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- Dag 147
- søndag 3. juli 2022
- ☀️ 28 °C
- Høyde: 22 m
Forente staterJohn F. Kennedy International Airport40°38’37” N 73°46’55” W
NYC und der Versuch, auszureisen
3. juli 2022, Forente stater ⋅ ☀️ 28 °C
Als wir in NYC landen, kriegen wir unser Gepäck vollständig und in ganzen Teilen zurück, um es gleich wieder bei der Gepäckaufbewahrung abzugeben. Unser nächster Flug nach Doha, Katar startet erst um 0:55 Uhr und so lassen wir es uns nicht entgehen, noch einen kurzen Abstecher nach Manhattan zu machen 🤩. Also, ab in die Metro und eine knappe Stunde später stehen wir schon am One World Trade Center und den Memorial Pools. Verrückt. Auch zum wiederholten Male an diesem Ort, bekommen wir wieder ein wenig Gänsehaut bei der Vorstellung, was hier vor mittlerweile fast 21 Jahren passiert ist.
Von hier aus laufen wir noch zur südlichen Spitze von Manhattan, in den Battery Park, begrüßen kurz die Freiheitsstatue aus der Ferne, um uns dann bei der nun langsam untergehenden Sonne noch auf den Weg zur Brooklyn Bridge zu machen. Hier ist schon die Hölle los, zahlreiche Touristen schieben sich langsam über die Brücke und wir mitten drin 😍! Die Sonne hinter uns blitzt immer wieder durch die Hochhäuser und die Kulisse ist einfach atemberaubend. Wir bekommen beide richtig Lust, den ganzen Abend und die Nacht noch hier zu verbringen, aber leider rast die Zeit uns davon. Daher schaffen wir es nur noch nach Brooklyn in den Bridge Park für ein paar Schnappschüsse auf die Skyline von Manhattan, bevor wir schon wieder zurück in die Metro hüpfen 😔.
Glücklich darüber, die Zeit noch so schön erleben zu dürfen, anstatt Stunden am Flughafen zu sitzen, geben wir unser Gepäck auf und sitzen wenig später mit all den anderen Passagieren an unserem Gate. Als das Boarding los gehen soll, kommt die erste Durchsage, dass sich der Flug ein wenig verspäten wird, da noch ein Crewmitglied fehlt. Als sich diese Durchsage fünfmal wiederholt hat und es jetzt eigentlich Zeit zum Abflug wäre, trauen wir unseren Ohren nicht und ich muss eine andere Passagierin fragen, ob ich es richtig verstanden habe: der Flug findet in dieser Nacht nicht mehr statt, sondern erst am nächsten Mittag um 14 Uhr.
Und so sitzen wir hier erstmal etwas perplex und wissen nicht wohin mit uns. Haben wir nicht vorhin noch einen Witz gemacht, als wir aus Manhattan weg mussten, wie doof es jetzt wäre, wenn der Flug verspätet wäre und wir doch noch hätten bleiben können 🤯🤯.
Die ersten Passagiere werden laut und brüllen herum und wir stellen uns nun erstmal am Schalter an, um ein Hotel organisiert zu bekommen und zu erfahren, was mit unserem Anschlussflug in Doha passiert, den wir so natürlich verpassen.
Als wir endlich an der Reihe sind, wird uns nur gesagt, dass wir uns selber um ein Hotel bemühen müssen, die Airline erstattet die Kosten für ein Zimmer in Höhe von 100$ 🤣🤣. Abgesehen davon, dass es mittlerweile 01:00 Uhr und heute der amerikanische Nationalfeiertag ist, befinden wir uns immer noch in den USA und in NYC 🤯. Maximal genervt beschließen wir also, am Flughafen zu bleiben und uns die Extrakosten (+ die Nerven für das Zurückfordern der Hotelkosten) zu sparen.
Wir verbringen also eine kurze, unbequeme und kalte Nacht auf dem Boden des JFK Flughafen, während die Putzmaschine um uns herum fährt 😅🙈, bevor wir am nächsten Morgen guter Dinge in den Tag starten. Da wir immer noch nicht wissen, was mit unserem Anschlussflug passiert, stellen wir uns wieder am Schalter an, wo bereits eine ewig lange Schlange wartet 😖. Und hier werden wir dann auch den ganzen Tag verweilen…
Und spätestens jetzt müssen wir uns einmal kurz auskotzen, denn so einen Sauhaufen haben wir noch nicht erlebt.
Während der Flieger, der um 14 Uhr starten soll, schon am Gate steht, werden alle Passagiere, die von Doha weiterfliegen wollen, an diesen einen Schalter geschickt. Hier passiert nur leider gar nichts, so dass wir nach zwei Stunden bereits einen Meter in der Schlange voran gekommen sind. Andere Passagiere schicken schon Familienmitglieder zum Gate, um up to date zu bleiben. Es ist bereits nach 14 Uhr, wir wissen nicht, ob der Flieger fliegt, ob er uns mitnimmt, wo unser Gepäck ist und auch sonst erfährt man einfach rein gar nichts. Die vier Damen am Schalter gehen jede Stunde abwechselnd oder gemeinsam in die Pause, sodass teilweise nur noch eine Dame für uns alle da ist und dann lassen sie uns auch noch spüren, wie genervt sie von uns sind…als hätten wir uns diese beschissene Situation ausgesucht 🙄.
In der Warteschlange ist die Stimmung natürlich entsprechend, parallel wird teilweise versucht über die Hotline etwas zu erreichen, aber alles vergeblich. Eine junge Frau unseren Alters hängt stundenlang in der Warteschleife von American Airlines und versucht den online noch erhältlichen Abendflug für sich und ihre Familie nach Doha und weiter nach Karatschi zu bekommen. Die verfügbaren Plätze sind leider alle in der 1. Klasse, die Differenz für diese 5.000 $ Plätze soll doch dann aber bitte sie zahlen 🤣🤣🤣. Wir feiern sie für ihre konsequente Art, die Plätze kriegt sie natürlich trotzdem nicht. Da fliegen die lieber mit leeren 1. Klasse-Plätzen, als sie für selber verbockten Mist an Gäste aus der Holzklasse zu vergeben. Fast etwas Deutsch, verschenkt wird hier nix 🤯🤯🤯.
So langsam kommt die Nachricht vom Gate bei uns an, dass der Flieger tatsächlich nur diejenigen mitnimmt, die in Doha bleiben und keinen Anschlussflug haben. Diese Passagiere sitzen nun auch schon seit 13 Uhr im Flieger, bis dieser dann gegen 17 Uhr tatsächlich (ohne uns) abhebt.
Währenddessen stehen wir immer noch in der Schlange und wissen immer noch nicht, ob der Flieger unser Gepäck mitgenommen hat oder nicht, bis wir um 19 Uhr endlich mit der freundlichsten und wohl fähigsten Person am Schalter sprechen dürfen. Auch wir sind mittlerweile zu müde, um uns aufzuregen und nehmen alle Infos so hin:
Wir wurden auf den nächsten Flug am 05.07 um 22 Uhr umgebucht, inkl. 9h Aufenthalt in Doha, bis es dann nach Windhoek weitergehen soll. Wir kriegen jetzt automatisch ein Zimmer im Hilton Airport Hotel (wieso geht das heute so einfach und gestern nicht??) plus Shuttle und einen 12$ Essengutschein für den Flughafen. Zwei der drei Gepäckstücke sollen wohl schon auf dem Weg nach Doha sein, eins müssen wir wieder abholen und morgen neu einchecken. Na toll, denken wir. Nicht mal das kriegen die hin, im System ist doch ersichtlich, dass wir 3 Gepäckstücke aufgegeben haben.
Als wir zum Gepäckband gehen, liegen aber doch beide Rucksäcke da und wir hoffen, die Dame hat sich nur vertan und die grüne Kiste ist im Flugzeug.
Im Hotel angekommen, werfen wir die Pläne, den Abend noch mal in die Stadt zu fahren und das Feuerwerk zu den Festlichkeiten des Unabhängigkeitstages am 04.07 anzuschauen, über den Haufen. Fix und fertig gehen wir duschen, bestellen was zu essen und schlafen ein.
Netterweise hat uns die Dame an der Rezeption erlaubt, bis 14 Uhr im Zimmer bleiben zu können, ohne für einen späten Check-Out extra bezahlen zu müssen. Das Frühstück für jeweils 21 $ ist leider nicht inbegriffen und so kommen wir hungrig kurz nach 14 Uhr ein weiteres Mal am Flughafen an, wo wir die 12 $ Gutscheine für Sandwich und Salat einlösen und noch ordentlich drauf zahlen dürfen 🤯.
In der Zwischenzeit konnten wir zum Glück auf Grund der Kulanz des Hotels das Zimmer in Windhoek stornieren und auch den Mietwagen noch kostenfrei umbuchen. All das wären Kosten, die hier von der Airline nicht übernommen werden müssen 🤯🤯🤯.
Um 18 Uhr haben wir endlich unsere neuen Boardkarten in der Hand, haben die Rucksäcke ein weiteres Mal eingecheckt und können dann auch pünktlich in den Flieger nach Doha einsteigen. Was für eine Erleichterung 😅. Der 13h Flug ist trotz der langen Dauer sehr angenehm, ein paar Stunden Schlaf zwischen dem ständig servierten und für einen Flug recht guten Essen sind auch drin und so kommen wir pünktlich gegen 22 Uhr Abends in Doha an. Immerhin!Les mer
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- Dag 149
- tirsdag 5. juli 2022
- ☀️ 29 °C
- Høyde: 33 m
Forente staterSaint Peter's Church40°42’43” N 74°0’34” W
USA - ein Rückblick
5. juli 2022, Forente stater ⋅ ☀️ 29 °C
Unser Rückblick zu gut 4 Wochen Roadtrip durch den Südosten der USA.
Unsere Route zusammengefasst:
Miami (Florida) 🚘 Fort Myers (Florida)
Fort Myers 🚘 Orlando (Florida)
Orlando 🚘 Saluda River (South Carolina)
Saluda River 🚘 Blue Ridge Mountains (North Carolina)
Blue Ridge Mountains 🚘 Nashville (Tennessee)
Nashville 🚘 Land between the Lakes (Kentucky)
Land between the Lakes 🚘 Memphis (Tennessee)
Memphis 🚘 New Orleans (Louisiana)
New Orleans 🚘 Orange Beach (Alabama/Florida)
Orange Beach 🚘 Ochlockonee River (Florida)
Ochlockonee River 🚘 Miami (Florida)
Miami 🛫 New York
Unsere Highlights:
Orlando - nochmal Kind sein, in die Welt der Filme eintauchen und die verrücktesten Achterbahnen fahren 🎢
Blue Ridge Mountains - das blaue Schimmern in der Ferne sehen, frisch gefangenen Fisch grillen und Manus Erlebnis, einen Bären in der freien Wildbahn zu sehen.
Nashville - in dieser verrückten Stadt Geburtstag feiern und tolle Amerikaner/innen kennenlernen.
Memphis - klein Nashville, aber auch authentischer, super nette Menschen und eineinhalb Tage im Hotel 🤩.
Orange Beach - zurück am wunderschönen Strand Floridas und das erste Mal Meeresfisch geangelt 😋.
New York - We ❤️ NYC!
Der Verkehr - mit den Geschwindigkeitsbegrenzungen und den oft mindestens 4-spurigen Straßen, fährt es sich hier wirklich super angenehm. Kein Gedrängel, kein Gehupe, man muss aber dazu sagen, dass es auch quasi keine Fußgänger/innen oder Fahrradfahrer/innen gibt, mit denen man sich die Straßen teilt (dabei gibt es oft ganz hervorragende Fahrradwege).
Vereinfachungen, die wir in Deutschland vermissen -
• In den vier Wochen haben wir praktisch kein Bargeld benötigt, teilweise ist auch nur Kartenzahlung möglich.
• kostenloses Trinkwasser an vielen Orten (Parks, Strand, Supermarkt, an öffentlichen Toiletten…) und im Restaurant werden die alkoholfreien Getränke meist kostenlos nachgefüllt.
Die Landschaften - das Land ist so groß und vielfältig und so war der nur kleine Teil unseres Roadtrips schon wahnsinnig abwechslungsreich. Besonders ist, dass man hier immer wieder einsame Plätze findet, einfach angeln gehen kann (auch wenn man eigentlich eine Genehmigung benötigt) und wirklich natürlichen, frischen Fisch angeln und noch richtig viel wild lebende Tiere erleben kann.
Das Essen (Manu) - Gutes Steak, ganz viel Burger, er mag’s 😜
Das hat genervt:
New Orleans - stinkende Stadt
Die Hitze - ok, das wussten wir eigentlich vorher, aber so krass hatten wir uns das, vor allem nach Kolumbien, nicht vorgestellt.
Plastik - irgendwie dachten wir, man wäre hier diesbezüglich schon etwas weiter … zumindest, dass ein gewisses Umdenken stattgefunden hat oder stattfindet. Leider bekommt man in den Supermärkten unendlich viele Plastiktüten, die Seife wird in extra Tüte geworfen, da sie nicht mit den Lebensmitteln zusammen eingepackt werden soll, im Diner gibt’s Getränke nur in Plastikbechern, teilweise Plastikbesteck, selbst im Hotel kann man sich den Kaffee auf dem Zimmer nur in Becher eingießen 😖 usw.
Die Preise - die USA waren ja noch nie ein so richtig günstiges Reiseland, aber aktuell ist es wirklich der Wahnsinn. Ob im Supermarkt, im Restaurant oder im
Hotel, low budget Reisen geht hier nicht und man will ja zumindest das ein oder andere auch erleben.
Das Essen (Maria) - zwar gutes Steak 😋 aber zu wenig Abwechslung und bezahlbares frisches Obst und Gemüse.
Das war crazy:
Die Größen -
• der bei uns klassische Smart for four ist hier ein massiver Pickup (ob immer nötig, wissen wir nicht)
• die Parkplätze beim Supermarkt entsprechen der Größe von Kinsau
Die Regelungen zu Alkohol (überall etwas anders) -
• in North Carolina darf der unter 21-jährige Supermarktverkäufer unser gekauftes Bier nicht selbst über das Scangerät ziehen, sondern muss eine über 21-jährige Verkäuferin rufen, die dies für ihn übernimmt 🧐🤣 (oder wir hätten es selbst über den Scanner ziehen müssen).
• in Florida bekommen wir an einer Tankstelle nur mit viel Glück ein paar Dosenbier. Die Verkäuferinnen dürften es uns eigentlich nicht verkaufen, da wir nur einen deutschen Ausweis/Pass haben, deren Echtheit sie nicht 100% sicher überprüfen können (weil er nicht amerikanisch ist🧐). Dabei ist völlig egal, dass Manu nicht mehr wie unter 21 aussieht 😜.
Andere (fragwürdige) Gesetze im Übrigen -
• zugleich sind wir in den selben Staaten unterwegs, in denen (ganz aktuell nochmal neu entschieden) sogar offen oder auch versteckt und ohne besonderen Grund, Menschen ihre scharfe Waffe in der Öffentlichkeit tragen können.
• wer Lust hat, kann hier noch die aktuellsten Entscheidungen des Supreme Court nachlesen (wir haben die letzten Tage in den USA viel darüber geredet und durchaus kontrovers diskutiert ❤️)
https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/usa-su…
Wir hatten eine super Zeit hier, haben wunderschöne Natur und tolle, typisch amerikanische Städte gesehen, das Geld ist uns zwischen den Fingern dahingeschmolzen, wir haben super nette Menschen kennengelernt und haben durch die Erlebnisse oft und viel über die (westliche) Welt und die aktuelle Situation diskutiert, was nur bereichernd ist und war ❤️.Les mer
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- Dag 150
- onsdag 6. juli 2022 20:00
- ⛅ 36 °C
- Høyde: 15 m
QatarFlughafen Doha25°16’13” N 51°36’21” E
Hamad International Airport
6. juli 2022, Qatar ⋅ ⛅ 36 °C
Abends um 18 Uhr kommen wir am Flughafen in Doha, Katar an.
Der sich erst seit 2014 in Betrieb befindliche Flughafen ist auf einer künstlich erweiterten Halbinsel angelegt und wird von beiden Seiten über das Meer angeflogen, was die Lärmbelastung für die Stadt Doha reduziert. Er lässt sich auch über die See erreichen. Eine rund 1,2 Kilometer lange Hafenlagune ist für kleinere Fährschiffe, Taxi- und Privatboote vorgesehen, von der Anlegestelle bis zum Terminal sind es nur kurze Wege. Ganz schön beeindruckend.
Hier ist auch schon alles für die WM Ende des Jahres bereit gemacht, inkl. riesigem Maskottchen.
Aber neben diesem wahnsinnig großen und modernen Flughafen, sind wir auch so in einer ganz anderen Welt angekommen. Statt Amerikanern, umgeben uns nun Männer in weißen Gewändern, dem sog. Thawb und Frauen in langen schwarzen Gewändern, dem „Abaya“ mit dem Kopftuch „Shayla“. Wir fühlen uns kurz mit unserer Jogginghose und Pulli etwas fehl am Platz 😅.
Zuerst gehen wir zum Schalter von Qatar, um herauszufinden, wo unser Camping-Gepäck mittlerweile ist. Allerdings wird uns hier nur versichert, dass es automatisch weiter nach Windhoek geleitet würde, so steht es ja auch auf dem Gepäckkleber. Ok, mehr will man uns hier nicht helfen, auch wenn wir etwas skeptisch sind.
Von daher bleibt uns nichts anderes übrig, als die nun noch verbleibenden 7h irgendwie rumzukriegen und das Beste zu hoffen 🤞🏼.
Wir trinken noch ein teuerstes Bier der Welt für 16 € und können dann endlich pünktlich um 02:30 Uhr den Flieger nach Windhoek, Namibia betreten. Noch ein knapp 10h Flug und wir sind endlich da!Les mer
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- Dag 151
- torsdag 7. juli 2022
- ☀️ 24 °C
- Høyde: 1 688 m
NamibiaAusspannplatz22°34’31” S 17°5’9” E
Windhoek - Willkommen in Namibia ❤️
7. juli 2022, Namibia ⋅ ☀️ 24 °C
Am Morgen des 07.07.2022 kommen wir dann tatsächlich am Flughafen Hosea Kutako International Airport, ca. 40 km von Windhoek entfernt, an. Während wir uns total freuen, es endlich in die klare und noch angenehm kühle Luft des afrikanischen Landes geschafft zu haben, wartet schon das nächste Problem auf uns.
Am Gepäckband kommt auch nach bereits ewigem, aber vergeblichem Warten nur noch mein Rucksack zur Abholung an 😖. Wir hatten damit gerechnet, dass die Campingsachen, die ja bereits einen Tag früher aus NYC ohne uns losgeflogen sind, nicht pünktlich ankommen würden, dass aber nun auch noch einer der beiden Rucksäcke unterwegs verloren geht, war nicht geplant. Und so stehen wir erst mal wieder in einer Schlange, um Zettel auszufüllen, den Inhalt der Gepäckstücke aufzulisten usw., um dann tot müde im Taxi zu unserer Unterkunft nach Windhoek zu sitzen.
Wir kommen die nächste Tage in einer sehr geräumigen und schönen Wohnung mitten in der Stadt unter und freuen uns sehr über den Komfort. Tagsüber sind angenehme 25 Grad, in der Nacht kann es schon etwas frisch werden und bis zum Gefrierpunkt abkühlen. Wir sind aber sehr froh über diese „normalen“ und wieder menschenwürdigen Temperaturen 😅.
Leider geht es Manu schon seit dem letzten Flug nicht so gut, auch ich merke die unglaubliche Müdigkeit und so gehe ich nur noch schnell ein paar Lebensmittel einkaufen und ansonsten ignorieren wir alle guten Ratschläge bezüglich des Jetlags und legen uns Mittags hin.
Die nächsten zwei Tage passiert auch erstmal nicht viel, Manu geht es leider eher schlechter als besser, Fieber plus eine fette Erkältung (danke American Airlines 🖕🏽), wir versuchen täglich den Gepäckservice am Flughafen zu kontaktieren, schreiben online die Fluggesellschaften an, überlegen, wie es ohne Gepäck weiter gehen soll und schlafen zu völlig ungünstigen Tageszeiten, um dann die halbe Nacht wach zu liegen 🤣🙈.
Der Versuch, in der kleinen Mall um die Ecke ein paar Jeans für Manu zu besorgen, scheitert schnell an der hier vorherrschenden Mode der skinny und super skinny Jeans 😅, da passen keine Fussballerwaden rein.
Am Montag können wir morgens unseren Mietwagen abholen (ja, wir trauen uns noch mal 🤪🙈). Wir haben uns für einen kleinen PKW entschieden, da die Wagen mit Allradantrieb das doppelte kosten, die typischen hier vermieten Pickups mit Dachzelt alle schon ausgebucht (und ebenfalls sehr teuer) waren, wir (im
Prinzip 😖) ja alles fürs Campen bereits aus den USA dabei haben, und die meisten Straßen, sprich Schotterpisten, auch gut ohne Allradantrieb befahrbar sind ✊🏻.
Wir machen uns damit direkt auf den Weg zum Flughafen. Doch leider ist laut der dortigen Mitarbeiter nichts für uns angekommen, morgen soll aber eine weitere Maschine aus Doha landen. Also geht es unverrichteter Dinge wieder zurück in die Wohnung und während Manu sich weiter ausruht 😔, laufe ich ein wenig durch die Stadt und suche das Office von Qatar Airways. Das existiert aber nicht mehr und so klappere ich aber wenigstens die paar wenigen Sehenswürdigkeiten der Stadt ab.
Aber zunächst ein paar Infos zur Geschichte Namibias und der nicht ganz so schönen Rolle der Deutschen.
Die Kolonialisierung eines großen Teils des heutigen namibischen Staatsterritoriums begann Ende des 19. Jahrhunderts, als ein deutscher Unternehmer, ausgestattet mit staatlichen Garantien, dort Land erwarb. Inmitten des "Scramble for Africa" (etwa: Drängelei um Afrika) der europäischen Großmächte wollte auch das Deutsche Reich zur Kolonialmacht werden. Der Bremer Kaufmann Franz Adolf Lüderitz kaufte 1883 unter zweifelhaften Umständen Land im Südwesten des heutigen Namibia von den dort ansässigen Nama.
Im August 1884 erklärte das Deutsche Kaiserreich dieses Gebiet zum "Schutzgebiet Deutsch-Südwestafrika" und taufte es „Lüderitzland“. Damit wurde es zur ersten deutschen Kolonie. Diese wurde in den Folgejahren erweitert und umfasste ab 1890 das gesamte Gebiet des heutigen Staates Namibia. Die Kolonialherren etablierten ein rassistisches System, in dem Deutsche die Oberschicht bildeten und die teils enteigneten Afrikanerinnen und Afrikaner als abhängige Arbeiterinnen und Arbeiter unterdrückt wurden. Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 kamen 15.000 Siedler ins Land, darunter mehr als 12.000 Deutsche.
Wiederholt erhoben sich in den Folgejahren die auf dem kolonialisierten Gebiet ansässigen Volksgruppen, darunter die Herero. Ihre Aufstände wurden gewaltsam niedergeschlagen. Im Januar 1904 nahmen bewaffnete Verbände der Herero erneut den militärischen Widerstand gegen die Kolonialmacht auf. Die deutschen Truppen reagierten mit extremer Härte und Brutalität. Nach der Schlacht am Waterberg flohen die Herero in die Omaheke-Halbwüste. Ihre deutschen Verfolger riegelten das Trockengebiet und die wenigen Wasserstellen ab. Auf den Befehl des Generalleutnants Lothar von Trotha hin, wurde auf alle, die zu fliehen versuchten, geschossen.
