall Açai-Läden.
Unser Fazit: Fruchtig, etwas erdig und nussig im Geschmack.
Dazu kann man sich dann immer zwei Toppings aussuchen. Granola und tatsächlich Milchpulver für Babys sind die beliebtesten unter den Brasilianer. Baby-Milchpulver war uns zu crazy 😂. Wir entschieden uns für Granola und Ovomaltine.
Was wir an einem der Strände auch noch probierten, war das Stand up Paddling. Das ist auf jeden Fall eine tolle Sache, um das Gleichgewicht zu trainieren 😃. Spaß hatten wir dabei ordentlich.
Nun endete unsere Reise zu dritt leider langsam. So sind wir einen Tag später wieder mit einem Bus nach São Paulo gereist. Dort sind wir dann gemeinsam zum Flughafen gefahren. Für Mareenchen ging es zurück nach Deutschland, für uns ging es nach Mexiko, wo wir nun seit drei Tagen in Cancun sind.
Es war ein tränenreicher und schwerer Abschied 😢. Nun können wir drei auf 12 unvergessliche Tage in Brasilien zurückblicken, in denen wir viel rumgereist sind und viel erlebt haben. Besuch zu bekommen, wenn man selber unterwegs ist, ist wirklich mal was ganz anderes!
Danke, Mareen, dass du nach Brasilien gekommen bist!Read more
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- Day 99
- Saturday, November 4, 2023
- ☀️ 27 °C
- Altitude: 20 m
MexicoCancún21°9’27” N 86°49’58” W
Cancún und Playa del Carmen

Manche von euch wundern sich jetzt vielleicht, warum unser nächster Footprint von México handelt. Der Grund dafür ist, dass wir nach dem Abschluss der Reisen durch Brasilien 3 Wochen schneller fertig waren als zuvor geschätzt. Die Route war vorab nur grob geplant mit einer jeweils ungefähren Länder-Aufenthaltsdauer.
Im Schnitt visierten wir pro Land drei Wochen an. Nach dem ersten Aufenthalt in Chile (3 Tage) entschieden wir damals, dieses Land nicht weiter zu bereisen. Wir merkten, dass Argentinien besser zur Route passte. Hinzu kam, dass Chile vom Preisniveau in südamerikanischen Verhältnissen mit dem der Schweiz zu deutschen Verhältnissen zu vergleichen ist. Das war ein ganz schöner Schock für unser Backpacker-Portmonee 😂. Wir nutzten Chile somit als Transitland, um von Bolivien nach Argentinien zu kommen.
So kam es nun, dass wir bereits Anfang November mit dem Bereisen Brasiliens fertig waren. Unser eigentliches nächstes Ziel war Kolumbien. Da dort aber im November noch Regenzeit herrscht, haben wir viele Alternativrouten in Erwägung gezogen. Nach sehr langer Überlegung wurde es dann México in Zentralamerika, welches wir ursprünglich gar nicht auf unserer Liste stehen hatten. So ist der neue Plan, nicht von Südamerika hoch nach Zentralamerika, sondern von México aus gemeinsam mit der Trockenzeit runter nach Südamerika (Kolumbien) zu reisen. In México endet die Regenzeit nämlich schon im Oktober. Welch ein Glück! Genug erklärt, jetzt beginnen die Erlebnisse der ersten Tage in diesem Land. 🤓
Nach einer 24-Stündigen Anreise war das Erste, was wir in Cancún lasen: „In Tacos we trust“. Das hörte sich vielversprechend an 🌮. Und das erste, was wir spürten war der Monsunregen, der uns auf dem Weg zu unserem Airbnb überraschte. Wie schon erwähnt, beginnt jetzt die Trockenzeit, aber Anfang November gibt es dann hin und wieder noch ein paar Regenmomente.
Dass wir komplett durchnässt waren, war noch nicht genug 😅 Es war so rutschig, dass ich mich auch noch mit dem Rucksack so richtig hinlegte. Hilflos mit Armen und Beinen in der Luft wie ein Käfer. Marcel und ein fremder Mann halfen mir hoch.
Von jetzt auf gleich fühlte ich mich auf einmal total abgeschlagen. Und das lag nicht nur an den 3 Stunden Schlaf während unserer Reise nach Cancún. Mental und körperlich fühlte ich mich total ausgepowert. Ich merkte, dass ich reisemüde bin. Ich recherchierte im Internet und fand einige Einträge von Langzeitreisenden. Immer mit ähnlichen Berichten und „Symptomen“: Abgeschlagenheit, Überforderung, Lustlosigkeit.
Das viele Umherreisen, kurze Aufenthalte an jedem Ort, super viele Eindrücke, die man irgendwann nicht mehr schafft zu verarbeiten, nur aus dem Rucksack leben, Unterkünfte, in denen man sich nicht immer wohl fühlt und natürlich Sehnsucht nach den Liebsten und dem eigenen Zuhause. All das kann echt müde und kaputt machen. Durchschnittlich tritt sowas nach 3-4 Monaten ein, weil das Gehirn irgendwann keine Kapazität mehr für all das Neue hat und „Überforderung“ aufblinken lässt.
Nun habe ich (so wie eigentlich immer, ich kann mich einfach nicht kurz fassen🙈) hier ordentlich ausgeholt. Nur wollte ich euch auch daran teilhaben lassen, dass nicht immer alles rosarot ist und Reisen auch seine Schattenseiten haben kann. Marcel erging es mit dem Planen so. Diesbezüglich war er total ausgelaugt und hatte keine Muse mehr, zukünftige Routen und Aktivitäten zu planen. Aber macht euch an dieser Stelle keine Sorgen. Auch mit der Reisemüdigkeit und der Abgeschlagenheit haben wir bis dato alles genossen und freuen uns weiterhin auf die kommenden Ziele und Zeiten.
