• Mary's Law

M&M around the world

1 Jahr lang wohin es uns treibt 🌎 Read more
  • Kuala Lumpur

    September 10, 2022 in Malaysia ⋅ ☁️ 31 °C

    Am Samstagvormittag geht es dann mit dem sehr bequemen Bus von Singapur nach Kuala Lumpur. Die Fahrt dauert knapp 5h und der Grenzübertritt ist denkbar einfach und in 5 Minuten erledigt.
    Willkommen in Malaysia 🇲🇾.

    Wie schon in Singapur, fällt auch hier die Vielfalt der Völker und Religionen auf.
    Die Vorfahren der jetzigen Bewohner Malaysias kamen wohl aus dem Süden Chinas und siedelten sich um 300 v. Chr. im heutigen Malaysia an. Da der Handel zwischen China und Indien schon früh einsetzte, wanderten auch Hindus und
    Buddhisten ins Land ein. So kamen Gruppen aus Java, aus Thailand (dem früheren Siam), aus Sumatra, aber auch Menschen aus Persien und weiteren Ländern ins Land.
    In der frühen Neuzeit um 1500, als das Interesse der europäischen Mächte an den Reichtümern Asiens wuchs und sie mit ihren Schiffen die Welt eroberten, erreichten die Portugiesen als erste Malaysia. Interessiert waren sie vor allem am Handel mit Gewürzen, die man in Europa nicht kannte und die damals so wertvoll wie Gold waren. Dann kamen die Niederländer und schließlich die Briten, die Teile des heutigen Malaysia in ihren Machtbereich brachten und zur britischen Kronkolonie machten.

    1957 wurde Malaysia unabhängig von Großbritannien, war aber weiter Teil des Commonwealth, so dass das Land seine richtige Unabhängigkeit als Staat erst 1963 erhielt. Denn 1963 wurde die Föderation Malaysia gegründet, mit Singapur im Süden und Sabah und Sarawak im Norden Borneos. Singapur verließ die Föderation im Jahr 1965. Seit diesem Jahr ist das Land ein parlamentarische Wahlmonarchie. Das bedeutet, in den verschiedenen Regionen des Landes herrschen Sultane, die alle fünf Jahre einen König aus ihren Reihen wählen. Insgesamt gibt es 13 Bundesstaaten, von denen neun wie in früherer Zeit als Sultanate geführt werden. Dazu kommt die Hauptstadt Kuala Lumpur. Deshalb hat die Landesflagge auch 14 Streifen, eben die 13 Bundesstaaten plus die Hauptstadt. Dazu kommen drei Bundesterritorien.

    Als wir in der malayischen Hauptstadt ankommen, schüttet es aus Eimern und wir lassen uns erst mal in unsere Unterkunft in Chinatown, direkt auf der Pentaling Street, fahren. Hier gibt es vor allem T-Shirts, Hosen, Sonnenbrillen, Uhren und alles andere was schnell (und gefälscht) über den Tresen geht. In den Seitenstraßen öffnen langsam die Strassenküchen und überall duftet und brutzelt es.
    Wir essen scharfes Chili Chicken und planen indessen unseren morgigen und einzigen Tag in der Stadt.

    Am nächsten Morgen geht es nach einem guten Kaffee in einem hippen Lokal zu Fuß durch die Stadt. Zum Glück ist Kuala Lumpur recht kompakt und man kann die meisten Orte innerhalb einer halben Stunde erreichen, auch wenn es bei den Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit meist dennoch ziemlich schweißtreibend ist. Ziemlich markant sticht bei uns in Chinatown bereits der sog. PNB 118, vollständig Merdeka PNB 118 Tower, auch KL118 heraus. Dieser noch nicht ganz fertiggestellte Wolkenkratzer ist mit 678 m das höchste Gebäude in Malaysia, das höchste Gebäude in Südostasien und das zweithöchste Gebäude der Welt. Es überholte somit den 634 m hohen Tokyo Skytree. Der Name ist von den 118 Stockwerken abgeleitet, die das Gebäude hat. Enthalten sind vorwiegend Büros und Hotelzimmer, sowie einige Apartments. Viele Bewohner der Stadt kritisieren das Milliardenprojekt als verschwenderisch, insbesondere der Weiterbau während der Corona-Pandemie, die viele Bürger durch die Lockdowns in Existenznöte führte, verschärften diese Meinung. Die Spitze des Hauses wird daher auch vielfach als Mittelfinger beschrieben 🥲. Wir finden das Gebäude auch nicht sonderlich schön in der Umgebung, auch wenn die Höhe natürlich beeindruckend ist. Eine Eröffnung ist für Ende 2022 geplant.

    Zuerst steuern wir nun aber den Dataran Merdeka (Merdeka Square) an, auf dem das Sultan Abdul Samad Gebäude steht, welches damals zu der Zeit des Sultans Abdul Samad als Verwaltungsgebäude für das Commonwealth Kolonialreich gebaut wurde. Einige nennen die Uhr dort oben auch den „Big Ben Malaysias“. Heute beherbergt es die obersten Gerichte Malaysias und die Ministerien für Information, Kultur und Kommunikation.

    Auf dem Weg dorthin kommen wir an der Jamek Moschee vorbei, die als älteste einst als Hauptmoschee der Stadt fungierte und an der Mündung des Sungai Gombak River in den Klang River liegt. Dieser wird auch (für uns unverständlich) als River of live bezeichnet wird. Die malaysische Regierung initiierte 2011 das River of Life-Projekt, um den verschmutzten Klang-Fluss in eine blühende und lebendige Uferpromenade mit kommerziellem Wert zu verwandeln. Das gesamte Projekt wurde in mehrere Komponenten unterteilt: Flussreinigung, Flussverschönerung und Kommerzialisierung und Tourismus. Es heißt, früher soll der Fluss einst schlammig, düster und schmutzig gewesen sein und trauriger Weise ist es auch das, was wir hier jetzt sehen. Mag sein, dass es nach der Fertigstellung der Flussverschönerung hier mal anders aussah, lange kann das aber nicht angehalten haben 🤨😞.

    Zentraler Fixpunkt und auch unser nächster Stopp sind natürlich die Petronas Towers, mit 452 Metern Höhe ehemals das höchste Gebäude der Welt. Aber auch ohne den Titel, den mittlerweile das Burj Khalifa in Dubai inne hat, haben die vom Mineralölkonzern Petronas gebauten Zwillingstürme nichts von Ihrer Anziehungskraft verloren und sind Besuchermagnet Nr. 1. Und das zu Recht, wie wir finden. Uns gefällt die modern und leuchtend anmutende Architektur, die mit den achteckigen Sternformen der Türme an den Islam angelehnt ist.
    In den unteren Etagen gibt es eine riesige, wenn auch exklusive Mall und hinter den Türmen befindet sich mit dem KLCC eine riesige Grünanlage mit einem überdimensionierten Spielplatz für die Kids.
    Wenn man mag, kann man die Petronas Towers hochfahren – möchten wir aber nicht, weil dann ja in der Skyline irgendwie das wichtigste Bauwerk fehlt.

    Nach einem ausgiebigen Fotoshooting meldet sich nun aber langsam der Hunger und wir laufen weiter in das Viertel Kampung Baru, in dem es exzellentes Straßenessen geben soll. Auf dem Weg dorthin läuft man auch vielfach durch die Hintergassen der Lokale und wünscht sich das ein oder andere Mal, diese von Müll, Gestank und Ratten gespickten Plätze nicht gesehen zu haben 🤢😷. Aber wir lassen uns nicht abschrecken und landen in der Jalan Alor und hier im Bamboo Restaurant. Und wir werden nicht enttäuscht, das Essen ist lecker und günstig und macht uns nach dem mittlerweile halbtägigen Marsch durch die Stadt wieder satt und fit. Anschließend gehen wir noch in ein weiteres Lokal auf ein Bier und warten bis die Sonne untergeht.

    Denn nun wandern wir noch zum Abschluss des Tages den kleinen Hügel zum Menara Kuala Lumpur, dem Fernsehturm der Stadt, hinauf.
    Er ist mit 421 Metern der höchste Fernsehturm Malaysias und der siebthöchste der Welt. Er steht auf dem 90 Meter hohen Bukit Nanas (deutsch: Ananashügel) in der malaysischen Hauptstadt und ermöglicht somit den Blick von oben auf die Petronas Towers. Außerdem gibt es zwei Sky Boxes, die komplett verglast über der Stadt hängen und in denen man (genau 100 Sekunden) schicke Photos machen kann 😅. Einen Photographen gibt es auch, die Bilder kann man dann für teures Geld kaufen, aber man kann auch einfach das eigene Handy oder die eigene Kamera benutzen.
    Die Aussicht ist wirklich toll, die Pretonas Towers erstrahlen förmlich in der Nacht und die Größe des PNB 118 kommt von hier auch noch einmal richtig zu Geltung.

    Nach diesem Ausflug geht es dann auch schon nach Hause und ins Bett, da der nächste Tag schon wieder Reisetag ist und es Zeit wird, das Grossstadtleben erst mal wieder zu verlassen.
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  • Cameron Highlands

    September 12, 2022 in Malaysia ⋅ ☁️ 22 °C

    Am frühen Morgen sitzen wir nun schon wieder im Bus und lassen uns von Kuala Lumpur in die Cameron Highlands fahren. Die 4h Fahrt wird nur am Ende, als es bergig wird und 600 Kurven (mit Vollgas) zu bewältigen sind, etwas unangenehm 🤢, aber wir kommen alle gesund und ohne größere Zwischenfälle in dem kleinen Ort Tanah Rata an.
    Als wir aus dem Bus aussteigen, erfreuen wir uns direkt an der kühlen Bergluft, die uns nicht gleich den Schweiß auf die Stirn treibt und checken in unserem kleinen Doppelstockbett Zimmer ein 😃.

    Benannt wurden das Gebiet nach William Cameron, einem Landvermesser der britischen Kolonialregierung, der es 1885 bei einer Kartografierungsexpedition entdeckte. Mitte 1925 wurde eine landwirtschaftliche Versuchsstation eingerichtet, um zu bestätigen, ob Chinarinde, Tee, Kaffee, Obst und Gemüse im Distrikt angebaut werden können. Heute bekannt sind die Highlands vor allem für ihre Teeplantagen, aber auch Honig- und Erdbeerfarmen gibt es.

    Heute machen wir nicht mehr viel, gehen noch etwas essen und schlendern ein wenig durch das Dorf. Es erinnert uns etwas an das Dorf Aguas Caliente beim Machu Picchu in Peru. Ein Hotel neben dem anderen, zum Teil riesige Hotelblöcke und dazwischen Restaurants und Märkte mit allerlei Schrott.

    Am nächsten Tag machen wir uns auf den Weg auf eine Dschungelwanderung, Wanderwege gibt es hier nämlich zahlreich. Wir entscheiden uns für heute für den Jungle Trail 10, der mit einer tollen Aussicht auf einer Erhöhung enden soll. Der Weg startet eigentlich direkt im Dorf, allerdings stehen wir nach wenigen Minuten nur vor einer riesigen Baustelle und kommen nicht weiter. Ein neuer, sich im Bau befindlicher Monster-Hotelkomplex versperrt uns den Weg und scheinbar musste auch ein Teil Dschungel diesem Ungetüm weichen 😞. Klar, die Touristen müssen irgendwo untergebracht werden, aber dass es immer gleich so riesige Bunker sein müssen, die sich noch dazu überhaupt nicht ins Landschaftsbild eingliedern, ist irgendwie nicht so schön.
    Ein netter Herr, der uns schon ansieht, wo wir eigentlich hinwollen, erklärt uns einen anderen Weg und eine halbe Stunde später stehen wir dann endlich im Dschungel. Der Weg besteht fast nur aus Baumwurzeln, auf denen wir hoch und runter laufen und dann auch hier, in der kühleren, aber doch wieder feuchten Luft, klatschnass „oben“ ankommen. Der Gipfel des Hügels ist leider nicht das, was wir erwartet haben. Ein riesiger Strommasten trohnt hier oben und ansonsten kann man hier und da zwischen den Bäumen einen kleinen Blick auf das Dorf erhaschen. Naja. Wir geben aber noch nicht auf und nehmen einen weiteren Jungle Trail von hier und hoffen, dass wir noch ein schöneres Ziel erreichen. Es geht nun zwar vermehrt wieder bergab, allerdings klettern wir nun auch unter und über umgefallene Baumstämme hindurch und drüber.
    Als wir unten an einer Straße herauskommen, sind wir immer noch nicht sonderlich begeistert und beschließen, erstmal in das etwas nördlicher liegende zweite Dorf zu laufen und dort zu Mittag zu essen.
    Anschließend versuchen wir es dort noch mit einem dritten Jungle Trail, der aber auch nicht besser wird und schon gar keine Aussicht bietet. Der Weg durch den Regenwald, den wir zu Beginn noch ganz spannend fanden, nervt uns immer mehr, sodass wir nach weiteren zwei Stunden den schnellsten Weg raus suchen und wieder in Richtung unseres Dorfes laufen. Wandern macht ja Spaß, der Weg ist das Ziel, aber diese Jungle Trails hier sind so schlecht begehbar, dass man die ganze Zeit nur auf den Boden und seine Füße schauen muss. Daher wäre dann wenigstens irgendein schönes Ziel, auf das man sich freuen kann, schön gewesen.
    Nun gut, immerhin bewegt, sagen wir uns und gehen erstmal ins Hotel duschen. Anstrengend war es allemal und so gönnen wir uns zumindest noch ein schönes Abendessen.

    Am nächsten Tag leihen wir uns einen Roller und machen uns auf eigene Faust auf den Weg etwas raus aus dem Trubel. Das erste Ziel ist eine Teeplantage im Süden von Tanah Rata, die Bharat Tea Factory. Der Ausblick auf die riesigen Teeplantagen ist wunderschön und wir können ein wenig durch die Felder laufen. Leider ist auch hier, wie irgendwie überall, in jeder Ecke Müll zu finden und wir können das wirklich nicht verstehen. Das Gelände um die Teeplantagen ist wirklich hübsch hergerichtet, ein kleiner Bach fließt durch das Tal, es gibt Sitzgelegenheiten und einen kleinen Stand mit Erfrischungsgetränken und überall liegen Plastikflaschen und sonstiger Plastikmüll verteilt 😞. Es nervt nur noch.

    Danach geht es wieder Richtung Norden, zum höchsten Berg hier in der Gegend, den Mount Batu Brinchang. Die Straße dorthin wird langsam immer enger und steiler, bis ich irgendwann absteigen muss und Manu alleine weiter fährt und ich laufe. Der Roller packt uns beide einfach nicht 🤣. Als wir oben ankommen, stehen wir aber leider nur vor einem verschlossenem Tor und ein Herr, der hier wohl den ganzen Tag mutterseelenallein herumsitzt, teilt uns mit, dass der Aussichtspunkt momentan für die Öffentlichkeit nicht geöffnet ist 🤨. Na toll.
    Also fahren wir wieder ein Stück zurück bis zum sogenannten Mossy Forest. Der bezaubernde „Moosige Wald“ gilt als ältester Wald Malaysias (rund 200 Millionen Jahre alt) und erstreckt sich über rund 914 Hektar grüner Landschaft. Ein erhöhter Holzsteg führt hier eigentlich durch den Wald, nur stehen wir hier nun auch wieder vor einem verschlossenen Tor. Da sich allerdings sonst kein Mensch aufhält, klettern wir kurzerhand um das Tor herum und laufen den Holzsteg entlang durch die grün-moosige Landschaft. Aufgrund der erhöhten Lage auf 2032 Metern über dem Meeresspiegel im Mount Brinchang ist die kühle und feuchte Atmosphäre eine perfekte Umgebung für exotische Pflanzen wie Moose, Farne und Orchideen.

    Anschließend geht es den halben Weg wieder zurück, bis wir zu der nächsten und wohl größten Teeplantage, dem BOH Tea Centre abbiegen. Zugegeben, hier ist einiges los, es gibt ein Café, in dem man den Tee in allen kalten und warmen Variationen und nur halb guten Kuchen probieren und dabei die tollen, grünen Plantagen in den weichen Hügeln betrachten kann. Der BOH Tea Garden erstreckt sich über 465 Hektar und ist der größte und älteste der Teegärten von BOH. Nach einer kleinen Besichtigung der Teeplantagen und einem erfrischenden Eistee geht es dann auch langsam wieder zurück zu uns ins Dorf, diesmal im strömenden Regen 🙈.

    Weitere Touristenhighlights in den Cameron Highlands sind zahlreiche Erdbeer- und Honigfarmen, denen offensichtlich auch ziemlich viel Dschungel weichen musste. Wir haben allerdings im Voraus schon gelesen, dass zum einen die Erdbeeren zum Selberpflücken überhaupt nicht schmecken sollen, die verkauften Früchte sowie auch der Honig oft importierte Ware aus China ist. Daher sparen wir uns dieses Theater und machen uns für die Abfahrt am nächsten Tag bereit.

    Die Highlands haben uns leider nicht so hundertprozentig überzeugt. Die Teefelder sind wirklich wundervoll anzusehen, die Dschungelwanderungen aufgrund fehlender Aussicht nur kurzzeitig spannend und ansonsten scheint das hier vor allem eine riesige Touristenfalle zu sein. Auch die beiden Dörfer sind nicht wirklich hübsch, sondern hauptsächlich von riesigen Hotelbunkern gekennzeichnet. Etwas schade, nochmal würden wir vermutlich nicht hier her kommen.
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  • Penang - George Town

    September 15, 2022 in Malaysia ⋅ ☁️ 29 °C

    Nun geht es die Bergstrecke im Bus wieder zurück und dann die weiteren 3h über zum Glück gute Straßen bis auf die Insel Pulau Penang. Wir haben uns hier ein kleines Hotelzimmer in der Hauptstadt der Insel George Town gebucht und machen uns nach dem Einchecken auf den Weg für einen kleinen Spaziergang durch die Hafenstadt.

    Die Insel war größtenteils unbewohnt, bis die Briten begannen, Penang als Schifffahrtshafen zu nutzen, was Arbeiter und Händler aus der ganzen Welt anzog, und bis 1802 wurden in George Town etwa 14 Sprachen gesprochen. Bis 1829 wurden Gruppen chinesischer Herkunft zur ethnischen Mehrheit und blieben dies bis 2010, als die Malaysier die größte ethnische Gruppe wurden.