Auch dem zunächst erfolgreichen Guerilla-Krieg der Nama, die sich dem Widerstand gegen die deutschen Kolonialtruppen angeschlossen hatten, setzte die Kolonialmacht eine Vernichtungsstrategie entgegen: Die Deutschen vergifteten Brunnen und zerstörten Nahrungsmittel. Die wenigen Überlebenden der Herero und Nama kamen in Internierungslager und wurden als Zwangsarbeiter eingesetzt. Schätzungen zufolge starben bis zu 80.000 Herero sowie mindestens 10.000 Nama. Historikerinnen und Historiker bewerten diesen Vernichtungskrieg heute mehrheitlich als ersten Genozid des 20. Jahrhunderts.
Das Ende des Ersten Weltkrieges bedeutete auch das formale Ende des deutschen Kolonialreichs. Alle Kolonien gingen gemäß des Versailler Vertrags als Mandatsgebiete an den neu gegründeten Völkerbund, so auch Deutsch-Südwestafrika. Der Völkerbund übertrug 1921 das Mandat über Namibia an Südafrika, das Namibia wie eine fünfte Provinz verwaltete – inklusive seiner Homeland-Politik, die jeder Bevölkerungsgruppe ein festes Territorium zuteilte, und restriktiver Pass- und Arbeitsgesetze. In den 1950er Jahren etablierte Südafrika in seinen Provinzen das Apartheidsystem. Zu dieser Zeit formierte sich in Namibia der anti-koloniale Widerstand gegen Südafrika, der 1960 in die Gründung der Bewegung "South West African People's Organisation" (SWAPO, dt. Südwestafrikanische Volksorganisation) mündete. 1966 erkannten die Vereinten Nationen, als Nachfolger des Völkerbunds, Südafrika das Mandat über Namibia ab, was die südafrikanische Regierung jedoch ignorierte. Daraufhin nahm die SWAPO den militärischen Kampf auf.
Zehn Jahre später, 1976, erkannte die UN-Vollversammlung die SWAPO als einzige legitime Vertretung des namibischen Volkes an. Doch erst mit Ende des Kalten Krieges und der schleichenden Erosion des Apartheid-Regimes in Südafrika wurde Namibias Selbstbestimmung Realität. Ende 1988 sagte Südafrika freie Wahlen für Namibia und damit die Freigabe des von ihm annektierten Gebietes zu. In internationalen Verträgen unter Beteiligung der UN und der SWAPO waren schon zuvor Grundsätze für Namibias zukünftige Verfassung festgeschrieben worden.
Ende 1989 hielt Namibia die ersten allgemeinen und freien Wahlen ab, knapp 96 Prozent der Wahlberechtigten beteiligten sich. In der verfassungsgebenden Versammlung, die zum ersten Parlament wurde, errang die SWAPO 41 der insgesamt 72 Sitze, die konservative „Democratic Turnhall Alliance“ (DTA, dt.: Demokratische Turnhallenallianz). Letztere hatte zuvor als von Südafrika akzeptierte Interimsregierung fungiert.
Am 21. März 1990 wurde Namibia mit der Deklaration der ausgearbeiteten Verfassung schließlich unabhängig. SWAPO-Chef Sam Nujoma wurde als erster namibischer Präsident vereidigt. Seitdem ist das Land eine parlamentarische Präsidialdemokratie mit dem Parlament als Legislative und einem mit weitreichenden exekutiven Befugnissen ausgestatteten Präsidenten als Staatsoberhaupt. In der zweiten Kammer des Parlaments sitzen je drei Abgeordnete aus den 14 Regionen des Landes. Namibias Demokratie gilt als stabil, doch es mangelt an einer starken Opposition. Auch Abspaltungen der SWAPO konnten selten mehr als 10 Prozent der Stimmen erreichen.
Zuletzt wählten die Namibierinnen und Namibier im November 2019 Parlament und Präsident. Hatte die SWAPO noch fünf Jahre zuvor mit 80 Prozent ihr bis dahin bestes Ergebnis erreicht, musste sie bei der letzten Wahl deutliche Verluste hinnehmen und verlor erstmals seit 1994 ihre Zweidrittelmehrheit. Als Grund galten insbesondere Korruptionsvorwürfe und eine instabile Wirtschaftslage mit hoher Arbeitslosigkeit. Hage Geingob, seit 2015 Präsident, konnte nur mit knappem Wahlerfolg eine zweite Amtszeit antreten.
Eine der größten Herausforderungen für Namibia stellt nach wie vor die Umverteilung des seit der Kolonialzeit in wenigen Händen konzentrierten Landbesitzes dar. 30 Jahre nach der Unabhängigkeit und mehr als 100 Jahre nach der deutschen Kolonialherrschaft beschäftigen Fragen nach Entschädigungen für vergangenes Unrecht viele Namibierinnen und Namibier. Auch die Verhandlungen zwischen Deutschland und Namibia über den Genozid an den Herero und Nama sind weiterhin kompliziert, insbesondere angesichts der Forderung nach Reparationszahlungen, die die Bundesregierung ablehnt.
Nun aber zu Windhoek: die Stadt ist mit knapp 450.000 Einwohnern die Hauptstadt und größte Stadt Namibias und liegt auf rund 1.700 Metern über dem Meeresspiegel und fast genau im geografischen Zentrum des Landes.
Zuerst gehe ich zur deutschsprachigen, evangelisch-lutherischen Kirche, die dann doch recht klein daher kommt, zumindest im Vergleich zu unseren Kirchen.
Aber sie steht schön, etwas erhöht und inmitten eines kleinen und wenig befahrenen Kreisverkehrs, mit Blick auf die Stadt.
Gleich schräg dahinter befindet sich das Parlamentsgebäude von Windhoek, auch bekannt als Tintenpalast, als Anspielung auf den großen, unnützen Tintenverbrauch der Arbeiter 🤣. Er wurde vom deutschen Architekten Gottlieb Redecker entworfen und von der Firma Sander & Kock zwischen 1912 und 1913 aus regionalen Materialien als Verwaltungsgebäude für die deutsche Regierung errichtet. Bei dem Bauprojekt wurden Zwangsarbeiter von Herero und Nama eingesetzt, die, nachdem sie den Völkermord an den Herero und Namaqua überlebt hatten, in Konzentrationslager gebracht worden waren.
Das Gebäude ist äußerlich nicht sonderlich spektakulär oder hübsch anzusehen, davor befinden sich aber noch die schönen Parlamentsgärten, die auch gerne von den Einheimischen zum Entspannen genutzt werden. Als ich da bin, ist er leider für Mäharbeiten abgesperrt und so schlendere ich weiter. Es geht noch vorbei am Unabhängigkeits-Gedenkmuseum und am High Court of Namibia, wo sich gerade zwei sehr glückliche Jura-Absolventen ablichten lassen 🥰.
Am Dienstag geht es Manu schon deutlich besser und wir fahren am Morgen als erstes noch einmal zum Flughafen. Und diesmal haben wir etwas mehr Glück, Manus Rucksack ist da 🥳🥳🥳. Von unserem grünen Paket mit den Campingsachen ist zwar immer noch keine Spur zu sehen, aber immerhin können wir uns beide jetzt wieder ordentlich kleiden 😏. Die wirklich nette und sehr hilfsbereite Dame am Flughafen verspricht uns, die Augen nach dem grünen Paket offen zu halten und uns dann gleich anzurufen, sollte es auftauchen.
Zurück in der Stadt, planen wir nun, morgen endlich loszufahren und eben erst einmal in Hotels/Lodges/B+B unterzukommen. Zum Glück finden sich in den etwas größeren Ortschaften auch preisgünstige Alternativen, die nicht mehr als ein Campingplatz kosten. Natürlich ist es ein bisschen weniger Abenteuer und keine Einsamkeit unter dem Sternenhimmel, aber besser als nichts.
Am Mittwochmorgen gehen wir daher noch einmal in den Supermarkt und decken uns mit ein paar Kleinigkeiten ein.
Hier gibt es richtig leckeres deutsches Brot 🤩🤩, man kann seine 5 Liter Wasserkanister für ca. 25 Cent pro Liter nachfüllen 👍🏽👍🏽, frische Milch ebenso und die Preise für Obst, Gemüse und eigentlich fast alles, bis auf Käse sind endlich wieder auf einem für uns normalen bis günstigen Niveau 🥳,
Und dann geht es los - noch mit einem kurzen Stopp am National Heroes‘ Acre, dem offiziellen Kriegsdenkmal Namibias ein kleines Stück außerhalb von Windhoek.
Die „Heroes Acre“ wurde von einem nordkoreanischen Staatsunternehmen in nur 13 Monaten gebaut. Es ist das offizielle Kriegerdenkmal Namibias und dient laut einer offiziellen Beschreibung der „Wahrung des Patriotismus und Nationalbewusstseins und der Weitergabe des Erbes an künftige Generationen Namibias“.
Die Anlage basiert auf einem symmetrischen Polygon, mit einem großen Platz und einer Publikumstribüne mit 5.000 Sitzplätzen, einer Tribüne für Ehrengäste, dahinter die ewige Flamme. Eine Reihe von Treppen links und rechts führen bergauf zu den 174 Gräbern und dem Obelisken an der Spitze. Nur Personen, die offiziell zu Nationalhelden erklärt werden, erhalten eine Grabstätte und ein Staatsbegräbnis auf dem Heldenacker. Ein Ausnahmefall war die Umbettung des deutschsprachigen Namibiers Anton Lubowski, Rechtsanwalt und prominentes Mitglied der SWAPO-Partei in Namibia vor der Unabhängigkeit. Lubowski wurde im September 1989 vor seinem Haus mit Schüssen ermordet. Der Mord ist noch immer ungeklärt. Nach Rücksprache mit seiner Familie wurde Lubowski 2015 von Präsident Hage Geingob posthum zum Nationalhelden erklärt. Seine irdischen Überreste wurden im Rahmen eines Staatsakts vom Friedhof der Gemeinde Pionierspark auf den Heldenacker überführt.
Es gibt eine hohe, halbkreisförmige Wand mit Metallskulpturen, die verschiedene Stadien des namibischen Befreiungskampfes darstellen. Vor dem Obelisken in der Mitte steht eine acht Meter hohe Statue des „unbekannten Soldaten“, dessen Gesicht dem des Gründungspräsidenten Sam Nujoma unverkennbar ähnelt.
Nach einer guten Stunde hier, verabschieden wir uns aus Windhoek und sind gespannt, was uns in Namibia noch erwartet.Les mer

ReisendeDanke für die sehr ausführliche, gute Beschreibung. Du hast dir viel Mühe gegeben und ich finde es toll, so auch Hintergrund wissen vermittelt zu bekommen 👍👋🍀💙

Kati T.wow, was für ausführliche Informationen. Unglaublich spannend. Danke für dieses Wissen. Ich hoffe, Manu geht es inzwischen wieder besser.
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- Dag 157
- onsdag 13. juli 2022
- ☀️ 25 °C
- Høyde: 1 099 m
NamibiaMariental24°37’41” S 17°57’20” E
Mariental
13. juli 2022, Namibia ⋅ ☀️ 25 °C
Wir fahren erstmal gemütlich in Richtung Süden, gewöhnen uns an den Linksverkehr und die Strassenverhältnissen. Nur 10 % der Straßen in Namibia sind geteert, der Rest sind meist ganz passable Schotterpisten, auf denen man auch gut voran kommt.
Auf dem Weg kommen wir an manch sonderbaren Straßenschild vorbei und kleine Erdmännchen begleiten uns auf dem Weg, ansonsten passiert erstmal nicht viel, außer unendliche Weite mit Nichts!
Und so kommen wir nach einigen Stunden Fahrt in dem kleinen Ort Mariental an, der uns nur als Zwischenstopp dienen soll. Wir genießen in einem netten Lokal ein leckeres Abendessen und machen uns dann auf die Suche nach unserem AirBnB.
Die Angaben in der App sind völlig falsch und die Beschreibungen der Dame über WhatsApp mäßig hilfreich. Aber schließlich, als wir einen jungen Mann aus der Gegend mitnehmen, kann er uns helfen und wir sind kurz nach Einbruch der Dunkelheit angekommen.
Das AirBnb ist super, hat eine riesige Küche und davon abgehend mehrere Gästezimmer, die aber heute alle leer sind. Unser Familienzimmer hat sogar eine Badewanne 🤩🤩 und das lasse ich mir nicht entgehen 🛀.
Wir schlafen super unter der dicken Bettdecke und machen uns am nächsten Morgen direkt auf den Weg nach Keetmanshoop, wo wir zwei Nächte bleibe wollen.Les mer
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- Dag 158
- torsdag 14. juli 2022
- ☀️ 22 °C
- Høyde: 1 094 m
NamibiaKokerboomwoud26°28’56” S 18°14’23” E
Keetmanshoop - Felsen und Bäume
14. juli 2022, Namibia ⋅ ☀️ 22 °C
Von Mariental nach Keetmanshoop ist es nicht mehr weit und so kommen wir bereits zur Mittagszeit in der nach dem deutschen Kaufmann und Bankier Johann Keetman benannten Stadt mit knapp 19.000 Einwohnern an.
Zum Mittagessen geht es in das überall hier hochgelobte „Gästehaus Schützenhaus“, welches 1907 gegründet wurde und der älteste deutsche Club im südlichen Afrika. Es wurde nach 98 Jahren privatisiert und ist heute ein renommiertes Gästehaus in Keetmanshoop. Es gibt traditionelles deutsches Essen, aber auch afrikanisches Rind oder Wild und super nette Bedienungen, so dass es richtig Freude macht, hier zu sitzen und das leckere Essen zu genießen.
Danach fahren wir erst zu unserer Unterkunft, eine kleine Wohnung bei sehr herzlichen Gastgebern, die sich total freuen, dass wir da sind. Auch hier merkt man deutlich, dass der Tourismus noch lange nicht wieder auf dem normalen Niveau ist. Wir sind auch hier wieder die einzigen Gäste, was uns natürlich weniger stört, aber für die Besitzer eine kleine Katastrophe ist.
Wir packen nur schnell unsere Sachen aus dem Auto in die Wohnung und machen uns dann direkt auf den Weg auf die ca. 15 Minuten entfernte Farm Gariganus. Hier zahlen wir einen kleinen Eintritt, um anschließend zunächst den sog. „Spielplatz der Riesen“ zu besichtigen 😊.
Der Spielplatz der Riesen (afrikaans Speelplek van die reuse, englisch Giants' Playground) ist eine bizarre Felslandschaft aus aufgetürmten Dolerit-Felsen, die aus 170 Millionen Jahre altem Basalt vulkanischen Ursprungs bestehen, der oft mit Wüstenlack überzogen und durch Sandschliff poliert wurde. Durch die Art und Weise in der die Blöcke gestapelt sind, kann man sich aber auch einfach vorstellen, dass hier kleine Riesen mit Bauklötzen gespielt und so faszinierende Felsformationen und sogar eine Reihe von Labyrinthen geschaffen haben 😊. Hier spazieren wir eine ganze Weile umher, verschaffen uns mit der Drohne auch einen tollen Überblick über das ganze Ausmaß der Felsformationen und erfreuen uns nebenbei an zahlreichen Klippschliefern, die überall umherhuschen.
Der Klippschliefer erinnert mit seinem Körperbau an Meerschweinchen. Die Gliedmaßen sind kurz und kräftig, ein Schwanz fehlt und sie sehen irgendwie lustig und ganz süß aus.
Um 17 Uhr wollen wir zurück auf der Farm sein, weil dort eine Gepardenfütterung stattfindet.
Auf der Farm leben ein paar Geparden, die von Farmern gejagt werden, weil sie ihr Vieh bedrohen. Nimmt die hiesige Farm die Geparden nicht auf, werden sie getötet 😔. Das Gehege ist zwar riesig, aber dennoch natürlich kein Vergleich zur Freiheit, garantiert aber immerhin ihr Leben.
Wir schauen uns die Fütterung der aktuell zwei Geparden an, sind aber zugleich auch betrübt, über die Umstände, die dazu geführt haben. Es ist irgendwie super traurig zu sehen, wie mal wieder durch Menschenhand diese majestätischen Tiere auch hier hinter Zäunen leben müssen ☹️.
Anschließend geht es dann noch in den großen Köcherbaumwald, wobei Wald nicht ganz dem entspricht, was wir unter Wald verstehen. Hinter der Farm stehen etwa 5000 dieser Bäume. Das Gebiet um Keetmanshoop ist die einzige Stelle in Namibia, wo diese Bäume in einer Art Wald vorkommen, ansonsten sind die Köcherbäume nur vereinzelt zu finden. Die ältesten Köcherbäume auf der Farm haben ein Alter von 200 bis 300 Jahren und sind um die 6 m hoch sind.
Die Köcherbäume gehören zur Gattung der Aloe, können 300 Jahre alt und bis zu 9 m hoch werden. Der Name der Köcherbäume leitet sich von den Buschleuten ab, die die Äste benutzten, um sich Köcher herzustellen. Das Holz der Köcherbäume ist sehr leicht und innen schwammig, so dass sich die Äste leicht aushöhlen lassen. Ihr Vorkommen erstreckt sich nur auf sehr heiße Gebiete Namibias und Südafrikas. Warum die Köcherbäume im Gebiet um Keetmanshoop vermehrt auftreten, ist nicht bekannt.
Im abendlichen Sonnenlicht ist es wunderschön, durch diesen Wald zu spazieren und die Klippschliefer beim Spielen zu beobachten.
Danach geht es dann aber schnell zurück zu unserer Unterkunft, da wir am nächsten Morgen um 5 Uhr im Auto sitzen wollen 🤩.Les mer
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- Dag 159
- fredag 15. juli 2022
- ⛅ 24 °C
- Høyde: 869 m
NamibiaKaras27°34’51” S 17°36’39” E
Fish River Canyon
15. juli 2022, Namibia ⋅ ⛅ 24 °C
Am nächsten Morgen geht es bereits früh los, ca. 2 h dauert die Fahrt von Keetmannshoop zum Fish River Canyon, der nach dem Grand Canyon in den USA der zweit größte Canyon der Welt ist 🤩.
Wir sitzen also um 5 Uhr im Auto und fahren durch die stockfinstere Nacht Namibias, um den Sonnenaufgang am Canyon zu erleben. Die Fahrt ist nicht besonders angenehm, da es außer dem
Scheinwerfer keinerlei Lichtquelle gibt und man sich wie im Tunnel fühlt. Zum Glück ist die Schotterpiste bei diesem Abschnitt einwandfrei.
Als wir am Eingangstor ankommen, hat das Ticketbüro noch nicht geöffnet, wir dürfen aber bereits weiter in den Park fahren und auf dem
Rückweg zahlen. Wir sehen bereits die rot-orangefarbenen Streifen am Horizont und fahren die letzten Kilometer bis zum Aussichtspunkt.
Und dann stehen wir hier, an diesem wahnsinnig beeindruckenden Canyon und staunen. Ein eisiger Wind fegt uns heute morgen noch um die Ohren, aber das stört uns bei dieser Aussicht nicht.
Eigentlich besteht der 161 km lange und bis zu 27 km breite Fish River Canyon aus zwei Schluchten. Der breitere Teil des Fish River Canyons ist etwa 170 Meter tief und durch tektonische Verschiebungen entstanden. In dieses Plateau hat sich der Fish River dann noch einmal um bis zu 380 Meter eingegraben, so dass der tiefste Punkt des Fish River Canyons bei 549 Meter liegt.
Mittlerweile wird der 800 km lange Fish River, übrigens der längste Fluss Namibias, vor dem Canyon am Hardap Damm gestaut und führt im Canyon nur noch sehr selten und wenig Wasser. Daher wird zumindest durch die Kraft des Wassers keine großartige Veränderung am Canyon mehr zu erwarten sein und auch die Vegetation am Flusslauf wird sich im Laufe der Zeit verändern. Trotzdem lassen sich im Flussbett selbst in regenarmen Zeiten einzelne Tümpel finden, die das ganze Jahr wahrscheinlich von Grundwasser gespeist werden. Die Wasserstellen werden sowohl von einigen Antilopenarten als auch von Leoparden genutzt. In den Sommermonaten wurden bereits Rekordtemperaturen von über 50 Grad Celsius gemessen.
Der Fish River Canyon endet bei Ai Ais, wo der Fish River dann in den Orange River mündet, der zugleich die Grenze zu Südafrika bildet.
Von unserem Aussichtspunkt beginnt auch der Abstieg in den Canyon und damit eine mehrtägige Wanderung. Leider ist es strengstens verboten, den Abstieg ohne Guide zu betreten (es besteht Lebensgefahr) oder eine kurze Tagestour auf eigene Faust zu unternehmen. Also bleiben wir oben und fotografieren das durch die aufgehende Sonne ständig veränderte Licht im Canyon.
Neben uns wurde außerdem eine Steinspirale in den Boden gelegt und wächst nun unaufhörlich weiter. Die Spirale ist in sehr vielen Kulturen, von uralt bis modern, ein bedeutendes Symbol.
Das Durchschreiten der Spirale soll eine Aufnahme der hier vorherrschenden Energien ermöglichen. Nimmt man am Mittelpunkt der Spirale einen Stein auf und legt diesen am Ende an die Spirale an, hat man einen Wunsch beim Universum frei 🤩. Na, geht doch!
Nach gefühlten 1000 Bildern des selben Motivs (sorry 🤷🏻♀️) in allen Farben treten wir langsam den Rückzug an und fahren dieses Mal bei Tageslicht die Strecke zurück nach Keetmanshoop, die so deutlich schöner ist.
Dort angekommen, ruhen wir uns kurz ein bisschen vom frühen Aufstehen aus bevor wir zum Abendessen noch ein anderes Lokal in der Stadt aufsuchen, wo wir bei leckerem Rotwein aus Südafrika diesen wunderschönen Tag ausklingen lassen.Les mer
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- Dag 160
- lørdag 16. juli 2022
- ☀️ 25 °C
- Høyde: 17 m
NamibiaLüderitz Harbour26°38’48” S 15°9’13” E
Lüderitz
16. juli 2022, Namibia ⋅ ☀️ 25 °C
Nach einer entspannten, knapp dreistündigen Fahrt, kommen wir am frühen Mittag in der kleinen Stadt an der Westküste Namibias an und beziehen erst einmal unser Zimmer, bevor wir einen ersten Streifzug durch die Ortschaft machen.
Die Geschichte der Stadt ist geprägt von Aufschwung und Verfall, wie bei keiner anderen Stadt in Namibia. Das Land um die heutige Stadt gehörte zum Lebensraum der Nama.
Erstmals von einem Europäer wurde die Bucht 1487 durch Bartolomeu Diaz bei einem Zwischenstopp betreten. Er nannte die Bucht Angra das Voltas. Auf der Rückreise vom Kap der Guten Hoffnung in Südafrika im Jahre 1488 erreichte er wiederholt die Bucht und errichtete hier ein padrão – ein Steinkreuz, welches heute noch im Museum in Windhoek ausgestellt ist. In den nächsten Jahrhunderten wurde die Küstengegend mit dem Naturhafen ausschließlich von Walfängern und Guano-Sammlern angesteuert.
Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Küstenregion für die europäischen Mächte interessant. Dr. Heinrich Vogelsang, welcher im Auftrag des Bremer Tabakwarenhändlers Adolf Lüderitz handelte, erwarb am 1. Mai 1883 vom Nama-Kapitän Joseph Fredericks die Bucht und das Land in einem Umkreis von fünf Meilen. Dies führte später zu Auseinandersetzungen mit den Nama. Sie fühlten sich betrogen nachdem sie ihr ehemaliges Land nicht mehr betreten konnten und die Deutschen sich mehr Land aneigneten, als zuvor vereinbart. Nachdem Reichskanzler Otto von Bismarck die Region unter deutschen Schutz stellte, begann die Zurückdrängung der Nama, die Konsolidierung des gesamten Territoriums und die Geburtsstunde von Deutsch-Südwestafrika.
In den Folgejahren entwickelte sich die Stadt durch fehlendes Trinkwasser und die Abgeschiedenheit von den ertragreichen Regionen des Hochlands nicht weiter. Durch einen Diamantenfund im Jahre 1908 änderte sich die Situation für Lüderitz grundsätzlich (hierzu mehr im nächsten Beitrag).