Um neue Energie zu bekommen, entschieden wir uns, eine kleine „Auszeit von der Auszeit“ zu nehmen, in der wir auf Stop gedrückt und unser Reisetempo gedrosselt haben. Auch packten wir unsere Tage nun nicht mehr so voll mit sämtlichen Touren, Besichtigungen sowie Erkundungen. Daher können wir euch in diesem Blog und auch in den nächsten gar nicht soooo viel berichten.
In Cancún gingen wir (natürlich, was auch sonst) mexikanisch essen. Es fühlte sich wie in Deutschland in den mexikanischen Restaurants an 🤭. Der Stil des Hauses und der Deko, Sombreros und mexikanische Musik. Hier aßen wir (ratet mal😄) Tacos!!! Sehr frisch und sehr lecker. Aus dem Nichts wurden uns zwei Sombreros aufgesetzt und ein Foto mit einer Spiegelreflexkamera geschossen, was angeblich umsonst war. Beim Bezahlen wurde dann aber darauf hingewiesen, dass das Foto zwar umsonst war, wir es aber nur in einem chicen überteuerten Rahmen erwerben können. No, gracias, nicht mit uns✋ 😂.
Wenige Tage zuvor wurde in México der „Dia de los muertos“, der Tag der Toten, groß gefeiert. Jedes Haus war von außen und von innen mit bunten Fahnen und teilweise mit chic angezogenen Skeletten geschmückt. Hin und wieder sah man diese Deko auch auf den Straßen. Die Verstorbenen zu ehren und an sie zu gedenken ist in diesem Land stark in der Kultur verankert.
Einen der schönsten Strände haben wir hier in Cancún erleben dürfen: der Playa Delfines. Dieser Teil Méxicos gehört zur Karibik. Und genau dieses Feeling, was man sonst nur von Postkarten kennt mit weiten weißen Stränden, kristallklarem Meer und wolkenlosem Himmel haben wir hier erlebt. Dieser Ort tat gerade einfach sooo gut und hat ordentlich geholfen, die Akkus aufzuladen.
Einen Tagestrip haben wir dann doch gebucht: Es ging zu einem der sieben Weltwunder, nämlich nach Chichén Itzá. Vorab ging es noch zur Cenote „Chichikan“ in Valladolid.
Das Wort “Cenote” kommt von dem Maya-Wort dz'onot, was “Höhle mit Wasser” bedeutet. Diese Höhlen mit Wasser sind natürlich entstanden und waren früher für die Mayas von großer Bedeutung.
Als wir nun zu einer der 6000 Cenoten in México fuhren, wussten wir noch nicht, wie magisch es sein wird. Vorab empfing uns ein Schamane, der uns heilsames Wasser gab und unsere schlechte Energie wegräucherte. Marcel hielt dies skeptisch und scherzend durch 😂 Ich finde sowas ja immer toll 🤭.
Danach gab es (es war halb 10 morgens) ein Tequila Tasting. Da lernten wir, dass richtiger Tequila nicht mit Zitrone oder Orange zu sich genommen wird, sondern pur. So einen hochwertigen Tequila haben wir zuvor noch nie getrunken. 🍸
Beschwingt ging es dann nun zur Cenote. Zuerst sahen wir viele viele Bäume und herabhängende Pflanzen, die durch die Sonne so schön strahlten. Nun schauten wir runter und sahen das türkisgrüne Wasser der Cenote. Dieser Ort war einfach nur magisch und der Moment einmalig. Wir hatten das Glück, die Ersten an diesem Tag zu sein. So durften wir diesen Moment kurz für uns alleine erleben und festhalten und sprangen in das klare frische Wasser.
Danach ging es dann nach Chichén Itzá. Hier kann man eine der bedeutendsten Ruinenstätten aus der späten Maya-Zeit bewundern. Zentral ist ein steinernes Gebilde in Pyramidenform. Wir hatten einen super Guide, der selber in einer Mayafamilie aufwuchs und uns viiiel über die Entstehung und Bedeutung erzählt hat. Unter anderem stellt die Pyramide den Kalender der Mayas nach, der sich nach dem Sonnen-und Mondsystem richtet. Anhand der Stufen und der geworfenen Schatten kann man den Monat und den Tag ablesen.
Im Innern dieser Pyramide ist auch eine Cenote. Zeitgleich ist hier auch eine Grabstätte für die bedeutendste Person der Mayas.
Ebenso war dies ein Ort für Opferzeremonien, an dem viele Menschen für eine spirituellen Zeremonie ihr Leben gelassen haben.
Ein ganz spezieller Klang ist hier vor der Pyramide zu hören, wenn man, wie es damals die Mayas machten, in einem speziellen Rhythmus klatscht. Das kommt durch den Widerhall der durch die innenliegende Cenote entsteht. Es war auf jeden Fall eine ganz spezielle Energie zu spüren.
Langsam gingen unsere Tage in Cancún zu Ende. An der Küste entlang steuerten wir das nächste Ziel an: Playa del Carmen. Die Entfernung beträgt angenehme 60 Minuten Autofahrt und nahm nicht so wie sonst in Südamerika einen ganzen Reisetag in Anspruch.