    Die Altstadt zieht jedes Jahr unzählige Touristen an und ist seit 2008 UNESCO Weltkulturerbe.
    Sie erlangte auch einen Ruf als gastronomische Hauptstadt Malaysias für sein ausgeprägtes und allgegenwärtiges Straßenessen.

    Am nächsten Morgen mieten wir uns erst mal für die Tage hier auf der Insel einen Roller und nach einem hervorragenden Frühstück regnet es in Strömen 🤨. Da der Wetterbericht für heute keine Besserung verspricht, fahren wir aus der Altstadt von George Town heraus und in die moderne Stadt mit Wolkenkratzern und Einkaufszentren hinein. Den Regentag wollen wir nutzen, uns ein paar neue Basics zu besorgen, denn so langsam löst sich das ein oder andere Teil durch das dauernde Tragen auf 😅. Manu hat allerdings etwas Schwierigkeiten, bei den eher kleinen Größen hier etwas passendes zu finden und so ist die Ausbeute nach zwei Malls und unzähligen Geschäften eher mager. Aber trotzdem war es ganz interessant zu sehen, was für riesige Malls hier auf der kleinen Insel gebaut wurden und es gab so sogar „Original Pretzel“ (von denen wir die Finger gelassen haben) 🙈.
    Die Fahrt zurück führt uns an unglaublich riesigen Wohnblöcken vorbei, ganz Kinsau kann hier in einem solchen untergebracht werden 😅, aber die meisten sehen nicht mehr ganz so frisch und eher etwas heruntergekommen aus.
    Zurück in der Altstadt hat der Regen langsam nachgelassen und wir schlendern durch die Straßen uns bestaunen die ganzen Essensstände, die so langsam den Betrieb aufnehmen.

    Am nächsten Tag ist das Wetter zum Glück wieder besser und wir fahren mit dem Roller an den Stadtrand, wo der Dschungel beginnt. Vom unteren Parkplatz geht es mit einer Standseilbahn oder per Jeep auf den höchsten Aussichtspunkt über die Stadt, den bewaldeten Penang Hill. Man kann aber auch über zahlreiche Wanderwege oben ankommen und genau das haben wir auch vor. Es geht über die anfangs super steile Straße, die auch die Jeeps laut hupend hoch und runter brettern, bis wir dann endlich in den Wald kommen und uns in Ruhe die Meter nach oben kämpfen. Es ist wie immer schwül heiß und wir können gar nicht so viel trinken, wie wir schwitzen. Aber die Wege sind wirklich schön und vor allem einsam. Nach der Mittelstation der Seilbahn, die wir auch ignorieren, geht es ein letztes steiles Stück bergauf und dann haben wir es geschafft. Und finden uns plötzlich im Gewusel von Menschen wieder 😅. Bevor wir uns aber die Aussicht ansehen, gönnen wir uns einen frischen, eiskalten Maracujasaft. Durch das diesige Wetter ist die Sicht zwar auch nicht perfekt, aber schön. Wir sitzen hier noch ein wenig im Schatten und schauen den anderen Leuten zu, bevor es langsam Zeit wird, wieder nach unten zu gehen. Die Straße ist wahnsinnig steil und wir machen es hin und wieder den wenigen anderen Wanderern nach und laufen rückwärts, um die Gelenke etwas zu schonen. Ein paar Affen begleiten uns auf dem Weg, die gerade aus den weggeworfenen Plastikbehältern die letzten Essensreste herausfischen 😞🤬🤯 und nach knapp 11 km sind wir wieder bei unserem Roller angekommen. Und pünktlich hierzu setzt der Regen ein und wir sehen zu, dass wir schnell zurück ins Hotel kommen. Am Abend gibt es dann noch ein leckeres Guiness vom Fass und eine Runde Billard mit den Locals, bevor wir müde ins Bett fallen.

    Am nächsten Tag wollen wir die Insel weiter erkunden und fahren zu erst zum wohl beliebtesten Strand Batu Ferringhi, der uns aber wenig überzeugt. Also geht es immer weiter, durch kleine Dörfer mit riesigen Hotelbunkern und vorbei an einem riesigen Friedhof, bis wir fast an der südwestlichsten Ecke der Insel landen. Laut Google Maps soll man hier auch mit einem Auto immer weiter kommen bis zu einem weiteren schönen Strand, also fahren wir los. Nur so langsam stellt sich heraus, dass es schon ein Weg ist, aber eben ein Wanderweg 😅. Da wir aber mit dem Roller jetzt schon zu weit in diese Richtung gefahren sind, wollen wir nicht umkehren und schlängeln uns immer weiter langsam den schmalen Weg über Stock und Stein entlang, bis wir es endlich ins nächste Dorf geschafft haben. Über uns selber lachend und froh, dass der Roller durchgehalten hat, landen wir im ersten und einzigen Lokal hier, dem GS Steam Hot Pot Seafood. Und wie der Name schon sagt, gibt es hier frisch gefangene Meeresfrüchte, die direkt am Tisch in einem speziellen Hot Pot gedünstet werden, die dabei entstehende Flüssigkeit läuft in einen Topf unter der Garplatte, in dem eine Art Reisbrei zubereitet wird 🤩😍. Das Essen ist super, wir haben Jakobsmuscheln, eine Languste, Garnelen und Tintenfisch, dazu etwas Gemüse bestellt und schlemmen uns durch den Mittag, während es um uns herum mal wieder regnet. Diesmal ist unser Timing besser 🙌🏻. Anschließend geht es nunmehr auf normalen Straßen weiter und wieder zurück nach George Town.
    Am Abend gibt es nur noch ein bisschen Streetfood (die „famous Samosas“, unterschiedlich gefüllte und gut gewürzte Teigtaschen haben es mir am ersten Tag schon angetan) und wir entspannen die vom vielen Rollerfahren schmerzenden Hintern 😆.

    Den letzten Tag auf der Insel gibt es noch eine Wanderung im Penang National Park. Wir steuern die nur per Boot oder eben zu Fuß erreichbaren Strände im Nordwesten der Insel an und kämpfen uns, begleitet von ohrenbetäubendem Zirpen ein weiteres Mal durch den Dschungel. Auf dem Weg sehen wir einen wunderhübschen bunten Vogel und am ersten Strand angekommen, begrüßt uns ein süßer Brillenaffe 😍. Der Strand ist traumhaft und einsam, nur eine kleine Schildkröten Erhaltungsstation befindet sich hier und wir können uns die geschützten Babyschildkröten aus der Nähe anschauen. Baden darf man hier allerdings nicht, zum einen ist die Strömung durch die unterschiedlichen Meerestiefen sehr gefährlich, zum anderen schwimmen zahlreiche giftige Quallen in Ufernähe herum. Also geht es noch einmal in den Wald hinein, bis wir zum nächsten Strand kommen, wo aber das gleiche gilt. Dennoch ist es auch hier paradiesisch und im Baum sitzt ein uns bis dahin unbekanntes schwarzes Riesenhörnchen 🤩.
    Zum Glück haben sich ein paar andere Touristen mit dem Boot hierher fahren lassen und so können wir mit ihnen gemeinsam noch zu dem dritten Strand fahren lassen, wo es auch eine Kleinigkeit zum Mittagessen und viele kleine freche Affen gibt. Der „Taxi“fahrer erzählt uns noch, dass hier 2019 ein junger Mann beim Baden ums Leben gekommen ist, weil er mit den Quallen in Berührung kam und sich dadurch nicht mehr bewegen, geschweige denn schwimmen konnte. Erst drei Tage später wurde er ein paar hundert Meter weiter an der Küste angespült und gefunden 😱.
    Kurz bevor wir am Monkey Beach anlegen, schwimmt dann auch noch ein Waran an uns vorbei und wir sind total glücklich über die tolle Tierwelt hier. Nach der kleinen Pause und frischem Fisch geht es mit dem Boot zurück zu unserem Startpunkt und auf dem Roller nach George Town.
    Den Abend lassen wir noch gemütlich bei einer riesigen Noodle Bowl ausklingen 🤤 und verabschieden uns schon mal aus Penang.

    Nachdem wir so viele positive Berichte über die Insel Penang und die Stadt George Town gelesen haben und deswegen auch hierher gefahren sind, fällt das Resümee gemischt aus. Die Insel hat ein paar sehr schöne Ecken, besonders die Wanderung zum Penang Hill hat uns total gut gefallen, auch wenn der Jeep Track auch hier voller Müll ist, an dem die Tiere knabbern. Es wirkt so, als würden die Leute (Locals?) ihren Mist einfach aus dem Fenster werfen 🤯🤬, in einer Gegend, die sie wegen der Schönheit gerade besuchen bzw. ihnen Arbeitsplätze durch Besucher beschert.
    Die Stadt George Town ist nett, es gibt wirklich viele tolle kleine Lokale und leckeres Street Food, ein paar kleine hübsche Gassen, die aber ganz schön voll mit Leuten und auch mittlerweile voll von billigen Souvenirläden sind. Ansonsten waren unsere Erwartungen vermutlich etwas zu hoch, aber unser kleiner Ausflug hierher hat sich für uns auf jeden Fall gelohnt.

    Morgen geht es dann weiter auf die Ostseite Malaysias und eine andere Insel 🤗.
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  • Pulau Perhentian Kecil

    September 22, 2022 in Malaysia ⋅ ⛅ 30 °C

    Von Penang geht es heute mit dem Bus einmal quer über die malayische Halbinsel bis nach Besut, wo die Boote auf die beiden Inseln Pulau Perhentian Kecil und Besar abfahren. Da der Bus leider doch länger als die angedachten 6h braucht, bekommen wir das letzte Boot nicht mehr und bleiben noch eine Nacht in einer (wortwörtlich und optisch) billigen Unterkunft, bevor wir dann am nächsten Morgen das erste Boot nehmen. Mit uns steigen zahlreiche andere malaysische Wochenend- und ein paar ausländische Touristen ein und nach knapp 40 Minuten Fahrt über das Meer werden wir nach und nach an den jeweiligen Stränden abgeladen. Wir haben uns für die kleinere der beiden Inseln, Pulau Perhentian Kecil und den dort liegenden sog. Long Beach entschieden, der besonders bei Backpackern und „jüngeren“ Leuten 😅 beliebt ist, während es auf der etwas größeren Insel Pulau Perhentian Besar mehrere Resorts und Hotelanlagen gibt.

    Das Wort „Perhentian“ bedeutet „Haltepunkt“ und bezieht sich auf die traditionelle Rolle der Insel als Mittelpunkt zwischen Bangkok und Malaysia.

    Wir sind bereits bei der Ankunft von dem türkis-blauen, super klaren Wasser begeistert und freuen uns auf ein paar entspannte Tage hier. Wir haben im Vorhinein schon nach einer passenden Unterkunft gesucht und waren zum Teil über die doch sehr hohen Preise für recht einfache Hütten mit mittelmäßigen Bewertungen erstaunt. Zum Glück haben wir noch in einem Reisebericht von einer der vielen hier ansässigen Tauchschulen gelesen, die auch ganz einfache Hütten für ~ 11 € am Tag anbieten. Dort angekommen, können wir diese auch gleich beziehen und ja, einfacher geht es kaum noch 🤣. Ein Bett (ohne Bettdecke oder -tuch), ein Ventilator, ein Licht und eine Steckdose. Allerdings gibt es Strom nur von 18:00 bis 10:00 Uhr, die Toiletten- und Duschhäuschen sind ebenso einfach gehalten, die Toilettenspülung besteht aus einem Wassereimer mit Kelle und die Dusche hat nur kaltes Wasser (also die perfekte Vorbereitung auf die Rückkehr nach Deutschland 🙈) - bei um die 30 Grad aber durchaus ertragbar.
    Wir haben aber sowieso vor, den Tag über draußen zu verbringen, von daher sind wir froh, diese preisgünstige Option gefunden zu haben.

    Nach dem ersten Ankommen, werfen wir uns auch gleich in unsere Badesachen und verbringen den restlichen Tag am Long Beach und planen die nächsten Tage.
    Es gibt auf der kleinen Insel noch zahlreiche kleinere Strände, die man entweder mit dem Wassertaxi oder zu Fuß nach kleineren und größeren Wanderungen durch den Dschungel erreichen kann.
    Am nächsten Tag nehmen wir daher zuerst den Rundweg über den südlichen Teil der Insel in Angriff. Der Start der Wanderung ist denkbar bescheiden und führt nach einem Müllhaufen durch anscheinend schon lange nicht mehr begangenes Terrain. Ein Weg ist kaum auszumachen und wir schlagen uns durch den zugewachsenen Dschungel, vorbei an einem umgekippten Strommast, kriechen unter der weiterführenden Stromleitung hindurch und hoffen, dass sie nicht mehr aktiv ist ⚡️. Es geht mal wieder bergauf und -ab bis wir nach einer guten Stunde im Fishing Village ankommen. Hier steht eine riesige, in der Sonne silbern leuchtende Moschee, ansonsten gibt es zahlreiche Essenstände und leider auch noch mehr Müll 😞. Wir sind froh, dass wir hier keine Unterkunft genommen haben und halten uns nicht lange dort auf, sondern gehen auf den nun deutlich besser werdenden Weg weiter an der Küste entlang bis zum Keranji Beach.
    Und hier erwartet uns nun wirklich ein kleines Paradies. Eine wunderschöne Bucht, glasklares Wasser und nur ein paar wenige Hütten und ein kleines dazugehöriges Restaurant befinden sich hier 😍😍. Wir freuen uns so sehr auf die Abkühlung, dass wir in schnell aus unseren Wandersachen geschlüpft sind und ins Meer hüpfen. Im Vergleich zu dem warmen Badewannenwasser am Long Beach ist es hier auch wirklich erfrischend 😅.
    Wir verbringen mehrere Stunden hier, gönnen uns noch einen frischen Fruchtsaft, sonnen uns und genießen die Einsamkeit. Neben uns sind nur ein paar Gäste der kleinen Holzhütten hier und die kleinen Boote fahren zum Glück alle vorbei 😍.
    Aber leider ist es irgendwann Zeit die restlichen Kilometer bis zu uns zurück zu starten, um vor Einbruch der Dunkelheit aus dem Dschungel rauszukommen.
    Wir kommen auf dem Weg noch an zahlreichen verlassenen, vermutlich ehemaligen Touristenunterkünften vorbei, die aus irgendwelchen Gründen aufgegeben wurden. Wir rätseln etwas darüber, ob hier alles stehen und liegen gelassen wurde, als die Corona-Pandemie begann und damit keine Touristen mehr kamen oder das hier alles schon länger vor sich hin gammelt. In jedem Fall liegt auch hier entsprechend jede Menge Schrott von Matratzen, irgendwelchen Motoren bis Geschirr und sonstigem Kleinstmüll neben den Holzhütten herum und erzeugt kein sonderlich schönes Bild.
    Als wir nach einer guten Stunde an unserem Long Beach ankommen, freuen wir uns riesig über die kalte Dusche, frische Klamotten und ein leckeres Abendessen am Strand; das allgegenwärtige Müllproblem beschäftigt uns aber weiter.

    Am nächsten Tag sehe ich dann erst mal, dass es nicht so schlau war, ohne unser Moskitospray in den Dschungel gegangen zu sein, meine Beine sind heute eine einzige juckende Hügellandschaft 😭.

    Da es schon morgens regnet und den ganzen Tag so bleiben soll, setzen wir uns in ein überdachtes Café mit halbwegs funktionierendem WLAN und verbringen den kompletten Tag damit, die letzten knapp 3 Monate durchzuplanen. Die letzten Wochen und Tage haben wir schon viele Ideen gesammelt, verworfen, neu gedacht und wieder verworfen, sodass wir nun endlich in Ruhe entscheiden wollen, wo es noch hingehen soll.
    Und so haben wir an diesem Tag auch tatsächlich alles entschieden, gebucht, notiert und am Ende darauf angestoßen, dass nun noch ein paar richtig krasse und tolle Erlebnisse auf uns zukommen werden 😍🍾🤩, auch wenn es sich etwas komisch anfühlt, das Rückflugticket nach München nun bereits in der Tasche zu haben 🥲.

    Den nächsten Tag ist das Wetter wieder schön und wir nehmen uns die Wanderwege auf der nördlichen Seite der Insel vor, die zwar insgesamt deutlich besser zu laufen, die sich dort befindlichen Strände aber eher eine Enttäuschung sind. Auch wenn hier kein Mensch ist und nur an einem Stück eine heruntergekommene Unterkunft steht, liegt hier nun überall traurig der vom Meer angespülte internationale Müll herum und lädt nicht weiter zum Verweilen ein. Eigentlich müsste man immer ein paar Müllsäcke dabei haben, um auf dem Weg so viel wie möglich einzusammeln 😟. Allerdings wüssten wir auch nicht, wo wir diese dann hier entsorgen sollten..

    Auf dem Weg raschelt es immer wieder im
    Gebüsch und zahlreiche große und kleine Warane, die wir mittlerweile richtig toll finden, kreuzen unseren Weg. Bis wir dann an einem Strand ein von vermutlich einem dieser Tiere gefundenes Fressen entdecken: ein ausgebuddeltes Schildkrötennest mit den aufgebrochenen Eiern 😭.
    Das ist aber nun mal auch der Lauf der Dinge.
    Da es uns hier im nördlichen Teil insgesamt nicht so gut gefällt und wir noch ein paar Kilometer laufen möchten, beschließen wir, wieder zurück zu der wunderschönen Bucht im südlichen Teil der Insel zu laufen und dort den Tag zu verbringen 🤩. Und nach einer guten weiteren Stunde Marsch durch den Dschungel liegen wir wieder in dieser Oase in der Sonne und erfrischen uns ein weiteres Mal in diesem wunderschönen Meer.