Der wirtschaftliche Aufschwung brachte Lüderitz und dem fünfzehn Kilometer landeinwärts liegenden Kolmanskuppe einen Boom, der nur wenige Jahre andauern sollte.
Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges landeten englische Kriegsschiffe im Lüderitzer Hafen und internierten deren Bewohner in Südafrika – die deutsche Diamantenära endete hier. Nach größeren Diamantenfunden am Oranje-Fluss im Jahre 1928, war der erneute Niedergang der Stadt besiegelt. Lüderitz versank in der Bedeutungslosigkeit.
Es ist eine Folge des Tourismus nach der Unabhängigkeit, dass Lüderitz heute erstrahlt. Für die Touristen wurde das Stadtbild verschönert. Der kulturelle, wirtschaftliche und soziale Aufschwung der Stadt ist aber auch den Zink-Minen von Rosh Pinah zu verdanken, deren wirtschaftlicher Erfolg sich in Lüderitz widerspiegelt.
Wir besuchen zunächst Shark Island, wo sich heute ein Campingplatz und ein kleiner Leuchtturm befindet. Man hat einen schönen Blick auf die Bucht und es finden sich hier ein paar Gedenkstätten, ansonsten ist hier nicht viel zu sehen.
Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Felsenkirche, eine evangelisch-lutherische Kirche und Wahrzeichen von Lüderitz. Die Bezeichnung „Felsenkirche“ stammt von ihrer Lage auf dem felsigen Diamantberg. Wir finden sie ganz nett, aber mehr auch nicht 🤷🏻♀️😅.
Als wir schließlich Hunger bekommen, gehen wir eines der wenigen Lokale, direkt am kleinen Yachthafen gelegen und verbringen hier einen schönen Abend mit tollem Sonnenuntergang.
Während wir am nächsten Tag in die alte Diamantenstadt Kolmanskuppe fahren, geht es am darauf folgenden Morgen früh auf einen Katamaran um zur Halifax Insel zu fahren und die dort lebenden Brillenpinguine zu besuchen. Sie sind die letzten in freier Wildbahn lebenden Pinguine in Afrika.
Heiko bringt uns sicher durch die doch etwas raue See und so fahren wir zunächst am Diaz Point vorbei, wo der portugiesische Entdecker Bartholomeu Díaz an Land ging. Auf dem Felsen davor im Meer sonnen sich bereits ein paar Kap-Pelzrobben und nach einer kurzen weiteren Fahrt kommen wir auch schon vor Halifax Island an und sehen zahlreiche kleine Pinguine schwer beschäftigt umherlaufen.
Als Heiko uns erklärt, dass ursprünglich die ganze Insel mit Pinguinen „übersät“ war, staunen wir nicht schlecht. Fast 500.000 sollen hier gelebt haben, bevor die umliegenden Gewässer nahezu leergefischt wurden. Die Population ging über Jahrzehnte bis auf nur noch 4.000 zurück, bevor der Staat eingriff und sowohl die Fischerei stärker regulierte als auch das Betreten der Insel strikt untersagte. Seit dem (ca. 15 Jahre!) ist die Population immerhin wieder auf ca. 6.000 angestiegen.
Neben den Pinguinen leben hier auch ein paar Flamingos, was einzigartig auf der Welt ist. Sie konkurrieren nicht um Futter und leben hier friedlich zusammen 😍.
Wir bekommen warmen Tee und sitzen in Decken gehüllt auf dem Boot und schauen dem süßen Watscheln der Tiere zu, bis langsam immer dichterer Nebel aufzieht und es eisig kalt wird.
Wir sind dann auch froh, als es zurück geht und wir uns bei einem kleinen Frühstück aufwärmen können. Die Tour war auf jeden Fall eine schöne Abwechslung zum vielen Wüstensand und super interessant.Les mer
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- Dag 161
- søndag 17. juli 2022
- ☀️ 24 °C
- Høyde: 124 m
NamibiaLuderitz Airport26°41’57” S 15°14’3” E
Kolmanskuppe - alte Diamantenstadt
17. juli 2022, Namibia ⋅ ☀️ 24 °C
Am nächsten Tag geht es dann morgens direkt in das ca. 15 Minuten entfernte Kolmanskuppe.
Im Eintrittspreis ist eine kurze Führung inbegriffen, bei der uns (natürlich auf deutsch) die sehr spannende Geschichte zu diesem Ort erzählt wird, bevor wir im Anschluss auf eigene Faust die Gegend erkunden dürfen.
Zwischen Entstehung und Beginn des Verfalls liegen in Kolmanskuppe nur 48 Jahre und alles begann mit August Stauch, einem Eisenbahnangestellten in Thüringen, der 1907 auf ärztlichen Rat hin – er litt unter Asthma – in die deutsche Kolonie kam. In seiner Freizeit hatte er sich hobbymäßig mit der Mineralogie beschäftigt. Stauch wurde am Bahnhof Grasplatz in der Nähe von Lüderitz stationiert und als Bahnmeister mit der Aufgabe betraut, dort einen ca. 20 km langen Eisenbahnabschnitt von den ständigen Sandverwehungen freizuhalten. Dafür wurde ihm ein einheimischer Arbeiter, Zacharias Lewala, als Hilfe beigegeben. Stauch hatte seinem Gehilfen, der auf Grund früherer Tätigkeit in einer südafrikanischen Diamantenmine über mineralogische Kenntnisse verfügte, aufgetragen, während seiner Arbeit auch auf besondere Steine zu achten. Am 10. April 1908 fand Lewala einen solchen und brachte ihn pflichtgemäß seinem Vorgesetzten. Dieser vermutete einen Diamanten, war sich dessen aber nicht sicher und ließ sich seine Vermutung durch seinen in Lüderitz wohnenden Freund und Bergwerksingenieur Sönke Nissen bestätigen. Diese Diamanten hatte der Oranje vor Millionen Jahren ins Meer gespült. Wind und Wellen spülten sie in den Sand der Namib zurück. Die Südwestdiamanten sind meist nicht besonders groß, aber wasserklar und damit auf dem Markt beliebt. Stauch und Nissen behielten ihr Wissen zunächst für sich, kündigten ihre Arbeitsverhältnisse und sicherten sich bei der Kolmanskuppe (so benannt nach einem vor Jahren hier steckengebliebenen und geretteten Nama namens Coleman) einen 75 km² großen Claim, um weiter nach Diamanten zu suchen. Der Erfolg blieb nicht aus. Beide wurden zu vermögenden Männern, noch bevor das Gebiet vom Deutschen Reich zum Diamantensperrgebiet erklärt wurde, um die Kontrolle zu erlangen. Daraufhin schlossen sich einzeln arbeitende Schürfrechte-Inhaber zusammen, um in der Gemeinschaft stark zu sein und ihre Interessen vertreten zu können. So entstand um August Stauch herum die Koloniale Bergbaugesellschaft (KGB). Ihr Hauptquartier und die Siedlung Kolmanskuppe bauten sie in größter Nähe zu ihren Abbaugebieten.
Der auf Diamanten gründende Reichtum der Bewohner ließ eine Bergbaustadt entstehen, in der viel Luxus vorhanden war – und das in einer Umgebung, die trostloser und lebensfeindlicher wohl kaum gedacht werden kann. Es gab kein Wasser, keinen Regen, keine Erde, in der auch nur das Geringste hätte wachsen können, keinerlei Infrastruktur – nur Sand, regelmäßig heftige Sandstürme und eine unbarmherzige Hitze.
Aber man hatte ja Geld. Daher wurde das Trinkwasser kurzerhand von Kapstadt nach Lüderitzbucht verschifft und über die Schiene nach Kolmanskuppe transportiert. Rund 1000 km durch den wilden Atlantik.
Und um den nötigen Strom in die Siedlung zu bekommen, wurde 1911 ein neues Kohlekraftwerk bei Lüderitz gebaut. Die erzeugte Energie erreichte Kolmanskuppe über Transformatoren und per Kabel. Und so wird dieser kleine Ort schließlich mit kostenlosem Strom zu einer Zeit erleuchtet, als das ganze Deutsche Reich und sogar große Teile Londons nur von Gas betriebenen Straßenlaternen erhellt wurden.
Und mit dem neuen Strom konnte nun auch vom Meer Wasser zur Kolmanskuppe gepumpt werden. Dafür hat man extra eine Pumpstation, eine 30 km lange Pipeline und ein Staubecken gebaut. Es dient nicht nur den neu angeschafften abbautechnischen Großanlagen, sondern auch den Bewohnern des noch jungen Städtchens als öffentliches Schwimmbad (mit Marmorwänden).
Und so wuchsen die Möglichkeiten und mit diesen die Kapazitäten, Bedarfe und Bedürfnisse. Neben den neuen, großen Diamantengewinnungshallen entstanden Werkstätten und Lagerhallen. Sogar ein privates Eisenbahnnetz entstand trotz beweglichem Wüstenboden. Es verband Kolmanskuppe mit anderen Lokalitäten im Sperrgebiet und umfasste nach 1911 bereits ein Netz von 70 km. Die ersten provisorischen Hütten wurden nun durch massive Häuser aus Stahlmörtel, Stein und Ziegel ersetzt. Im deutschen Stil und Design wurden imposante ein- und zweistöckige Wohnhäuser nach den neuesten Erkenntnissen der Architektur im tiefen Sand gebaut – Villen im Jugendstil mit Insignien des wilhelminischen Eklektizismus.
Da lokale Baumaterialien nicht verfügbar waren, mussten alle Materialien, Türen, Fenster usw. aufwändig aus dem Deutschen Reich importiert werden. Eine Metzgerei und eine Bäckerei garantierten vertraute Gaumenfreuden und ein Kasino, mit Veranstaltungssaal für Theater- und Kinovorführungen, einer Turnhalle, einer Küche, einer Bar, außerdem Clubräumen und im Untergeschoss einer Kegelbahn ließen eine Heimat in der Fremde für die obere und untere Führungsebene entstehen.
Der Anblick dieser Prachtbauten verrät zu dieser Zeit viel über den wirtschaftlichen Erfolg. Rund 4,7 Millionen Karat Diamanten – etwa 960 kg – werden zwischen 1908 und 1913 aus dem Sandmeer der Namib gefischt. Kolmanskuppe gilt in diesen Jahren sogar als reichste Stadt Afrikas, berechnet nach Pro-Kopf Vermögen.
Nach dem 1. Weltkrieg wird eine Ziegelfabrik gegründet, um Abfallmaterial zu Bausteinen zu recyceln und den Ausbau des Städtchens voranzutreiben. Alles andere musste nach wie vor aus deutschen Landen importiert werden. 1926 wurde eine neue Schule gebaut und das Krankenhaus modernisiert. Es war das Krankenhaus mit dem ersten Röntgengerät überhaupt im südlichen Afrika. Für den medizinischen Einsatz natürlich, aber für Kontrollen im Kampf gegen Diamanten schmuggelnde Minenarbeiter im Besonderen. Wer glaubte, die Juwelen einfach schlucken und damit entkommen zu können, irrte sich. Das Röntgenbild (und Abführmittel) brachte alles ans Tageslicht 😅🙈.
Zu dieser Zeit wohnen etwa 300 bis 400 deutsche Erwachsene, 40 Kinder und 800 Owambo-Vertragsarbeiter in Kolmanskuppe. Vor dem Ersten Weltkrieg wurden sogar 3.400 Owambo-Vertragsarbeiter und 2.500 Cape Coloureds („Farbige“) auf den Diamantenfeldern beschäftigt. Sie waren es vor allem, die hart auf den Feldern schufteten, während die meisten Weißen das Leben wohlhabender Wüstenstädter lebten. Über die Unterbringung der Nicht-Weißen und den herrschenden Lebensbedingungen dort gibt es vergleichsweise nur bescheiden Auskunft. Es scheint, dass die Minenarbeiter in der Regel in der Nähe der Ausgrabungen und Arbeitsstätten untergebracht waren und nicht in der Stadt selbst. Auch lassen die spärlich existierenden Fotos und Zeitbeschreibungen vermuten, dass sie in Massenunterkünften mit eng aneinander gereihten Schlafnischen lebten. Ebenso deutet alles darauf hin, dass während der gesamten Lebenszeit von Kolmanskuppe eine Vermischung weißen und nicht-weißen Zusammenlebens in jeder Hinsicht unerwünscht war. Für die Nicht-Weißen gibt es sogar ein eigenes Lazarett.
Der April 1930 trifft aber alle ähnlich hart. Die Detonationswellen der Weltwirtschaftskrise lassen selbst die entlegensten Ansiedlungen der südlichen Namib erzittern. Ihre Auswirkungen sind verheerend. Ein Rezessionstsunami nie gekannten Ausmaßes begräbt abrupt die globale Produktion unter sich. Auch in Kolmanskuppe werden die Laufbänder zeitweilig abgeschaltet. Doch damit nicht genug. Bereits vor dem Weltwirtschaftsdesaster sorgt 1928 die Entdeckung weitaus reicherer Diamantvorkommen im südlichen Sperrgebiet für existenzielle Unruhe und zur Verlegung der Diamantensuche.
Ab 1951 wurden die nördlichen Diamantenfelder aufgegeben und Kolmanskuppe nicht mehr benötigt. 1956 verließen die letzten Bewohner/innen Kolmanskuppe und das Krankenhaus schloß seine Türen. Seit dem erobert die Wüste sich ihren verloren gegangenen Raum zurück.
Auch Stauch versuchte nach dem schnellen Reichtum, diesen weiter zu mehren und investierte in vielfältige Unternehmen. Jedoch verlor auch er 1931 in der Weltwirtschaftskrise sein Vermögen.
Im Alter lebte er wieder in seinem Geburtsort Ettenhausen und verstarb im April 1947 als armer Mann infolge eines Magenkrebsleidens. Lediglich zwei Farmen in Südwestafrika waren ihm verblieben. Sie existieren heute noch und werden von den Enkeln Stauchs bewirtschaftet (eine Jagdfarm und eine Weberei in Dordabis).
Nach dieser Geschichtsstunde machen wir uns nun auf die noch verbliebenen Gebäude zu besichtigen, man darf und kann noch in viele der Häuser rein gehen, wenn nicht schon zu viel Sand den Weg versperrt. Vor allem die beiden imposanten Häuser des Buchhalters und des Minenverwalters stehen etwas erhöht und lassen einen den Reichtum erahnen. Unzählige Zimmer, Terrassen, Balkone und Badezimmer, wir fühlen uns ein bisschen wie bei einer Besichtigung, so gut ist noch alles nachvollziehbar und wirkt direkt ganz nett zum Wohnen 😍.
Auch das Krankenhaus lässt sich noch besichtigen und natürlich statten wir auch der Kegelbahn einen kurzen Besuch ab bevor es langsam immer heißer und windiger wird, weswegen der Ort bereist Mittags wieder für Besucher schließt und wir uns auf den Rückweg machen.
Wir sind richtig begeistert, das ist wirklich mal ein Lost Place besonderer Art.Les mer
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- Dag 162
- mandag 18. juli 2022
- ☀️ 28 °C
- Høyde: 572 m
NamibiaSossusvlei24°44’53” S 15°17’33” E
Namib Wüste
18. juli 2022, Namibia ⋅ ☀️ 28 °C
Von Lüderitz ging es dann nach der kleinen Bootsfahrt am Morgen weiter Richtung Norden in die Namib Wüste. Die Strecke ist schon richtig schön und wir sehen zahlreiche Oryx Antilopen und Zebras auf den unendlich weit wirkenden Feldern rechts und links der Straße grasen. Kurz vor unserem Ziel müssen wir dann nochmal anhalten und unseren ersten platten Reifen wechseln 😞. Zum Glück ist KFZ-Mechaniker Besel zur Stelle und so können wir schon nach nur wenigen Minuten die letzten 30 km weiterfahren.
Wir haben uns hier gezwungenermaßen in einer etwas nobleren, aber noch günstigsten Lodge einquartiert, da wir unsere Campingsachen noch immer nicht haben, was uns hier ganz besonders nervt. Zum einen könnten wir ansonsten innerhalb des Nationalparks mit ein paar schönen Wildtieren campen, im Morgengrauen vor den Reisegruppen bereits in Richtung Dünen losfahren und zum anderen auch mal bei wirklicher Dunkelheit die Sterne bewundern. Die Lodges im Park kosten aber leider ein Vermögen, sodass wir eine halbe Stunde vom Park in einer für uns immer noch sehr luxuriösen Unterkunft nächtigen. Das Zimmer ist toll, zum Abendessen gibt es ein wahnsinnig leckeres Menü und so machen wir das Beste draus und genießen den Luxus und das super bequeme Bett. Von der Terrasse bekommen wir auch noch einen schönen Sonnenuntergang geboten und der Sternenhimmel mit der deutlich sichtbaren Milchstraße ist auch hier doch beeindruckend.
Während wir beim Abendessen sind, schlägt die gute Fee des Hauses die Betten auf, lässt das Moskitonetz herunter und neben einem kleinen Betthupferl gibt’s sogar noch eine gute Nacht Geschichte 😍.
Am nächsten Morgen holen wir schnell unser Lunchpaket ab und sitzen dann um halb sieben im Auto auf dem Weg in die Namib Wüste, genauer gesagt ins Sossusvlei. Eigentlich ist das Sossusvlei eine bestimmte ausgetrocknete Tonpfanne, wie auch das Deadvlei, das wir später noch besuchen, allerdings wird mittlerweile das ganze Gebiet hier so genannt.
Die Namib Wüste entstand vor rund 80 Millionen Jahren und ist damit die älteste Wüste der Welt und gilt aufgrund ihrer Trockenheit, häufigen Sandstürmen und extremen Temperaturschwankungen als eine besonders unwirtliche Gegend auf der Erde. Der Grund für die extreme Trockenheit der Namib Wüste ist auf die sehr kalten Meeresströmungen in Küstennähe zurückzuführen. Der Benguela-Strom kommt aus der Antarktis und sorgt ganzjährig für kühle Wassertemperaturen an Namibias Küsten. Dafür ist der Strom sehr fischreich und bietet eine umfassende Nahrungsgrundlage für die Menschen und auch für die Tiere der Region. Ganz ähnlich ist das Phänomen in der ebenfalls extrem trockenen Atacamawüste in Südamerika, die wir damals ausgelassen haben.
Im Norden, in Angola beginnt die Namib Wüste und erstreckt sich über 2.000 Kilometer weit in den Süden, bis zum Oranje. An der breitesten Stelle ragt die direkt am Meer beginnende Wüste bis zu 160 Kilometer in das Land hinein. Durchschnittlich liegt die Wüste rund 500 Meter über dem Meeresspiegel und erreicht am Tag Temperaturen über 50 Grad. In der Nacht fallen diese unter den Gefrierpunkt – daher sind Temperaturschwankungen um die 70 Grad täglich in der Namib Wüste keine Seltenheit. Das Sandmeer, also der Bereich der Sanddünen in der Namib Wüste, wurde von der UNESCO als Welterbe eingestuft und besitzt eine Fläche von etwa 30.000 Quadratmetern, weitere 10.000 Quadratkilometer sind als eine Übergangszone deklariert worden.
Wir kommen kurz nach sieben Uhr am Parkeingang und den noch geschlossenen Toren an. Eine knappe halbe Stunde müssen wir hier warten, die Schlange der wartenden Autos hinter uns wird immer länger und wir können es kaum noch erwarten. Als es endlich los geht, fahren wir nochmal ca. 40km und sehen so langsam die ersten orangefarbenen Dünen vor uns in der aufgehenden Sonne leuchten.
Der erste Stop ist die sogenannte Düne 45, die wir nun erst einmal besteigen. Wir merken schnell, wie anstrengend es ist, durch den super feinen Sand bergauf zu steigen, aber wir kommen relativ schnell auf der „Spitze“ an und sind sogar plötzlich ganz alleine, da die ganz frühen Besucher bereits auf der Weiterfahrt sind.
Und dann, hier oben angekommen, wissen gar nicht, wo wir zuerst hin schauen sollen und knipsen uns die Finger wund. Schon der Ausblick von dieser ersten Düne ist atemberaubend schön.
Als der zweite Schwung Besucher kommt, geht es für uns wieder bergab und mit dem Auto noch knapp 20 km weiter bis zum offiziellen Parkplatz. Ab hier kommt man nur noch mit Allradantrieb weiter, aber es gibt zum Glück ein paar „Shuttle-Sheeps“ die uns die letzten 5 km bis zur „Big Daddy“ Düne und dem Deadvlei bringen, den eigentlichen Highlights in diesem Teil der Wüste.
Die Düne „Big Daddy“ ist mit ihren rund 350 Metern die höchste Sanddüne der Erde und genau auf diese wollen wir hoch steigen (es gibt noch die -natürlich- etwas kleinere „Big Mamma“ Düne - wer sich das wohl wieder ausgedacht hat 🙄).
Wir sehen schon von weitem, dass die Düne wirklich groß ist, die Menschen, die bereits auf ihr herum wandern, sehen winzig klein aus und wir sind doch sehr beeindruckt. Aber das schreckt uns nicht ab und so stapfen wir los, schauen uns immer wieder ungläubig um und sind gut durchgeschwitzt nach ca. 1 Stunde am „Gipfel“ angekommen. Und jetzt zeigt sich uns wirklich eine atemberaubende Landschaft, ich bilde mir ein, den Atlantik in der Ferne zu sehen und vor uns liegt das Deadvlei wie eine weiße Oase.
Das Deadvlei ist (wie das Sossusvlei) eine trockenliegende Endsenke und Tonpfanne des Wüstenflusses Tsauchab.
Wir machen hier oben eine kleine Pause und genießen einfach nur die Aussicht.
Um dann ins Deadvlei hinunterzukommen, kann man natürlich die Düne auf dem selben Weg, wie man sie bestiegen hat, wieder hinunter laufen. Man kann aber auch einfach die Steilseite mit ganz viel Spaß herunterrennen, was wir uns natürlich nicht entgehen lassen 😜.
Es ist wirklich steil und und die Schuhe füllen sich langsam immer mehr mit Sand, während wir weiter und weiter hinunterrennen. Wir sind ganz erstaunt, wie mega anstrengend das ist und wir lange auch dieser Weg ist. Mit einem letzten Endspurt, den Manu gewinnt 🙄🙈, treten wir dann plötzlich auf diese steinharte Tonpfanne und müssen erst einmal durchatmen und den Sandkasten aus den Schuhen schütten. Der Blick zurück macht dann nochmal deutlich, wie hoch wir eigentlich waren.
Und da stehen wir dann im Deadvlei.
Charakteristisch und namensgebend für das Deadvlei sind die vielen abgestorbenen Kameldornbäume. Aufgrund der extremen Trockenheit verrotten sie nur sehr langsam und sind deshalb bis heute erhalten. Radiokarbondatierungen des Holzes ergaben, dass die Baumgerippe ein Gesamtalter von rund 850 Jahren haben, und dass die Bäume in der zweiten Hälfte des 14. und der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts abstarben. Sie bezeugen auch, dass der Tsauchab vor über 600 Jahren mehr bzw. öfter Wasser geführt haben und es seinerzeit im Deadvlei feuchter gewesen sein muss.
Wir spazieren hier umher, blicken immer wieder hinauf auf die uns umgebenden Dünen und können es kaum fassen, dass wir in der Wüste stehen. Die Kameldornbäume erscheinen hier völlig unwirklich, geben aber tolle Fotomotive ab in dieser Senke inmitten der riesigen Dünen. Man kann sich nur schwer vorstellen, wie hier einst ein richtiges Wasserloch gewesen sein soll.