In Playa del Carmen haben wir einen sehr touristischen, aber auch super schönen Ort erlebt. Zusammengefasst ist das Herzstück dieser Stadt der paradiesische Strand, die dazugehörige Strandpromenade sowie die dazu parallel laufende „Innenstadt“. Genau an diesen Stellen haben wir uns während unseres zweitägigen Aufenthaltes aufgehalten.
Seit Langem haben wir hier das typisch europäische Urlaubsfeeling unter den Menschen gespürt, welches wir zum Beispiel von Teneriffa oder griechischen Inseln kennen.
Mit aufgeladenen Akkus ging es nun zum ebenfalls nahe gelegenen Tulúm. Dazu mehr im baldig kommenden nächsten Footprint.Read more
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- Day 104
- Thursday, November 9, 2023
- ☀️ 36 °C
- Altitude: 13 m
MexicoTulum20°12’35” N 87°27’45” W
Ein weiterer Einblick in México: Tulum

Tulum erreichten wir nach einer entspannten einstündigen Busfahrt am Abend. Anders als in anderen Ländern oder Städten fühlten wir uns hier so richtig sicher, sodass wir zu Fuß im Dunkeln zu unserer Unterkunft gingen (Ein Taxi hätten wir uns hier auch nicht leisten können 😂).
Die Anziehungskraft muss in México wirklich viel stärker als anderswo sein. Auch hier legte ich mich geschmeidig mit dem Riesen auf dem Rücken hin. Ein Matsch-Zementgemisch auf dem Boden war Schuld daran ✌️. Das tat nicht nur weh, sondern machte auch ordentlich dreckig 😅. Auch hier war die Ankunft abenteuerlich. Gracias a ti, querido México 😃!
In unserer Unterkunft ging es dann abenteuerlich weiter. Überall war es dreckig. Da haben wir erstmal einige Fotos an den Vermieter gesendet und nachts noch wenigstens ein sauberes Bettlaken bekommen. Oh man… Wie war das nochmal mit dem Unterschied von Urlaub und Reisen?😅 Die Dusche war hier übrigens immer kalt. Immerhin hatten wir einen Balkon und die Klimaanlage funktionierte…
Auch hier waren wir noch in der Mission „Akkus aufladen“ unterwegs. Die meiste Zeit liefen wir durch Tulum und probierten uns in Cafés, Restaurants und nicht zuletzt im Streetfood aus. Letzteres hatten wir in letzter Zeit echt vermisst. Aber hier waren die Straßen gegen Abend voll mit den verschiedensten Ständen. 🤩 Mais bekommt man hier in sämtlicher Ausführung. Natürlich primär in Form von Tortillas und Tacos. Spannend war gegarter Mais, der mit Mayo, Chili und Käse umhüllt wurde. Auf die Kombi wären wir nie gekommen, aber es schmeckte tatsächlich. Oder eine bestimmte Chipssorte, dessen Tüte aufgemacht wird und mit gegartem Mais und Käse gemischt wird.
Als Vegetarierin ist es hier echt nicht sooo einfach, da auch diese Küche sehr fleischlastig ist. Tacos gab es wirklich an jeder Ecke, aber immer nur mit Fleisch, Fleisch und Fleisch. Es gab aber einen veganen (ist ja eigentlich nicht meins, nichts geht über echten Käse🙈) Tacostand auf der Straße, der super leckere Tacos mit Gemüse und der Jackfrucht gemacht hat.
Wettertechnisch war es an diesem Ort unglaublich heiß. Die Luftfeuchtigkeit war sehr hoch. Zwischendurch gab es noch starke Monsunregenfälle.
An einem Tag leihten wir uns Räder aus und fuhren zu den Ruinen Tulums. Boar, wir waren echt klitschnass 😅. Aber nicht wegen des Regens, sondern wegen der extremen Luftfeuchtigkeit.
Die Ruinen liegen am Meer, sodass die Kulisse echt sehr schön war. Einige Fotos wurden geschossen 📸. Überall liefen dort Leguane rum und waren überhaupt nicht scheu.
Anschließend ging es zum nahegelegenen Strand. In Tulum der einzige und im Vergleich zu den letzten Stränden nicht der schönste. Aber auch hier hatte man natürlich das Karibik-Feeling. So gaben wir uns der warmen Sonne und dem Meeresrauschen hin ☀️.
Nun verlassen wir das schöne México, weiter geht es zur Insel Caye Caulker in Belize 🇧🇿.Read more
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- Day 110
- Wednesday, November 15, 2023
- ☀️ 34 °C
- Altitude: Sea level
BelizeCay Corker17°44’44” N 88°1’25” W
You better BELIZE it 🇧🇿

„You better BELIZE it“ oder „UnBELIZEble“, das hörten und lasen wir öfter während unseres Aufenthaltes auf dieser wirklich traumhaften Insel „Caye Caulker“ in Belize. Belize ist ein Staat an der Ostküste Zentralamerikas. Vor der Reise haben wir von der Existenz von Belize nichts gewusst. Aber scheinbar ganz viele andere Deutsche 😅. Dort haben wir einige Deutsche getroffen. Seit México ist die Prozentzahl der Deutschen stark gestiegen, sodass wir es hier und da sehr genossen haben, ohne nachdenken zu müssen, Gespräche mit anderen Reisenden zu führen.