    Als wir einen Tag später eigentlich mit einem
    Boot auf eine weitere, etwas entferntere und einsame Insel wollen, ist dies aufgrund des Wellengangs nicht möglich. Kurzer Hand entscheiden wir uns stattdessen eine Schnorcheltour zu machen und werden es nicht bereuen.
    Mit vier anderen Touristen geht es mit einem kleinen Boot raus an insgesamt sechs verschiedene Spots, an denen man so lange schnorcheln kann, wie man will. Leider haben wir aufgrund der kurzfristigen Entscheidung keine Möglichkeit mehr gehabt, uns um eine wasserdichte Hülle für die Handys zu kümmern und müssen die wunderschönen Bilder daher in unseren Köpfen abspeichern.
    Da war zu erst die riesige Schildkröte, die von der Tiefe des Meeres langsam sichtbar wurde und ganz kurz die Oberfläche streifte, bevor sie wieder für eine gefühlte Ewigkeit zum Meeresgrund glitt. An ihr dran hingen oben und unten kleine Fische, die mit ihr zusammen und von ihr zu leben scheinen.
    Dann ging es an einen Spot, der vor einiger Zeit ein wunderschönes Korallenriff gewesen sein muss, das heute leider nicht mehr lebt. Aber unendlich viele wahnsinnig schöne, bunte, lustig geformte, leuchtende, große und kleine Fische schwimmen hier mit uns 🤩🤩. Ich habe mich sofort in den Papageifisch verliebt, der mit seinen Neonfarben total irre aussieht und dazu ein sehr lustiges Gesicht hat. Ich hätte ihm Stunden zuschauen können.
    Ein weiterer Spot war die Shark Bay und während wir noch dachten, hier schwimmen vermutlich ein paar Mini-Haie herum, sehen wir auf einmal ein doch gar nicht so kleines Exemplar unter uns 😱. Angst muss man vor ihnen nicht haben, aber beeindruckend sehen sie allemal aus.
    Nach einer kleinen Stärkung in dem Fishing Village, das wir von unserer Wanderung schon kennen, geht es zum Erholen und Abschluss noch auf die größere Insel Pulau Perhentian Besar und dort zum Turtle Beach. Auch hier gibt es nichts außer wunderschönem Sandstrand, Palmen und ein kleines Schildkrötengehege, in dem die Eier ohne Gefahr ausgebrütet werden können.
    Die Tour war wirklich toll und so eine bunte vielfältige Unterwasserwelt haben wir noch nicht gesehen und werden die Bilder sicher in unseren Köpfen abspeichern 😍❤️.

    Und dann war auch schon unser letzter Tag hier angebrochen, den wir gemütlich angehen und nach einem Frühstück noch einmal am Turtle Beach verbringen und uns auf die Weiterreise vorbereiten. Denn nun heißt es, zurück aufs Festland und ab nach Thailand.
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  • Malaysia - ein Rückblick

    October 1, 2022 in Malaysia ⋅ ⛅ 31 °C

    Unser Rückblick zu 3 Wochen Malaysia 🇲🇾

    Unsere Route zusammengefasst:
    Kuala Lumpur 🚌 Cameron Highlands
    Cameron Highlands 🚌 Penang
    Penang 🚌 🚤 Pulau Perhentian Kecil

    Unsere Highlights:

    Kuala Lumpur - die Petronas Towers und die nächtliche Aussicht auf die Stadt vom Fernsehturm.

    Penang
    - die Tiervielfalt, die wir während unserer Wanderung bewundern durften.
    - Steam Hot Pot Seafood 😍

    Pulau Perhentian Kecil - unser kleines Paradies am Keranji Beach und die Unterwasserwelt (besonders der Papageifisch ❤️).

    Das hat genervt:

    Überall - der Müll und die scheinbare Gleichgültigkeit der Menschen darüber (inklusive dem Wissen, dass Deutschland einen Teil seines Mülls dorthin exportiert 🤯).

    Insgesamt hat uns Malaysia ganz gut gefallen, aber nicht völlig umgehauen. Die Menschen sind uns gegenüber unglaublich freundlich gewesen, das Essen war insgesamt ok und eine gute Zeit hatten wir allemal hier. Aber ohne es genau begründen zu können, war es insgesamt kein Highlight unserer Reise, was aber auch nicht immer sein muss und kann.
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  • Von Malaysia nach Thailand - Bangkok

    October 2, 2022 in Thailand ⋅ ⛅ 30 °C

    Zurück auf dem Festland geht es nun zuerst mit dem Bus bis nach Rantau Panjang, wo sich der Grenzübergang zwischen Malaysia und Thailand befindet. Leider fährt kein Bus direkt über die Grenze, sodass wir mit unserem halben Hausstand die Strecke zu Fuß überqueren.
    Die Aus- und Einreise geht ziemlich unspektakulär und einfach über die Bühne und nach einer halben Stunde sind wir in Sungai Kolok, Thailand. Als wir an der Straße Ausschau nach einem Taxi halten, merken wir allmählich, dass es hier nur Moto-Taxis, also Roller zu geben scheint, was uns ein netter Herr auch bestätigt. Mit zwei großen und zwei kleinen Backpacks erstmal ok, aber wir schleppen ja immer noch unsere grüne Campingbox und eine Angel mit uns herum 🤣🙈. Für die thailändischen Moto-Taxifahrer scheint das weniger ein Problem zu sein und so packen wir irgendwie alles samt Fahrer uns selbst auf zwei Roller und kommen ohne Probleme zu unserem Hotel. Geht doch 😅.
    Nachdem wir uns unglaublich über den Luxus eines richtigen Zimmers mit Klimaanlage, weicher Bettdecke und einer warmen Dusche freuen, gehen wir noch in einem kleinen Laden wahnsinnig leckeres Sushi essen 😍 und lassen den Abend noch bei einem kühlen Bier (gekühlt durch Eiswürfel IM Bier 🤯) ausklingen.
    Am nächsten Tag haben wir reichlich Zeit, bis wir um 14:00 Uhr pünktlich am Bahnhof in unseren Zug nach Bangkok steigen können. Für ca. 50 € pro Person haben wir uns ein 1.Klasse Ticket mit zwei wirklich bequemen Schlafplätzen in einer Kabine gebucht. Es gibt auch in der zweiten Klasse ähnliche Doppelstockbetten in einem offen Wagon, dafür mit Vorhang, allerdings hätten wir hier nirgends unser ganzes Gepäck untergebracht und viel gespart hätten wir uns auch nicht. Und so genießen wir die gut 22h Fahrt in unsere Koje, kaufen uns an einem Bahnhof noch schnell ein paar Hähnchenschenkel und Reis von einem kleinen Stand am Bahnsteig zum Abendessen und kommen nach einer angenehmen Nacht sogar fast pünktlich am nächsten Mittag in Bangkok an. Eine wirkliche Empfehlung von uns!
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  • Bangkok 1

    October 3, 2022 in Thailand ⋅ 🌧 27 °C

    Nach der erholsamen Nacht im Zug nach Bangkok kommen wir fast pünktlich in der Hauptstadt Bangkoks an und treffen uns hier mit Sophia und Felix aus (dem Großraum 🤣) Kinsau, die einen Tag früher angereist sind und in Thailand ihren Urlaub verbringen.
    Wir freuen uns schon riesig, nach so langer Zeit mal wieder bekannte Gesichter zu sehen und machen uns nur schnell frisch, bevor wir uns mit den beiden treffen ❤️ und in das Nachtleben Bangkoks eintauchen. Und das hat es wirklich in sich.

    Bangkok ist mit knapp 9 Millionen Einwohnern das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Thailands mit Universitäten, Hochschulen, Palästen und über 400 Wats (buddhistische Tempelanlagen und Klöstern) sowie wichtigster Verkehrsknotenpunkt des Landes. Mit mehr als 20 Millionen ausländischen Touristen jährlich steht Bangkok regelmäßig auf Platz 1 der meistbesuchten Städte der Welt.
    Und so gibt es auch zahlreiche Viertel zum Ausgehen, wir entscheiden uns heute das bei unserer Unterkunft liegende Viertel Sukhumvit, wo das Publikum gleichermaßen aus Thais, Eingewanderten und Touristen aller Altersklassen besteht. Generell herrscht in den meisten dieser Clubs eine Atmosphäre, wie man es in Europa kennt. Da die Sukhumvit Soi 11 nur wenige Minuten entfernt vom Rotlichtviertel angesiedelt ist, ist die Dichte an Prostituierten in und um den Clubs sehr hoch. Und das ist dann doch echt krass zu sehen, wie sich das Klischee über ältere weiße Männer und blutjunge Thaifrauen hier auch zeigt. Zwischen angewidert sein und Faszination, ist es schwer wegzuschauen, was hier so alles vonstatten geht 🙈😱🫢.
    Und so betreiben wir sehr motiviertes Barhopping bis spät in die Nacht und finden kaum ein Ende, weil es so Spaß macht ❤️. Was in Bangkok passiert, bleibt in Bangkok - wir lassen die Bilder sprechen 🤣❤️!

    Für uns beginnt entsprechend des letzten Abends der neue Tag langsam und spät, ich bin dazu leider etwas angeschlagen und habe eine dicke Erkältung mitgebracht, vermutlich durch die ständigen sau kalten Klimaanlagen 🥺. Den Abend treffen wir uns aber noch einmal zu viert auf einer Rooftop Bar mit einer tollen Sicht auf die Stadt und leckeren Cocktails, bevor die beiden weiterreisen und ich mich die anderen Tage auskurieren muss und keine Lust auf die Hitze, verstopfte Straßen und zu viele Menschen hatte.

    Daher ist Bangkok dieses Mal nur ein kurzer Stopp für uns, bevor wir unseren Mietwagen abholen und raus aus der Stadt fahren wollen.
    Wir holen uns noch schnell ein bisschen Streetfood für die Fahrt, das wir im Auto verspeisen und Manu dann plötzlich seine Krone in der Hand hält 😱😂.
    Also heißt es, Planänderung und einen Zahnarzt aufsuchen. Aber das stellt sich als ziemlich einfach heraus. Es gibt zahlreiche Zahnkliniken und Zahnärzte, viele die von Touristen aufgrund der günstigen Preise besucht werden und so sitzen wir nach 1h Fahrt durch den schrecklichen Verkehr in einer 6-stöckigen super modernen Zahnklinik, die Manu auch nach kurzer Zeit dran nimmt und alles wieder richtet. 90€ hat der Spaß gekostet und wird zum Glück auch von der Auslandskrankenversicherung übernommen. Und so können wir dann doch noch am Nachmittag Bangkok verlassen und Richtung Westen fahren 👍🏽.
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  • Kanchanaburi

    October 9, 2022 in Thailand ⋅ 🌧 27 °C

    Nach dem erfolgreichen Zahnarztbesuch kommen wir erst am Abend in der Stadt Kanchanaburi an und beziehen unsere süße und super günstige Unterkunft.

    Die thailändische Provinz Kanchanaburi ist eine Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart. Es beherbergt einige der schrecklichen, aber beeindruckenden Überreste des Zweiten Weltkriegs.
    1942 war Kanchanaburi unter japanischer Kontrolle. Hier bauten asiatische Zwangsarbeiter und alliierte Kriegsgefangene beim Bau der berüchtigten Burma Railway die sog. Death Railway Bridge oder Bridge on the River Kwai, die einer der berühmtesten Orte in Kanchanaburi ist. Sie wird so genannt, weil zahlreiche Männer während des Baus starben. Fast die Hälfte der im Projekt tätigen Häftlinge starb an Krankheiten, Misshandlungen oder Unfällen. Während des Zweiten Weltkriegs setzten japanische Besatzer Kriegsgefangene als Arbeiter ein, um eine Eisenbahnlinie von Myanmar nach Thailand zu bauen, um die Versorgung ihrer Truppen zu unterstützen.
    Zwischen 180.000 und 250.000 südostasiatische Zivilisten (die mit falschen Versprechungen angelockt wurden) und über 60.000 alliierte Kriegsgefangene mussten während des Baus Zwangsarbeit leisten. Rund 90.000 Zivilisten starben ebenso wie mehr als 12.000 alliierte Gefangene, deren unmenschliche Behandlung nach der Genfer Konvention als Kriegsverbrechen gilt.

    Nach unserem Besuch der Brücke über den Kwai fahren wir ein bisschen aus der Stadt heraus zur Tham Krasae Railway Bridge. Sie wurde im Frühjahr 1943 in nur 17 Tagen erbaut und ist die längste Eisenbahnbrücke in Thailand und eine der berühmtesten, aus den oben genannten traurigen Gründen.
    Heute halten Züge, die noch täglich entlang der Eisenbahnlinie fahren, in Tham Krasae, wo Fahrgäste abspringen und die Brücke fotografieren können, wenn sie den Fluss Khwae Noi überquert. Wir konnten ein Stück der Strecke zu Fuß begehen, was für uns nicht ganz schwindelfreie Menschen schon wieder spannend war. Die Strecke sieht wirklich nicht danach aus, noch täglich zwischen zwei Staaten zu verkehren.

    Am Abend gehen wir auf den Local Street Food Market und schlemmen uns durch die tolle Auswahl an frischem Essen, auch wenn wir nicht immer wissen, was es genau ist. Manu hat seine Leidenschaft für Maden aus Bangkok mitgenommen und gönnt sich noch ein Tütchen 😅🤮, während ich weiterhin dankend verzichte.
    Hier gehen tatsächlich eigentlich nur die Locals ihr Abendessen einkaufen, das merkt man auch an den unglaublich günstigen Preisen, schmecken tut alles wirklich gut und so kann man wunderbar einen ganzen Abend verbringen.

    Am nächsten Morgen fahren wir in den Erawan-Nationalpark. Unser Ziel sind die majestätischen siebenstufigen Erawan Falls, die wirklich atemberaubend aussehen (können). Wäre da nicht der Regenfall der letzten Tage gewesen, der diese ansonsten so wunderschön blau schimmernden Gewässer in eine wahnsinnig reißende braune Brühe verwandelt hat 😭😭. Normalerweise kann man die sieben Stufen des Wasserfalls hoch wandern und zwischendurch auch ein erfrischendes Bad in den Becken nehmen. Heute kommen wir aufgrund der Wassermengen nur bis Stufe vier und an Baden ist nicht zu denken (und verboten). Etwas enttäuscht machen wir uns also relativ schnell wieder auf den Rückweg und ärgern uns noch, dass wir fast 20€ Eintritt für den Nationalpark gezahlt haben. Aber so ist das halt manchmal.
    Durch den Zeitgewinn können wir aber dann doch heute schon in den nächsten Nationalpark Khao Yai westlich von Bangkok fahren, wo wir die nächsten zwei Tage verbringen wollen.
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  • Khao Yai National Park

    October 12, 2022 in Thailand ⋅ ⛅ 25 °C

    Nach 5h Fahrt kommen wir am Rande des Khao Yai Nationalparks an und beziehen eine kleine Holzhütte für die Nacht.
    Am nächsten Tag geht es morgens direkt in den Nationalpark, der 1962 als Thailands erster Nationalpark gegründet wurde und der drittgrößte Nationalpark Thailands ist.

    Der Park umfasst eine Fläche von 2.168 km², einschließlich Regen-/immergrüner Wälder und Grasland und ist Teil des Waldkomplexes Dong Phayayen-Khao Yai; eine von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärte Stätte, die 5 Schutzgebiete von Khao Yai bis zur kambodschanischen Grenze umfasst. Im Park kann man mit etwas Glück relativ leicht Elefanten begegnen. Aber auch Krokodile, Affen, Stachelschweine, Schakale und viele andere wunderschöne Lebewesen sind hier zu Hause und können mit etwas Glück bei zahlreichen Wanderungen oder einer Nachtsafari entdeckt werden.

    An unserem ersten Tag machen wir uns erst einmal auf den Weg, die wunderschönen Wasserfälle im Park zu erwandern.
    Zuerst geht es über ein kurzes Stück durch den immergrünen Wald und dann ziemlich viele und sehr steile Stufen hinunter zum Haew Narok-Wasserfall, der mit 80 m Fallhöhe einen spektakuläreren Anblick bietet und diesmal glücklicherweise aufgrund Regenzeit sehr viel Wasser führt.

    Anschließend entscheiden wir uns für einen Wanderweg von „nur“ 3km, anstatt mit dem Auto direkt zum Haew Su Wat Waterfall zu fahren. Der Diese kurze Distanz hat es aber so was von in sich. Zwischen knöcheltiefen Schlammpfützen, schwül-heißen 30 Grad und unendlich vielen Moskitos, müssen wir zwischendurch unter unendlich vielen Ästen und dünnen Holzstämmen, die wie ein Dach aufeinander getürmt sind, fast auf Knien kriechen und schauen immer wieder etwas besorgt und fasziniert auf den neben uns fließenden Fluss, der Krokodile beheimatet. Ein solches lässt sich aber nicht blicken, dafür viele bunte Schmetterlinge, die vor uns in den Pfützen sitzen 😍.
    Irgendwann rutscht Manu auf einer nassen Wurzel aus und liegt auf dem Hintern 🫢😅 und dann sind wir nach einer gefühlten Ewigkeit endlich da. Wieder geht es zahlreiche steile Treppen hinunter und dann stehen wir am Fuße des Wasserfalls - bzw. ich liege, weil jetzt rutsche ich auf einem nassen Stein aus und liege auf dem Hintern 😅🙈. Gut, dass hier so viele andere Touristen sind 🤣, peinlich. Nach dem kurzen Schreck genießen wir aber die schöne Aussicht und schießen ein paar Schnappschüsse von uns und dem Wasserfall, den man auch aus dem Film „The Beach“ kennen kann (Leonardo DiCaprio ist hier herunter gesprungen), bevor wir uns auf den Rückweg machen.
    Dieses Mal gehen wir aber die Straße entlang, auf den abenteuerlichen Wanderweg haben wir keine Lust mehr.

    Zurück am Auto fahren wir noch in das Besucherzentrum und lassen uns in einer kleinen Hütte im Park einquartieren. So können wir am nächsten Tag noch eine weitere Wanderung machen und müssen nicht noch einmal den Eintritt für den Park zahlen. Bei dieser Gelegenheit buchen wir auch noch eine kleine Nachtsafari für den Abend 😍.
    Hierfür werden wir nach Einbruch der Dunkelheit von einem Jeep abgeholt, setzen uns auf die Ladefläche und los geht die etwa einstündige Fahrt durch den Park. Mit uns steht eine nette Frau mit einem Lichtstrahler auf der Ladefläche und leuchtet während der Fahrt die Umgebung aus. Und sie hat wirklich ein gutes Auge. Wir sehen Stachelschweine, eine Eule, Zibetkatzen, Schakale und die wirklich sehr scheue und nur selten zu sehende asiatische Leopardenkatze 😍, eine so wunderschöne und süße Katze ❤️.
    Nur Elefanten finden wir leider nicht, was aber nicht so schlimm ist, da die anderen Tiere wirklich toll zu sehen waren. Tiger soll es hier übrigens auch geben, aber es wurde im Park schon lange keine Aktivität der Grosskatzen mehr entdeckt 😢.