Bevor es zurück zu unserem Auto geht, fährt uns der Jeep noch kurz zur Big Mamma, vor der sich sogar momentan ein Wasserloch befindet. Der erfahrene Fahrer teilt uns mit, dass dies vielleicht alle 10-15 Jahre passiert, dass sich hier das Wasser sammelt, so genau könne man das nicht sagen. Wir haben auf alle Fälle das Glück, die doch recht große Wasserstelle hier sehen zu können, auch wenn man kaum begreifen kann, wo das Wasser in dieser Gegend herkommen soll 😨.
Und dann geht es hungrig zurück zum Auto, wo wir uns erstmal über unser Lunchpaket hermachen, bevor wir zurück in unserer Lodge fahren und das Angebot von kostenlosem Kaffe und Kuchen auch ausnutzen und uns in die Mittagssonne Namibias an den Pool legen. Vor dem wiederum köstlichen Menü zum Abendessen, organisieren wir mit unserer Autovermietung, wo wir am nächsten Tag einen neuen Ersatzreifen besorgen können und lassen den Abend dann gemütlich ausklingen. Dünenbesteigungen sind doch ganz schön anstrengend 😅.
Am nächsten Morgen ruft die Dame an der Rezeption freundlicherweise für uns noch einmal am Flughafen an, um eventuell etwas über unsere vermissten Campingsachen in Erfahrung zu bringen. Leider kommt sie auch nicht weiter, verspricht uns aber, es noch weiter zu versuchen und unsere nächste Unterkunft ebenfalls zu informieren 🥰.
Wir verlassen anschließend (etwas wehmütig) diese schöne Unterkunft und holen unseren neuen Ersatzreifen an einer kleinen Tankstelle ab, wo schon ein paar weitere Autos auf die selbe Hilfe warten 😅. Platte Reifen stehen hier, egal mit welchem Wagen, auf der Tagesordnung und nach einer kurzen Wartezeit und fachmännischen Handgriffen, liegt ein neuer Ersatzreifen im Auto. Alle vier Räder werden nochmal auf 2,2 Bar aufgepumpt und dann können wir auch schon weiter in Richtung Swakopmund fahren.Les mer
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- Dag 164
- onsdag 20. juli 2022
- ☀️ 16 °C
- Høyde: 20 m
NamibiaSwakop22°40’58” S 14°31’41” E
Swakopmund
20. juli 2022, Namibia ⋅ ☀️ 16 °C
Nach dem schönen Naturerlebnis in der Wüste geht es heute in die Kleinstadt Swakopmund, die wir nach einer tollen Fahrt zwischen der Atlantikküste und den Dünen der Wüste erreichen.
Swakopmund ist die Hauptstadt der Erongo-Region und hat etwa 34.000 Einwohner.
Die Geschichte der Stadt beginnt auch hier mit der Landung des portugiesischen Seefahrers Bartholomew Diaz am Cape Cross, etwas nördlich der Stadt im Jahr 1487, wo er ein Steinkreuz errichtete. Viel später, im Jahr 1862 hisste die Besatzung eines deutschen Kanonenboots die deutsche Flagge an der Mündung des Swakop-Flusses, um die Besetzung der Gebiete zu signalisieren.
Ein weiteres Kanonenboot markierte im August 1892 mit Pfählen den möglichen Landeplatz. Mit diesem hoheitlichen Akt wurde den Engländern, die den Hafen von Walvis Bay 30 km weiter südlich besetzten, die Besetzung dieses Küstengebietes durch das Deutsche Reich demonstriert. Den deutschen Einfluss erkennt man auch heute noch wie so oft in Namibia, an den zahlreichen deutschen Straßennamen, Lokalen und Geschäften.
Geografisch liegt Swakopmund inmitten von Dünen der Namib Wüste nahe der Mündung des Swakop River. Während der Kolonialzeit war Swakopmund ein wichtiger Hafen, allerdings waren die Bedingungen nicht wirklich günstig: Das Küstenwasser war viel zu flach, eine geschützte Lagune fehlte und die Brandung war viel zu stark. Außerdem war der Hafen von Lüderitz zu weit entfernt und der nahe gelegene Hafen von Walvis Bay unter britischer Besatzung. Da das Ausschiffen von Siedlern und Truppen auf Brandungsbooten ein lebensgefährliches Unterfangen war, wurde mit sehr hohen Kosten ein künstlicher Hafen angelegt und ab 1894 unter Führung einer Reederei in Hamburg ein regelmäßiger Güterverkehr aufgenommen. Zunächst wurde 1902 ein 325 Meter langer, hölzerner Steg gebaut, der 1912 durch einen eisernen ersetzt wurde. Die komplette Versorgung der Kolonie wurde über Swakopmund abgewickelt. Die Überreste dieses sog. Jetty sind noch heute zu sehen.
Heute dient Swakopmund hauptsächlich als Ferienort und ist somit von touristischer Bedeutung. Viele südafrikanische und namibische Rentner lassen sich hier nieder, es gibt schicke Strandhäuser und auch sonst wirkt die Stadt sehr wohlhabend. Während der Kolonialzeit wurde Swakopmund als „Deutschlands südlichster Küstenort“ bezeichnet, obwohl die Wassertemperaturen aufgrund der kalten Benguela-Strömung des Atlantiks kaum über 20 °C anstiegen.
Wir nutzen den ersten Tag für einen kleinen Spaziergang durch die noch im Nebel liegende Stadt, essen hervorragende, frische Fischbrötchen, gönnen uns mittags eine Schwarzwälder Kirschtorte und schauen den Fischerboten an der Küste zu.
Anschließend fahren wir nach Walvis Bay (Walfischbucht). Wegen der reichen Wal- und Fischvorkommen fand die Bucht seit dem frühen 18. Jahrhundert bei europäischen und nordamerikanischen Fischern Interesse und wurde 1795 durch die Besatzung des britischen Kriegsschiffs Star annektiert. Sie ist heute die drittgrößte Stadt des Landes und die mit Abstand am dichtesten besiedelte.
Die Stadt selber interessiert uns aber weniger, als die über 5000 Jahre alte Lagune nahe der Stadt, die als älteste Lagune Namibias gilt und ein international bekanntes Vogelschutzgebiet mit dem bedeutendsten Wattbereich im südlichen Afrika ist. Sie bietet bis zu 160.000 Vögeln Schutz und für über 200.000 Seeschwalben Nahrung bei ihren Zügen von und zu antarktischen Regionen. Über 80 % aller Flamingos im südlichen Afrika ernähren sich aus dieser Lagune.
Und diesen schauen wir hier einige Zeit bei ihrem etwas lustig aussehenden Treiben zu, bevor wir anschließend noch ein Stück weiter zum sogenannten Pink Lake fahren.
Da die Küstenstadt Walvis Bay über riesige Salzvorkommen in den Küstengebieten verfügt und 90% des in Subsahara-Afrika produzierten Salzes produziert, entwickeln sich in der Region große rosafarbene Seen mit hohem Salzgehalt. Die Seen sind auch deshalb pink/rot/rosa, da sie von Mikroorganismen bewohnt sind, die im Rahmen ihrer Photosynthese die rötlich-rosa Substanz Beta-Carotin freisetzen. Dieses riesige Becken sieht wirklich verrückt aus, die Sonne scheint optimal und lässt vor uns das Wasser fast dunkelrot leuchten, während am Ufer riesige Salzkristalle und -platten funkeln. Man kann wohl sogar ohne Probleme in diesen Becken schwimmen, es müsste ein ähnliches Gefühl wie im Toten Meer sein, allerdings ist es momentan nicht warm genug 😜.
Den nächsten Tag verbringen wir mit einer kleinen Rundfahrt in der Umgebung, hier gibt es nämlich so einiges zu sehen.
Der erste Stopp ist eine Gegend, in der die Welwitschia Pflanze (genauer: Welwitschia mirabilis) vorkommt. Sie ist die einzige Art der Gattung Welwitschia in der Familie der Welwitschiagewächse, die bereits vor 112 Millionen Jahren auf der Erde wuchsen und daher manchmal auch als „lebendes Fossil“ bezeichnet wird.
Laut einschlägigen Nachschlagewerken wurde die Pflanze 1859 von dem österreichischen Botaniker Friedrich Welwitsch in Angola „entdeckt“ und nach ihm benannt. Natürlich kannte die lokale Bevölkerung diese Pflanze schon viel länger und hatte sie entsprechend benannt. In Angola heißt sie n’tumbo (Stumpf), die Herero nennen sie onyanga (Wüstenzwiebel) und auf Afrikaans heißt sie „twee-blaar-kanniedood“ (zwei Blätter können nicht sterben). Die Afrikaaner waren kluge Leute, denn dieser Name beschreibt zwei charakteristische Eigenschaften der Welwitschia: ihre Beständigkeit als Wüstenpflanze und die Tatsache, dass sie nur zwei Blätter hat. Diese beiden Blätter wachsen kontinuierlich, aber langsam und geben, da sie mit zunehmendem Alter zerrissen werden, mehrere Blätter oder gar einen ganzen Blätterhaufen vor. Mit der Zeit zersplittern diese Blätter auch an ihren Spitzen, wenn der Wind, die Hufe von Antilopen und anderen Welwitschia-Fressern und einigen unbeobachteten Touristen ihren Tribut fordern.
Die Welwitschia findet sich im Wappen von Swakopmund und der Kunene-Region, was aufgrund ihres häufigen Vorkommens in dieser Gegend verständlich ist. Wenn es eine Pflanze aber sogar in das Staatswappen von Namibia schafft, muss es eine sehr wichtige und eine sehr schöne sein, sollte man meinen. Allerdings sieht sie eher aus, als wäre sie gerade von einem Dutzend Geländewagen überfahren worden. Allerdings steht sie durch ihre besondere Eigenschaften für Ausdauer, Überleben in feindlicher Umgebung und für das Durchhalten allen Widrigkeiten zum Trotz.
Und so fahren wir zu einigen der berühmtesten Exemplare, die auf mindestens 1000 Jahre geschätzt werden. Viele der Pflanzen sind mit einem Kreis aus Steinen umgeben, um zu verhindern, dass Touristen zu nahe kommen und das zerbrechliche Wurzelgeflecht zerstören.
Nach diesem botanischen Ausflug geht es zur nächsten Sehenswürdigkeit, der sog. Bull’s Party. Der Weg dorthin führt uns durch eine völlig surreal wirkende Landschaft, die passender Weise auch Moon Landscape genannt wird und vor zwei Millionen Jahren ein Hochgebirge war, das durch die Einwirkungen des Swakop-Flusses erodiert wurde.
Als Bull’s Party werden einige Granitfelsen Namibias genannt, die sich auf dem Land der kleinen Farm Ameib befinden. Die Formationen der Bull‘s Party sind das Ergebnis von Jahrmillionen langen Erosionsprozessen, die den Granit, ein sehr hartes, aber auch sehr poröses Gestein, geformt haben. Granit ist ein unter der Erdoberfläche erkaltetes Magma, das vor etwa 110 – 130 Millionen Jahren durch massive vulkanische Aktivität in diesem Gebiet entstanden ist.
Als die Blöcke durch Erosion der Erdoberfläche schließlich an der Oberfläche freigelegt wurden, wurden sie durch die extremen Schwankungen der Nacht- und Tagestemperaturen weiter geformt. Durch diese Temperaturverwitterung platzen die äußeren Schichten der zahlreichen Blöcke ab und runden über Jahrmillionen quadratische Blöcke ab, bis fast runde Felsbrocken entstehen, die ins Tal rollen und Orte wie die fotogene Bull’s Party bilden konnten.
Die drei größten und allein stehenden Brocken sind riesig und es ist ein etwas seltsames Gefühl, sich „unter“ sie zu stellen, scheinen sie doch nur noch an einer minimalen Stelle auf dem Boden zu stehen und jederzeit umkippen zu können. Aber sie halten zum Glück und wir können ein paar schöne Schnappschüsse machen 😅.
Außerdem kann man von hier noch eine weitere schöne Felsformation entdecken, den Elephant’s Head, der wohl keiner weiteren Erläuterung bedarf.
Als wir uns auf den Rückweg machen, stecken wir plötzlich in einer Mulde auf dem Weg im tiefen Sand fest und es geht nichts mehr. Wir sind, wie immer optimal ausgerüstet und versuchen mit den Händen so viel Sand als möglich unter dem Auto wegzuschaufeln. Aber es genügt nicht. Das Auto sitzt in der Mitte auf und alles schieben und drücken hilft nichts. Nach kurzer Zeit kommt ein Geländewagen mit deutschen Touristen vorbei, die uns versuchen zu helfen. Aber auch hier hilft ohne Abschleppseil oder einer Schaufel nichts. Der Vater der Familie ist aber zum Glück so nett und fährt Manu die 2 km zurück zum Farmhaus, damit er dort um Hilfe bitten kann. Nach einer knappen halben Stunde kommt er mit der Farmbesitzerin und zwei Arbeitern zurück, die mit einer Schaufel ausgestattet das Auto schnell freigeschaufelt bekommen und wir uns nach einem letzten Anschieben und ein wenig Trinkgeld herzlich bedankend verabschieden.
Der letzte Stopp ist die Spitzkoppe (auch Spitzkuppe, Spitzkopje oder Spitskopje), ein Inselberg mit 1728 m Höhe, der seine Umgebung 700 Meter überragt. Aufgrund ihrer markanten Form wird sie auch als das „Matterhorn Namibias“ bezeichnet und gehört zu den meistfotografierten Bergen des Landes.
Pünktlich zum Einbruch der Dunkelheit kommen wir zurück nach Swakopmund und genießen noch ein super leckeres Wildsteak, bevor es zurück in die Unterkunft geht.
In der Zwischenzeit hat auch hier die Besitzerin unserer Unterkunft mit dem Flughafen telefoniert und am nächsten Morgen bekommen wir endlich die erlösende Nachricht, dass unser Campingequipment angekommen ist 🥳🥳. Wir sind ihr so dankbar und können nun endlich, zwei Wochen nach unserer Ankunft in Namibia doch noch campen. Und so machen wir uns am Morgen auf den Weg nach Windhoek, allerdings nicht ohne einen kleinen Zwischenstopp bei der größten Seerobbenkolonie Namibias, dem Cape Cross Seal Reserve. Das Robbenreservat ist nur eine von 24 Kolonien an der südwestafrikanischen Küste. Insgesamt schätzt man das Robbenvorkommen an der ganzen namibischen Küste auf 650.000 Tiere.
Zwischen 80.000 und 100.000 Zwergpelzrobben, auch Ohrenrobben genannt, tummeln sich am Cape Cross auf den Felsen – was für uns nicht nur ein außergewöhnlicher Anblick ist, sondern auch extremen Gestank und Lärm mit sich bringt. Aber trotz des Geruches, an den man sich auch relativ schnell gewöhnt, macht es unglaublich Spaß, den Robben zuzusehen. Die meisten liegen ziemlich faul herum und tuen eigentlich gar nichts, während dazwischen immer wieder kleine Grüppchen ins Wasser watscheln oder Kämpfe austragen.
Die nördliche Atlantikküste Namibias wird auch als Skelettküste bezeichnet, die von Swakopmund bis zum Kunene, dem Grenzfluss zum nördlich gelegenen Angola reicht. Der heute übliche Name „Skeleton Coast“ wurde von dem Schriftsteller John Henry Marsh erfunden; er verwendete ihn als Titel seines 1944 erschienenen Buches über die MV Dunedin Star, die 1941 vor dem Küstenabschnitt sank. Zuvor hatten San diesen als „das Land, das Gott im Zorn erschuf“ und portugiesische Seeleute als „Tor der Hölle“ bezeichnet. Entlang der Küste legen hunderte von Schiffswracks in Ufernähe und am Strand davon Zeugnis ab.
Die Schiffbrüchigen, die sich noch von den an der Küste zerschellten oder gestrandeten Wracks hatten retten können, hatten in der unbesiedelten, extrem trockenen Küstenwüste keine Überlebenschance und verdursteten. Der Name bezieht sich daher sowohl auf die Schiffs-„Skelette“, die echten Skelette der Gestrandeten, aber auch auf die zahlreichen Gerippe von an Land gespülten Walen. Ein solches Schiffswrack bekommen wir auf dem Weg auch zu sehen, es sieht wirklich etwas gruselig aus, wie es dort in den Wellen des Atlantiks steht und nur noch von Vögeln bewohnt wird.
Auf dem Weg zum Flughafen wird Manu dann noch von der Polizei „geblitzt“ und rausgewunken. Bei erlaubten 120 km/h, raste er mit 127 km/h Richtung Windhoek, heißt umgerechnet ca. 60 € 😨. Wie wir in Peru aber gelernt haben, fragen wir erst mal nach der Möglichkeit mit Karte zu zahlen. Als dies verneint wurde, haben wir leider nur 20 € in Bar dabei, was den netten Beamten auch reicht 😅🙈🤣. Wir vermuten, sie teilen das fair untereinander auf und das Knöllchen verschwindet im Müll 😅. Nach ein paar Stunden kommen wir dann am Flughafen Windhoek an und sehen unser Gepäckstück schon von Weitem, während vor dem Gepäckschalter wieder mal eine lange Schlange angekommener Touristen steht, die ihr Gepäck vermissen. Wir haben nun keine Lust, noch mehr Zeit hier zu verbringen, nehmen kurzerhand unser Gepäck und fahren los, ohne die unmotivierten Mitarbeiter noch einmal darüber zu informieren.Les mer

ReisendeWie findest du nur neben den vielen unglaublichen Erlebnissen, den tollen Fotos, dem Recherchieren und eventuell auch mal Schlafen noch die Zeit, so schöne interessante Berichte zu schreiben? Meine Bewunderung hast du 👍👍👍🤗
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- Dag 169
- mandag 25. juli 2022
- ☀️ 28 °C
- Høyde: 1 105 m
NamibiaOshikoto18°57’41” S 16°28’2” E
Etosha Nationalpark
25. juli 2022, Namibia ⋅ ☀️ 28 °C
Nach einer Nacht mit unserem endlich wiedergefundenen Gepäck in Windhoek, geht es am Montag in Richtung Etosha Nationalpark. Wir verbringen die erste Nacht noch auf einem schönen, günstigen und wenig besuchten Campingplatz außerhalb des Parks und bauen erst mal unser gar nicht so kleines Zelt auf, schmeißen das Lagerfeuer an und freuen uns riesig, endlich in Namibia Zelten zu können.
Gerade für den Etosha Nationalpark ist das sehr hilfreich für die Reisekasse, denn neben dem Eintritt von umgerechnet 20 € für uns beide plus Auto pro Tag, sind die sechs Campsites im Park zwar immer noch deutlich überteuert, die Lodges in und um den Nationalpark (wie schon in der Namib Wüste) aber einfach unverschämt teuer.
Der Etosha Nationalpark wurde 1907 vom Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika (wie Namibia damals hieß), Dr. F. von Lindqvist zum nationalen Wildreservat erklärte. Das Reservat umfasste über 100.000 Quadratkilometer Territorium, erstreckte sich teilweise bis nach Westen bis zur Skelettküste und machte es damit zum größten Wildreservat der Welt. Aber nach verschiedenen umstrittenen Neukonfigurationen der Grenzen und politischen Verschiebungen im Laufe der Jahre wurde der Park 1970 auf seine derzeitige Größe von etwas mehr als (aber immer noch) 20.000 Quadratkilometer reduziert. Daher lohnt es sich einige Tage im Park zu übernachten und so lange Anfahrtswege zu sparen und das schöne Morgen- oder Abendlicht betrachten zu können.
In den späten 1970er und frühen 1980er Jahren wurde ein Großteil der Wildtiere im Park entweder durch schwere Dürre ausgelöscht oder nachdem sie ins Kreuzfeuer des sogenannten Grenzkrieges geraten waren, der damals Namibia, Südafrika und Angola erfasste. Dank vieler Naturschutzbemühungen konnte die Anzahl der wertvollsten und gefährdetsten Tiere des Parks in den letzten Jahren wieder erhöht werden und heute ist der Etosha Nationaltag wieder einer der besten Orte der Welt, um Afrikas einzigartige Tierwelt zu beobachten.
Der Park lässt sich auf meist guten Schotterpisten befahren, die an zahlreichen natürlichen und künstlichen Wasserstellen vorbeiführen. Gerade jetzt in der Trockenzeit hat man eine gute Chance, dort die zahlreichen Tiere zu beobachten.
Wir starten am Gate ganz im Osten des Parkes, wo das Auto erst einmal nach Plastiktüten „durchsucht“ wird. Diese sind im Park nicht erlaubt, da sie durch Menschenhand immer wieder in die Natur geraten und die Tiere gefährden 🙄. Nach der Registrierung dürfen wir dann endlich hinein und wir glotzen wie verrückt in alle Richtungen, während wir langsam weiter rollen. Und nach nicht einmal fünf Minuten rufe ich „Elephant“ und nur wenige Meter vor uns steht ein riesiges Exemplar der Dickhäuter an einer Wasserstelle und stillt in aller Ruhe seinen Durst.
Ok, dass das so schnell geht, haben wir nun nicht erwartet und bleiben hier eine ganze Weile ruhig stehen und beobachten einfach fasziniert dieses schöne Tier, bis es keinen Durst mehr hat und gemächlich in den Büschen verschwindet. Wir machen uns weiter auf den Weg zu unserem ersten Camp, wo wir erst einmal unser Zelt aufbauen, bevor wir den Mittag mit einer kleinen Safari-Runde im nordöstlichen Teil des Parks verbringen. Und wir werden nicht enttäuscht. Zahlreiche Zebras, Gnus, Antilopen und Strauße kreuzen in Herden oder alleine unseren Weg, ein wahnsinnig schöner, bunter kleiner Vogel sitzt neben uns im Baum dann plötzlich sehen wir in der Ferne eine Herde Giraffen 😍. Sie kommen sogar in unsere Richtung und wir können sie dabei beobachten, wie sie direkt vor unserem
Auto elegant die Straße überqueren. Nach dem wir nun schon völlig begeistert sind, wie viele Tiere uns schon in den ersten Stunden begegnet sind, gesellt sich auch noch ein Elephant zu den Giraffen und posiert förmlich für uns.
Nach dieser überwältigenden Erfahrung fahren wir zurück zu unserem Camp und sitzen mit einem breiten Grinsen am Lagerfeuer.
Der Campingplatz ist mittlerweile ganz schön voll und wir beobachten etwas amüsiert und teilweise schockiert riesige Safari-Busse, die hier Touristen im kompletten Safari-Outfit inklusive Hut ausladen, die auf die Fertigstellung des Abendessens und das Aufbauen der Zelte durch ihre Guides warten.
Nun gut, der Etosha Nationalpark gehört auch zu den meist besuchten Reisezielen Namibias, insbesondere in der jetzt herrschenden Trockenzeit. Allerdings hält sich unsere gute Laune spätestens dann nur noch in Grenzen, als eine Dame vom Nachbar-Campingplatz uns um 19:00 Uhr bittet, unsere wirklich moderat laute Musik leiser zu machen. Wir nicken erstmal freundlich und lassen sie an ihren bereits gedeckten und von Kerzenschein flackernden Tisch zurück gehen. Leider hält dieser Frieden nur eine gute halbe Stunde an, bis sie uns mit ihrer Stirnlampe blendet und nochmal eindringlich darum „bittet“, die Musik noch leiser zu machen. Es sei nicht ihr Musikgeschmack und wir befinden uns hier ja schließlich in der Natur. Jetzt müssen wir uns erst einmal unser Lachen verkneifen, nicken erneut und lassen sie wieder von dannen ziehen. Da kommt sie mit 30 anderen Touristen in einer riesigen Sardinendose auf Rädern hier an, bekommt Zelt, Lagerfeuer und Abendessen vor die Nase gesetzt und sitzt, auf diesem mittlerweile komplett vollen und umzäunten Campingplatz mit Tankstelle und Geschäften und will ernsthaft behaupten, wir seien hier ja in der Natur. Später erzählt sie vermutlich noch stolz, wie sie in der Wildnis campen war 🤯🤯.