Die Anreise zu diesem kleinen Paradies hat wieder einen ganzen Tag in Anspruch genommen. Aber so wie jedes Mal hat sich der lange Weg mehr als gelohnt. Von Tulum sind wir mit dem Bus bis zu dem Hafen von Chetumal gefahren. Von dort aus sind wir mit dem Boot nach San Pedro gefahren und haben dort die ganze Passkontrolle gemacht. Dann ging es mit dem Boot weiter nach Caye Caulker. 🏝️
Spannend ist auf dieser Insel, dass es kein einziges Auto gibt, sondern nur Golfwagen (Nicht zu verwechseln mit dem Model von VW😁). So sind auch wir abends nach unserer Ankunft mit so einem Gefährt zu unserer Unterkunft gefahren. Wir wären auch gelaufen, aber es hatte die Tage auch dort der Monsunregen ordentlich gewütet, sodass die Straßen eher kleine Matsch-Pools waren. Dementsprechend sahen die Tage danach auch immer unsere Schuhe und Füße aus 🤣. Apropos Füße: Man braucht nur maximal 30 Minuten zu Fuß, um einmal vom einen zum anderen Ende der Insel zu gehen. 🚶♀️
Generell ist die Insel darauf bedacht, dass man entschleunigen und entspannen soll. Egal, in welchem Restaurant oder in welcher Bar man war, auf jedem T-Shirt der Kellner stand: „Watch your steps“, „Go slow“ oder „Calm down“ drauf. Auch auf Schildern standen Sprüche dieser Art. Eine sehr liebevolle Insel 🤭.
Auch hier war wieder eine ganz besondere Energie und Stimmung zu spüren, die richtig angesteckt und glücklich gemacht hat.
Nur unsere Unterkunft (wieder mal) hat uns nicht so glücklich gemacht 😂. Obwohl überall auf Ruhe, Achtsamkeit und Entspannung hingewiesen wird, bekamen wir das dort leider nicht zu spüren. Wir spürten und hörten lediglich den lauten Bass des Clubs, der direkt neben unserer Unterkunft lag. Mittags ging es los bis in die späte Nacht hinein🥴.
Was aber ganz toll in unserer Unterkunft war: Der Pool 🤩.
Viele Aktivitäten konnte man auf der Insel nicht machen. Das war aber auch genau richtig so, da wir gar nicht damit aufhören konnten, einfach dieses Inselfeeling mit der eben beschriebenen Energie sowie Stimmung aufzusaugen. Durch die ganzen kleinen Gässchen mit den bunten Häusern schlendern, immer wieder die schönen Sprüche lesen, mal hier einen kleinen Snack probieren, mal dort einen Kaffee in der Sonne am Wasser trinken, die gegrillten Meeresfrüchte bestaunen und immer wieder mal ins klare Wasser springen. Herrlich!! Stark waren auch die vielen Sitzmöglichkeiten, Tische und Schaukeln im Wasser, die die ganzen Restaurants installiert haben. So kann man auf eine ganz andere Weise seinen Drink genießen. Typisch auf dieser Insel ist übrigens der sogenannte „Rumpunsch“, der mit Kokosrum angemischt wird. Seeehr lecker 🍹.
Immer wieder habe ich mir vorgestellt, wie es sein muss, hier zu leben. Die Häuser der Einwohner von Belize sahen immer so einladend und gemütlich aus 🤭. Ob es wohl unbelizeble ist, hier zu wohnen?
An einem Tag buchten wir eine Schnorcheltour, die vor Ort und auch in vielen Reiseblogs immer als absolutes Muss tituliert wurde. Morgens ging es mit dem Boot aufs Meer raus und nachmittags ging es zurück. Insgesamt haben wir an 6 Stellen im Meer angehalten und wirklich an jedem Stop immer etwas anderes gesehen. Beeindruckend war es unter anderem neben einem Manatee, einer Seekuh, zu tauchen oder einem Manta-Rochen zu folgen. Besonders war auch ein Stop, an dem einfach der ganze Meeresboden aus Muscheln bestand. Das sah wahnsinnig schön aus. Der Höhepunkt bestand dann aber darin, mit Haien zu tauchen 😱. Es waren zum Glück keine weißen Haie, aber die waren auch echt schon sehr sehr beeindruckend und haben einem auch Angst gemacht. 😂 30-40 sogenannte Schwarzspitzen-Riffhaie schwammen um uns herum oder auch unter uns. Marcel hat es an dieser Stelle, meiner Meinung nach, etwas mit seiner Tierliebe übertrieben und einen „gestreichelt“ (was man natürlich nicht machen sollte.) Mit allen Gliedmaßen ging es dann mit vielen Fisch-und Muschelbildern in Kopf und Herz zurück zur Insel 🐠🐚.
Dort gab es dann tatsächlich noch ein weiteres Highlight: Wir haben Tarpune gesehen, die bis zu 2,5 Meter groß und 160 kg schwer werden können. Heftig große Fische sage ich euch 😳. Besonders krass war aber, dass sie aus dem Wasser springen und uns ihr weites Maul und ihre Größe präsentiert haben. Wir sollten die Hand über dem Wasser bewegen. So dachten die Fische, dass Insekten über der Wasseroberflächen fliegen und zack sprangen sie auch schon aus dem Wasser.
Noch ein historischer Fakt am Ende: Die Insel wurde 1961 vom Hurrikan „Hattie“ in zwei Teile getrennt. Auf dem größeren Teil haben wir die Tage verbracht, dort ist alles ausgebaut. Auf dem kleinen abgetrennten Teil gibt es lediglich wenige Häuser, Restaurants oder Bars. Mit dem Kajak oder auch als guter Schwimmer kann man dort rüber gelangen.