    Am nächsten Tag wollen wir eine etwas längere Wanderung in einer Gegend machen, auf der man sehr viele wilde Tiere und oft sogar Elefanten sehen kann. Allerdings merken wir nach einem knappen Kilometer, dass sich bereits zahlreiche Blutegel auf unseren Schuhen und nach weiterer Prüfung bereits unter der langen Hose auf der Haut festgesaugt haben 🤮. Wir schnippen und tippeln erst mal alle sichtbaren Viecher ab und ziehen die Socken über die Hose, aber nach wenigen weiteren Schritten merken wir, dass das nichts bringt und sie einfach überall sind 😱. Und auch wenn wir wissen, dass sie im Gunde ungefährlich sind, ekelt uns das ganz schön an und die vielen Blutflecken sind auch nicht so richtig schön. Also drehen wir um und hetzen jetzt eher durch den Dschungel zurück bis zum Parkplatz. Hier ziehen wir erstmal die Schuhe, Socken und Hosen aus und befreien uns von den Blutegeln und dem Blut, bevor wir uns im Anschluss durch das angebotene Essen schlemmen und es dann mit dem Wandern seien lassen.
    Ein wenig sind wir nun auch froh, dass es nun erst mal die letzte Dschungelwanderung bei den schwülen und heissen Temperaturen war, auch wenn sie (bis auf diese letzte) alle richtig cool und ein Erlebnis für sich waren. Als Training für das Himalaya muss das nun reichen 🤞🏼💪💪.
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  • Pattaya

    October 13, 2022 in Thailand ⋅ ⛅ 30 °C

    Nachdem wir den Nationalpark verlassen haben, entscheiden wir uns mal wieder kurzfristig um und fahren noch nicht zurück nach Bangkok, sondern erst nach Pattaya, eine Stadt an der östlichen Golfküste Thailands, die für ihre Strände bekannt ist und auch etwas günstiger als Bangkok ist.

    Da das Wetter aber nicht strandtauglich ist, nutzen wir einen Tag dafür, das Erstligaspiel zwischen Chonburi und Bangkok United zu besuchen. Es beginnt eigentlich ganz unterhaltsam, es ist ziemlich witzig und ungewohnt die thailändischen (männlichen) Fans herumschreien zu sehen, sind sie doch sonst eher sehr zurückhaltend. Aber die Nummer 10 des gegnerischen Bangkok United Teams bringt uns dann doch alle mit seinen mehrfachen und sehr theatralischen Ausführungen nach kleinsten Berührungen derart auf die Palme, dass selbst die sonst so ruhigen Thais ziemlich ausfallend werden 🫢. Die Qualität des Spiels ist allerdings nicht besonders beeindruckend und die zweite Halbzeit geradezu einschläfernd 🫢, so dass wir nach einem enttäuschenden 0:1 den Heimweg antreten.

    Dafür gönnen wir uns am nächsten Tag endlich einen Friseurtermin und kommen nach einer halben Stunde und 15 € weniger mit einer schicken, neuen Frisur heraus 😍.
    Da die Suche nach einem neuen Pappkarton für unsere immer noch mitreisenden Campingsachen erfolglos verläuft, finden wir uns anschliessend am Billardtisch wieder und spielen tatsächlich den kompletten Tag durch. Es macht riesigen Spaß und etwas später gesellen sich noch zwei weitere Spieler zu uns und es wird ein richtiges Billard-Fest.
    Ansonsten schlendern wir hier auch nur noch durch die sog. Walking Street, eine Fußgängerzone mit vielen Bars, Restaurant und natürlich zahlreichen Frauen, die gekauft werden wollen, bevor es am nächsten Tag zurück nach Bangkok geht.
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  • Bangkok 2 und ein kurzer Rückblick

    October 17, 2022 in Thailand ⋅ ⛅ 31 °C

    Zurück in Bangkok heißt es nun erst einmal, ab zum Zahnarzt. Nach der Erfahrung mit Manus Krone ist uns die Idee gekommen, hier noch schnell eine Zahnreinigung machen zu lassen, da diese hier viel günstiger ist 😅. Wir fanden sie dann zwar nicht ganz so gut, wie bei unseren heimischen Zahnärztinnen, aber geschadet hat es auf keinen Fall ✨.

    Unser zweite Besuch in Bangkok beschränkt sich nun auch nur noch auf die letzten Vorbereitungen für die Weiterreise nach Nepal und wie sicherlich aus den letzten Berichten ersichtlich, war Thailand für uns mehr eine kleine Pause vom Reisen, mit dem wunderschönen Treffen mit Sophia und Felix, das uns überhaupt erst hierher gebracht hat, ansonsten sehr ungeplant und mit der ein oder anderen ausgelassenen Feierei und in den Tag hineinleben.

    Den letzten Tag verbringen wir daher damit, unseren grünen Pappkarton, der schon etwas mitgenommen ist, neu zu packen und mit den letzten Sommerklamotten auszustopfen. Denn Felix und Sophia sind so lieb, diesen in zwei Tagen für uns mit nach Deutschland zu nehmen 😍😍. Wir kleben daher alles an verfügbaren Klebeband um das Paket, und können es im Hotel die nächsten zwei Tage abstellen. Es ist ein wirklich tolles Gefühl, plötzlich einen doch nicht unwesentlich leichteren Backpack zu haben und vor allem, das Campingequipment nicht nur für eine kurze Zeit gekauft zu haben, um es dann wegzuwerfen!
    Jetzt kann es auf ins nächste Abenteuer gehen ❤️.
    Daher: Tausend Dank euch beiden 😘😘😘!

    Anschließend geht es noch zu einer Wechselstube, da wir für die Einreise in Nepal das „Visa by arrival“ erwerben müssen und dieses laut offiziellen Berichten nur in US Dollar oder Euro bar zu zahlen ist.
    Und dann geben wir auch schon den Mietwagen zurück und lassen uns ins Hotel zurück fahren und gehen früh schlafen. Wir sind sehr froh, dass es nun weiter geht, wir haben die letzten Wochen und Tage in Thailand gemerkt, dass wir hauptsächlich darauf hinfiebern und daher Thailand genossen, aber eben reisetechnisch sehr ruhig haben angehen lassen.

    Nichtsdestotrotz haben wir doch ein paar Dinge hier erleben und lernen können, die uns sicherlich in Erinnerung bleiben werden.

    Erst noch einmal die Route zusammengefasst:

    Malaysia 🚂 Bangkok
    Bangkok 🚗 Kanchanaburi
    Kanchanaburi 🚗 Khao Yai Nationalpark
    Khao Yai Nationalpark 🚗 Pattaya
    Pattaya 🚗 Bangkok

    Unsere Highlights:

    Die ThailänderInnen, die wir kennenlernen durften, waren unglaublich freundlich und zuvorkommend, teilweise fast schon etwas unterwürfig (was sehr ungewohnt für uns war).

    Bangkok (und auch das restliche von uns besuchte Thailand) kam uns sehr sauber vor und war kein Vergleich zu Malaysia.

    Die beiden Nationalparks waren wirklich schön, besonders der Khao Yai Nationalpark hat uns super gefallen und die Tierwelt war fantastisch.

    In Bangkok gibt es ein tolles Nachtleben, das ist unbestritten.

    Das hat genervt:

    In Bangkok gibt es ein tolles Nachtleben, das ist unbestritten. Die meisten Touristen, die man Abends in Bars antrifft, sind sehr klischeehaft weiße Männer mittleren Alters und aufwärts, die in dem breiten Angebot an jungen thailändischen (meist sehr jungen) Frauen wählen können und wollen.
    Aber auch thailändische Männer kommen gerne mit Schlips und Anzug nach der Arbeit für eine halbe Stunde ins Rotlichtviertel, um sich vor aller Augen einen schönen Feierabend machen zu lassen.

    In Bangkok ist der Verkehr eine absolute Katastrophe, die Straßen sind IMMER verstopft und für wenige Kilometer braucht man zum Teil Stunden.
    Mit dem TukTuk kommt man am schnellsten voran, weil sie alle roten Ampeln ignorieren.
    Die Metro ist eigentlich eine gute Alternative, allerdings erzeugten die Menschenmassen an den Stationen beim Betreten und Verlassen der Station massive Platzangst bei uns.

    Fußgängerwege sind so gut wie nicht vorhanden und wenn, dann stehen sie mit Essensständen voll, so dass man im Grunde die ganze Zeit Slalom zwischen Autos, Rollern und gegrilltem Fleisch laufen muss.

    Thailand ist mit Sicherheit einen weiteren und etwas
    motivierteren Besuch wert, besonders der hohe Norden oder die südlichen Trauminseln würden wir bei einem anderen Besuch gerne noch sehen. Für dieses Mal war es für uns eine entspannte, lustige und sehr schöne Zeit, ohne viel Sightseeing, dafür vielen netten Bekanntschaften mit den Locals.
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  • Kathmandu

    October 20, 2022 in Nepal ⋅ ☀️ 21 °C

    Früh morgens geht es vom Flughafen in Bangkok per Direktflug in 3,5h nach Kathmandu, Nepal. Auf dem Flug können wir kurz vor der Landung schon wahnsinnige Aussichten auf das Himalaya erhaschen und sind schon richtig aufgeregt 🤩.
    Nach unserer Ankunft müssen wir erst zum Bezahlschalter um das Visa by arrival zu bezahlen. 50 US Dollar kostet es pro Person und im Anschluss bekommen wir das Visum unproblematisch in den Pass gestempelt. Das ganze dauert keine 10 Minuten und schon stehen wir mit unserem Gepäck in Kathmandu und lassen uns in das belebte Stadtviertel Thamel fahren, wo sich unser Hotel befindet. Das Wetter ist herrlich, die Sonne scheint und es ist angenehm warm, ohne dass wir gleich ins schwitzen kommen 🥳.

    Kathmandu ist die Hauptstadt und die bevölkerungsreichste Stadt Nepals mit knapp 900.000 Einwohnern und liegt im Kathmandu-Tal, einem großen Tal in den Hochebenen in Zentralnepal, auf einer Höhe von 1.400 Metern.
    Die Stadt ist einer der ältesten ununterbrochen bewohnten Orte der Welt und wurde im 2. Jahrhundert n. Chr. gegründet. Das Tal wurde historisch als „Nepal Mandala“ bezeichnet und war die Heimat der Newar, einer kosmopolitischen urbanen Zivilisation in den Ausläufern des Himalaya.
    Kathmandu ist seit vielen Jahren das Zentrum der Geschichte, Kunst, Kultur und Wirtschaft Nepals. Es hat eine multiethnische Bevölkerung mit einer hinduistischen und buddhistischen Mehrheit. Religiöse und kulturelle Feierlichkeiten bilden einen großen Teil des Lebens der Menschen, die in Kathmandu leben. Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftszweig der Stadt. Im Jahr 2013 wurde Kathmandu von TripAdvisor auf den dritten Platz unter den Top Ten der aufstrebenden Reiseziele der Welt und auf den ersten Platz in Asien gewählt. Die Stadt gilt als Tor zum nepalesischen Himalaya und beherbergt mehrere Welterbestätten: den Durbar Square und die Tempel Swayambhunath, Boudhanath und Pashupatinath.

    Einige dieser historischen Stätten und Viertel von Kathmandu wurden durch ein Erdbeben der Stärke 7,8 im April 2015 (und einige schwere Nachbeben bis in den Juli) schwer beschädigt. Einige Gebäude wurden restauriert, während andere noch im Wiederaufbauprozess sind.
    Das bzw. die Beben forderten bis zu 10.000 Tote, der kleine Ort Langtang im Langtang-Nationalpark mit 55 kleinen Hotels und Unterkünften für Touristen wurde durch eine Mure dem Erdboden gleichgemacht, nur ein Haus ist stehen geblieben. Nach mehreren Lawinenabgängen wurden in der Nähe des Ortes Ghodatabela auf einer beliebten Trekking-Route in der Nähe des Epizentrums eines Bebens 250 Personen vermisst.
    Am Mount Everest kamen 18 Bergsteiger ums Leben, als eine durch das Erdbeben ausgelöste Lawine auf das Basislager niederging. Lokale Medien berichteten später nach mehreren Nachbeben von mindestens 22 toten Bergsteigern, 62 Verletzten und der tödlichsten Katastrophe in der Geschichte des Everest sowie dem schwersten Erdbeben in Nepal seit 80 Jahren.
    Durch die Beben wurde Kathmandu um 1,5 Meter nach Süden verschoben und um einen Meter angehoben. Der Mount Everest verschob sich um drei Zentimeter nach Südosten.
    Hierzu gibt es auch eine interessante und ganz schön heftige dreiteilige Dokumentation auf Netflix namens „Nepal im Schock“.
    Aber nun ist das Meiste wieder aufgebaut und wir gehen mal nicht davon aus, dass während unseres Aufenthalts (und am besten auch sonst nicht) so etwas noch einmal passiert 😖, auch wenn Experten davon ausgehen, dass es in Zukunft noch weitere und vermutlich noch stärkere Beben geben wird.

    Nach dem Einchecken machen wir uns gleich auf den Weg und erkunden ein wenig unser Viertel. Die Straßen sind voll mit Rollern und Schrottautos, die sich wild hupend und ohne System durch die Gassen schieben, dennoch fühlen wir uns von der ersten Minute an richtig wohl hier und bestaunen das geordnete Chaos, während wir in einen der zahlreichen Rooftop Restaurants leckere Momos essen.

    Der nächste Tag besteht daraus, die noch nötigen Dinge für die zwei wöchige Wanderung zum Everest Base Camp zu besorgen. Unser Viertel ist voll von kleinen und großen Shops mit meist gefälschter Outdoorkleidung, Wanderstöcken, Trinkflaschen und allem, was das Wanderherz begehrt.
    Wir entscheiden uns für ein paar Trekkingstöcke, die wir sonst immer so belächelt haben. Aber bei mehreren Tagen wandern mit zahlreichen Auf- und Abstiegen inkl. Gepäck, werden wir sicher froh sein, sie zu haben. Dazu gibt es einen dünnen Schlafsack, mehr aus hygienischen und ein wenig auch aus Temperaturgründen sowie eine zweite Wanderhose von NorthFace für 20€ 😅 und eine kleine Auffrischung der Reiseapotheke. So sollten wir nun ausgerüstet sein und freuen uns, den letzten Tag noch mit ein wenig Sightseeing zu verbringen.

    Zu erst spazieren wir ca. 40 Minuten zur großen buddhistisch-hinduistische Tempelanlage Swayambhunath im westlichen Teil von Kathmandu. Hier gehen Buddhismus und Hinduismus Hand in Hand. Swayambhu gilt als Zentrum des Newar-Buddhismus, während Boudha das Zentrum des tibetischen Buddhismus darstellt. Es herrscht eine besondere Atmosphäre auf Swayambhunath. Uralte Schnitzereien, Schreine und Skulpturen verzieren die gesamte Tempelanlage.
    Die Tempelanlage liegt auf einem Hügel und zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Landes.
    Im Volksmund wird Swayambhu liebevoll auch „Monkey Temple“ genannt, da die Tempelanlage von einer Vielzahl von Affen bewohnt ist. Auch aus diesem Grund genießt der Tempel einen solch großen Bekanntheitsgrad. Die Affen haben sich bereits an den Menschen gewöhnt. Da die Tempelbesucher die Affen gerne füttern, haben die Tiere fast jede Scheu vergessen. Dennoch sollte man den kleinen Baby-Äffchen nicht zu nahe kommen, weil das die Mutter sehr aggressiv macht. Ich bin seit meinem Baboon-Erlebnis am Kap der guten Hoffnung eh etwas zurückhaltend was Affen angeht 😅🙈.
    Zunächst muss man aber 365 Stufen überwinden und ca. 3€ Eintritt als Ausländer bezahlen, um zur Tempelanlage zu gelangen, von wo aus man einen fantastischen Ausblick auf das gesamte Kathmandu-Tal hat, auch wenn wir heute die weißen Gipfel des Himalayas in der Ferne nicht erkennen können.
    Wir spazieren gemütlich durch die Tempelanlage, deren beherrschendes Element der buddhistische Stupa mit den aufgemalten Augen ist und an deren Seiten zahlreiche Gebetsmühle zum Drehen bereit stehen, was zu einem guten Karma führen soll. Das lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen.

    Ein weiteres Highlight ist der World Peace Pond, ein Denkmal für den Weltfrieden. Das Denkmal ist ein kleiner Globus mit der Aufschrift „Weltfrieden" sowohl auf Englisch als auch auf Nepali. Es sitzt vor einer Messingstatue von Buddha, die auf einem Lotus steht.
    Der kleine Topf zu Buddhas Füßen dient dazu, Münzen hineinzuwerfen, um sich etwas zu wünschen. In Nepal werden zwar als Geldmittel keine Münzen verwendet, aber man kann Münzen direkt neben dem Teich kaufen, wenn man sein Glück versuchen und sich etwas wünschen möchten.

    Nach dieser Tempelanlage lassen wir uns mit dem Taxi zum Pashupatinath-Tempel, einem hinduistischen Tempel, der Lord Shiva gewidmet ist, fahren. Eintritt müssen wir für dieses UNESCO Weltkulturerbe nicht bezahlen und laufen zunächst zusammen mit ein paar heiligen Kühen durch eine Art Souvenier-Verkaufsstrasse, bis wir an den Fluss Bagmati kommen.
    Und hier steigt schon ziemlich viel Rauch aus den aufgehäuften Holzscheiten am Wasser auf. Auf den sog. Ghats, also Verbrennungsstätten werden den ganzen Tag Verstorbene verbrannt. Hindus glauben, wenn du hier stirbst und verbrannt wirst, wirst du als Mensch wiedergeboren. Das soll auch dann der Fall sein, wenn aus deinen Taten ein anderes Karma auf dich gewartet hätte. So ist der Ort auch das Ziel älterer Hindus, die auf ihren Tod warten. Die gegenüberliegenden Arya Ghats sind die Verbrennungsstätten höherer Kasten. Die Leichen werden zunächst gewaschen und gesalbt, bevor sie in ein Tuch gewickelt und auf die Holzscheite gelegt und mit Stroh bedeckt werden. Die Asche wird sodann in den Fluss gestreut.
    Während unseres Besuchs sind wir nicht ganz sicher, ob bei der ein oder anderen Verbrennungsstätte gerade erst das Feuer angemacht wird oder hier der Verbrennungsprozess bereits dem Ende zugeht. Ganz genau hinschauen möchten wir aber auch nicht.
    Den eigentlichen Hindutempel kann man als nichtgläubiger Hindu übrigens nicht besuchen und daher machen wir uns auf den Weg zurück zu unserem wartenden Taxifahrer, der uns zu der letzten Sehenswürdigkeit für heute bringt.