Am nächsten Morgen werden wir dann bereits um halb sechs Uhr morgens von den verrückten Nachbarn und deren Wecker geweckt, die dann hektisch ihr Frühstück in sich rein schaufeln, sich in einer Lautstärke unterhalten, als wären sie in ihren vier Wänden, um dann wieder in ihre Sardinenkiste zu steigen und bei Sonnenaufgang bereits auf der Piste zu sein. Aber immerhin können wir so in Ruhe auf dem fast wieder leeren Campingplatz in den Morgen starten, bevor auch wir uns weiter in Richtung Westen auf den Weg machen und die Augen weiter nach wilden Tieren offen halten.
Auch an diesem Tag haben wir Glück und können neben weiteren Zebras, Giraffen und Elefanten bereits nach wenigen Kilometern zunächst zwei Löwen in der Ferne erahnen, die sich allerdings gut getarnt in dem hohen Gras kaum zeigen wollen. Dann allerdings kommt auf der anderen Seite eine Löwin so nah an uns vorbei, dass wir kurz den Atem anhalten und zur Sicherheit die Fenster hochfahren 😅. Sie legt sich gemütlich und unbeeindruckt unter einen Baum und lässt uns unzählige Bilder von sich machen, bevor sie zwischen den Autos hindurch zu den anderen beiden Löwen im hohen Gras verschwindet. Was für ein Anblick 😍.
Und auch am nächsten Tag hören wir einen Löwen erst brüllen, ohne ihn aber sehen zu können, bis er sich auf einmal in seiner ganzen Pracht aus dem Gras erhebt und wir von seiner Größe dann völlig beeindruckt sind. Da wird uns wieder bewusst, dass es durchaus Sinn macht, dass man hier zu keiner Zeit sein Auto verlassen darf, egal wie sehr es scheint, es sei kein Tier in der Nähe!
Und so verbringen wir die nächsten zwei Tage in diesem Park zwischen etwas ätzenden Campingplätzen und Massentourismus und wahnsinnig schönen Tierbeobachtungen. Angekommen an unserem letzten eingeplanten Campingplatz, wird uns leider mitgeteilt, dass sie schon ausgebucht seien, wir aber auf dem nächsten Platz in westlicher Richtung Glück haben. Also machen wir uns direkt auf den Weg und immer auch die Uhrzeit im Blick (nach Sonnenuntergang sind alle Tore auch zu dem Campingplätzen zu), vergessen wir völlig, bei der letzten Tankstelle noch einmal zu tanken. Knapp 30 km vor dem Camp, leuchtet die Reserveanzeige auf und da bemerken wir das Dilemma 🙈😅.
Der Campingplatz mit der letzten Tankstelle, von dem wir gerade kommen, ist mittlerweile 120 km weit weg. Der Campingplatz, auf dem wir jetzt sind hat keine Tankstelle. Die nächste Tankstelle außerhalb vom Park ist 160 km weit weg. Die Option, die 120 km zurück zu fahren, birgt das doch sehr hohe Risiko, mitten im Park stehen zu bleiben, nicht aussteigen zu können, keinen Empfang zu haben und eine Ewigkeit auf Hilfe warten zu müssen. Also entscheiden wir uns am nächsten Tag, erstmal die 60 km bis zum westlichen Ausgangs-/Eingangstor des Parks zu fahren und schaffen diese auch mit dem letzten Tropfen Sprit und leicht angespannt (der letzte Tankstrich ist 15 km vor unserer Ankunft verschwunden). Erstmal erleichtert über das Etappenziel erklären wir den Parkrangern vor Ort unser kleines Problem.
Nach einigem hin und her überlegen, entscheiden sich die netten Herren, uns aus ihren Kanistern 10 Liter zu verkaufen, obwohl es ihnen eigentlich nicht erlaubt ist. Die Alternative mit uns zur nächsten Tankstelle und zurück zu fahren, wäre aber daneben viel aufwendiger und ebenso Spritverschwendung. Und so steht einer der Ranger kurz darauf mit einem Gummischlauch im Mund an einem der Fässer und füllt uns Benzin ab 🤩🥳. Wir sind so dermaßen erleichtert, dass uns so schnell und unkompliziert geholfen wurde und fahren anschließend völlig beseelt und nun lachend über unsere (und vor allem meine) Panik zuvor weiter und lassen den Etosha Nationalpark hinter uns. So schön die Tiere auch anzuschauen waren, freuen wir uns nun auch sehr, wieder auf einsamen Campingplätzen unsere Ruhe zu haben 😅.Les mer
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- Dag 173
- fredag 29. juli 2022
- ⛅ 25 °C
- Høyde: 1 495 m
NamibiaOtavi19°37’29” S 17°56’15” E
Hoba Meteorit
29. juli 2022, Namibia ⋅ ⛅ 25 °C
Nach einer entspannten Nacht auf einem wunderschönen und einsamen Campingplatz inmitten von Weinfeldern geht es noch auf einen letzten Abstecher zum Hoba Meteorit. Es handelt sich hier immerhin um den größten Meteoriten, der jemals auf der Erde gefunden wurde.
1920 pflügte ein Bauer ein Feld in der Nähe von Grootfontein, als sein Pflug plötzlich quietschend zum Stehen kam. Neugierig, was ihm begegnet war, grub er in der Erde, um ein großes Stück Metall zu finden. Die große Metallmasse zog schnell die Aufmerksamkeit von Wissenschaftlern auf sich, die sie ausgruben und einen 66 Tonnen schweren Meteoriten zum Vorschein brachten.
Wegen seines großen Gewichts konnte und wurde er nicht von seinem Fundort entfernt, viele Stücke wurden jedoch für wissenschaftliche Studien und durch Vandalismus entfernt.
Der Meteorit hat eine tafelförmige Form und ist etwa 3 Meter lang und breit und etwa 1 Meter dick. Er erhielt den Namen „Hoba“, weil er auf der Farm namens „Hoba West“ entdeckt wurde.
Er soll vor etwa 80.000 Jahren auf die Erde gefallen sein, besteht aus etwa 84 % Eisen, 16 % Nickel und enthält Spuren von Kobalt und anderen Metallen. Eine Fülle von Eisenoxiden im Boden um den Meteoriten deutet darauf hin, dass er bei der Landung viel größer als 66 Tonnen war und erhebliche Verluste durch Oxidation erlitten hat.
Mittlerweile wurde ein Treppenkreis um ihn herum errichtet, der immer wieder erneuert und vertieft werden muss, da der Meteorit aufgrund seines Gewichts immer weiter absackt und neu freigelegt werden muss 😨.
Da wir beide noch nie einen Meteoriten und schon gar nicht den größten gesehen haben, nehmen wir diese Sehenswürdigkeit mit, obwohl der Eintritt unverschämte ~ 15 € pro Person beträgt. Denn so beeindruckend er auch ist, mehr als diesen „Stein“ gibt es hier nicht zu sehen, sodass man schon mal fragen darf, was diesen Preis rechtfertigt 🤯🙄.
Nach diesem letzten Highlight geht es dann auch schon wieder zurück nach Windhoek, wo wir noch eine Nacht auf einem tollen Campingplatz mitten in der Stadt verbringen, das Auto leer räumen und alles zusammenpacken, bevor wir am nächsten Tag das Auto abgeben und uns dann für 22 Stunden in den Bus auf dem Weg nach Kapstadt machen.Les mer
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- Dag 174
- lørdag 30. juli 2022
- ☀️ 21 °C
- Høyde: 1 686 m
NamibiaAusspannplatz22°34’25” S 17°5’4” E
Namibia - ein Rückblick
30. juli 2022, Namibia ⋅ ☀️ 21 °C
Unser Rückblick zu 3 Wochen Roadtrip durch Namibia 🇳🇦
Unsere Route zusammengefasst:
Windhoek 🚘 Mariental
Mariental 🚘 Keetmannshoop
Keetmannshoop 🚘 Lüderitz
Lüderitz 🚘 Namib Wüste
Namib Wüste 🚘 Swakopmund
Swakopmund 🚘 Etosha Nationalpark
Etosha Nationalpark 🚘 Windhoek
Unsere Highlights:
Fish River Canyon (bei Keetmannshoop) - bei einem wunderschönen Sonnenaufgang die sich ständig in anderem Licht zeigende Landschaft mit Bergen und Schluchten bewundern.
Lüderitz - die irre Geschichte der Diamantenstadt Kolmannskuppe erleben.
Namib Wüste - ein unbeschreibliches Gefühl auf der Düne „Big Daddy“ zu stehen und die unendliche Weite der Wüste zu erleben.
Etosha Nationalpark - wilde Tiere, vor allem die großen 😅, sind einfach toll außerhalb eines Zoos und ganz nah zu sehen.
Unser Mietwagen - bis auf den Platten (was hier Standard ist) hat diesmal alles gehalten 👍🏽😅. Alles Andere war unsere Dummheit.
Die Menschen - unglaubliche Freundlichkeit uns gegenüber.
Das hat genervt:
Etosha Nationalpark - Massentourismus, der auch irgendwie bei uns das Gefühl verursachte, dass die Tiere auch hier nicht mehr wirklich wild sind. Noch eine Safari wollen wir erstmal nicht machen.
Preise - von einigen Sehenswürdigkeiten und Unterkünften bei solchen.
Namibia hat unglaublich viel zu bieten, auch wenn gerade in der Trockenzeit natürlich die staubige Landschaft überwiegt und man viel zwischen den Highlights im Auto sitzen muss. Das lohnt sich aber durchaus und man wird mit irrer und einzigartiger Natur, wilden Tieren (auch außerhalb des Nationalparks), super interessanter, nicht immer schöner Geschichte und ganz vielen netten Menschen belohnt. Vermutlich auch wegen der deutschen Vergangenheit, war es wirklich eine besondere Reise, die uns zu vielen Gesprächen und Gedanken angeregt hat.Les mer
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- Dag 176
- mandag 1. august 2022
- ☀️ 16 °C
- Høyde: 23 m
Sør-AfrikaGreen Point Stadium33°54’31” S 18°24’44” E
Kapstadt
1. august 2022, Sør-Afrika ⋅ ☀️ 16 °C
Am Mittag des 01.08 kommen wir nach einer eigentlich wirklich ganz angenehmen 22-stündigen Busfahrt aus Windhoek glücklich und bei bestem Wetter in Kapstadt an. Schon auf den letzten Metern bis zum Busbahnhof sehen wir den berühmten Tafelberg und den daneben liegenden Lion’s Head in ihrer ganzen Pracht und können uns an der endlich wieder grünen Landschaft erfreuen.
Wir lassen uns mit unserem ganzen Gepäck in den Stadtteil Green Point nahe der Küste fahren, wo wir eine tolle kleine Wohnung für die nächsten zwei Wochen beziehen. Wir freuen uns sehr, nach den drei Wochen Namibia unsere Sachen erstmal alle wieder waschen zu können und von dem sich überall befindlichen Staub zu befreien. Ausserdem haben wir hier richtig Platz, uns richtig auszubreiten, zu kochen und auf der großen Terrasse in der Sonne zu sitzen. Nur den kleinen Pool werden wir hier wohl eher nicht nutzen können 🥶.
Wie auch in Namibia, ist hier gerade Winter, allerdings heißt das in Südafrika und vor allem auch in Kapstadt, Regenzeit und Temperaturen zwischen 10 und 25 Grad. Auch wenn es nun nicht mehr jeden Tag nur sonnig ist, sind die grünen Bäume und Wiesen doch auch etwas schöner, als nur staubtrockene Weiten. Den letzten Regentag hatten wir immerhin in den USA in Florida 😱.
Nach unserer Ankunft und dem ersten Ausruhen, macht es richtig Spaß, sich mal wieder ausgiebig und abwechslungsreich mit Lebensmitteln für einige Tage eindecken zu können und wir kochen uns anschließend gemütlich Abendessen und genießen das Leben 😍.
Unser Plan für die Zeit in Kapstadt besteht darin, keinen Plan zu haben 😅.
Und so verbringen wir die nächsten Tage mit morgendlichen Laufrunden an der wunderschönen Küstenpromenade, kleinen Spaziergängen durch die Stadt und schlendern zu der sog. Victoria & Alfred Waterfront (benannt nach der britischen Königin Victoria und ihrem zweiten Sohn, Prinz Alfred), das historische Hafen- und Werftgelände, welches ab den 1990ern und zuletzt zur Fußballweltmeisterschaft 2010 in eine attraktive Shopping-, Flanier- und Ausgehzone umgebaut wurde. Hier finden sich grosse und kleine Restaurants, Boutiquen und Trendshops, Museen, Vergnügungseinrichtungen, ein grosses Einkaufszentrum und das riesige Kapstadt-Stadion, welches für die Fußballweltmeisterschaft 2010 erbaut wurde, ist auch gleich um die Ecke.
Die Stadt gefällt uns auf Anhieb richtig gut, gerade die Lage direkt am Atlantik und am Fuße des Tafelberges mit dem dazugehörigen Nationalpark macht die Stadt mit ca. 4,5 Millionen Einwohnern zu etwas Besonderem.
In den Vierteln Green Point, V&A Waterfront und Sea Point reihen sich schicke Häuser mit beneidenswerten Terrassen und Aussichten aneinander, während leckere Cafés und Restaurants aus aller Welt dazu einladen, jeden Tag etwas anderes zu probieren.
Und auch das City Centre lädt mit vielen Geschäften, Bars und Restaurants inmitten einiger Hochhäuser zum Verweilen ein, die Long Street bildet dabei die bekannteste Ausgehmeile.
Allerdings lässt sich überall auch die Armut sehen, neben den ganzen schönen Häusern und schicken Cafés tummeln sich zahlreiche (nach meinem Empfinden ausschließlich schwarze) Menschen, die nach Essen, Zigarettenstummeln und Geld betteln und am Straßenrand in improvisierten Zelten wohnen.
Und auch wenn Kapstadt und vor allem die oben genannten Viertel mittlerweile gut bereist werden können und als sicher gelten, gibt es immer noch viele Gegenden, die man besser meiden sollte, nach Einbruch der Dunkelheit ist man insgesamt mit einem Taxi oder Uber besser beraten.
Nachdem Kapstadt 1652 von dem Holländer Jan van Reebeck als Stützpunkt der East India Company für die Versorgung der Handelsschiffe auf ihrem Weg nach Indien gegründet wurde und sich in diesem Zuge immer mehr Europäer hier niederließen, wurden für den immer grösser werdenden Bedarf an Arbeitskräften Sklaven aus Madagaskar, Indien und Malaysia eingesetzt, da sich die Ureinwohner in der Umgebung Kapstadts erfolgreich weigerten, für die Company zu arbeiten.
Da in der aufstrebenden Kolonie Kapstadt viele männliche Einwanderer ohne Familie tätig waren, kam es zu einer Bevölkerungsvermischung mit den Sklavinnen und auch den Ureinwohnerinnen. Die Nachfahren dieser Verbindungen machen den heutigen Teil der farbigen Bevölkerungsschicht aus.
Nach einer 150-jährigen holländischen Vorherrschaft erweiterten 1806 die Briten ihr Einflussgebiet auf das südliche Afrika. 1814 wurde die Kaphalbinsel inklusive Kapstadt britische Kronkolonie.
Reichtum und Wohlstand erlangte Kapstadt recht schnell in den Jahren 1870 bis 1890, nachdem es im Landesinneren von Südafrika nach der Entdeckung zum industriellen Abbau von Gold und Diamanten kam. Durch die günstige Lage am Meer siedelten sich daraufhin immer mehr Unternehmen in Kapstadt an.
Nach dem zweiten Weltkrieg führte der Sieg der „National Party“ bei den Parlamentswahlen zum Ausbau der Apartheid („Politik der getrennten Entwicklung“). Somit kam es auch in Kapstadt zur strikten Rassentrennung. In die Nähe des Hafens und an die Ostseite des Tafelberges wurde die schwarze Bevölkerung abgeschoben und es entwickelten sich die sogenannten Townships. Wohnviertel und Stadtteile getrennt nach weißer und schwarzer Bevölkerung entstanden. Die Elendssiedlungen der schwarzen Bevölkerung wurden zum Ausgangspunkt des Widerstandes gegen diese Rassentrennung.
1961 sorgte ein (weißer) Volksentscheid für die Unabhängigkeit von Großbritannien und Etablierung der „Republik von Südafrika“.
Kurz darauf wurde der Anführer der mittlerweile verbotenen Wiederstandspartei South African Native National Congress (SANNC, später ANC), Nelson Mandela verhaftet und es folgten unzählige (blutige) Unruhen aufgrund der Rassentrennung, bis es 1986 zu einer Eskalation der Gewalt kam und der Präsident Pieter Willem Botha den Ausnahmezustand verhängte.
Einige Apartheidgesetze wurden aufgehoben (Passgesetze, Zuzugskontrollen, Rassentrennung in Restaurants und Hotels).
1989 trat Frederik de Klerk als Staatspräsident Bothas Nachfolge an und deklarierte als Ziel seiner Politik das Ende der Apartheid, ein Jahr später wurde Nelson Mandela aus der Haft entlassen und erhielt zusammen mit Frederik de Klerk 1993 für ihr Bemühen um ein „neues“, demokratisches Südafrika den Friedensnobelpreis.
Nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis am 11. Februar 1990, hielt Nelson Mandela in Kapstadt seine bedeutende Rede und leitete eine neue Ära für die Entwicklung in ganz Südafrika ein. Trotz zunehmender Korruption in Regierungskreisen von Südafrika haben vielfältige Sanierungsprogramme zu grundlegenden Verbesserungen geführt. Ganz allmählich entwickelt sich die Bevölkerungsstruktur wie in jeder modernen Großstadt in den verschiedenen Wohngebieten eher nach dem Einkommen. Die in Kapstadt seit 2006 regierende Partei ‚Demokratische Allianz‘ hat die Unterstützung der weißen und der farbigen Bevölkerung.
Aber auch Jahre nach dem Ende der Apartheid bleibt das Land gespalten. Statt der Hautfarbe trennt die extrem ungleiche Einkommensverteilung das Land am Kap. Das enorme Wohlstandsgefälle, Gewalt und Kriminalität gehören zu den Hauptproblemen des jungen Landes. Südafrika verzeichnet daher weiterhin hohe Kriminalitätsraten, vor allem in den Großstädten und der überwiegende Teil der Gewaltkriminalität ereignet sich in den Townships.
Und so kann man heute gut sehen, wie die Mittel- und Oberschicht, welche einen ähnlichen Lebensstandard wie wir in Deutschland haben, sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln vor der ausufernden Kriminalität, die in den Townships vorherrscht, zu schützen versucht. Es ist üblich, dass Häuser und Wohnungen einbruchsichere Gitter vor den Fenstern und Türen haben und ein hoher Elektrozaun oder Stacheldraht die Grundstücke absichert. Die meisten Komplexe werden zudem von privaten Sicherheitsdiensten überwacht.
Vor allem aufgrund dieser Maßnahmen konnte die Kriminalität in den meisten Stadtteilen Kapstadts zwar stark zurück (in die Townships) gedrängt werden, das eigentliche Problem der großen Ungleichverteilung wird so aber natürlich nicht gelöst.
Wir lassen uns aber weiterhin von der Stadt faszinieren und saugen alles auf, was wir hier erleben dürfen.
Als ein halbwegs sonniger Tag vor uns liegt, entscheiden wir uns den Lion’s Head hinauf zu wandern, von dem man (normalerweise) auch einen tollen Blick auf Kapstadt und auf den Tafelberg hat. Der 669 Meter hohe Berg ist zwar kleiner als der Tafelberg, auf Grund seiner Kegelform und exponierten Lage gilt er jedoch als einer der schönsten Aussichtsberge in der Tafelbucht. Allerdings sehen wir auch hier schnell ein, dass man nichts (außer ein bisschen Bewegung) davon hat, wenn die Wolken sich einfach nicht verziehen wollen. Je höher wir kommen, desto mehr laufen wir nur noch durch eine graue Wand und können nur noch selten die tolle Aussicht auf die Stadt genießen. Nur den Tafelberg, den man so gut von hier aus sehen könnte, zeigt sich uns leider nicht.
Naja, man kann nicht alles haben.
Also warten wir weiterhin noch auf den besten Tag für die Besteigung des Tafelberges, können aber in der Zwischenzeit noch unser halbjähriges Reisejubiläum 🥳 feiern, in Erinnerungen schwelgen und machen uns dann an die weitere Reiseplanung.
Wir mieten uns zunächst einen Mietwagen in Kapstadt, den wir nach drei Wochen in Johannesburg wieder abgeben wollen. Wir haben uns nun doch für eine Einwegmiete entschieden, da es aus Johannesburg deutlich günstiger ins nächste Land geht und die Mietpreise auch mit Einwegmiete recht erschwinglich sind. Und so nutzen wir das wohl hässlichste Auto der Welt 😅 an unserem letzten Tag in Kapstadt noch für einen kleinen Ausflugtag.
Zuerst geht es in das Viertel Bo-Kaap. Es ist ein ehemaliges rassisch getrenntes Gebiet, das früher als Malay Quarter bekannt war. Bo-Kaap ist bekannt für seine farbenfrohen Häuser und kopfsteingepflasterten Straßen. Das Gebiet ist traditionell ein multikulturelles Viertel und 56,9 % seiner Bevölkerung identifizieren sich als Muslime. Und so fallen einem auf den zweiten Blick auch die zahlreichen Minarette auf. Das Gebiet soll die größte Konzentration von Architektur vor 1850 in Südafrika enthalten und ist das älteste erhaltene Wohnviertel in Kapstadt. 2019 wurde das Gebiet vom südafrikanischen Minister für Kunst und Kultur zum nationalen Kulturerbe erklärt.
Nach dem Besuch der vielen bunten Häuser fahren wir zum nahe gelegenen Signal Hill, auch „Körper des Löwen“ (Lion´s Rump) genannt, ein markanter Berg mit flachem Gipfel neben dem Tafelberg und Lion’s Head in Kapstadt. Er ist 350 m hoch und bietet Aussicht auf die Waterfront und die dahinter liegende Tafelbucht. Neben der tollen Aussicht und einigen Wanderrouten, versammeln sich hier jeden Tag zahlreiche Paraglider, die sich von den Lüften über die Stadt tragen lassen.
Wie der Name schon sagt, wurde der Signal Hill in der Vergangenheit verwendet, um Signale über die Wetterbedingungen zu geben. Als die Holländer ihre Basis in Kapstadt errichtet hatten, hatten sie Aussichtspunkte auf drei verschiedenen Hügeln eingerichtet, und einer davon war der Signal Hill. Der Signal Hill wurde verwendet, um Schüsse als Signale auszusenden, um Menschen in Zeiten der Not oder im Notfall zu warnen.
Und dann führt uns ein auf Google Maps vermerkter Aussichtspunkt unterhalb des Signal Hills in einen Nobelvorort von Kapstadt, nach Bantry Bay. Wir kämpfen uns mit dem Wagen die steilen Straßen des Viertels hoch bis wir vor einer wahnsinnigen Kulisse von unfassbar großen, noblen und meist sehr modernen Häusern stehen, die in die steilen Felsen am Berg gebaut sind und dadurch alle eine unverbaute Sicht auf das Meer haben.
Die Parkplätze sind in den engen Straßen allerdings etwas rar, so dass oft die Dächer der Häuser als Parkplatz dienen.
Ich würde mir ja zu gerne diese tollen Häuser einmal von innen anschauen, aber uns bleibt am Ende „nur“ der Blick aufs Meer vom Felsen am Ende der Straße 😅🙈.
Und dann sind die zwei Wochen hier in Kapstadt schon vorüber gegangen und wir glauben dem Wetterbericht, der uns einen wolkenlosen letzten Tag verspricht, also der perfekte Abschluss mit einem Aufstieg auf den Tafelberg!