Ich war wirklich sehr traurig, als wir diesen traumhaften Ort verlassen haben und kann euch diese Insel sowas von empfehlen!!! Ein ganz besonderer Fleck der 🌏.Read more
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- Day 114
- Sunday, November 19, 2023
- ☀️ 30 °C
- Altitude: 133 m
GuatemalaIsla de Flores16°55’48” N 89°53’31” W
Flores in Guatemala

Nach der paradiesischen Insel Caye Caulker ging es nun zu dem kleinen Städtchen Flores in Guatemala. Unser mittlerweile 9. Land hier in Süd-und Zentralamerika.
Wegen der zentralen Lage und der guten Verkehrsanbindung ist Flores mit seinen Nachbarorten ein beliebter Start- bzw. Endpunkt für Reisende, um Touren und Ausflüge zu den zahlreichen Maya-Ruinen in der Umgebung durchzuführen. Besonderes Highlight sind die Ruinen von Tikal. Auch wir haben diesen Ort aufgesucht, um den Nationalpark Tikal zu besichtigen, welcher übrigens zum UNESCO-Welterbe gehört. Aber bevor ich genauer auf Tikal eingehe, beginne ich vorweg ganz typisch unseren Eintrag mit der Anreise.
Um von Belize nach Guatemala zu kommen, haben wir einen Shuttle-Service gebucht. Anders als in Südamerika reist man hier typischerweise mit kleinen Minivans, an denen oft das Gepäck auf dem Dach befestigt wird.
An der Grenze mussten wir den Minivan wechseln und trafen eine Wienerin wieder, mit der wir vor einigen Tagen bereits zusammen gereist waren. Gerade in Guatemala wird es uns noch einige Male passieren, dass wir Mitreisende wieder zufällig treffen werden 🤭.
Nach ein paar Stunden Fahrt kamen die Rucksäcke und wir dann im dunklen Flores an. Direkt waren wir hier von den süßen kleinen Gässchen angetan. Man fühlt sich sofort wohl und auch sicher.
Auch wenn Flores ein beliebter Touri-Ort ist, hat die Stadt seine ruhige Atmosphäre und auch die schöne Natur weitestgehend erhalten. Das besondere an der „Stadt“ ist der sehr große See, auf dem sich eine kleine Insel befindet, die mit einer schmalen Straße (keine Brücke) zu erreichen ist. Auf dieser Insel befand sich unser Hostel🔑.
Hier in Guatemala hat die Geldwährung übrigens einen witzigen Namen: Quetzales 💰. Ein paar Mal mussten wir die Aussprache dieses Wortes üben.
Auf dem Weg zu unserem Hostel kamen wir an einem kleinen Platz vorbei, an dem ein großer Weihnachtsbaum und ein paar Essenstände standen. Sofort fühlte ich meine nostalgischen und wohl behüteten Weihnachtsmarktgefühle 🙈. Nur das Ganze in kurzer Hose, T-Shirt und bei sehr warmer Temperatur. Verrückt sage ich euch! Mal sehen, wie das in den nächsten Wochen noch so in der Vorweihnachtszeit werden wird. 🎄
Am nächsten Morgen sahen wir erstmal, wie bunt dieses kleine Städtchen ist. Alle Farben, die man sich vorstellen kann, strahlten von den Häuserwänden und machten richtig gute Laune. 💜🧡💙❤️💛
Neben der Farben erweckte das typische Taxi dieses Städtchen unsere Aufmerksamkeit. Es erinnerte direkt an ein Vespacar aus Italien. In Flores sind alle rot und düsen im Minutentakt an einem vorbei und hupen, um zu fragen, ob man mitmöchte.
Sportlich aktiv waren wir auch an diesem Ort 😎. Wir liehen uns ein Kayak aus, um über den See rüberzufahren. Ziel war das kleine Plätzchen „Jorge‘s Rope Swing“. Dort hat man einen tollen Blick auf das Städtchen und ist dabei gleichzeitig umgeben von Natur. Nebenbei kann man noch mit Seilen oder von einem Podest aus ins kühle Nass springen. Gemütliche Sitzecken und Hängematten machten den Ort noch exotischer.
Dort lernten wir ein deutsches Pärchen kennen, mit denen wir uns auf Anhieb gut verstanden und uns über Reiserouten austauschten.
Nun aber zu dem Highlight unseres Aufenthaltes hier: Der Nationalpark Tikal. Ehrlich gesagt hatte ich nicht sooo eine große Lust, da wir uns erst vor Kurzem Chichén Itzá und die Ruinen in Tulum angesehen hatten. Aber alle schwärmten hiervon und so wollten wir uns das natürlich nicht entgehen lassen.
Es wird empfohlen, die Tour um 03.30 Uhr oder 04.30 Uhr zu starten. Wir entschieden uns für die „spätere“ Uhrzeit 😁. Diese frühen Zeiten sollen am besten sein, da man dann die meisten Tiere sehen und hören kann und auch der Park noch nicht von Touristen überschwemmt wird.
Man versprach uns mehrmals in unserem Hostel, dass die Nachtwache Marcus für Kaffee und Brot um 04.00 Uhr sorgen würde. Jedoch fanden wir nur einen dunklen Raum und einen schnarchenden Marcus vor 😅. Super, den Kaffee hätten wir nach den wenigen Stunden Schlaf echt gebrauchen können.
Der restliche Tag wurde dann aber wirklich super! Kaffee haben wir dann zwischendurch übrigens auch noch auftreiben können 😂. Wir erreichten den Nationalpark im Dunkeln und erfuhren zunächst Näheres über den Aufbau. Uns war gar nicht bewusst, WIE groß es hier ist. Bisher habe ich immer etwas von Park geschrieben, aber ursprünglich war hier eine Mayastadt. Dessen Ruinen wurden bisher nur zu 25% entdeckt und restauriert. Und das bei einer Größe von 576 km² 😮.