    Der Boudhanath Tempel (hier zahlen wir ca. 7€ Eintritt als Ausländer) ist ein buddhistischer Tempel und der erste Stupa in Boudhanath wurde irgendwann nach 600 n. Chr. gebaut, als der tibetische König Songtsen Gampo zum Buddhismus konvertierte. In Bezug auf Anmut und Reinheit der Linie kommt kein anderer Stupa in Nepal Boudhanath nahe. Von seiner weiß getünchten Kuppel bis zu seinem vergoldeten Turm, der mit den allsehenden Augen des Buddha bemalt ist, ist das Denkmal perfekt proportioniert.
    Der Legende nach errichtete der König den Stupa als Akt der Buße, nachdem er unwissentlich seinen Vater getötet hatte.
    Die symbolträchtige Konstruktion dient im Wesentlichen als dreidimensionale Erinnerung an Buddhas Weg zur Erleuchtung. Der Sockel repräsentiert die Erde, die Kumbha (Kuppel) ist Wasser, die Harmika (quadratischer Turm) ist Feuer, die Turmspitze ist Luft und der Schirm an der Spitze ist die Leere oder der Äther jenseits des Weltraums. Die 13 Ebenen der Turmspitze stellen die Stadien dar, die ein Mensch durchlaufen muss, um das Nirvana zu erreichen (puh, ganz schön anstrengend 😅).
    Um den Stupa herum sind Gebetsmühlen angebracht, die von Gläubigen bei ihrer Umrundung unermüdlich gedreht werden. Hier ist es allerdings extrem voll und so drehen wir auch nur eine Runde durch den Komplex und machen uns dann auf den Rückweg in unser Viertel.
    Nun heißt es nur noch Abendessen gehen und die Sachen für den Everest Base Camp Trek packen, alles was wir für die Wanderung nicht benötigen, können wir für die Zeit im Hotel lassen und können so das Gewicht unseres Wanderrucksacks auf das Minimum beschränken.
    Unser Minivan soll gegen 2:00 Uhr nachts unweit unseres Hotels abfahren und uns in ca. 4-5h Fahrt zum Flughafen nach Ramechhap bringen, von wo aktuell die Flüge nach Lukla, dem Tor zum Himalaya abfliegen.

    So weit so gut, nachdem wir alles gepackt haben, versuchen wir noch ein bisschen zu schlafen, was allerdings nicht funktioniert und dann geht es Manu nach dem Abendessen so langsam aber sicher immer schlechter und kurz bevor wir das Hotel verlassen, ist das Abendessen in einer Tüte gelandet 😢🤮. Was für ein Mist. Nachdem er sich aber nun kurzzeitig besser fühlt, gehen wir erstmal zum Abholort und lassen unsere Rucksäcke aufladen und sitzen schon in dem wirklich eng und klein gehaltenen Bus. Zum Glück fährt er nicht direkt los, denn während wir so in dem Bus sitzen und warten, geht es Manu doch nicht mehr besser und wir steigen wieder schnell aus 😰. Ich bitte den Fahrer, uns die Rucksäcke wieder zu geben und wir vereinbaren, dass wir einen anderen Tag für den Transport wählen können. In der Zwischenzeit spuckt Manu noch ein wenig die Straßen Kathmandus voll (was hier aber keinen großen Unterschied zu den Locals macht), bevor wir zurück in unser Hotel gehen und zum Glück noch ein paar Tage verlängern können.
    Die Nacht ist für Manu leider erstmal keine schöne, jeden Schluck Flüssigkeit, den er zu sich nimmt, spuckt er kurze Zeit später in dreifacher Menge wieder aus 😰. Als es langsam wieder hell wird, besorge ich zur Sicherheit noch einmal Elektrolyte und Bananen und hoffe, dass Manu so langsam ein wenig davon in seinem Körper behalten kann, ansonsten überlegen wir schon, ein Krankenhaus aufzusuchen. Wir holen dann erst einmal ein wenig Schlaf nach und am zweiten Tag wird es zum Glück schon etwas besser.
    Die Kotzerei scheint nun vorbei zu sein, nun gibt es nur noch die andere Art Magenproblem 💩, die es heißt auszukurieren.
    Ich gehe am nächsten Tag in das Büro von YetiAirlines und versuche ganz nett anzufragen, ob wir das Ticket für den Flug eventuell noch umbuchen können, was zu meiner Überraschung überhaupt kein Problem ist. Darüber erleichtert verbringen wir die nächsten Tage erst einmal weiterhin in Kathmandu und lassen Manu sich auskurieren. Zum Glück geht es ihm von Tag zu Tag besser, dennoch entscheiden wir, erst am nächsten Montag einen neuen Versuch zu starten, nach Lukla zu kommen. Es bringt ja nichts, von 0 auf 100 gleich im Himalaya eine mehrtägige Wanderung zu starten.

    Immerhin können wir so noch die im Moment in Kathmandu und ganz Nepal stattfindenden Feste miterleben, die wirklich toll und lustig mitanzusehen sind. Da es super kompliziert ist, die einzelnen Festtage zu überblicken, geschweige denn zu verstehen, nur zwei Beispiele.

    Am 26./27.10 durften wir das Fest Bhai Dooj miterleben. Dieses wird im gesamten nördlichen Teil Indiens und auch von Maithils (einer indo-arischen ethnolinguistischen Gruppe vom indischen Subkontinent) in Nepal und Menschen aus verschiedenen anderen ethnischen Gruppen gefeiert. Dies ist auch der zweite Tag des Vikrami Samvat-Neujahrs, dem Kalender in Nordindien (einschließlich Kaschmir), der mit dem Mondmonat Kārtika beginnt. Daher hört man die Feiernden auch immer wieder „Happy new year“ rufen. Es fahren Pickups voll mit feiernden Menschen durch die Straßen, es wird getrunken und Böller gezündet. Die Frauen sind in traditionelle, wunderschöne Kleider gehüllt und alle scheinen einen großen Spass zu haben.

    Schon einen Tag vorher konnten wir sehen, wie viele Menschen vor den Häusern, Cafés, Restaurants und Hotels bunte Bilder auf den Boden malen. Diese sog. Rangoli ist eine vom indischen Subkontinent stammende Kunstform, bei der Muster auf dem Boden oder einer Tischplatte mit Materialien wie Kalksteinpulver, rotem Ocker, trockenem Reismehl, farbigem Sand, Quarzpulver, Blütenblättern und Farbe erzeugt werden. Es ist eine alltägliche Praxis in hinduistischen Haushalten, jedoch werden die Farben während Festen und anderen wichtigen Feiern bevorzugt, da es zeitaufwändig ist. Rangolis werden normalerweise z.B. während dem an diesen Tagen stattfindenden Diwali Fest auf dem indischen Subkontinent hergestellt. Die Designs werden von einer Generation zur nächsten weitergegeben, wobei sowohl die Kunstform als auch die Tradition erhalten bleiben.
    Diwali ist eine hinduistische Religion und das Festival eines der wichtigsten innerhalb des Hinduismus. Es dauert im Allgemeinen fünf Tage (oder sechs in einigen Regionen Indiens) und wird während der hinduistischen Mondmonate Ashwayuja und Kartika (zwischen Mitte Oktober und Mitte November) gefeiert. Es symbolisiert den spirituellen „Sieg des Lichts über die Dunkelheit, des Guten über das Böse und des Wissens über die Unwissenheit“.
    Das Fest ist weithin mit Lakshmi, der Göttin des Wohlstands, und Ganesha, dem Gott der Weisheit und dem Beseitiger von Hindernissen, verbunden.
    Die künstlerischen Bemalungen sind wirklich hübsch, was uns aber direkt auffällt, sind manche Gestaltungen, die einem bei uns (leider zu gut bekannten) Hakenkreuz ähneln. Diese sog. Swastika wird allerdings im Hinduismus und Buddhismus bis heute als religiöses Glückssymbol verwendet, was uns deutlich besser gefällt 🤩.

    Als wir den sog. Durbar Square besuchen wollen, werden wir leider von der mittlerweile auch hier recht krassen Preise für nicht asiatische Ausländer überrascht. Durbar Square wird der Platz vor dem alten Königspalast von Kathmandu bezeichnet, der mehr als 50 Tempel und Pagoden auf engstem Raum beherbergte (viele davon wurden bei dem Erdbeben 2015 zerstört). Heute ist der Durbar Square von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt worden und stellt durch die zentrale Lage in der Altstadt eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Kathmandu dar.
    Als wir dort ankommen, werden wir schon bei den buddhistischen Tempeln an einem kleinen Holzhäuschen angehalten und sollen Eintritt für den Platz zahlen. An sich ja erst mal ok, aber als wir dann knapp 8 € pro Person zahlen sollen, was dem Monatsgehalt eines nepalesischen Arbeiters entspricht, bleibt uns doch die Spucke weg. Offiziell soll das Geld für den Wiederaufbau verwendet werden, aber sicher ist das nicht und ein wenig bekommen wir hier (wie auch schon in anderen Ländern) den Eindruck, man geht davon aus, in Europa/„dem Westen“ liegt das Geld auf der Straße 😰.
    Wir beschließen erst einmal, den Platz nicht zu besuchen und spazieren stattdessen ein wenig weiter durch die kleinen Gassen. Heute ist es insgesamt etwas ruhiger und viele Geschäfte haben geschlossen, das ist wohl das Neujahr 😅.

    So langsam haben wir aber dann aber genug von Kathmandu, verbringen die restlichen Tage eher gemütlich, gehen lecker essen (fast nur noch dort, wo wir schon einmal gesund wieder raus gekommen sind) und feilschen in den zahlreichen kleinen Läden um die Preise für Mitbringsel.
    Wir freuen uns schon sehr auf die frische Bergluft, denn nach einer guten Woche in der Stadt merken wir so langsam, wieso die Stadt auch den Spitznamen „Dustmandu“ inne hat. Denn obwohl wir hier auf ca. 1400 Meter über den Meeresspiegel sind und wir jeden Tag blauen Himmel haben, hängen Staub- und Rauchwolken fast das ganze Jahr über der Stadt und machen den Einwohnern das Leben schwer. An unbefestigten Straßen kann man die Schilder der Geschäfte kaum lesen, so viel Dreck hat sich auf ihnen abgelagert. Auch Produkte im Supermarkt sind häufig mit einer Staubschicht überzogen und sehen aus, als stünden sie seit Jahren unbeachtet im Regal. Kein Wunder also, dass hier viele Einwohner hemmungslos auf der Straße herum spucken und den sich bei mir auch schon entwickelten Schleim loswerden wollen.

    Und dann endlich ist es Sonntag Abend, wir packen erneut unseren Rucksack und versuchen ein wenig zu schlafen. Auch dieses Mal gelingt uns das nicht so wirklich und so stehen wir um ein Uhr nachts, nach 90 Minuten Halbschlaf mit unseren Sachen und gesund bereit und es kann wirklich los gehen!
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  • EBC Trek 1: Von Kathmandu nach Benkar

    October 31, 2022 in Nepal ⋅ ☀️ 8 °C

    In der Nacht von Sonntag auf Montag ging es dann mit einer Woche Verzögerung endlich los, auf den Weg ins Himalaya.
    Wir sitzen nun um halb 2 Uhr nachts wieder in dem kleinen, engen Bus, haben so gut wie nicht schlafen können und los geht die wilde Fahrt nach Ramechhap. In der Trekking Hochsaison werden neuerdings die Flüge nach Lukla von dort aus abgefertigt, da der Flughafen Kathmandu sonst überlastet ist und viele Flüge ausfallen müssen. Für uns bedeutet das aber auch, eine nächtliche kurvenreiche Fahrt von ca. 4 h 🤢, die einem auch keine Möglichkeit zum Schlafen bietet, da wir unentwegt auf den teilweise unbefestigten Straßen durchgeschüttelt werden. Aber irgendwann ist auch diese geschafft und wir kommen im Morgengrauen an dem kleinen Flughafen in Ramechhap an. Ein Touristenbus nach dem anderen kommt hier an und es herrscht ein wildes Treiben.
    Wir müssen zu erst unseren Bordingpass abholen und das Gepäck wiegen lassen. Erlaubt sind eigentlich nur 10 kg, inkl. Wasserflaschen kommen wir aber auf etwa 12 kg, was aber auch keinen stört. Danach geht es zur Gepäckangabe und „Sicherheitskontrolle“, die im Grunde nur daraus besteht gefragt zu werden, ob man verbotene Gegenstände dabei hat 😅. Haben wir natürlich nicht und so stehen wir kurz darauf im Wartebereich und warten auf die Ankunft unserer Propellermaschine.

    Als sie ankommt, hüpft ein strahlender und „super cooler“ Pilot in Lederjacke und RayBan Brille aus dem Cockpit und bekommt von der netten Stewardess einen Kaffee überreicht, während nach und nach das Gepäck der 14 Passagiere eingeladen wird und wir dann endlich einsteigen können. Und dann geht es auch schon los.
    Der Flug dauert ca. 40 Minuten und führt uns zum Eingangstor des Himalayas, in das kleine Dorf Lukla und den dort befindlichen, wohl gefährlichsten Flughafen der Welt, den Tenzing-Hillary Airport (benannt nach dem neuseeländischen Bergsteiger Edmund Hillary und dem Sherpa Tenzing Norgay, die 1953 als erste Menschen auf dem Gipfel des Mount Everest standen).

    Die Hangneigung der nur 527 m langen Landebahn beträgt rund 12 %, und es kann nur bergwärts gelandet und talwärts gestartet werden. Das Ende der Startbahn bricht abrupt etwa 600 m tief zum Dudh Kosi ab. Diese Gegebenheit macht Starts und Landungen zu einem Erlebnis und den Flugplatz zu einem der weltweit gefährlichsten Plätze. Obwohl es nur eine Start- und Landebahn gibt, erfolgen Starts und Landungen in entgegengesetzter Richtung mitunter im Abstand von wenigen Minuten, wobei das gestartete Flugzeug im Dudh-Kosi-Tal auf einer tieferen Flughöhe bleibt und so dem gleichzeitig im Landeanflug befindlichen Flugzeug mit etwas Höhenabstand in Gegenrichtung begegnet.
    Mit einer täglichen Abfertigung von über 50 Flügen ist Lukla in der Hochsaison der meistfrequentierte Inlandsflughafen im Nepal. Die Fluggesellschaften und Piloten stehen bei der Abwicklung unter großem Zeitdruck, da einerseits oft große Staus am Flughafen Kathmandu/Ramechhap und in Lukla mit mehrtägigen Wartezeiten entstehen, andererseits nachmittags auch bei prinzipiell gutem Wetter Lukla aufgrund der Berg- und Talwind-Zirkulation oft eintrübt. Seit dem bislang schwersten Unfall vom 8. Oktober 2008, der auf schlechte Sicht zurückzuführen war, wird etwas vorsichtiger verfahren und öfter Flüge abgesagt, sobald die Sicht in Lukla nicht mehr gewährleistet ist.
    Bei dem Unglück hatten die Piloten aufgrund schlechten Wetters Schwierigkeiten, die Landebahn auszumachen. Beim dennoch durchgeführten Landeversuch flog das Flugzeug zu tief und versetzt zur Bahn an und stürzte in die Bergflanke unmittelbar vor der Landebahn. 16 Touristen und 2 Crewmitglieder starben, nur einer der Piloten überlebte schwer verletzt.

    Der Flug ersetzt eine einwöchige Anreise zu Fuß von Jiri aus, ansonsten ist die Khumbu-Region nur per Hubschrauber bzw. per Flugzeug erreichbar.
    Und so sind wir froh, dass wir nun einen frühen Flug ergattert haben und um kurz vor 9:00 Uhr in Lukla sicher landen. Der Flug selber war total schön und ruhig und kurz vor der Landung eröffnete sich uns der erst Blick auf das Himalaya und den Gipfel des Mount Everests 🤩.

    Nach der Landung bekommen wir unser Gepäck und machen uns nun direkt auf den Weg, der uns erst mal durch das hübsche Dorf Lukla führt.
    Hier ist noch alles vorhanden, was das Touristenherz begehrt, es gibt Geldautomaten, unzählige Restaurants, Bars und Lodges und noch mehr Geschäfte. Das verwundert aber auch nicht, immerhin kommen alle hier einmal durch, die in Richtung Mount Everest unterwegs sind und sitzen hier aufgrund verschobener Flüge immer mal wieder mehrere tausend Touristen für ein paar Tage fest.
    Am Ende des Dorfes müssen wir noch eine Wandergenehmigung für ca. 20 € kaufen, unsere Daten hinterlassen und bekommen dafür eine Chipkarte, die wir auf der Wanderung immer mal wieder an verschiedenen Checkpoints vorzeigen und scannen lassen müssen.

    Die erste Etappe auf dem Everest Base Camp Trek führt zunächst hauptsächlich bergab über Steinstufen und Schotterwege, vorbei an traumhaften Wäldern und Tälern, über ziemlich lange und schaukelnde Hängebrücken und immer wieder blitzt irgendwo ein schneebedeckter Gipfel hervor.
    Wir merken schnell, dass es ein ganz anderes Wandern mit 12 kg Gepäck auf dem Rücken ist und sind froh, die Wanderstöcke gekauft zu haben. Während es bei der Ankunft in Lukla noch empfindlich kalt war, scheint nun die Sonne in das Tal und wir pellen uns aus dem Zwiebellook und wandern im Shirt weiter.
    Nach gut 2,5 h und 8 km kommen wir in dem Dorf Phakding an, wo wir eine Pause machen, heißen Ingwer-Honig Tee und eine Suppe bekommen, während wir uns in der Sonne trocknen lassen.
    Wir müssen zugeben, der Weg hat es (jetzt schon) in sich und wir müssen wirklich fassungslos den Sherpas zuschauen, wie sie mit ihrer meist kleinen und dünnen Statur mindestens zwei bis drei von unseren Rucksäcken auf dem Rücken tragen und dann noch an uns vorbei ziehen 😅🙈🙈.