Die ziemlich teure Seilbahn, die einen hoch und auch wieder herunter bringt, ist momentan wegen Wartungsarbeiten geschlossen und wäre sowieso nur zum Herunterkommen in Frage gekommen. Also marschieren wir morgens mit ein paar weiteren Wanderern die schnell ziemlich anstrengende Strecke immer den Berg hinauf. Der Weg ist die meiste Zeit eine Art Treppe aus verschieden großen und vor allem hohen Steinen. Das Hochsteigen geht ganz schön in die Beine und ich frage mich, wieso ich auch noch meine Fließjacke mitgeschleppt habe, aber nach knapp 90 Minuten haben wir die 3,5 km geschafft…und sehen nichts 😭😭 (und ich bin so froh über meine zusätzliche Jacke).
Der Wind peitscht uns aus allen Richtungen um
die Ohren, die Wolken, die wir schon während des Aufstiegs misstrauisch begutachtet haben, ziehen zwar schnell vorbei, jedoch kommt von irgendwoher direkt eine neue Schwade herbeigezogen. Und so können wir unsere Enttäuschung nicht ganz verbergen, setzen uns ein wenig an eine halbwegs windstille Stelle in die Sonne und atmen erst einmal durch. Aber alles Warten hilft nichts und die Kälte zieht sich immer mehr durch die nassen Kleider, dass wir irgendwann und nach nur ein paar wenigen schönen Schnappschüssen den Rückweg antreten.
Auch das Heruntersteigen ist nicht ganz ohne Anstrengung und wir sind froh, als wir mit etwas zittrigen Beinen unten am Auto ankommen. Ein letzter prüfender Blick nach oben beruhigt uns immerhin dahingehend, dass der Gipfel mittlerweile gar nicht mehr zu sehen ist und wir nicht zu früh den Rückweg angetreten sind 😅🙈.
Wir schütteln die Enttäuschung ab, sind über unsere Wanderung froh und starten nun unseren Roadtrip durch Südafrika.Les mer
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- Dag 191
- tirsdag 16. august 2022
- ⛅ 16 °C
- Høyde: 40 m
Sør-AfrikaCape Maclear34°21’24” S 18°28’31” E
Kap der guten Hoffnung
16. august 2022, Sør-Afrika ⋅ ⛅ 16 °C
Wir starten nach der etwas ernüchternden Tafelbergbesteigung in Richtung Kap-Halbinsel, wo wir auf etwas besseres Wetter hoffen. Auf dem Weg dorthin fahren wir im Westen über den Chapman‘s Peak Drive, eine neun Kilometer lange Küstenstraße auf der Kap-Halbinsel. Sie schlängelt sich in 114 Kurven unmittelbar zwischen Meer und steilen Felswänden entlang von Hout Bay nach Noordhoek und führt über den Chapman’s Peak, einen 160 Meter hoch gelegenen Aussichtspunkt. Zahlreiche Touristen befahren täglich diese Strecke und viele Autokonzerne drehen vor dieser Kulisse Werbeaufnahmen. Die Straße musste zwischen 2000 und 2003 gesperrt werden, weil immer wieder Felsbrocken herunter vielen und die Straße verschütteten. Die hohen Sanierungskosten des Pächters werden nun durch eine Maut amortisiert, die wir gerne gezahlt haben. Die Aussicht ist atemberaubend und die (wenn auch kurze) Fahrt ein echtes Vergnügen.
Da durch die morgendliche Wanderung auf den Tafelberg der Tag schon vorangeschritten ist, haben wir außer der schönen Fahrt durch den Norden der Kap-Halbinsel nichts weiter vor und fahren nur noch zu unserer Unterkunft in Muizenberg, einem kleinen Vorort von Kapstadt, der sich zum Ende des 19. Jahrhunderts zu einem vornehmen Strandresort mit Hotels hin entwickelte, die besonders reiche Diamantenbarone und die Oberschicht von Kapstadt als Wochenenddomizil nutzten.
Hauptattraktion ist ohne Zweifel der weiße Sandstrand mit der größten Ansammlung von bunten Holzbadehäuschen, die heute aber leider im endlosen Regen verschwinden. Eine kurze Regenpause erlaubt uns zumindest einen kurzen Schnappschuss der bunten Häuschen.
In knalligen Farben angestrichen, zieren sie so einige Kapstadt-Fotos. Sie werden saisonweise vermietet, dienen als Umkleidekabinen und auch zur Aufbewahrung von Surfboards, die man an dieser (sicheren) Küste gerne nutzt.
Muizenburg besitzt heute nicht mehr den Charme des ehemaligen Künstlerdorfs, ist aber beliebter Surfspot und es siedeln sich immer mehr nette Restaurants und Cafés am Wasser an.
Für ein sicheres Surferlebnis, gibt es die sog. Shark Spotters, die nach Haien Ausschau halten und entsprechende Fahnen hissen. Mittlerweile werden sie auch durch Drohnen unterstützt, die das Haivorkommen in dieser Gegend beobachten und analysieren. Auch der Weiße Hai war hier zu Hause, allerdings wird er sieht einiger Zeit nicht mehr gesichtet. Den genauen Grund dafür kennt man nicht, aber eine Überfischung erscheint auch hier zumindest einer von mehreren Gründen zu sein 😞.
Nach eine ersten Nacht in einem kleinen Airbnb, steht heute der weitere Besuch der südlichen Kap-Halbinsel inklusive dem Kap der guten Hoffnung auf dem Plan.
Der Regenradar hat uns erst ab Mittag etwas Sonne versprochen, daher lassen wir uns viel Zeit und testen eines der hippen Cafés am Strand von Muizenberg und schauen dem Regen zu. In dem Naturkostrestaurant KAUAI starten wir erst mal mit einem leckeren Falafel-Wrap und Pumpkin Spice Latte im Prenzlauer Berg Style in den Tag 😊.
Gestärkt für den Tag geht es nun zu unserem ersten Halt, nach Simon‘s Town an der Ostseite der Kap-Halbinsel. Als wir durch den Ort fahren, sehen wir schon überall die Warnschilder, die vor herumlaufenden Baboons (Paviane) warnen und plötzlich rennen direkt neben uns auf der Stadtmauer genau diese an uns vorbei, mitten in der Stadt und einer hat sogar ein Baby umhängen.
Wir staunen nicht schlecht, sind diese Affen doch ganz schön groß und deutlich auf der kompromisslosen Jagd nach Essbarem.
Nach diesem Erlebnis geht es zu den nächsten wilden, aber weitaus süßeren Tieren am Boulder Beach, nämlich ca. 3000 Brillenpinguinen, die wir auch schon in Namibia besichtigen konnten. Der kleine Strand ist wahnsinnig schön, weiß und zwischen einigen Felsen angelegt. Die Pinguine liegen hier und in der dahinter liegende Waldfläche herum, brüten Eier aus und gehen hin und wieder in der kalte False Bay schwimmen. Auch hier ist der Bestand über Jahre deutlich zurückgegangen und wird nun versucht, wieder zu erhöhen.
Anschließend fahren wir weiter bis zum Cape Point Nature Reserve, wo die nicht sehr lange aber wunderschöne Wanderung bis zum Kap der guten Hoffnung startet. Man kann zwar auch direkt mit dem Auto bis zum Kap fahren, dann verpasst man aber den tollen Diaz Beach und wird auch nicht von einem riesigen Strauß auf dem Weg überrascht 😅.
Bevor wir allerdings los laufen, will ich mir noch schnell ein Toastbrot gegen den kleinen Hunger gönnen, als beim ersten Biß ein Raunen durch die Touristenmenge geht und ich einen großen Baboon mit riesigen, scharfen Zähnen auf mich zu rennen sehe 😱. Innerhalb Sekunden sitzt er erst auf unserem Auto und hängt mir kurz darauf am Rucksack, bis ihn ein Parkwächter mit einem Holzstock endlich verscheuchen kann.
Jetzt verstehe ich auch, was die ganzen Warnschilder bedeuten 🙈. Der Appetit ist mir erstmal vergangen und noch etwas verdattert und leicht zittrig gehen wir dann los. Der Weg führt über die Klippen an der Küste entlang und nach kurzer Zeit erreichen wir den Diaz Beach, der mal wieder nach dem portugiesischen Seefahrer und Entdecker Bartolomeu Diaz benannt ist, der als erster Europäer das Kap gesichtet hat.
Wir sehen zunächst von den Klippen diesen wahnsinnig schönen Strand dort unten liegen und beschließen sofort trotz des rauen Windes und leichtem Regen die zahlreichen Holzstufen hinunterzugehen. Kein Mensch ist hier und neben den riesigen Wellen, die mit voller Wucht auf die Küste aufschlagen, erscheint plötzlich ein perfekter Regenbogen 😍. Wir sind hin und weg und fühlen uns gar nicht so richtig in Afrika.
Nachdem es immer windiger und kühler wird, stapfen wir durch den Sand und die Treppen wieder hinauf und stehen dann plötzlich vor einem riesigen Strauß, der sich völlig unbeeindruckt durch die Sträucher frisst. Da er keine Anstalten macht, den Weg zu verlassen und wir nicht wissen, was er mit seinen riesigen Krallen macht, wenn wir näher kommen, gehen wir ihn weiträumig aus dem Weg 😅🙈.
Wir laufen nun noch einige wenige hundert Meter weiter und klettern den letzten Felsen herunter, bis wir endlich am berühmten Schild des Kaps der guten Hoffnung stehen.
Das Kap der guten Hoffnung ist der südwestlichste (nicht der südlichste) Punkt Afrikas. Bartolomeu Diaz nannte die über 20 Kilometer ins Meer vorragende Felsenzunge Cabo das Tormentas (Kap der Stürme). Der portugiesische König Johann II. soll ihm angeblich den neuen Namen gegeben haben, da er zu Recht hoffte, dass nun der Seeweg nach Indien entdeckt sei.
Unmittelbar an der Küste erstreckt sich eine Felsenlandschaft, die sich unter Wasser auf das Meer ausdehnt. Ein Großteil der Felsen befindet sich 50 cm bis 3 m unter der Wasseroberfläche und kann bei Niedrigwasser sichtbar werden. Neben den Felsen an sich geht eine weitere Gefahr von den starken Winden am Kap aus, die, selbst wenn ein Segelschiff diesen Ort eigentlich weit genug umfährt, es wieder in Richtung Küste drücken, so dass es dann auf die Felsen auflaufen kann. Dies wurde schon mindestens 23 Schiffen zum Verhängnis, die dort als Wracks auf dem Meeresgrund liegen.
Die Sonne kommt zwar nicht so richtig raus, neben dem Schild gibt es hier aber auch sonst nicht all zu viel zu sehen. Und so schießen wir nur schnell ein paar Erinnerungsbilder, bevor wir uns wieder auf den Rückweg zum Auto und zurück nach Muizenberg machen.
Was für ein schöner und erlebnisreicher Tag.Les mer
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- Dag 193
- torsdag 18. august 2022
- 🌧 14 °C
- Høyde: 12 m
Sør-AfrikaCastle Rock34°25’20” S 19°14’32” E
Hermanus
18. august 2022, Sør-Afrika ⋅ 🌧 14 °C
Nach der Kap-Halbinsel geht es weiter auf der Garden Route in Richtung Osten. Unser nächster Halt heißt Hermanus, ein kleiner Küstenort, der ein beliebtes Ziel für Walbeobachtungen ist. Und genau deswegen fahren wir auch dorthin.
Die knapp 2-stündige Fahrt regnet es aus allen Löchern und wir können die Küstenstraße nicht wirklich genießen. Allerdings bekommen wir noch einen kleinen Einblick in ein riesiges Township, an dem wir vorbeifahren und welches im Regen zu versinken droht und wirklich erschreckend arm aussieht.
Als wir Hermanus immer näher kommen, hört es vereinzelt immer wieder auf zu regnen und wir beschließen, das schlechte Wetter bei einem guten Mittagessen auszusitzen.
Auch hier haben wir ein kleines Airbnb gebucht und freuen uns, am nächsten Tag bei etwas trockenerem Wetter den sogenannten Cliff Path zu wandern und nach Walen Ausschau zu halten.
Hermanus gilt als einer der besten Walbeobachtungsplätze der Welt. Die südlichen Glattwale kommen aus den kalten Gewässern der Antarktis nach Südafrika, um hier ihren Nachwuchs zu bekommen. Vor Hermanus befinden sich die Lieblingsplätze der Wale. Es ist möglich, vom Land aus bis 100 der majestätischen Tiere gleichzeitig zu sehen. Besonders eindrucksvoll sind die Sprünge der Wale. Dazu schießen die Tiere rückwärts aus dem Wasser, um dann mit viel Getöse wieder auf der Wasseroberfläche zu landen. Dieses Verhalten absolvieren die Wale bis zu 5 Mal hintereinander. Forscher meinen, dass dieses Walverhalten eine Mischung aus Spiel und Kommunikation ist.
Und so machen wir uns auf den mehreren Kilometer langen Klippenpfad, an dem an einigen Stellen die im Meer schwimmenden Wale bis auf 10 m an das Ufer heran kommen können. Bereits nach einer kurzen Wanderzeit sehen wir vor uns auf einem
Felsvorsprung schon einige Menschen stehen und auf das Meer blicken und beeilen uns, dort hin zu kommen. Und da sind sie, unsere ersten zwei Wale. Zwar doch etwas weiter vom Ufer weg, aber dennoch sehr gut sichtbar 😍😍. Und sie springen tatsächlich immer wieder aus dem Wasser und lassen sich mit viel Gespritze wieder auf das Wasser fallen. Wir sind total hin und weg. Wir laufen den Cliff Path noch etwas weiter und kommen so den Walen an einem weiteren Vorsprung dann noch etwas näher. Das ist wirklich mal ein Erlebnis, ohne lange Bootstour auf offener See können wir sie hier einfach vom Land aus beobachten ❤️ und kommen ihnen doch nicht zu nahe.
Während der Hochsaison soll durch Hermanus immer ein Walrufer laufen, der die Touristen über die Walsichtungen informiert und außerdem als beliebtes Fotoobjekt dient. Der Walschreier ist einzigartig auf der Welt, daher finden ihn heute wohl auch leider nicht. Aber die Wale sehen wir ja zum Glück auch ohne ihn 😅.
Auf dem weiteren Weg kommen wir an einem Gezeitenbecken vorbei, dem sog. Fick’s Pool, in dem auch heute kälteunempfindliche Schwimmer ihre Bahnen ziehen 🥶. Am Gearing’s Point, ein früherer Aussichtspunkt für Fischer und Schaulustige, die die Fischerboote beobachteten, die mit ihrem täglichen Fang einliefen, kann man auch heute noch die tolle Aussicht genießen und einige schöne Statuen bestaunen.
Am nächsten Tag geht es nach einer kurzen Joggingrunde an der Küste zum Hermanus Country Market, der jeden Samstag stattfindet. Hier gibt es neben lokalem Kunsthandwerk und Kleidung auch jede Menge Köstlichkeiten zum Probieren. Die Sonne scheint und die Menschen sitzen draußen auf Holzbänken, trinken Wein und schlürfen Austern. Da es diese hier nur im Sechserpack gibt, trauen wir uns (noch) nicht, welche zu bestellen, genießen aber das bunte Treiben und die die ausgelassene Stimmung sehr.
Ein nettes Pärchen macht uns dann noch darauf aufmerksam, dass am nächsten Tag eine Bodysurf Competition im Nachbardorf stattfindet und da gehen wir dann natürlich auch erst einmal hin. In den doch ganz schön rauen Wellen, die nur an wenigen Stellen nicht auf Felsen sondern Strand aufschlagen, kämpfen ein paar junge Herren liegend auf kleinen Surfbrettern um die besten Kunststücke in, auf und unter den Wellen. Hier ist gefühlt das ganze Dorf zusammengekommen, die Leute sitzen in der Sonne am Ufer, Kinder spielen in dem kleinen Fluss, der ins Meer fließt und alle jubeln den Surfern zu. Es macht richtig Spaß, hier dabei zu sein.
Die ganze Gegend hier ist wirklich traumhaft schön, die kleinen Orte an der Küste sind doch recht nobel mit tollen Häusern und Grundstücken, aber zwischen den Ortschaften sieht man dann auch wieder das andere Bild. Denn auch hier eröffnen sich uns riesige Townships, eingezäunt und mit nur einigen wenigen geteerten Straßen, dafür mit Hunderten kleinen und größeren Blechhütten, die vor Wind und Wetter so gut wie keinen Schutz bieten und die schwarze Bevölkerung, die mit Kind und Kegel am Straßenrand versucht, irgendetwas an den Mann und die Frau zu bringen. Diesen Menschen bleibt vermutlich von der Schönheit der Gegend nicht so sonderlich viel ☹️.
Am Tag unserer Abreise aus Hermanus geht es noch einmal die Berge hinauf. Das Fernkloof Nature Reserve bietet sich hervorragend zum Wandern an und wir machen eine kleinen, 8 km langen Rundweg mit Blick auf die Bucht und sehen sogar von hier oben noch einen Wal seine Sprünge vollführen 😍😍. Wir sehen von hier aus in den gegenüberliegenden Bergen noch die drei Staudämme, die hintereinander auf verschiedener Höhe erbaut wurden. Den sog. 3 Damm Weg bis zum ersten Staudamm nehmen wir daher auch noch direkt mit. Einst wurden die Staudämme zur Wasserversorgung gebaut, heute wird zumindest der untere im Sommer hauptsächlich als Schwimm- und Plantschbecken genutzt. Momentan ist es aber deutlich zu frisch dafür und wir machen uns nach dieser morgendlichen und schönen Sporteinheit nun auf den Weg zum südlichsten Punkt Afrikas.
Allerdings nicht ohne nun doch noch eine kleine Auster zu probieren.
Unser Résumé: wir haben (viel) Schlimmeres erwartet, nach allem, was man so gehört hat. Sie haben die Konsistenz, die Muscheln eben haben und sind im Geschmack schon etwas salzig (+ zitronig, wenn man mag). Manu fand sie ganz ok, muss sie aber nicht noch mal haben, ich fand sie fast schon lecker und würde sie vermutlich auch noch einmal bestellen 😋. In jedem Fall gibt es sie hier an der Küste überall frisch und super günstig für ca. 1,50 € das Stück 🤩.Les mer
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- Dag 197
- mandag 22. august 2022
- ☀️ 17 °C
- Høyde: 2 m
Sør-AfrikaKap Agulhas34°49’59” S 19°59’60” E
Kap Agulhas
22. august 2022, Sør-Afrika ⋅ ☀️ 17 °C
Nach einer guten 2h Fahrt von Hermanus kommen wir am Nachmittag am Kap Alguhas an.
Der erste bekannte europäische Seefahrer, der 1488 Kap Agulhas erreichte, war natürlich wieder mal der Portugiese Bartolomeu Dias. Cabo das Agulhas ist portugiesisch für ‚Kap der Nadeln‘. Vermutlich gaben ihm die Seefahrer den Namen wegen seiner zahlreichen Felsen und Riffe. Das Aufeinandertreffen verschiedener Meeresströmungen führt oft zu hohem Wellengang, die Gewässer um Kap Agulhas gelten deswegen und wegen der Riffe als sehr gefährlich. Eine andere Theorie besagt, dass im 15. Jahrhundert dort die Kompassnadel genau zum geographischen Nordpol zeigte, d. h. die magnetische Deklination genau 0° groß war.
Das Kap Agulhas ist der südlichste Punkt des afrikanischen Kontinents, nicht, wie oft angenommen, das Kap der Guten Hoffnung. Der 20. Meridian, der in etwa auf dem Kap Agulhas liegt (genau verläuft er ca. 150 m östlich), stellt die geografische Grenze zwischen Atlantischem und Indischem Ozean dar.
Wir sind hier in einer schönen Wohnung direkt am Wasser einquartiert und der Wind fegt uns schon gut um die Ohren. Nach unserer morgendlichen Wanderung in Hermanus gehen wir am Abend noch zum besten Italiener im Ort (viel Auswahl gibt es hier nicht 😅) und schauen anschließend im Irish Pub im Nachbarort Struisbaai vorbei. Hier trifft sich die Dorfbevölkerung am Abend auf ein bis 15 Bier 😅 und wir bekommen von einem netten Herren direkt zwei Oyster-Schnäpse ausgegeben. Irgendwann geht er uns aber mit seiner etwas penetranten Art auf die Nerven und wir beschließen lieber nach Hause zu gehen und fallen auch ziemlich müde ins Bett.
Am nächsten Morgen mache ich den großen Fehler, „entspannt“ an der Küste joggen zu gehen und merke auf dem Rückweg, wieso es bis dahin so überraschend einfach lief 😅. Der Gegenwind ist jetzt so dermaßen heftig, dass ich ständig Pausen machen muss und laut fluchend und fix und fertig zurückkomme. Zum Glück haben wir in der Wohnung eine richtige Wellnessoase als Badezimmer und die Badewanne ruft förmlich nach mir 🛁 🙈.
Danach geht es erstmal zur Wäscherei und anschließend in den Fischerladen für Manu, damit er sich für die nächste Angeleinheit eindecken kann. Immerhin zählen die Gewässer um das Kap zu den fischreichsten der südafrikanischen Küste 🤩😋.
Allerdings ist es an der felsigen Küste gar nicht so einfach, eine gute Stelle zu finden und so fahren wir einige Kilometer der Küste ab und landen am Ende am kleinen Hafen von Struisbaai. Hier stehen bereits ein paar Angler und so versucht auch Manu kurz vor Einbruch der Dunkelheit noch sein Glück, während ich kleinen Fingerottern beim Abendessen zuschaue 😍 und den wahnsinnigen Sonnenuntergang bewundere.
Am Abend finden wir uns dann wieder im Irish Pub ein, um in Manus Geburtstag reinzufeiern, werden aber bereits um 23 Uhr zur letzten Runde aufgefordert 😔. Immerhin können wir den Barkeeper aber noch zwei Biere für zu Hause abschwatzen, damit wir irgendwas zum Anstoßen haben 🙈🥳.
Manus Geburtstag verbringen wir dann wieder am Hafen beim Angeln und nach dem gestrigen ersten, aber nur kurzen Versuchen, dem Wechsel zu Muscheln und anderem stickenden Zeug 🤢 als Köder und einem kleineren Haken, beißen dann auch zwei der schönen, großäugigen Fische an 🤩. Heute ist es noch windiger als die Tage zuvor und so machen wir immer wieder kleine Pausen in dem nahe gelegenen Lokal am Hafen. Das ununterbrochene Peitschen des Windes ist auf Dauer ganz schön anstrengend und natürlich auch irgendwann kalt.
Nun stand nur noch der obligatorische Besuch des südlichsten Punktes Afrikas an. Auch hier ist ein Schild aufgestellt und die Grenzlinie der beiden Ozeane vermerkt, sowie eine riesige 3D Karte des Kontinents. Auch hier bläst es uns fast ins Meer und wir müssen das Handy richtig fest halten, sodass wir uns hier nicht lange aufhalten (können).
Ansonsten gibt es hier am Kap nichts weiter zu sehen, der kleine, sich aber noch in Betrieb befindliche und damit zweitälteste funktionierende Leuchtturm Afrikas, ist aktuell zur Besichtigung geschlossen, hier und überall in der Gegend wird wie verrückt gebaut. Gefühlt in jeder freien Grünfläche steckt ein „zum Verkauf“ - Schild, wir würden gerne in 10 Jahren noch einmal vorbei kommen und sehen, was sich hier alles verändert hat 😐.Les mer
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- Dag 200
- torsdag 25. august 2022
- ⛅ 16 °C
- Høyde: 6 m
Sør-AfrikaKnysna Harbour34°2’16” S 23°2’42” E
Knysna und Tsitsikamma National Park
25. august 2022, Sør-Afrika ⋅ ⛅ 16 °C
Heute geht es weiter in Richtung Tsitsikamma Nationalpark, wo wir eine kleine Wanderung zu einer Hängebrücke machen wollen, die über den Storms River führt, kurz bevor er in den Ozean mündet. Da die Unterkünfte in dem Nationalpark aber deutlich zu teuer sind, entscheiden wir in der ca. 1h westlich davon liegenden Lagunenstadt Knysna zu übernachten.