Insgesamt gab es mehrere Tempel anzuschauen und der sogenannte „Hauptplatz“ sollte der Endpunkt der Führung sein. Gerade zu Beginn war die Atmosphäre ganz besonders, da der Tag langsam aufwachte und mit ihm die Tiere. Als wir uns die ersten Ruinen anschauten, hörten wir alle plötzlich vermeintliche Jaguars 😂. Das war vielleicht ein lautes Gebrüll. Ihr könnt es euch im Video anhören. Wir erfuhren dann aber schnell, dass diese Furcht einflößenden Geräusche von Affen kommen.
Die meisten Tempel waren auch hier wieder kegelförmig, so wie wir es schon von Chichén Itzá kannten. Jedoch waren auch andere architektonische Bauten dabei.
Wir hatten einen Guide, der uns wirklich über Stunden viel über die Geschichte erzählte. Leider (vielleicht auch zum Glück für euch, ansonsten würde dieser Eintrag den Rahmen sprengen 😂) kann ich euch kaum noch etwas davon erzählen. Grob zusammengefasst war auch dies ein Ort der Spiritualität der Mayas, an dem sie Rituale sowie Begräbnisse abgehalten haben. Vorab war uns nicht klar, dass wir die meisten Tempel mit ihren vielen Treppen besteigen werden. Puh, dafür war ich gar nicht ausgeschlafen genug 😁. Der Ausblick jeweils war wirklich immer atemberaubend. Auf die Weiten dieses Parks zu schauen, war schon echt toll! 🌳🌳🌳🌳.
Als wir dann mittags an dem Hauptplatz ankamen, sahen wir viele Nasenbären, die zwischen den mittlerweile vielen Menschen hin und her liefen. Das sollte aber nicht der Fokus sein. Hier konnte man ganz viele Maya Ruinen und ausgegrabene Figuren und kleine Häuser sehen.
Nun ging es zurück nach Flores. Dort bekamen wir von Marcus einen „Tikal-Magneten“ als Wiedergutmachung für das vermasselte Frühstück 🙊. Das fand ich schon wirklich süß von ihm. Dann werden wir nun mit dem Tikalausflug auch Marcus verbinden.Read more
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- Day 117
- Wednesday, November 22, 2023 at 3:00 PM
- ☀️ 32 °C
- Altitude: 17 m
GuatemalaRío Tatín15°46’57” N 88°47’30” W
Der süße Fluss - Río Dulce

Nun sollte es zum „süßen Fluss“ gehen, genauer gesagt zum Río Dulce. Auf der Reise dorthin trafen wir David wieder, den wir während der Tikal-Erkundung kennengelernt hatten. Hier ist die Welt wirklich sehr klein 🙊. Nach einer längeren Busfahrt sind wir mit einem kleinen Bötchen am Hafen von Río Dulce Town abgeholt worden. Unsere Unterkunft liegt mitten im Regenwald, daher war der einzige Weg dorthin auf dem Fluss selber. Bereits die Fahrt war schon ein Erlebnis 🤭. Soooo viele sattgrüne Bäume, an denen wir auf dem Fluss vorbeigeflogen sind und auch immer wieder schöne Häuser bzw. Unterkünfte, die wir bestaunen konnten. Das muss hier ein ganz anderes Lebensgefühl sein, wenn man hier lebt.
Nach einer Stunde Fahrt sahen wir schon von Weitem unsere Unterkunft. Das war das erste Mal, dass alles in Wirklichkeit besser aussah als auf den Bildern. Ich war echt überwältigt in diesem Moment. Man sah mitten im Fluss ein zweistöckiges Haus mit Liege -und Sitzflächen, daneben waren einige Kayaks angebunden. Dahinter direkt im Regenwald sah man schon das Restaurant und den wunderschönen Außenbereich. Luis, der Manager dieser Regenwald-Lodge, empfing uns direkt herzlich am Steg zusammen mit Balu, dem Hund dieser Unterkunft. Gemeinsam näherten wir uns dem Regenwald-Traum und erkundeten die Anlage genauer.
Neben dem Essensbereich gab es noch einen gemeinsamen Platz mit Hängematten und weiteren Sitzmöglichkeiten und natürlich einem Blick auf den Fluss. Überall umgeben von vielen bunten Pflanzen. Wir gingen immer weiter in den Regenwald, einige Stufen hoch und standen nun vor unserer Hütte mit einer Veranda. Auf dieser haben wir abends immer mit einigen Kerzen gesessen und den Dschungel-Geräuschen gelauscht. Das war romantisch, sage ich euch 🥹.
Am ersten Abend sprangen wir dann noch vom 2. Stock des Häuschens zusammen mit Balu in den Fluss.
Besonders an unserer Hütte war das Badezimmer, das mitten im Wald lag. Beim Duschen konnte man sich die Bäume anschauen. Auch das war romantisch, aber teilweise wurde man da zu sehr mit der Natur verbunden 😅 Von dicken Spinnen über Heuschrecken, Krebsen und Kakerlaken hat uns alles dort während des Duschens besucht. Nachts war es immer eine besondere Herausforderung, wenn man zur Toilette musste 🤣.