    Die meisten Touristen, die hier in der Everest Region (und auch in der ganzen Himalaya Region) wandern, lassen sich die Tour durch einen der unzähligen Touranbieter organisieren. Darin enthalten sind die An- und Abreise, Unterkünfte, Mahlzeiten, ein Guide und eben auch das Tragen von Gepäck, sodass man hier nur seinen Tagesrucksack selbst tragen muss. Auch kann man sich natürlich nur einen Sherpa für das Tragen seines Rucksacks organisieren und das ist für die Locals hier natürlich auch eine wichtige Einnahmequelle.
    Als wir das erst mal zu unserem Vorhaben hier recherchiert haben, haben wir uns aber schnell gegen einen voll organisierte Tour entschieden. Zum
    einen wäre sie natürlich um ein Vielfaches teurer, zum anderen war schnell klar, dass sich das Vorhaben leicht selbst organisieren lässt und wir lieber spontan und flexibel, insbesondere aber auch nicht in einer riesigen Gruppe hier wandern wollen. Zugegeben, so ein Guide ist bestimmt toll, der einem viel interessante Dinge zu der Region und den Menschen erzählen kann, das als einziger Pluspunkt hat uns aber nicht gereicht.
    Die einzelnen Unterkünfte müssen wir uns auf dem Weg suchen, wenn wir aber früh genug in dem jeweiligen Ort ankommen, sollten aber genügend Teehäuser vorhanden sein, um immer einen Schlafplatz zu bekommen 😅✊🏻.

    Und so schnüren wir uns die Rucksäcke wieder auf die Rücken und nehmen die letzten 4 km, jetzt meist aufwärts, in Angriff. Vorbei an einem schönen Wasserfall und neben zahlreichen Yaks kämpfen wir uns bis in das kleine Dorf Benkar, wo wir die erste Nacht verbringen. Wir suchen uns eines der Teehäuser aus, bekommen ein kleines Zimmer und legen erst mal die Beine hoch. Die heisse Dusche kostet hier ca. 2,50 €, mittelgutes Wlan gibt es kostenlos und in der sich langsam aufwärmenden Küche können wir den frühen Abend mit noch mehr Ingwer-Honig Tee und leckerem Dal Baht (ein einfaches, preisgünstiges Alltagsgericht aus Linsensuppe, Reis und Gemüse der Saison) ausklingen lassen, bevor wir hundemüde in das mit ausreichend Decken gemütlich warme Bett kriechen.

    Heutige Wanderung von
    Lukla 2.840 m
    über
    Phakding 2.610 m
    bis nach
    Benkar 2.701 m

    Strecke insgesamt: 11,6 km
    Höhenmeter aufwärts: 867 m
    Höhenmeter abwärts: 1.012 m
    Reine Laufzeit: 3:36 h
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  • EBC Trek 2: Von Benkar nach Namche Bazar

    November 1, 2022 in Nepal ⋅ ☀️ 0 °C

    Der nächste Morgen beginnt langsam, wir hatten den Schlaf bitter nötig und sitzen erst um halb zehn mit einem Kaffee in der schon sehr warmen Sonne mit Blick auf den Thamserku 😍. Wir hätten hier gut noch lange sitzen bleiben können, aber die nächste Etappe wartet auf uns.

    Schnell schlüpfen wir in die Wanderschuhe und machen uns auf den Weg nach Namche Bazar.
    Nach knapp 40 Minuten kommen wir zum Eingangstor des Sagarmatha National Parks, wo wir erst mal eine gute Stunde in der Schlange stehen, um unsere Eintrittskarte zu bekommen. Sie kostet ca. 30 € für Ausländer und erlaubt das Wandern in dem Park für 4 Wochen. Als wir diese Formalie endlich erledigt haben, machen wir noch einen kurzen Stopp im nächsten und letzten Dorf vor Namche Bazar, essen eine Suppe und trinken massenhaft Tee. Und das war auch eine gute Idee! Denn nun wird es heftig. Nach einem kurzen flachen Stück am Fluss Dhudh Kosi entlang, erscheint vor uns die Hillary Bridge, ebenfalls benannt nach dem ersten Gipfelstürmer des Mount Everests. Sie ist immerhin 125 m hoch und 140 m lang und die Überquerung ist eine ziemlich windige und wackelige Angelegenheit.
    Und nun geht es nur noch bergauf 🥵 und wir schnaufen neben unendlich vielen Eseln und Yaks um die Wette. Man muss ein wenig aufpassen und sollte die Tiere am besten vorbei lassen, dabei aber darauf achten, dass man selber innen zum Berg und nicht am Abgrund steht. Die Esel und Jaks halten nämlich nicht immer den geraden Weg ein und können dich schonmal einfach wegschieben.
    Wir merken die Höhe jetzt schon deutlich an der dünneren Luft, wir werden immer langsamer und der letzte Kilometer fühlt sich fast an wie zehn 🥵🥵🥵. Die Strecke ist jetzt zwar zum Glück nicht mehr mit ganz so vielen Stufen bestückt, die Oberschenkel brennen aber sowieso schon wie verrückt. Aber dann sehen wir sie: die Ortschaft Namche Bazar 🥳🥳🥳.
    Überglücklich und mit den letzten Kräften schlurfen wir die letzten Meter zu unserem Hotel, Rucksack ab, Schuhe aus, auf dem Bett sitzen und durchatmen.

    Namche Bazar ist eine kleine Stadt auf 3.440 m. Die meisten Sherpas die im Tourismusgeschäft sind, stammen aus der Umgebung von Namche.
    Die Stadt ist beliebt bei Wanderern in der Khumbu-Region, besonders zur Höhenakklimatisierung und gilt ebenfalls als Tor zum hohen Himalaya. Die Stadt verfügt über eine Reihe von Unterkünften und Geschäften, die den Bedürfnissen der Besucher gerecht werden. Es gibt Bäckereien, kleine Cafés und viele Restaurants. Es gibt auch ein Irish Pub, der als der höchste und abgelegenste Irish Pub der Welt gilt. Eine beliebte lokale Mahlzeit ist Yaksteak. Allerdings halten wir uns an die Regel, auf dem Trek kein Fleisch und keine Milchprodukte zu essen, da beides zu lange Wege bis hier hinauf zurücklegen muss und besonders das Fleisch oft nicht mehr wirklich gut ist. Für Namche mag das ggf. noch nicht gelten, nach den letzten Erfahrungen riskieren wir hier oben aber nichts mehr 😅.

    Nachdem wir uns kurz erholt haben, hüpfen wir schnell unter die wundervoll heiße Dusche, für die wir hier ca. 4 € pro Person zahlen, das Zimmer kostet knapp 8 € pro Nacht und man ist, wie fast überall auf dem Trek mehr oder weniger verpflichtet, dort zu essen, wo man schläft. Was aber kein Problem ist, weil das Essen lecker, üppig und gut ist. Nur an die langsam echt kühlen Temperaturen müssen wir uns noch gewöhnen. Der Essensraum hat zwar einen kleinen Ofen, der wird aber erst auf nach Nachfrage neu angeheizt und so sitzen wir im Zwiebellook und Stricksocken beim Essen.

    Da wir morgen zur Akklimatisierung hier bleiben, gehen wir nach dem Essen noch auf ein Bier in den oben erwähnten Pub, bevor wir zurück in unsere Lodge gehen und uns noch jeweils eine unserer Trinkflaschen mit heißem Wasser (ebenfalls gegen ein paar Euros) befüllen lassen und so eine kleine Wärmflasche im Bett haben 😍.
    Es ist nicht ganz einfach einzuschlafen, leichte Kopfschmerzen spüren wir bereits aber irgendwann siegt dann zum Glück die Müdigkeit 😴.

    Heutige Wanderung von
    Benkar 2.701 m
    bis nach
    Namche Bazar 3.440 m

    Strecke insgesamt: 8,3 km
    Höhenmeter aufwärts: 1.324 m
    Höhenmeter abwärts: 562 m
    Reine Laufzeit: 3:12 h
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  • EBC Trek 3: Hike high - sleep low

    November 2, 2022 in Nepal ⋅ ☀️ 0 °C

    Die erste Nacht in Namche war so lala, wir konnten beide schlecht einschlafen, nachts immer mal wieder mit leichten Kopfschmerzen und viel Durst wach geworden und waren dann doch schon um 6:00-6:30 Uhr wach. Aber immerhin ist uns warm genug und wir können nun noch etwas vor uns hin dösen.

    Dann geht es zum Frühstück und wir planen die heutige Akklimatisierungswanderung. Man kann von hier aus sowohl ganze Tageswanderungen als auch kürzere Halbtageswanderungen unternehmen. Empfohlen ist in jedem Fall, einige Höhenmeter zurückzulegen, um dann wieder nach Namche Bazar hinunterzuwandern, ganz nach dem Motto „hike high - sleep low“. Wir entscheiden uns für eine mittellange Strecke, die uns in wenigen Kilometern auf bis zu 3.880 m bringen soll und damit auf die Höhe der nächsten Etappe.

    Um zehn Uhr geht es dann also los und wir stapfen mit unseren Trekkingstöcken und nur einem Minirucksack ausgerüstet los. Was für eine Wohltat, die großen Rucksäcke heute stehen lassen zu können, denn es geht sofort wieder endlose Treppenstufen hinauf, bis wir nach knapp 2 km im Khumjung Village ankommen, einem weiteren kleinen Dorf auf fast 3.800 m und von wo aus wir nun die erste richtig tolle Aussicht auf den Mount Everest und die umliegenden Berggipfel haben. Wir sind wirklich hin und weg und fassen noch nicht so richtig, wo wir uns hier gerade befinden. Wir strahlen einfach über das ganze Gesicht und nehmen die letzten Steigungen bis zum Everest View Hotel in Angriff, immer wieder innehaltend und den Ausblick genießend 😍🤩.

    Jede Steigung führt natürlich immer noch sofort dazu, dass wir außer Atem sind, aber immerhin fühlen wir uns nicht so benebelt oder watschelnd wie noch in niedrigeren Lagen in Peru. Das ist doch schon mal ein gutes Zeichen.
    Als wir beim Hotel ankommen, verlässt gerade eine große Reisegruppe die Sonnenterrasse und wir können einen schönen Platz mit dem atemberaubenden Blick mit einer Tasse Tee auf das vor uns liegende Himalaya genießen. Es ist kaum zu begreifen, dass es bis zum Gipfel des Mount Everests immer noch gute 5.000 Höhenmeter sind und es wirklich Menschen gibt, die es dort hoch schaffen und geschafft haben 🫣😳🙈.
    Nach der schönsten Pause, die wir uns heute wünschen konnten, geht es nun langsam wieder bergab, zurück nach Namche Bazar.
    Im Hotel ziehen wir uns nur kurz um, steigen in die bequeme Jogginghose und dicke Socken, schlendern noch ein wenig durch das Örtchen und besuchen den ältesten Pub der Stadt auf ein Bier. Allerdings ist es auch dort, wie fast überall eisig kalt, der Holzofen wird leider irgendwie auch nicht genutzt, stattdessen „lüftet“ man noch ein wenig mit einem offenen Fenster 😳. Im Grunde ist es völlig egal, ob man draußen oder drinnen sitzt 🤣🙈. Zum Glück ist es dann auch schon bald Zeit zum Abendessen und wir kommen in einen heute endlich warmen Speisesaal in unserer Unterkunft 🙌🏻. Nach einer leckeren Tomatensuppe und einer vegetarischen Lasagne für Manu, einem vollen Teller gebratenen Reis mit Gemüse für mich und dem obligatorischen Ingwertee liegen wir um kurz nach sieben auch schon im Bett und hoffen auf eine bessere Nacht, zumindest fühlen wir uns heute richtig gut 😊✊🏻 und sind gespannt auf die morgige Herausforderungen 😅.

    Heutige Rundwanderung von
    Namche Bazar 3.440 m
    über das Hotel Everest View 3.880 m
    und zurück nach Namche Bazar 3.440 m

    Strecke insgesamt: 7,8 km
    Höhenmeter aufwärts: 591 m
    Höhenmeter abwärts: 591 m
    Reine Laufzeit: 3:02 h
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  • EBC Trek 4: Von Namche bis Tengboche

    November 3, 2022 in Nepal ⋅ ☀️ 1 °C

    Auch heute war die Nacht irgendwie nicht so prickelnd, ich konnte ewig nicht einschlafen, wir waren nachts immer mal wieder wach und nicht wirklich ausgeschlafen, als wir um halb sieben zum Kaffee aufstehen.
    Aber wir fühlen uns ansonsten richtig gut, keinerlei höhenbedingte ungute Anzeichen und so stehen wir um 08:00 Uhr morgens bereit für die nächste Etappe.

    Zunächst ist diese für gute 6 km total easy, ein schöner Weg am Berghang entlang, kurze Steigungen und viele, fast flache Stücke immer mit Blick auf den Everest und die ganze Gebirgskette. Das Wetter ist, wie die letzten Tage super sonnig und wir sind erst mal ziemlich zügig unterwegs und freuen uns richtig über die angenehme Strecke.
    Doch dann geht es erst mal so richtig bergab 🤨.
    Die bis jetzt erlaufenen Höhenmeter müssen wir nun wieder bis auf 3.313 m über steile Felswege hinunter kraxeln und fluchen leise vor uns hin, wann dieser Weg endlich enden will. Mir graut jetzt schon vor dem Rückweg, wenn es heißt diese schreckliche Strecke mit unendlichen Felsstufen wieder hinauf laufen zu müssen 🥵🙈. Aber nun heißt es erstmal, über eine weitere Hängebrücke den Dudh Koshi Fluss zu überqueren, um dann die letzten 2 km zu bezwingen, die uns nach Tengboche auf 3.860 m bringen sollen.
    Immerhin ist dieser Aufstieg etwas angenehmer, mit nur noch vereinzelten Stufen, die uns zum fluchen bringen und wir schieben uns langsam aber stetig den Berg hinauf 😅🙈. Knapp 2 h später haben wir es dann geschafft und sind in Tengboche angekommen.

    Viel gibt es hier nicht zu sehen, der Ort besteht aus ein paar wenigen Lodges und dem tibetisch-buddhistischen Kloster Dawa Choling Gompa. Das Gebäude hatte es nicht einfach. Erbaut 1916 von Lama Gulu, wurde es am 15. Januar 1934 durch ein Erdbeben zerstört und anschließend wieder aufgebaut. Verursacht durch einen Funkenschlag brannte das Gebäude am 19. Januar 1989 bis auf die Grundmauern nieder, um nach dem erneuten Wiederaufbau beim Erdbeben in Nepal 2015 ein weiteres Mal zu großen Teilen einzustürzen.
    Das Kloster Tengboche liegt inmitten des Sagarmatha-Nationalparks, der seit 1979 zum UNESCO-Welterbe gehört, und bietet eine Rundsicht auf die Berge des Himalaya, darunter die bekannten Taboche (6501 m), Mount Everest (8848 m), Nuptse (7861 m), Lhotse (8516 m), Ama Dablam (6814 m) und Thamserku (6623 m).

    Wir setzen uns erst einmal in ein kleines Kaffe und
    probieren heute zum Mittag einen vegetarischen Sherpa Stew, also einen Art Gemüseeintopf, der echt lecker und sehr sättigenden ist. Zum Nachtisch teilen wir uns einen leckeren Brownie 🤩 und entspannen uns nach dem Einchecken auf der sonnigen Dachterrasse, bis es Zeit für das Abendessen ist. Da es hier nur drei grössere Lodges gibt, sind diese entsprechend voll und man bekommt ein wenig den Eindruck, man sei auf einer Skiausfahrt 😅🙈. Wir essen daher nur schnell auf, verkrümeln uns danach schnell in unser kleines Zimmer und lassen uns noch von einer (unglaublich schlechten) Netflixserie berieseln 😴.

    Heutige Wanderung von
    Namche Bazar 3.440 m
    bis nach
    Tengboche 3.860 m

    Strecke insgesamt: 10,2 km
    Höhenmeter aufwärts: 1.199 m
    Höhenmeter abwärts: 774 m
    Reine Laufzeit: 3:46 h
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  • EBC Trek 5: Von Tengboche bis Dingboche

    November 4, 2022 in Nepal ⋅ ☀️ -2 °C

    Die heutige Nacht war deutlich angenehmer, auch wenn das Bett einem harten Brett glich. Immerhin konnten wir gut einschlafen und ich war erst um 4 Uhr morgens wach und konnte als es hell wurde noch einmal einschlafen. Ob die leichten Schlafprobleme auch an der Höhe liegen, wissen wir nicht genau, vermutlich ist es die Kombination aus Höhe, Kälte und unbequemen Betten 😅.

    Ab 07:00 Uhr macht sich dann der ganze Gruppentrupp geräuschvoll auf dem Weg zum Frühstück, während wir beschließen, noch liegen zu bleiben und die anderen erst einmal los laufen zu lassen. So können wir dann auch in Ruhe unser Frühstück aus Toast, Porridge und Tee genießen, bevor wir gegen halb 10 Uhr als die letzten die Lodge verlassen.

    Heute stehen nochmal 10,5 km und eine Erhöhung von ca. 600 m auf dem Plan. Der Weg führt uns heute erst gemütlich durch einen Art Wald, bevor es langsam und angenehm immer weiter bergauf führt. Doch auch, wenn die Strecke heute viel ebener und ohne steile Steigungen auskommt, merken wir die 4.000 Höhenmeterschwelle deutlich. Die Schritte werden auch auf flacher Strecke langsamer, das Sprechen fällt schwerer und wir müssen öfter einmal kurze Verschnaufpausen machen.
    Aber nichts desto trotz ist dieser Wandertag wieder ein wunderschöner. Die Sonne scheint weiterhin, die Aussicht verändert sich und die Natur wird rauer, felsiger und Bäume gibt es nun auch keine mehr.
    Die letzten 2 km geht es auf einem Hochplateau entlang, umgeben von schneebedeckten Berggipfeln und dem Dudh Koshi Fluss, der sich in seiner eiskalten Farbe durch das Tal schlängelt.

    So allmählich merken wir auch die sinkenden Temperaturen, denn trotz der starken Sonne ist der Wind nun eisig und es herrschen schon am Nachmittag ca. -3 Grad Celsius. Ab morgen wird die zweite Lage Klamotten auch zum Wandern ausgepackt werden müssen 🥶.