Die ca. 50.000 Einwohner Stadt ist besonders wegen ihrer Lage ein beliebtes Ziel entlang der Garden Route. Eine rund 20 Quadratkilometer große Salzwasserlagune (Knysna Lagoon) liegt unmittelbar zwischen der Stadt und dem indischen Ozean. Lediglich eine ziemlich schmale felsige Einfahrt (Knysna Heads) ermöglicht den Zutritt vom Meer aus. Im Hinterland erheben sich die wunderschönen Outeniqua-Berge.
In der Lagune werden die berühmten Knysna Oyster (Austern) gezüchtet, welche man am Hafen fast überall probieren kann (aber nicht muss 😉).
Als wir in Knysna ankommen, hat sich eine dicke graue Wolkenschicht über uns gebildet und der Wind fegt uns mal wieder ordentlich um die Nase. Manu macht sich trotzdem mit seiner Angel auf zur nicht weit entfernten Thesen Island, auf der hauptsächlich Luxusunterkünfte und einigen Touranbieter beheimatet sind, während ich einen kleinen Streifzug durch die Gegend mache. Das Wetter ist aber dermaßen ungemütlich, dass wir uns nach einiger Zeit auf der Insel in einem Lokal am wärmenden Feuer wiederfinden.
Am nächsten Tag ist das Wetter zum Glück sonnig und eigentlich hätten wir hier deutlich länger bleiben können, denn das Örtchen und die Umgebung ist (zumindest bei schönem Wetter) traumhaft schön. Bei Ebbe sieht man in der Lagune nun auch die vielen Austern-Fischer. Aber für uns geht es weiter in den Tsitsikamma Nationalpark, aber zuvor starten wir den sogenannten Knysna Heads noch einen Besuch ab. Dabei handelt es sich um die markanten Felsen, welche das Eingangstor zwischen dem indischen Ozean und der Lagune bilden. Die Royal Navy sagte sogar mal, dass es einst die gefährlichste Einfahrt der Welt war. Nicht wenige Schiffe fanden hier ein tragisches Ende, was heute wiederum die vielen Taucher freut. Vor der Einfahrt findet man einige Wracks, welche man bei einem Tauchgang erkunden kann. Von den spektakulären „Köpfen“ aus haben wir eine wunderschöne Sicht über die Lagune, die enge Durchfahrt und den Indischen Ozean.
Auf dem weiteren Weg in Richtung Nationalpark überfahren wir die Bloukrans Bridge, die mit einer Höhe von 216 Metern über dem Tal, die höchste Brücke Afrikas ist. Zu was sollte sie sich daher besser eignen als zum Bungee Jumping? Wir machen hier einen kurzen Stopp und schauen uns die Verrückten einmal aus der Nähe an.
Die Wagemutigen müssen zunächst unter der Brücke mit einer Zipline bis zur Mitte der Brücke fahren und können sich dann dort die 216 Meter in die Tiefe stürzen und damit einen der höchsten Bungee Jumps der Welt überstehen.
Wir würden beide bereits an der „Anfahrt“ über die Zipline scheitern und sind uns einig, dass uns das Zusehen genügt 🫣.
In dem kleinen Ort Stormsrivier machen wir Halt in dem total netten Lokal „Papa Afrika“ und bekommen eine der besten Steinofenpizzen serviert, die wir seit langem probieren durften. Der Laden ist total gemütlich mit bunt zusammengewürfeltem Interieur, kleinen Katzen und einer unglaublich herzlichen Bedienung, sodass wir gut gelaunt, gestärkt und fröhlich zur Wanderung aufbrechen. Der Weg führt von den Klippen stetig bergab durch den Tsitsikamma Wald, in dem uns mal wieder die netten Baboons über den Weg laufen, aber diesmal zum Glück in Ruhe lassen 😅. Schon auf dem Weg können wir die 77 Meter lange Hängebrücke erblicken und sind nach einer guten halben Stunde bei ihr angekommen. Da sie nur sieben Meter über dem Storms River hängt, haben wir trotz der etwas wackeligen Angelegenheit keine Probleme, sie zu überqueren und können die schöne Natur genießen.
Anschließend geht es den gleichen und jetzt deutlich schweißtreibenderen Weg wieder hinauf, mit ein paar letzten schönen Blicken hinab, bevor es schon weiter geht.Les mer
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- Dag 202
- lørdag 27. august 2022
- ☀️ 19 °C
- Høyde: 20 m
Sør-AfrikaRedhouse33°50’27” S 25°34’15” E
Port Elizabeth
27. august 2022, Sør-Afrika ⋅ ☀️ 19 °C
Auf unserer weiteren Route nach Johannesburg machten wir einen kurzen Stopp in Port Elizabeth. Hier haben wir uns (zum Glück) etwas außerhalb in einem wunderschönen Haus direkt am Fluss einquartiert.
Die als eine der freundlichsten und sichersten Städte Südafrikas angepriesene Hafenstadt zeigt sich uns am Sonntagmorgen absolut unschön. Insgesamt ist nicht viel los, aber die Menschen die wir sehen, sind alles zwischen volltrunken, high, halbtot und gerade völlig am durchdrehen, sodass wir keinerlei Lust haben und es uns auch nicht geheuer ist, auch nur aus dem Auto auszusteigen, geschweige denn Fotos zu machen.
Von daher bleibt es bei einem kurzen Stopp in dieser Stadt, bevor es zu unserem eigentlichen Ziel, die Drakensberge geht.Les mer
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- Dag 205
- tirsdag 30. august 2022
- ☀️ 5 °C
- Høyde: 3 004 m
Sør-AfrikaTugela Falls28°45’14” S 28°53’25” E
Drakensberge
30. august 2022, Sør-Afrika ⋅ ☀️ 5 °C
Von Port Elizabeth bis zu unserer Unterkunft nahe der Drakensberge sind es fast 11h Fahrt, sodass wir noch eine kurze Nacht in Bloemfontain bleiben und dann mit aufgestockten Lebensmitteln und viel Vorfreude am nächsten Tag zu den Drakensbergen aufbrechen.
Kurz vor unserem Ziel wird Manu (mal wieder 😅) von der Polizei rausgezogen, diesmal 28 km/h zu schnell. Zugegeben, auf den leeren, immer geradeaus führenden Straßen, merkt man oft gar nicht, wie schnell man fährt. Der nette Polizist zeigt Manu den Bußgeldkatalog und sagt, wir sollen die umgerechnet ca. 65€ im nächsten Ort bezahlen 😒. Als wir uns aber dann mit den zwei Polizisten und der Polizistin weiter unterhalten und gefragt werden, wo wir her kommen, will die Polizistin erstmal ein Foto mit uns zwei Deutschen, um es ihren Freunden zu zeigen 😂. Nun hakt der andere Polizist auch noch nach, wo denn unsere Euros seien und ob wir nicht was typisch Deutsches oder Whiskey dabei hätten. So langsam dämmert es uns, um was es hier geht und da kommt uns die bereits ausrangierte, weil durch das ständige Packen völlig verformte Cap von Manu in den Sinn. Ich krame sie schnell Unterboden ganzen Gepäck aus dem Auto und schon steht ein freudestrahlender Polizist mit einer typisch deutschen Fussballmütze von Eisern Union neben Manu und wir sparen uns mal wieder ein paar Euros 🤣🤩.
Nach diesem Erlebnis ist es nicht mehr weit bis zur Unterkunft, einer Art Ferienanlage, die bereits etwas in die Jahre gekommen ist. Da auch hier direkt im Nationalpark die Unterkünfte deutlich teurer sind, haben wir uns für diese außerhalb liegende entschieden, auch wenn die Fahrt ein wenig länger ist. Aber immerhin haben wir eine eigene Küche und wunderschöne Sonnenuntergänge von der Terrasse. Nach einer kurzen Joggingrunde am Nachmittag machen wir heute aber nichts mehr, da es am nächsten morgen früh losgeht.
Und so sitzen wir um 07:00 Uhr im Auto und können schon auf dem Weg die massiven Berggipfel der Drakensberge bestaunen.
Die Drakensberge sind das höchste Gebirge im südlichen Afrika und erreichen maximal 3482 Meter. Die Zulu nennen die Drakensberge wegen der zahlreichen Schluchten, Kämme, Höhlen, Überhänge sowie Zinnen uKhahlamba (deutsch: „Wand der aufgestellten Speere“). Im Jahr 2000 wurde mit dem Ukhahlamba-Drakensberg Park ein Teil des Gebirges auf die Liste des UNESCO-Welterbes gesetzt, der 2013 zum Maloti-Drakensberg-Park erweitert wurde.
Das Gebirge wird in die nördlichen, zentralen und südlichen KwaZulu-Natal-Drakensberge eingeteilt, wobei der südliche Teil der am wenigsten erschlossene ist. Wandern kann man überall hervorragend und wir haben uns aufgrund unserer Route und des Tugela Wasserfalls, sowie des sog. spektakulären Amphitheaters (eine acht Kilometer lange, fast senkrechte Felswand, die 1000 Meter hoch ist) für den nördlichen Teil entschieden.
Nach ca. 1,5 h Fahrtzeit kommen wir dann auch schon an der letzten Lodge vor dem Wanderweg an, wo wir unser Auto parken und uns für den „Shuttle-Bus“ anmelden, der uns bis zum Startpunkt der Wanderung bringt. Die 7 Km bis dorthin sind eine solch katastrophale Straße, dass wir es diesmal nicht einmal mit unserem eigenen Auto versuchen 😅 und stattdessen mit 6 weiteren Wanderern auf der gepolsterten Ladefläche eines Pick-Up Platz nehmen. Nach 30 Minuten ist es dann geschafft und wir können den Wanderweg starten, nachdem wir uns noch schnell in das Hiking Register eingetragen haben, damit die Herren hier am Parkplatz wissen, ob am Abend alle Wanderer zurück sind.
Der von uns gewählte Sentinel Hike soll einer der schönsten und beeindruckendsten Hikes in Südafrika sein, nicht nur, weil er einen mit einer bombastischen Aussicht über das Amphitheater Felsmassiv belohnt, der ganze Weg ist gespickt mit wundervollen Blicken auf das weite Land von Kwazulu-Natal und Freestate.
Der Weg schlängelt sich zu Beginn teils gepflastert angenehm die Bergseite hinauf und wird allmählich zu einem festen, aber sicheren Trampelpfad mit jetzt schon wundervollen Aussichten. Zum Ende hin gibt es zwei Möglichkeiten, um auf das Plateau zu kommen und wir müssen uns entscheiden, ob wir ca. 60 Meter an Kettenleitern nach oben klettern oder den etwas anstrengenderen Weg über die sogenannte Gully-Route, eine Felsspalte wählen.
Wir haben uns im Vorfeld einige Bilder der Leitern angesehen und entscheiden uns für die Gully-Route 😅. Das Kraxeln durch die Felsspalte macht sogar richtig Spaß, ist aber wirklich ganz schön anstrengend, denn es geht gute 100 Höhenmeter mehr oder weniger senkrecht die Felsscharte nach oben. Der Weg führt über teils lose Felsbrocken, teils über rutschiges Geröll, aber schließlich haben wir es geschafft und stehen auf dem Plateau, auf ca. 3.140m Höhe 😍. Wir laufen über das Plateau bis nach vorne an die Felskante und es eröffnet sich ein wirklich phänomenaler Weitblick über das Land und das Amphitheater mit dem Tugela-Wasserfall, dem zweit höchsten Wasserfall der Welt und dem höchsten in Afrika. Knapp 1000 Meter stürzt das Wasser über fünf Stufen in die Tiefe. Allerdings nicht im Südafrikanischen Winter, in dem wir uns gerade befinden. Aufgrund der Trockenheit und der Kälte plätschert hier nur ein kleines Rinnsal hinab, manchmal gespickt mit ein paar Eisbrocken. Das wussten wir aber zum Glück vorher und sind daher nicht enttäuscht und können stattdessen den Flusslauf des Tugela bis zur Kante begehen, wo das Wasser ansonsten in die Tiefe stürzt. Tugela ist ein Zulu-Wort und heißt „plötzlich“. Wahrscheinlich, weil der Fluss oben auf dem Plateau so plötzlich über die Kante stürzt.
Wir machen hier oben eine kleine Pause, stärken uns mit den mitgebrachten Broten und genießen die Sonne, die uns warm ins Gesicht scheint.
Als wir uns auf den Weg zurück machen, beschließen wir nun die Leitern zu nehmen, da wir die Felsspalte nicht wieder herunter kraxeln wollen. Noch motiviert steigen wir ohne viel zu überlegen in die erste Leiter und hangeln uns herunter. Die Leitern sind wackelig und nicht wirklich fest in der Wand verankert, was bei uns beiden dazu führt, dass wir sehr langsam und verkrampft herunter steigen und meine Beine immer mehr unkontrolliert herumschlottern 🙈.
Aber wir haben es geschafft und atmen erst mal durch. Nun steht aber die noch deutlich längere und mit einem Überhang versehene Leiter vor uns. Wir schauen uns die anderen Wanderer an, die ohne Probleme los klettern und versuchen uns irgendwie zu überwinden. Aber es funktioniert nicht. Wir fühlen uns total unsicher, die kurze Leiter hat uns schon alles abverlangt und die war deutlich „einfacher“. Also beschließen wir schlussendlich, das kleinere Übel zu wählen und klettern diese wieder zurück nach oben und laufen den Umweg zurück zur Felsspalte. Glücklicherweise ist das herunterkraxeln gar nicht so schlimm wie erwartet, wenn auch trotzdem anstrengend. Und so kommen wir irgendwann gesund und munter wieder unten an und freuen uns, diese schöne Wanderung gemacht zu haben. Zurück zum Auto geht es wieder über die Buckelpiste auf dem Pick-up und dann weiter zu unserer Unterkunft. Mit müden und schweren Beinen machen wir uns einen gemütlichen Abend und verbringen den nächsten Tag am Sterkfontein Dam Nature Reserve, einem großen Stausee, mit Angeln, lesen und in der Sonne liegen.
Erst am Abend fahren wir zurück, kochen uns Abendessen und genießen den letzten Abend am Lagerfeuer mit einem kühlem Bier und einer wunderschönen Landschaft, bevor es zu unserem letzten Stopp in Südafrika weitergeht.Les mer
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- Dag 208
- fredag 2. september 2022
- ☀️ 22 °C
- Høyde: 1 719 m
Sør-AfrikaFairview26°12’10” S 28°3’35” E
Johannesburg
2. september 2022, Sør-Afrika ⋅ ☀️ 22 °C
Am Freitagnachmittag kommen wir in Johannesburg an und beziehen eine tolle Loft-Wohnung, die wir über AirBNB gefunden haben und die im hippen und sicheren Viertel Maboneng liegt. Wir sind die letzten vier Tage unserer Südafrikareise hier und haben vor allem noch ein paar organisatorische Dinge zu erledigen. Unser Gastgeber führt uns nach unserer Ankunft noch ein bisschen durch das Viertel und zeigt uns ein paar schöne Ecken und Läden, wo er zufällig auch jeden kennt 😏 und meint, hier kann man sich sehr sicher fühlen und frei bewegen, nur auf sein Handy sollte man aufpassen.
Für uns heißt es jetzt aber erst mal wieder Wäsche waschen und alles ausräumen, bevor wir dann am Abend noch ein wenig durch das Viertel streifen.
Johannesburg ist leider immer noch bekannt für seine hohe Kriminalitätsrate und auch in unserem vermeintlich sicheren Viertel ist auf jeden Fall Vorsicht geboten. Dennoch fühlen wir uns hier wirklich wohl und schauen von einer Bar im ersten Stock dem bunten und geschäftigen Treiben auf der Straße zu, immerhin ist es Freitag Abend und vor allem die jungen Leute haben sich ordentlich rausgeputzt und fahren auch zahlreich in ihren Mercedes, BMW und weiteren (meist deutschen) hochpreisigen Karosserien vor.
Als wir zurück in das Loft kommen, stehen wir erst mal im Dunkeln…der Strom ist ausgefallen.
Wir denken zuerst, es ist mal wieder Zeit für „Load Shedding“.
In Südafrika ist seit vielen Jahren das sog. Load Shedding Teil des Lebens der Bevölkerung. Load Shedding bedeutet, wenn die Nachfrage nach Strom das verfügbare Angebot übersteigt, müssen geplante Versorgungsunterbrechungen durchgeführt werden.
Es ist eine kontrollierte Art, den verfügbaren Strom zwischen allen Strom-Kunden der Firma Escon (die für 95% der Stromversorgung verantwortlich ist) zu verteilen.
Nach Angaben des Energieversorgers werden betroffene Bereiche nicht länger als zwei Stunden am Stück unterbrochen, Kunden können in den meisten Fällen im Voraus über Unterbrechungen informiert werden. Es wird auch auf Rotationsbasis durchgeführt. Engpässe im Stromsystem bringen das Netz aus dem Gleichgewicht, was zu einem Zusammenbruch führen kann; durch das geplante und kontrollierte Drehen der Last soll das System stabil bleiben. Was für uns (noch?) völlig verrückt klingt, hängt hier leider nicht zuletzt mit den kriminellen Machenschaften und absolutem Fehlmanagement des Energieversorgers sowie untätiger Regierung zusammen.
Am nächsten Morgen stellt sich allerdings heraus, dass der Strom immer noch nicht wieder da ist und es sich nicht um das Load Shedding handelt. Unser Vermieter sagt, gegen Mittag sollte alles wieder funktionieren 😑.
Also fahren wir erst einmal wie geplant mehrere Postämter ab, wir wollen unsere Campingsachen nun doch endlich los werden, nachdem wir sie bereits in Südafrika aufgrund der Kälte nicht mehr gebrauchen konnten und in Asien auch nicht brauchen. Allerdings stellt sich das Unterfangen als nicht so leicht heraus. Das erste lokale Postamt verweigert die Annahme wegen der Größe des Paketes 😳, das zweite sagt uns, die dürfen keine Campingsachen verschicken, weil es so etwas hier nicht gibt 🤨 und als wir schließlich bei DHL landen, soll der Spaß über 300 € kosten und damit ein Vielfaches mehr als an Wert überhaupt im Paket ist. Also fahren wir frustriert mit dem Paket wieder nach Hause und wissen noch nicht so richtig, was wir jetzt damit machen sollen. Der Strom ist immer noch nicht da und wir sind bereits langsam genervt, da uns das Loft für die Selbstverpflegung reichlich wenig bringt, wenn weder Kühlschrank noch Herd oder sonstige Küchengeräte funktionieren 😔.
Da wir es aber nun nicht ändern können, gehen wir in ein kleines Lokal, in dem auch viele andere Backpacker und Locals herumhängen und machen uns dann eben hier mit all den netten Leuten noch einen gemütlichen Nachmittag, bevor wir uns auf den Weg ins unglaublich riesige FNB Stadium (auch Soccer City genannt) machen. Es spielen die Kaizer Chiefs aus Johannesburg gegen die Mannschaft AmaZulu aus Durban. Schon von weitem hört man die uns noch all zu gut bekannten Vuvuzelas dröhnen und wir freuen uns, mit den anderen Fans hier zu sein. Das Stadion der Fußballweltmeisterschaft 2010 ist natürlich viel zu groß, um es jetzt für solche Fußballspiele auch nur annähernd voll zu bekommen, immerhin passen hier knapp 95.000 Menschen rein 😱. Die heute ca. 15.000 Gäste 🤣 haben aber riesigen Spaß und machen eine tolle Stimmung, so dass ich mich eigentlich mehr auf sie als auf das Spiel konzentriere.
Dieses geht dann auch unspektakulär mit 0:0 aus, aber die 3,50 € pro Ticket waren es auf jeden Fall wert. Auf dem Weg nach draußen, werden wir noch von einer jungen Frau und ihrer Familie nach einem Foto gefragt, weil es sie sehr freut Touristen beim Spiel „ihrer“ Mannschaft zu sehen und verabschieden uns dann zurück in unser Viertel. Da viele aus dem Lokal von heute Mittag auch zum Spiel gegangen sind, haben wir uns nach dem Spiel dort wieder getroffen und haben noch einen super lustigen Abend mit Leuten aus aller Welt 😍.
Als wir schließlich nach Hause kommen, geht immerhin auch der Strom wieder, nur der Kühlschrank streikt weiterhin…
Am nächsten Tag stand nun nur noch das Apartheid Museum an, welches ich gerne sehen wollte, was uns dann allerdings ein wenig enttäuschte. Es ist ein sehr schöner und ziemlich großer Bau, zu Beginn gibt es zwei Eingänge, für die Weißen und die Nicht-Weißen. Zu welcher Gruppe man gehört, entscheidet das Ticket für den Eintritt nach dem Zufallsprinzip und entsprechend wählt man den Einfang. Es folgen viele (wirklich unglaubliche) Schilder und Bilder zur damaligen Rassentrennung, bevor es dann leider für uns etwas unübersichtlich wurde. Es ist alles aus dem letzten Jahrhundert dargestellt, viele Bilder mit noch mehr Text aber ohne, dass man auf Anhieb die Reihenfolge oder richtige Richtung der Ausstellung verstehen würde, was das Ganze sehr anstrengend macht. Außerdem gab es noch eine extra Nelson Mandela Ausstellung, die zwar auch ganz interessant aber für uns viel zu vollgepackt war. Da haben wir uns irgendwie etwas mehr erhofft 😔.
Passend hierzu hatten wir überlegt, ob wir das größte Township Südafrikas besuchen sollten. Das South Western Townships (kurz: Soweto) ist eine „Stadt“, die während des Apartheidsystems als Township für Schwarze entwickelt wurde. Mit mittlerweile über 3,5 Millionen Einwohnern ist das Township die größte städtische Siedlung von Schwarzen in Afrika mit einer reichen politischen Geschichte. Soweto war das Zentrum politischer Kampagnen, die auf den Sturz des Apartheidstaates abzielten. Der Studentenaufstand von 1976, auch bekannt als Soweto-Aufstand, begann in Soweto und breitete sich auf den Rest des Landes aus.
Damals, ab dem 16. Juni 1976 erschütterten Schüler- und Studentenproteste Soweto, die sich gegen eine Direktive der Regierung richteten, in den höheren Schulklassen zur Hälfte auf Afrikaans statt auf Englisch zu unterrichten. Die Unruhen forderten über 500 Opfer. Soweto wurde somit zum Symbol des Kampfes gegen die Apartheid und der Soweto Day – heute Youth Day – erinnert seit 1995 als Nationalfeiertag an dieses Ereignis.
Sowetos Wachstum war phänomenal – aber ungeplant. Trotz der Versuche der Regierung, den Zustrom schwarzer Arbeiter in die Städte zu stoppen, zogen Wellen von Wanderarbeitern vom Land und aus den Nachbarländern hierher, um in der Stadt des Goldes nach Arbeit zu suchen. Auch heute leben hauptsächlich Schwarze in Soweto. Viele Menschen aus ländlichen Gebieten kommen in den Stadtteil, um in angrenzenden „weißen“ Stadtteilen von Johannesburg und umliegenden Nachbargemeinden Arbeit zu finden. Doch passende Jobs sind rar und somit entstehen innerhalb kürzester Zeit immer neue kleine Armutssiedlungen.
Und Soweto wird eben auch zunehmend von Touristen besucht. Viele Gebiete in Soweto, wie Dube oder die Extensions (deutsch „Erweiterungen“) wie Diepkloof Extension, werden vom schwarzen Mittelstand bewohnt und gehören damit zu den sichersten Gebieten in Johannesburg. Informelle Siedlungen wie Kliptown hingegen sind von Ärmeren oder den Ärmsten bewohnt und gehörten, wie einige Favelas in Brasilien, zu den gefährlichsten Orten der Welt. Es gibt heute unzählige Touranbieter, die dich zu Fuß, auf dem Fahrrad oder per Tuk-Tuk durch das Township bringen, vorbei an den damaligen Wohnorten der beiden Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela und Desmond Tutu in der Vilakazi Street und natürlich auch in die Armenviertel.