Die ersten zwei Tage waren wir die einzigen Gäste an diesem traumhaften Plätzchen. Victor, der Koch, hat uns mit so viel Soulfood verwöhnt. Das war das beste Essen unserer bisherigen Reise in Zentralamerika. Unter anderem kochte er guatemaltekisches (komisches Adjektiv, oder ?😅) Curry für uns. Am ersten Abend aß Luis zusammen mit uns und wir unterhielten uns über alles Mögliche. Wir hatten vom ersten Tag an ein richtig familiäres Gefühl. Das tat SO gut. Wir sind mit Luis und Victor und der gesamten Unterkunft echt schnell zusammengewachsen 🙊.
An einem Tag besuchten wir die „Siete Altares“ (7 Altäre). Dort kann man sich 7 Wasserfälle (die ganz oft aber mini mini klein waren und eher als Wasserstufen zu beschreiben waren) ansehen. Zu Fuß stapften wir dort zusammen mit einem deutschen Pärchen durch, das wir an diesem Tag kennenlernten. Ganz oben angekommen, sprangen wir in den größten Wasserfall rein und erfrischten uns. Danach ging es mit einem Boot zum „Playa Blanca“. Ein kleiner, aber sehr schöner Strand. Leider hatten wir kein Glück mit dem Wetter. Es stürmte immer mehr und wurde sehr ungemütlich. Die Rückfahrt mit dem Boot war durch den starken Wind echt hart. Es war eher eine Nussschale als ein Boot. Wir sind immer und immer wieder sehr hart aufgekommen. Ich sah die Nussschale jeden Moment brechen. Aber zum Glück ging alles gut. Wir schauten uns dann zuletzt an diesem Tag noch die nahe gelegene Kleinstadt „Livingston“ an. Zu der gibt es aber nicht wirklich etwas Besonderes zu berichten.
Am nächsten Tag liehen wir uns ein Kayak aus und fuhren damit stundenlang durch einen Mangrovenwald 🛶. Auch das war ein wirklich tolles Erlebnis. Da hat man sich ganz anders mit der Natur verbunden gefühlt. 🌳💦
Hier haben wir dann auch endlich wieder mal die Drohne fliegen lassen.
Als wir dann abends wieder in unserer Unterkunft ankamen und uns auf die Kochkünste von Victor freuten, saßen dort auf einmal Charlin und Erik, ein deutsches Pärchen, mit denen wir uns bereits in Flores super verstanden hatten. Danach verloren wir uns aus den Augen und trafen uns hier nun wieder. Das war schon ein verrückter Zufall. So verbrachten wir zusammen mit den beiden und anderen interessanten Mitreisenden, die an den anderen Tagen noch anreisten, lustige und gesprächige Abende. Victor konnte auch echt tolle Cocktails zaubern 🤭 So probierten wir uns an diesen geselligen Abenden gemeinsam durch die Cocktailkarte.
Von diesem magischen und besonderen Ort wollte ich gar nicht mehr weg und war echt sooo traurig, als wir nach dem letzten phänomenalen Omelett von Victor morgens abreisen mussten.
Nun schipperten wir zurück zum Hafen. Dort trafen wir dann witzigerweise David wieder und so machten wir uns gemeinsam auf den Weg nach Antigua. 🚐Read more
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- Day 121
- Sunday, November 26, 2023 at 8:00 PM
- ⛅ 25 °C
- Altitude: 1,537 m
GuatemalaParque Central Antigua Guatemala14°33’27” N 90°43’56” W
Antigua: Ein 🌋-Abenteuer mit 🍫igem Ende

(Marcel) Das nächste Ziel auf unserer Reise ist Antigua. Die Fahrt von Rio Dulce nach Antigua war mal wieder ein Wackeltrip. Zunächst erst wunderschön mit dem Boot von der Unterkunft zum Hafen und anschließend in einem sehr engen und warmen Bus in die Stadt.
Unsere 4 Tage in Antigua fingen gleich aufregend an. Auf dem Weg zur Unterkunft hörten wir öfter Knalle, die der aktive Vulkan namens „Fuego“ beim Ausbruch machte. Dieser Vulkan bricht nämlich im Schnitt alle 20 Minuten aus, mal weniger stark, mal etwas stärker. Das ist nämlich der Hauptgrund, wieso Antigua so beliebt bei Reisenden ist.
Wir buchten hier eine zweitägige Wanderung auf den Nachbarvulkan „Acatenango“. Der Veranstalter holte uns morgens ab und brachte uns zum Hauptsitz des Anbieters. Dort frühstückten wir mit anderen Teilnehmern gemütlich (wir waren 27) und konnten Ausrüstung ausleihen. Wir entschieden uns für dicke Jacken, Handschuhe, Mützen und Wanderstöcke, worüber wir im Nachhinein echt sehr glücklich waren. Danach fuhren wir zum Fuße des Vulkans per Bus. Anschließend kämpften wir uns zum Basecamp vor, kurz vor der Spitze des Vulkans.
Kämpfen ist hier wirklich noch untertrieben. Der Aufstieg war unglaublich schwer. Ganze 5 Stunden sind wir steil nach oben gewandert. Janas Hüfte machte direkt schon am Anfang Probleme, sodass ich ihren Rucksack zusätzlich trug. Neben Hüftschmerzen bekamen viele Leute aufgrund der Höhe und der Anstrengungen Kopfschmerzen. Wir natürlich auch. Jana besonders stark.
Krass war, dass wir bei warmen sonnigen Wetter starteten und am Ende von Kälte und Nebel überrascht wurden. Durch den konstanten Aufstieg war einem warm, die Hände froren aber ein.