    Nach 3,5 h sehen wir dann nach einer letzten Kurve die Häuser des Ortes Dingboche und vor allem ich bin heute ziemlich froh darüber 🥵.
    Wir nehmen hier ein Zimmer in einer diesmal wieder kleinen Unterkunft mit super netten Gastgebern und haben seit Tagen mal wieder ein Doppelbett, das bei der Kälte durchaus hilfreich ist.

    Da wir gestern die Dusche für 10 € ausgelassen haben, ist diese heute dringend nötig. Hier oben läuft das aber ein wenig anders und die nette Dame der Lodge macht uns einen Bottich mit heißem Wasser fertig, aus dem wir uns mit einer Kelle bedienen können 😅🙈. Auch wenn das erstmal nicht so toll klingt, das heisse Wasser tut unglaublich gut und sauber kriegt man sich so auch 🧼💦.

    Ich spüre nun leichte Kopfschmerzen und wir trinken Wasser, Tee, essen Kartoffelsuppe und halten uns in einem von der Sonne aufgeheizten Wintergarten warm, bevor wir zum Abendessen in den gemütlichen Geneinschaftsraum gehen. Hier gibt es noch mehr Tee und um halb acht Uhr liegen wir dann bereits im Bett und hoffen, dass wir eine erholsame Nacht haben. Morgen ist der zweite und letzte Akklimatisierungstag angesagt, also ausschlafen und gemütlich wandern gehen. Wir hoffen, dass wir bis dahin die Höhe gut verkraften.

    Heutige Wanderung von
    Tengboche 3.860 m
    bis nach
    Dingboche 4.410 m

    Strecke insgesamt: 10,5 km
    Höhenmeter aufwärts: 823 m
    Höhenmeter abwärts: 359 m
    Reine Laufzeit: 3:25 h
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  • EBC Trek 6: Hike high - sleep low

    November 5, 2022 in Nepal ⋅ ☀️ -5 °C

    Die Nacht war leider ein weiteres Mal bescheiden 😖.
    Ich konnte wieder ewig nicht einschlafen, erst war es zu kalt, mit Schlafsack dann irgendwann zu warm und wir beide wurden mehrmals in der Nacht mit dem Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen, wach, bis am Morgen dann Manu eisig kalt war.

    Also stehen wir auf und genießen erst einmal ein kleines Frühstück mit Kaffee und Kakao, während wir übereinstimmend feststellen, dass heute der erste Tag ist, an dem wir so überhaupt keine Lust auf eine Wanderung haben. Wir sind müde, mein Kopf und meine Schultern schmerzen und das Atmen fällt uns immer noch schwer.
    Aber, es gibt keine Ausreden, gerade auf der jetzigen Höhe ist die Akklimatisierungswanderung wichtig, insbesondere wenn man schon leichte Kopfschmerzen etc. hat.

    Für die meisten Menschen ist eine Höhe von 3.000 - 6.000 Meter über dem Meeresspiegel nicht das, woran der Körper täglich gewöhnt ist. Bei 3.000 Meter zum Beispiel liegt der Sauerstoffgehalt bereits bei nur noch 70 % des normalen Wertes, bei einer Höhe von 4.410 m wie in Dingboche bei nur noch 60 %. Bei Wanderungen in diesen Höhen muss der Körper viel Energie aufwenden und sich darauf einstellen, weniger Sauerstoff zur Verfügung zu haben. Ein zu schnelles Aufsteigen kann daher zur Höhenkrankheit (Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit) und möglicherweise noch gefährlicheren Komplikationen wie einem Gehirn- und Lungenödem führen. Um dem vorzubeugen, ist es also nötig ein paar Spielregeln einzuhalten. Man sollte die jeweils aktuelle Höhe um nicht mehr als 300-500 Meter pro Tag erhöhen und jeweils mindestens einen Pausentag einlegen, wenn man insgesamt 900 - 1000 m Höhenmeter überwunden hat.
    Die an solchen Tagen empfohlene Wanderung in eine höhere Höhe mit anschließendem Abstieg bereitet den Körper auf die in den folgenden Tagen noch zu erreichende Höhenmeter vor, ohne in die Gefahr der Höhenkrankheit zu kommen.

    Da wir das ja nun alles schon wissen, ziehen wir uns nach dem Frühstück um und machen uns widerwillig gegen 10 Uhr auf den Weg in Richtung Nangkartshang Peak, einem Gipfel auf 5.083 m 🙈😳. Für diesen Weg packen wir dann auch heute das erste Mal die zweite Lage Wanderkleidung, inklusive Handschuhe und Mütze aus.

    Der Weg führt uns aus Dingboche direkt auf den umliegenden Bergkamm und es geht 3 km stetig bergauf. Diese Wanderung ist mit Abstand die anstrengendste bislang und das sogar ohne Gepäck. Zunächst müssen wir ca. alle 10 Minuten eine Verschnaufpause einlegen, mit steigender Höhe erfolgt diese nach fast allen 20 Schritten 😮‍💨😮‍💨. Würden wir auf den letzten Metern nicht den Gipfel schon sehen, wir würden überlegen umzukehren. Aber so bezwingen wir den letzten Aufstieg nur noch durch reine Willenskraft und sind auf unserem ersten 5.000er angekommen 🥳🥳🥳. Von hier aus sehen wir nun auch die ersten Gletscherseen Chola Lake und Dowo Tso. Eine traumhaft schöne Aussicht. Ein paar schnelle Bilder und eine glückliche Umarmung später machen wir uns dann aber auch schon wieder auf den Rückweg und stolpern die steilen Zickzackwege wieder hinunter. Der Wind bläst uns eisig um die Ohren und wir sind überglücklich, als wir in unserem, von der Sonne aufgewärmten Zimmer ankommen. Die Wärme im Zimmer führt dann auch dazu, dass wir ein wenig Schlaf nachholen können und am späten Nachmittag mit einem riesigen Hunger aufwachen.

    Langsam trudeln auch die Wanderer aus Tengboche ein und wir sitzen den Abend im warmen Gemeinschaftsraum mit Nudeln und Tee und können noch den golden leuchtenden Gipfel des Ama Dablam bestaunen.
    Zwei Nächte und zwei Wandertage trennen uns nun noch vom Everest Base Camp ✊🏻✊🏻.

    Heutige Wanderung von
    Dingboche 4.410 m
    zum Gipfel Nangkartshang 5.083 m
    und zurück nach Dingboche 4.410 m

    Strecke insgesamt: 6 km
    Höhenmeter aufwärts: 708 m
    Höhenmeter abwärts: 709 m
    Reine Laufzeit: 3:11 h
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  • EBC Trek 7: Von Dingboche nach Lobuche

    November 6, 2022 in Nepal ⋅ ☀️ -7 °C

    Die heutige Nacht war fast schon richtig gut, die Temperatur hat gestimmt, das Atmen viel uns leichter und sogar geträumt habe ich irgendwas, was zumindest heißt, dass ich mal richtig am Schlafen war 😅👍🏽.

    Wir lassen am Morgen die aufgehende Sonne noch unsere Klamotten aufwärmen und das Handy aufladen, bevor wir gegen 10 Uhr wieder auf dem Trek sind.
    Heute stehen noch mal um die 8 km und „nur“ 500 Höhenmeter auf dem Programm, sodass sich die ersten 4 km relativ entspannt auf einer Hochebene mit nur leichter Steigung gehen lassen. Die gestrige Höllenwanderung hat uns in jedem Fall ganz gut getan und wir fühlen uns auch recht fit. Nur richtig eisig ist es jetzt geworden, -4 Grad zeigt das Thermometer, aber die Sonne scheint weiterhin den ganzen Tag für uns und lässt uns den kalten Wind besser ertragen 🤩.

    In dem kleinen Ort Thukla machen wir eine kleine Mittagspause und sehen dabei bereits den uns bevorstehenden Anstieg 🫣🥵. Noch 3 km sollen es bis zu unserem heutigen Ziel sein, einer davon geht direkt in Serpentinen und Felsstufen steil bergauf und verlangt uns nochmal alles ab. Mit vielen kleinen Pausen kommen wir aber nach einer knappen Stunde oben an und sehen erstmal unzählige Steinstapel in der Fläche. Es handelt sich hierbei um einen Gedenkstätte für alle Todesopfer der Besteigungen des Mount Everest (und auch der anderen umliegenden Gipfel). Jedem Toten ist mit einem sogenannten Steinmann, die letzte Ehre erwiesen, manche Verstorbenen haben einen Art Schrein mit Inschriften. In jedem Fall sind hier ziemlich viele dieser Steinmännchen, die Inschriften zeigen, dass die meisten erst beim Abstieg verstorben sind. Ganz schön heftig zu sehen aber auch noch einmal mahnend für alle.

    Die letzten zwei Kilometer gehen zum Glück wieder relativ flach auf einer weiteren Hochebene entlang, denn selbst hier merken wir immer mehr die müden Beine, den schmerzenden Rücken und vor allem die dünne Luft. Und dann sind wir in Lobuche auf 4.910 m angekommen und beziehen das nächste kalte Zimmer und versuchen in den letzten Sonnenstrahlen noch ein wenig die nass geschwitzten Klamotten zu trocknen.

    Am Abend wird der Ofen angemacht und wir wärmen uns noch ein paar Stunden in dem Gemeinschaftsraum auf, bevor wir uns mit Schlafsack und Decke ins Bett einmummeln und darauf warten, dass es warm wird.

    Heutige Wanderung von
    Dingboche 4.410 m
    bis nach
    Lobuche 4.910 m

    Strecke insgesamt: 8,8 km
    Höhenmeter aufwärts: 830 m
    Höhenmeter abwärts: 203 m
    Reine Laufzeit: 3:17 h
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  • EBC Trek 8: Von Lobuche zum Basecamp

    November 7, 2022 in Nepal ⋅ ⛅ -4 °C

    Diese Nacht war die schlimmste bisher, es war so unglaublich kalt und der wenige Sauerstoff führte dazu, dass ich so gut wie gar nicht schlafen konnte. Ein Gefühl der Panik kommt immer wieder auf, wenn man denkt, keine Luft zu bekommen und immer wieder ganz tief einatmen muss. Dazu habe ich nun auch starke Halsschmerzen und einen schmerzhaften trockenen Husten, die Kopfschmerzen kommen und gehen und ich weiß nicht, ob sie von dem verspannten Rücken oder der Höhe oder von beidem kommen.

    Ich bin froh, als es endlich hell wird und wir uns unten in den zwar noch kalten Gemeinschaftsraum setzen, aber immerhin heißen Tee trinken können. Wir lassen uns Zeit und die anderen Wanderer schon einmal starten und machen uns erst auf den Weg, als die Sonne unseren weiteren Weg aufwärmt.

    Die ersten 5 km gehen abwechselnd flach und steil über Geröll und wären eigentlich gut zu meistern, wäre hier jetzt nicht so unglaublich viel los, dass es sich regelrecht staut und einen immer wieder aus seinem Gehrythmus bringt, was gleich doppelt so anstrengend ist. Aber schließlich kommen wir in der letzten dauerhaft bewohnten Ortschaft vor dem Everest Base Camp, Gorak Shep, an. Hier suchen wir uns erst einmal eine Unterkunft für die Nacht, essen eine Kleinigkeit und können unser Gepäck abstellen, bevor wir nur mit dem Tagesrucksack die finale Etappe zum Base Camp in Angriff nehmen.
    Ich spüre heute die Höhe und den fehlenden Schlaf ziemlich stark, aber das Erreichen des Base Camps ist nun so nah, dass die letzten Kräfte mobilisiert werden 😮‍💨🥵😅.
    Die 3 km lange Wanderung ist ohne Gepäck deutlich angenehmer, aber jeder Schritt führt dennoch zu einer Schnappatmung. Wir laufen wieder in der ganzen Horde immer am Khumbu Gletscher entlang und hoffen nach jeder Kurve, endlich am Ziel zu sein. Und dann ist es auch endlich so weit. Vor uns glitzert ein großer vereister Gletschersee und dahinter können wir schon von hier oben den berühmten Stein des Base Camps (und all die Touristen) sehen. Also nehmen wir noch einmal die Beine in die Hand, vorbei an einer tiefen Gletscherspalte 😳 und haben es dann endlich geschafft 🥳🥳🥳🥳. Was für ein tolles Gefühl. Der Gipfel des Mount Everest zeigt sich uns immer wieder, die kleinen Wolken ziehen brav vorbei und wir stehen also nun hier, wo für die verrückten Bergsteiger das Abenteuer erst anfängt. Da die Saison der Bergsteiger erst im Frühjahr ist, sehen wir jetzt die zu dieser Zeit hier aufgebaute Zeltstadt nicht. Das macht aber gar nichts, der Ort ist auch so irgendwie magisch, hat sich hier doch schon so viel Erfolg und Tragik abgespielt.
    Wir machen freudestrahlend unser von Kathmandu bis hierher mitgeschlepptes Dosenbier auf und für den Moment sind alle Schmerzen und körperlichen Qualen vergessen 🍻.
    Und dann beginnt der Krieg um ein schönes Foto 🙈😆. Teilweise muss man wirklich mit dem Kopf schütteln, wie egoistisch sich die einen und wie selten dämlich sich die anderen verhalten, nur um DAS Bild zu bekommen. Wir quatschen mit zwei anderen Deutschen und versuchen uns nicht zu sehr aufzuregen, tauschen stattdessen schnell die Handys und dann hat auch schon jeder sein Photo ohne viel Aufregung im Kasten. Auf die Diskussionen mit den Leuten hier haben wir echt keine Lust und lassen uns lieber die gute Laune nicht vermiesen. Schließlich sind wir ja auch ein Teil der Touristenmasse 🙈🥲.

    Und dann heißt es auch schon langsam wieder den Rückweg antreten, denn windig und kalt ist es trotz der Sonne natürlich trotzdem hier oben. Leider kommt damit auch das schlechte Körpergefühl zurück und wir (aber besonders ich) kämpfen uns die letzten Kilometer zurück. Als wir in der Unterkunft ankommen, sind wir so kaputt, dass wir erstmal nur auf dem Bett sitzen können und tief ein- und ausatmen müssen. Die Kälte im Zimmer treibt uns dann allerdings schnell in den Speisesaal, wo immerhin allmählich der Ofen angemacht wird. So erschöpft habe ich mich wirklich lange nicht mehr gefühlt und auch der warme Tee und eine große Portion Nudeln hilft nur kurze Zeit. Denn obwohl es langsam schön warm im Raum wird, verspüre ich den unbedingten Drang, mich hinlegen zu müssen und schlafen zu wollen. Zwar genügen heute die gemeinsame Decke und unsere beiden Schlafsäcke, um uns im Bett warm zu halten, schlafen kann ich leider trotzdem so gut wie keine Minute. Wieder macht mir die Höhe zu schaffen und ich wälze mich nur hin und her, muss ständig husten und bekomme schlecht Luft. Manu geht es etwas besser, aber auch er ist immer wieder wach. Und so quälen wir uns durch eine weitere Nacht in fast 5.000 m Höhe und ich kann es kaum erwarten, wieder in lebensfreundlichere Höhen zu kommen.

    Heutige Wanderung von
    Lobuche 4.910 m
    über Gorakshep 5.190 m
    bis zum Mount Everest Base Camp 5.364 m
    und zurück nach Gorakshep 5.190 m

    Strecke insgesamt: 12 km
    Höhenmeter aufwärts: 501 m
    Höhenmeter abwärts: 273 m
    Reine Laufzeit: 5:02 h
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  • EBC Trek 9: Von Gorakshek nach Kathmandu

    November 8, 2022 in Nepal ⋅ ⛅ 22 °C

    Nach dem wir die Nacht irgendwie hinter uns gebracht haben, komme ich kaum aus dem Bett und würde am liebsten für immer hier liegen bleiben, nur gerne 3.000 m weiter unten. Daher bleibt uns nichts anderes übrig, als unserer Sachen zu packen und erst einmal frühstücken zu gehen. Der Speisesaal ist noch eisig kalt, es sitzen schon einige andere Wanderer beim Frühstücken, alle in ihren dicken Jacken und überall vernehmen wir die gleichen „Beschwerden“ über schlaflose Nächte.
    Wir müssen nun erst einmal entscheiden, ob wir noch, wie geplant zum Gipfel Kala Patthar wandern, der von hier in 2 h zu erreichen ist und noch einmal eine tolle Aussicht auf die Bergkette bieten soll.
    Er ist eigentlich ein Vorgipfel des Pumori und die Bezeichnung Kala Patthar bedeutet „Schwarzer Stein“. Da er lediglich 5675 m hoch ist, zählt er in Nepal offiziell nicht zu den Bergen 😅🙈.
    Es dauert allerdings nicht lange bis wir uns eingestehen müssen, dass ich heute dazu nicht in der Lage sein werde. Neben der Erschöpfung durch den fehlenden Schlaf, fällt uns das Atmen jetzt schon schwer, wenn wir nur die Schuhe anziehen und mein mittlerweile sehr trockener Husten schmerzt ziemlich in der Lunge.
    Es macht also keinen Sinn, die ausschließlich steil bergauf gehende Strecke mit etwas Kletterei
    am Ende in dem Zustand auch nur zu versuchen und wir haben die umliegenden Gipfel ja auch schon gesehen 😅🙈.
    Als die Sonne über die Gipfel scheint, machen wir uns also auf den Weg hinunter und wollen heute einige Kilometer und Höhenmeter zurück schaffen.
    Nach gut 5 km sind wir in Lobuche angekommen und ich brauche dringend eine Pause. Der Weg ging zwar weitestgehend bergab oder war flach, ich fühle mich aber dennoch kaum besser, als auf dem Hinweg 🥵 und mir fällt jeder Schritt unglaublich schwer. Wir setzten uns in ein Café und sind erst ein bisschen ratlos.
    Der weitere Weg zurück hat immer wieder einige steile Stellen bergauf, bei denen wir uns sicher sind, dass ich sie im momentanen Zustand inkl. Gepäck nicht schaffen werde. Eine weitere Nacht hier oben bleiben, ist aber auch keine Option, da wir hier immer noch auf über 4.400 m sind und an erholsamen Schlaf dann sowieso nicht zu denken ist.