Wir haben uns aber schlussendlich gegen eine Tour entschieden. Auch wenn dort zum Teil mittlerweile vom Tourismus profitiert wird, waren wir von der Idee, mit Kamera und Guide durch die aller ärmsten Viertel zu laufen, um uns diese Armut mal anzuschauen, nicht weiter zu begeistern. Nicht, weil wir die Augen davor verschließen wollen, sondern den Mehrwert für die Leute dort und uns nicht erkennen konnten. Die meisten Touren sind hochkommerziell und so undurchsichtig, dass einem nicht klar wird ob und welches Geld den Bewohnern zu Gute kommt. Zudem bleibt uns immer der Gedanke an einen Zoo im Kopf.
Um Armut und üble Wohnverhältnisse zu sehen, reicht es durch andere Viertel in Johannesburg (oder Südafrika) zu fahren. Auf unserer „Post-Tour“ kamen wir dabei bereits an so vielen unglaublich üblen Ecken vorbei, dass wir einen Eindruck bekommen haben. Denn klar ist auch, wählt man eine solche Tour, will man nicht die mittlerweile gut situierten Viertel sehen…
Lange Rede, kurzer Sinn, wir haben nach einigen hin und her überlegen Soweto bewusst ausgelassen.
Schlussendlich müssen wir auch sagen, dass Johannesburg für uns kein Hauptziel auf der Reise durch das Land war und es ist eben leider auch immer noch so, dass hier (z.B. im Vergleich zu Kapstadt) noch die meisten Teile (nach unserem Empfinden) wenig gut und sicher zu besuchen sind. Von daher hatten wir eine kurze und für uns schön gestaltete Zeit mit lieben Leuten und nun heißt es für uns nur noch, den Mietwagen abgeben, alles für den nächsten Flug nach Asien zu packen und vorzubereiten und dann früh schlafen zu gehen.Les mer
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- Dag 212
- tirsdag 6. september 2022
- ☀️ 26 °C
- Høyde: 1 710 m
Sør-AfrikaO.R. Tambo International Airport26°8’2” S 28°13’56” E
Südafrika - ein Rückblick
6. september 2022, Sør-Afrika ⋅ ☀️ 26 °C
Unser Rückblick zu 5 Wochen Südafrika 🇿🇦
Unsere Route zusammengefasst:
Kapstadt 🚘 Muizenberg
Muizenberg 🚘 Kap der guten Hoffnung
Kap der guten Hoffnung 🚘 Hermanus
Hermanus 🚘 Kap Agulhas
Kap Agulhas 🚘 Knysna
Knysna 🚘 Tsitsikamma National Park
Tsitsikamme National Park 🚘 Port Elizabeth
Port Elizabeth 🚘 Drakensberge
Drakensberge 🚘 Johannesburg
Unsere Highlights:
Kapstadt - zwei Wochen entspannen, sich ausbreiten, ein wenig Alltag erleben, den ersten Regen seit Wochen genießen und die wunderschöne Stadt ganz ohne Zeitdruck erkunden.
Kap der guten Hoffnung - neben dem obligatorischen Bild am Schild, die wahnsinnige Bucht des Díaz Beach alleine für sich (nur mit einem Strauß) erleben.
Hermanus - natürlich die Wale, aber auch die wunderschöne Wanderung durch die Berge mit Blick auf die Küste (und Wale!) 🤩.
Kap Agulhas - südlichster Punkt Afrikas und bis hierhin eine tolle, wilde und raue Küste, die wir so sehr genossen haben (und uns den ein oder anderen Fisch beschert hat 😏).
Drakensberge - nach der Garden Route eine komplett andere Landschaft in Südafrika und einer herausfordernden und sehr lohnenswerten Wanderung zu den Tugela Falls.
Polizisten mit einer Fußball-Cap „schmieren“.
Das hat genervt:
Port Elizabeth - vielleicht war es aber auch nur eine Momentaufnahme 🤷🏻♀️.
Vielleicht nicht genervt, sondern eher traurig gemacht hat uns, dass die Apartheid zwar offiziell abgeschafft wurde, es aber tatsächlich noch Jahre dauern wird, bis hier wirklich gleiche Verhältnisse geschaffen sind.
Das wir „diese Denke“ selbst öfters in unseren Köpfen gemerkt haben, ohne es zu wollen und ohne im sonstigen Alltag wirklich damit konfrontiert zu werden. Brainfuck!
Der Blick auf die Townships auf unserem Weg - erschreckend und kaum zu glauben, wie einen Kilometer weiter die prachtvollen Villen der überwiegend weißen Bevölkerung in bester Lage stehen.
Load Shedding - auch wenn wir es nicht oft miterlebt haben, ist es so ungewohnt für uns gewesen, nicht jederzeit Strom zu haben und sich anders arrangieren zu müssen. Dass dies hier schon seit Jahren so läuft und die „Schuldigen“ bekannt sind,
lässt einen etwas sprachlos zurück.
Baboons!! 🐒🤬
Wir sind uns am Ende jedenfalls einig gewesen, dass wir nicht das letzte Mal hier gewesen sind, das Land hat uns so sehr gefallen und dabei haben wir fast nur die Küste gesehen.
Aber neben der schönen Natur, hat uns die Freundlichkeit der Menschen, gerade auch in den Großstädten und von den nicht so gut situierten, das Gefühl gegeben, wirklich willkommen zu sein. Noch mehr, für uns kam ehrliches Interesse und Freude darüber zum Ausdruck, dass wir ihr Land bereisen. Und unsicher haben wir uns zum Glück zu keiner Zeit gefühlt (und haben es auch nicht darauf angelegt). ❤️❤️❤️Les mer
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- Dag 213
- onsdag 7. september 2022
- 🌧 28 °C
- Høyde: 16 m
SingaporeCentral Singapore Community Development Council1°18’5” N 103°51’35” E
Singapur 1
7. september 2022, Singapore ⋅ 🌧 28 °C
Nach zwei 8h-Flügen kommen wir von Johannesburg über Doha mit reichlich Zeitverschiebung in Singapur an. Alles Gepäck ist diesmal mitgekommen und so fahren wir erstmal zu unserer Unterkunft in die berühmte Arab Street im muslimischen Viertel Kampong Glam.
Da Singapur als eines der reichsten Länder (und Städte) weltweit gilt und zu einer der Städten mit den weltweit höchsten Lebenshaltungskosten zählt, kommen wir hier in einem sog. Space Pod unter. Im Grunde ist es ein Schlafsaal, die Betten befinden sich hier nur in Kapseln, die man verschließen kann und mit einer Klimaanlage ausgestattet sind. In einem Schlafsaal ist Platz für 15 Leute, es gibt Einzel- und Doppel-Pods. Wir haben Glück und können schon vor dem eigentlichen Check-in unser Doppel-Pod beziehen und uns nach dem langen Flug in dem sauberen Gemeinschaftsbad frisch machen.
Trotz des deutlich spürbaren Jetlags, spazieren wir am frühen Mittag durch unser Viertel und lassen die ersten Eindrücke Singapurs auf uns wirken.
Singapur ist ein Insel- und Stadtstaat und der flächenkleinste Staat Südostasiens.
Nach frühen Jahren politischer Krisen und trotz fehlender natürlicher Ressourcen entwickelte sich die Nation innerhalb von 50 Jahren zur boomenden Wirtschaftsmetropole und einem wichtigen Finanz- und Handelsplatz. Singapur hat einen hohen Stellenwert bei wichtigen sozialen Indikatoren: Bildung, Gesundheitsversorgung, Lebensqualität, persönliche Sicherheit und öffentlicher Wohnungsbau mit einer Wohneigentumsquote von 91 Prozent 😳. Singapurer genießen eine der längsten Lebenserwartungen, die schnellsten Internetverbindungsgeschwindigkeiten und eine der niedrigsten Kindersterblichkeitsraten der Welt. Auch als Urlaubsziel westlicher Touristen ist sie beliebt. International umstritten ist jedoch das sehr strenge Recht des Landes, das neben der Einschränkung der Pressefreiheit auch Körperstrafen für eine Reihe von – nach europäischem Maßstab – als Ordnungswidrigkeiten zu betrachtenden Taten bis hin zur Todesstrafe bei schweren Verbrechen besonders zur Abschreckung vorsieht. Es greift sehr weit in das öffentliche und alltägliche Leben ein und pönalisiert auch Dinge mit hohen Strafen, die anderswo als völlig harmlos gelten. Zur Bestrafung werden nach wie vor die Todesstrafe durch Erhängen und das öffentliche Auspeitschen verhängt. Ein paar Beispiele für für uns eher überzogene Strafen:
1. Seit 1992 gilt in Singapur ein absolutes Kaugummiverbot. Kaugummis dürfen nicht eingeführt oder verkauft werden. Ausnahmen gibt es nur für medizinisch oder zahnhygienisch erforderliche Produkte. Wer aus dem Nachbarland Malaysia durchreist, muss Kaugummis in einem verschlossenen Behälter verstauen. Grund für den "Kaugummi-Bann" war die Verschmutzung von Straßen und öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Höchststrafe für den Verkauf beträgt rekordverdächtige 100.000 Dollar.
2. Trotz so viel Fortschritt, hapert es (wie in noch so einigen Staaten auf der Welt) an der Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Liebe, Sex zwischen Männern wird mit zwei Jahren Gefängnis bedroht. In Singapur wird das Gesetz heute zum Glück kaum mehr durchgesetzt. Dennoch scheiterten Bemühungen, das Verbot aufzuheben, zuletzt im Jahr 2014.
3. Unter den in Singapur extrem weit gefassten Begriff des "Vandalismus" kann vieles fallen, das aus Sicht des sauberen Landes den öffentlichen Raum unansehnlich macht. Echte Sachbeschädigungen oder sogar Graffiti wird sehr streng – mit mehrjährigen Haftstrafen – bestraft. Als Vandalismus kann es aber auch schon gelten, Plakate, Banner oder Flaggen an einer nicht dafür vorgesehenen Stelle aufzuhängen.
4. Wer sein Gerät über ein fremdes Wi-Fi mit dem Internet verbindet, begeht in Singapur nach dem Computermissbrauchs- und Cybersecuritygesetz auch dann "Hacking", wenn dieses gar nicht passwortgeschützt ist. Bestraft wird das Delikt mit bis zu 10.000 Dollar Geldstrafe oder gar bis zu drei Jahren Gefängnis.
Man kann die Liste noch beliebig erweitern und es ist klar, dass vieles kaum und nur sehr selten verfolgt werden kann. Dennoch hat eine solche Gesetzgebung und vor allem die dazugehörigen hohen Strafen ein besonderes Geschmäckle 😐.
Zigaretten darf man übrigens auch nicht einführen. Das heißt, auch nicht eine offene Packung oder auch nur eine Einzelne. Die wenigen, die wir noch aus Südafrika dabei hatten, haben wir aber dann doch einfach im Rucksack belassen, als wir gesehen haben, dass beim Ausgang beim Flughafen kein Mensch irgendetwas kontrolliert 🤷🏻♀️ und sie hier deutlich teurer sind. Nur beim Rauchen selber muss man natürlich auch aufpassen, wo man dies tut, es gibt dafür meist extra ausgewiesene Ecken 😂.
Als wir durch unser muslimisches Viertel spazieren, laufen wir also durch eine wahnsinnig saubere und ordentliche Gegend, man könnte fast vom Boden essen und der Verkehr ist mehr als geregelt und entspannt. Wir essen hier erstmal sehr leckeres orientalisches Essen und müssen uns im Anschluss dann doch für ein bis zwei Stunden hinlegen 🙈. Am Abend raffen wir uns aber noch einmal auf um der Zeitverschiebung entgegenzuwirken und spazieren nun noch zum Marina Bay, wo wir dann vor dem berühmten Marina Bay Sands Singapore Hotel stehen und die Skyline der Stadt bei Nacht bewundern können. Man sieht und spürt das Geld hier an jeder Ecke, Luxusgeschäfte, Luxusautos, Luxushotel…
Allerdings sieht es hier auch wirklich toll aus und die ganze Ecke rund um die Marina Bay ist sehr gelungen, wie wir finden und es macht richtig Spaß, beiall der Ordnung durch die Stadt zu spazieren. Und so kommen wir von unserem kleinen Spaziergang, der dann doch 2,5h dauerte, zurück zu unserer Kabine und fallen tot müde ins Bett! Jetlag erfolgreich verhindert 👌.
Am nächsten Tag machen wir uns erstmal auf den Weg nach Little India und dort zum sog. Tekka Centre. Dieser Markt bietet unendlich viele (hauptsächlich) indische Köstlichkeiten zu erschwinglichen Preisen, welches wir erst mal testen und für sehr gut befinden. Nach dem Essen schlendern wir noch durch die vielen Stände, es gibt einfach alles hier und das natürlich auch im totalen Überfluss. Weiter der Serangoon Rd folgend, kommen wir an indischem Tempeln vorbei und das ganze Stadtbild ist hier wirklich rein indisch geprägt. Vor allem die zahlreichen Goldschmuck- und Stoffläden fallen besonders auf 😃.
Anschließend geht es nach China Town und durch die hier sehr bunt geschmückten Straßen. Wir besuchen den Buddha Tooth Relic Temple der erbaut wurde, um die Zahnreliquie des historischen Buddha zu beherbergen. Es wird behauptet, dass die Reliquie von Buddha, von der sie ihren Namen hat, in einem eingestürzten Stupa (buddhistisches Bauwerk) gefunden wurde. Heute kann man diesen Zahn im Tempel, umgeben von unendlich viel Gold, besichtigen und neben ihm meditieren (Fotos nicht erlaubt). Auf dem Dach des Tempels befindet sich noch eine Art Garten mit einer lebensgroßen Gebetsmühle und tausenden kleinen Buddhas, die an den Wänden aufgestellt sind. Wir finden es hier ganz schön, die Stimmung ist angenehm und entspannt und alles riecht nach Räucherstäbchen 🤩😍.
Auf dem Weg zurück, kommen wir noch an toller Streetart, der sog. Wall Mural Art by Yip Yew Chong vorbei, die uns mit ihren Details wirklich umhaut.
Und dann stehen wir plötzlich vor einem kleinen Laden, von dem wir denken, es handelt sich um eine Schokoladenmanufaktur. Erst beim näheren Hinschauen stellen wir fest, dass es sich um gebratene und karamellisierte Fleischplättchen handelt 😂. Eines müssen wir auch probieren, aber so richtig toll finden wir es beide nicht. Schokolade hätte uns vermutlich glücklicher gemacht 🥲.
Auf dem Weg durch die Hochhäuser Singapurs, sehen wir immer wieder vollständig bewachsene Wolkenkratzer, die wie ein grosser Garten aussehen. Und das hat seinen Grund. Singapur ist einer der am höchsten verdichteten Staaten der Welt. Da die Tagestemperaturen im Jahresdurchschnitt bei 32 Grad Celsius liegen und es starke Monsunregen gibt, ist die Architektur besonderen Belastungen ausgesetzt. Das klassische Hochhaus jedoch – einst für gemäßigte Klimazonen entworfen – entspricht weder den kulturellen, noch den klimatischen und regionalen Gegebenheiten tropischer Gebiete, denn seine Seitenwände sind der Sonne meist schutzlos ausgeliefert und die Fassade gegenüber der Umgebung abgedichtet, was Klimaanlagen unverzichtbar macht. Um ihre Gebäude zu verschatten, schöpfen einige Architekten in Singapur aus dem Potenzial von Pflanzen, setzen Bäume auf Balkone, lassen struppige Kletterpflanzen an der Fassade ranken und holen ganze Parkanlagen in das Innere. Mittels poröser Fassaden kann der Wind durch die Gebäude strömen und damit für natürliche Abkühlung gesorgt werden. Einige Gebäude besitzen auch ein spezielles Monsunfenster, das auch bei starken Regenfällen geöffnet werden kann, ohne dass Wasser ins Innere gelangt.
Diese sogenannten Green Houses Sorgen nebenbei noch für frischen Sauerstoff. Und auch die Regierung will Hochhaus-Beton in sauerstoffproduzierendes Grün verwandeln. Das lohnt sich für Bauherren und Gärtner, denn die Hälfte der Kosten übernimmt der Staat. Es geht um Nachhaltigkeit, die Nutzung von Sonnenlicht und Regenwasser, den Verzicht auf Klimaanlagen, darum den Energieverbrauch zu senken. Das klingt doch mal fortschrittlich!
Am frühen Abend geht es wieder zur Marina Bay, weil wir hier am Vorabend gesehen haben, dass es ein Food Festival gibt, welches wir unbedingt besuchen wollten. Wir kriegen hier tatsächlich wahnsinnig leckere Kleinigkeiten, ein kühles Bier und eine tolle Sicht auf die beleuchtete Stadt. Mit müden Beinen laufen wir die letzten Kilometer anschließend nach Hause und freuen uns auf das wirklich bequeme und gut gekühlte Bett. Auch die zweite Nacht schlafen wir hier gut und trotz der vielen Menschen in einem Raum, ist es erstaunlich ruhig 👍🏽.
Für den nächsten und letzten Tag haben wir uns den Gardens by the Bay, einen riesigen Naturpark am Marina Bay, der unter anderem die berühmten Supertree Groves, den Flower Dome und den Cloud Forest beheimatet, vorgenommen.
Die beiden Wintergärten Flower Dome und Cloud Forest sollen ein energieeffizientes Schaufenster nachhaltiger Bautechnologien sein und einen Allwetter- Edutainment - Raum innerhalb der Gärten bieten.
Der Bau der Gewächshäuser ist in zweierlei Hinsicht besonders. Erstens, indem man ein so großes Glasdach ohne zusätzliche innere Unterstützung (wie Säulen) haben kann. Zweitens, weil die Konstruktionen stark darauf abzielen, den ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Regenwasser wird von der Oberfläche gesammelt und im Kühlsystem zirkuliert, das mit den Supertrees verbunden ist. Die Supertrees werden sowohl zum Ablassen heißer Luft als auch zum Kühlen von zirkulierendem Wasser verwendet.
Der Flower Dome ist das größte Gewächshaus der Welt, das im Guinness-Buch der Rekorde 2015 mit 1,2 Hektar aufgeführt ist und ein kühl-trockenes mediterranes Klima nachbildet. Es verfügt über eine wechselnde Ausstellung, das Blumenfeld und acht weitere Gärten. Diese acht Gärten zeigen exotische Blumen und Pflanzen aus dem Mittelmeerraum und halbtrockenen Regionen aus fünf verschiedenen Kontinenten.
Während wir uns aber dieses Gewächshaus ein wenig farbenfroher vorgestellt haben, sind wir um so mehr vom Cloud Forest begeistert.
Dieses Gewächshaus bildet die kühlen, feuchten Bedingungen in tropischen Bergregionen zwischen 1.000 Metern und 3.000 Metern über dem Meeresspiegel nach, die in Südostasien, Mittel- und Südamerika zu finden sind. Es verfügt über einen 42 Meter hohen „Wolkenberg“, der mit einem Aufzug erreichbar ist, und Besucher können den Berg über einen Rundweg hinabsteigen, wo ein 35 Meter hoher Wasserfall sie mit erfrischender kühler Luft versorgt.
Der "Wolkenberg" selbst ist eine komplizierte Struktur, die vollständig mit Epiphyten wie Orchideen, Farnen, Bromelien und Anthurien bekleidet ist und wirklich toll aussieht. Auch der Rundweg um den Berg herum ist durch die Höhe und damit einhergehende Aussicht richtig toll gemacht und gefällt uns super gut.
Zum Abschluss geht es noch zu den Supertrees.
Das sind die 18 baumartigen Strukturen, die die Landschaft der Gärten mit Höhen zwischen 25 und 50 Metern dominieren. Sie sind vertikale Gärten, die eine Vielzahl von Funktionen erfüllen, darunter das Pflanzen, Beschatten und Arbeiten als Umweltmotoren für die Gärten.
Die Supertrees beherbergen Enklaven von einzigartigen und exotischen Farnen, Weinreben, Orchideen und auch eine riesige Sammlung von Bromelien wie Tillandsien und anderen Pflanzen. Sie sind mit Umwelttechnologien ausgestattet, die die ökologische Funktion von Bäumen nachahmen: Photovoltaikzellen, die Sonnenenergie nutzen, die für einige der Funktionen der Supertrees (z. B. Beleuchtung) verwendet werden kann, ähnlich wie Bäume Photosynthese betreiben, und das Sammeln von Regenwasser zur Verwendung in Bewässerungs- und Springbrunnendisplays, ähnlich wie Bäume Regenwasser für das Wachstum aufnehmen. Die Supertrees erfüllen auch Lufteinlass- und -auslassfunktionen als Teil der Kühlsysteme der Wintergärten. Das ist schon wirklich verrückt und faszinierend. Die beleuchteten Bäume wollen wir uns aber dann noch am Abend vom Dach des Marina Bay Sands anschauen 🤩.
Daher heißt es dann auch schon bald zurück zum Hotel fahren und ein wenig schick machen. Wir haben nämlich einen Tisch im Restaurant Cé La Vie reserviert und freuen uns schon sehr, über den Dächern Singapurs zu essen und sich einmal unter die Reichen und Protzigen zu mischen 😜.
Und es war einfach toll.
Das Ambiente war total angenehm und entspannt, die Kellner super nett und das Essen der Wahnsinn!!
Unsere absoluten Highlights waren das Steak, das so unglaublich zart war, dass wir nicht sicher waren, ob das wirklich Fleisch ist, die Wasabi „Sauce“ zu den Zucchini Blüten und der Weißwein, der so viele Geschmäcker nach einander im Mund abspielte und einfach Spaß machte.
Zum Abschluss gab es noch eine tolle Sicht auf die beleuchteten Supertrees und wir fuhren um einiges ärmer, aber glücklich, auch so etwas mal erlebt zu haben, wieder zurück in unsere Kapsel, von wo aus es am nächsten Tag weiter nach Kuala Lumpur gehen soll.
Singapur ist auf jeden Fall ein Erlebnis, in vielerlei Hinsicht wahnsinnig fortschrittlich, aber manchmal irgendwie auch ein wenig unwirklich.Les mer
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- Dag 215
- fredag 9. september 2022
- 🌧 27 °C
- Høyde: 11 m
SingaporeMarina Bay1°16’60” N 103°51’30” E
Singapur 2 - noch mehr Bilder
9. september 2022, Singapore ⋅ 🌧 27 °C
Die zwanzig Bilder pro Footstep reichen für Singapur bei weitem nicht, daher geht es hier weiter 😄.







































































































































































































































































































































































































Kati T.Was für eine Odyssee. Unglaublich 👿
ReisendeWäre sie nur schon vorbei 😞
Reisendeoh ihr Armen 🍀🍀🍀🍀ich hoffe, ihr habt inzwischen noch mehr vom Gepäck zurück bekommen. Eine gute Weiterreise 👋
ReisendeLeider noch nicht 🤯
ReisendeIch drück die Daumen
ReisendeDanke 😊