Am Basecamp wurden wir mit einer atemberaubenden Aussicht über den Wolken belohnt. In über 3600 m konnten wir verschiedenste Vulkane sehen. Tatsächlich konnten wir alle 20 Minuten den Fuego auch hier vom Basecamp aus ausbrechen sehen. So hörten wir es immer wieder brodeln und sahen danach schwarze Wolken aufsteigen.
Bei dieser Aussicht genossen wir unsere selbst hochgeschleppten Lunch-Pakete und durften uns bei einer warmen Schokolade noch 2 Stunden ausruhen.
Wir begutachteten währenddessen unsere Unterkunft: eine kleine Hütte, nicht isoliert. Zwei kleine/dünne Matratzen mit 4 Schlafsäcken. Mehr passte in die Hütte auch nicht rein. Eine richtige Toilette gab es nicht, ebenso gab es nirgendwo fließendes Wasser. Genau das Richtige für Jana. Richtig schöner Spa(r)-Urlaub.
Wir haben uns mit einem anderen Deutschen die Hütte geteilt. Das zum Glück auch nur zu dritt, da wir jetzt schon kaum Platz hatten.
Abends vor dem Abendessen konnten wir noch eine zusätzliche 4-stündige Wanderung zum aktiven Vulkan Fuego machen. Natürlich nicht direkt auf dem Vulkan, aber ziemlich nah auf ein Plateau an diesem Vulkan. Dieser Ort nennt sich „Devil's Edge“. Ich machte mich allein auf den Weg, während Janas Hüfte protestierte. Angekommen am Devil's Edge warteten wir nur kurz und wurden mit einem lauten Knall sowie einer Lava-Show belohnt. Es war atemberaubend.
Jana genoss währenddessen den Sonnenuntergang sowie Marshmallows am Lagerfeuer vom Basecamp aus.
Als wir zurückkamen, wurden uns Wein, Sangria und Marshmallows am Lagerfeuer serviert – ein himmlischer Genuss inmitten von Vulkanen. Anschließend gingen wir schlafen.
Die Nacht war, wie schon gedacht, ziemlich beschissen. Auch mit 6 Klamottenschichten hat man bei 0 Grad Außentemperatur im Schlafsack gefroren. Hinzu kam, dass unser Mitbewohner stark geschnarcht hatte.
Am nächsten Morgen um 03:30 Uhr wurden wir schon geweckt, um die Spitze des Acatenangos zu erklimmen und den Sonnenaufgang auf dem Vulkan zu erleben. Jana kämpfte weiter mit Kopf- und Hüftschmerzen und blieb daher in der kalten Hütte.
Diese Wanderung dauerte wieder 4 Stunden und hatte den steilsten Aufstieg. Mit weniger als 5 Stunden Schlaf kam man da wirklich an seine Grenzen. Auf der Spitze war es nochmal viel kälter und sehr windig. Auch mit 3 Oberteilen und dicker Jacke hat man gefroren. Das merkte man aber kaum, da das Panorama das Bewusstsein aus dem Körper geholt hat. Erst beim Runtergehen zum Basecamp hat man gemerkt, wie zugefroren man war.
Nach dem Sonnenaufgang ging es zurück zum Basecamp, wo wir uns alle nochmal aufgewärmt und zusammen gefrühstückt haben. Danach ging es wieder komplett runter.
Der Abstieg dauerte zwar nur 3 Stunden, war jedoch auch ziemlich hart. Jeder kennt sicher das Gehen, wenn man einen Berg hinunter geht. Man wird ständig in die Knie und in die Schuhe reingedrückt. Aua!
Begleitete wurden wir übrigens bei jeder Wanderung von mehreren und immer verschiedenen Hunden. Immer drauf bedacht, bei den Pausen Essen abzugreifen.
Vulkanausflug in Zahlen:
- 10 Blasen an den Füßen
- 3 Ibuprofen
- 3 Paracetamol
- 3 Tage Muskelkater
- Laut Fitness-App: Knapp 500 Stockwerke (und wir haben jedes einzelne davon gefühlt!)
- 2 neue Hundefreundschaften
Doch das war nicht das Ende unserer Antigua-Episode! Die Stadt bot nicht nur vulkanische Abenteuer, sondern auch süße Verführungen. Ein spontaner Schokoladenkurs führte uns in die Welt des Kakaos. Wir stellen unsere eigene Schokolade her und haben fast alle Schritte zur Produktion von Kakao durchgeführt.
Wir haben unter anderem eine frische Kakaobohne aufgeschnitten und verzehrten die glitschigen Kerne. Vor dem Fermentieren schmeckt die Bohne tatsächlich süß, ähnlich wie eine Litschi. Beim Kauen aber direkt bitter. Als unsere Gruppe erfuhr, dass wir bald Geburtstag haben, gab es sogar ein kleines Geschenk und schon ein vorzeitiges Ständchen.
Mit uns in der Gruppe war übrigens ein „TikTok-Star“, der jeden einzelnen Schritt filmreif festgehalten hat. Bekannt aus einer Dragqueen-Reality Show in Kanada erklärt er gekleidet als Dragqueen Mathe sowie Physik für Schüler. Was es nicht alles gibt 🤷♂️
Unsere selbstgemachte Schokolade haben wir anschließend an unserem nächsten Ziel am schönen „See Atitlan“ „genossen“ (Spoiler: Sie schmeckte gar nicht mal so gut).Read more
Traveler
Wie krass, so ein tolles Foto ❤️…..das sieht aber gefährlich aus
Traveler❤️ Die Glasscheibe hinter mir sieht man gar nicht, daher sieht es so verrückt und gefährlich aus 🤭
Traveler
Meeeeeegaaaaaaa