    Es gibt von vielen der kleinen Örtchen auf dem Weg Helikopterflüge nach Lukla oder Kathmandu, allerdings kosten die ein kleines Vermögen. Praktisch in jedem Laden oder Teehaus kann man danach fragen. In dem Café, in dem wir sitzen, wird ein Flug nach Lukla für uns beide für 1200 $ angeboten 🫣😳, dann käme aber noch der Flug nach Kathmandu dazu 🙈😢.
    Wir suchen daher erst noch ein bisschen im Internet weiter, finden mal mehr mal weniger günstigere Angebote, schreiben eine Seite auch einmal an, allerdings werden wir hier auf eine Antwort sicher länger warten müssen. Und dann gibt es da noch eine Seite, die neben Ausflugsflügen auch Rettungsflüge und eine WhatsApp Number anbietet. Also schreibe ich dort kurzerhand hin und chatte direkt mit einem netten Mann, dem ich kurz meine und unsere Situation erkläre. Er fragt nach meiner Auslandskrankenversicherung, ich schicke ihm die Unterlagen und meinen Reisepass zu und schon ist ein Helikopter auf dem Weg zu uns 😳😅🤩. Er wird die Kostenübernahme direkt mit meiner Versicherung abklären, wir müssen also nicht mal in Vorleistung gehen und Manu darf natürlich auch mitfliegen (nur diesen Teil sollen wir der Versicherung nicht mitteilen 🤣).
    Und tatsächlich landet 30 Minuten später ein Helikopter in Lobuche und wir bekommen einen ersten kostenlosen Flug über das Khumbu Tal bis nach Lukla. Die Aussicht ist wirklich traumhaft schön, und wir erkennen den erlaufenen Weg wieder. In Lukla müssen wir einmal aussteigen und auf einen anderen Helikopter warten, der uns dann direkt nach Kathmandu fliegt. Heute scheint viel los zu sein, unser Pilot muss direkt zu einem kritischen Rettungseinsatz wieder zurück in die Berge und wir daher knapp zwei Stunden warten. Das ist aber alles halb so schlimm, hier auf nur noch knapp 2.500 m geht es mit schon etwas besser, der Husten ist lockerer und schmerzt nicht mehr ganz so sehr in der Lunge und das Atmen an sich fällt leichter.
    Und dann können wir auch schon wieder in den Helikopter einsteigen und lassen uns von dem jungen, bayerischen Piloten Philipp aus Oberstdorf in knapp 40 Minuten nach Kathmandu fliegen. Das Wetter ist witziger Weise heute das erste mal auch nicht sonderlich gut und sehr bewölkt, was die Folgetage auch so bleiben soll, so dass es uns nicht ganz so schmerzt, den Rückweg nicht mehr zurückwandern zu können. Dafür ist der insgesamt fast 90 minütige Helikopterflug eine neue Erfahrung und den Umständen entsprechend auch richtig schön.

    Als wir in Kathmandu am Flughafen landen, wartet schon ein Rettungswagen auf mich (so langsam wird es mir etwas unangenehm), der uns in das nahe gelegene Swacon International Hospital, ein privates und auf Reise- und Bergmedizin spezialisiertes Krankenhaus bringt. Dort werde ich erst einmal durchgecheckt, es wird Blut abgenommen, die Lunge geröntgt, ein EKG gemacht und ich bekomme eine Infusion, etwas gegen die Kopfschmerzen und den Husten. Zu guter Letzt wird natürlich noch ein Coronatest gemacht. Die Nachbarkabinen sind ebenfalls mit Wanderunfällen und Höhenkrankheiten gefüllt und wir alle werden die Nacht hier im Krankenhaus verbringen müssen, bis die Ergebnisse am nächsten Tag da sind. Zwar versuche ich noch, das zu verhindern, aber die Versicherung würde anscheinend sonst auch nicht zahlen und die Schwester bleibt hart. Meine Befürchtung, nun in einem Vierbettkrankenzimmer die Nacht zu verbringen, bewahrheitet sich zum Glück nicht, stattdessen werden Manu und ich in ein Zimmer mit Doppelbett, Toilette und Dusche geführt und Manu darf natürlich auch bleiben. Ok, so schlimm ist es dann doch nicht 🤩🙈. Ein Pfleger nimmt noch unsere Bestellung für das Abendessen und Frühstück auf und dann können wir auch endlich wieder duschen. Die Untersuchung war mir schon leicht unangenehm, hatten wir doch immerhin seit 4 Tagen keine Dusche mehr gesehen 😬😷🤧.
    Nach dem Abendessen kommt der Arzt noch einmal vorbei und die Schwester bringt mir noch ein paar Medikamente gegen den wieder schlimmer werdenden Husten und dann dauert es auch nicht mehr lange, bis ich eingeschlafen bin und die erste Nacht seit einer gefühlten Ewigkeit durchschlafe.

    Am nächsten Morgen um halb sechs kommt die Schwester wieder, misst Fieber, Blutdruck und Sauerstoffsättigung und soweit ist alles in Ordnung. Auch die ganzen Testergebnisse und Werte sind laut dem Doktor in Ordnung und nach dem Frühstück dürfen wir dann am späten Vormittag gehen. Auch wenn ich wegen des Hustens auch noch eine Nacht länger dort bleiben hätte dürfen, freuen wir uns auf unser Hotel und etwas mehr Ruhe 😅🙈.
    Jetzt müssen wir erst mal schauen, dass ich schnell wieder richtig fit werde und ob uns dann noch Zeit für etwas Sightseeing außerhalb Kathmandus bleibt.
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  • Pokhara

    November 13, 2022 in Nepal ⋅ ⛅ 21 °C

    Nachdem ich mich noch ein paar Tage in Kathmandu erholen durfte, ging es mir schnell wieder richtig gut und ich konnte alle Unterlagen aus dem Krankenhaus abholen. Schnell haben wir daher entschieden, unsere letzte Woche in Nepal in Pokhara, der zweitgrößten Stadt Nepals zu verbringen.

    Die Stadt liegt 200 km westlich von Kathmandu und ist mit dem Bus oder per Flugzeug zu erreichen. Wir haben uns ein günstiges Busticket im „Deluxe VIP Bus“ gekauft, der etwas größere und bequemere Sitze hat, als die „Holzklasse“, denn die 200 km werden eine ganze Weile in Anspruch nehmen. Um sieben Uhr morgens fahren wir pünktlich ab und schnell sind wir auf der schrecklichen Straße unterwegs, die mehr aus einer baufälligen Schotterpiste als aus tatsächlicher Straße besteht. Mehr als 30 km/h schnell lässt es sich hier nicht fahren und wir werden ordentlich durchgeschüttelt, bis wir nach nicht mal 90 Minuten bereits eine kurze Pause machen 😅🙈. Ein Blick auf Google Maps bestätigt unser Gefühl, dass wir kaum vorwärts kommen und noch sehr lange in dem Bus sitzen müssen.
    Und so rumpeln wir immer weiter durch Nepal, versuchen zu schlafen, machen noch zwei Pausen und schauen auf keinen Fall dem Verkehr zu, bis wir ganze 9 Stunden später in Pokhara ankommen.
    Wir lassen uns schnell zum Hotel bringen und sind von der Fahrt noch etwas schwummrig im Kopf. Entsprechend wenig machen wir an diesem Abend, essen nur noch eine Kleinigkeit und sind dann froh, schlafen zu können.

    Pokhara gilt als die Tourismushauptstadt Nepals und ist ein Ausgangspunkt für Wanderer, die den sog. Annapurna Circuit im Himalaya unternehmen.
    Außerdem liegt sie am beliebten und
    meistbesuchte Phewa See, dem zweitgrößten See Nepals, auf dem sich bei gutem Wetter der Berg Machhapuchhre und anderer Berggipfel der Annapurna- und Dhaulagiri - Kette spiegeln.

    Also machen wir uns am nächsten Morgen nach einem ausgiebigen Frühstück auf den Weg zum Phewa-See. Die Sonne scheint und es hat angenehme 24 Grad Celsius, nur ist es leider auch sehr diesig, so dass wir nur vereinzelt ein paar Blicke auf die Berggipfel erhaschen können. Wir setzen uns nach einem kleinen Spaziergang in ein Kaffee am Ufer des Sees, es läuft entspannte Musik im Hintergrund und die nächsten Stunden bleiben wir einfach hier sitzen, schauen den vorbeigehenden Leuten und den über dem See fliegenden Paraglidern zu und sind an diesem Dienstag in vollkommener Sonntagsstimmung 😇🥰.
    Die Stadt gefällt uns insgesamt richtig gut, es ist alles viel entspannter und etwas geordneter als in Kathmandu, die Geschäfte und Lokale etwas moderner und die Straßen einfach nicht so vollgestopft.

    Am nächsten Tag führt unser erster Spaziergang zum Immigration Office, da wir nur ein Visum bis zum 18.11 bekommen haben, unser Flug aber erst am 19.11 geht. Wir hoffen, dass wir auch nur für einen Tag das Visum verlängern können und nicht für ganze weitere 15 Tage bezahlen müssen. Als wir beim Immigration Office ankommen und unser Anliegen vortragen, teilt uns die nette Dame mit, dass wir gar nichts verlängern müssen, da das Visum bis zum 19.11 Mitternacht gilt. Wir verstehen die Logik zwar nicht, freuen uns aber, gar nichts zahlen zu müssen und hoffen, dass das die Beamten am Flughafen auch so sehen.
    Im Anschluss suchen wir noch zwei „Angelgeschäfte“ auf, da Manu hier in der Gegend gerne noch fischen würde und sich ein paar Tipps und Köder abholen will.

    Manu mietet sich für den nächsten Tag einen Roller, um die umliegenden Gewässer abzufahren, während ich mich auf den Weg zur Pokhara Shanti Stupa, einer von insgesamt 80 World Peace Pagoden mache.
    6 km geht es durch kleine Ortschaften und dann mal wieder ordentlich bergauf 😅 bis ich oben bei dem buddhistischen Denkmal ankomme. Diese Weltfriedenspagode wurde kurz nach dem 2. Weltkrieg von buddhistischen Mönchen der japanischen Nipponzan Myohoji-Organisation erbaut und soll wie alle Friedenspagoden zu Frieden für alle Rassen und Glaubensrichtungen inspirieren.
    Sie steht in ihrem strahlenden Weiß hoch über dem Phewa-See und bietet bei klarer Sicht (leider nicht heute) eine tolle Aussicht auf die Anapurna Bergkette. Zahlreiche Schilder ermahnen zu absoluter Ruhe, ein Wächter pfeift ständig durch seine Trillerpfeife, um die vielen Jugendlichen daran zu erinnern 😅. Ich genieße ein wenig die Aussicht und überlege dann, wie ich wieder zurück komme, ohne den insgesamt nicht ganz so schönen Hinweg wieder zurück laufen zu müssen.
    Ich beschließe, die steilen Steinstufen über 2 km zum Ufer des Sees hinunter zu laufen und hoffe, dort warten ein paar der zahlreichen Paddelboote, die mich wieder zurück an das gegenüberliegende Ufer bringen. Und ich habe Glück. Ein netter Nepali rudert mich sicher an die andere Seite des Sees, von wo aus ich direkt ins Hotel zurück gehe und mich erst einmal von der doch ganz schönen anstrengenden Tour erhole uns auf Manu warte.
    Er kommt kurz nach mir leider ohne Fisch zurück 😥 und wir lassen den Tag gemütlich ausklingen.

    Den letzten Tag verbringen wir nur noch mit ein paar Souvenireinkäufen, Wäsche waschen und packen, denn am nächsten Tag geht es schon weiter in Richtung Europa 😢🙈. Wir sind etwas traurig, dass wir nicht mehr Zeit für Nepal eingeplant hatten bzw. der ein oder andere Krankheitsfall etwas Zeit geraubt hat.

    Am nächsten Morgen kommen wir am Flughafen in Pokhara an und es eröffnet sich das erste Mal eine wahnsinnige Aussicht auf die Anapurna Bergkette und wir könnten fast heulen, dass es ausgerechnet heute das erste Mal richtig aufklart 🤯🤯🤯. Vermutlich haben wir unser „schönes Wetter Glück“ auf dem EBC-Trek aufgebraucht 😅. Dafür bekommen wir auf dem Flug nach Kathmandu eine tolle Kulisse geboten und sind uns einig, wir kommen wieder🤩.
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  • Nepal - ein Rückblick

    November 18, 2022 in Nepal ⋅ ⛅ 20 °C

    Unser Rückblick zu 4 Wochen Nepal 🇳🇵

    Unsere Route zusammengefasst:
    Kathmandu 🚌 Ramechhap Airport
    Ramechhap Airport 🛫 Lukla
    Lukla 🥾Everest Base Camp
    Everest Base Camp 🚁 Kathmandu
    Kathmandu 🚌 Pokhara
    Pokhara 🛫 Kathmandu

    Unsere Highlights:

    Kathmandu - die Stadt und vor allem das Viertel Thamel hat uns trotz schlechter Luft und viel Chaos sehr gut gefallen und macht richtig Spaß.

    EBC Trek
    - die Tour war so dermaßen anstrengend, aber jeden Schweißtropfen mehr als wert. Solche Landschaften haben wir noch nie gesehen und das Himalaya ist nicht umsonst Anziehungspunkt für so viele Wanderfreudige ❤️.

    - auch wenn wir etwas traurig waren, den Rückweg aufgrund meiner Höhenprobleme nicht geschafft zu haben, war der Hubschrauberflug ein toller Ersatz.

    Pokhara - ein schöner Ausgleich zum hektischen Kathmandu und ein toller Rückflug mit bester Sicht.

    Das hat genervt:

    Unsere gesundheitlichen Ausfälle - aber zum Glück war am Ende alles immer halb so schlimm und wir schnell wieder fit.
    Nur leider haben wir etwas Zeit verloren und konnten Nepal nicht noch weiter erkunden.

    Die nicht enden wollende Busfahrt nach Pokhara.

    Die allgemeine nepalesische Geräuschkulisse aus dem Hals- und Rachenraum 🤢🤧😷.

    Besonders auf dem EBC Trek
    - Mittlerweile teilweise ganz schöne Abzocke, für jedes Blatt Toilettenpapier und jeden Tropfen warmes Wasser überteuerte Preise zu nehmen, auch wenn man es den Leuten natürlich nicht verübeln kann, es wird ja gezahlt 🙈. Und Nepal gehört immer noch zu den ärmsten Ländern der Welt.
    Auf den anderen Treks außerhalb des Everest Gebiets soll es noch deutlich schöner, ursprünglicher und gediegener zugehen. Aber wie gesagt, der Tourismus (und damit auch wir) sind ja Teil des Ganzen 🤷🏻‍♀️.

    Wir wollen wieder kommen, das ist klar. Die Nepalis sind unfassbar freundlich und wir haben uns sofort unglaublich wohl und willkommen gefühlt. Sie freuen sich über die Touristen und sind stolz auf ihr wunderschönes Land und begegnen einem meist mit einem Lächeln. Und die Berge haben einfach eine magische Anziehungskraft auf uns 🤩.
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  • Von Nepal nach Abu Dhabi

    November 18, 2022 in the United Arab Emirates ⋅ ⛅ 30 °C

    Von Kathmandu geht es nun über Mumbai nach Abu Dhabi, wo wir einen Tag Aufenthalt haben.
    Während wir in Kathmandu vor dem Einsteigen in den Flieger zum gefühlten fünften Mal die Taschen kontrollieren lassen müssen, wird in Mumbai noch genauer hingeschaut und Manu wird beinahe seine Angelspule weggenommen. Zum Glück können wir das noch verhindern und sind froh, als wir dann endlich mit all unseren Sachen in Abi Dhabi ankommen. Es ist kurz vor Mitternacht und wir suchen uns eine Bank ohne Zwischenlehnen, auf der wir die Nacht verbringen können.
    Als es langsam wieder hell wird und uns die Knochen schmerzen, stehen wir auf, machen uns frisch, geben unsere Rucksäcke bei der Gepäckaufbewahrung ab und fahren in die Stadt.
    Wir lassen uns mit dem günstigen Taxi zu ein paar Sehenswürdigkeiten fahren und stellen schnell fest, dass uns Abi Dhabi überhaupt nicht zusagt. Die Stadt ist total künstlich, steril und zumindest an dem heutigen Sonntagmorgen wie leergefegt.
    Wir fahren am Emirates Palace Hotel vorbei, wo wir aber aufgrund der kurzen Hose von Manu nicht rein können, schauen uns die Etihad Towers an und erhaschen einen Blick auf den Präsidentenpalast (in den wir ebenfalls nicht reinkommen). Die Gebäude sehen wahnsinnig toll aus und sind gigantisch, drumherum ist allerdings nichts, was irgendwie einladend ist.
    Wir machen noch einen Abstecher zum Corniche Beach und ärgern uns etwas, dass wir keine Badesachen mitgenommen haben. Hier hätten wir gut den Tag in der Sonne verbringen können, es ist nichts los und es gibt sogar super Duschen 🙈🙈. So legen wir uns nur in den Schatten und dösen ein wenig vor uns hin, bevor wir uns noch in einen kühlen Irish Pub setzen und die letzten Stunden verstreichen lassen. Die Stadt konnte uns nicht wirklich was bieten, ist uns viel zu protzig und ohne Leben, aber immerhin haben wir die Zeit gut rum gebracht und es war allemal besser, als den Tag am Flughafen zu sitzen 🤷🏻‍♀️.
    Und dann geht es auch schon fast pünktlich weiter nach Wien 🛫.
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  • Wien

    November 20, 2022 in Austria ⋅ ⛅ 8 °C

    Nach einem sechsstündigen Flug in der Billigairline Wizz kommen wir ziemlich steif und müde nachts um halb zwei in Wien an und werden von Manus Bruder André am Flughafen begrüßt 😍.
    Wir lassen uns zu unserer Unterkunft im westlichen Teil Wiens fahren und finden an einer Tankstelle auch noch ein paar Dosenbier und Mixgetränke 😅 (wir hatten uns von einer europäischen Hauptstadt eigentlich noch eine geöffnete Kneipe erhofft, aber Wien ist halt nicht Berlin…), so dass wir die restliche Nacht in unserer Gemeinschaftsküche gemütlich sitzen und ohne Ende quatschen können.

    Den nächsten Tag verbringen wir dann ebenso gemütlich bei einem Wiener Schnitzel 😍 und anschließendem Fussball anschauen (ja, wir schauen die WM), bis André sich dann auch schon wieder in Richtung Heimat machen muss und wir uns noch eine Mütze Schlaf vor dem morgigen Weiterflug nach Island gönnen.
    Aber es war schön, auch kurz vor dem Ende der Reise noch einmal einen lieben Menschen zu sehen, der den Weg zu uns auf sich genommen hat ❤️.
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